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Samstag, J. Oktober 1921

171. Jahrgang

Erstes Blatt

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-öOingungen, Die ^.orreiiu vci 'c-r*-"1" -- ,___

ateruna aur Kenntnis brachte. Rachdem Torretta eine Konferenz und nicht eine Korrespondenz o« aut diese Weise Gelegenheit hatte, die Gesichts- praktischste und aussichtsreichste ^eg ;u einan punkte Oesterreichs und Ungarns in dieser Ange. Suwernehmen ist. Di r nehmen die n

^genheit kennen zu lernen, und da er eS als mög- | laöung an, und unk« Delegierten werden an

Dewitz, jeder vernünftige Deutsche Wünscht sich I tzifche Regierung ein-utreten

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sich erachtete, zu einer Dereinbarungg xu kommen, unterrichtete er die Kabinette von Pari- und London von dem Stande der Angelegenheit, wobei er die Alliierten ersuchte, mit ihm frufammeruu- arbeiten, um eine schnelle und befriedigende Lö­sung der ernsten Frage herbeizuführen Die B o t- fchafterkonferenz, die über die Angelegen­heit unterrichtet wurde, nahm die im Gange be­findliche Dermittlungsaktion günfrii mf, gleichzeitig wurde jedoch zum Ausdruck gebracht, daß die Aktion auf das Ungarn übermittelte Ultimatum keine aufschiebende Wirkung aus­übe.

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He fräfre- liiere W rL hol' >ni ilili-v rg aiU rn> im änilt>e gefeit toi öSelfa cb. bie totatt intrtfhifer

De Valcras Zustimmung ans Lloyd (tzeorgcs letzten Vrief.

Dublin, 30. Sept. (DTR ) De Da lera

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.Deutscher Allgemeinen Zeitung" der Frage der Steuerreform zwi-

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per Siebener Mijelter »s cheint täglich, sicher Sonn« und Feiertaos. Momtlickt veinqrpreife: m 5.50 einschl. Träger« lohn, durch die Post M». 6.50 ein'chl. Bestell« gelt», auch bei Bichterschei« gfn einzelner Nummern infolge höherer (Bemalt Hernlprech«Anschlüsse: fürbieSdiriftleltung 112; für Druckerei, T erlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Olehen.

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Ein Beschluß der Mehrheits- sozialisten zur Umbildung der

Regierung.

Berlin, 1. Ott (WTB.) Wie der sozial- demokratische Parlamentsdienst mitteilt, fatzte die sozialdemokratische Reichstags- Fraktion am Freitag in später Abendstunde folgenden «Beschluß: Die sozialdemofrati«<ch'Reichs- tagssraktion erklärt zu der Frage der Umbildung der Regierung: 1. Zu einer Desamtdemi lion des Kabinetts Wirth ist keine Veranlassung. es kann sich bei einer eventuellen Erweiterung der Re­gierung vielmehr nur um eine Umbildung des Kabinetts Wirth handeln. 2. Bevor die Um­bildung der Regierung vvrgetwmmen wird, muh eine Einigung über den Teil des Regierungs- Programms erzielt sein, der die Stellung der Regierung zur bemokatisch-republikanllchen Ltaatsform und zu den zum Schuh der Republik iu ergreifenden «Maßnahmen Harleat 3. Die Ent­scheidung über eine ctymtuelle Umbildung der Re­gierung kann die Fraktion erst fällen, wenn daS gesamte Steuerprogramm vorlicgt und die Ge­staltung der vorgeschlagenen Besihsteuer sowie der besonderen Leistungen des Besitzes zu er­sehen ist. Die Fraktion beschloh weiter, an den

hat folgendes Telegramm an Lloyd George ge­sandt: Wir haben Ihre freundlich? Einladung zu einer Konferenz in London am 11. Oktober er­halten. die bezweckt, festzustellen, in welcher Weise die Association Irlands mit der alS Britisches Reich bekannten Gemeinschaft von Rationen viel­leicht' mit den irischen nationalen Bestrebungen versöhnt werden kann. Unsere beiderseitigen Standpunkte sind bargelegt und verstanden wor­den, und wir sind ebenfalls der Meinung, dah

dem Salamander-. Gin f»hr bedenklicher Zug . feines SNmhetf wird offenbar, indem er an- gesichts des bevorstehenden Wahlkampfes sei­nen demokratischen Freunden gegenüber eine schroffe Profanislerung der wehmütigen 2lb- schiedSwörte des göttlichen Hirtenmädchens sich zu leisten scheint:Zerstreuet euch, ihr Lämmer auf der Heiden; ihr seid jetzt eine hirtenlose Schor"! Rach dieser Richtung gesehen, han- beit Dr. Strecker durchaus rücksichtslos und un- rdel. Oder find seine Ideale so heilig und teuer, zählt er sich zu jenen Unsterblichen und Rei­nen, die nicht fühlen, die nicht Weitzen, datz er über Treue und Anhänglichkeit sich gänzlich er­haben dünkt? Seine Kandidatur in Rhein- hesten, wo er an zweiter, nicht aussichtslose^ Stelle auf der demokratischen Liste stand, er­lischt. Bitteren Gefühles werden jetzt auch feine bisherigen Parteifreunde jene unbe­scheidene Anmaßung an ihm tadeln, die ihm im Hessenlande eine so heftige Opposition ein­getragen hatte.

Das GSrlitzer Programm, das er fortan verficht, das seit dem 23. September der Geschichte der Sozialdemokratie eine neue Wendung gegeben hat. klingt nicht böse und ganz und gar nicht blutrünstig. Man kann eS nicht leugnen: eS weht ein gut gemeinter, idea­ler Fortschrittsgeist darin. Aber eS ist ein durchaus verstiegener Idealismus, der sich mit den Wirklichkeiten auf unserer Erde nicht ver­tragen möchte, wenn er auch davon absteht, nach 6rfurtef2Irt derWeltordnung voraus sehend die Zwangsjacke ausgeklügelter Entwicklung anzu- fiehen. Beide Richtungen des Programms, die nnere wie die außenpolitische, kranken an einer Fernsicht, die das nahe Einzelne und Gebun­dene unseres sozialen und politischen Daseins Übergeht. Man will nicht mehr alles auf ein­mal in staatlichen Besitz und Betrieb überneh­men, sondern zunächst nur diekonzentrierten Wirtschaftsbetriebe-. Davon haben wir aber dom Kriege her schon so viel Erfahrung, um uns zu lagen, daß Staatswirtschaftsbetriebe nur zu häufig sehr umstritten waren und daS Schwungrad der Privatwirtschaft dagegen als unentbehrlich sich erwies. Man kann die Aus­wüchse des Kapitalismus auch ohne doktrinä­ren Umsturz der Gesellschaftsordnung be­kämpfen. und loyaler Fortschritt bedingt durch­aus keinen törichten, das gesamte Bvllswohl zerreißenden Klassenkampf. Gerade heute, in unserer furchtbaren finanziellen Rot, sind ge­wagte Wirtschaftsexperimente unmöglich. In einer neuen politischen Arbeitsgemeinschaft soll man wohl darüber reden, wie der Rot der Aerrnsten und Bedürftigsten zu steuern, wie soziale Gerechtigkeit weiter auszubauen sei. Ader mit hochgespannter Theorie und Propa­ganda ist dabei nichts auszurichten. Der ma­terielle Radikalismus ist heute noch weniger angebracht als früher; heute muh unser Boll, um nicht zu verzweifeln, die Quellen inne­ren Reichtums erschließen. indem wir dem Rate der letzten Rede BatockiS nach Einschrän­kung des Wohllebens und der materiellen Be­dürfnisse samt und sonders uns fügen und den Lebenswillen an idealen Freuden stärken. Die graue Tünche öder Gleichmacherei kann stre- vende Menschen nicht begeistern.

Wie sehr daS außenpolitische und internationale Programm der Sozial­demokratie an harte Tatsachen anrennt, sehen

Italien als Vermittler zwischen Oesterreich und Ungarn.

Rom, 30. Sept. (Wolff.) Stefani veröffent­licht folgende Erklärung: Die ungarische Re­gierung unterbreitete dem italienischen Mi­nister des Aeußeren den Borschlag, zwischen Un-

Heute einen solchen Areopag, der uns als be-1 flegtem Boll Gerechtigkeit widerfahren lassen müßte. Aber wir haben mit dem System der Bölkerpolitik zu rechnen. daS in Geltung ist. haben in unseren Handlungen und Unterneh­mungen uns darnach zu richten, wenn uns un­tere nationalen Interessen wirklich am Herzen liegen. Wir müssen an mehr denken als an einen Völkerbund, wenn wir wirklich erfolg­reich die Revision deS Versailler Vertrags be­treiben wollen, die in Görlitz klugerweise mit aufs neue Programm genommen worden ist während darin über die Mittel und Wege zum Ziele kein Wort zu finden ist. Richt einmal ein Beschluß zur Einschränkung deS Mädchenhan­dels konnte vom Völkerbunde einstimmig gefaßt werden; die Franzosen wollen dem Bunde grundsätzlich nur ein Vorschlags-, aber kein Bestimmungsrecht zuerkennen. Und wenn der Völkerbund in fernerer Zeit wirklich in einer vernünftigeren Form zustandekommt. so sind wir noch nicht in der Vollendung, denn dann gleicht er vielleicht dem GvtteShause, das leider auch viele Scheinheilige und Ungerechte in seinen Mauern aufntmmt. Internationale Völlerdemokratie würde noch keinen Tugend- Hort gewährleisten.

Die Macht der Tatsachen und die Tat­sachen der Macht, nichts anderes, brechen in der internationalen Politik sich Bahn. Gewiß, auch das Recht und das Gewissen schaffen Tat-

Die nächsten deutschengahlungen

Berlin, 30. Sept. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: 3m Verlaufe der Sitzungen, welche das Garantiekomitee während der ersten drei Tage der Woche mit den «Vertretern der deutschen «Regie­rung abgehalten hat, hat daS Komitee insbeson­dere die Lage hinsichtlich der von Deutsch­land am 15. Rovember zu leistenden Zahlung geprüft. Diese Zahlung stellt die erste Quartalsrate der variablen Annuität dar, deren «Betrag nach Maßgabe der Ausß'hrzifsern end­gültig festzusehen ist Die deutsche Regierung teilte dem Komitee ihre Schätzung deS Wertes der Aus­fuhr für daS am 1^5. beginnende Quartal mit Dieser Wert bildet die Grundlage für die Fest­setzung des «Betrages der Zahlung am 15. 11. DaS Komitee hat diese Zahlen vorläufig anerkannt; sie werden noch Gegenstand einer ins einzelne gehen­den Rachprüfung und gegebnen falls einer späte­ren Richtigstellung bilden Werden die seit dem 1. 5.1921 bereits gemachten und biS Ende Oktober noch auszuführenden Sachlieferunaen sowie der Ertrag der Abgabe berücksichtigt, die in gewissen alliierten Ländern kraft dem Recvvery Act oder analoger gesetzlicher «Bestimmungen von der deut­schen Ausfuhr erhoben wird, so ergibt sich, daß die nächste Rate vom 15.11. gedeckt ist. ohne daß eS erforderlich, zu dem Mittel neuer «Barzahlun­gen zu greisen. DaS Darantiekomitee erläßt die gleiche offizielle Mitteilung.

U3od)enrüdtblidi.

Roch haben sich die politischen Parteien nicht endgültig über ihre Kandidatenlisten für die in einigen Wochen stattfindenden hessi­schen Wahlen entschieden da haben wir schon einen politischen «Dammrutsch zu verzeich- nen. der den Aufmarsch zum Wahlkampf und nicht unbeträchtlich auch besten Ziel selbst, we­sentlich beeinflußt und ändert. Die sogenannte etreder-SW« hat damit geendet, daß der angeblich Gehetzte der aber selbst in der Hatz gern lebte und strebte mit einem graziösen Satz endgültig in ein Revier hinüberwechselte. daS ihm Schutz und Sicherheit vor parlamen­tarischer Kaltstellung gewährte. Auf dem Bo­den der Sozialdemokratie winken Herrn Dr. Strecker zweifellos bestere Aussichten weite­rer «Betätigung, als ste die demokratische Par­tei ihm zu bieten vermag. Mit der Minister- Herrlichkeit wird eS jetzt zwar nichts mehr sein; aber warum test man nicht aus der Enge hinausstreben Tn den Ivirklichen Strudel der Zeit ins Rollen der «Begebenheit, das im Reichstag viel imposanter erklingt als im hessi­schen Volkshaus! Und wem ein pazifistisches Herz Im Busen schlägt, wer schon lange von her «Beschränktheit hinter nationalen Grenz- pfählen sich HInauSseßnte in die Internatio­nale. der bringt die Abschiedsbriefe glatt und rasch aufs Blatt. Mer der Apostel des reinen Idealismus zeigte jetzt seinen bisherigen Par- telgenoften die Kehrseite seiner Medaille er wohnt nicht gern imleichten Feuer bei

sachen, wenn sie kraftvoll sich regen und dxn Kampf nicht scheuen. Handeln wir danach, be­gnügen wir uns z. B. nicht mit demErfolg" Wirthscher Politik, daß die ..Sanktionen" jetzt hätten aufgehoben werden müssen. Denn die in Aussicht stehende, uns aufgezwungene inter­alliierte Einfuhrkontrvlle ist ebenso unerträg­lich und schädlich für unser Wirtschaftsleben. Die finsterste Tatsache, die gegenwärtig an der Revision deS Versailler Gewaltvertrages arbeitet, das ist unser aller Welt sichtbar ge­wordener finanzieller Zusammenbruch, die Katastrophe der deutschen Mark, mit ihren auch den fremden, namentlich den englischen, Han­del empfindlich treffenden und bedrohenden Wirkungen. Eine der ersten Amtshandlungen deS erweiterten Reichskabinetts müßte es fein, die erwiesene Unmöglichkeit der von uns gefor­derten Entschädigungsleistungen allen betei­ligten Ländern rückhaltlos mitzutellen.

Der schweizerische Vnndesrat Motta über den Vorwurf der Xrutfdjfrfunb« Nchkeit.

Pari-, 33. Sept. (WB ) B'vde-rat Motta hat sich dem Vertreter deS .Zournal le- D.-bats" gegenüber dem von diesem erhobenen Doilwirs der Deutfchsreundlichkel t g äußerl u d u a erklärt, er habe bei Gelegenheit des aracntlnifd)en Antrages auf «Verbreiterung des Böllerl'undes einfad) die Ansicht vertreten, die vielleicht In der Form falsch, aber in der Idee rich Ig fei. Diese Idee eines umfassenden Völkerbundes lei nach seiner Ansicht immer noch ein erstrebens­wertes Ideal. Er habe in der Kommislton nicht getagt, daß er sobold wie möglich den Eintritt Deutschlands wünlche, aber er habe keine Ur­sache, ein Hehl daraus zu machen, daß dieS km Grunde genommen fein ©baute sei. Er w inlche das im Interesse deS Frieden» selbst. «DaS be­siegte Deutschland bleibe eine «Macht, mit der man rechnen müsse. Es dürfte, wmn es In den Völkerbund eintrete, weni'er gefährlich lern, al« wenn es draußen bleibe. «Denn daS Ministerium Wirth am Ruder bleibe, oder wenn fein «Vach­folger dieselbe Politik verfolge, so glaube er, daß Frankreich gut daran tun würde, ein de- mckvatisches Deutschland, ein Deutich'and, da» Re­spekt vor Verträgen beweise, zum Völker du nd zu- . zulasten. Er neige dazu, anzunehnum. daß der Eintritt Deutschlands im den Völkerbund auch den Vereinigten Staaten den ®tn tritt erleichtern würde.

Die belgische Kriegsschuld.

Paris, 30. Sept. (WB ) Wie bie HavaS- Agentur mittcUt, hat ber of ziöfe am-rikanische Vertreter In ber Reparationskommistion B o h - den seinen Schiedsspruch öb-r d e beg ftc Kriegsschuld bei den a. und a. Mächten gefällt. Die Summe die Deutschland, wie im Ver'aisler Vertrage vorgesehen, für die belgische K'iegs- schull» zu erstatten bat, wird auf G-und deS Kurfe» vom 11. Rovember 1918. dem Tag? der Unter­zeichnung des «Wassenstiststandes, bekämet Frank­reich erhält so eine Summe von über 2 Mil­liarden Gvldmark, während eS tri der Umrech­nung. di? die Alliierten in der Pariser Konferenz am 13. August voraeschlagen Haden, weniger als 1 Milliarde erhalten hätte.

Aus Danzig.

Berlin, 3V.Sept. (WTB.) Wie aus Danzig gemeldet wird, wurde gestern im VvllStag ein neuer Präsident gewählt, nachdem der bisherige Präsident. Professor Matt ha ei von der deutschnationalen Frak­tion, im Zusammenhana mit der Verlmftung zweier kommunistischer 2lbgeordneter i.i offe­ner Sitzung unlängst sein Amt niedergelegt hatte. An seiner Stelle wurde der deutsch- nationale Gymnasialdirekwr Dr. Treichel zum ersten Präsidenten gewählt.

Aus Lowjet'N"ftland.

Pari», 30. Sept. (WTB) HavaS meldet aus Reval: «Rach einem Telegramm auS M v S- (üu wirb van maßgebender Seite erstärt. baß bei der nächsten Überweisung von Land, wahr- cheinlich Oktober, der Bauer P f l o a t C l g e n- ümer dieser Gebiete werden solle.

Eine neue Anfftandsbcwegung in Indien.

Thar tum. 30. Sept. Reuter. Sin Fana­tiker namenS Abdullah el Sogbatzer griff mit seinen Anhängern am 26 September den Ort Hyala im südlichen Darfur an. Berittene Infanterie und Molizeilruppen wiesen den An­griff ab. Die Eingeborenen erlitten schwere Ver­luste. Auch Abdullah soll getötet worden sein. Zwei britische «Beamte und drei Zivilangestellte wurden getötet. Der Ausstand ist rein ört­licher «R a t u r ohne politische Bedeutung. Die Truppen beherrschen die Lage.

scheu der Sozialdemokratie und den bürgerlichen 'Parteien bisher eine Einigung nicht eryelt wer- . den. Infolge der voraussichtlichns Vertagung deS .<eichStagks bis zum 26. Oktoher rechnet daS Blatt q,rter Wahrfchtinlichkeit nach damit, daß , die Frage der Regierunasuinbildung im Reich und auch in Preußen biS Ende Oltober, wenn nicht noch auf eine spätere Zeit verschoben wer­den muß.

Wünsche und Ziele des Zentrums.

Wie die Zentrums-Darlament-korrespondenz mitteilt, hat die Aussprache der ZentrumSfrallion deS Reichstages, die sich in mehrtägigen Verhand­lungen mit der allgemeinen politischen Lage befaßte, in allen grundsätzlichen Fragen volle ilebcr- einstimmung in der Fraktion ergeben. Aufgetauchte Mißverständnisse seien völlig beseitigt. Die Ergeb- niste der Fraktion-Verhandlungen wurden unter anderem in folgendem einstimmig angenommenen Sah festgelegt: Die Zentrumsfraktion deS Reichs­tages billigt die Politik des Reichskanzlers und sprricht ihm erneut ihr Vertrauen auS In der äieberzeugung. dah der ehrliche Erfüllung-» wille unseres Vaterlandes unS vor dem schlimmsten Unheil rettet, unterstützt ste die Reichsregierung in ihrem Bestreben, die durch den Versailler Gewalt­frieden und daS Ultimatum dem deutschen Volke aufgezwungenen Verpflichtungen bis jjur Grenze deS «Möglichen zu erfüllen. Als unerläßliche Vor­aussetzung der Gesundung unserer inner- und außenpolitischen Verhältnisse bettachtet sie eine starke und zielbewuhte Politik der Mitte auf breitester Grundlage. In dem Schutz und ber Pflege der christlichen Kultur- ideale erblickt ste nach wie vor vornehmste Aufgabe.

Zur Umbildung der A^fgierung in Preußen.

«Berlin, 30. Sept. (WTB.) In ber Frage ber Regierungsbildung in Preußen haben, bemokratischen Blättern tufolge. sich bei ber Fraktion der Dem okraten Schwterigkeiten er­geben «Bei ber Beratung der Fraktion kam bie Auffassung zum Ausdruck, dah die Verantwortung für die Regierungsmaßnahmen nicht nach ber Fraktionsstärke abgeftuft werden könne, sondern, daß alle an der Koalition teilnehmenden Par­teien zu gleichen Teilen die Verantwortung zu übernehmen hätten. Die Besetzung eines einzigen und womöglich politisch bedeutungslosen RessoW», nämlich deS Handelsministeriums, mit einem De­mokraten fei für die demokratische Partei nicht annehmbar. Es trete sogar in der Fraktton bie Reigung hervor, in einem solchen Falle lieber außerhalb ber Regierung zu bleiben und das Kabinett von außen loyal zu unterstützen.

Auflösung der Auftenlmudelsabteilung des Auswärtigen Amtes.

Berlin, 30. Sept. (WTB.) Zwingende Gründe der Sparsamkeit und das «Bestreben, die Organisation der obersten Reichsbehörden zu ver­einfachen. drängen dazu, mit 1. Oktober d. Is. die anfangs 1919 errichtete Auhenhandels- afcteilung, die jetzige Abteilung 10 (Außen­handel) des Auswärtigen Am es, a u f z u l ö s e n. Ihre Aufgaben werden künftig von den Wirt- scchaftspolittschen Referaten der Länderabteilungen des Auswärtigen Amtes in der Wilhelmstrahe «Ur. 74,75 und von dem allgemeinen Auskunsts- Institul wahrgenommen, über dessen Errichtung zurzeit noch «Verhandlungen schweben.

Berlin, 1. Ott Die Aussichten für eine KabinettSerweilerung im R e i ch e und in Preußen weiden nach Meldungen ber «Blätter immer ungünstiger Wie ber Berliner .2olalan*eiger" schreibt, habe die gestrige Rede des Reichskanzler- bei der Deutschen Volk-Partei lehr verstimmt Die Rede deS Kanzlers und die­jenige Scheidemann- hätten genügt, um die Ver­handlungen außerordentlich zu erschweren, wenn nicht unmöglich zu machen. Die das Blatt auS parlamentarischen Kreisen erfährt, sind die persön­lichen «Besprechungen über die Kabinett-Neubil­dung seit gestern mittag nicht mehr fortgesetzt

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tetr alle Tage. DtS zu einem Bolkerbunde nach testzustellen, ob und unter welchen Bedingungen dem Görliycr Beschluß hat es noch gute Wege, biete eventuell bereit ist. in die Reichs- und preu-

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Prurf und Verlag: UnIl.Gnch- und Sttiit>ru<ftrei ,H. Langt. S<f>rtffleit»ng, ««schäslrftelt und Priifrrti: SQulftraV Z.

garn und Oesterreich zur Herbeiführung einer freundschaftlichen Lösung in der Burgenland­frage zu vermitteln. Della Torretta betonte, daf) eine evtl. Vermittlung in keiner Weise das Vorgehen der Alliierten zur «Wahrung der Frie­densverträge und bie Beratungen der Botschafter- konferenz stören dürfe, und indem er dem 11m- stande Rechnung trug, daß der Vorschlag bie Durchführung des FriedensvertrageS von Tria- non zur Grundlage habe, erklärte er sich damit einverstanden, den Vorschlag der ungari­schen und der österreichischen Regierung zur Kenntnis zu bringen, um so die Feststellling zu ermöglichen, ob man eine trat,fähige Grund'age für Unterhandlungen finden tonne. Der österreichische Bundeskanzler erklärte, daß er mit Rücksicht au das ihm durch die Person des italienischen Mi­nisters des Aeuhem eingeflöhte Vertrauen, baö ihm durch dessen «Vermittlung yagetommene Er­suchen in Erwägung ziehe. Er formulierte einige «Bedingungen, die Torretta der ungarischen Re­gierung zur Kenntnis brachte. Rach dem Torretta