Einzelbild herunterladen

Lehrlinge wurde am Donnerstag zwischen den

(Rachdruck verboten.)

halten Teuerungszulagen: männliche Arbeiter vom 18. bis zum vollendeten 21. Lebensjahre 80 Pf. die Stunde, jugendliche Arbeiter im 17. und 18. Lebensjahre 50 Pf. und vom 14. bis

erzielt. Die Verteilung der durchschnittliche» Lohnerhöhungen auf die einzelnen Arbeit­nehmergruppen bleibt den Tarifverhandlun- gen in den Revieren Vorbehalten, die sofort ausgenommen werden sollen.

Aus dem Reiche.

Die Teuerungszulagen.

Berlin, 2. Sept. (WTB.) Rach acht­tägiger Verhandlung im Reichsfinanzministe-- rium über die Teuerungszulagen für die in den Reichsbettieben beschäftigten Jugendlichen und weiblichen Arbeiter und

einschließlich 16. Jahre 30 Pf.; weibliche Be­schäftigte über 21. Jahre 75 Pf., vom voll­endeten 18. bis 21. Jahre 55 Pf., im 17. und 18. Lebensjahre 35Pf vom 14. bis einschließ­lich 16. Jahre 20 Pf.. Lehrlinge im 1. und 2. Jahre 20 Pf im 3. Jahre 30 Pf., im vierten Jahre 40 Pf. Beide Verhandlungsparteien er­klärten sich bereit, das Ergebnis vor ihren Auftraggebern zu vertteten.

Berlin. 2. Sept. (WTB.) Der stän­dige Ausschuß des preußischen Land­tages beschäftigte sich mit der Frage der Zubilligung von Teuerungözusch lägen an die Beamten nach der Vorlage, die vom Reichsrat vorlag. Es sollten für die preußi­schen Beamten 1100 Millionen Mark verwendet werden. Die Vorlage wurde un­verändert angenommen. Weiter wurde von allen Seiten verlangt, daß die Auszahlung de raufgebesserten Gehälter durch die Re- -gierung endlich erfolgen solle.

Die Dergarbeiterlohne.

B e r l i n, 2. Sept. (WTD.) Im R e i ch s- arbeitSministerium fanden am 1.Sep­tember unter dem Vorsitze des Ministers zwi­schen den Arbeitgebern des Stein- und Kohlenbergbaues und den Arbeit- nehmerorganisattonen Verhandlungen zur Regelung der schwebenden Lohn frage statt. Rach mehr als zwölfstündigen Beratungen wurde nl'it Ausnahme des bayerischen Berg­baues für alle Reviere eine Verständi- gung über die DurchschnittSsätzr der ab 1. September zu leistenden Lohnerhöhungen

wegen der A u f h e b u n g der Zeitungsverbote gu verhandeln.

Berlin, 2. Sept. (WTB.) Wie wir hören, wurde das Verbot desBerliner Lokal-Anzeigers" und des ,^Tag" durch eine Verordnung des Reichspräsidenten auf­gehoben.

Halle o. S., 2. Sept. DieHalle sche Zeitung" wurde nachmittags für 1 4 Sage verboten, da das Blatt einen Auszug eines Artikels aus demMiesbacher. An­zeiger" brachte.

B e r l i n. 2. Sept. (WTB.) Der Vorstand des Bezirlsverbandes Berlin des ReichS- verbandes der deutschen Presse wendet sich gegen das Verbot von Zeitungen auf Grund der allgemeinen Tendenz, die sie vor dem Inkcafttreten der Verordnung des Reichspräsidenten betätigten, ebenso gegen das Verbot desBerliner Lokal-AnzeigerS" und desTag" wegen der Wiedergabe von Aus­lassungen eines verbotenen Blattes. Gleich­zeitig fordert der Vorstand alle Angehörigen der deutschen Presse auf, bei der Ausübung ihres hohen Amtes strengste Selbst­zucht zu üben und stets eingedenk zu sein, was sie dem öffentlichen Ansehen der Presse und I er Ehre ihrer in den andern Lagern für ihre Aeberzeugung kämpfenden Kollegen schuldig sind.

Negicrnttgsttmbildttng in Preußen?

Berlin, 3. Sept. Dem ..Berl. Tage­blatt" zufolge hatte der preußische Landtags- Präsident L e i n e r t gestern Besprechungen mit dem Reichepräsidenten Eber t und dem Mi­nisterpräsidenten Stegerwald über die Frage der Arnbtldung der preußischen Regie­rung. Auch nahm er. allerdings noch völlig unverbindlich, mit den verschiedenen Parteien in dieser Angelegenheit Fühlung.

Rach derGermania" wollen die Vor­stände der Zentrumsfraktion und der Zen­trumspartei, soweit sie in Berlin anwesend sind, heute nachmittag zu einer Besprechung zusammentreten.

Das Verbot des Uniformtragcns.

B e r l i n. 2. Sept. (WTB.) Amtlich. Bis zum Erlaß der Au sführungsbe st im­mun gen gemäß §2 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 30. August 1921 über das Verbot des Aniformtragens erteilte der Reichskanzler mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis zum Tragen der Uniform bei Leichenbegängnissen von Kameraden.

Die Mörder Erzbcrgcrs.

Aus Stabt und Land.

Dietzen, den 3. Sept. 1921.

Wettervoraussage

für Sonntag:

Wollig, meist trocken, Temperatur nicht ver» ändert, wechselnde Winde.

Das gestern mit seinem Kern über der Rord* fee gelegene Tief hat sich nordostwärts verlagert Das Hochdruckgebiet über Frankreich liegt mit un­regelmäßigen Ausläufern über Mitteleurova. De, wechselnden Winden hält das wolkige Wetter an

Die Rotherstems.

Roman von Erich E b e n st e i n. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin W 30.

45. Fortsetzung.

Prozehangelegenheit die Schuld an der Verschlim­merung in des Fürsten Zustand ßab.

Zu ihrem Erstaunen warf ihn aber die De­pesche nun durchaus nicht nieder. Im Gegenteil Sein matter Blick belebte sich plötzlich.

So. 2ll gewiesen! Verloren! Ra, gottlob, daß wir endlich die Entscheidung haben! Jetzt kann man wenigstens mit frischen Kräften weiter­gehen!"

Du bist nicht enttäuscht, Onkel, Adald, daß es so kam?" jraate Do verwundert

Der Fürst lachte und setzte sich behaglich in den Kissen zurecht.

Keine Spur! Dieses Resultat war ja vor- auszusehen nach dem. was mir Hertha berichtete. Der alte Ruhland hat stramme Arbeit gemacht. Ra ja er leidet ja nicht, wie ich. an der Gicht und konnte von Pontius nach Pilatus laufen, um seine Sache durchzusehen. Auch geschmiert wird er da und dort haben er hat'S ja dazu! Lind endlich gilt so ein Getoerke-König bei uns zu Lande viel! Weißt du, was er gesagt haben soll?"

Run?" ermunterte Do.

Daß es ihm gar nicht daraus ankäme, eine Million zu verlieren, aber seinRecht" in dieser Sache wolle er unter jeder Bedingung durchsetzen Er werde es mir schon beweisen, daß es heule keine Vorrechte mehr gebe für den 'Adel! Der Protz! Der Parvenü! Der glaubt, weil er auf seinen Geldsacken sitzt, regiere er die Welt!"

Rege dich doch nicht so auf, Onkel Ubald! Es könnte dir wieder schaden."

,Ach was! Schaden! GMchabet hat mir nur die lange Wärtern. Die Provinzgerichte mit ihrer Trkdclri hüxn mich Tr int cnmach', nichts sonst.

In der Gießener Kunstsamm­lung im Reuen Schloß. Eingang Sencken- bergstraße die am morgigen Sonntag b e i freiem Eintritt geöffnet ist, wurden einige Original-Radierungen von Ernst Haymann neu ausgestellt. Die seit acht Tagen in der Kunstsamm­lung befindlichen Aquarelle und Radierungen bleiben nur noch morgen ausgestellt Dch Aus­stellung des Oberhessischen Kunst- Vereins bleibt diesen Monat geschlossen. Dic Anmeldungen zur Beschickung der Ausstellungen sind von verschiedenen Künstlervereinigungen (dar­unter Werke bekanntester Künstler aus München, Berlin, Düsseldorf und Karlsruhe) so reichlich ein» gelaufen, daß alle 3 bis 4 Wochen neue Aus­stellungen eingerichtet werden können.

Marktbericht. Die Zufuhr auf dem heutigen Wochenmarkt war, besonders an Obst außergewöhnlich stark. Letder sind die Preise im- me; noch sehr hoch Es kosteten. Weißkraut 1,30 bis 1,50 das Pid.. Rotkraut 1,80- 2,00 das Pfd. Wirsing 1,501,80 das Pfd.. Oberkohlraben 50 bis 70 Pf. das St., Unterkohlraben 40 Pf. das Pfd.. Gelbe Rüben 1,001,50 das Pfd.. Bohner .1003.50 das Pfd., Rote Rüben 6080 Pf. das Pfd.. Römisch Kohl 30 Pf. das Pfd.. Zwiebeln 1,10-1,30 das Pfd.. Salat 1,00-1.20 das St. Endivien 1 301.50 das <5t, Tomaten 3,003,30 das Pfd. .Einmachgurken 2545 Pf. das St.. Sa» latgurfen 1,005,00 das St.. Kartoffeln 6065 Pf. das Pfd., Aepfel 1,001,50 das Pfd., Birnen 80 Ps. bis 1,00 das Pfd. Zwetschen waren reichlich angefahren und kosteten 1,20-1,60 daS PfdMitt­ler 30,00 das Pfd., Eier 1.80 das St

VovlioLizcn.

Tageskalender f ü r SamStag Eisenbahnhotel, 3* -> Ahr, Versammlung des Ver- pächterverbandeS. OtWaldsgarten. Volksfest des Reichsbundcs der Kriegsbeschädigten

- Tageskalender f u r Sonntage Felsenkeller, 9 Uhr. Versammlung der Reichs- gewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und An» Wärter.Aquarium", 10 Ahr. Versammlung der Landbewerber des Kreises Gießen. Ge­werkschaftshaus, 2 Uhr, Holzhauerversammlung. Waldbühne. 2V2 Ahr, Jugend- und Posaunenfest der oberyessifchen Gemeinschaften. - Oswalds- garten, Volksfest des Reichsbundes der Kriegs­beschädigten.

Landkreis Gießen.

ga. Grün berg, 1. Sept. Gemeinde- r a t. Zum Voranschlag für 1921 sind bom KreiS» amt Gießen eine Anzahl Revifionsbemerkungen eingegangen.Der Gemeinderat habe im Zuli beschlossen, für 72 930 Mark Ansprüche an den Ausgleichs st ock 'u s'ellcn. Rachd'-m aber der Gemeinderat unter n 13. April Vs. ZS. beschlossen öa5e. diß für 1 Rm Buchen-Scheiter

: dieBadische Post", in deren Gebäude die Demonstranten eindringen wollten, daß ledig­lich eine Torscheibe eingedrückt wurde. Wäh­rend des DemonsttationszugeS und noch spät am Abend schlugen junge Burschen mit Stangen Ladenfchilder. besonders Hofliefe- rantenschilder herab.

Die Tagung des Döltzerbundrates.

® e n f, 2. Sept. tWolff.) Der Völker­bund s r a t befaßte sich heute mit der albani­schen Frage. Er beschloß zwei albanische Pro­teste vor die Vöiterbundsversamm.ung zu drin­gen. Der eine Protest richtet sich dagegen, bah der Völkerbundscat die Prüfung der albanischen Gcenzverhält'isie obg.I I)nt und die Entschcttung der Votschafterkonlerenz übeutoie en hatte. Der andere Protest fr Ui fiert die Haltung der jugo­slawischen Regierung, die den serbischen Bünden das Eindringen in albanisches Gebiet gestattet Der jugoslawische Vertreter verlas zwei Doku­mente des Präs.dealen der miriditischen Repu­blik, dcne.i zufolge die albanische Regierung in Tirana nicht baß gesamte Gebiet vertrete, worauf der albanische Delegierte entgegnete, daß die miridische Regierung ihren Sih auf albani­schem Boden habe Der Rat beschloß, auch diese Frage vor die Versammlung zu bringen und faßte nach einem ausführlichen Bericht Beurgeols' Jne Entschließung, wonach der Rat ermächtigt werden soll, einen Studienausschuß süc internatio­nale Fragen der geistigen Zusammen­arbeit und Erziehungsproblemezu er­nennen. Diesem Ausschuß wurde auch der Psan für die Gründung eineö internationalen Erziehungsamtes überwiesen, desgleichen wurden die Vorschläge der Hygienekommis­sion vom Rate zur Weitergabe an die Ver­sammlung erledigt. MeE>cr die Eholeraepidemie in Rußland sollen Informationen eingeholt werden.

Genf, 2. Sept. (WTD.) Das Sekretariat des Völkerbundes macht folgende Mitteilung. Zn einer Rote vom 4. Zuli 1921 teilte der Präsident der Regierungskommission des Saarbeckens dem Generalsekretär mit, daß die deutsche Regierung sich dem Anschluß des Saarbeckens an das inter­nationale Abkommen vom 4 Oktober 1920 über den Warentransport der Eisenbahn (Berner Konvention) widersehe, und daß infolge­dessen das Saarländische Eisenbahnnetz den Deut­schen gegenüber in den Zustand tatsächlicher Un­tertänigkeit befindet. Die deutsche Regie­rung ihrerseits erklärte, daß. obwohl Deutsch­land auf diese Regierungsbefugnis im Saargebiet verzichtet hat, dieses Gebiet kein unabhängiger Staat fei. sondern weiterhin einen Teil Deutschlands bilde und unter deutscher Souveränität stehe. R ir Staaten können dem Ab-

i Eine Stunde später saß der Fürst vergnügt beim zweiten Frühstück und Do leistete ihm Ge- sellschaft dabri.

Da trat ganz unb'.rmutet Rüdiger ein. ®r war blaß und schien sehr bewegt

»Rann, waS ist denn loö?" frag e der Fürst verwundert.Ich dichte. du seiest draußen bei deiner famosen Fabrik? Ist etwas passiert dort?"

Dort nicht, Papa. Aber in. . .Wilhelmine» ruhe."

Oho! Ist der alte Krakehler etwa noch nicht zufrieden mit feinem Triumph?"

®r ist tot. Papa," sagte Rüdiger ernst Ein Arbeiter brachte soeben die Rachricht an die Fabrik, und ich fühlte mich verpflichtet, sie dir sofort mltzuteilen. Herr Ruhland bekam hot wenigen Stunden die Rachricht, daß er den Pro- - gewonnen habe. Cb es nun die Erregung darüber war oder sonst etwa-, weiß man nicht Genug, in dem Augenblick, als er leinen Wagen besteigen wollte, um >ur Dahn zu fahren, laut er. vom Her schlag getroffen, zusammen und war so» fort tot."

Der Fürst war gleichfalls blaß geworden uni* starrte eine Weile schweig mb vor sich hin So kur; hatte sein Widersacher den Triumph über­lebt? Es erschütterte ihn doch. Ai» die Jahre stiegen vor ihm auf, da er, wenn auch nicht in Freundschaft denn dazu war fein Standesgefühl immer zu ausgeprägt gewesen - |D doch In Frieden und guter Rachbarschast mit dem Toten gelebt hatte.

Dann raffte er sich auf Sein ritterliches De« fühl gewann die Oberhand. Gefallene Feinde ehrt man . . .

i Fortsetzung folgt)

schen Detrieb -unterworfen. Rach der deutschen Verordnung soll nur die deutsche Sttecke zwischen den Saarftationen und den Stationen des deut­schen Gebietes benutzt werden. So muß beispiels­weise Kohle von Saarbrücken nach Kehl (Baden) auf einer deutschen Linie unter Ausschluß jedes anderen Weges geschickt toerven. was in dem betreffenden Falle im Hinblick auf den direkten Weg durch Elsaß-Lothringen die Entfernung beinahe verdopvelt. Da es sich um TranSporlprobleme handelt. mach e der Generalsekretär die beratende und technische Ber- kehrskommission deä Völkerbundes ajf einer Ta­gung in Genf Gilde Juli auf diele Frage auf­merksam. Die Verkchcskommissivn tat eine Antertommisslon cingefel t, br, wenn die Amsiändr es erfordern, die Frage prüfen wird Diese Anterkommission seht sich aus Sinigalia- Italien, Hock Kolding-Tänrmarc und PanEysinga- Holland zusammen. Sie wird der Gesamtkom- Mission Bericht erstatten und nur der Beschluß der Gefamtkommission wird an den Rat gelangen.

Rachdem der Bölkerbundrat den Be­richt über diese Angelegenheit, der durch Wel­lington Koo erstattet wurde, und die E'klärunqen des Generalsekretärs der Regierung skommisslon Maurice zur Kenntnis genommen hatte, nahm er folgende Entschließung an: Die beratende und technische Vec-kehrSkommission des Völker- bundes wird aufgeforbert, dem Rat einen Vor­schlag über die Verkehrsfraaen zu unterbreiten, die aus dem Ersuchen der Regierungskommission des Saarbeckens über den Beitritt zur internatio­nalen Konvention über Warentransporte der Eisenbahnen vom Jahre 1899 erwachsen.

..Dann fahre ich Sie wenigstens zur Sta­tion. Zu Ful. taffe ich Sie keinesfalls gehen. Bitte, Anneliese, la; cii'.spannen. In §ehn Minuten mutz dec Wager Vorfahren. Inzwischen laß mindestens eine Gi1iifä?ung bringen. Schnäpse oder derglei­chen. Der toc-rint ein wenig auS."

Anneliese verschwand. DaS Herz war ihr übcrnoll. 52lebte er sie doch? Hatte sie sich viel­leicht al! 'die Monate her umsonst heimlich ge­kränkt?

And wie wunderlich älleS stürmte in ihr- **0 warm, fo welch als müßte sie die ganze Well umarmen i

2lbec nur schweigen. Richts merken lasten am wenigsten Magelone, sonst zerstob vielleicht der süste Traum wie eine Seifenbla!e in der Luft Anneliese, die Klug?, war mit einem Male ganz abergläubisch geworden.

Am nächsten Morgen erhielt der Fürst eine Depesche s.i ieS Recht: anwallZ. Seine Klage war kostenpslichtig abgewiesen worben, der Prozeß ver­loren.

Do blickte besorgt In bas matte Gesicht ihres Patienten, her seit ein paar Tagen ohnehin wieder recht elend war und das Bett hüten mußte. Run würde ihn die Hiobsnachricht von neuem erregen Er toa riete j.' schon feit Wochen auf die Ent­scheidung. Jeden Tag sprach er davon in der letzten Zcl!, so daß Do in dieser unglückseligen

Ein Beschluß des französischen Ministerrates.

P a r i S. 2. Sept. (WTB.) HavaS meldet: Im Laufe der zweiten Zusammenkunft des Ministerrates, die heute nachmittag von 3 Ahr 30 Minuten bis 5 Ahr 45 Minuten stattfand, hat der Mintsterrat die Beschlüsse beraten, die durch die Finanzkvnferenz vom 13. August vorgeschlagen worden sind unter Vorbehalt des französischen Delegierten, seiner Regie, rung darüber Bericht zu erstatten. Der Mi­nisterrat war der Ansicht, daß mehrere von seinen Beschlüssen einerseits im Widerspruch standen mit den Bestimmungen deö durch die Anwendung des Versailler Vertrages aus­gestellten Zahlungsstatutes und daß sie an­dererseits den Befugnissen der Reparations- kommission Abbruch täten. Anter diesen Um­ständen wurde beschlossen, daß eS am Platze sei, mit den Verbündeten im versöh­nend ft en Gei st e bie ft r i 11 i g e n Punkte noch einmal ins Auge zu fassen, und mit ihnen solche Lösungen zu suchen, die geeignet seien, die Rechte eines jeden im Einklang mit den Bestimmungen des Friedensvertrages und den späteren Abma­chungen zu wahren. Die Regierung wird Ver­handlungen in diesem Sinne anknüpfen.

Minister Loucheur hat über die Verhand­lungen in Wiesbaden Bericht erstattet.

Dcr Aufstand in Indien.

Paris. 2. Sept. (Wolff.) Sine Abtei­lung britischer Truppen, die sich im Auto nach Malapuran begeben wollte, wurde durch eine Abteilung von 4000 Moplas angegri- f e n, die sich im Tal in einen Hinterhalt gelegt hatten. 3 Soldaten wurden verwundet. Die Verluste der Moplas sind nicht bekannt, es wurden jedoch mehrere Tote festgestellt.

L o n d o n, 2. Sept. (Wolff.)Daily Tele­graph" meldet aus Ealieut, daß der Mv- plasaufstand nach schweren Verlusten der Moplas so gut wie unterdrückt sei.

Offenburg. 2. Sept. (Wolff.) Die StaatS- anwaltschaft Offenburg gibt durch Anzeige be­kannt: Aeber die beiden Mörder Erzber- g e r s ist festgestellt, daß sie von Sonntag den 21. August bis zum Mordtage, Freitag den 26. Au­gust, im Gasthause zum Hirsch in Oppenau un­ter den offenbar falschen Ramen Franz Riese, stud. tur. aus Düsseldorf, zweitens Knut Ber­gen, ftub. Phil, aus Jena logiert haben und am 26. August 1921 mit dem um 6.45 abends von Op­penau abgehenden Zuge mit Fahrkarte 4. Klasse nach Offenburg abgereist sind.

Berlin. 2. Sept. (WTD.) In der Sache des an Erzberaer verübten Mordes erließ das Amts­gericht Oberkirch in Daden auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Offenburg einen Haft­befehl gegen Ortwig von Hirschfeld. Zugleich ersuchte das Amtsgericht Oberkirch das Berliner Polizeipräsidium, den hier in Haft be- findlichen Hirschfeld dem Amtsgericht Oberkirch Mlzusührcn. Diesem Ersuchen wurde am gestrigen Abend entsprochen.

Ansschrcitnnqen.

s Kiel, 2. Sept. (WTB.) Ein mehrere T)un-bert Mann starker Trupp durch­zog heute nachmittag und abends die Stadt und zerstörte ungehindert die an verschie­denen Geschäften befindlichen Hofliefe­rantenschilder. Auch wurde die schpoarz-weiß-rote Fahne von einem Balkon heruntergerissen und verbrannt.

Heidelberg, 1. Sept. (WTB.) Bei den gestrigen Kundgebungen kam es zu einigen Zwischenfällen. Vor dem Gefängnis, das zur Zeit feine politischen Gefangenen, wohl ober Schwerverbrecher wie Siefert beher­bergt, verlangte die Menge die Freilas­sung der Gefangenen. Starke Sicher- hellsposten hielten die Tore besetzt, um einem Sturm die Spitze bieten zu können. Den Arbeiterführern gelang e6, die Menge zu beruhigen. Ihrem Eingreifen verdankt auch

kommen beltteisn, allo nicht das Sa^ngebiet. ' , o.____________________o .

Außerdem war dieser Beitritt überslusslg, da das > AegierungSverrretern und den beteiligten Ge> Reichsgesetz, das die Berner Konvention als deut- weckschosten folgendes Resultat erzielt: Es er sches Gesetz verkündete, laut Fciedensvertrag im I r - ~ -

Saargebiet in Kraft bleibt. Die Regierungskvm- mission macht geltend, daß die Vollmacht, die der Frledensvcrtrag für Eisenbahnverbindungen ver­leiht, beschränkt würden, wenn sie nicht 6er Kon­vention beitreten formen. Insbesondere würden die Transporte vom Saarbecken nach Deutschland gegenwärtig nicht als internationale Transporte angesehen werden, sondern seien dem inneren deut-

Ze'^t fühle ich mich ord^ntllch verjüngt. Denn - nun Huben wir ja end.ich wieder die Hände frei und können die Sache vor dir richtige Instanz bringen."

Du willst roch to tter prozessieren?"

Ratürlich. Was dachtest du denn? Zu Kreuz kriechen werde ich doch nicht vor diesem Hammerschmied' Heute hat er leinen Tag des Triumphes. Aber danach wird ein anderer kom­men, der mir gehört. Zrht hat der oberste Ge­richtshof zu fprschei."

And wenn der auch ungünstig entscheidet?"

Ausgcschlos en! Dort finen ander' Männer als in diesem Pcovinznest. And nun schicke mir Hampe. Ich will ausstehen. Ich muß sofort an den Zustizrat schreiben."

Fühlst du dich denn kräftig genug zum Aus- stahen?" fragte Do besorgt und griff nach dem PvlS des Fürsten. Der Puls ging ruhig und kräftig.

Brillant! Mache nur keine Geschichten, Mädel. Laß mir inzwischen lieber ein kräftiges ZSuhstück Morgen. Kem Milchgclepker mit Bröt­chen, wie sonst, sondern kaltes Huhn oder so etwas, und ein Glas Burgunder dazu."

Aber war wird Dr. Kaspar sagen?"

Laß mich um Gottes toi Len mit dem Doktor in Ruhe. Die Acrzte verstehen ja alle nichts Ich sÜhl's doch: außer der Gicht fehlt mir gar nichts, und die Bringe ich so oder so nicht los. : Herz Ri-re lächerlich! Die hat nur der Aerger ein wenig auS dem Gleichgewicht gebracht, i Aber nun bin ich ja so sroh!"

Do ging. ^»Gottlob." dachte sie,daß er es so nimmt. Es scheint, als wäre Ihm dieser Pro- 1 ?,ef) eine Art belebende Zerstreuung

nur 25 Mark und für 1 Rm. Duchen-Kaüppe) 20 Mar! erhoben werden sollen, werde darauf hingewiesen, daß hier eine Anstlmmlgkeit be­stehe. Auf der einen Seite glaabte die Gemeinde­vertretung ohne Zuschuß aus i> m Au-gl Icheslock nicht auslommea zu tönne.i, toah enb all b r an­deren Seite Drennhol) zu ciicm PieiS abge­geben wird, der um rund 45 003 Mart niedriger ist, als der Taxpreis. Es dürste deshalb wenig Aussicht vorhanden sein, ettra3 au8 dem Aus­gleichsstock zu erhallen." Die Beratung ergab, daß zur Zeit der Holzpreisfestseyung der im Voranschlag für 1921 auftr-teirde Feh betrag noch nicht In Erscheinung getreten war Die Weniger- einnahme, die durch die Abgabe billigeren Brenn­holzes an die Bürgerschaft entbanden ist, beträgt nach'der Berechnung deS Stadtrech-'.crs nicht 45 0C0 Mark, sondern nur 34 027 Mark. Da e!.ie nach- t'-ägliche Erhebung dieses Betrages von den Stau- fern des Holzes unmöglich ist, wird vorgeschlagm ihn durch Aufnahme einer Anleihe aufmbrin- gen und für ven noch verbleibenden Detcai von 39 953 Mark Ausbrüche an ben Ausgleichsstock Zu stellen. Da einige Mitglieder deS Gemeinde- rats nicht anwesend Hab, wurde die Beschluß­fassung bis zur nächsten Sitzung vertagt.