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krankenpflegerinnen in den den vier Mutterhäusern des Vereins angegliederten Krankenpflegeschulen, auf die Zusammenfassung der ausgebildeten Be- russkrankenpflegerinnen in den Schrvesterschaften und auf die zweckmäßige Verwendung der Schwe- stern im Krankenpfleaedienst. Zur Zeit zählt man an den Schwesterschaften des Mutterhauses Alice» chospital zu Darmstadt, des Aliceheims in Mainz, des Stadtkrankenhauses Offenbach am Main und des Philippshospitals insgesamt 404 Schwestern (220 ausgebildete und 184 Lehr­schwestern), was gegenüber dem Stand des Ge­schäftsberichts von 1927 ein Mehr von 29 ausgebil­deten und 33 Lehrschwestern bedeutet. Dazu kommen noch 14 Reserveschwestern, die zeitweilig zur Dienst­leistung in der Krankenpflege bereit sind.

Der Wohlfahrtspflege und Fürsorgearbeit widmet sich besonders die Soziale Abteilung des Vereins, die von Exzellenz Frau o. Ewald ge­leitet wird. Gut haben sich die erstmalig durchgc- führten Lehrgänge für Wohlfahrtspflege bewährt, von denen der erste in Gießen im Oktober o. I. stattfand und Dank des Entgegenkommens der Do­zenten und der Universitätsinstitute viel Anregung bot. Die Arbeit des Vereins auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge vollzieht sich im engen Anschluß an die öffentliche Fürsorge, und zwar in bestem Einvernehmen mit den Behörden der Staats- und Gemeindeverwaltung. Besonderer Dank wurde über­mittelt dem Minister für Bildungs- und Kultus­wesen, Dr. Adelung, und seinem Referenten für Hochschulwesen, Ministerialrat Dr. L ö h l e i n , fer­ner dem Verwaltungsausschuß der Landesuni- oersität Gießen und den Direktoren der Me- dizinischen und der Frauenklinik Gießen, Geh. Rat Prof. Dr. V o i t und Prof. Dr. v. I a s ch k e, für das Wohlwollen und die Fürsorge, die den in den genannten Kliniken beschäftigten Schwestern des Vereins zuteil werden. Zu erwähnen ist aus dem Geschäftsbericht noch, daß die seltene Auszeichnung des Ehrenzeichens des Roten Kreuzes auf Vorschlag des Vereins verliehen worden ist u. a. an: Oberbürgermeister Dr. Keller (Gießen), Geh. Medizinalrat Prof. Dr. V o i t (Gießen), Pros. Dr. von Jaschke (Gießen), Ministerialrat Dr. h. c. Löhlein (Darmstadt).

Sonderberichle

der Schwesternschaften und der Sozialen Abteilung, welch letztere sich insbesondere auch der Studentenhilfe angenommen hat, er­gänzten in Einzelheiten noch die Ausführungen des Hauptgeschäftsführers. Letzterem wurde einstimmig Entlastung erteilt, ebenso dem Schatzmeister, Gene­ralkonsul Mayer (Darmstadt), dessen Rechen­schaftsablage deutlich vor Augen führte, daß nicht genug Mittel für die hohen Ziele und edlen Auf­gaben des Vereins aufgebracht werden können. Der Voranschlag für 1929 sieht 480 000 Mark in Ein­nahme und Ausgabe vor.

Nachdem der Vorsitzende an Schwestern des Ver­eins in größerer Zahl Diplome und Auszeichnungen überreicht hatte, bildete ein

vortrog des Krankenhausarztes Dr. haeberlein (vad-Nauheim)

den würdigen Ausklang der anregend verlaufenen Tagung. Der Redner sprach in geistreichen Alls- führungen als Arzt und Philosoph über das Thema Leib und Seele in der Klinik"; er zeigte an Krankheitsbildern, wie wichtig in vielen Fällen oft auch die seelische Behandlung des Kranken ist.

Rach einem Mittagessen im Kurhaus wurde der Nachmittag zu sehr lehrreichen Besichtigungen verwandt. Durch das neue Medizinische Institut und seine vortrefflichen (Einrichtungen führte Prof. Dr. Weber nach einem einleitenden Vortrag persön­lich, und bei der Besichtigung der technischen Bade­betriebe war Oberbaurat B e r ck ein sachkundiger Führer und Berater.

Aus her provinzialhauptstadt.

Gießen, den 31. Mai 1929.

Oie beste und billigste Reklame: Das Inserat.

Von Georg W. Sikorski.

3n den Vereinigten Staaten hat jetzt jeder wichtigere Handelszweig seinen eigenen Anzeigen­klub, in dem nicht nur die Geschäftsleute selbst, sondern auch die Anzeigenagenten, Geschäftsver­treter der Presse und andere Reklametechniker all­wöchentlich zu gemeinsamen Besprechungen zu­sammenkommen. 3n diesen Versammlungen wird die Technik des Anzeigenwesens anhand prak­tischer Beispiele eingehend erläutert, und es wer­den für die Zukunft wertvolle Ratschläge erteilt. Es ist daher kein Wunder, daß bei einer so inten­siven Tätigkeit sich die Kunst der Anzeige in Amerika ganz mustergültig vervollkommnet hat. Man hat ja dort längst erkannt, was in den euro­päischen Ländern noch nicht so völlig in die all­gemeine Anschauung übergegangen ist, nämlich, daß das Zeitungsinferat das billigste Mittel ist, um seine Waren abzusetzen. Freilich müssen diese Annoncen ganz bestimmte Anforderungen er­füllen. Die allgemeinen Gesichtspunkte dabei sind folgende: Eine gute Annonce muß zunächst ein­mal den Wunsch nach Besitz der angezeigten Ware erwecken; sie muß die Kreise erreichen, an die sie sich in erster Linie wendet, sie muß so abgefaßt und angeordnet sein, daß sie keinen Anstoß her­vorruft, und vor allem: sie muß wahr sein! Für die Wahrheit der Anzeigen treten die hervor­ragendsten Annoncensachverständigen der Ver­einigten Staaten mit Leidenschaft ein. Die beste Anzeige, die eine nicht einwandfreie Ware emp­fiehlt, ist sinnlos und verschwenderisch zugleich. Die Annonce kann sich als billigstes und prak­tischstes Mittel des Warenvertriebes nur dann bewähren, wenn sie von dauernder Wirkung ist, wenn sie einen großen Stamm von Kunden schasst. Wer aber einmal mit einem angezeigten Gegenstand schlechte Erfahrungen gemacht hat, wird sich hüten, noch einmal aus eine solche Annonce hereinzufallen. 3a, es wird durch lüg­nerische Anpreisungen der Wert des Anzeigen­wesens sehr herabgesetzt. Lieber etwas weniger und wahr, als reichliche und unreelle Reklame. Die lügenhaften 3nserenten schädigen sich nicht nur selbst, sondern das gesamte Wirtschaftsleben.

Ebenfalls sind die technischen Fragen bei der Anzeige außerordentlich zahlreich. Sie beziehen sich auf Länge und Kürze, auf die Stellung der Anzeige innerhalb der Zeitung sowie auf dem einzelnen Zeitungsblatt, auf die Anwendung von bestimmten Farben, von Kontrasten, von 3Hu- strationen, von Schlagworten usw. Ebenso ist die psychologische Seite des Gegenstandes ein sehr weites Feld. 3n einem wichtigen Punkte unter­scheidet sich die Technik der amerikanischen An­zeige von der, die in unseren europäischen Can­cern benutzt werden muß. Die Vereinigten Staa­ten sind ein Land mit riesigen Entfernungen, in

dem ein großer Teil der Bevölkerung keine Läden besuchen kann. Die amerikanische Anzeige muh daher die angebotenen Waren so ausführlich beschreiben, daß der Käufer eine erschöpfende Aus­kunft über die Ware erhält. Bei uns hat die Anzeige hauptsächlich die Aufgabe, den in Frage kommenden Kunden in den Laden hineinzu- bringen. Trotzdem kann der deutsche Kaufmann vom amerikanischen sehr viel lernen, denn seine Devise lautet: Reklame ist teuer, keine Rettarne teurer!

Taten für Samstag, I.Juni.

Sonnenaufgang 3.49 Uhr, Sonnenuntergang 20.05 Uhr. Mondaufgang 1.28 Uhr, Monduntergang 12.09 Uhr.

1899: der niederdeutsche Dichter Klaus Groth in Kiel gestorben; 1906: Eröffnung des Simpion» tunnels.

Der Kreisverein der Bürger­meister des Kreises Gießen hielt dieser Tage hier eine Versammlung unter der Leitung seines Vorsitzenden, Bürgermeisters Fendt, Hun­gen, ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde der verstorbenen Kollegen Will, Treis an der Lumda, Roth, Dettenhausen, und Alt­bürgermeister D ö r m e r, Lich, in ehrender Weise gedacht. Hierauf überreichte der Vorsitzende dem Kollegen Horn, Annerod, der schon nahezzu 35 3ahre im Dienste steht, eine Ehrenurkunde. Der Kassenwart, Bürgermeister Aumann, er­stattete den Rechnungsbericht über das Jahr 1928. Die Einnahmen beliefen sich auf 442,70 Mk., die Ausgaben betrugen 320,51 Mk., mithin verblieb ein Kassenbestand von 122,19 Mk. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Bürgermeister Fendt berichtete sodann über die Tätigkeit des Landes­verbandes hessischer Bürgermeister und des Hes­sischen Landgemeindetages auf den verschiedensten Verwaltungsgebieten, ferner über deren Bemü­hungen hinsichtlich des Gemeindebeamtengesetzes. Man bedauert, daß auch durch dieses Gesetz noch nichts Grundlegendes für die Rechtsverhältnisse der Bürgermeister geschehen sei. Bürgermeister Fendt wurde beauftragt, beim Hessischen Lan­desverband der Bürgermeister vorstellig zu wer­den. Zwischen dem Hessischen Landgemeindetag und dem Arbeitsamt Gießen wurde durch Ver­handlungen eine Vereinbarung dahin erzielt, daß alle Gemeinden, die zum Bezirk des Arbeits­amts Gießen gehören, mit Wirkung vom 1. Okto­ber 1928 ab, als dem Zeitpunkt Der Errichtung der Arbeitslosenversicherung, für geleistete Ar­beiten eine Vergütung von 2 Prozent der aus- bezahlten Ünterftüfcungen erhalten. Die Ver­sammlung erklärte sich mit dieser Regelung ein­verstanden. Gegen die Absicht der Regierung, die Beiträge der waldbesitzenden Gemeinden zu den Kosten der Forstverwaltung zu erhöhen, wurde nachdrücklich protestiert und der Vorsitzende beauftragt, diesen Protest weiterzuleiten. Bür­germeister Fendt teilte noch mit, daß sich ein Verband der Holzhändler gegründet habe, dessen hauptsächliches Bestreben aus Herabdrückung der Holzpreise gehe. Bei der Vorstandswahl wurde der bisherige Vorsitzende, Bürgermeister Fendt, einstimmig wiedergewählt, ebenso die Vorstands­mitglieder Bürgermeister Aumann als Rechner, sowie die Bürgermeister Preis, Nachtigall und Metzger als Beisitzer. Sodann beauftragte man den Vorsitzenden, beim Kreisamt Gießen dahin vorstellig zu werden, daß bei Ausstellung der Wandergewerbescheine für umherziehende Musikanten mehr Zurückhaltung geübt wird. Wegen eines Vortrages über das Standesamts­wesen sollen geeignete Schritte vom Vorsitzenden unternommen werden.

Warnung vor einem Betrüger. Von den verschiedensten Behörden wird schon seit langem ein Betrüger namens Max Belgard, 47 Jahre alt, gesucht. Er lebt offenbar von Be­trügereien und pflegt sich besonders gern adlige Namen zuzulegen. Er ist in seinem Auftreten sehr sicher und kennt auch viele Mitglieder adeliger Familien persönlich. 3n den letzten (Zäh­ren reist er fast dauernd auf den Namen Robert von Kalkreuth. Früher bediente er sich der Na­men Bodo von Drodkar aus Varadina in Un­garn und Baron von der Housen. Auf den Namen von Kalkreuth hat er sich auch ver­heiratet und im Ausland bei einer großen An, zahl deutscher Konsulate und Gesandtschaften Pässe ausstellen lassen. 3n Deutschland hat er Anschluß an politisch rechtsgerichtete Kreise ge­sucht. Belgard bezeichnet sich auch als früheren Offizier und will wegen Beteiligung an Putsch­versuchen Strafverfolgung zu fürchten haben. Gegen Belgard besteht ein Steckbrief.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

-|- Grünberg, 30. Mai. Gestern fand im Sparkassegebäude die diesjährige ordent­liche Mitgliederversammlung der hie­sigen Dezirkssparkasse statt. Das Kreisamt Gießen als Aufsichtsbehörde war durch Ober­regierungsrat Dr. H c ß vertreten. Ferner waren anwesend der Vorsitzende des hessischen Spar­kassen- und Giroverbandes (Zustizrat Dr. Reh und Direktor Seip von der hessischen Girozen­trale, Darmstadt, sowie die Mitglieder des Vor­standes und des Aufsichtsrats. Von den 40 Bezirksgemeinden waren 35 vertreten, während die Vertreter von fünf Gemeinden fehlten. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde der im Druck vorliegende Geschäftsbericht von dem Direktor, Dekan Schmidt, vorgetragen und erläutert. Der Bericht führt an, daß, trotzdem die wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk durch die Notlage der Landwirtschaft stark beeinflußt und recht ungünstig waren, das Geschäftsjahr 1928 für die Kasse durchaus günstig war. Die Zahl der Sparkonten hat sich von 1616 auf 1915, mithin um 299 erhöht, und der Bestand an Spareinlagen ist gestiegen von 943 851 Mk. um 271 298 Mk. auf 1215149 Mk. Die Zahl der Sparkonten beträgt 66 Proz. und der Gesamt­einlagebestand 41 Proz. des Standes von 1913. 3m Kontokorrent-, Scheck- und Ueberweisungs- verkehr hielt der rege Geschäftsverkehr an. Die Zahl der Konten betrug am 3ahresende 278, und zwar 174 Habenkonten mit einem Guthaben­stand von 123 873 Mk. und 104 Sollkonten, auf denen am 3ahrcsende 240 484 Mk. Kredit in An­spruch genommen waren. 3nfolge des Zugangs an Spareinlagen standen während des ganzen 3ahrcs genügend Mittel für die Dar - lehnsgewährung zur Verfügung. 3m Darlehnsverkehr erhöhte sich der Gesamt­bestand an Darlehen von 700 Posten mit 812 716 Mark aus 829 Posten mit 1 125 490 M. Der größte Zugang entfällt au, Hypotheken. Dies ist ein Beweis dafür, daß die Kasse diesen Geschäfts­zweig besonders pflegt. Dem Wohnungsbau kann-

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 214.

Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Kh4; Dh3; Lg8; Sd3; Bb3, c2. Schwarz: 5 Steine. Ke4; Ba3, c5, c7, f6.

8

6

5

4

2

7

3

g

h

8

6

5

3

4

2

Weiß.

Don 6. Herland.

Schwarz, ecket

a b

Endspiel Nr. 75

Lehrreiche Partiestellung aus dem Kissinger internationalen Schachturnier.

h

8

6

3

2

?

5

4

Schwarz: MieseS. a b c d e l g

Stellung nach dem 26. Zuge von Weih:

Weiß: 11 Steine. Kgl; Dh4; Te5; Ld3; Sc3; Ba3, b2, d4, f2, g2, h2.

Schwarz: 11 Steine. Kg8; Dd8; Te8; Lb7; Sf6;

Ba7, b6, d5, f7, g7, H6.

Schwarz am Zuge spielt 26.. . .,Te8xe5 (Zn Frage kam 26.....Sd7). 27. d4xe4, d5-d4? (Hiernach

erlangt 3ates einen siegreichen Angriff; bester erscheint 27. . . ., De7!; es könnte folgen 28. Dd4! (28. exf6, Dcl+ nebst La6) 28.....Sd7! 29. f4, Dc5. 30. Se2

mit geringem Vorteil für Weih). 28. e5xf6!, ck4x c3. 29. Dh4-g3! (Den Schluß spielt Jettes aus­gezeichnet). 29..... g7-g6 (Schwarz hätte hier

noch 29. ..., versuchen sollen, etwa mit der Folge: 30. H4! cxb. 31. hxg, blD-f-. 32. Lxbl, Ddl+. 33. Kh2, Dh5+. 34. Dh3! (Vermeidet das ewige Schach). 34. .. ., Dxg5. 35. Dg3!, Dxg3+. 36. Kx g3 und Weih hat in Anbetracht seines Druckbauern auf f6 auch Gewinnchancen, jedoch nicht so klare wie bei der Partiefortsehung). 30. h2h4, c3xb2. 31. Ld3xg6! (Durchschlagend). 31...., Kg8- f8 (oder 31...., Dxf6. 32. Lbl+). 32. Lg6-h7!, DdSxfö. 33. Dg3-b8+, Kf8-e7 (33. .. ., Kg7? 34. Dg8 matt). 34. Db8xb7+, Ke7-d6. 35. Db7X a7, Kd6c5. 36. Da7-c7+, Kc5-d4. 37. Dc7-c2, Kd4d5. 38. LH7e4-f-. Schwarz gab auf.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktivnStisch.

Hilfe.

(Zunge Frau atemlos auf dem Vermietungs­bureau:Soeben ist mir meine Köchin davon­gelaufen. (Zst vielleicht eine da, die gleich wei­terkochen kann?"

Uebetfragung vom Nordpol.

Teddy ist ein Radio-Bastler.

Neulich, als ich bei ihm war, bastelte er ge­rade. Ließ mich fitzen und bastelte. Bastelte von neun bis elf Ufjr vormittags, zu einer Zeit also, wo ein anständiger Mensch seinem Gast Rührei mit Schinken und ein Glas Portwein vorzusehen pflegt. Na, schön!

Schlag elf drehte sich Teddy nach mir um.

Du, ich hab' den Nordpol!"

Unfinn! Am Nordpol ist nichts; da herrscht eisiges Schweigen."

Na denkste, ich hör' einen Ton?"

(Lust. Bl.)

wie finden Sie das?

Eberhard ist ein Mann von außerordentlichen körperlichen Potenzen, aber ein Gehirn hat ec wie eine Amöbe.

3m Frühjahr bereiste er den Balkan. Irgend­wo bei Monastir oder da herum stieg er in einem kleinen Hotel ab. Er hatte ein Zimmer nach Dem Garten zu, und als er aus dem Fenster blickte, sah er, wie in einiger Entfernung zwei Männer mit Spaten ein Loch in die Erde gruben.

Eine gan^e Weile sah Eberhard zu, dann merkte er, tote ihn seine berühmte bleierne Müdig­keit überkam. Er streckte sich also auf den Diwan und schlief wie ein Toter.

In der Zwischenzeit gab es ein kleines Erd­beben, was in dieser Gegend nichts Besonderes ist. Der Stoß riß eine Kluft von zwanzig Meter Tiefe im Garten auf und verschüttete die beiden Arbeiter. Die Leute waren gerade dabei, sich mit ihren Spaten herauszuarbeiten, als Eberhard, aus süßem Schlummer erwacht, auf den Balkon trat. Er rieb sich einmal die Augen, er rieb sich zweimal die Otogen. Dann sagte er anerkennend:

Donnerwetter, die Ham aber geschippt!"

(Lust. Bl.)

ten wieder erhebliche Mittel zugewendet werden. Eine Gegenüberstellung von Zahlen aus den. Jahren 1913 und 1928 zeigt, in welchem Maß der Geschäftsumfang der Kasse zugenommen hat. Während im Jahre 1913 die Zahl der Buchun- gen 4841 und der Gesamtumsatz 3 314 037 Mart be­trug, war die Zahl der Buchungen in 1928 = 23 830 und der Gesamtumsatz 10 109 041 Mark. Justizrat Dr. Reh gab im Anschluß hieran einen Ueberblick über die Entwicklung Der hessischen Sparkassen seit der Markstabilisierung und wies darauf hin, daß die hiesige Sparkasse im Verhältnis zur Gesamtentwick- lung der Sparkassen durchaus günstige Ergebnisse erzielt habe. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Kaufmann Ehr. Schweißguth berichtete hierauf über die durch den Aufsichtsrat erfolgte Prüfung der Jahresrechnung und die Re­vision, bei welcher sich Beanstandungen nicht er­gaben. Der Direktor machte im Anschluß hieran da­von Mitteilung, daß in der Zeit vom 23. Juni bis 3. Juli 1928 die gesetzlich vorgeschriebene Revision der Kasse durch den Verbandsrevisor erfolgt sei, deren Ergebnis für die Kasse durchaus günstig war. Auf Antrag des stellvertretenden Aufsichtsratsvor­sitzenden wurde dem Vorstand und Dem Rechner Diehl Entlastung erteilt, vorbehaltlich der Prü­fung Der Rechnung Durch Die Oberrechnungskammer. Der Reingewinn Des Geschäftsjahres im Betrage von 9038 Mark ist in voller Höhe Der Rücklage zugeschrieben roorDen, was von Der Ver­sammlung genehmigt rourDe. Aus Den Ueberschstssen Des Jahres 1929 wurDen 300 Mark als Beitrag zur Schulbibliothek für Diejenigen Schulen bewilligt, Die bei Der Kasse Schulsparkassen unterhalten. Ferner rourDe beschlossen, solchen Dienstboten, die Weih­nachten 1929 fünf Jahre ununterbrochen bei einer unu derselben Herrschaft gedient haben, eine Prämie von 20 Mark zu gewähren. Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde noch eine nicht wesentliche Satzungsänderung ge­nehmigt und der durch den Zusammenschluß der hessischen Girozentrale und der kommunalen Lan­desbank in Darmstadt zu einer gemeinschaftlichen Bankanstalt notwendigen Aenderung der Spar- kassenverbandssatzung Äugeftimmt. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft. Der Direktor teilte noch mit, daß der bisherige Vorsitzende des Auf­sichtsrats, Oberstudiendirektor Angelberger, wegen seiner Versetzung nach Gießen sein Amt niedergclegt habe und eine Neuwahl nötig sei. Er würdigte die von Oberstudiendirektor Angel­berger in uneigennütziger Weise der Kasse erwie­senen Dienste, für welche ihm diese Dank schulde. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde hierauf Oberamtsrichter Dölp als Mitglied des Auf­sichtsrats gewählt. Nachdem noch der Regie­rungsvertreter Oberregierungsrat Dr. Heß sich anerkennend über die Entwicklung der Kasse und die Tätigkeit der Verwaltung ausgesprochen hatte, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden ge­schlossen.

Geilshausen, 30. Mai. Der Maurer­lehrling Heinrich Ebert von hier stürzte heute nachmittag an einem Dau von einer Leiter ab uno trug dabei einen Bruch des linken Unterschenkels davon. Der be­dauernswerte junge Mensch mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz

der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden.

Kreis Büdingen.

# Gettenau, 30. Mai. Die am Sonntag hier stattgehabte Dürgermei st erwähl hatte das Ergebnis, daß der seitherige Bürgermeister Möbs einstimmig wiedergewählt wurde.

Kreis Schotten.

Laubach, 30. Mai. Die Vorbereitungen für den auf den 11. Juni festgesetzten Prämien­markt (Rindvieh und Ziegen), der mit dem Ausschußfest" verbunden wird, sind eifrig im Gang. Cs liegen bereits zahlreiche Anmeldungen vor. Die Winterfrucht zeigt einen präch­tigen Stand, wie seit langen Jahren nicht. Auch die Sommersaat hat sich sehr gedeihlich ent­wickelt. Ebenso stehen die Wiesen und die Kleeäcker sehr gut. Die Ob st bäume ver­sprechen auch eine reiche Ernte. Die Aepfel und Birnen, sowie das Kernobst, haben durchgängig gut angesetzt. Dasselbe läßt sich von den Beeren­sträuchern und den Erdbeeren sagen. Auch die Nußbäume, deren Blüte in den letzten Jahren regelmäßig erfror, scheinen in diesem Jähr einen schönen Ertrag zu bringen. Die Tabak- Industrie entwickelt sich in unserem Städt­chen von Jahr zu Jahr günstiger. Die Firma Hohmann hat in Daubringen eine Filiale er­richtet. Auch die Fabrikation von Baumate­rialien macht gute Fortschritte. Die städtische Ziegelei, die von der gräflichen Verwaltung auf längere Zeit gepachtet wurde, hat unter ihrem Geschäftsführer S ch u m a o n einen raschen Auf­schwung genommen. Ebenso hat das Daügeschäft Ioh. Friedr. Rühl, womit die Fabrikation von Kunststeinen und Zementrohren verbunden ist. sich gedeihlich entwickelt.

I Ober-Lais, 30. Mai. Zu dem am kom­menden Sonntag hier stattfindenden Sänger- fest der Vogelsberger Sängerver­einigung, das mit der Feier des 25jährigen Bestehens des hiesigen Gesangvereins L i e d e r f re u n d" verbunden ist, haben un­gefähr 30 Vereine mit über 1000 Sängern ihr Erscheinen zugesagt. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Auch das Dorf ist bemüht, sich seinen Gästen von der besten Seite zu zeigen. Noch nie ist hier soviel zur Herrichtung der Häuser getan worden, wie gerade in diesem Jahre. Bis in Die letzten StunDen vor Dem Feste werden Die Weißbinder, Die sich noch auswärtige Hilfe heranholen mußten, zu tun haben. Für den Festsonntag ist regelmäßige AutobusverbinDung mit RiDDa unD Hirzenhain, Den beiden in Frage kommenden Bahnstationen, eingerichtet worden. In Dem seit Kriegsende verflossenen Jahrzehnt ist hier die B a u t ä t i g k e i t so lebhaft gewesen, wie wohl kaum an einem anderen Orte des Kreises. Einschließlich der im lausenden Jahre begonnenen Bauten wurden in dieser Zeit Drei­zehn Wohnhäuser neu errichtet; acht weitere Wohnhäuser wurden durch Anbauten, oder Auf­stockung erweitert. Auch Wirtschaftsgebäude wur­den in großer Zahl neu errichtet: neun Scheunen, fünf Stallgebäude, eine Werkstätte, mehrere Schuppen, Waschküchen und kleinere Gebäude