Ausgabe 
2.6.1921
 
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Lietzener Anzeiger sGenctal-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 126 Zweite; Blatt

Donnerslag, 2. Jnni J92|

verband der Bergarbeiter vcullchlandr.

23. Genera loerfammlung in Götzen

3. BerhandlungStag.

f. Gießen, 31. Mai 1921.

Set Eintritt in die eigenrftdy Tagesordnung fdtn ein Begrüßungsschreiben der ita­lienischen Bergarbeiter Mr Verlesung, worin der Hoffnung?(n»brud gegeben wird, daß die Verhandlungen getragen sein möchten txm dem Weifte internal.onaaer Solidarität Ein weiteres Glückwunschtelegramm ist erngetwficn ton ban Internationaleir Ra t Don Mo kau, der gddRcthg zum Kongreß der 3. Inter- nationale einlädt.

Tie e genrliche Tagesordnung beginnt svdatm mit bem Korreferat über dre Tätig- keitSber rchte. Korreferent Dresch- Zaarbrücken ist her Mrinnng, daß die gegen­wärtige LZrrrschaftSkrise die StaiT.otierflärung des Kapitalismus kn, unb daß dabei die Kämpfe auf bent Rücke., der Ard.nterichafl ausgesochten wür­den Im weiteren Verlauf seiner Rede warf er bem VerbandSrvrsiand vor, daß er durch die lieber» 'chicktei-.abkommcn den 3nt/*rcfic:t der deutschen aber auro ter aus'ändi'ckvn Kollegen schäft zuwider- gebar.b<!t habe. Durch die liebendrüfai*na b :>o mmen sei Ucb< rprobiiftion entstanden unt doch hätten die llntenrehnrr es verstanden, die Betriebe schlie­ßen und Lux* arbeiten jn lassen. Dre Opposi­tion ver.ange vor allem AuStntt aus der Ar bei t S g emer n s cha ft. 9£urf: das Interna- fiondle Arbeitsamt befriedige nicht die Arbeiter­schaft. ES sei zumeist zusammen gesetzt aus den Vertretern dec Regierungen, die Arbeitnehmer seien dort in der Minderheit. Von der Amsterdamer Znternatlonale komme keine Hilfe für die Ar­beiterschaft, daS Heil flörrnc man nur von der roten Internationale in Moskau erwarten. Die Oppo- fttion fordere daß zu Informiationszwecken Berg­arbeiter am Kongreß der roten Internationale um 1. 3;ii4i kn Moskau teilnehmen. D.'v Verband müsse ai drtr Kln senLrnrpforgani'al.an nm^eüaltct wer­

den Der Kampf mit dem Kapital müsse anfge» nvmmTn werden, damit aus i'tr einen Million ArbritSo'ei nicht mehrere Millionen würden.

Engelbardt-Suderwich: Tas Gerede der kommnnistischen Opposition von der Einigkeit fei nicht weit her, denn wer nicht für die Moskauer Richtung sei, der werde von den eigenen Massen­genossen teroorifw-t.

M em pel-WichlrngS Hosen wünscht, daß die ix>lttiscken Debatten auf der Generolver- tamm'una nuSgeschaltet werden, dafirr soll prak­tische Gewerkschaftsarbeit aeleifiet wer­den. Ter Iugendfrage solle man mehr als bisher Bsachtung schenken.

De Wet-Holland überbringt ein her*» licltes Glückauf der hollänbifthen Kameradschaft.

Weiter ist ein 18 Seiten langes Tele­gramm i<mt Akt russischen Bergwerks- verban d ein gelaufen, daS di- Grüße von lOOOOO russischen Bergarbeitern ftberbringt. Tas Tele­gramm enthält u. a. ©rfrmbferckit auf den an* geblichen Verrat der deutschen Biewerkschaftssührer und lädt zürn' Schlüsse zum Internationalen roten Kongreß nach Mvsftru ein.

1. Berhand lungs tag

k. Gießen, i.Juni 1921.

Dorsttzender Waldhecker brinit ein Schrei­ben von Funktionären und Anqesftckllen des Berg­arbeiterverbandes im obcrschlesifchen Gebiet. Es heißt darin:

Hunderte von Kameraden, eingeborene Ober- f(Heiier. treue Pioniere in ter bewährtesten Organs - fatiou der Bergarbeitei Deutschlands, find pcta schleppt und den grauenhaftesten Mißhcmdlungern auSgeietzt. Wieviüe von ihnen ihren Leiden er­legen find oder erinotbet wurden, ist nicht bv lärmt, da aller Vermehr unterbunden ist. Unter den Der schleppten befinden ftrfi zwei Verbandsango' stellte Mele Funktionäre des Verbandes find von Haus und FamOte vertrieben und irren als Flücht­linge in den Städten herum ftrr Nachtzeit er scheinen fast regelmäßig bewaffnete B<rndni in bat Wolnnmgen unserer Kameraden und belästigen die angebörigat In den Ton den Polen besetzten Orten werden unsere Mitglieder gezwungen, in die polni'chen Organismionen übecu treten. Die Leiden der Bwölkenmg, rnsbe v' dere imferer Ka mrraben. find furchtbar In sehr vt len drallen wurden unsere Kameraden durch Peitfdre11üv5c auf den nackten Körper miß handelt. In IofcssLori ist der polnische Kommandant der unsere in einem Keller gefan gen gehaltenen Käme roden zu je 25 Pemckenfch ägen auf den nackten flöt per verurteilte, ein Dige'ellter der polnischen ufsrerei'iigung. Durch das Eingreifen rines engTürfxr.t Oberst wur den die ahnen Opfer befreit. An der Srntzr der polnischen AufftmidSbewegmig. di- so schreckliche Derb re cken gegen arme unschuldige A beiter .witigt, stehen än Vollzugsausschuß neben d.nn .-rrofuok nischen A.ntator .ütorfanth vier polnische Arbeiter­führer. KEeraden, helft uns! Wendet Euch an die Internationale, an die gante Kultunvrit. Scktmach und Schande über die Brwegimg. die einen solchen grausamen und treArerfrrffdvn Bru­derkrieg unter der Arbeiterklasse hmxnrgerufat bat! Indem wir hoffen, daß das Schvn'>en auf dem ton unu gewählten Schleichwege in Euere $Sänlr ge­langt, wünschen wir den Beratungen der Generäl - verdamm'ilug die besten Erfolge imb hoffen, daß in glüiftfdx'rer Zeit auch wir wieder im Interesse der Bergarbeiter mitraten und -taten fötmen."

Ein weiteres Glückwunschschreiben ist von ben Kameraden aus Deutsch-Oefterrrick ein gegangen.

Sodann wird in b?r gestern begonnenen Aus spräche über die Tätig keitsberichte fort- gefahren.

Umbreit, der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaft-bundes fordert, daß die Bergarbeiter energischen Protest gegen das Vor­gehen der >lalffnduitriellen erheben. Tiefe Unter­nehmer hätten im Auslande unermeßliche Gewinne erzielt. Ter bem vorläufigen Reicksirirtsckafts- rat zur Begutachtung unterbreitete Gesetzentwurf über die Regelung der Arbeitszeit im Stein- und Pechkohlenbergbau entfmäche irdv ben berechn? ten Forderungen der Bergarb? terschast. Man müsse sich scharf gegen die Bemühungen der Re gerungen einzelner Lander wenden, die die -Schäf­tung eines Gesetzes über die Scbichtzeit zu ver­zögern versuchen. Bezüglich der Franken - löhnung im Saar gebt't wies Umbro ü auf d-.e wirtschaftliche und politisch' Leite derselben bin. Die wirtschatlifche Seite sah sich anfänglich sehr verlockend an. T-ie. Folge davon fei, aber eine ungeheure Verteuerung gewesen Ander­seits fei auch eine ungeheure Verteuerung der Kohle dadurch entstanden, wodurch der Absatz der-

Ott einem Teil der Auflage wiederholt.)

Der neue Milchprelr für Sietzen: 5.35 Ulf.

Mft schweren Soroen verfolgten feit vielen Docken die Städte die künftige Gestaltung unserer Milch oeriorgung. Die fcü langem txm der Land- wirifchaft geforderte Aufhebung der Zwangswirt imaft ist mit dem 1. Juni Tatsache geworden Es ist im Interesse brr Städte zu bedauern, daß die Zeit spanne zwischen bem Erscheinen der reiche gesetz­lichen Verordnungen und der Ausführungsbestim­mungen des Äeffi'chTN LandeSernähmtgsamres und dem Beginn der freien Milchwinschäft nur toenioe Tage b tragen har Die hessischen Städte, sowie die bnatftba rten S'ädte Frankfurt und Di-sbaden traten miteinander in Fühlung, um gemeinschaftlich die Schritte zu tun, bi yrr Sicherstellung der Ver- feraung der Kinder und Kranken imb-'inngt erfor d riich sind. Sie waren fick einig darüber, daß jeoe P re is treiberei von vornherein zu unter­bind e n ist. Um dies yu crroicken haben die Städte ausnahmslos von bem ihnen aar Grund roicksgesetz- tkh*r -Serorbnung zwtehenden Recht der fton- zessionierung des Milch Handels Ge­brauch gmadit und entt'proch nde Verordnungen er­laßen. Es bar? habet für di? Folge in GieJ e n :mr iytjetria* Milchhmdll treiben, her vom .- t äbti- schen Leb?nsmit t c samt zugelasfen ist. Die zuaelassenen Händler dürfe» die oorgesckrie- baeen Ein- und Beckaufspveise nicht überschreiten;

SSL «irtcttintbci wurde Ttc politische Seite br5i c oaargebrt mögüdxü an 7rrankretck Mzulchlreßen. Durch die Franken,vährung würde eS unmoglllh, die Produkt- des Saargebietes m xeuUdjlanb abzu,etzcn, das dann gezroungener» motz-n fich ant den weitcuropäiscken Markt ein- Itnlen mülle. Um breit gibt noch Kenntnis davon, datzvor enngcr Zeit Vertreter der Amsterdamer xtrarmaironafc das SaargeEnet zu Informations- txii>cn- Es sei bet französische Ge- merndMlietuIrTcr Metrlxim gewesen, der vor der saararbeiterichuft ausgeiühtt habe: wenn ihr fron- joiud) werden wollt, dann müßt ihr euch für die ,vr<nifenlöbnung erklären, wenn ihr aber deutsch bleiben itwllt, dann müßt ihr euch für bk Mark- Wahrung einseben.

Baumeister vom Internationalen Arbettsamt in Genf gibt cine Schilderung bet Zwecke und Ziele bk er Institu-ion 3k bube eine übcniaaLicbe Organi afton für Sozial- Politik. Das Internationale Arb ftsamt habe es n W Aufgabe gemacht, ben Arbeiterfch.itz in allen Ländern einheitlich zu gestalten. Da> Inter­nationale Arbeitsamt mache sich zur Aufgabe die Sammlung von Material über sozialpoli.i che Fra^ gen. Es sei auch eine Tenkfchriil ui verschiedenen obtatben ausgearbeitet worben über bk Verbält- ni c in Oberschlesien. Des weiteren feien umfangreiche Erhebungen an gestellt worden über bw Pvodultion in allen Ländern oer Welt, um Wirlschafl. irisen, wie mir fk jetzt erleben, für die Zukunft zu verhindern. In Teutschlrnd sei eben- wlls eine Zweigstelle des I. A. gegründft worden, die unter der altbewährten Leitung des früheren Gewerkschaftsführers Schlicke stehe

Bei der Abstimmung der zu dm GescktSfts- berichten gestellten Anträge wird über ben gefor­derten Anschluß an die Moskauer Inter­nationale besonders abgestimmt, weil es über diese Frage grundsätzlich zu entsch-iden gelt. Ter Anschluß an den Rat der roten Gewerkschaft in Moskroi wird mit allen gegen 7 Stimmen ab- gelehnt (Zuruf t bk böse Sielen!

^wei Anträge, bk eine bessere Ausbildung utw -Schulung der Betriebsräte verlangen, werden einstimmig angenommen.

Weiter w!ri> eine Entschließung angenommen, btc sich gegen den wahnsinnigen Putsch der Kommunisten in Mitteldeutsch- lan b und gegen die feige Flucht oer Führer im kritischen Augenblick wendet, aber sofortig' Aus­lobung des Belagerungszustandes und Beeitigung der Sondergerichte fordert

Einstimmige Ätmabme findet eine Resolution, du den d.'m ReichSnnrtschaftsamt vorliegen en Gesetzerrtwurf auf Regelung der Arbeitszeit im 'Skin* und Pechkoblenbergbau als ungenügend verwirft und eine gesetzliche Regelung der Arbeit s- zeit in allen Bergbaubetrieben fordert. Desg idren iinbet einstimmige Annahme eine Entschließung gegen das emodrenbe Verhalten der Unternehmer im Kalibergbau, die einen vor Monaten vom Reickisarbeitsministerium verbindlich er 11 arten

L-chiedsspriich nock; immer nicht erfüllt haben. Einstimmig angenommen werden auch die Sympathieerklärungen für die 5t am er oben in Wal­denburg nub auf der Grube Fernie im Bezirk Gießen, die sich im Streik befindcm.

Einstimmige Annahme findet auch ein Antrag auf Förderung der Iug-mdlick-enbewegung, ter weiter die umgehende Schaffung eines ReichS- jugendschutzgefetzes verlangt.

Eine Entfckließun der Opposition, die die Taktik des Vorstandes mißbilligt, das Vorgehen der Opposition in Bielefeld rechtfertigt und dem Vorstand vvrwirft, daß feine Taktik zur Ver­flachung und Verwässerung des Klassenkampfes führt, wird gegen wenige Stimmen abgelebnt.

Ein Antrag, wonach die gehässige Schreib- weffe der Bergarbeiterzeitung gegen die Kommu­nisten unterbleiben soll, wird ebenfalls abgelebnt.

Vermischte».

Eier-Wnchtt.

Würzburg , 1. Juni. Tor Eierwucher steht im oberen Rottal in voller Blüte. Ter Be­völkerung hat sich bereits eine ständig wachsende Erregung über das Treiben der (Jierauffäufer be­mächtigt. Nunmehr ist der Derbraucherbund Pfarr­kirchen gegen verschiedene Firmen vorgegangen und bat die Beschlagnahme von 40 000 Eiern bewirkt Die Eier werden nach München verbracht. ---

Handel.

BerIin, 1. Juni. B örfenftimmungö* bild. Die Steuerwrlagm, welche heute nachmittag im Reichstag von der Rogierung angekimdigl wer­den, verstärkten die an der Börse ohnehin bestehende Zurückhaltung. Das Geschäft hielt sich daher wieder­um in reckt engen Grenzen, wobei aber mäßige Kursrückgänge überwogen. Umfangveich war das an den Markt kommende Material aber nicht, so daß nur bri einzelnen Papieren rok Bochumer Gußstahl, Buderus, Rheftntahl und Zellstoff Daldhos Kurs- ernlmßcn von 10 bis 12 Proz. zu verzeichnen waren, vöscbaktien erfuhren nach einer anfänglichen Ab­schwächung nrkber eine Steigerung von 25 Proz Regere Umsätze gitnricfdten sich im Verlaufe hin und wieder nur in einigen führenden Papieren des Montan Marktes. Sonst schleppte fick das Geschäft träge hin, wobei aber nickt zu verkennen ist, daß die Kurst gute Widerstandskraft gegen weitere Rück­gänge zeigten und daß es vereinzeli $u leichten Kurserholungen tarn. Gut behauptet blieben im allgemeinen auch die Bank- und Valutopaviere. Am Rentenmarkt war der Kursstand für heimische und ausländisch Pavicre nur unlrbeitenb verändert, ßm Dcmfenbandel waren bk Umsätze, bei wenig veränderten Kursen nickt besonders groß.

Frankfurt a. M., 1. Ium. Börten- sttmmungSbtld. Auch tr Äbcndbörie stand unter bem Druck der $u erwartenden iteuervar- lagen. Es macht, sich lei dem sticken ftockaft eine schwächere Haltung geltend und es unterlagen besonders Jndustrieaktun Schwankungen Am Montanakttenmarkt mar das Geschäft lustlos. Zu erholtem Kurie gingen Btckerus aus dem Markt, welche 10 Prrz. gewannen. Teutsck^Luremburger schwächer. (3ektn.zftätswertr unrrgclmäßig. AEG. büßten 3 Prvz., llahmeper sowie ^-e!:cn u. Guil­leaume behauvict. Unter den chemischen Pamerm stmiben Farbensab-ik Bayer rm Ang.'bo: 436., Scheideai.stall 4 Proz befestigt, auch G i>5hnm gut gehalten Zellstoi Waldhrs verloren weitere 8 Proz. Für Balutapipier^ erihdt fick festere Stimmung. Mexikaner ickickem im regeren Ver­kehr. 4vroz. Ungar. Goldrente lebhaft 64'», 4vroz. Ceiterr. Goldrc te 54* *. Tcursckic Petroleum 782, 785. Julius Sichel 602, PH. Lolzmann 299. Armatur vilpert tarnen mit 230 ytr No uz. Zzeb-

baftrs Interesse bestand für ®bem. Wester tn Meer 280 ex kl BeMgsrecht plus 10 Mannes nuum Htirvad) mit 584 mmus 1 b ' Der ®<bUih gestaltete sich afigemrui stick.

Frankfurt a. M., 1. Juni

Berliner Tröiknmnrft.

Geld Brief Geld Bries Datum- 31. Mai 1. Juni.

Amsrerdam- Rotterd. 2165^9 2169,70 2167,802172,20 Dri>ßel.Antn»erp«n . 519,45 320,55 527,45 528,55 (Tbrifhania...... 964,- 966,- 962,50 .»54,50

Kopenhagen 1113,851116,15 1118,851121,15 Stockholm . .... 144 ',05 1444,95 1448,55 1451,45

ßrifingfors 127,10 127,40 126,10 126,40

Italien 328,65 329,35 331,65 332,3"

London 244,25 244,75 245,60 246,12

Neuyork 63,13 63,32 63^0 63,44

Paris . . 518,45 520,55 527,45 529,05

Schweiz 109«,90 1101,10 1106,351106,65 Spanien 819,63 821^5 Wien (altes). . . . Veulsch-Oesterr. . . . 14,83 14,87 Prag......... 91,50 91,70

Budapest 26,72 21,78 Bulgarien

Konstantinopel. ...

Börsenkurse.

826,65 828,35

14^68 14,72

91,80 92,-

26,72 26,78

Datum: 5*/e Dtsch Änegsanl. 4°/e Disch. Reichsanl. 3*/, Dtsch. Reichsanl. 4°0 Preuß üonsols Darms:ä^1er Dank . Deutsche Dank . . . Disconto-Gesellschast dresdner Bann. . , Rationalbank f. D. . Mitteld. Tredilbank. j).-?lmcrik. Pakeff. . Norddeutscher Lloyd. Boch Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Dergw.. Gelsenkirch.Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Eisend.-B. Oberschles. Eisenind. . Phönix-Bergb -Akt.. Bod. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. LIeI.tr. A.E.G Schuckert-Werke. . . Ielren-Guilleaume. . Daimler Bud.- Eisenw.» Aki . Adlerwerke

Hess.Staalsanl. . Elektron Griesheim.

Frankfurt Berlin

Abend- Abend» Schluß» Schluß» Kur- Kurtz Kurs Kurs

31.5. 1.61

77,50 77,50

72*25

ibi;:

305,50

251,-

167,'- 164*75

166,50

300-

465,'- 291,-

262, - 690,- 693,50 516,- -,-

423,- 421,25

288,-

569'-

184,-

-,- 570,- 242,- 240,50 402^- 403* -

31.5. 1.6.

77,50 77,50

76,20 75,80 72,10 71,70 69,20 69,50

181,25 181,50 307,55 309,50 252.- 251,50 224,50 224,- 184,- 183,25

165,- 164,12 145,50 -,- 446,- 444,- 305, - 297,- 317,84 309,25 468,- 457,25 293,12 295,75 263,50 259,- 698,- 689,25 520,- 520,- 427, - 424,84 291,50 287,- 236,- 235,25 576,75 572,75 186.- 193, - 579,50 565,-

241,- 240,

72.60 73,50 403,- 405,-

Marknorierungkn.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Datum: 1.7.1 L 31.5.

Zürich Fr. 125,10 9,10

Amsterdam Fl. 59,20 4,61

Kopenhagen Hr 88,83 9,20

Prag ftr. 117,80

Stockholm flr. 88,83 7,-

Wien Kr 117.88

London Sh 97,8) 8,18

Paris Fr. 125,40 19,25

Neuyork I 23,80

Züricher Devisenmarkt.

4,62

108,75

942,'-

7,97

19,

1.6. 2.6.

Wechsel auf: Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 196.- 196. 0

Deutschland 100 Mk. = 9.10 9.025

Wien .... 100 Är. = 1.325 1J25

Prag 100 Är. = 8.40 8.325

Paris 100 Fr. = 47.80 47.95

London 1 £ 22.20 22.21

Italien 100 L. 30.05 30.15

Brüssel 100 Fr. - 47.80 47.95

Budapest 100 Är. L45 2.40

Neuyork 100 $ = 570 - 570.-

Agram 100 Är. » 4 35 4.335

Bukarest 100 ß. = 940 9.45

Märkte.

Frankfurter Pferdemarkt.

Frankfurt a. 9JZ., 1. Juni. Auch der Iuni-Pferdernarkt zeigte nicht die erwar­tete stärkere Besckickung. Während in den Monaten Januar bis 2lpril noch 1500, oft bis 2000 Pferde auf getrieben waren, standen diesmal rund 600 Tiere zum Berkaus. Zunächst entwickelte fick der Markt lebhaft, nahm aber bann gegen das Ende einen schleppenden Gang an. Für gute Pferde wurden nach wie vor febr hohe Preise angelegt. Dagegen ließen die Preise für mittlere und ge­ringere Klassen noch. Ebenfalls war der mit ganzen Gespannen und Wagen aller Art gut beschickte Markt in feinen Preisen von sinkender Tendenz. Ter Markt für Sckckacktpkrde verliert immer mehr an Bedeutung. Tie hier gezahlten Preise waren gering.

Müller'sche Badeanstalt.

Was«'erwärme der Lahn cm 2. Juni 1 18 Grad R

^mräderhnchkungrn werden mit fofvrti.ier Kem» Iwn«-nlzickmq bestraft Aui dirie Weift hofft man. dem

mm

wirten iiälx-re Prrife für Milch dfttcn in b 1 $r* rennen z \c (ytre-f.-nm "'?aßnv ln birften «edoch genügen, um dieft Treibeirint akK'ald |u ver­ändern

I'ie wieb-rholl zu dwta «enN- imtbeinuiui, daß bi Aiiche'.ain 7 t r Zwcma^w r >' aft ivfort ein lebhaftes Steigen der Preise für dr frei ge g-'bmen 2Sanm eriolgi ist leibe? aui.ri der >".'i'.ch lutam getrften Sckvei' die Stidk.- l»-i der Kürze der Zeit in b<T 9ay nyrrn. bihen sie ?lc5 «rrfuckt. rin wcitep-s Steigen der Nilckpreift im Interesse der verbrauchen den Bevölkerung in verhüten. Am 19 Mai fanden in Tarrn stabt um- 1-e t Penretern brr h siisäien Städte unb den Iiessifchen Mclkerei« Ivfibcm VerbauMimant statt, die zu dem Ürgtbni* führten, daß die Moik>-pien «ich verpflichteten, die Städte auch weiterhin mitiinxmbfrei Milch zu v.-rforgen unb au eine Erdöbun-i her gegenwärtig b fbrbmbm Unkviienfvan'ie für da Einsam mein imb 9erartx.'üai. brr Milch zu verzichten Geg.-n die geforderte Erbötnmg br' S allpreftS wurden mit Rn ffi irt auf di große Notlage b Bevölk. ung die scktv. rueii Backen kn? laut 'lut unter b m Truck der V<rhUkniffe entfrfilohen fick die Städte, im Notfall ', um eine rtdnm i her '?ilr n rkrnmn ui v rhü en tin-* Erdöh ng de Stcllpr ises um 20 Pi. mn 2 20 Mk für do^ t'ilrc zu.znl* lligen und in diefem Sinne mit hr Landiviru'chiii mriier m per lunbefn. Am 30. Mai sanden hicriib r in 9Hcber# wöllftadt tkrlxinMungcn zwifckni bat Verirrtem der Städte, der Mst^'g-mofftiisätasten unb Mol terrim sowie der Landwinfcliaft statt. Sie iS Hit en zu keinem Ergebnis, da bi? Vertreter bei Landwirt- fclxift einen Staslprei>5 iwn 2 50 Mk verlangten imb erklärten, sich aut eine Minderung ihrer For bemng nickt einlassen z» rönnen. Die Stadtever treter versuchten nntbcrlxüt eine Lxrabfttzimg des neuen Stallpreisrs zu erreichen Do ein Entgegen kommen nickt erzftlt werden konnte, wurden die Verlundlimgen tun läufig abiebrocke" Tie Städti­sche ^ebensmitteldeoutation fxu in ihrer gestrigen Sitzung ebenfalls zu der Fragr der Milckveriorgung Stellung^ genommen imb h rzu die Veiiretrr her landwirtschaftlichen Organisationen der U mgegenb zugezogen. Auch die ft Verhandlungen führten zu keinem Ergebnis.

Dk Verhältnisse für Gießen liegen nun so, daß die Landwirte die Mllckli sermig einstellen und ihre Milch durch Verbuttern oder aut andere Weise zu verwerten suchen, wenn seitens der uigelahenm Milckhändler Dom 1. Fpni ab der von ben Land­wirten verlangte Stallpreis hon 2 50 Mk für das Liter nicht bezahlt wird. Diese Folge wurde von Vertretern der Landnärtschast ausdrü^ftich in Au^ sicht gestellt. Die Städtische Leben-> mitte Imputation verschloß lich nicht den fd>tx*rm Lkdenken, die ber Erh-bimg eines Stallpreises von 2 50 Mk für das Liter Milch burch bk Lanbnnrt schäft mtgrgenflelxm, da ein großer Teil bar Bevölkermig fdxm heute nicht in der Lage ist, bk mir Ernährung ihrer Kinder und Kranken unbedingt benötigte Milck zu kaufen. Zumal zu dem Stallpreis von 2.50 Mk noch die Unkosten für Beförderung der Milch nach Gießen, Bevarbeitung. Auskräaeriofti in der seitherigen L>öhe hinzukommen, so daß sich der Cer* brauckerprei s a u f 3.35 Mark stellen wird. Durch die neuen rrich^aesetzlicken Bestimmungen ist die Festsetzung von Milchhöchstpr-isen für den Land­wirt misgescklossen. Da <v f- nlüfr Handhaben zu einer Preisftsffetzimg jetzt fehlen imb bk Landwirt» fckaft sich zu einem Entg^nkornrnen vor rst nirft bereit findet, wird nichts antxreö übrig bleiben, al­ben geforderten Stallpreis nn die Land­wirte zu zahlen, wetm man nicht die Milchver- sorgung der Stadt und damit die Gefnnbh-it ber Säuglinge und folchar ertönen die ru ihrer (h1- näbnmg aui Milck angamefen sind, gnährben willl Es ist zu hoffen, daß durch eine günflizr Futterernte unb durch eine durch ben hohn Pr i' veranlaßte Steigung der Milckerzaigung sich demnäM bk Möglichkeit zu einer Senkung der Preise ergibt.

Briand über die RevarationSkommisslon.

Paris, 31. Mai. kWTB.i Im Senat sagte auf eine Resolution Öen) Mm strrprüiident ftri- an b, bk Rcparatrmskvmmis kn habe ihre Ar> beiten in voller UnaMiängt^leÜ vollendet unb Deutschland bas Ergeb is mitget Üt Taih'tHanb habe angcrommnL Brumd wies aut di Gemhr hin, die eine Abänderung des Bschlusses der Re» parationskommis ton mit sich bringen würde unb für btc er btt Verantwortung nicht übernehmen lärme. Er sagte, 132 Milliarden Goldmark fuen 270 Milliarden Francs. DaS set d^ch immerhin eine Summe Geldes. Gefetzt, man wolle erklären, baß es sich um eint Abänderung des Ber aüler Vertrages handele, bann würde nichts mehr exi­stieren, weder der Fneden-vertrag noch "btt Reva- ratümstammislion. Warn brr Sri eben fnertrog ein­mal zerrissen fei, dann könne man sich roabl eme Politik ausdenken der man folgen könnt, lt?ie Politik aber würde dazu führen, bah Frankreich t klim würbe. Tu och den Verft.i ler Vertrag werd« bestimmt, daß Teutschland als ixrantipjrtfidier Teil alles bezahlen müfk. Da es dies aber otch: könne, habe man ihm einen Teil seiner Schülp crlaffen. Tos sei der Vertrag, den die gegenrvär- tiat Regierung anzuwenden habt. Sie habe alles daran? gemacht, was möglich gtrotltn fei. Ottraus wendet Tid)Srianb btoeft an £>enj unb sagt: Angenommen, wir besetzen dre Ruhr. Was soll bann geschehen? Wir müßten auch btt anderen Iahresllas en mobil' t?ren. Ibt'er Land ist fest in seinem Patrio'.römus. Fst ts aber möglich, ihm solche Leistungen an Mat chenrnateriol und Geld abwkrbern, die durch die von Ihnen empwhleno Politik nötig werden würde? Tie genaue Höbe unserer Schuld ist nicht zu bef'tmmen: fk wech'clt jeden Tag. Tte RevarationAommt'ivn hat eine bestimmte Summe lestgtietzt. Teutchtanb frt nach» gegeben und beginn! »1 zahlen Ter Miniüerprä- sident schloß mit ben Worten: Tte Regierung stellt unzweweutig bk Vertrauensfrage und lehnt selbstverständlich den Antrag öern ab. Tte Resolution L>ery wurde barour mit 269 gegen 8 Stimmen abgelehnt.

Das Urteil gegen die marokkanischen Raub­mörder bestätigt.

M ain z, 1. Juni. lDTB.) Tte wegen Moi> des an dem Kaufmann Burgmann vom Iran» zösifck«: Krtegsgenht zum Tode brnr zu lebens­länglichem Zuck-chaus verurteilten l ttden Ma­rokkaner harten gegen das Urteil Berufung eingelegt Tas Rsnswnsgericht hat die Berufung verworfen.