Ausgabe 
1.1.1921
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 308

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger ^General-Anzeiger für Cberheffen)

Freitag, 3H Dezember 1920

29. Dez.

30. Dez

1464 - 144 5 1446,45

1113,851116,' 5 1108,841111,15

974,

976,-

Börfenkurse.

Berlin

nicht als imgünftii

30.12. 29- 12. 30.12.

(uhmft sein wird, läßt sich

77,')0

itbeii Boden neu ge-

343,50

676.

284,

340,

339,

430'- 432,50

435,-

7,

23,

Panflavin

gei. feien.

Entstehen begriffen, imb im Ausland wird eine

Dom chen.

29.12.

77,50

324, 385.

239,

785,

333,

eifrige Propaganda betrieben. Aber viel wichtig noch als die Höhlentouristik ist die Gewinnung 1

IG,89 81,85 12,92

409,-

583,-

344,75

320,-

679,-

30.12.

8,97

4,40

9,-

179,75 199,-

907,- 2,67

23,-

1,35

460,-

316,50

282, 5

329.50

246,-

Maciä-Verkündi< 1652 mn 1. M

nit Loge!

mnt

225,25

244,50

258,55

74,08 42-t,2O

in der näck schwer sagen.

1461, 224,75 244,-

257,45

73,92 427,80

179,50 199,-

191,75 550,-

408,25 !400 -

in Venedig bis zum Jahre Der 25. Marz hat frch tn

29.12.

8,95

4,37 9,-

77,50 66.10 65,90 62,75

180, - 326,50 247,- 219,75 200,25 179,50 195,50 194,50 549,- 407, - 400,75 574,75 344, 319,- 665,- 574,75

^.c deutsche Kaliindustrie wieder zur Au«!uhrindustrie zu werden beginnt. So ist lest nut Italien ein Kaliab kommen gerro-sen wor­den, und Verhandlungen mit den Donaustaaten nnö Rumänien dürften ebenfalls zu Abfchlüscn tuhren. Auch 'Jltamfa, das sich bekanntlich wahrend des Weltkrieges bemüht hat, sich unabhängig vom deutschen Kali zu machen, wird bald wieder beut- Kali kaufen. Aber wir dürfen niemals oer- geisen und das jetzt in England angenommene Farbeneinfuhrverbot liefert dafür einen Beweis, daß wir noch einen sehr schweren Kampf um die Wiedereroberung des Weltmarktes zu führen haben weiden.

reite für Kaffee und Zucker, loelche Waren die Grundlage der Ausfuhr von Guatemala bilden, sind in der letzten Zeit erheblich

Die geschäftliche Lage des Landes ist bislang

1 ru bezeichnen. Aber wie es

16,85

8 .65

1 ,98

tragsfähigkrit deS Ackerbodens wäre ivohl für de« Ernährungszustand und die Arbeitsfähigkeit deS aesamten Volkes von rettendem Einflust. So zeigt fdjon der Ausblick in die nächsten Folgen der bt> Sn neuen Ausbeutung des Plwsphorreichtums un- er Höhlen ungeahnte Möglichkeiten von tocit*i gehender Bedeutung für die WiederaufrichUingll eines unglücklichen Volkes."

der Tungmitte! für den bungembeu Boden neu gi geben Tie Wirkung auf Ernten nsfall und Ei

223,75

2 1,70

257,20

72,92

431,15

961,50 953,50

1M8 16/>2

81,65 81,85

12,98 13,02

206.10

9.05

1.575

7.40

39.-

23 22

22 90

40.95

1.15

657 50

4.10

NeujaHrseier" zu verschenken; bieje Bezeichnung Ziel: vielmehr länglich auf solche, die unSXt5- neue Jrchri' zur Osterzeit beschert.

?lber man hielt sich nicht nur an dreien ein­zigen Termin. An den Niederlanden würbe Der Jahresanfang am Karfreitag ober Mrsmnstg be­gangen, m manchen Landschaften am Tage von

So wurde tn den Landern, in denen man die alt­römische Ueberlieferung und den lateinischen Ka­lender nicht tonnte, der 1. Januar als Jahres­mrfang einfach gestrichen. Hinsichtlich uni er er ein­heimischen Ueberlieferung war das nicht fo kurzer­hand möglich, denn sie war in natürlichen Vor­gängen begründet. Diesen patzten sich bte Send­boten der neuen Lehre, so gut es ging, an; mit wechselndem Glück.

So wurde in unseren deutschen Gauen der Jahresanfang in Verbindung mit Ostern began­gen das zugleich das AuferstthungAest des SBcfb» Heilands und der neu verjüngten Natur war. Nur scheinbar steht dem entgegen, was Dr. Mar­tin Luther gegen die Gregorianische Kalender­reform vom Jahre 1582 schrieb.Wir Christen sahen unseren neuen Jahrestag am heiligen Ehrist- tagc, wie die Jahreszahl zeiget, datz man schreibt: im Jahr nach Ehristr Geburt."

Ja, wann feierte man damals Christr Geburt? Nicht am winterlichen ,Heiligen Wend" oder tn derHeiligen Nacht", sondern ein Vierteljahr später, am 25. März, zu Frühlingsansang, und so fielen zwar nicht, wie es sprichwörtlich heißt. Ostern und Pfingsten, wohl aber oft das Christfest, i»5 Osterfest und Neu ahr auf einen Tag! So ist and? der ohne solche Erklärung kaum verständ­liche Beschluß des Landtages zu To rgau vom Jahre 1626 zu begreifen, der allen Kmdern das damals sehr überhand genommene Besuchen bet ihren Paten verbot, um sich Neujahrs- oder Osterei« zu holen. Lm L Jlvruar hat niemand

Marknotierungen.

Datum:

Glitsch lWlor ' bfflbtnbttrg,

«ginnen am icrHagbtm wuar 1921, M 8 Uhr, :em Verelnttokal n>a6, Bahnhof , einen sänger- iterricht men u. Herren, richlßgeld L M. ehlich Lehrmiiiei. Zungen zu Be> ZUnierrichiSoher , 1. forschenden. ytQbtoberlefretät lieih, Norden' tt Voritand

Stolze - Lldrcv D, Ziehen.

2302,70 2 07,30 2287,70 229 2,30

450,25 451,25 452,- 453,- ll''6,30 1169,70 148,85 1151,15 1153,80 1156,20 1141,35 1143,65

ag den 2. Jan.. itt.>/,3llbe, e> lfl, $lattnira6e: mmeckB aitarieiizüchstk -Liebhaber, willkommen!

Einbermr.

Frankfurt a M., 31.De).

Berliner Devisenmarkt

Frankreich bis ins 13. Jahr hindert, tn Spa­nien bis zum Jahre 1850, in Florenz und Pisa bis zum Jahre 1794 erhalten. Nur wenig vorher, am 30. November 1766, ordnete Kaiser I o s e j 11. durch ein Handschreiben an, datz die bi i dahin zu Weihnachten und Ostern üblichen Gratulatronen künftig am 1. Januar der Hose abzugeben seren.

Damit trat der Jahresanfang des altrömr- schen Kalenders auch für das Heilige römische Reich deutscher Nation wieder tn fern altes Recht, das man ihm in Frankreich im 10., in England und Skandinavien tm 11. Jahrhundert strer rg gemacht hatte, und das man ihm in Frankreich schon cm Jahre 1564, in Spanien im Jahre 1575, in Rußland tm Jahre 1706 nnebergab. Nach und nach traten überall die einstigen kircAichen Beden­ken gegen ferne heidnische Ableitung vor allge­meineren Rücksichten zurück, und so bezeichnet letzt der 1. Januar alsNeujahrstag" den JahreS-. an fang in aller Welt.

Geld Brief Geld Brief

Zürich . . . Amsterdam. Kopenhagen ?w2h'olm *. Wien . . . .

London. ..

Paris . . .

New.York

Wechsel auf: Holland Deutschland Wien Prag Paris London. Italien Brüssel Budapest New-Pork Agram

319,-

284,50

501, - 295,-

Zürichrr Devisenmarkt.

30. 12. 31. 12.

224,25 2 2,30 2)7,80

7 ,C8

431,95

Datum Amsterdam» Boller Brüssel-Antwerpen Thristiania.... Kopenhagen . . . Stockholm .... Helfingsors. ... Italien

London New-PorK. ... Paris.......

Schweiz Spanien Wien (altes). . . Deutsch-Oesterr. .

Prag

Budapest Bulgarien .... Konstantinopel. .

Frankfurt

Abend- Abend- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs

Der Jahresanfang.

Das Jahr ist rund. Ein Ring, em Kreis, der sich unablässig von einem Dag zum anderen öroht; daher sprechen wir auch vomJahreslmif". 3m übrigen eine Zeitspanne, bte durch den Gang der Gestirne, vor allem der Sonne, bestimmt wird, lud) das ein ewiger Kreislauf. Mer dennoch erkennen wir die Wendepunkte: einen Tag, an dem Ite Sonne am höchsten steht und einen anderen, en dem sie am tiefsten fischt, der längste und ter kürzeste Tag! dazwischen je eine Tag- und Aachtgleiche. Temzufolge erscheint uns jetzt das Lahresrund vierfach gegliedert; wir rechnen mit rier Jahreszeiten. Unsere Vorfahren, die tn dreien Trugen noch nicht so fein unterschieden, rechneten für mit zweien: Sommer und Winter. Doch auch die dazwischen liegenben Wendepunkte waren trnen vicht unbekannt. Ter Frühlingsanfang namentlich trat vor aller Augen deutlich in die (Srfdyrinung So wurden aus den anfänglich zwei Jahreszeiten allmählich drei, noch später kam als vierte der Derbst hinzu. Wann aber war der entsdxndende Dendepunkt für das ganze Jahr? Ter Jahres­anfang? Der Neu ahrstag?

An zwei verschiedenen Zeitpunkten wurde der begangen. Im Winter, wenn die Tage immer kürzer wurden, glaubte man, datz es mit bem Lichte, mit der Sonne, mit allem Leben ganz, zu Ende gmge, bis dann das ^onnenrab in immer Heiteren Kreisen wieder aufwärts rollte und tot neues Jahr erschien. Schon die alten Römer,

Schweizer Franken

100 Fl. =206.10 -----

Datum: Se/e Deut Urltgsanl. */, Deut. Neichsaul. 3e/e Deut. Nexhsanl. 4e/e Preuh Konsuls Darmstädter Banst. Deutsche Banst . . . Disconlo Gesellschaft Dresdener Banst . . Nationalbank f. D. . Mitleid. Creditbank. H.-Amerist Pakets. . Norddeutscher Loyd . Boch Guhslahlwerk . D.» Luxemb. Berg«. Gelsenstirch. Bergw. . Harpener Bergbau . 6berschl.Eiseno.-D. . Oberschles.Eisenind. . Phönst.Bergb.Astt. . Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr. A. G. G.

Schuckert- Werke . . Fellen- Guilleaume . Daimler Bud.- Eisenw.» Akt. . Adlerwerke 4*/,Hess.2taatranl. . Electron Griesheim .

HöhlendüngerS. Tie österreichische Regie­rung hat durch das sogHöhlendüngergeietz" olle Vorkommen der Art rür S ailSrigenkum erklärt und in der .Höhlcnkommifi'ion" eine eijene Ve^ Hörde einge eyt Fast alle Höhlen besitzen .'inen ge­radezu «unerschöpflichen Reichtum an prähistori­schen Fäkal en und Sbia(benab!qgerungen, die meist unter meterhohen Schichten JalnHunderte alten FlodermauSguanos begraben liegen: doch weist auch die Muttererde beträchtlichen Gehalt an leicht löslicher Phosphorsäure auf. Für die chemischen Untersuchungen und die Feststrilung deS Höblen- düngers steht eine staatliche Sonderanstalt, daS Höhlenlaboratorium von PeggMi, zur Verfügung, und in der Peggauer Höhle Ixit man audi schon mit der Gennnnung begonnen. Tie Ergebnisse dieses Hohlendünger abbaues lassen sich zahlenmäßig nickt angeben, doch ist mit ganz gewaltigen Er­trägen zu rechnen, auch wenn man die sehr wahr» sck^rinliche Entdeckung neuer Lager noch nicht in Diedmung stellt. Tic Drack-enhöhle bd Mixnitz in. Steiermark lätzt allein einen Ertrag von mehr als 71/3 Millionen Kilogramm reiner PhoSphvr- säuve im Werte von mindestens 225 Millionen Kronen erwarten; dock kann sich die förderbare Menge auch leicht auf das Doppelte erhöhen. Bedenkt man, datz in Oesterreich weit mehr als 1000 Höhlen schon entdeckt sind, so fieljt man, datz es sich 'liier um Milliardenwerte handelt. Der Weltbedarf an Phosphorsäure beträgt gegen­wärtig 3,9 Millionen Tonnen im Jahr, di? Welt- sörderung nur 2,2 Millionen. Tas Riese.idcnzit an Phosphorsäure, das mit eine Ur ad« der heu­tigen WirtschaflSnot ist. wird durch bte nennt Höhlendüngerftoffe beträchtlich verringert werden. Unabsehbare Konsequenzen lätzt die Erschlietzungt des österreichischen Höhlcngebietes erwarten", sagt der VerfasserNicht nur, datz Oesterrrich und Deutschland, vorn Zwang zur Einfuhr landwirt- sclwftlidrr Tüngemutel aus svernden Staaten be­freit, die Stärkung des heimischen Geldwertes mit verbesserten Aussichten unternehmen könn.'n, es wird auch die Möglichkeit zur Zuführung genügens

lieber die Angestellten Verhältnisse in (Guatemala schreibt uns die Auslandabteilung des Kaufmänni­schen Vereins von 1858 in Hamburg:

I" der letzten Zeit ist eine große Anzahl deutscher Angestellter für deutsche Häuser nach hier gekommen, womit der Beoarz für die nächste Zeit gedeckt fein wird. Wir raten daher nach wie vor davon ab, ohne feste Stellung hierher zu kommen.

Dermilcbtef»

Oesterresths unterirdische Riesenschätze.

Das arme Oesterrrich ist wirtschaftlich so völlig gebrochen, daß an seiner Wieder au frichtung ge­zweifelt wird. Aber wo die Not am größten, da ist auch die Hilfe am nächsten. Wie Edgar Vilnai in derUmschau" nrittrilt, bergen die neuent- deckte nHöhlengebiete des Landes autzer- ordentlicfi große Werte, die bei ganz bescheidener Einschätzung hin reichen, um die gesamten KriegsschuldenOesterreichs zu decken Wir haben bisher hauptsächlich von der! wissenschaft­lichen Bedeutung der großen Höhlen gehört, bereit sich in jüngster Zeit eine eifrige Höhlenforschung annimmt. In Vilnois Aufsatz wird nun die wirt schaftliche Seite beleuchtet. Da ist schon die Be­deutung der HWen als Sehenswürdigkeit für den Fremdenverkehr nicht zu unterschätzen E. werden bequeme Spaziersteige in das unterirdisch Eis gehauen: ein riesiges Höhlen Hotel ist im

verändert. Im freien Verkehr wurden Neckarsulmer S bewertet, 360, 362. Dartsche Maschinen ft 370 Geld genannt. Holzmann waren ab» geschwächt 363, 364. Benz-Motvren 263. Mans- selder Kuxe 4725. Aus dem Gebiete der Auslands­werte ermätziat.n Deutsch Petroleum ihren Kirrs- stand 2080. Mexikaner lagen vernachlässigt. 5proz. Goldmex. 690, 4Vrprv;. Irrig. Anleihe 511 schwächer. Von Elektrvpapieren trat weiteres Interesse für Bergmann hervor, mit 345 zogen fae um 7Proz. an; auch AEG. fest 324 plus 2Proz. Chemisch Attien behauptet. Tellus Bergbau 430 rationiert stiegen um 8, Fränkisch Schuhfabrik 295 rat. 5 Proz. Adlerwerke Kleyer lagen im An­gebot und verloren mit 333 7 Prvz. Als höher an zu führen sind Badisch Maschinen 369, Metall Dannhorn 280, beide je 5 Prvz. gesteigert. Loko- motivf. Krauß waren stärker gesucht 409, plus 11 Proz. Karlsruher Maschinenf. 552, tKus 17 Proz. Kaliwerte fanden zu höheren Kursen Ausnahme. Bochumer stellten sich auf 550, plus

nüchtern, praktisch, stellten hierüber Berechnungen an. In der Zeitrechnung ihres yveiten Königs Numa findet sich demzufolge bet 1. Januar als Jahresanfang bezeichnet.Januari" leitet sich von Janus" ab. Tas bedeutet so viel wieDurch­gang" und ist zugleich der Name eines Gottes, der zwei Gesichter hat, mit deren einem er rück­wärts auf das alte Jahr und vorwärts auf das neue schaut.

Unsere germanifchen Vorfahren waren mdjt so genaue Rechner; astronomische Bsobachtungen lagen ihnen ferner als den Seefahrern der Mittri- nteeriänber. Gewiß entging and) ihnen der ,Sonnenstillstand" in der Winterszrit nickt; sie begingen jbn in heiligen, weihnachtlichen Nackten. Aber mel sinnfälliger trat ihnen der Jahresanfang zum L e n z b e g i n n in die Erscheinung. So rech­neten sie mit dem Jahresanfang vorzugsweise erst mit dem Frühlinysanf<mg. Der. fiel freülld m verschiedenen Breiten sehr freu inevn. Jn ^i-d- deutsckland auf die Fastnacht, in Mitteldeutschland aut den Lätaresonntag, in Norddeickchland aut den Walpurgistag, den 1. Mai Den nannten fie denSommertag". Auch bieje germanwteu Neujahrsfeiern waten mit heidnischem Gotterkult verquickt, wovon sich Reste von allerhand Brau­chen allenthalben erhalten haben. Al,o ganz das- jelbc im Norden wie im SDen.

Jlun machte sich un Mittelalter der Einflutz der Kirche gellend, die von alledem nichts willen wollte und bemüht mar, bn rechnung durch eme neue christliche zu erjefic«.

dttheater

)it BkH

S.?.?

fl '

t mA ;| L stift': Ä Ti.

agif

>väv

(In einem Tell der Auslage wiederholt.)

Klara Zttkin.

Paris, 30. Dez. (WTB.) Die betMatin" berichtet, wird Klara Zetkin, wenn man ihrer habhaft wird, verhaftet werden. Man wirb vor allln Dingen die Papiere, die fie sich verschafft hatte, prüfen. Wenn sie keine belastenden Schrift­stücke bet sich führt, wird fie an der Gren-e ab* geschoben werden.

Rtmbüvrrfall.

X Gelnhau sen, 29. Dez. Ein aufregender' Vorgang mit ttaaifchen Folgen hat sich in Obern- bori bei Bad Orb zu getragen. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch erschienen vor dem Pforr-, Haus vier unbekannte Personen, bte; unter einem Vorwande Ein laß begehrten. AlS ihnen der Zutritt gewährt worben war, über­fielen fie oen Pfarrer, knebelten ihn und raubten die Wohnung aus. Wertgegenstände, Geld u a m. fielen in ihre Hände. Darauf begaben sich die, Einbrecher in die Kirche und plünderten dort gleichfalls in ausgiebiger Weife. Inzwischen war telegraphisch der Landjäger in Bad Orb benach» ridjtigt worden, der fick mit dem Stadtdiener auf den Weg nach Oberndorf begab. Unterweg - kamen; die vier Einbrecher heran, die den Polizeibeamten' Auriefcn:Hände hoch!" und Schüsse ab gaben. And) der Landjäger machte fron seiner Sckmtz-. Waffe Gebrauch und erschoß den einen der Gin* brecher, der ein gewisser Wilhelm Busch aus Frank-, furt sein soll. Ein anderer Einbrecher wurde fest­genommen. Tie beiden anderen Einbrecher ent­kamen.

Das deutsche Wirtschaftsleben im Zahre 1920.

, Von Ernst Collin.

Wir entnehmen die nachstehenden Ausfuhr tomgen derDeutschen Industrie", dem Organ des Reichsverbandes der deut chen Industrien:

Versucht man, die Entwicklung des deutschen Wirtschattslebens während des vergangenen Jahres durch eine Linie zu veranschaul'^hen, so wird man unschlüsiig fein, -»6 man das Ende dieser Linie nach oben ober nach unten weisen lassen soll. Bedenken wir, daß dieses Wirtscha tsjahr als das uoeite nacb der staatlichen Umwälzung und der Beendigung des Krieges, ein Jahr ungeheurer, als vereinigte Au-w:rkungen des Krieges, der Revolution und des Friedensverttages zu be­trachtender Schwierigkeiten gewesen ist, daß der Ausblick gerade am Ende des Jahves mehr denn je in Dunkel gehüllt ist, datz aber doch gewisse Merkmale der Besserung wenn auch kaum deö Aufschwungs vorhanden sind, und daß wir von einem ernsthaften, nach Wiederaufbau zielen­den Wlllen sprechen dürfen.

AlS erschreckend muß die Klarheit bezeichnet werden, die uns das Jahr 1920 über die Lage Unserer Reichs!inanzen gebracht hat. Es möge genügen, festzustellen, daß die schwebende Schuld des Reiches aus diskontierten Schatzanwrifungen fich von 85,3 Milliarden am 15. Januar auf rund 148 Milliarden Mark am 10. Dezember vermehrt hat. Es ist überflüssig, immer wieder darauf hinzuweisen, wie eng die Gestaltung un­serer Wirtichastslage mit der un crer Reickfs- f inanzen zusammen hängt, und wie die Gesundung des Wirtschaftslebens erst die der Finanzen zur Vorbedingung hat. Ms ein für die deutsche Wirt­schaft verhängnisvoller Faktor hat sich ferner die zunehmende Inflation, d. h. die Vermehning des llmlaufs an papiernen Zahlungsmitteln, erwiesen. Betrug der Umlauf an Reichsbanknoten 35,7 Mil­liarden und an Tarlehnskassenschrinen 13,8 Mil­liarden, also zusammen 49,5 Milliarden am 31. Dezember 1919, so weist die Reichsbank nach ihrem letzten uns vorliegenden Bericht in der ersten Dezemberwoche einen Banknotenumlaus fron ,rund 64,7 und einen Umlauf an Darlehnskassen- febemen von rund 12,3 Milliarden, also ins­gesamt von 77 Milliarden, d. h. gegenüber dem Jahresanfang eine Vermehrung um 27,5 Milliar­den Mark aus.

An die Spitze derjenigen Eveignisse, die daS Jahr 1920 als eines wachsender wirtschaftlicher Schwierigkeiten kennzeichnen, steht das S Paa er 4to bien ab to m m en vom Juli, bas uns für ein Halbjahr (vom 1. August 1920 bis 31. Januar 1921) die Verpflichtung der Lieferung von monat­lich zwei Millionen Tonnen Kohle, und in der Hchiptsache von Steinllrhle an die Alliierten auf» erlegte. Ob nad) dem 31. Januar des nächsten Jabres unsere Verlragsgegner auf der gleichen Ablieferungsmenge bestehen werden, durch die unsere Industrie an den Rand einer Katasttophe geführt werden würde, steht noch immer nidjt fest.

Was in das deutsche Wirtschaftsleben immer wieder ein Gefühl der Unruhe hineinttägt und ständig die Gefahr wachrufi, daß erreichte Erfolge wieder vernichtet werden, sind die andauernden Forderungen unserer früheren Gegner, Forderun­gen, die sich auf den F r i e den s v e r t r a g gründen, aber nicht immer in diesem ihre recht­liche Begründung sinden. Nur erinnert sei an die ja immer noch nickfit vollständig geklärte Frage der Dieselmotoren, deren geforderte Vernichtung unausdenkbare Folgen für unser Wirtschaftsleben gehabt hätte. Und der Kampf, den die deutsche fRegienmg monatelang um die verlangte fast völlige Ablieferung unserer Handelsflotte geführt hat, zeigt ebenfalls, wir der Friedelisvertrag ein um den Hals der deutschen Wirtschaft gelegter Strick ist, den derjenige, der ihn in Händen hat, jeden Augen­blick zuziehen kann.

Es ist ein Gemeinplatz, zu sagen, daß die Wiederherstellung der Kaufkraft unseres Geldes davon abhängig sein wird, ob wir unsere Ausfuhr auf die Höhe unseres Einfuhrbedarfs bringen Titanen, wenn wir uns nicht gar bemühen müssen, sie über diesen hinaus zu steigern. Erstarkung der deutschen Produktionskraft bildet hier die eine Möglichkeit, dies zu erreichen, Revfiion des Frie- tensvertrags die andere. Daß der Friedensverttag ton Versailles, dessen für unser Wirtschaftsleben torl)ängnisvolle>» Folgen wir in diesem Jahre be­reits in ihrer vollen Schwere kennengelernt haben, o umgestaltet wird, daß die deutsche Wirtschaft ihre im Tienste der Weltwirtschaft liegenden Auf- <wben erfüllen Tann, muß dasceterum censeo unseres Volkes bilden. Vorläufig sind wir noch

100 Mk. = 8.975

100 Kr. 1.55

100 Kr. = 7.40

100 Fr. -- 38.65

1 £ --- 23 .17

100 L. 22.15

100 Fr. «= 40.65

100 Kr. 1.15

100 $ -= 658 -

100 Kr. = 4.50

Bad-Nauheim Hupfelds

ner 11Kurpark-Casino, Diele, Bar, Weinstuben und I[Hotel auch im Winter in vollem Betrieb.

weit davon entfernt, unsere Ausfuhrwerte einiger­maßen denen der Einfuhr annähern zu können. Und es ist gerade kein erhebendes Schauspiel, toenn jetzt der deutsche Vertreter in Brüssel die .Wahlen ricktigslellen muß, die wir vor einigen Nvnaten hmsichtlich unserer Ein- und Ausfuhr in derselben Stobt der Finanzkonsevenz vorgelegt, inumapme. «Dammer jkiuoi hu# uu, tabat. Bedeutsam ist es, daß ttotz des Verlustes I 5 Prvz. Der Schluß gestaltete fick, lest.

gefallen, und vorderhand scheint wenig Aussicht vorhcmden zu sein, daß eine Besserung der Lage erntritt. Selbstverständlich spielt auch hier die Geschäftslage in den Bereinigten Staaten und in Europa eine große Rolle. Da diese in jenen Ländern durchaus ungünstig ist und auch die unaeklärten politischen Verhältnisse keine ruhige Geschästsentwicklung zulasien, ist an einen großen Aufschwung kaum zu glauben.

Ein Tell der von der Regierung beschlagnahm­ten Kafieepslanzungen ist ihren Eigentümern zurückgegeben worden. Allgernrin hat man die Hoffnung, daß nach den Präsidentenwahlen auch die noch beschlagnahmten Pflanzungen der großen deutschen Aktiengesellschaften wieder in den Besitz ihrer Eigentümer zurückkehren werden.

handel.

Berlin, 30. T<^ Börsen st immungs- bilb. Die aus den Zmseingängen herrührenben großen Geldmittel werden vom Publikum in stei­gendem Maße in Wertpapieren angelegt. Diese Käufe bildeten neben den in einzelnen Werten an­haltenden Interessen- rmd Drehrhritskäufen den Untergrund der auch heule an der Börse sich wieder stärker vurchsetzenden festen Grundstimmung. Ti« meisten und stärksten Preiserhöhungen traten am Montanaktienmarkte ein, wo die führenden Papiere durchschnitllich bis 15, Buderus 30 und Bismarck- Hütte 45 stiegen und die Hauptumsätze sich in ober# schlesischen Werten, Hanpenern und Mannesmann! abspielten. Auf den übrigen Märkten hielten sich die Besserungen in engeren Grenzen, erreichtem aber dock) für verschiedene Jndustririverte 10 Proz. und etwas darüber, für Aschersleben 27 Weste­regeln 40, Hansa 23. Groß war das Geschäft bei sprunghaft steigenden Kursen in Goldschmidt- und Bergmann-Aktten. Bank-, Valuta- und Renten­werte waren vernachlässigt und wenig verändert. Mexikaner und ungarische Renten waren etwas ab­geschwächt. Starke Kauflust des Publikums trat namenllich in den zu Einheitskursen gehandeltem Jndustriewerten zutage. Tie Allgemeintendenz blieb trotz gelegentlicher Schwankungen weiterhin fest.

Frankfurt a. M., 30. Dez. Börfen- ftimmungsbild. Die Tendenz im Abackver- kehr wies eine feste Haltung auf. Das Geschäft war nicht sehr belebt. In Montanpapieren waren die Kursveränderungen nach oben und unten nur geringfügig. Oberbedarf 347 stellten sich 2 Prvz. böber. Buderus mit 785 5 Prvz. niedrrger; auch Gelsenkttcken schwächten sich ab 401. Die übrigen Werte auf diesem Gebiete lagen still und wenig

Pastillen

zur Desinfektion der Mund- und Rachenhöhle. Anerkannt bestes

Mittel gegen Katarrh, Hals­entzündung,Heiserkeit

L\ Verschleimung