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Erster Blatt

M- Jahrgang

Samstag, Dezember 1921

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Drorf im- Verlag: vrühl'sche Uuiv.vuch. unö Sttinörudtrei R. Lange. SchnstletMng. Geschästrftelle vn- D ruderet: Zchulfttatze 7.

Nr. 284

Der «letze,er 1») einet erf^cini täglich. out« Sonn, und feiert - ». lReeetli*<9tv )«Preise: *n:h 64<o eioichl. Trüget- loh«. bud> btt Post ffik.) rin d l Vestell. getb.oud) vtiShditerld)* r«n einzelner Tlummen infeig« höherer D.wale. ^rrnlprr d).Snfd)lün<: b rbi«9d)riftlrttunq 112; fr Druckerei. P erlag unb a)e,d)ös,.p.kle >1.

für Drot »nach, richten: L,zeiger «letze».

PekldeiloBte:

Venflart «. M. UM*.

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Wochenrückblick.

3n bcn von uns mllgetdllen Ergebnis- Rtffem brr Hess f schen Wahlen wird sich kaum noch etwas Erhebliches ändern. Man meldet uns zwar aus Darmstadt, daß mög­lich e r w e i f e rwf die Deutschnct ttvtxlle Volks- Partei ein Mandat zu viel verteilt worden fei, das dem Zentrum zukvmme, aber wir müssen die amtliche Nachprüfung abwarten. Die Wahlen haben gehalten, was sie versprochen hatten. Auch seit den ReichStagSwahlcn vom 6. Zuni 1920 hat das Hesienvolk einen augen­fälligen Ruck von links nach rechts vollzogen, indem die Unabhängigen statt der aller­dings von nfemand mehr erwarteten 8 Man­date nur 2 erreichten, während die Mehrheits- ozialisren und die Kommunisten davon nur e 2 Sitze profitierten. Das übrige ist ver- lüftet. Dazu kommt, dah, wenig später als 11920) .das Salz höchst frevelhafter Tränen *r wunden Augen Nöte noch verließ, die Demokraten einen für sie verhängnisvollen weiteren Schwund ihrer Anhängerschar und Abgeordnetenrechte verspürten. Aber Dar­an Darf man nicht erinnern, ohne sich den komischen Zorn DerDarmstädter Zei­tung-, des bisherigen "Regierungsblattes, zu- zuzießen. Sie gibt zwar zu. dah die gesamte Rechte seit ZahreSfrist einen Der eben er­wähnten Entwicklung entsprechenben Fort- schritt zu verzeichnen hat. eifert aber in Der ihr eigentümlichen Tonart gegenDie tenDcn- -löse Berichterstattung DeS Wollfschen Bu­reaus- unD DieirreführenDe Darstellung der Presse überhaupt. Das Wolff-Bureau habe zu unrecht nur die Ziffern der Land- tagswahlen von 1919 zum Vergleich heran- aezogen, denn dies feien unter dem GinDrutf Der Revolution ja nur Konjunktur- Wahlen- gewesen. Dann belehn uns das aetDtffenhafte Regierungsblatt,die letzten hefsifchen £anbtag>?tr>ahlcn liegen zwei Jahre zurück . . Mit Verlaub, verehrter Offiziosus. es werden im ßanuar schon drei Zahre. dah von einer regierenden Mehrheit die Konjunktur so brav auSgenützt wurde!

Welche Rechnung macht uns nun aber Denn DieDarmftÜDter Zeitung- auf? etc will nur die Ziffern der Reichstagswahl vom 6. Zuni 1920 herangezogen haben, weil sie da­nachaufzeiat, dah die Regierungskoalition, die Im Jahre 1920 41 Sitze stark war, bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag nichts eingebüht. vielleicht sogar einen Sitz gewonnen und sich also behauptet habe. Das ist des Pudels Kern; alles andere ist Dem Regierungsblattzu unsachlich und plump, als dah man sich überhaupt ernst­haft damit befassen sollte-. Die bisherige Koa­lition. auf Grund derKon stink tu rwahlen ge­bildet. sollalsowohlweite«regieren. als ob nichts vorgefallen sei. UnD das soll man ernsthaft gelten lassen! Run, dieDarmstäDter Zeitung hat bisher in un- aebunDen souveräner Weise mit grohen Kü­beln ihr hohes Wissen unD Wollen über ihre verblüffte unD^lDtDcrftrvbcnDc ZwangSleser- schaft auSgegoMn. Wir vermuten, es wirb ihr jetzt nicht viel helfen, dah sie Die enDlich vollzogene Abrechnung des Hessenvolkes mit so staunenswenen Künsten erläutert. Es wird In der Darmstädter Götterhöhe Doch wohl ein Umschwung vollziehen müssen. Wenn wir auch noch nicht im einzelnen wisien. wie Die neue Koalitionsregierung aussehen wirD. so­viel ist gewih: Der WilD-West-PublikationS- hengst wirD sich Zaum unD Zügel anlegen lasten müssen. unD fein Reiter WirD den roten Parteifrack nicht mehr zirzensisch zur Schau tragen dürfen wie bisher. Er wird sich in Der Zuschauerschar verlieren. Denn wir Dem neu zu sattelnDen Roh auch aeme ein wenig mehr Temperament unD Rasse gönnen als dem Amtsschimmel In Der Aera Des alten Rei­ches. so soll sein Huf schlag Doch etwas behut­samer klingen unD Den ZwangSabonnenten eben noch erträglich sein.

Die Republik wirb über Den LanDtags- lvahlen nicht zum Sturze kommen. Die poli­tische Zivilisation kann unter einem verän­derten Regime nur gewinnen. Denn gcraDe das demonstrative Beiwerk, das vom bis­herigen hessischen Kabinen im Fahrwasser Der Wirthschen RcichSpolitlk In Szene gesetzt wor­den war. hatte einen Stich ins Groteske. Das sozialdemokratisch - Demokratische Peikschen- aeknall in RegicrungSerlassen unD Artikeln des Amtsblattes zeittgte bisweilen einen Dema- gpgenclfer unD eine Denunziationslust. Die lächerlich unD beännftigenD zugleich wirkten. Ein besonDerS drastischer Fall? Der uns zu Ohren kam. Darf nicht verschwiegen werden. In einer Lauterbacher Wahlversammlung, in Der MinistcrpräsiDent Ulrich selber sein Pro­gramm entwickelte, führte der dortige demo­kratische Führer Klage darüber, dah die höhe­ren Verwaltungsbeamten so häufig nocki wider den heiligen Geist Der Republik sün­digten. Zum Beweis führte er an, ein Der]

Reparatur bedürf tiger W e gweiser hätte auf höheren Befehl in Den Serben Schwarz- Weih-Rot gestrichen werden sollen, wo­rin die Mißachtung der neuen Staatsord­nung Deutlich zum AuSDruck komme. Prüft- Dent Ulrich Donnerte Unwillen in Den Saal und versprach Untersuchung unD Ab­hilfe aber was stellte sich heraus? Der besagte Wegweiser. Der. Den Farben Hessens entsprechen!), auf weißem Felde eine rote Umrahmung »eigen unD allerDings noch eine schwarze Aufschrift tragen sollte, hatte durch die Gesinnungstüchtigkeit eines Unterbeam- ten. Der sich über ..höheren Befehl hinweg­setzte. ein gelbes FelD erhalten unD prangte Demgemäß als Symbol hessischer Unentmegthctt in Den Farben Schwarz- Rot - V o l D l Der republikanisch besessene Don Quichotte'hatte keine Windmühle gefun­den; da nahm er sich den Wegweiser aufs Korn . ..

Das im Reiche herrschende Verlegen- heitskabinett wird jetzt selbst rv i s inen Treue­sten mit quälenden Vorhaltungen In Die Enge getrieben. DieFrankfurter Zeitung warf mit Recht Die Frage auf. ob denn Herr Wirth unD sein Stab Den hochbedeutsamen Aufgaben. Die sie gerade jetzt zu erleDigcn hätten, sich ge­wachsen fühlten. Vielleicht wollte das Blatt damit nur Herrn Rathenau Den Steg in Die Regierung bereiten aber einerlei, es ist wirklich traurig, bah in den Tagen. Da sich von außen her aller Augen auf DeutfchlanD richten, an Der Spitze des Rei­ches neben Dem Erfüllungskanzler nur eine Reihe ziemlich harmloser Parteihäupter thront. Die an Deutschland gestellten Fra­gen werden dringlich. Wir lesen heute mit leb­haftem Unbehagen die neue Rote des Wieder- herstellunaSausschusseS. Die in Schärfe unD Stil ein Werk Frankreichs ist unD Der politi­schen GrunDstlmmung entspricht, mit Der Herr Briand gestern reDnerisch seine Landsleute begrüßt hat. Gr weckte aufs neue den Haß gegen das kaiserliche Deutschland und wird mit seinen neuen Tiraden in Der Welt hoffent­lich so wenig Beifall wecken, wie er es in Washington vermochte. Aber wir können Doch einige seiner Sätze beherzigen. Er sprach von Der französischen Volksgemeinschaft. Die jetzt Den Schwierigkeiten Der Welt trotzen müsse, um ans gemeinsame Ziel zu gelangen. BrianDS Politik des Biegens oDer Brechens ist jeDoch äußerst gewagt. Denn auch ein inner­lich geeinigtes Frankreich toürDe aus Der ihm DrohenDen Gefahr Der Isolierung schwerlich als Sieger hervorgehen. Zunächst sinD es große Worte. Die Der pathetische Redner ge­sprochen. Wir Deutsche haben jetzt keine gro­ßen Worte, aber wir brauchen Den großen Zusammenschluß aller Dem eigenen LanDe Wohlgesinnten. 3n Washington brachte man Dem Rätsel Der Deutschen Seele ein Interesse entgegen. Das sich in Den letzten Tagen auch auf England verpflanzt hat. Was wünscht und will Das Deutsche Volk? Bettelt es nur um kurzen Aufschub seiner Zahlungen, hat es nicht ganz andere Lasten auf feiner Seele als die Ehinefen und Die Japaner? Wir können keinen Sturm und Aufruhr erregen, aber ein ruhiges unb offenes Programm einer überwältigenden Volks Mehrheit sind wir Der Welt schuldig. Auf Dem Stuttgarter Parteitag Der Deutschen Volkspartei sinD gute Richt­linien gezeigt worDen unD versöhnliche Worte DeS Vertrauens auch für anDerc Parteien ge­fallen. Es ist beklagenswert, daß Die große StunDe unseres Volkes noch nicht Die Volks­gemeinschaft gefunden hat. Die sich langsam nähert, aber lei Der noch mit Zweifeln be­lastet ist. Wir sinD innerpolittsch hinter Den Weltereignissen zurückgeblieben. Das zu er­kennen. heißt alle Anstrengungen machen, um Das Versäumte einzubringen.

Eine Rede Briands.

Paris, 2. Dez. (WC., Ministe-chräsident Briand ist heute Dormittag i^ll ülhr -in Le Havre etngetroffen. öt wurde tm Rathaulr empfangen und Dielt nach der Begrüßung durch den Bürgermeister und den Abgeordneten Sieg­fried, eine Red«, in der er |agx er sei nach Amerika gegangen mit einem TUtcnmateria!, an­hand besten selbst ein mittelmäßiger Advokat mit Aussicht auf Erfolg Hütte plaidierm können; denn diese Akten feien dce Akten Frankreichs gewesen. Aus einer Konferenz wie die hon Washington, habe em Latch wie Frankreich nicht sichen dür­fen. Es Dürfe nirgends fehlen, wo über Die grobes Interessen Der Welt verhandelt würde, sontz würde ein leerer Raum entstehen, und wenn eS eine Konferenz gebe, au» Der Frankreich hätte anwesend fern müssen, so fei es gerade Diejenige gewesen, die sich das hohe Ziel Neckte. Die mili­tärischer! Lai-en zu erleichtern. AIS Frankreich nach Dem Kriege von 1371 so viele Gründe ge­habt habe, in feiner isolierten Stellung zu ver­harren. habe eS bereits seine Mitwirkung bei gleichen Bemühungen nicht versagt, und alS man,

tm Haag an Die Völker appelliert habe, die- ftungni zu beschränken, habe ci Dte Antwort ge­geben; Hier! SS habe den Vorschlag, Der ge­macht wurde, angenommen; aber bvi einer c,u- tammenfünft, bet Der die Veschlus'e Einst imnng- keit erfoeberten. habe nur ein einziges Land, das Hintergedanken und döse Absichten hegte, d.ese V. r ch äge nicht an­genommen und sie leien gescheiten D«e Franzoien seien sich also bemüht, in der Vergangenheit Mögliche getan zu haben, um den Krieg zu »rrmeiDen. Wenn es ein Land gebe, das über leben Verdacht In Dieser Beziehung erhaben sei. so sei es Frankreich Gr hätte nicht an Dem Edelmut des amerikanischen Volkcs gezweifelt und wohl gemuht. Dah jeder Versuch. Die diele Frank- nrichs in seinen Augen zu entstellen. Amerika von ihm abwendig zu machen. Frankreich als den Störenfried und Die Ursache des llnbe Hagens In der Welt hinzustellen, sich sofort verslüchttgen würde, wenn man auf die Tatsachen Hinweise. Frankreich habe sich nicht geweigert, die Vor­schläge zur Einschränkung Der 6eeLüftungen zu unterschreiben. Wenn es sich um.Die militäri­schen Kräfte zu Lande handelte, lägen die Dinge freilich anders. 3n Deutschland gebe es nach tote vor sieben Millionen Sol­dat e n 250 000 Offiziere und Unteroffiziere in Der deutschen Polizei und ungeheuere Fa­briken, die Ma'chinengewehre, Gewehre und Kanonen herzustelle, imstande seien Q4 gebe auch jenseits Deutschlands und Polens ein un­geheuere« Land im Zustande der Zer­setzung, das zu unbekannten Zwecken eine Armee von IV» Millionen Menschen unterhält Frank­reich, fuhr Briand fort, beschwere sich über nie­mand. daß man es allein lasse Jedes Land trage feine ebene Verantwortung In voller natür­licher Souveränität, aber wenn man Frankreich sich selbst überlasse, Dann möge man es auch von Dieser traurigen Freiheit Gebrauch machen lassen, damit es sich organisiere, wie es imstande sei, Frankreich habe durch diele Lage, die Die Qlatur ibm gegeben habe. Die furchtbare Ehre. Der Soldat Der Zivilisation und Freiheit zu sein. Seine Vergangenheit fei Die Der ganzen Welt. Er müsse lagen, daß Die Sprache Frankreichs in Washington vollkommen verstanden morgen sei. Als er Abschied nahm, seien Die wenigen Besorgnisse die wenigen 3rr- türtier, die sich durch eine üole Propaganda In gewisse Geister einzulchleichen vermocht hätten zerstreut worden. Er habe also die feste Heber- zeugung, daß auS der Konferenz von Washington nichts erwachsen könne, was der Freiheit und Sicherheit Frankreichs gefährlich werden würde. Briand prieS Die moralische Kraft Frankreichs. Die Franzosen müßten vor allem Vertrauen in sich selb st haben und welcher Meinung sie auch seien, mit welchem Eifer sie d.ese Meinung auch verteidigten, niemals Dürften sie In noch so heißem Kampfe vergessen. Daß. wenn dieser zu Ende fei. eS eine gemein­same Partei gäbe, ein Feld, daS weit genug lei. um dir Ausmeick amkeit aller Franzosen zu ver­dienen. In einer Demokratie, wie die der Franzo­sen könnten die Bürger einer vor b r Meinung des a deren Ach u g h Den h eUel rtj au zugehen. Dann könnten sie lagen, daß Frank.etg) Die Gründe für fein Vertrauen In Die 3 ifunft seiner Vergangene et, seinem Genius ent'ehne Frank­reich Durchlebe schlimme Augen­blicke. Wie fönnte eS nach einem so schrectttchen Kriege ander» sein, wenn leib t die Völker. Die das Glück gehabt haben, abseits zu stehen, durch eine Art gegenteiliger Abhängigkeit der wirt- chastlichen unD finanziellen Interessen von Den Folgen dieses Krieges betroffen worden seien Während des Kampfes, schloß Briand. hätten alle Tkrbünbelen nur an den S e] gebaut, aber toie hätten, nachdem Monate und Jahre vergangen seien, die Mei­nungen nicht a u s e i n a n d e r g e h e n sollen? Man reibe sich unter Den Augen Der öffentlichen Meinung, die von Der Presse in einer manchmal allzu heftigen Art beeinflußt werde, aber m.hinter gäbe es gemetn'ame Inter­essen. man einige sich, man vermittele, man regele Die materiellen Interessen so gut man könne unb bleibe einig So handele man unter den Alliier­ten und so bemühe er sich trotz Der Schwierigkeit seiner Ausgabe, sie Durchzuführen

Paris, 2. Dez. (WTB ) Ministerpräsident Briand ist heute nachmittag kurz vor 4 älhr In Paris angekommen ®r erklärte einem Ver­treter Der HavaS-Agentur. Frankreich fei bereit, jeden Vorschlag. Der gemacht werde, um Die Rüstungen Herabzusehen, zuzustimmen. ®erm es alS Gegenleistung positive Garantien erlMge, die es für unerläßlich balle Morgen werde er Dem Ministerrat einen Ucberblitf über Die Lage geben und lich alsdann vor Dem Parlament in öffentlicher Debatte auS- fprechen Er hoste, daß Die. Die in feiner Ab­wesenheit die 'Xegter-mi kritisiert hätten, als­dann auf der Kammertribüne Die Gründe für ihre Haltung vorlegen würden.

Stimmen aus England.

Berlin. 2 M lDvlst.) .Daily 2EaiF jnfrlge verlautet. Dan die Minister im Finanz­ausschuß des Kabinetts finem Moratorium für Die deutschen Schulden grundsätzlich zu- stimmen und zu der Ansicht gelangt Inen, daß bei dem augenolickllchen Stande deS deutschen Kredits und der deutschen Finanzen kein an­derer Weg möglich tet Man glaube, daß Die französische Regierung dem britischen Plane zußnnmen werde, vorausgesetzt, daß Die franzö­sischen Interessen gewährleistet Werdern

.Daily Telegraph" weiß auf den versöhn­lichen Ton DeÄ gestrigen Oeitartif.Il im .TempS" bin. Auch .Morning Post stellt ein Abküh­

len Der französischen »ntrüflung fest. Der Pariser Berichterstatter des Tlaties sieht Anzeichen Dafür, dah Der britisch. Plan viel- leicht sehr bald eine günfllgeve Ausnahme in Frankreich erhalten werde als man ernxir ci hatte.

Die .Time v" tritt in einem CxitartiM ener­gisch für eine gemeinsame R ep a r a t i o n S- pvlitikEngiandsund F, ck'kretchs <i i. Das Blatt schreibt, eine einstimmige O.fian.ng der Reparationeknmmilsion zu Gunst.-, ei es TI o ra­te r tu m 6 stehe außer Frage. Sine Stimmen­mehrheit gehen Frankreich für das Moratoriim, würde bcn Todesstoß für die Entente beX-utcn. Die .Times" weist darauf hin. daß Fra ck,eich durchaus ein .non pols mus" cnlg^enleo n ne de, und fährt fort. Die Bedingungen für die G-ewährung eines Moratoriums müßten lehr scharf sein. Die Ausgabe deutschen Papier­geldes Dürfe nicht fortgesetzt werden.

.Daily Ghronicle" ttivib: in einem Leitartikel, es herifche ein gewisser Optimismus bezüglich deS Grgebnisfes der Mission Ratlenaas Die Stabilität der Ma rkfri die Bdingunc für daS Wiederaufleben des Handel» nicht ntr Ir DeutschLand, fv.ibern alch im grö ten Dell Ga­ropas. und liege Im Interesse der Alliierten eben­sosehr wie im Interesse der Dcutsch.rn Die Sta- bilifienmg könne jedoch nicht stattsinden. wenn der b.sherige Reparatioirsplan aufrecht erhal­ten werde.

London. 2. Dez. (Wosis, Sir Edward Mackoy. Mitinhaber der Londoner Bonklttma Sperling u Go., Ixit in einer UnterrcD ing erllärt. Die Rach richt, daß Die Regierung endlich Da» ge­kirnte Problem der deutschen Reparat onen ne i erwäge, sei die beste Ku-de feit de n Waffen- stillstaiche. Wenn Deulschland nicht eine große Zeitspanne gewährt werde, so würde es ent­weder im Januar oder Febriar seine l^adiungen einstellen. DaS Ergebnis würde Der Zusammen­bruch der Banken und des ganzen Finanzfnstems in Mitteleuropa sein. DaS british Interesse fordere gebieterisch, dah man Deutschland zur Zahlungsfähigkeit und Stetig- keit verhelfe, damit die deutsche Rauttruh wieder hergestellt werde Das Wiesbadener Abkommen müsse sofort art-fixiert werden und alle weiteren Reparationszahlungen um toenlg- strns drei Jahre verichobe» w-r^e-i S» sei eine vollkommen unmöglich: Geick^tSpoll i'. 2>-u sch- land für Den Krieg zahlen zu lassen D-utichland sei der Angelpunkt Europas, das nicht gedeihen könne, solange Deutschland zwischen Re- volutrvn und Bankerott schwetx- Der ganze Kon­tinent sei unstetig, weil D utschsand unmögltche finanziell« Aufgaben aufgebürdet seien.

Die Denkschrift brr englischen Industriellen. »

Berlin. 3. Dez Zu der vor einiger Zeit veröffentlichten Denkschrift bet Bundes Der Industrt Wen. die eine Revision des Reparations­abkommen- vorichlua. schreibt die .Deutsche All­gemeine 3eitung". daß eS lich bei diesem Vor­schläge nicht um eine endgültige Stellungnahme Des Bundes Der englisch n Ind istrietten handelt, sondern nur um ein Gutachten eines Un­terausschusses. das noch einer weiteren Prüfung und Umarbeitung unterließt We^er Die Londoner Finanzkreise noch die englische Shwer- InDuftrie noch Die SchiffahrtSgruppe haben sich bisher zustimmend dazu geäußert.

Die Vots'chafkerkonfrrenz.

Paris. 2.Dez. (WTB.) Die Bvt- schaf terkonferenz bat In ihrer heutigen Sitzung beschlossen, ein kleines Truppenkontin­gent während der Volksabstimmung nach! Oedenburg zu entsenden, das aus den oberfchles!schen BesayungSiruppen entnommen trerde. Die Konferenz beschäftigte sich als­dann mit der albanischen Grenzfrage.

Die Washingtoner Konferenz.

Reuhork. 2 Dez (WTB) Funktvruch Der Wall>i""'oner Korrripond des .Qleunorf World teilt rr.T, daß wabrichetnlich der RüstunoSkonfe- renz ein bestimmter Vorschlag zu einer Ich lellen Erledigung der Frage der allgemeinen Einschrän­kung der Rüstungen zu Lande unterbreit?! wird, sobald die Frage der Einschränkung Der See- rüfhmge. entschieden sei Er glaubt, daß Ita­lien diesen Vorschlag gemacht habe.

Das 5sinattzproblem.

D e u h o r k, 2. Dez. (WTB ) D?trch Funk- pntch. Beamte des Wash-nglo -er Schatzamtes versichertett. es sei wahrscheinlich, daß auf der bevorstehenden Konferenz der Entmt?banl:erS der amerikanische Vertreter Vorschläge dar­über machen werden, wir Störungen des Wechselkurses zu vermeiden seien.

Reuhork. 2.Dez. (WTB.) Dtrch Funk­spruch. Der Vorsitzende der International Accevtance Dank. Paul Warburg, erklärte, auf die Herabsetzung der Rüstungen müsie eine Aenderung der ReparationS- bedingungen folgen, damit Deutschland in den Stand gesetzt werde, sie auSzuführen

Eine Note des

Wiederherstellunysousschusses.

Paris, 2. Dez Die von Der Repa - rationskommisston an Die Deutsche Re­gierung gerichtete Mitteilung bat folgenden Wortlaut. Dir ReparationSkommi'sion erinnert Die deutsche Regierung an die mündlichen Ercklä» rangen, tie sie Dem Reichskanzler anläßlich ihres Aufenthalts in Berlin gegeben hat und die. tuq