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gen. Als Zeichen dieses Treugelöbnisses wurde hier- auf stehend von allen Anwesenden das Papstlied gesungen.

Nach dem Vortrage von Beethovens Ouvertüre zu(Egmont" ergriff der Hochw. i)err Geistl. Rot Bayer das Wort, um allen, die zum Gelingen des Festabends mitgewirkt hatten, im Namen der katho- uschen Gemeinde innigen Dank zu sagen. Seine wei­teren Darlegungen galten dem Papsttum in den ersten drei Jahrhunderten. Nachdem der Kirchenchor zwei Papstlieder zu Gehör gebracht hatte, zogen unter den Klangen des Krönungsmarsches die Fah- nendeoutationen ab. Damit hatte der erste Teil des Festabends sein Ende erreicht.

Der zweite Teil, der C a l d e r o n sDas Nachtmahl des Balthasar" zur Darstellung brachte, wurde eingeleitet durch die OuvertüreDer Wasserträger" von Cherubini. Das Bühnenstück, das in seinen allegorischen Fiyuren zeigt, wie furchtbar die Entweihung des Heiligen sich auswirkt, wurde äußerst wirkungsvoll aufgeführt. Die Darsteller zeigten sich chrer schwierigen Aufgabe voll gewach­sen, und ihr ganzes Spiel ließ erkennen, mit wel­cher Liebe und Eingabe sie sich in den Geist und die Eigenart ihrer Rollen vertieft hatten. Ihnen, wie allen Mitwirkenden gebührt herzlicher Dank. Die vorzüglichen Leistungen verdienen auch am kommen­den Sonntag einen vollbesetzten Saal.

Nun liegt die Papstfeier der Gießener Kacholiken hinter uns. Mögen dieser in allen Teilen wohlge­lungenen und würdigen Veranstaltung eine lange und nachhallige Wirkung beschieden sein.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

± Klein-Linden, 28. Oft. Am Samstag­abend fand im Gasthaus3ur deutschen Eiche" die ordentliche Mitgliederversammlung des hie­sigen Spar- und Darlehnskassen- Dereins Raiffeisen e. G. m. b. S). statt. Der Verein zählt zur Zeit 223 Mitglieder: er ist am 11. Mai 1923 gegründet worden. Zunächst wurde der Bericht über die vom 2. bis 8. dieses Monats durch einen Derbandsrevisor vorgenom­mene gesetzliche Revision verlesen. Der Revisions- bericht schließt mit nachstehendem Gesamtergebnis: Dant der guten und zuverlässigen Arbeit der gesamten Verwaltung kann das Ergebnis der gesetzlichen Revision als außerordentlich befrie­digend bezeichnet werden. Der Verein nimmt heute trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Bestehens eine Stellung ein, die für die ganze Ortschaft sehr bedeutungsvoll ist und die außer­dem als in jeder Meise gut fundiert und ge­sichert zu bezeichnen ist. Dann wurde zu der Frage der Umwandlung des Vereins von der unbeschränkten in beschränkte Haftpflicht Stellung genommen. Rach Klärung aller mit der Umwand­lung im Zusammenhang stehenden Fragen stimmten alle anwesenden Mitglieder für die Umwandlung. Eine weitere Deschlußfaisung ergab die Beibehaltung des seitherigen Geschäftsanteils in Höhe von 10 Mark und einer Haftsumme von 400 Mark für jedes einzelne Dereinsmitglied. Weiter hatte sich die Versammlung mit der Ent­wicklung in der Rationalisierungs!rage, die von der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse in Berlin, als Geldinstitut für alle landwirtschaft­lichen Genossenschaften des Deutschen Reiches, in die Wege geleitet wurde, zu befassen. Hier wurde nach längerer Beratung einstimmig der Anschluß an denBezirksverband der Raiffeisengenossen­schaften in Oberhessen, Wetzlar und angrenzender Gebiete" beschlossen. Am gestrigen Sonntag wurde des Gedenktages der am 28. Oktober 18ö6 erfolgten Einweihung unserer evang. Kirche durch Pfarrer Bremmer im Gottes­dienst gedacht. Der Kirchenchor trug zur Ver­schönerung der Gedenkfeier in altgewohnter Weise bei. Ehrwürdige Alte unserer Gemeinde, die seinerzeit an der Einweihungsseier teilnahmen, entsinnen sich noch gut, daß man damals bei der Einweihung der Kirche, die von dem zusam­menhängenden Häuserblock etwas abseits auf einem Höhengelände errichtet war, oft sagte, man hätte doch die Kirche im Dorf lassen sollen. Heute, wo sich unser Dorf mindestens um das Vierfache in allen Richtungen vergrößert hat, steht unsere Kirche mitten im Dorf.

" Grohen-Linden, 29. Olt. Der Alt­veteran von 1870/71, Johannes Weber, geb. 12. Januar 1847, und seine Ehefrau Elisa­beth, geb. Pirr, geb. am 31. Januar 1346, be­gehen am 31. Oktober das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Sie erfreuen sich beide noch körperlicher und geistiger Frische. Frau Weber konnte noch bis vor mehreren Jahren täglich nach Gießen fahren, wo sie am Selters­tor einen Obststand hatte. Sie wird in Gießener Kreisen noch in Erinnerung sein. Das Jubel­paar kann aus eine Rachkommenschast von sieben Kinder (3 tot), 24 Enkel (1 gefallen) und 16 Ur­enkel zurückblicken.

*1* Geilshausen. 28. Oft Für die kom­mende Gemeinderatswahl wurden hier neun Wahlvorschläge mit je einem Be­werber abgegeben. Da unsere Gemeindevertre­tung aus neun Gemeinderatsmitgliedern besteht, braucht eine Wahl nicht stattzufinden.

Beltershain, 28. Oft. Zur Gemein­deratswahl gingen zwei WahlVor­schläge ein. Da die Reklamation gegen die Wahl des Bürgermeisters Hartmann ab- gelehnt wurde, hat nunmehr Bürgermeister Hart­mann die Bürgermeisterei übernommen.

K Deltershain, 28. Oft. In unserer Kirche wurde am gestrigen Sonntag das Erntedank- f e st gefeiert. Der Raum des kleinen Kirchleins erwies sich als zu klein, um die zahlreiche Festgemeinde zu fassen. Lehrer und Organist Meidt hatte mit den Kindern zvel Chöre ein- geübt, die die Kinder ebenso wie die Verse de- Erntespiels in gewohnter Exaktheit vor­trugen. Der Pfarrer predigte über den Dank der Dal, die Forderung des Erntefestes.

Reinhardshain. 28. Oft. Da zur Ge­meinderatswahl nur ein WahlVor­schlag einging, ist eine Wahl nicht erforderlich. Die Liste enthält die seitherigen Mit­glieder des Gemeinderates.

= Saasen, 28.Oft Zur Wahl des Ge­meinderats gingen bei uns drei CB a ß t - Vorschläge ein.

s Saasen, 28. Oft. Da unsere Kirche auf dem Deitsberg noch nicht fertig ist, feierten wir

das Erntedankfest am gestrigen Sonntag im Saale der Witwe Schmitt, den die Besitzerin für diesen Zwe^ in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte. Die Kinder hatten mit allerlei Arbstlichem Schmuck den Saal herge­richtet und einen Altartisch mit den Erntegaben aufgestellt. Der große Saal war völlig durch die Festgemeinde besetzt. Lehrer und Organist Huber, der auch die Schmückung des Saales geleitet hatte, hatte mit den Mädchen ein Ernte­festspiel eingeüht, das durch Wort und Lied einen tiefen Eindruck auf die Gemeinde machte. Das Spiel war der Dorfkirche 1926 entnommen und sollte zur rechten Dankbarkeit aufforbem. Auch die Predigt des Pfarrers über em Psal­menwort aus Psalm 50 zeigte als rechten Ernte- dank den Dank der Tat an den Brüdern in der Rot. Wenn sie auch alle lieber das Fest in unserem Gotteshause gefeiert hätten, so war doch diese Feier eine wirkliche Feierstunde.

* Llch, 29. Oft. Am Donnerstag, 31. d. M., von 1 Uhr nachmittags ab, wird das neue Selbstanschlußamt in Betrieb genommen. Spätestens zu dieser Zeit, besser kurze Zeit vor­her, müssen bei allen Sprechstellen an den be­sonders bezeichneten Stellen von den Teilneh­mern die Drähte geschnitten, oder die Umschalter­hebel nach rechts umgelegt werden. Wer dies unterläßt, stört den Betrieb des neuen Amtes und bleibt deshalb unter Umwänden längere Zeit ohne Sprechmöglichkeit, weil solche Anschlüsse gesperrt werden müssen. Das nachträgliche Schneiden der Drähte oder Umlegen der Um­schalterhebel muß dem Amt von einer Rachbar- sprechstelle aus mitgeteilt werden, damit der Qtn» schluh geprüft und die Sperre aufgehoben werden Eann. Der Fernsprechbetrieb wird am 31. wegen der Arbeiten zur Betriebsüberleitung in der Zeit von 1 bis etwa 2 Uhr völlig ruhen. Unmittelbar nach dieser Zeit, sowie an den beiden folgenden Tagen muß sich jeder Teilnehmer in der Be­nutzung des Fernsprechers auS technischen Grün­den möglichste Beschränkung auferlegen. Mit der Detriebsüberleitung treten die neuen Anschluß- nummem in Kraft.

s. Trais-Horloff, 28. Oft. Eine Haus- s ammlung für die Epileptiker-An- ftalt in Rieder-Ramstadt ergab in un­serem Kirchspiel den ansehnlichen Betrag von 77 Mk. Davon entfallen auf Trais-Horloff 23 Mark, auf die beiden Filialgemeinden Inheiden und Utphe je 27 Mk.

U Rodhe im a. d. Horloff, 26. Oft. Bei der Aufstellung der Kandidaten für den Ge­meinderat einigte man sich in unserem Orte auf eine Einheitsliste. Diese enthält folgende Ramen: 1. Wilhelm Kröll II., Landwirt: 2. Karl Schäfer, Landwirt: 3. Otto Kröll II., Landwirt; 4. Wilhelm Misar, Schmiedemeister: 5. Karl Spies, Steiger: 6. Karl Hofelds Schreinermeister: 7. Heinrich Rudel, Landwirt. Sämtliche Mitglie­der treten neu in den Gemeindevorstand ein; die bisherigen hatten freiwillig ihr Amt nieder­gelegt. Der hiesige Männergesangverein Sängerkranz" hielt dieser Tage seine or­dentliche Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende H. Rudel erstattete zunächst den Jahresbericht, wobei er besonders auf die schönen gesanglichen Erfolge des Vereins im ab­gelaufenen Jahre bei dem Wertungssingen in Laubach und bei dem Gesangswettstreit in Ridda der Verein errang hier den 1. Preis, den Ehrenpreis, den Höchsten Ehrenpreis und den Di­rigentenpreis Hinweisen konnte. Auch die durch den Vereinsrechner H. R a g e I vorgenommene Rechnungsablage gab ein befriedigendes Bild; einer Jahreseinnahme von 551,10 Mk. stand eine Jahresausgabe von 505,60 Mk. gegenüber, so daß ein Ueberschuß von 45,45 Mk. verblieb. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die Er­gänzungswahl des Vorstandes, die durch Zuruf erfolgte, erbrachte die Wiederwahl des seitherigen Vorsitzenden H. R u d e l und des Schriftführers A. H o f in a n n. Für den bevor­stehenden Winter wurde die Abhaltung eines öffentlichen Wintervergnügens (Theaterabend) beschlossen. Der Verein, der im kommenden Jahre auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblickt, will aus diesem Anlaß eine Vereinsfahne anschaffen und deren Weihe mit einem größeren Sängerfest im kommenden Sommer verbinden. Als Zeitpunkt wurde der 18., 19. und 20. Juli bestimmt. Da die letzte festliche Veranstaltung in unserem Orte schon sehr weit zurückliegt (Kriegervereinsfest 1897), dürste mit einer guten Beteiligung zu rech­nen sein.

Kreis Friedberg.

5 Friedberg, 26. Oft. Für die bevorstehende Stadtratswahl sind insgesamt zehn Wahlvorschläge eingereicht worden. Die Aussiollung ist nach Polt schen ober wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Die folgenden politischen Par­teien beteiligen sich am Wahlaufmarsch: Sozial­demokratische Partei, Zentrum, Deutsche Volks­partei, Demokraten, Kommunisten, Deutschnatio­nale Dolksparlei, Evangelische Volksgemeinschaft. Offiziell nicht beteiligt ist die Wirtschaftspartei. Die an ihr interessierten Kreise haben die verei­nigte Liste der Handwerker, Kaufleute, Haus« und Grundbesitzer eingereicht. Richt politisch sind der Wahlvorschlag der Mieter, für den aber Listen­verbindung mit der Sozialdemokratie besteht, und dieBürgerliche Liste". Zur Kreistags­wahl liegen 8 Wahlvorschläge vor, und zwar: Evang. Volksgemeinschaft (Spitzenkandidat Stadt­rat Einbrodt, Butzbach): vereinigte Liste des Land­bundes und der Deutschnationalen Volkspartei (Spitzenkandidat Dr. v. Helmolt, Rieder-Wöll­stadt): Kommunistische Partei (Spitzenkandidat Kaufmann Oppenheimer, Butzbach): Sozialdemo­kratische Partei (Spitzenkandidat Schreinermeister Schaub, Büdesheim): Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Spitzenkandidat Kaufmann Ulrich, Friedberg): Deutsche Volkspartei (Spitzenkandidat Geh. Justizrat Windecker, Friedberg): Zentrum (Spitzenkandidat Bürgermeister Möbs, Rieder- Mörlen): Demokratische Partei (Spitzenkandidat Fabrikant Heil, Butzbach).

< Butzbach, 28. Oft. Der Autover­kehr Butzbach und Umgegend, hat auch in dem abgelaufenen Vierteljahre Juli bis Sep­tember wieder mit einem Verlust, der sich auf annähernd 10000 Mark beziffert, abgeschlos­sen. Die von den beteiligten Gemeinden ge­leisteten Garantiesummen mußten im vollen Umfange in Anspruch genommen werden. Abschreibungen auf die Fahrzeuge konn­

ten in dem Vierteljahr »richt vorgenvmmen werden.

I Stein'urth, 28.DEL Der Versand der Rosenpflanzen hat begonnen. Täglich man- dem nun wieder die bekannten Rosenballen per Post und Bahn nach allen Teilen Deutschlands und viele auch ins Ausland. Die Pflanzen zeigen in diesem Jahre trotz der großen Trockenheit starke Triebe, sehr gute Bewurzelung und ein gesundes Aussehen. Das Ausmachen auf Aeckern in trockener Lage macht freilich in diesem Herbste besonders viele Mühe.

Kreis Schotten.

f Gedern, 28. Oft. Am vergangenen Sams­tag fand im kleinen Saal des Dergwirtshauses dahier eine Lehrerkonferenz des Be­zirks Gedern statt. Rach der Begrüßung erstattete Obmann Häusel, Gedern, Bericht über die am 30. September in Frankfurt a. M. stattgehabte Vertreterversammlung, auf welcher die neuen Satzungen des Hessischen Landeslehrer­vereins beraten und festgelegt wurden. Rach kurzer Aussprache hielt Lehrer Steher, Her- chenhain, einen Vortrag über das Thema:Der Sprechchor bei der Gedichtbehandlung'. Als näch­ster wichtiger Punkt stand auf der Tagesordnung die Besprechung der Dienstanweisung für die Kreis schulämter. Rach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten konnte die Konferenz geschlossen werven.

Ober-Schmitten, 26. Oft. Zum drit­tenmal seit Einführung der Listenwahl war es hier möglich, durch Aufstellung einer Ein­heitsliste die Gemeindewahl auszuschalten und der örllichen Bevölkerung den Wahlkampf zu ersparen. Don den ausscheidenden Gemeinde­ratsmitgliedern stehen wieder acht auf der neuen Liste. Für den Landwirt Wilhelm Diehl- mann I., der aus gesundheitlichen Rücksichten eine Wiederwahl ablehnte, wurde der Landwirt Wilhelm Diehlmann II. in Vorschlag ge­bracht. Die neue Gemeindevertretung sieht sich vor ernste Aufgaben gestellt. Wohnungsproblem, Ortsbebauungsplan, Kanalisation und Straßen­bau sind drängende Fragen, die im Rahmen des Möglichen gelöst werden müssen. In diesem Zusammenhang muß auch der Feldbereinigung gedacht werden, wenn sie auch außerhalb des Aufgabenkreises der Gemeindevertretung steht. Ihre Durchführung sollte ernstlich erwogen und nicht länger hinausgezögert werden. Es wäre verfehlt, wollte man den angrenzenden Gemar­kungen die Initiative überlassen, die Regulie­rung der Gemarkungsgrenzen in ihrem Sinne vorzunehmen.

J_ Ober-Lais, 27. Oft. Zur Gemeinde­ratswahl sind hier drei Wahlvor­schläge eingereicht worden. Bei den beiden vor­hergehenden Gemeinderatswahlen hatte man sich auf eine Einheitsliste geeinigt. In gleicher Rich­tung gehende Versuche waren diesmal leider zum Scheitern verurteilt. Die höchstgelegenen Häuser unseres Dorfes konnten bisher des Segens der Wasserleitung nicht teilhaftig werden, da der Hochbehälter unserer Leitung zu tief liegt. Diese Häuser werden jetzt an die Wasser­versorgung unseres Forsthauses angeschlossen. Dort ist auf dem Speicher ein Behälter ein­gebaut, der durch eine Elektropumpe stets gefüllt gehalten werden kann. Mit dieser Einrichtung werden langjährige berechtigte Klagen der be­treffenden Familien zum Verstummen gebracht.

§ Stumpertenrod, 27. Oft. Schon über vier Monate lang ist die hiesige Pfarrstelle verwaist, seitdem Pfarrer S ö d l e r, der sieben Jahre lang, zuerst als Verwalter, dann als definitiver Pfarrer hier gestanden, Mitte Juni nach Hopfgarten übergefiedelt ist. Der Pfarrdienst in unserem Kirchspiel, zu dem als Filialort noch Köddingen gehört, wird seitdem hier abwechselnd von den Pfarrämtern Groß- Felda und Ulrichstein, in Köddingen vom Pfarr­amt Meiches versehen, auch wurden die Sonn- tagsgottesdienste an beiden Orten häufig von den betreffenden Lehrern als Lesegottesdienste ge­halten. Mit Freuden begrüßt man nun Die kürzlich vom Landeskirchenamt vollzogene Er­nennung eines neuen Geistlichen für unsere Pfarrei, des Pfarrassistenten Geißler zu Offenbach a. M., der in den ersten Rovember- tagen seinen Dienst als Pfarrverwalter hier an­treten wird. Pfarrer Geißler ist in Watzenborn bei Gießen geboren, er kehrt also nun in seine Heimatprovinz Oberhessen zurück. 2n unserer Pfarrei, die sich stets durch sehr reges kirchliches Leben ausgezeichnet hat, sieht man seiner An­kunft allgemein mit freudiger Spannung ent­gegen, und freut sich, nach so langer Zeit wieder einen eigenen Geistlichen zu bekommen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

CO Groß-Rechtenbach, 27. Oft. Auf Antrag mehrerer Ortseinwohner wegen Entwässerung ihrer Grundstücke hat der Gemeinderat beschlossen, die Entwässerung des westlichen Teiles des Ortes gemäß einem von dem Kreistiefbauamt in Wetzlar aufgestellten Projekt durchzuführen. Die Ausführung der Arbeiten noch in diesem Herbst erwies sich insbesondere deshalb als notwendig, weil das Kulturamt ge­legentlich des Umlegungsverfahrens in der Mitte des Dorfes eine unterirdische Kanalisationsanlage hergestellt und dabei die seitherigen oberirdischen Abflußeinrichtungen beseitigt hat. Für die Ge­meinde ergab sich hieraus die zwingende Rot­wendigkeit. die Abwässer von allen Seiten her der Kanalisation des Kulturamtes zuzuführen, weil diese am tiefsten Punkte des Ortes verlegt ist. Bei starkem Regenwetter, Schneeschmelze usw. wären sonst eine ganze Anzahl Gehöfte über­schwemmt worden da das Wasser den früheren oberirdischen Abfluß nicht mehr hat. Da ferner die Gemeinde schon in den nächsten Jahren an den Dau einer zentralen Wasserver­so r g u n g s a n l a g e h:ranzutreten gedenkt, hat der Gemeinderat gleichzeitig beschlossen, daß die Wasferleitungsrohre und die Wasserleitungs- hausanschlüfse in der Provinzialstraße gleich mit­verlegt werden. Auf diese Weise wird ein spä­terer nochmaliger Aufbruch der Provinzialstraße vermieden und ferner eine wesentliche Ersparnis an Wasserleitungsbaukosten erzielt. Die Gesamt­kosten der Kanalisationsanlage einschließlich der Verlegung der Wasserleitungsrohre, sowie der Wasserleitungshausanschlüsse sind auf 20 000 Mk.

veranschlagt. Dieser Betrag mußte, da der Ge­meinde eigne Mittel zunächst nicht zur Verfügung stehen, bei der Landesbank der Rheinprovinz im Anleihe Wege ausgenommen werden. Die Kosten der Verzinsung und Tilgung der Anleihe werden zur Hälfte in Form von Kanalgebühren auf die Besitzer der an die Kanalanlage angeschlossenen Hausgrundstücke umgelegt. Aus die öffentliche Ausschreibung der Arbeit waren 8 Angebote eingegangen. Durch einstimmigen Beschluß des Gemeinderats wurde die Ausführung des Pro­jekts dem Bauunternehmer Zöller in Dorn­holzhausen übertragen, der die Arbeiten bereits in Angriff genommen hat.

Die Starkenburger Provinzialstraßen.

WSR. Darmstadt, 26. Ott. Einem umfang­reichen Ter ich t über den Bau und die Unter­haltung der Provinzial st raßenderPro- vinz Starkenburg im Jahre 1929 ist zu entnehmen, daß in diesem Jahre für diese Zwecke 7 940 400 Mark aufgewendet wurden, gegenüber 4 384 400 Mark im Jahre 1928. Sämtliche in An­griff genommenen Straßenzüge wrrd.en den Be­dürfnissen des heutigen Verkehrs entsprechend ausgebaut. Die gewalzten Straßen sind mit einer teils schweren, teils leichten Befestigung ver­sehen worden. Das Durchgangs st raßen- netz ist zu 75 Prozent ausgebaut. Der Rest der Durchgangsstraßen kann in langsamem Tempo fertiggestellt werden, da er sich teils in einem Zustand befindet, der sofortige Herftel- lunig nicht notwendig macht, während zum andern Dell die geringe Verkehrsdichte erfordert, daß zunächst wichtigere Bezirksstraßen den Vortritt im Ausbau erhalten. Ausgesührt wurden in diesem Jahr rund 83 Kilometer Durchgangsstraßen.

Die Frankfurter Villeneinbrecher als Sprengstoffdiebe.

WSR. Frankfurt a. M., 28. Oft. Die Frankfurter Villeneinbrecher, denen man schon etwa 150 Einbrüche nachweisen konnte, haben auch gestanden, daß sie am 17. Juli d. I. bei der Firma Dyckerhvff & Söhne in Amöneburg in einen Schuppen eingebrochen sind, sich daraus 21/i Kilo Ammonit, 100 Sprengkap­seln und Zündschnur aneigneten und den gesamten Raub in der Rähe des Tatortes ver­graben haben. Die Rachforschungen ergaben die Richtigkeit der von den Einbrechern gemachten Angaben, so daß der bestohlenen Firma der ge­samte Sprengstoff wieder zugeflellt werden konnte. Die seinerzeit aufgetauchte Vermutung, dieser Einbruch sei auf politische Motive zurückzuführen, war also falsch. Die Diebe wollten den Spreng­stoff für ihre Einbrüche verwenden, haben ihn aber aus Furcht vor Entdeckung unberührt in dem Versteck liegengelassen.

Die Gefahren des Weinkellers.

WSR. Ober-Ingelheim, 28. Ott In Groß-Winternheim hat der n e u e W e i n ein Opfer gefordert. Als der 51jährige Land­wirt Eduard Dieser, der Bruder des Bürger­meisters, seinen Weinkeller aufsuchte, wurde er von dem vom neuen Wein ausströmenden Gas überwältigt. Mehrere Landwirte versuchten, den ohnmächtig gewordenen Mann zu retten; da­bei kamen sie selbst in Lebensgefahr. Während es gelang, die hilfsbereiten Landwirte ins Le­ben zurückzurufen, mißlang es bei Eduard Dieser.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 23. Oft. Eine auswärtige Ge­schäftsfrau hat, da sie sich in Schwierigkeiten be­fand, einen Wechsel gefälscht und weiter in Zahlung gegeben. Der Wechsel wurde später nicht eingelöst. Sie wurde, da seither unbestraft und da sie sich in einer Rotlage befand, unter An­nahme mildernder Umstände zu einer Gefäng­nisstrafe von 14 Tagen verurteilt.

Ein mehrfach wegen Zechbetrugs vorbe­strafter Koch hatte sich wegen des gleichen De­likts, nunmehr begangen im Rückfall, zu verant­worten. Die nach dem Gesetz geringste Strafe beträgt drei Monake Gefängnis. Das Gericht er­kannte, um dem Angeklagten einen Denkzettel zu geben, auf vier Monate Gefängnis.

Ein vielfach und schwer wegen Eigentumsver- gehen vorbestrafter auswärtiger Arbeiter hat ckine größere Anzahl Bestellscheine gefälscht und sich darauf Provision geben lassen. Strafe: fünf Monate Gefängnis.

Ein Maier hat eine Arbeitsbescheini­gung gefälscht und versucht, damit daS Wohlfahrtsamt zu beschwindeln. Es wurde ge­gen ihn auf sieben Wochen Gefängnis crlannt und diese Strafe durch die Untersuchungs­haft als verbüßt erklärt; der Haftbefehl wurde auf gehoben.

Eine längere Beweisaufnahme beanspruchte eine Verhandlung gegen einen Handwerker, welcher der Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem Mädchen von acht Jahre beschuldigt wurde. Trotz seines Leugnens wurde er durch einen eingehen­den und überzeugenden Beweis, der sich teilweise auf Indizien stützte, überführt und zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.

Angellagt wegen Rotzuchtsversuchs war ein Weißbinder. Rach Vernehmung einer ganzen An­zahl von Zeugen beschloß das Gericht auf Antrag des Staatsanwalts, diesem die Akten zurückzu- geben zwecks Anstellung weiterer Ermittelungen und Aufklärung verschiedener in der Verhand­lung neu ausgetauchter Punkte.

(Schluß des daktionellen Teils.)

Das Lieblings-haarwafchmillel der Bubiköpfe ist nun das milde Helipon geworden, und zwar wegen seiner bequemen Einteilung der Waschpor­tionen. Jede Bubikopf-Packung enthalt 3 abgeteilte Waschungen für 30 Pf. (Die andere PackungFür langes Haar" enthüll 2 Vollwaschungen.) Wenn man dazu die wunderbar verschönernde Wirkung des Helipons beobachtet, so begreift man, wenn viele Verbraucher ganz offen ihre Meinung zum Ausdruck bringen mit den Worten:Helipon sagt mir am meisten zu!" 1646v

2 CREME MOUSON

macht sie in weniger? Standen glättend geschmeidig