Ausgabe 
31.5.1929
 
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Gpielvereinigung 1900 Gießen.

o. 2lm nächsten Sonntag eröffnet 19006 3. 3 u « gend den Reigen der Freundschaftsspiele gegen die 1. Jugend von Rieder-Ohmen. An- schliehend hat die L i g a r e s e r v e Gäste aus dem Gau Marburg: Gegner ist die 1. Elf vom Rasensportverein Wommelshausen bei Gla­denbach, die gute ^-Klasse repräsentiert. 3m Vorspiel in Wommelshausen unterlag 1900 mit 4:2 Toren, hofft aber, sich diesmal revanchieren zu können.

Ferner trägt die 2. 3 u g e n d ein Rückspiel gegen die 1. 3ugend von Werdorf, Kreis Wetzlar, aus. Bei der ersten Begegnung an Pfingsten in Werdorf siegte der Gastgeber 2:1, wird aber auf dem großen 1900-Sportplatz we­niger Gewinnchancen haben. Sodann empfängt 1900s 3. Senioren-Elf die 1. Mannschaft von Garbenteich: hierbei sollte es zu einem sicheren Sieg der Gießener kommen, deren guter Mittelläufer erstmals wieder Mitwirken wird.

Der Sportclub Gladenbach begeht am Sonntag die Feier des 20jährigen Bestehens, wozu er die 1. 3 ugend der Spielvereinigung 1900 Gießen zu einem Propagandaspiel einge­laden hat. Die Aufstellung der Gießener wird zwar nicht so stark sein, wie bei der Pfingstreise an den Rhein, jedoch erwartet man, auch von dieser Vertretung recht gutes berichten zu können.

Die 1. Schülerelf trägt ein noch rückstän­diges Pflichtspiel in Heuchelheim aus. Man könnte mit einem glatten Sieg der 1900er rech­nen, die sich stark verbessert haben, wenn man nicht die Tücken des Heuchelheimer Platzes in Betracht ziehen müßte.

Arbeiter-Turn- und Sporibund.

Am kommenden ©D-ntag wird Raunheim 1 im Pflichtspiel gege i GiehcnKreisklassen- Mannschaft anheten. Raunheim ist in aufsteigen­der Form begriffen. Gießen wird sich anstrengen müssen, wenn es sein Ansehen als Kreisklasse nicht aufs Spiel setzen will.

Wetzlar ist in Alsfeld zu Gast. Zwei gleichwertige Mannschaften werden hier um Sieg und Punkte kämpfen.

Heuchelheim i wird sich gegen Großen- Linden! in Großen-Linden Sieg und Punkte wohl nicht nehmen lassen.

3n Wieseck treffen sich W i e s e ck 1 und Gie­ßen 1 b. Rach den Leistungen der Gäste vom Vorsonntag wird Wieseck auf der Hut sein müssen, wenn es Sieg und Punkte behalten will.

3n der zweiten Klasse hat Klein-Linden Wetzlar II zu Gast. Es wird wohl die Chan­cen des eigenen Platzes auszunutzen wissen und Sieg und Punkte behalten.

Leun empfängt Kinzenbach und wird sich anstrengen müssen, wenn es die Punkte nicht ver­lieren will.

Gießen II sieht Wieseck II bei sich. Hier werden die Gäste die besseren sein und Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen.

Steinbach und Watzenborn werden sich in Steinbach ein ausgeglichenes Spiel liefern, dessen Ausgang offenzulassen ist.

Grünberg wird in Staufenberg auf einen zähen Gegner treffen und vielleicht mit viel Glück Sieger bleiben.

. Daubringen wird sich in Beuern gegen die dortige Mannschaft zwei weitere Punkte holen.

3n der 3 u g e n d k l a s s e treffen sich, jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins, Heuchelheim 3ugcnd Großen-Linden 3ugend: Klein-Linden 3gd. Trais 3gd.: Watzenborn 3gd. gegen Wieseck 3gd.: Rodheim 3gd. Gießen 3gd.

3n Lollar findet eine Gruppenturn- st u n de der zweiten Gruppe statt. Alsälebungs- plan werden die Wettkampf- und Massenübungen zum Dezirksfest noch einmal durchgenommen wer­den.

Auf dem älniversitätssportplatz findet ein ein­einhalbtägiger Kursus für Leichtathle - t e n unter Leitung des Kreissportwartes statt.

Turn- und Sportabzeichen.

Am Scms.cg 18.11 )r. find.t in der Mül .rschen Badeanstalt oie Abnahme der Prüfung im Schwinunen für das Turn- und Sportabzeichen statt.

Frankfurter Juni-Hennen.

Für den 9.3uni, den ersten Renntag des Meetings, sind bei der letzten Annahme fast alle Pferde stehen geblieben, so daß auf der ganzen Linie mit starken Feldern gerechnet wer­den kann. Wenn nicht alles täuscht, muß der Preis vom Römer mit seinen 28 Pferden sogar geteilt werden, also acht Rennen zur Entscheidung kommen. Zwei bessere Prüfungen bringt der Tag mit dem Preis vom Erlenhof und dem Grüne- burg-3agdrennen. Das erste, ein Flachrennen

über 2000 Meter, verspricht mit Pferden wie Salzig, Pompejus, Ctrurie, Pour le merite, Hilf Dir selbst, Hector, Trugseß, Bertram, Original, Hoffnung II, Südwind u. a. ein spannendes Ren­nen zu werden, während das andere, ein 3agd- rennen über 4000 Meter, eine Sensation zu werden verspricht: kommt doch hier der Oleander der 3agdpferde Bandola an den Start. Die Siegerin des großen Berliner 3agdrennens, des Parforce-Rennens und des Alten Badener 3agd- rennens gibt hier ihr 3ahresdebut. Grenzschutz, die große Hoffnung Westdeutschlands, der erst einmal in einem großen Rennen in Karlshorst aus Unkenntnis der Dahn knapp geschlagen blieb, aber alle anderen 3agd- und Hürdenrennen, die er bestritt, mit verblüffender Leichtigkeit gewann, dann Kabalia, Goldlack, Mandarin und Embro- cation werden der großen Stute den Sieg nicht leicht machen. Die umrahmenden Ereignisse bieten ein 2j. Rennen, ein Verkaufsjagdrennen, eine von guter Klasse bestrittene Fliegerprüfung und je ein Ausgleich für 3agd- und Flachbahn.

Wirtschaft.

Buderuösche Eisenwerke, Wehlar.

Bei der gestern in Frankfurt a. M. stattgehabten Generalversammlung wurden die Regularien de­battelos genehmigt. Rach einem Reingewinn von 2,09 Millionen Mark kommen wieder 5 v. H. Divi­dende zur Ausschüttung. Ein Aktionär erklärte, es wäre doch enttäuschend, daß bei einem höheren Rein­gewinn und der schon bekannten Umsatzsteigerung nur 5 o. S). zur Verteilung gelangen würden. Dar­aufhin erwiderte der Vorsitzende, die wirtschaftlich nicht sehr günstige Lage, die bedeutenden Lohnfor­derungen und der weitere Ausbau des Betriebes ließen dies nicht zu. Doch verfolge die Gesellschaft das Ziel, nach Fertigstellung einiger Neubauten den Betrieb so zu gestalten, daß mit Befriedigung in die Zukunft gesehen werden könne. Auch bedauerte der Vorsitzende den niedrigen Kurs an der Börse, der wirklich nicht der Lage und dem Unternehmen ent­spräche.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Die endgültigen Zahlen über die unterstützten Arbeitslosen am 15. Mai 1929 zeigen, daß die Arbeitslosigkeit in der ersten Hälfte des Mai weiter erheblich zurückgegangen ist. Die Abwärtsbewegung war zwar, wie nach den Vormeldungen der Landesarbeitsämter zu erwarten, nicht ganz so stark, wie in der zweiten Hälfte des April, da der Massenbedarf in den Außenberufen im wesentlichen gedeckt war. Immerhin ist die Zahl der unterstützten Arbeits­losen in der Zeit vom 1. bis 15. Mai von rund 1 126 000 auf rund 927 0C0 gesunken. Der Rück­gang beträgt also 199 000 oder 17,6 v. H.

Die Zahl der Hauptunterstühungsempsänger in der K r i s e n f ü r s o r g e hat sich wiederum kaum geändert (198 887 am 15. Mai gegenüber 198 780 am 30. April). An R o t st a n d s a r b e i- t e r n aus der Arbeitslosenversicherung und aus Der Krisenfürsorge wurden am 15. Mai 104 000 gegenüber 93 000 am 30. April gezählt. ""

Rach den vorliegenden Mitteilungen der Lan­desarbeitsämter ist die Zahl der unterstützten Arbeitslosen auch bis zum 25. Mai wiederum zurückgegangen. Sie dürfte gegenwärtig etwa 850 000 betragen.

* Reuer He ide lbe rger Kredit für Fuchs-Waggon. Entsprechend einem Be­schluß des Heidelberger Stadtrats erhält die Waggonfabrik Fuchs außer dem bewilligten Kre­dit von 200 000 Mk. noch einen weiteren von 300 000 Mk. Die Dauer des Kredits ist für fünf 3ahre befristet: er wird mit 6 Prozent verzinst. Der Vertrag sieht vor, daß der Gesamtkredit mit 500 000 Mk. unmittelbar nach der auf das Fa­brikanwesen eingetragenen ersten Hypothek sicher- gestellt wird.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 31. Mai. Tendenz abge­schwächt. Im Vormittagsverkehr war die Stim­mung freundlich, und es waren Anzeichen vorhan­den, die auch heute eine regere Geschäftstätigkeit vermuten ließen. Bei fester Tendenz lagen die Kurse teilweise erheblich gebessert. Zum offiziellen Verkehr schlug die Tendenz jedoch ins Gegenteil uni; die Stimmung blieb aber zu­versichtlich. Man rechnete selbstverständlich nach der gestrigen Hausse mit einer Reaktion, die sich auch heute schon ziemlich stark auswirkte. Da Aus­landorders nur in geringem Umfange heute vor­lagen, konnte dieser Bewegung kein Druck entgegen­gesetzt werden. Auch zeigte die Spekulation Neigung zu Gewinnmitnahmen, und das herauskommende Material fand nur unter Verlusten Aufnahme. Am

stärksten gedrückt waren selbstverständlich die bevor­zugten Werte. Auf der anderen Seite regten aber die Hoffnung, daß die vollständige Einigung in Paris bald erzielt werden dürfte, der bisherige Stand der englischen Wahlen und die weitere Ent­lastung des Arbeitsmarktes an. Man war i m Grundton freundlich gestimmt, da die heutige Baisse als natürliche Erscheinung betrachtet wird. Das Geschäft bewegte sich aber im allgemei­nen in ziemlich engen Bahnen. Am Elektromarkt büßten AEG. 3, Schuckert 1,5, Licht & Kraft 2,75, Gesfürel 2,25 und Siemens 2,5 v. H. ein. I.-G.- Farben eröffneten 1,5 v. H. schwächer. Kaliwerte waren bis zu 3,5 v. H. niedriger. Montanwerte un­einheitlich. Mansfelder minus 3 v. H. Gelsenkirchen, Harpener, Klöckner, Phönix und Rheinstahl bis zu 2 v. H. fester. Schwach lagen noch Zellstoffwerte, Svenska und Metallbank. Interesse bestand dagegen für Adlerwerke mit plus 3 v. H., Scheideanstalt mit plus 2,75 v. H., Deutsche Erdöl mit plus 1 v. H. und Bauunternehmungen mit plus etwa 2 v. H. Renten still und uneinheitlich. Auch im Verlaufe schritt die Kulisse zu weiteren Gewinnmitnahmen, und die Kurse gaben erneut durchschnittlich bis zu 1 v. H. nach. Reichsbank blieben gut behauptet. Kaliwerte lagen dagegen wieder etwas gefragt und konnten ihren Anfangsverlust wieder aufholen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 v. H. stärker ge­steigert. Am Devisenmarkt war der Dollar etwas fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1950, gegen Pfund 20,351, gegen Paris 124,04, London gegen Kabel 4,8495, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 34,75, gegen Holland 12,0675.

Berliner Börse.

Berlin, 31. Mai. Die Tendenz an der heu­tigen Börse war weiter freundlich, wenn auch die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich war. Das Interesse erstreckte sich heute mehr auf Reben­werte, die bis jetzt vernachlässigt waren, jedoch konnte man in einigen Werten wieder Aus- l a n d l ä u f e feststellen, die aber nicht die Höhe von gestern erreichten. Paris wird weiter günstig beurteilt; man hofft, daß bis zu der morgigen Vollsitzung eine Gesamteinigung erzielt wird. Die Ausland- und die deutsche Presse spricht sich im allgemeinen sehr optimistisch aus. Die bisher vorliegenden Wahlergebnisse aus England wer­den hier sehr günstig ausgenommen, dagegen ver­stimmt die Meldung von der Erkrankung des englischen Königs, sowie ein schwacher Beginn der heutigen Londoner Börse. Der heutige Ultimo und Zahltag kann als überwunden gelten. Trotz der in dem Monatsbericht der Commerzban^ geäußerten Bedenken über die weitere Gestaltung des deutschen Geld­marktes glaubt man doch mit einer baldigen Besserung rechnen zu dürfen. Die Zeichnung für die neue Reichsanleihe, die offiziell abgelaufen war, dürfte wahrscheinlich um eine Woche verlängert werden. Die Börse faßte diese Meldung ungünstig auf, da die Zeichnungen anscheinend den gehegten Erwartungen nicht ent­sprochen haben. Die ersten Kurse waren meist 1 bis 3 Proz. fester. 3m Vordergründe standen heute Farbenaktien, anscheinend wirken sich die letzten Transaktionen erst jetzt aus. Man beobachtete große Käufe, die aus dem Aus­land stammen dürften (Schweiz). Elektro­werte waren etwas schwächer, nur Elek­trische Lieferungen waren auf Ausland­käufe weiter gesucht und fester. Montanwerte profitierten von der Bewegung am Inlandeisen- marft. Besonders Mannesmann, Köln-Reuessen, Rheinstahl, Oberbedarf und Laurahütte waren gefragt. Kaliwerte lagen etwas schwächer, da­gegen konnten Kunstseidenwerte, Aschaffenburger Zellstoff, Feldmühle Papier, Autoaktien, Ber­ger, Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Sa- rot ti 3 bis 6 Prozent anzitzhem Stöhr gewannen 4 Prozent. Bankaktien wären durchweg 2 bis 4 Prozent fester. Deutsche Anleihen lagen etwas fester, ebenfalls Ausländer. Der Pfandbrief­markt war sehr ruhig und kaum verändert. Geld über Ultimo (heute gleich Tagesgeld) stellte sich auf 9,5 bis 11,5 Prozent (stellenweise 9 Prozent), Monatsgeld auf 10 bis 11,5 Prozent. Rach den ersten Kursen schritt die Spekulation auf fast al­len Marktgebieten zu Glattstellungen.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 31. Mai. Der Produkten­markt verkehrte zum Wvchenschluß weiter in stiller Haltung. Erneut schwache Auslandmeldun­gen verstimmten. Das Angebot blieb aber gering, Die Umsätze konnten trotzdem auch hierdurch keine Vermehrung erfahren. Weizen, Weizenmehl und Roggenmehl lagen bis 0,25 Mk. abgeschwächt. Es wurden notiert: Weizen 23 bis 23,25; Roggen 22; Braugerste 23; inl. Hafer 22,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 19,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 31,50 bis 32; Roggenmehl 28 bis' 28,50; Weixenkleie 11,65; Roggenkleie 12,10 Mk. Tendenz: flau.

Bvcheriisch.

A. Radclyffe Dugmore: ImGroß » wildparadies. Zwei Forscherfahrten im ost- afrikanischen Hochland. Mit 42 Abbildungen und einer Karte. Geheftet 7, Mk., Ganzleinen 9 Mk. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. (118) Dem Natur­freund muß bei diesen Schilderungen eines Mannes, der von feinem Blut ist, das Herz aufgehen. Mit der Kamera jagt Dugmore im ostafrikanischen Hoch­land alles, was da kreucht und fleucht. Er ist ein wahrer Prachtkerl. Seine Tierliebe gestattet ihm nicht, die Zwei- oder Vierfüßler zu schießen, außer­dem verbietet es ihm der Stolz. Ein modernes Selbstladegewehr mit Stahlmantelgeschossen legt ja selbst das größte Wild auf eine Entfernung von ein paar hundert Meter um. Wo bleibt da der Heldennimbus? Da geht Dugmore schon lieber un­bewaffnet auf drei, zwei Meter an Elefanten, Fluß­pferde und anderes Großgetier heran. Seine Be­kannten hallen es für Wahnsinn, und der Leser sei­nes Buches zittert vor Spannung. Um so mehr, als er das Wild auch leibhaftig vor sich sieht, denn stets gibt Dugmore feinen Erzählungen unbestreit­bare photographische Beweise mit. Da starren uns gesenkten Kopfes wütende Büffel an, da schwingen Elefanten bösartig den Rüssel, das Maul weit offen, und blind-schwerfällige Nashörner stürmen in wil­der Flucht davon, aber auch friedliche Lebewesen, flinke anmutige Gazellen, huschen einige Schritt vor uns vorbei, oder über uns in den Baumwipfeln klettern lustige, verwundert schauende Affen. Kurz, die Natur lebt in diesen Blättern.

Der Arzt und seine Sendung. Don Dr. med. Erwin Liek, Danzig. 7. vermehrte Auflage. Leinen 5,20 Mk. I. F. Lehmanns Verlag, München, Paul-Heyse-Straße 26. (174) Das Herzstück dieses hier schon ausführlich gewürdigten Buches ist dis Auseinandersetzung zwischen Mediziner und Arzt, zwischen dem wissenschaftlich zwar wohldurchgebil­deten Techniker der Heilkunde, der aber über den Einzelheiten den Blick für den kranken Menschen im ganzen verloren hat und dem berufenen Arzt, der trotz besten Fachwissens den Kranken in allen seinen Lebensäußerungen erfaßt und in der Zu­sammenschau von Leib und Seele heilt. Einen brei­ten Raum nimmt die Besprechung der Schäden der sozialen Versicherungen ein, über die jeder, der sich mit sozialen Fragen befaßt, einmal im Liekschen Sinne nachdenken sollte. Mit Schlagworten ist hier nichts getan. Liek geht aufs Ganze, er kennt keine Kompromisse, er kennt kein Vertuschen, er sucht Wahrheit.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

O. D. Güehen. Wenden Sie sich an den Vor­sitzenden der Meisterprüfungskommission Herrn Dr. Bünnings, Gewerbe- und Maschinenbau­schule in Gießen. 3n dieser Schule werden auch die Vorbereitungskurse abgehalten.

Letzte Nachrichten.

Oie englischen Wahlen.

London, 31. Mai. (MTB. Funkspruch.) Nach den bisher vorliegenden Berichten wurden für die Arbeiterpartei bei den gestrigen Dahlen 3 293 175, für die konservativen 2 893 569, für die Liberalen 1 623 542 Stimmen abgege­ben. Um 12.14 Uhr war der Stand der Parteien wie folgt: konservative 80 (Ilcttoverlust 53), Arbeiterpartei 122 (Nettogewinn 55), Libe­rale 15 (Nettoverlust 1), Unabhängige 5.

Da noch nahezu 400 Wahlergebnisse bekanntgege­ben werden müssen, bis das Verhältnis der verschie­denen Parteien zueinander feststeht, richtet sich das Interesse vor allem auf die Frage, ob der Angriff der Arbeiterpartei, der in so vielen industriellen Wahlkreisen erfolgreich war, auch in den Grafschaf­ten und in den noch ausstehenden städtischen Wahl­kreisen erfolgreich sein wird. Macdonald hat erklärt, die Ergebnisse seien großartig. Die Re­gierung habe das vertrauen des Landes verloren, und die Arbeiterpartei habe cs gewonnen. Bisher sind drei Frauen wiedergewählt und eine ist ^leu- gewählt. In London sind die Bezirke Chelsea und die City konservativ geblieben, in verschiedenen an­deren Kreisen des Bezirkes ist die Arbeiterpartei er­folgreich gewesen. In Birmingham hat die Ar­beiterpartei, die bisher nur einen Sih hatte, im ganzen sechs Sitze gewonnen, von den fünf Wahl­kreisen Bristols sind vier der Arbeiterpartei zu- gefallen, von den elf Wahlkreisen Liverpools sind neun unverändert geblieben, in zwei hat die Arbeiterpartei die Konservativen geschlagen.

Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

Franksuri a 4)1.

Berlin

Frankfurt a. M.

Berlin

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Ansong Kurs

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Schluß- Kurs

Anfang

Datum

30-5.

31.5.

30 5.

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Datum

30-5.

31.5.

30.5.

31.5.

6% Dt. SReld)4aitlelbe o.

Di. Anl.-Ablüs.-Schuld mtl Aus los.-Rechien

Tedgl. ohne AuSlost-Rechle .

7% Frantz. Hyp.-Bt Goldps, uw kündbar bis 193'2 . . .

«y.% Rheinische Hyp^Bonl 2lqu.

Goldpj. ......

ü.C.®. aba. BorkrtegS-Lbligation.

rückzahlbar 1932

4% Schweiz. BundeSb.-Anl..

4% CcitenelAlidie löolvrte.. . 4,20% Oeftrn. Silberne. ... 4% Oesterreich. eiuheitt. Rle . 4% Ungarische Goldrte......

4% Ungarische Staat«. v. 1910 Wi% deSgl. von 1913 ...

4% Ungarische Kronenrle.. .

4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . .

1% Türkische Bagdabbahn-Anl.,

Serie 1

4% beSgl. Serie I I......

4% Rumänen convert. Rle. . . - 4'/i% Rumänen woldanl. von 1913

i'Ulg. Deullche lAsenbahn . 4'/, Hamburg-Amerika Polei ... 8 Hamb.-Südom. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff . . to

Norddeutscher Lloyd.....8

Allg. Deutsche Credilanst. . . 10 Barmer Bankverein 10

Berliner Handeisgesellsch. . 12

Lommerz- und Prtoal-Bank. u Darmlt. u. NationalbmU 12

Deutsche Bank . . 10

Ti-konto-Gesellschasl Ant.. . 10

Dresdner Bank ... 10

Mitteldeutsche dreditLauI ... 9

KeichSbank ...... 13

87,25

51

10,5

88

76

86,5

100,25

2,5

1,75

22,5

21

1,7

8,25

121,25

111,5

123,5

218

186,5

266 '63,5

155

161

313

50,95

10,45

I

8,25

121,5

111,75

186,5

160,5

317

87,5

51

10,3

28,25 2,7

22,6

20,9

1,8

8,75

8,5 8,9

16,5

1213

148

110,9 124,25

127,25

217,5

186.5

265,75 163,5

154,5

160,75

309

51

10,5

22,6

8,25

121,75

112

124,5

127

221,5

186,5

266.25

163.5

154,25 160,75

317,75

A.G.G.. "

Bergmann..... 9

Glektr. Lieferungen..... 10

Licht und Kraft ..... io

Felten L Guilleaume. .... 6 Ges. s. Elektr. Untern.....10

Hamb. Glektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr..... 9

Schlei. Elektr........10

Schuckert..........

Siemens & Halske . . . . « 12 Tranöradio . . ...... 8

Lahmeyer & Go.......10

Buderus . ....... 5

Deutsche lkrdbl.......6

Essener Steinkohle......b

Gelsenkirchener ... f. ¥i 9- 4

Harpener..... .... 6

Hoesch Eisen. ........ 8 tzlse Bergbau ........ 8 klocknermerke ....... 7 »iöln-Neuessen. ....... 9 Mannesmann........8

Mansfelder.........7

Lberschses. Eiscnb. Bedarf. . . 6 Oberschlei. KokSiverke.....6

PhSntx Bergbau......5%

Rheinische Braunkohlen... 10 Rhetnsiohl f. % Jahr 4'/,

Riebeck Montan......7,2

Bereinigte Stahlw......k

Claut Minen .....2 sb

Kali Aschersleben ..... 10 Kali Westeregeln......K

Kaliwerk Salzdetfurth ... U>

:! ®- Farben.Jnbuftrte ... 12 Dynamit Nobel..... . 5

Scheideanstall........ 9 Aoldschmidt ..... 5

RülgerSmerke ....... 6

Metallgeiellschafl. ..... 11

202

222,5

170.75

227

143

227,5

256,5

394

172

75

116,5

133

140,5

217

101,5

122

135

90,5

292,5

120,75

95

250

254,5

408

256,75

164,25

82

90,5

132,5

199

223

170

224,25

225

255,5

391,5

75,5

117,25

134

142,5

103

122,5

132

91,75

122,5

96,5

68,5

246,5

253

407,5

255,5

130,25

202,5 221,65 169,25

227 142,25 226,4 142,5 163,5

191

256

393,5 isd

168

74 116,5 119,5 133,5

141

122,25

213 102,25 120,13

121,5 132,5

83 107,9 91,13 291,5 120,9

147,13

95,5 68,75

248 254,75 407,75

254,25 119,5

82,25 90,25

131,13

200 223,75 171,75 224,75 143,75 227,25 142,13

164

191,5 257

392,75

155 168,75

74,75 117,25

119,5 134,75 143,25 125,75 213,25

103,4 123,75

124

133

85 108,75

92 291,75

124,5

149

97 68,75 246.5

254,75 406,5

256,5 119,25

83,5 92,13

130

Banknoten.

Franlfur« a.M.

Berlin

Schlub- Mure

l-UDt« Kurs

Schluv-iAnfang

Kurs

Kurs

Saturn

30.5-

31-5-

30-5-

31 5-

Plnupp Puizmann......'<

115,5

117

115

115

Heidelberger Gement .... 10

Gement Karlstadt ...... 8

174

Watch & Freitag......10

113,25

114

112

Schultheis Patzenhofer ... 15

306

307,5

Ofliverke.........12

248

250

Bcr. Glanzsioff......18

443,5

444

440,25

443,25

Bemblrg..... 11

347

350

Zellstoff Waldhof.....12

48,5

247,5

246,5

247

Zellstoss Aschaffenburg ... 12

193

191,25

Gharlotteuburger Wasser ... 7

111,9

111

Denauer Gas........8

211,25

212

Daimler Motoren......0

54

54,5

53,75

54

Deutsche Maschinen-Jabrik . . 0

.

51.9

52

Adlerwerte Klever......5

47

50

46

50,5

Luvw. Loewe..... . 10

205

207

Rat. Automobil ....... 0

_

_

28

Crenflcin A Koppel ..... 5

93

94,5

Leonhard Tiev ....... 6

297

298

Bamag-Meguin.......0

Franks. Maschinen ...... 6

50

50,5

49.5

Griyner.........11

74,5

74

_

FunghanS..... .... 4

Lechmerte..... 8

67

114.5

107,5

65,9

Atomkraftwerke ....... 8

105,13

_

Miag........ 10

121

123,5

123,25

Nckarsulmer ........8

_

Peters Union ........ 8

122

_

120,5

_

Gebr. Roeder ....... 10

112,5

Boigi 4 Haessner ...... 8

210

_

_

Südd. Ruder........8

151,5

148

Berlin, So. Maf

- Geld

öüef

Amerikanische Noten.....

£778

4,198

Belgische Noten........

58,10

58,34

Dänische Noren........

111,38

111,82

Englische Noten .......

20,309

20,389

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.

TeIegraphische Auszahlung.

Berlin 30. Mai

Geld

Brief

(s-ranzöstsche Noten.....

Holländische Noten...... Italienische Noten......

Norwegische Polen......

Deutsch Gesterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . ....

16,365

168,11

21,96

111,45

58,75

2,53

111,83

80,60

59,05

12,405

72,85

16,425

168,79

22.04

111,89

58,99

2,55

112,27

80,92

59.29

12,465

73,15

30. Mai

31. Mai

Ärmliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brie»

st-leld

Briet

AMU--Rott.

168,40

168,74

168,43

168,77

Äu?n--AireS

1,757

1,761

1,756

1.760

Brss.'Antw-

58,20

58,32

58,21

58,33

Cbriitiania -

111,65

111,87

111,61

111,83

Kopenhagen

111,64

111,86

111,63

111,85

Stockholm -

112.02

112,24

112,03

112,25

Heliingsorö.

10,528

10,548

10,53

10.55

Italien. . -

21,94

21,98

20,362

21,93

21.97

London. . .

20,322

20,324

20,364

i'ieupork . .

4,1895

4,1975

4,191

4,199

Dariö....

16,38

16,42

16,37

16,41

Schwei; . .

80,64

80.80

80,68

80,84

Spanien .

59.13

59.25

58,78

58,90

Japan . . . Rio de Jan Wien in D--

1,863-

1,867

1,863

1,867

0,4975

0,4975

0.497

0,499

Lest- abgcsl

58,85

59.97

58,83

58,95

«rag . . . . Belirad . .

12,413

12,433

12,415 -

12,435

7,360

7.374

7,36

7.37

Budapest. .

72,99

73,13

73,03

73.17

Bulgarien

3,029

3,035

3,027

3,033

Lissabon .

18,78

18,82

18,73

18,77

Tamig. . .

81.24

81,40

81,12

81,38

.Konstantin.

2,025

2,029

2,024

2,028

Alben. .

5,435

5,445

5,445

5,455

Kanada

4.158

4,166

4,156

4,164

Uru uao- .

4,066

9,074

4,066

4,074

Cairo . .

20,845

20,885

20,85

20,89