Nr. 127 Zweites Blatt
Die Politik 6er Vevtschen Volkpartei.
Gießen, 3. Juni 1921.
Die Deutsch eBolkspartei hatte gestern rfxmb zu einer öffentlichen Versammlung ein- griabrn. Die große Turnhalle am llswalbsgarten nxrr trotz des schwülen Regenabends und trotz an derer gleick^rittger Veranstaltungen sehr zahlreich fitfudrt.
9lad> einer kurzen Ansprache deS Professors Via euer sprach Fräulein Dr. M. BernayS, die Leiterin her Sozialen Frauenschule in Mann heim, über
Deutsche Familie und deutsche Politik.
Die Rednerin baute ihren Vortrag auf dem Aus sprach der Lagerlös auf, daß die Dauptleistung des Mannes der Staat, die Hauptleistung der Frau da- Heim sei. Die Frau müsse diese beiden Kliltur- sphären möglichst vereinigen, mögliäist einander nüherbringen. Die Kultur eines Volkes wurzele letz ten Endes in seiner Familienkultur. Die Frau müsse daher olles ablehnen, was samilien-erftörend wirte Jede Kultur sei aber nur dann ein Fort schritt, rorrtn Bleibendes sich mit Werdendem verbinde. Die Frau müsse sich gerade heute das Erhalten, das Beschützen, das Verinnerlichen zur Pflicht machen Nichts sei so sehr geeignet, das Idoal der Zeit, die Bereinigung des richtig verstandenen Individualismus und des richtig verstandenen Sozialitrus, Persönlichkeit und Gemeinschaft, zu fördern, als die Fmnüie. Das Familienleben müsse aber von den mannigfaltigen Bedrohungen der Goaenroart in wirtschaftlicher und geistig-sittlicher Äeziehung befreit werden. Fräulein BernayS sprach in diesem Zusammenhang ausführlich über die Wohnungs-, die Hausangestellten-, die Fvaueneiwerbsarbrits-, Erziehungs- und andere Fragen Das abgegriffene Won, daß die Frau ins Haus, in die Familie gehöre, müsse immer wieder hochgrhallen werden. Auch die Kinder gehörten vor allem m die Familie, die sich gegen zu iveitgehendc Ansprücte der Schule wehren müsse. Bei den be vorstehenden Schul kämpfen dürfe auch nicht vergessen werden, wie tief unsere Kultur im Religiösen wurzele. Familienfreude und Familienglück müßten die Frauen vor allem fördern. Aus der Familien- freude erwachse die Freude an der Heimat und daraus schließlich die Freude am Staate. Wenn man von dem mebr juristischen Begriff des Staates zu dem so unendlich tieferen des Vaterlandes gekommen sei, möchten die Frauen noch einen Schritt weitergehen und in dem Baterlandc vor allem das .Kinderland sehen. An dem Willen der Frauen müßten die Versuche zerschellen, unsere glorreiche Vergangen beit mi verdunkeln, indem die Frauen den Kindern das Gefühl für wahre Heldenhaftigkeit, auch do- Gefühl der Liebe für die verlorenen und besetzten Gebiete großer;iehen, denn Straßburg und Danzig seien altes deutsches Kulturland. So seien die Herzen der Frauen die beste Wacht am Rhein, und der inneren Erneuerung, aufgebaut auf dem Boden national-religiöser Kultur, weche irgend einmal auch die äußere Erhebung folgen.
Frau RegierungSrat Pfaff dankte für die Gießener i>raivmgruvpe der Deutschen Dolksportei, indem sie den Eindruck des ausgezeichneten Bor träges zusammenfaßte und besonderen Nachdruck auf das Wort legte: nicht nur Anhören, auch Handeln.
Landtogsabgeordneter Dingeldey, der Vorsitzende der Hessischen .Landespartei der Deutschen Volkspartei sprach dann über das Thema:
Rückblick und Ausblick.
Denn man die Annahme des Ultimatums auch für verhängnisvoll halte, so glaube doch niemand, daß dieser Entschluß rstangrIndem Verantwortungsgefühl entsprungen sei. Die Ablehncr könnten dafür aber auch die Achtung der Gegenseite verlangen, omh eS sei aufS Tiefste zu bedauern, daß gerade in Hessen eine hervorragende Stelle in diesem Zusammenhang von „kitschigem Nationalismus" ge- sprockien habe. Wer das Ultimatum abgriehnt habe, Kt überzeugt gewesen, daß die Feindforderungen überbrupt nicht erfüllbar, ja, daß sie vom Gegner überbrupt nickt fo gemeint seien, lieber die Un- durckführbarkeit seien sich alle Wirtsckzastssachver- stündigen, von der Großindustrie bis zu Rathenau, einig gewesen. Wenn man von der Rücksicht auf Oberschlesien spreche, so müsse man dock fragen, ob wir dnrck die Llnnabme in der oberschlesischen Frage auch nur einen Schrill vorwärts qetonrmcn seien. Deutschland müsse jährlich 40 Milliarden Papier- mart an die Entente jahh-n, also seine sämtlichen Steuer ein tun rte einfach verdoppeln. Es sei aus «schloißm, diese Milliarden aus der deutschen Wirt ickask herauszuholen. Die neue Regierung sei sich über fern rt nod) nicht einig über die Art der Ulti matumsdurchführung. Die Erklärung Dr. Wirtte sei mrr eine allgemeine, phrasenhafte Umschreibung des Wiederau!dauprogrammL 9iad) den Plänen de neuen ReichswrnschaftSministers gehe man von dem phantastischen Gedanken aus, daß sämtlicher Grund u nd Boden aut das löfache des Frie densivertes gestiegen sei. Don diesem Werte müßte, 20 Prozcm: an das Reich abgegeben werden, also das DreifachedesFriedenswertes Es sei aber z. B. in dem reichsten Gebiete Hessens, im Weinbau lNteinHessens mrr höchstens eine siebenfache Steigerung festgestellt worden. In den Städ-
Herrn Collins Menteuer.
Roman von Frank Heller.
27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Wie harte sich das am hellichten Nachmittag in einer großen Londoner Straße adsprelen können ? 3», wie zum Teufel! Und wer konnte so frech gewesen sein, einen solchen Coup zu wagen? Ja, wer -um Teufel! Und warum, warum zum Geier? Was war die Absicht, der ^öm des Ganzen? Drei Fragen, die Mr. Johns Gehirn unaufhörlich nnÄierkäute, und die alle in der zweiten en» halten waren: Wer, wer steckte dahinterY Er hatte versucht, die Männer im Auto zu bedrohen und zu bestocken, keine Antwort. War es ern Gegner auf der Börse, der ihn aus dem Wege räumen wollte? In London! Eine Räuberbande Y Tas Wahrscheinlichste — aber mte batte es gelingen lönnen? Steckte Tully dahinter? Dann sollte sie der Teufel holen. Professor . . . hatte er auf dem Türschild gelesen, was zum Kuckuck chatte em Professor mit ihm zu schaffen? Er tarnte dock deinen Professor. Viellerckt — grausiger Gedanke •i— war es ein Vwij'ekvor, der seine teuflischen Künste an ihm ausüben wollte? Mr. Johns gitterte vor Entsetzen, und sein lockiges Haan sträubte sich auf seinem Kopfe.
Seine Gefangenschaft in dem fremden Raume Wurde durch regelmäßige Llusbrüche der Raserei
Ktetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
ten würde diese Ausgabe nur eine Verdreifachung der Mieten zugunsten des Reiches zur Fol-n hader .schon dieses eine Projekt zeuge von hirnverbranntem Diletanttsmus Es test, he die große tte'abr, daß aus dem wirtschaftlichen Druck der Feinde hranti versucht werde, beißumstrittene theoretisch.- Forderungen durchzuiühren Es sei auck uirorr Iländlich, daß die neue Regierung noch damit groß tue, wie pünktlich sie die Forderungen der Feinde 'Inhalte und nicht aus dem Gefühl heraus bandele und spreche, daß sie mit alledem stets em Stück der deutschen Würde pveisgebe. Die Deul'cke Volks- Partei incrbe alle Anforderungen der Regierung, die aus diesem Geiste heraus, aus Drletontismu-. und radikalem Sozialismus geboren seien, aufs schärfste bekämpfen und einem solchen Kabinett kein Vertrauen entgegenbringen können. Sie werde aber nicht Opposition um der Opposition willen treiben, sondern positive Vorschläge machen. Die schweren Fragen der Zukunft dürften nicht von sozialdemo kvanschem Geiste gelöst werden: wir Haden das Ultimatum angenommen und das Bürgertum muß bezahlen. Dtan dürfe auch nicht die Tat sack» ncr gkssen, daß ein großer deutscher Arbeiteroerband in diesen Tagen an streikende englische Bergarbeiter 1 Million Mark und 3 Mk pro Mitglied zur Verfügung stellte, aber nichts für die gefäfrbdtn oberschlesischen Kameraden übrig habe. Solange internationale Interessen den eigenen vaterländisclfen Interessen noch vovangrstellt würden, sei das tiefste Stadium deutscher Entwicklung noch nickt überschritten. Es stehe uns auch schlicht an und Helse uns gar nichts, wenn der Reichskanzler von der Ritterlichkeit der feindlichen Völker spreche. Das Bürgertum müsse sich der Verwirklichung phantastischer oder dogmatischer Theorien, jeglichem wittschaft- lichen Experimente entgegenstcllen und auch erkennen, daß die Sozialdemokratie trotz der heutigen Not nichts verlernt und nicksts vergessen habe. Das Bürgertum müsse aber auch die einzig richtige Folgerung ziehen und die ihm gemeinschaftlichen Ideen auf wirtschaftlichem Gebiete auck gemeinsam verteidigen. Das Bürgertum werde fich zusammen - finbrit, entweder mit oder über die Demokraten bin weg. Auch weite Kreise der deutschen Arbeiterschaft hätten ringt ft fren, daß mit der internationalen Ber- britbenmg nur aus Kosten der deutschen Arbeiterschaft Ernst gemacht werden könne. Jedem Volle, in dem nicht gesundes Nationalgefühl und Nationalbewußtfrin lebendig bleibe, droht Be'.fall und Versinken in Machtlosigkeit und Ruhmlosigkeit und Ehrlosigkeit.
verband der Bergarbeiter Deutschlands.
23. Generalversammlung in Gießen.
5. BerHandlungstag. Gießen, 2. Kmi 1921. Die Beschwerde kom m ts sion erstattete nach eingehender Prüfung Bericht über die vom Verbandsvoritand vollzogenen Ausschlüsse ixm Ver k-ands Mitgliedern wegen verbandsschadiqendcn Treibens. Diesen Ausschlüssen lagen tumcift kommunistische, syndikalistische T reibe- reien zugrunde. Dir Kommission war der s2üif* fassung, daß die Ausschüsse zu Recht erfolgt sind. Der Vcrbcrndstag bestätigte nach eingehender Debatte gegen wenige Stimmen die Ausschlüsse.
.Eine längere Debatte entspann sich über die Beitragszahlung der zur Reichswehr eingerückten V trba nds m i t g l i e d e r. Eine Reihe Redner trat für Ausschluß dieser Kollegen rin. Die Reichswehr sei eine reaktionäre, gegenrevolutionäre Einrichtung, die sich mir gegen die Arbeiterklasse richte und eine Stütze des Kvpi tals sei. Bon der Gegenseite wurde entgegnet, daß die Reichswehr eine Hüterin der jungen deut schm Republik werden müsse. Aus diesem Oftnnbe müsse die Reichswehr aus den Reihen der Arvelltrschast gebildet werden. Cs wurde sodann beschlossen, daß Mitglieder, die zur Reichswehr eingeriickt sind, als beurlaubt gelten und danach behandelt werden.
Ohne Debatte und einstimmig wurden die Streik-, Gemaßregelten-, Arbeitslchen', K^ranken- und Sterbeunterstützungen ganz wesentlich erbiet So beträgt z. B. die Streikunterstützung 28 bis 96 Mk. pro Woche. Für G^rirau und jedes Kind unter 15 Jahren wird em Extra zuschuß gt mährt-
Rach der Stottttenberattmg nahm der Kongreß das Referat Waldhecker sBockum) über die A r beitsgemeinschaflen entgegen.
Zu diesem Tagesordnungspunkt liegen ins gesamt 31 Anträge vor, wovon 22 den Aus tritt aud ber Ar beits gemein schäft ver langen.
Waldhecker betonte, daß die Anerkennung der Gewerftckaften als gleichberechtigter Faktor des Wirtschaftslebens, die Bildung von Arbeit? Gemeinschaften, in denen sich Unternehmer- uni Arbe^tnrimrerorganifatimten gleuhbered.t.gt ge,icn Überständen, rmmerbin, wie man auch sonst über Die Arbeitsgemeinschaften denken möge, als etn Erfolg, als ein Fortschritt zu bezeichnen fei. Tami: 'olle aber nicht zum Ausdruck gebracht werden, als ab innerhalb ber Arbeitsgemeinschaften sich alles reckungslos vollziehe. Die Arbeitsgemein schäften seien abi'olut kein Dogma für den Berg- arbritervervand. Tie Arbeitsgemeinsaiaften form ten nack rose vor als ein geeignetes Mittel zur
Venremng der wirtschaftlichen Interessen der ^ncorbectrr an i i hen n»erden Alles Bestreben müne darauf geruhtet sein, tne Arbeitsgemern- idiaftoi zugunsten dei Arl>?:tnehiner zu benutzen. - r Tätigst-ir in diesen ließe auch die Zusammen- der ^tolk-si'.'rrtfchan flarrr erkennen Tie «'vroerftchaflen seren ihnen bet halb beige treten, um auch ^ie «xn'erkickiaftlich organi'i.rten Arbeiter an der tvübrimg Der Wirtschaft zu betritigcn Von Die'ern Gesichtspunkte aus betrachtet, seien Die A rb?.t sgemrinschasten auch rin braudckares Mittel ;ui üanips um die Eroberung der roiri- • (hfl f 11 i chen M ach t und fttr die Sozialisie rung der Wirrfchail. Sie seien Die toniequente -Yorttübrung der äarisvettraTSpo'.i ik der Gewerk- -chafien uno Ihirten die volle Anerkennung der Gleichberechtigung bei Arbeitnehmer mit den Unternehmern und b:c kollektive Regelung des .'lrbeiterreckito.' zum Ziele. Er ersuche den Ver bandstag, der iveiterm Mit arbeit in der Arbeit-- Gemeinschaft zuzustimtnen, bis die Eriüllung des Artikels 165 der Oleid^Dcriafiung öftentlich-reclit Uche Iiuevessenvertretung der Arbeitnehmer ge- Idtajfen habe
Pieper-Dortmund hielt dos Korreferat. Er plädierte für Austritt aus der ArbeitS- g e m e i n s ck a f t. In dieser werde nur Harmonie- imielci mit den Ihv.ernr hinein getrieben. Tie Ar beitsgemeinschaften würden immer und immer wieder den Interessen der Arbeitnehmerschaft zu- imdeihandeln. Tie darin erreichten Botteile seren nur scheinvortrile. Tas Gebot der Stunde sei: scharsstm .ülassenkampf gegen das Kapital. Rur der bringe der Arbeiterklasse Befreiung aus Dem ^wcke des Käpftalismus. Die Parole Der 23 Ge- neralversammlung der D.-vgardeiter fei: Heraus aus den Arbritsgemrinschaften.
Tie Debatte über biciet Tagesordnungspunkt wurde aus Freitag vertagt.
Der Bcrbandstag nahm bewegt ine Abschieds- trotte des belgischen Delegierten Delhi er in deutscher Spraaie entgegen. Dieser gibt der Hoff- tnntg Ausdruck, daß Der Geist des Volkerhosses lind der RevanchTpolitik durch die Solidarität der rntmtationalen Arbeiterschaft verdrängt, daß der Militarismus und Cl-auvrinsmus in allen Ländern beseitigt werde und dadurch Striege zwischen den Völkern unmöglich würden. Dir Lehre Marx': Proletarier alter Länder verriniat Euch, bringe der internationalen Arbeiterschaft Befreiung. -Bewegung und lebhafter Beifall.)
Verbaiidsvorsitzcnder Husemann dankte für die herzlichen Worte des belgischen Ähmerd>en. Er würdigte die Tatsache, daß die Belgier als erste wieder aus dem deutschen Mtoatgrcfo erschienen fe.at. Was der letzte Internationale Bergarbriter- tongrei; tu Gcnl beickFossen habe: Nie wvrder Krwg! müsse Wahrhrit ioerben. Im Auftrage des Ber- bandstages übermittell er den belgischen Kameraden herzliche Grüße und Glückauf.
Ter Verbands tag brachte hierauf ein Hoch auf die Bergarbeiter-Internationale aus und singt stehend den ersten Vers der Internationale.
An» Liefen.
Die Kosten für die höheren Scholen in Hessen.
Auf den von 28 hessischen Städten und Land- gaiteiribcn am 4. Oktober 1920 dem Landtag des Lolfsltaatrs Hessen mit der Bitte um verfafsungs- gentäi^ Erledigung unterbreiteten tortrag, die hessische Regierung möge vom 1. April 1920 ab die durch Sck/iilgrid und sonstige Einnahmen nicht gedeckten versönlicben Ausgaben für die höheren Lelwanstallen auf die StaotÄasse übernckk/men, hat das hessische LandesaMt für das Bildungswesen dem Landtage eine ablel-nende Antwort erteilt. In ber Ablehnung ist <zum AuSdnick gebracht, daß eine Aenderung in dem Beteiligmigsverbclltnist der Gemeinden mit höheren Schulen an bereu .^ioslen nidtf beab icksigt sei und daß, so hart es auch sein mögt, die heutigen Lasten manche Gemeinden voraussicktlich zwingen würden, ihre höhere Schule eingehen yi lassen.
Im Hinblick auf diese, die Lebensverhältnisse der beiteüigten Gemeinden in feiner Weise berücke sicküigende ablehnende Haltung der Regierung haben die Vertreter der Freien Vereinigung ber kleineren Städte Hessens ^28) in einer in Frank [urt abgehaltenen Versammlung eine Entschlte- Rung gefaßt, in ber „Die Vertreter ber Furien Vereinigung gegen die ablehnende Regierungs antwort entickncden Verwahrung ernlegen und sich mit der Stellungnahme des hessischen L<mdesamtes für das BÜdungsween in ferner Weise zufrieden geben Allgemeines Befremden muß es erregen, taß eine für die Mgemeinheit >o wichtige Frage nickt einmal itmt Gegenstand einer Verhandlung im Plenum des Landtages gemacht worden ist. Die von ber Regierung jur Begründung ihrer ablehnenden Haltung angeführten Gründe können in ferner Weise als ausschlaggebend anettatnt werden. Dir stellen hiermit erneut den förmlichen Antrag, die Slaatsregierung möge nochmals in eine Prüfmig der F-rage crntretcn, in welcher Wriie eine gerechter? Verteilung der .Kosten für die höheren Schulen unter angemessener Entlastung der noilebeibcn Gemernden terbrigeführt werden kann. Wo der Wille ist, itt auch ein Weg!"
markiert, in denen er heulte und seh gegen die Türe warf. Gegen halb acht Uhr halte er sogar die Scheiben des einen Fensters eingeichlagen - ob es auf die Stvasc ober den Hof ging, nnißw er nicht, fo völlig desorientiert war er. Die einzige Folge davon war, daß das elektrische Lickt erlo>ck, nxmnir Mr. Jobns breirtertri stunden- in atgrunbririer Finsternis verbriTrgen mußte. Aut ferne laut gerufenen.BetLierungen, sich zu benern, nafnrmte das Licht wieder au', und Mr. Johns, der plötzlich rafenben Hunger verivurte, stürzte sich aus einen gedeckten Millagstisch, der tm Zimmer stand, und dinierte vortvriflir- Bei der Zigarre — eine Kiste Henry Cfay stand da — verbrachte er rin txiar Stunden in bunw'nt Grübc- lefen, die um Mitternacht von einem letzten Wutzanfall abgelöst wurden.
„Bringt chn nur lfer, euren verbammben ro brüllt c
l*ren. Regelt zu ßal-en. Stöminr f<r, \ : 2:n
Schürfen!" Kommt her, wem ut euch tra^TT"'
Die ein$tgc Fofge nxrr, baß da?- e^ftrndfe Lickt zweimal vielsagend.zuckte. Mr. "odns, ber überaus dun frischen war, verstummte augenblicklich und schlummerte kurz darau t am ömor (Stxri'e= longue etn.
Am nächsten Morgen sand er, daß Wasser, Tvilettearttfel und ein delitaes Frülrtückstablett hereingestellt worden war, aber von den Verbrechern war feine Spur zu sehen, und nachdem
er sein Frühstück verzehrt hatte, nahm er ferne Grübelrien wieder aus, indes er unablässig im Zimmer am und ab ging. Du? Wer? Warum? wiederkäute Mr. Johns Hinr, Professor . . . was für ein Professor, ich ferme feinen Professor, bis Mr. Johns gegen zwölf tthr plötzlich bet einem Gedanken in die Höhe fuhr: Dock, ich kenne ja einen Pro'riior! Wie vfetz dock dieses Individuum in Monte Carlo? Ter, dem ich bte Aktien ber Digantmagefellsckaft Dcrtarrte? — Profes'or Pe- lotard. Kann er es fein? — Kann er es fein? fragte fkh Mr. Johns "Gehirn so lange, bis es fick feHrft die Frage beantwortete: Natürlick, zum Teufet, ist er es Wer sollte es ionn fern? llnd beinah tim selben Augenblick, in dem Mr. Johns dirie Gennstlieü erlangt hatte, hörte man Schritte draußen, die Türe öffnete sich, und em Mann trat rin, der Mr. Johns ganz unvorsichtig den Rücken zukchrte, während er wieder zunegelke. Ms er sich umdrehte, stieß Mr. John S em en lauten. Scknei "des Entfetzens aus und sank m einen Klubfesfel.
Vor sich scch er nämlich sich >ribst.
Aber im nächsten Augenblick sprang Mr. Jodns in einem neuen Butan »all wieder ant und stürzte auf den Neuankömmirng kos.
..Der zum Teufel sind Sie?" ries er. „Sind Sie Professor P^otard?"
Ter Fremde bervachkett ihn überrascht und
Srcttag, 3. Juni 1921
Tn< <ais»rorh7N!licke WTätigkeit der trrqy Ott Orbalüing brr Oberen Xfebranüalim. bfe für "wer gan*» Honen land iwi größter B Deutung •7* c5 ui brr Br-illmdm' i dies« ihU-
fuilir6in:g heißt, nochmals tmKfrxirlx'.eii werden: Das Vers ckwi n den der äderen Sck-ckm in Den finiteren otaMm muß tnr rotfiefhrn Bckenknt bfMlghrf» der fuitureum Weuraiitwi Hung imfnti .'Xiiailflnb^ brmnruim. Durck da-' uwaebfll roOemt Schulen m t-en nrtiw-rrn 3t abtat roirb brr Mittetüand am vmi^mbltdiflrn getroste«, beiter in c# deute uniik>alid), fein ifinb nach aus- ivärlS in emr größer <stabt in entr 'Ikmfron zu tun, um ihm den Be uck einer wbetrn 3dmk W, mnögtidx-n, ivahnend der jpoblliabrnbe ich tnrias irilfen taut. Hub wir verteil es sich mit brm alliKmrm grierbrnm Ruf ter irrten Oah» mr d.n Tückttgen umtr k»ld>*4i lltminnbeit ? Da» Irfirn aflr bv' Brilrebungen ber Einheit^- imb Grunbschufe, tee Begabten von Anfang nn für eine bobere Bübung roitzut>tnrivm. ronut diese nadtter dai Kindern mangris Lfertendruinns ImHx*- rrr Lebranstätten am oder m nächster Rave ihres Wolmortes unnn^iick gemadü wirb man ferner die fiäudize ■IfenejuTung bei Schulbildung, io kommt e» aamabiich zum Jhiridiuft der Kinder brr mittleren Bkvöllbrungtzickutnnt von den böberen Lelnanstälten e-5 tu auch unzweckmäßig, roam die höhere:i Schulen f'ckließljäi nur wd; in dm großen hessisckien Städten sind Wir hraudxm im mientlidnt Leden auck Manner, !* in Öcinrmt Verbaltnissm tn kleineren 3labten und Gemeinden aiifgcroadtfai sind und auch Die Verbaltnisfe aus dem Lande aus eigener Ans,Hauung fntnen. Die Freie Vemnigung Hai auch in Erwägung grflHIt, ob nickr gese tz! id> bie 51 reife und Provinzen zu ben Kvftrn für dir bohrten schulen heran-irziehen feien, wie dies z B bei ten Oteroerbd duihm schon viel sack hr ö nlichm Körperschaftm fveiwillig tun
w
rin. Darm stabt, 1. Jmä. Der Finanz- auSschUß be» LMidtaaes setzte Heute sein? Beratungen bei Kapitel 66 Lflnbr-ernabrimgaamt fort Matetd 67 bis 70 geben zur 'Zemerkimg feinere Anlaß Im Kapitel 71 ».eiso rmesfungs- tmttcr soll von der Regi-rung ^lufkiärung über Dir wesentliche Erhöhung her Gebührensätze verlangt werden. Kap.tel 72 wirb angeiwmmen In >bn- vittl 73 Landwirtschastluves Unten ickto und Ber- sudiswesm wirb dir baldig.- Verlegung Der landwirtschaftlichen VersiockMat chn nad) <4tciten ge- ferdett. Am Donnerstag vo?mittag '...12 Uhr folk Deren Besichtigung stattftnden JVaintcl 74 wird genehmigt In Mtanirt 76 roirb auck die Regierungsvorlage betreffenb bi. Erhöhung des Beitrags an die Landroirtschaftsüammer grutbmigl, so oaß der Ofefanttbctcag jetzt 712!»!) trägt. Bri Kapitel 62 Fördorung ber Vmrbc*- grirf-idjtc beantragt'der Abg Recker, tatz <nt 31cfle deS Zuschuffes von 1000 Matt ein solcher von 10 OCX) Mk. ängefetzl roiib, baimt die b.nDen Zeitschriften des Veverns erhalten wer den können. Zu Kapitel 108 Kataster roirb eine Regieriingsvorla.ie aut gehn hen, durch welche für die Herslellima v.ni Karten für bte Lanlxsauftuchim- roeiterc 150 00C Maik eingestellt werden lttächste Sitzung Donnerstag. — Die Beratungen deS sechsten S<hul-AuSschusses wc-.den bei Artikel 12 brr Sdiulgrietzi'ov.Uen svttgesept llrbrr btt Einführung brr Stoatsbürgertaide entfiel« eine lebhafte Aussprache, in ber lfebmrptet roirb, baß biet nur für höhere ZÜasfen in Frage kommen könne. Ein Entfdstuß rotrb nicht aefaßt. Der Absatz, betreffenb btt Lcbttwttel, erhält folgende Fassung: Lehrmittti und Lernmittel, Dir m der Volksschule ein geführt und gebraucht wer Den 'ollen ober können, werben nach Anhoven des Kreis chulamtes von brr obersten Schulbehörde befttnrtnt Grunblegendr Aendenmgeii soilai nur tm Emvernelmirn mit dem Landen"ckulteirat erivlgrn Auch bei Kapitel 14 Sckiulferien erfolgt eine lebhafte AuS- lprache. Die Regferung feil ersucht werden, dahin tzu wirken, daß die Ferien besonders m den Landstädten für Volks- unb "höhere Schulen gl,-ichzeitig statt finden. Die Regierung etfiärt, daß dies nicht ohne weiteres durch das VvlkS'chulgesetz durchzu führen fei, doch roirb sie der Frage ihre befonbrrt Aufmerksamkeit roibmen uni-» bei den lirrftorat der HSHeven Sckläen dahin roirkm, daß eine (^leickmäßi^krit, sororit dies möglich ist, herbei« geführt roirb. Nächste Sitzung Denist-ognrichmfttog.
Schlichtungsausschuft der Provinz Lberhesseu.
( Sitzung vom 24 Mai 1921 .
In der Antrag^'ache des Fabrikarbeünvertem- des auf Regelung der Löhne in 12 oltrheffiscken Ziegeleien imd Tonwerken wurde als Sturidenlohn ber höchftentlohnten Arbeiter in durchgetenden Betrieben 5 20 Mk., in Saistmbetrieben U) Mk. mit Wirkung vorn 23 Mai 1921 durch Sckneds- spruck vorgrichlagen, soweit nicht br sondere Lobn- verrinbvrungen oder günstigere Entlohnungen in einigen Betrieben bereits Vorlagen.
Die 41 Arbeitern und Arteiterirrn«m der Gummiwarensabrit Poppe & Co. in Gießen am 10. Mai ausgesprochene Künvi^unq nmr->r mit rom 23. Mai 1921 an laufender 14tägiger KündigrnigS«
sagte: ,^Sas meinen Sie? Ich En Mr Ernest J^pis, MitÄied der Londoner Börfe."
„Sie? Blödsinn 1' heulte Mr olms. „In birfem Maskeraden kostinu, das nicht einmal gut genug ist, einen Straßenkehrer dran zu kriegen!"
„Was?" sagte der Fremde mit dem Ylusdruck der gröfecn Verwunderung. , „Nick gut genug, einen Straßenfehrer dranzukriegenllnd irae doch aus jeden Fall gut genug, die ganze Börst dranzukriegen."
„Tie Börse/' wiederholte Mr Johns er» blrickend. „Was haben Sie tn diesem Auszug am der Börse gemacht. Sie elender SckwmdrerY"
„Nichts Großartiges, Mr. 3dyn§, aber auf leben Fall "emxrs, das Sie gmq Dewitz billig^' werden."
heraus mit ber Sprache'" schrie Mr Johns „Vas haben Sie getan?"
Der Fremde machte unwillkürlich erneu Schritt zurück, als er erwiderve:
,Lch habe alle Aktien ber Tigammagesell- febaft gekauft."
Mit geballten Fäusten stürzte Mr. Johns auf ihn zu und brüllte:
„Er redet irre! Er ist wahnsinnig.' Ich bin mit entern Verrückten en gesperrtÄlle Aktien der Digarnrnagesellfchaft gekauft — die Gefellsthaft hat fünfzehntarsärck Aktien!"
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