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(Erfurt, 3L Dez. (SBofff.) Im Werk Erfurt der Deutschen Werke A -G. wur­den umsan ffreiche Verhaftungen vorge­nommen. Es handelt sich um Diebstähle in Pistolen teilen, die nach einem thüringischen Waffenort verschoben und dort zu Pistolen verarbeitet wurden

«WtlhelmSvaven, 31. Dez. (Wolfs.) In der verflossenen Nacht gegen 2 Uhr wurde der Verwalter d^r Postanstalt in Sande von fünf maskierten Männern aus dem Bett geholt und unter Drohungen gezwungen, die unter seiner Verwaltung stehenden Wert­sachen herauszugeben. Die Räuber er­beuteten für etwa 50 000 Mark Postwert­zeichen und 150 Mark Wechselgeld.

Handel.

Berlin, 31. Dez. Börsen st im° mungsbild. Nach den gestrigen erheblichen Steigerungen trat bei Börsenansang ziemlich unvermittelt ein empfindlicher Rück schlag ein, der mit stärkeren Realisationen we­gen der unbefriedigenden, verwaltungsseiti­gen Mitteilungen über die Gefchäftsaussichten in den gestrigen Generalversammlungen der Bismarckhütte und der Gelsenkirchener Berg­werksgesellschaft wie auch mit den ungün­stigen Ziffern des Rcichsbankausweises be­gründet wurde. Von Montanwerten erfuhren Bismarckhütte, Buderus, Harpener und Thale Rückgänge von 20 bis 25 Proz., die anderen Montanwerte von 8 bis vereinzelt 15 Pro­zent. Die übrigen Jndustriepapiere büßten bis 10 Proz. ein und nur Hamburg-Südame­rikaner waren um 30, Rheinische Metall um 22, und Deutsch-Uebersee um 40 Proz. rück­gängig. Eine unverändert feste Haltung be­wahrten Goldschmidt, Bergmann und A. E. G., und die in diesen Papieren sich fort­setzenden Aufkäufe, die Goldschmidt bis 820, Bergmann bis 360, und A. E. G. bis 330 leigerten, bewi rkten im Verlaufe eine we- entliche allseitige Kurserholung, von der be- onders die anfangs am stärksten gedrückten Papiere Nutzen zogen. Das anfangs stille Ge­schäft belebte sich im Verlause wesentlich. Bank-, Valuta- und Rentenwerte waren ws- nig verändert. Devisenpreise mäßig rückgän­gig auf die Erwartung einer Besserung des Markkurses im neuen Jahre. Die zu Ein- Leitskursen gehandelten Jndustriepapiere er­fuhren mit wenig Ausnahmen überwiegend weitere Kursbesserungen.

-Frankfurt a. M., 31. Dez. Börsen­stimmungsbild. Tie Verstimmung, welche an der Mittagsbörse auf dem Montanaltienmarkte vor­herrschte, wurde auf die wenig befriedigende Mit­teilung bei der Gelsenkirchener Ges. und Bismarck- hütte Mrückgesührl, auch gab der Ausweis der Reichs bank zur Zurückhaltung Anlaß. Tie Tendenz gestaltete sich an der Äbenübörse wieder fester, be- svrü>ers am MonLmmarkt, wo sich für einzelne Werte Nachfrage emstellte. Buderus mäßig erholt 737., Oberbedarf 341 fester. Unter den Banken waren Nationalbank für Teutschland höher 201.. Tie Umsätze gestalteten sich im allgemeinen nur in Kassaindustriepapieren etwas lebhafter, bei vor­wiegend fester Haltung. Am freien Verkehr über­wog Kausinteresse für Rastatter Waggons. 453V, 456., ferner wurden genannt: Holzmann 361. Benz schwächer 257.. Elektro Bergmann sanden zu 365 Aufnahme, stiegen somit um weüeve 8 Prvz.

Sckuckett 288, Lahmever 268. je Zr, Proz. höher A. E G. 336V,. Unter den chemischen Aktien Scheideanstalt bevorzugt 921.. Spiegel und Spiegelglas wurden bei lebhaften Umsätzen mit 540 20 Proz. gesteigert. Maschinenfabrik vorwiegend fest bei sehr bescheidenen Umsätzen. Tas Geschäft ließ später nach, doch gestaltete sich die Tendenz am Jahresschluß fest. Äuslandswette blieben ver­nachlässigt- »Schuhs. Aug. Wessel lebhaft 285. plus 5 Proz., ebenso stiegen Metall Tannhorn 5 Prvz. "auf 290.. Lothringer Gement 610. schwächer. Fränkische Schuhfabrik 315,75 ratio­niert plus 158/* Prozent

Frankfurt a M., 3. Ian.

,50

2H-25

. 1108,841111,15 1110,851113,15

574

976,

971,50

973,50

16,98

1135

Börsenkurse.

399,

343,50 341,

576,

345,75

339,

340.

432,50 429,- 435,- 425,-

7,

324.

285,

16,85

81,65

1 i ,98

16,89

81,35

12,92

319,- 284,50

501,- 295,-

31.12.

77,50

201,- 179,75

Wien . . . Lonbo». . Pari» . . New-Pork

Zürich . . .

Amsterdam. Kopenhagen

329.50

246,-

289,

785,

333,

336,50 288,-

7,60

902,-

23^25

2 >1,70

257,20

72,92

431,15

17,02

81,97

11,39

224,25 2'2,30 257,80 7',08

431,95

31.12.

9,05

4,39

9,20

255,30

253,30

73,44

433,45

200,75

254,70

257,70

73,29

432,65

179,50 199,- 194,75 550,- 408,25 400,-

Marknotirrungen.

Datum:

2,57 23,-

1,38

30. 12. 77,50 66,10 65,90 62,75

130, 326,50 247,-

219,75 200,25 179,50 195,50 194,50 549,-

407,- 400,75

574,75 344,- 319,- 665,-

574,75

Kurs 31.12.

77,50

66,20 65,75

62,50 180, 327,- 248,- 219,50 202,-

181. 194,36 192,25 548,-

399,50 393,- 533ch0 337,-

319,57 655,25

570, - 459,25 332,60 287,- 505,-

294,75

London New-PorK. . . Doris......

Schweiz Spanien . . . . Wien (altes). . Deutsch-Oesterr. Prag......

Budapest . . . Bulgarien . . . Konstantinopel.

30.12.

8,97

4,40

9,-

30.12.

77,50

Drüssel-Antwerpen . Thristiania......

Kopenhagen Stockholm fielfingfors Italien........

Amsterdam. Rotterd. 2287,70 2292,30 2287,70 2292,30 ------ 452,- 453 - 455,5g 456,50 1148,85 1151,15 1134,85 1137,15 1141,35 1143,65 1138,85 1136,15

1443,S5 1446 45 1454,50 1437,

223,75

Datum:

S/, Deut. Ariegsanl. 4 */ Deut. Reichsanl. 3*/, Deut. Reichsanl. 4/, Preutz Konsuls Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto Gesellschaft Dresdener Bank . . Nationalbank f. D. . Mitteld. Creditbank. H.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Loyd . Doch Gußstahlwerk . D.« Luxemb. Berg». Gelsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschl-Gisenb.. B. . Oberschles. Eisenind. . Phönix-Bergb. Akt. . Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Tlektr. A. G. G. ... Schuckert. Werke . . Fellen» Guilleaume . Daimler Bud.. (Elfen*»,. Akt. . Adlerwerke......

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Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief Datum: 30. Dez. 31. Dez.

Frankfurt Berlin

Abend» Schlutz- Schluß. Schluß- Kurs Kurs Kurs

Züricher Devisenmarkt 31. 12. 3. i.

Wechsel auf: Schweizer Franken

Holland.......100 Fl. = 206.10 206 2.)

Deutschland 100 Ttiu = 9.0c 8.95

Wien 100 ßr. --- 1.575 1.50

Prag 100 Ar. = 7.40 7 30

Paris 100 Fr. --- 39.- 38.70

London. 1 £ 23 22 23.20

Italien 100 L. 22 y0 22.75

Brüffel 100 Fr. = 40.95 40.80

Budapest 100 Är. 1.15 1076

New. York 100 ? = 657 50 658 25

Agram 100 Är. = 4.10 4.15

(In einem Teil der Auftage wiederholt.)

Siljiing der Stadtverordneten.

Gießen, 31. Tez. 1920.

Einziger Beratungspunkt ist die Magistrats- Vorlage über die Besteuerung des reichs­steuerfreien Einkommens.

Ter öffentlichen Sitzung, die um Vrll Uhr be­ginnen soll, gehl eine nichtöffentliche Sitzung vor­aus, die sich bis 11 Uhr hinziehl.

Anwesend sind Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Kling spor, Krenzien, Rosenberg, Seib, sowie 29 Stadtverordnete.

Zur UrkundsPersonen werden erwählt die Stadw. Müller und Grobe.

Oberbürgermeister Keller teilt einleitend nochmals mit, ivie sich die hessischen Städte verhal­ten haben. Aus den Mitteilungen, die wir zum Teil bereits in unserem Hauptblatte wiedergeben konnten, sei noch erwähnt, daß wie von der Stadt­verwaltung Mainz mitgcteilt wird, die Stadt- vewidneten-Versammlung gestern die staatliche Mustersatzung unter Betonung der Zwangslage in der sich ine Stadt befindet, mit knapper Mehrheit angenommen hat. Wie der Oberbürgermeister ferner bemerkt, werden in nächster Woclie in Tarmstadt Verhandlungen zwischen den Vertretern der Hess. Städte und dem Ministerium stattfinden, um eine gerechtere Fassung der Steuer einzuleitcn. Tie letzige Fassung sei nur für ein Jahr. Vermutlich wird sich auch der Landtag erneut mit dieser Steuer befassen.

Stadw. Schmäht (Freie Ver.) beantcrgt unter der Zwangslage die Magistvrtsvorlage an* zunehmen, da es keinen Zweck habe, weitergehende Anträge zu stellen. Tie weitaus größte Mehrzahl der Freien Bereinigung Ijabe in der letzten Sitzung für die Magistratsvorlage gestimmt uni) werde auch letzt dafür stimmen, denn nur so habe man Aus­sicht aus Anteilnahme am Ausgleichs ouds, wäh­rend andererseits der Ausfall durch noch unange* nehme re Steuern gedeckt werden müßte.

Stadw. Beckmann (USP) stellt fest, daß sich die Auffassung feiner Partei seit der letzten Sitzung nicht geändert habe.

Stadtv. Detters (Soz.) erklärt, daß ferne Patter nur für den Antrag Mann stimmen werde, durch den Arbeiter karrm betroffen würden. Tie Anforderungen für Wh u gsbouten in der näch­sten Zeit würden außerordentliche Mitter erfordern.

Stadtv. Krausmüller (D. B.) stllt fest, daß ferne Fraktion geschloßen auf dem Boden der Magistvatsvorlage stehe. Er freue sich, daß er damit Seite an Seite mit der Freren Bereini­gung stehe.

Stadtv. Urstadt (Dem.) erklätt, bte Steuer sei schmerzlich wie alle Steuern urtb werde noch schmerzlichere Steuern im Gefolge haben. An der e teuer fei aber nicht die Schlechtgleit der Re­gierung, sondern die Not schuld. Es fei anderer- stits wertvoll, wenn in allen Volksgenoffen das Bewußtsten geweckt werde, daß alle an den Lasten gemeinsam tragen müßten. Praktisch müße man sich heute auf den Boden der Magistratsvorlage stellen. Im nächsten Jahre sei die Lage anders. Der Ettvag einer Mietssteuer dürse nur für Woh- mtngebauten aufgewendet werden.

Dtadkv. Bekter? bemerkt, nochmal), datz feine Patter der Steuer nur angesiärts der Notlage zustimme.

S .adtv. Schmäh! beantvagl Schutz der Debatte.

Stadtv. Mann (Soz.) beantragt formell noch­mals fernen Antrag.

Stadtv. Erhardt (Dem.) schlägt für den Fall der Annahme der Magistratsvorlage folgende Resolution vor:

1. Tic Stadtverordneten Versammlung hält die Musterordnung der hessischen Regierung für unannehmbar.

2. Tic Stadtverordneten'Dersammlnng nimmt aber unter dem Zwange der Verhältnisse die Steuervorlage^ der Stadtverwaltung an.

3. Die Stadtverordneten Beriammlung hofft bestimmt, daß Verhandlungen der Reginrmg mit den Oberbürgermeistern der hesiifchen St.idtc über eine gerechtere Fassung der Steuer sobald wie möglich eingeleittt werden.

Stadtv. Fourier (USP.) spttcht gegen die Anträge der Stadtverwaltung und Mann, die Roßtäuscherpolitik" seien.

stadtv. Mann glaubt nicht an eine Wirkung der Resolution, wenn nicht die Tatsachen iür sich sprächen.

Htadtv. S chm ahl beantragt Abstimmimg der Resolution nach den einzelnen Sätzen. Wenn der Stadtv. Mann nicht an eine Wirkung der Resolu­tion glaube, könne er sich von seiner Vorlage erst recht keine Wirkung bcrlDTCilxm

Aus eine teilweise persönliche Auseinander­setzung zwischen Unabhängigen und Mehrh.itssozia- listen konnten wir bei der Enge des Raumes nickt etngefcn. Tie Abstimmung.

Es entsvinnt sich eine ?lussprache darüber, wel­cher Anttag der weitergehende sei. Es wird beschlos­sen, über den Anttag Mann zuerst abiuftimmcn.

Der Antrag Mann wird mit 2b gegen b Stimmen abgciefjnt, der Antrag der S ta b t - Verwaltung mit 22 gegen 12 Stimmen an­genommen.

Tic Resolution Erhardt wird im ersten lind zweiten Absatz einstimmig, im brittni gegen die Stimmen der Unabhängigen, die damit ihr Mißtrauen gegen die Regierung ausdrücken wollen.

Schluß der Sitzung 8/*12 Uhr.

Die Entwicklung der französischen Finanzen.

Paris, 31. Dez. (WTB.) Im Senat wie- gestern bei der Diskussion über die vorläufigen! Haushaltszwölftel für Januar und Februar der Finanzminister Marshall nach, daß trotz bet Hoffnungen, die der Sieg eröffnet habe, die sich aber nicht verwirllicht hätten, das Land ge­waltige fiskalische Anstrengungen gemacht habe. Die monatlichen Einkünfte, die anfangs 1919 589 Millionen betragen hätten, seien in der ersten Hälfte des Januar 1920 auf 1400 Millionen und in dem dritten Bietteljahr des Jahres 1920 auf 1688 Millionen gestiegen. Im Oktober 1920 aber habe man infolge neuer Einnahmequellen die Einnahmenziffer auf 2208 Millionen Franken herausgeschraubt. Die Einnahmen aus kurzfristig gen Äileihen, die im Jahre 1919 4 Milliarden! betragen hätten, würden im Jahve 1921 die Summe von über 37 Milliarden erreichen. Für die ersten 11 Monate des Jahres 1919 hätte sich ein Defizit von 21 Milliarden ergeben, das aber im Laufe des Jahres 1920 auf 11 Milliarde« herabgeschraubt worden sei.

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Unseren Mitgliedern aut Kenntnisnahme, daß laut Beschluß der außerordentlichen Generalver­sammlung vom 30. Dezember 1920 der monatl. Beitrag ob 1. Januar 1921 MI. 10- beträgt Die Mitglieder werden um ihre sofortige Entschließung gebeten.

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