Ein Vaniungzrus der deutschen presse.
ein
en.
S. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
reaus: Tie Meümng eines Berliner Blattes, baß Brze-an-ler brinzc und Peters ohne amtlick>en Auftrag m München waren, ift nach dem Vorstehenden unrichtig.)
.v-uqr’j. Ob. als alle Worte vermöcktni T-c ' ^"ne umfarenbc Tätigtoir im ®
'wW iu würdigen, oan; besonders aber audi emnae MrtHilfe bei der Brrnnstvfi^ersoraM mnnw^merftfeft. Schon rrährntb der Vel:« ' ntc drefe rin. und die in Gießen getrrirmm
Ein Iugendtraum
Bon tz. öonbcr Dfttn.
** Amtliche P e r s o n a l n a ch r i ch t« Ernannt wurde am 24. Marz der Privachoz,
Ares Stadt und Land.
Gießen, den 1. April 1921.
Ehe, Geburt und Tod in Heften.
.Es tat ihm geradezu weh, mit anhSren zu müssen, tote grausam Re den armen, kleinen hemmt verspottete, hatte sie denn kein $en, bafe tn^e grofee Liebe nicht wenigstens einen Funken von MilleS» in ihr erregte? Er hätte keine Hand x> rauh zurückgewirion, wie sie dmen harmlofen, ft* l>enswürdtgen Menschen, in dessen unschuldigen Augen seine gany junge, toarm empfßtoende Seele lag.
Verstimmt schob er seinen Stuhl zurück und gmg wieder zu Rettvw in den Garten Hamb Er wollte ihr wenigstens zeigen, dafe Amt ihr Wesen nkfrt gefiel. Einen aufmerksamen Zuhörer batte Rettow allerdings nicht in ihm gefunden und es war nur gut, da» der Verne Prokurist sich ,o gern sprechen hörte, fbnft wäre es chm oiellricfet dock» ausgefallen tote traumverloren sein Kamerad tn die dunklen Kronen der Bäume karrte.
körng-mark wähnte durch das ytternbe Grün der Blätter das Bild der Gellten <n erblicken, io wie sie gelten: an seiner Seite stand n ber linmenfl tmmembet L^aldmudt. Er sah chr Gesicht wieder vor sich: wie es so weife und -art aus dem Spttzengeriesel des Schals feervorleuchtrie Sern Herz zog ihn ;u ihr, aber trotzdem gewann er'« nach bertiflem Komps über sich chr fern p> btriben V.elleicht, dafe fu ihn verstehen und sich tbm «u Liebe wchern würde. C getoife, Ina verstand ibn, aber ändern wollte sie sich nicht. Rern und
dmal nem: Tie ander» liehen fid; ra doch alle wet Laimen gefallen unb drängten sich nach wte lwr um choe Gunst Sie tat er baja, fw wbalD zu mechen, er, dem sie kein emzi^es bZtes ®ort getagt hatte? Fühlte er denn nicht, datz ste lene mir fo schrot pwücstvics, um mii chm alleäi « bleche» 2
jtiajje gezogenen r5ose m Emptang ^nrrnrnm werden. — Auf eine öffentliche Aufsordeno, pu Abgabe der Gew er b e steu e re r k lä r u n„en für 1921 im Anzeigenteil unseres heutigen Httof machen wir besonders aufmerksam.
Kreis Friedberg.
dr. Friedberg, 1. April. Der Fried« berget Beschicht s ve rei n feiert heute sein 25iähtiges Bestehen. — Die eritfR E«iben für die bei der Gründung des 8er- eins geplanten historischen Sammlungen sanden in einem Zigarrenkistchen Unterkunft, Juli 1896 in drei Zimmern deS Feldwebelbaues (Schloß), 1901 in einem Saale der Auguftinerschule (Leonhardstraße 2 und 1906 als „Museum" in dem Hause Ufagaffc 38 (heute Seminar-Schule). 1908 rnistete met außerdem für die BereinSbidliothek und da; neubegründete Stadtarchiv den südlichen 2Ub- rrauenfirchlum stimmungsvoll her. Da- i* vlge reger Werbetätigkeit rasche Anwachsen >er Sammlungen veranlaßte jedoch die Stabt, >em Geschichtsverein zunächst sieben Säle in den 1912—1913 vollständig umgo- bauten „Pferdestallest' (Häusergeviert haa^ kraße 161 zu überlassen, ntofein die fortan „städtischen Sammlungen" (Museum, Stadtarchiv, StabtbibItotbeL im Sommer 1913 übersiedelten. Durch den Kriegsausbruch ver- zdgerte sich die 1911 beabsichtigte (rrdffnmxt >es Museums bis zum 16. 9Jlat 1920 — I» Eilschrift für die 268 Mitglieder des Verems
torbmmgen writergeben. Die Mängel in der Dr- «gBiriJahtm und Bervoffmma der Schutzpolizei müssen auch nach der Auffassung der Rrichsrrgie- rungo-usg-glichen werden, da dieser verstärkte Schuh mcht nur für Bayern, sondern für ganz Deutschland ersmcherlich ist. Die Zurückhaltung ber schweren Warfen und Maschrnengewebre bei den Einwohnerwehren in Bayern jedoch fft nach Auf- toffuna der Reichsregierung fern geeignetes Mittel, um diese oder andere Verbesserungen für ganz Deutschland jit erreichen. (Zusatz des Wolff-Bureaus: Tie Meldung eines " ““
** Geh. Forstrat Köhler s-. Am 16 März verschied in Giefeen nach längerer Grippe-Erkrankung Geh Forstrat Adam Köhlerim 68. Lebensjahre infolge Schlaganfalls. Tie aufeergewöhnlich große Trauer Versammlung, welche dem bis zuletzt im Berufe und in der Sorge um den geliebten Wald Tätigen zur letzten Ruhestätte aus dem neuen Friedhöfe das Geleite gab, legte Zeugnis ab von der Beliebtheit, deren sich der Tahingeschiedene in allen Kreisen der Bevölkerung erfreute. Geboren am 6. Januar 1854 zu Bettenhausen (Kreis Giefeen) besuchte Köhler nach den Lateinschulen zu Lich und Hungen von 1869 an das alte Gymnasium zu Tarmstadt und bann die Universität Giefeen zum Studium ber Forstwissenschaft. In diese seine Studtenzrit fällt auch eine halbjährtge Anwesen- hrit auf der Forstakademie Thrrandt. Tie allgemeine forstliche Staatsprüfung bestand Köhler im herbste 1877. — Dienstliche Aufträge und Beschäs- tigungen bei verschiedenen Oberförster eien des Lau- des gaben ihm die Vorbereitung für spätere selbständige Stellung. In diese Zett sollt auch seine dreijährige Verwaltung eines Jsendurg-Meerholz- scheu Reviers mit dem Sitz in Marienborn, hier verheiratete sich Köhler mit Auguste gebotene Karl von Bellersheim. Nach feinem Rücktritt in den h?ssischen Staatsdienst wurde Köhler am 29 November 1884 zum Oberförster ber Oberförsterei Beerfelden ernannt, 1894 aus sein Nachsuchen in die Oberförsterri Bingen a. Rh. versetzt, und am 1. April 1904 die aus gesundheitlichen Gründen erbetene Oberförstern Giefeen an ihn übertragen. Stier ist der am 25. November 1917 zum Geh Forstrat Ernannte also 17 Zähre tätig gewesen. In den durch bewährte Vorgänger in guter Verfassung erhaltenen ausgedehnten städttschen Waldungen konnte Köhler seine langjährigen Tiensterfahrunoen und fernen praktischen Blick betätigen und als fleißiger Wirtschafter sich bewähren Tie von ihm bo gründeten Iungbestände legen hierfür ein besseres
x/r. Wilhelm Gundermann aus GieHen zum aufeerttanrnäfeieen aufemordeutlichen Professor an ber Medizinischen Fakultät ber LandcSuniversität.
^mnnt.>'mo: nur als mustergültig bezeichn- *«!' rW’fc0Cnnn'I''r verlieb dem Ta-r? k. etaht Gießen am Grabe beo Tabtngtfd ‘ ” ^rme und zu verzen gebende Dort, Bis ln nem letzteri Atemzuge nahm Köhler trotz s. Leidens nod> Anteil an allen btnvr. id-zn Seine Befriedigung fand er stets tr f-irrem unb fernem schönen Familienleben. Unter den Krankheiten und bat Sterbriällen nr.brr riger litt der Verstorbene sehr. Otewr tei und _ Pflichttreue sind die PteUer- von dienstlicher Tätigkeit gewesen. Ms gerader, ^«ratter von einfacher, anfpnutelofer -vöhier nicht allein bei seinen Beruf; liebt, auch feine Untergebenen und elfe Bevölkerung seines TienstbezirkS bewahren gleich gutes Andenken.
* Orgel konzert. Fritz Schrnl. r.N ganift an der Heilig-Kreuz-Kirche 11 Berlm, oom vergangenen Herbst noch in bester Irrünernig steht, brachte am Mittwoch abend in der krrche wieder eine Reil» tolCtfeer Tarbietui*. -u Gehör Schon ber Auftakt des Abento -seb. Bachs A-Moll-Prstlud-un» und Fuge
ittvfee Zkünstlerschaft in glänzender tethntf, virtuoser Fingerferttgbi' und äußer wandtet Registrierung. Tie iyantafic üter - ■ Wml „Mor< der Etorgkrir, von Jrium, eotz imutitige, iniereffantc Ion malern, kr mtt brillanter Technik wieder, und Präludium und F«ge über den Namen Bach xr nnt großer Liebe und Sorgfalt au ■''gearbeitet b Sängerin, Frau Tr. Käckc K t ckhe se l-Kla« anS Frankfurt, hat eine weiche, svmvattni'chk D» stimme, die über eine große Klangfülle vettß« ater lewer unter sehr starkem Tremolieren ’.n>* toaS besonders in ben beiden Arien von Bach. ber C-Mvll-Messe und „Mein gläubige heru" anffieL Händels Largo und Mozart» Ave venu» sang ste dagegen mii ruhigem, vollem Tot r» herer Innigvett. Ter O rche sterve r ein, un»r Muslklehrer Gernhardts Leitung, spielte lanet dart in Mozarts F-Moll-Fontaste unb bet tz. Moll-Fantasie tun Wilh. Schenk, beide für Stnch. Orchester unb Orgel, mit gutem Gelingen. Ditz, te1 Mozart gräfeere Griffrrinh-r » wünscht hätte, war die Schmk-Fanla't!', bewnl«t
h a n n o v e r, 30. Mch-. <WTB.) Tie infolge der trohetiden Zlvtastrophe fltt bas Zritungsgewerb« mach Hannover zusammenberufenen deutschen
E un gs verleg er und Delegierten aller Verleg erverbände haben e i n st i m - m t g fclgenbc Entschließung gefaßt: Tie Versammlung der deutschen ZritungsVerleger hat mit Bestürzung unb tiefster Besorgnis Kenntnis genommen von ber neuen, ber Presse angesonnenen ungeheuren und völlig unerträglichen Belastung durch eine Erhöhrmg des geltenden Papierpreises, die allrin für sich eine weitere Verteuerung um das Fünf- bis Sechsfache des Friebensvreises des Papieres betragen soll. Weber die Presse noch die Leser noch die Inserenten können für jeden Wagen Zeitungspapier noch 10—12000 Mark mehr aufbringen als bisher. Die Forderung wird erhoben im Augenblick einer Ueberproduktion von Papier in ber ganzen Welt unb noch nie bagewesenet enormer Gewinne zahlreicher Papierfabriken. Tie Versammlung erhebt ihre warnende Stimme txr Wn, dafe die Dresse in dem Augenblick, ba ihr Wirken im öffentlichen unb nationalen Interesse rnsbefondere auch in ben bedrohten unb besetzten Provtnzen notwendiger als je zuvor ist, geschwächt und zerrüttet wirb. Sie macht bie Regierung unb den Reichstag verantwortlich für die Folgen ber Zulassung von Papierpveisen, deren Unerträglichkeit für die Presse von den Fabrikanten in weiten Kvei^ sen selbst anerkannt wirb. Sie macht die Regierung und da- Parlament vor allem auch perantwortlich für die Einschränkung der Zeitungen unb bie für jeben Politiker klar vorauszusehenden Folgen. Diese Folgen werden sich zunächst zeigen in ber er- Jtoungenen Rückberufung ber deutschen Auslands- florreftxmbenten unb in ber Unmöglichkeit, ben aus ausländischen Geldguellen gespeisten gefährlichsten Zerstörung^werkzeugen pubstzistischer Art eine ausreichende Abwehr durch eine freie leisttmgsfähige brutsche Dresse rirtgegenzusetzen. Mit diesem Prozeß DrbeitSlofigkrit im Zrittmgsgewerbe verbunden fern. Tic vevaTttwortlichen Herausgeber der deutschen Zeitungen machen die Regierung unb den Reichstag fei erlichst verantwortlich für erzwun- g«ne Betriebseinstellnngen von Zeitungen und alle . Akte der Selbsthilfe, zu denen die deutsche Presse , greiren muß, wenn die deutsche Regierung auch hier . versagt.
Die vorstehende Entschließung von Zei- tunasVerlegern bed ganzen deutschen Dater- landes wirkt wie ein Notschrei vor dem Er- - trinken. Er wirst ein grelles Licht auf die erschreckende Verständnislosigkeit der Reichsregierung sowie der einzelstaatlichen Regie- rungen und ber verschiedenen Parlamente tßr bie Tätigkeit, Aufgaben und Wichtigkeit der Presse. Während in anderen Ländern die Bedeutung und dementsprechend die Sorge für die wirtschaftliche Oebcnsfähig-- reit der Presse längst erkannt und gewürdigt wird, belasten bie Regierungen die deutschen Zettungen in einer Weise, daß diese ersticken müssen, die ihnen obliegenden AustlärungS- und Kulturaufgaben auf die Dauer nicht rm entfernteren mehr erfüllen können. Die Inserate werden mit einer Luxus steuer bis tu 10 Proz. belegt. Ist die Anzeige ein Luxus? Dient sie nicht vielmehr zur notwendigen Regelung des gesamten wirtschaft- luden Lebens? Wenn man diese Tatsache ein- sE unb zugeben muß, darf man die Anzeige auch nicht mit einer Luxus steuer, sondern mtc mit der allgemeinen Umsatzsteuer belasten. Eine weitere unerhörte Belastung und Betriebsstörung bedeuten die umständlichen schriftlichen Auskünfte, die die Zeitungen ber Steuerbelwrde über bestimmte Anzeigen zu «teilen hoben. Ganz abgesehen von ber Belästigung der Austroggeber wird den Zeitungen eine Arbeit mifgebürdet, die sckwn bei kleineren und mittleren Betrieben eine volle Arbeitskraft erfordert, also eine weitere er- heblicho Besteuerung der Anzeigen bedeutet.
Dazu kommt jetzt die Forderung ber Papierfabriken in einer Höhe wie noch nie
Zum ersten Male fron* sie sich bart gefeiert und umsäKvärmt yi werden Er »wt* rt ja doch sehen, unb sie hoffte bah H W* Eifermcht reizen würde Immer wieder Ih * Blick in den matt erleuchteten Garten hmaö. w fie die Umrisse letner hoben Gestalt erkennen bretr
Öeuie war eS Ina nicht zu heitz jum laut«, ttvtzdem die Schwüle sehr tne! bdMcnber äk« ber Erde lastete, tote an dem Dorbernebrirtee Taat. wo doch noch ab unb gu rin Windhauch btc Luft bewegt batte Nirgends 'and ber lan-se bestem viel Beifall für fernen Borichlag, es Tät-yhet zu improvisieren, ime aerobe an de» Solkaufchen Tisch So füfe die Musik axr a<E lockte, io weich und schmel-öid b-r Walzermelsri» m ben Garten hm ausklangen, ber, ben sie aüo> 'ollvor. der tarn nick»
Mit beigen ©argen unb aufgeregten toW* flog Ina von einem Arm in ben andern, Hs IeSßo sie endlich Last fiebernd in en kÜbler« Nebenzimmer zog. Mit stiller SbigQ fob er ra glühendes Gericht „Bersvrich mir, datz *ki nt® m*r tarne ft," lat er, .chiries Ra>en ist mckK» für deine Okfunhtieit."
„So gehen nnr nach £xnne," antwortete achselzuckend Sv stürmisch fie erst für bat Ton* Kn gestimmt hatte, so gleichgilttg fckmm sie lich dagegen wworden zu fein.
Am nächsten Morgen fitrm 3na W~. dunkeluunchattoten Lugen m das Frühstücks- zimmer. , 4
„Ich glaube, die Ääbenluft bekommt dir nickst, btmttttt ihre Tante mit einem besorgten 3ud aur *r übern ächtigteS Gesicht. „Sir voll« .w imeber abreisot."
(Fottscruma foigU
Uebtr Környmarks Züge glitt em wehmüttaer schein. „Gib dich keiner Täusckvmg fevt, Onkel," wt er. „Tie Ansichten, bie ich heute früh vertrat, find tzu feft mit meinem innersten ötin vermach- fen, als ba« eine io kurze Zeit sie ändern könnte."
JBerfwben wollen totr es trotzdem," 'beharrte ) der Alte, während er leise vor sich hvt psriiend dte Raucbutensilien hrrträrumtc: denn es war mittlerweile ziemlich spät geworden.
m 1X101 Wochen bleibst du ledensalls man CSiir. Solange toirt> sich dein Golden schon gedulden und bte Dächer von Königsmark, denke ich, w-rdrn auch noch einen Vixmat ftrfien Weiten. UfottMtmiiOTiotii sind ja einstweilen nicht ge- tnelbet »allo basta und wünsche wohl 'zu ruhen."
®iit kräftigem Dändtdrucke verabschiedete er fuh von feinem bstrste, um fein Schlafzimmer aut- Ullsuchen.
,noch Ltnge an das Fensterkreu;
n-.r ntc<m^SanrcI' JJo0fn zurück zu dem schönen stolzen Mädchen, dessen schimmernde flnqr.t cmc Spr«ve rrdewn, wie ste der horte, stelze Mund wohl niemals )proben würde
Tas m.'m Onkel so gefällig berabrefoe Lben>- «ffen tm votel Langarbs fanb »virklich ftitt f dem Fräulein Tvchmv an «einer funfulximi •'Vigrärii «krankt mar. TaS junge Mädchen c.or fühlte ffidj hettte $u nichts anderem wie zu einem Br- M-chc des vvtels aufgelegt, und ba sie erklärte jtoü Wedels boit&in z» schar», fa.43 Tante und
_^bre 1920 betrug die Zahl ber Ehe- fdirtcfeungen rund 19 300, ber Lebendgeborenmr rund 32 ,00 unb ber Gestorbenen rund 18 000. Vergleicht man diese Zahlen mit denen ber letzten gafere oor dem Kriege, so kann man feststellen, daß ft® btc betraten verboppelt, bte Ge- burten ben Friedensstand wieder erreicht haben, und dafe sich bte Zahl der Todesfälle ber normalen vöhe toteber näöcrt. Wenn m ben sieben Jahren durchschnittlich jährlich gerade so viel Ehen geschlossen worden mären wie in den letzten Jahren vor dem Kriege, so wäre in diesen neben Jahren höchstens mit 70 000 heiraten zu rechnen gewesen. Fast gerade so viel Ehen sind ?oÄ™autv geschlossen worden, nämlich rund 68 000: dte tm Kriege unterbliebenen Eheschließungen wurden also bereits in den Jahren 1919 unb 1920 nachgeholt. Diese Tatsache ist um so be- mertenjmerter, als man dock erwarten mußte, bah sich nach dem >Triegr infolge des Verlustes so vttler heiratsfähiger Männer bte Zahl der Ehe» schlictzungen vermindern werde. Nunmehr ist anzunehmen. daß vom Jahre 1921 ab die $>ei- L“ 1 *n 'aJMählich zurückgehen werden. Dte Zahl der E he sch e t b u n g e n ist von 180 im °u, 337 in 1919 gtftugen. Im I-Hn 1920 rotrb deren Zahl noch größer geworden sein.
Am 4. fliegt das erste Pfauenauge (15) unb am 6. entfaltet ber Flieder feine ersten Blätter (21), bem darin am 11. die Roßkastanie folgt (25). Am 7. stäubt die Lärche (21), am 12. blüht die Stachelbeere (32), am 14. die Johannisbeere (31) und am 13 die gelbe Forsythia (13). Am 14. sind die Wiesen vollständig grün (28). Am 13. trifft der Garten- rotschmanz ein (29), am 15. ber Wendehals (38), am 17. nrirb der erste Laubfrosch sichtbar (5) unb kommt die erste Rauchschwalbe. Am 18. stäuben Birke (18) unb Ackerschachtelhalm (28) und zeigt sich der erste Weißlirrg (6). Am 21. ruft ber erste Kuckuck (40), am 26. 8^01 fwö der erste Wiedehopf (10) unb am 30. fliegt der große Aurorasalter (24). Am 25. beginnt allenthalben in der Pflanzenmelt ein mächtiaes Treiben unb Blühen, das ün einzelnen hier nicht weiter verfolgt toeroen kann, dafür zeigt der Huflattich seine ersten reifen Früchte. Am 28. beobachtet man bie ersten Maikäfer (28) unb trifft mit erstaunlicher Regelmäßigkeit der erste Mauersegler (32) ein, um mit seinem Geschrei bie Lust zu erfüllen.
ASettcrvoraussage
für SamStag:
Vorwiegend wolkig unb meist trocken, milde Winde aus westlichen Richtungen.
Tie Wetterlage hat sich seit gestern mcht geändert.
Veranstaltungen.
Freitag: Stadtthoater, 7 Uhr: „Die Polar- veist". — Cafe Leib, 71/2 Uhr: Variets. — Lony- hafre 2. 8V< Uhr: Vortrag der Baptistengemrinde. — Lichtspielhaus: „Madame Recxrmier'^. — Licht- viele Seltersweg: Wie gestern.
9d geroa r nt unb daraus brngenriefen, die für bie Zuweisung der Wohnungen bestellte Kommission außerstande ist, den täglich eingehenden zahlreichen Gesuchen um Zuteilung von- Wohnungen entsprechen zu können.
Ter -raturkalender von «ießen.
Die in den letzten Monaten so teilen t^ir «Miseren liefern auch heute die phätrol^- Fischen . Beobachttrirgen des Gießener „Bln- menhoffmann" (Geh. Rat Hermann Hoff- mann) nach ben Zusammenstellungen von Prof. Dr. M a r k e r t, Gießen, mit.
i/m April regt es sich allenthalben mächtig unb nur einiges ganz wichtige kann hier ermähnt werden. Am 1. kann man die erste Eidechse (6) beobachten, am 3. beginnen die «öhazinthen im freien Land zu blühen (24V
in den Celli, fein und verständnisvoll m twt- gegeten. g
- Kleine Mitteilungen. Ter ->lästr- chor des WartburgverrinS teilt uno berirfUigenb mit, daß das Chor alb lasen vom Stadl kirchtn rin am «fite Ostersnertaq und auch an sonstigen kirchlick en ,>.n- tagen auf Veranlassung der evangelischen O'-'cm»- gemeutbe durch den Bläserch0r des Datl- burgvereinS mit dem Liede „Lobe den £*m den mächtigen König ber Ehren" erfolgt ul Ta Posaunenchor der Stadtmisswn spielte gleichM, vom Tache seines Gemeindehauses in ber V3ber- ftrafee. — Die Lose ber vierten Klasse ber P re» feisch-Süddeutschen Klassenlotterie müssen bis zum 1. April, abends 6 Uhr. unter Vorlegung des Bvrklassenlvses zur örnlöfung yla> Sn. Auch müssen bis zu dem anaefübrten driuunft e Ersatzlose gegen Rückgabe ber in ber hrifia
ben Geburten liegen die Verhältnisse anders In den sechs Jahren 1915 bis 1920 wären ohne ben Kneg 180—190 000 Kinder lebend geboren worben: tatsächlich betrug deren Zahl nur °°°- $on diesem Verlust von 50 bis 60 000 ändern wird in den folgenden Jahren rnchtS cingcbolt werden: denn die Geburkenzahl ist bereits schon wieder im Abnehmen begriffen ^er vielen Heiraten. Tie ungünstigen wirt- chattltchen Verhältnisse üben hier einen Einstuß das. Im Jghre 1920 hat sich bie Bevölkerung durch Geburtenuberschuß (mehr Geborene als Gestorbenes um 14 300 Personen vermehrt Ties wird auch in den nächsten Jahren so bleiben, und es entsteht die große ^x»rge, diesen fortgesetzten Menschenzustrom unter^ubringen.
Tic Wohnungsnot in Gießen.
Das Wobnungsamt teilt mit, daß feier zurzeit 12l)0 Familien ohneWofe- irungen sind. Freiwerdende Wohnungen von Beamten müssen nach neuerer Anordnung für ben Dienstnachfolger bereit«ehalten werden. Bei Wegzügen handelt es sich meistens um Wohnungstausche. Die Zahl der freiwerdenden Wohnungen ist daher verschwindend gering. Vor einem Zuzug nach Gießen wird d rin-
Bruder andere Pläne haben sollten, jc> 'belferte fxb gegen Abend bie Migräne.
Otto Königsmarks blaue Augen blitzten frruing auf, att sie die schlanke Mädchengeüall kommen loden. Em paar baitige Worte entschuldig len ibn i^1 stit einer Stunde in -beschlag genommen hatte, und ben er letzt rasch verliefe, um an Inas Seite zu eilen.
Tie SolkauS hatten aus der Teruafse des votels Platz genommen. Fräulein Tritoto war ntxb steifer, noch unnahbarer tote gestern, unv >?ksdo wendete seine garrze Aufmerksamkeit den zerren zu, welche, tote von gehermnisvollem Ttag- nete angezogen, von allen Seiten feerbeteilten, ,0- vald mir bie -spitze von JimS ©bmtenüfxrm nckn- bar geworden war. Mtt einer bei chm seltenen VerzlKbkerl bat er die Herren Platz zu nehmen.
Iva sah befremdet $u dem Bruder aut Sie tegrtfT mdjt, tote er, her, so lange ste denken totntre nur beitrrbl gewesen war, teben, auch ben törrd'tilen *rrr llRnrsche zu erfüllen, sich plötz- Uat zam Bundesgenossen der Tante machen konnte. Jedenfalls lorgtc ste da'ür, bm t?errtn klar zu modten, bafe JeSio nicht nt ihrem Auftrage ban- d^lte. Nre war ste bxfrwbrejtber geweien, nie batte ite ihre Gletchgülttgtei gegen die ihr bärget raduen r»ulb gungen verletzender zur Schar g> tragen nne heute
Kontgsmarl^ wunderte sich über bte Herren, b'c fick bieten Ton cierallen liefern Er hätte es nich< Sttmte und wenn sie eine Köntgrn gemeten wäre, selbst letzt, uw ihre Unarten doch andern ga^.en, fühlte er sich erkältet und zurückgesto^n m Sv derb rückstedislos er selbst gelegentlich tm Verkehr rmi Mannern >eut tonnte, ba her iriau liefet « sanfte AechlMeir. ,
jirtwr. Die Regieruna sagt, trie Papter- sabriken müssen lebensfälnq erhalten werben. Der Ausgleich, den bte Fabriken durch er- hähte Exportpreise erzielten, kam bisher den inländischen Abnehmern in sehr bescheidener Weise zugute. Es standen nämlich für den Export 4000 Wagen Zeitun^papier ur 8eTfüguna. Davon sind etwa 450 Wagen egal ausgeführt, etwa 800 sollen ver- cho ben sein. Der (Gewinn hieraus ist ben inländischen Abnehmern für weitere Nieder- Haltung der Papierpreise entgangen. Beim Stocken des Exportes soll diese Vergünstigung fortfallrit, wir, die Leserschaft und die Inserenten sollen van neuem belastet werden, damit die Fabriken weiterhin hohe, teils unerhörte Gewinne einstecken können. Wenn z. B. die Ammendorfer Papierfabrik neben dofecn Abschreibungen noch etwa 200 Proz Dividende ausschütten kann, warum greift die Reichsregierung da nicht ein, weshalb werden die Fabriken mit Riesengewinnen nicht verpflichtet, die Reinen, wenig rentablen Fabriken zu stützen, und weshalb veranlaßt sie nrcht die Regierungen der einzelnen Länder, das Papierhvlz zu einem billigeren Preise abzugeben. Der jetzt festgesetzte Vorzugs preis ist Häher als der Tagespreis. Wenn die Regierungen und Parla- nente uns nicht helfen, die Notwendigkeit der Erhaltung einer leistungsfähigen Presse nicht einsehen wollen, dürfen wtr uns nicht mit dem Notschrei begnügen, dann müssen wir in unferer eigenen Sache, bie doch auch die des ganzen Volkes ift, einmal von der Macht Gebrauch machen, die uns zur Verfügung ^beht, so ungern es tzeschieht. Vielleicht kommt die Regierung dann zu der Einsicht, daß sie an der Erhaltung der Presse Interesse hat.


