Ausgabe 
29.6.1929
 
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flr. 150 Achtes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

5amstag, 29. Zuni 1929

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

3n dieser Woche zeigte der Frankfurter Pro» duktenmarkt schon ein wesentlich verändertes Bild. §>ie Hausse an den überseeischen Märkten regte cn und stimmte zuversichtlich. Es war auch bald eine Geschästsbelcbung festzustellen, bei teilweise ganz beträchtlichen Preissteigerungen. Das schiech- letc Wetter blieb aber ebenfalls nicht ohne Ein» flufo, was sich besonders am Lieferungsmarkte auswirkte, denn hier schritt der Export ver­schiedentlich zu Deckungskäufen. Das Angebot nahm nie besonders große Formen an, aber die en den Markt kommende Ware von feiten der Provinz war im Preise ziemlich hochgeschraubt, |n daß die Forderungen von dieser Seite schwer nurchzuholen waren. Die Beteiligung außen- flehender Kreise war noch gering, auch die Händ» kr zeigten noch in gewissem Sinne eine nicht zu rerkennende Zurückhaltung, doch war man über ton neuerlichen Umschwung zufrieden. Don den landwirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen erwartet man eine allgemeine Erleichterung. 3n der zwei- len Hälfte der Woche wurde das herauskom- irnendc Material schon leichter ausgenommen. Die Pendenz war fest. Besonderes Interesse bestand für Weizen. Die Umsätze erreichten ein gröhe- k'6 Ausmaß. Aber auch Roggen wurde ge­bucht, doch blieb hier der Gewinn bescheidener, hauptsächlich dürften die Mühlen als Haupt» raufet aufgetreten sein. Recht lebhaft war der Absatz von Mehle. 3m Vordergrund« stand R o g» lenmeht bei einer enormen Besserung von 1,25 Mark. Aber auch das Weizenmehlge- kchäft stand kaum zurück, besonders gesucht waren niederrheinische Qualitäten. 3n S o m m e r- aerste und Hafer war die Umsahtätigkeit -ur mäßig. Dagegen hatte der Futtcrmittelmarkt Lege red Geschäft aufzuweisen. Besonders Mais Lüc Futterzwecke war gesucht, und zwar in erster Linie von landwirtschaftlicher Seite. Weizen- 'leie sowie Roggenkleie traten nach einer Lrrübergehenden Abschwächung und Dernach- Ilissigung ebenfalls in den Vordergrund, und der anfängliche Rückgang wurde sogar noch über» pritten.

I vorübergehend war die Stimmung wieder leich- Ikr, doch wurde, nachdem erneut festere amerika­nische Meldungen eintrafen, die Tendenz wieder Isrcundlich. Das Geschäft war aber klein. Rur Iriuzelne Gctreidearten traten in den Vorder­grund und zogen weiter an. Dies waren vor gllem Brotgetreide, Roggenmehl und Futtermittel. Immerhin waren gegenüber der vergangenen lDvche teilweise ganz erhebliche Besserungen zu leerzeichnen, was immerhin ein Anzeichen einer gisgemeinen Besserung und günstiger Zukunft llein dürfte. Verglichen mit den Rotierungen der Irecflangenen Woche gewannen Weizen, Mais für Futtermittel und Weizenmehl, niederrheinisches, |k 0 75 Mark. Roggenmehl zog sogar bis zu r bis 1,50 Mark an. Roggen, Weizenmehl, Wei- fctn-' und Roggenkleie logen bis zu 0,50 Mark [kltcr. Die Woche schloß zu folgenden Rotie- liungcn: Weizen 24,25, Roggen 22,25, Sommer- Ifceftc 23, inl. Hafer 22, Mais für Futterzwecke k).5O bis 20,75, Weizenmehl 33,50, Riederrh. |;3,25. Roggenmehl 29,50 bis 30,50, Weizenkleie p, Roggenkleie 11,25 Mark.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

I Sic Lustlosigkeit deb vergangenen Woche über- piLg sich auch in der neuen Berichtwoche auf die I Stimmung. Anlaß boten vor allem hierzu die Ile 1)1 geringen Antragsbestände, so daß das Ge° I'iäft zu manchen Zeiten fast vollkommen stag- l-teitc. Es traten zumeist an fast allen Tagen I^rsabbröckelungen ein, die jedoch nie ein größe- |k8- Ausmaß onnahmen, aber doch im Laufe der »Drche nicht ohne Bedeutung blieben. Der Grund­irr der Börse zeigte aber immerhin eine nicht iiu verkennende Widerstandsfähigkeit. Auch die I ^slandegekommene Reichsanleihe, deren lüiOdalitäten als nicht gerade günstig bezeichnet I (erben können, mochte einen schlechten Eindruck, pe Stimmung wurde alsbald jedoch etwas ländlicher, da der Schiedsspruch im I^uhrbergbau gute Rohstahlproduktions- gesteigerte ^lmsahtätigkeit bei verschiede» tu Autofirmen, der weiter bessere Kaliumsah, i? zumeist festere Reuyorker Börse und vor allem fber die seit längerer Zeit wieder erstmalig a k - ive Außenhandelsbilanz für den Mo­

nat Mai. von besonderer Bedeutung waren. Das Geschäft erfuhr aber trotzdem keine nennenswerte Belebung, da der Hauptanreiz, die Ausland­orders, dem Markte fehlte. Die Spekulation war zumeist zurückhaltend, und schritt auch, da ver­schiedentlich wieder ungünstigere Rachrichten ein­trafen, zu Abgaben, so daß die Kursgestaltung Schwankungen unterlag. Am Liquidationstage verschanzte sich die Spekulation hinter große Reserviertheit, doch blieb das erwartete Angebot aus, was aber in erster Linie auf den geringen Engagementsumfang zurückzuführen war. Auch konnte man feststellen, daß aus diesem Grunde die Hcbertoinbung des Ultimos keine Schwierig­keiten bieten wird und man war dar­aufhin freundlich und zuversichtlich ge­stimmt, doch traf erst später, als man sich hiervon zu Genüge überzeugt hatte, eine Ge­schäftsbelebung ein. Vereinzelte Auslandaufträge und vor allem Znteressenkäufe von Rheinischer Seite, unter Bevorzugung von Montanpapieren, trugen zur Geschäftsbelebung bei. Der Reichsbank­ausweis, der wieder eine Entlastung aufwies, wurde mit Befriedigung ausgenommen, Abgaben waren kaum noch zu beachten, nur Glanzstoff­papiere waren zeitweise aus den bekannten Grün­den weiter angeboten; man hatte sich in Börsen­kreisen hinsichtlich der Vorkommnisse, die all­gemein als nachteilig empfunden werden, immer noch nicht ganz beruhigt. Erst gegen Ende der Woche konnte man eine Auswirkung der gün­stigeren Momente feststellen. Die meisten Märkte hatten immerhin beachtenswerte Besserungen zu verzeichnen, so dgß die im Verlaufe der Woche eingetretenen Rückschläge zumeist aufgehoben wurden, teilweise sogar konnte das Riveau der vergangenen Woche überschritten werden. Man konnte feststellen, daß die Kulisse sich wieder leb­hafter am Geschäft interessierte und Reuengage­ments in größerem Umfange vornahm. Montan- werte waren besonders bevorzugt. Aber auch vereinzelte Elektropapiere, und zeitweise Reichs* banlanteilc erfreuten sich einer recht regen Hm* sahtätigkeit. Die Erfindung des künstlichen Gerb­stoffes durch die 3.-G.-Farbenindustrie und die Verständigung auf dem Stickstoffgebiete hatten für den Chemiemarkt recht rege Rachfrage zur Folge. Doch traten wieder auf Gewinnmitnahmen Abschwächungen ein. Bei einem Vergleich der Kurse mit der vergangenen Woche waren im großen und ganzen nur Erholungen von 1 bis zu 2 Prozent zu verzeichnen: denn den infolge des Monatswechsels aufgeschlagenen Report muß man besonders berücksichtigen und nicht als Ge­winn rechnen. 4 bis 6 Prozent fester lagen Gel­senkirchen, Harpener, Salzdetfurth, Mannesmann, Phönix und Zellstoff Waldhof. Bis zu 20 Prozent mußten Vereinigte Glanzstoff einbüßen. Reichs­bank gewannen 5 Prozent. Schifsahrtspapiere bis zu 4 Prozent. Renten zumeist geschäftslos. Deut­sche Anleihen lagen leicht gedrückt. Rur für Schutzgebiete machte sich etwas mehr Interesse geltend. Ausländer waren verschiedentlich be­vorzugt: und hiervon besonders Anatolier und Zolltürken. Am Geldmarkt war Tagesgeld angespannter und höher, aber immerhin konnte der Rachfrage genügt werden. Am De­visenmarkt war die Mark abgeschwächt, doch trat auch hier gegen Ende der Woche wieder eine Besserung ein. Das Pfund lag international fest.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schlachtviehmartt.

Dos Geschäft am Frankfurter Schlachtvieh­markt hielt sich in dieser Woche in den engsten Grenzen. Der Auftrieb war in fast allen Vieh­gattungen stärker als in der Vorwoche. Auf dem Rinder markt war der Auftrieb für die jetzige Jahreszeit etwas zu stark. Da auch die Rach- frage von feiten des Exports nur gering war, und auch die Metzger große Zurückhaltung be­kundeten, verlief der Handel sehr langsam und eher schleppend. So verblieb naturgemäß auch etwas größerer Lieberstand. Die Preise gaben in allen Gattungen nach. Auch Kälber hatten in dieser Woche sehr starken Auftrieb aufzu­weisen, so daß auch hier das Geschäft sehr ruhig verlief. Bei nachgebenden Preisen konnte der Markt jedoch geräumt werden. Die Beschickung des Schweinemarktes war wenig verän­dert. Rach mittelmäßigem Geschäft und etwas anziehenden Preisen wurde ausverkauft. Fett- schweine sind nach wir vor schwer verkäuflich. Schafe waren auch in dieser Woche immer noch zu wenig am Markte, um eine Preisnotie­

rung zustande zu bringen. Die Tatsache, daß die Schafzucht in der Umgegend stark zurück- gegangen ist, bedingt seit einigen Wochen den sehr schwachen Auftrieb. Der Gesamtauftrieb bestand ans 1706 Rindern, darunter 396 Ochsen, 106 Bullen, 633 Kühen und 430 Färsen, ferner aus 1778 Kälbern. 160 Schafen und 5080 Schwei­nen. Verglichen mit dem Auftrieb der ver­gangenen Woche waren 156 Rinder, 174 Kälber, 69 Schafe und 3 Schweine mehr angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Klasse al) 60 bis 62, a2) 57 bis 59,

bl) 50 bis 56; Bullen a) 55 bis 59, b) 50 bis 54;

Kühe a) 48 bis 51, b) 42 bis 47, c) 35 bis 41, d) 25 bis 34; Färsen a) 60 bis 63, b) 56 bis 59,

c) 50 bis 55; Kälber b) 76 bis 79. c) 70 bis 75,

d) 60 bis 69; Schafe nicht notiert; Schweine b) 79 bis 82, c) 81 bis 84, d) 81 bis 84, e) 78 bis 81. Im Vergleich mit den Preisen der letzten Woche gaben Ochsen, Färsen und Kälber je 3 Mk.. Kühe 2 Mk. und Bullen 1 Mk. im Preise nach, während Schweine bis zu 2 Mk. anziehen konnten.

* DieHessischeLandesbank Staats­bank in Darmftadt empfiehlt im heutigen Anzeigenteil ihre reichsmündelsicheren 8-v. H.-Gold- Hypothekenpfandbriefe und 8-v. H.-Gold-Schuldver­schreibungen zur Kapitalsanlage.

* Preußische Zentral - Bodenkre- dit-Aktiengesellfchaft. . Anläßlich des Quartaltermins bietet die Gesellschaft im heuti­gen Anzeigenteil die Erweiterungsausgabe ihrer neuen 8 Prozent Zentral-Goldpsandbriese v. I. 1928 zum Kurse von 97,50 Prozent zur Kapitals­anlage an. Die Pfandbriefe werden außer in Berlin und Frankfurt a. M. auch an anderen Börsen bereits amtlich notiert. Eine Kündigung ist frühestens zum Oktober 1934 zulässig. Die Goldpfandbriese der Zentralboden sind bekanntlich bei der Reichsbank in Klasse A beleihbar. Die Stücke lauten über Beträge von 100 bis 5000 Goldmark.

* Franksche Eisenwerke A k t. - G e s., Adolfshütte b. Dillenburg. In dem Bericht über das Geschäftsjahr 1928, dem zweiten der Firma als A.-G., wird u. a. ausgesührt, daß der Gesamtumsatz im In- und Auslande gegen­über den Vorjahren angemessen gesteigert werden konnte. Das Auslandgeschäft werde durch fort­gesetzte Selbstkostenerhöhungen, denen die Wirt­schaft machtlos gegenüberstehe, außerordentlich erschwert, nach einer Reihe von Ländern sogar völlig unmöglich gemacht. Es wurde ein De- triebsüberschuß von 1.293 (1.002) Mill. Mark er­zielt. Andererseits erforderten Steuern und Lasten 0.367 (0.312), Zinsen 0.159 (0.160) und Abschreibungen 0.335 (0.196). Rack) 145 000 Mark (90 000 Mk.) Rückstellungen verbleibt ein Rein­gewinn von 286 479 (244 436) Mk., woraus 7 (6) Dividende auf 4 Mill. Mk. Aktienkapital verteilt werden. Angesichts der bereits vorliegenden Auf­träge und der eingehenden Bestellungen wird für 1929 unter dem üblichen Vorbehalt mit keinem ungünstigeren Ergebnis gerechnet.

* Philipps-Werke A. - G., Frankfurt a m M a i n. Wie WTB.-Handclsdienst erfährt, be­absichtigt die Philipps-Werke A.-G., ihre Fabrikation von Frankfurt a. M. nach Aschaffenburg zu verlegen. Gleichzeitig damit soll eine Beschränkung ihres Be­triebes auf die Pianofabrikaton vorgenommen wer­den. Die Fabrikation soll in die Räume der Firma Arnold in Aschaffenburg verlegt werden. Die Fabrik­gebäude der Philipps Ä.-G. werden an die hollän­dische Radio-Philipps überaehen.

* Der Austritt der Firmen Hen­schel und Maffei aus öem Lokomo - tivausfuhrverband r e ch t s k r ä f t ig. Bekanntlich haben die Firmen Henschel und Maffei im März ihre Mitgliedschaft bei dem Lokomotivausfuhrverband mit sofortiger Wirkung gekündigt mit der Begründung, daß die Firmen Borsig und Schwarhkopff bei der Hereinholung des serbischen Auftrages über HO Lokomotiven die im Verbände festgesetzten Preise erheblich unterboten hätten. Der Lokomotivausfuhrverband hatte daraufhin Klage beim Kartellgericht ein­gereicht mit dem Anträge, die sofortige Kündi­gung der Firmen Henschel und Maffei für un­begründet zu erklären. Rachdem die beklagten Firmen dem Kartellgericht eine aktenmäßige Dar­stellung der Vorgänge eingkreicht hatten, ist nunmehr, wie WTD.-Hondelsdienst erfährt, die Klage leitend des Lokomotivaussuhrverbandes zurückgenommen worden. Damit ist der sofortige Austritt der beiden Firmen aus dem Verbände rechtskräftig geworden. Der Verband hat auf eine Widerlegung der von Henschel und Maffei erhobenen Vorwürfe verzichtet.

Sarotti-Restle. Die Sarotti-A.-G. hat mit der Restle-Gesellschast eine Vereinbarung getroffen, wonach Sarotti von Restle die Fabrik in Hattersheim übernimmt und zunächst für zehn Jahre das ausschließliche Recht der Fabrikation und des Vertriebs der Marken Restle, Peter Cailler und Kohler in Deutschland erhält. Restle verpflichtet sich gleichfalls auf 10 Jahre, keinerlei Fabrikation oder Vertrieb von Kakao und Cchoko- ladeerzeugnissen in Deutschland zu unterhalten, oder sich zu beteiligen. Die Sarottimarken wer­den in unveränderter Weise gepflegt. Im Zu­sammenhang damit soll eine außerordentliche Generalversammlung der Sarotti-A.-G. eine Kapitalerhöhung um nom. 3,5 Mill. Mark be­schließen. Als Gegenwert für die Hattersheimer Fabrik dienen nom. 2,5 Mill. Mk. junge, ab 1. Januar 1930 dividendenberechtigte Sarotti» aktien, welche Restle innerhalb von fünf Jahren ohne Zustimmung von Sarotti nicht veräußern' darf. Der Ucbergang erfolgt ab 1. Juli 1929 ohne Llebernahme von Debitoren und Kreditoren.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 29.Juni. Tendenz behaup­tet. Zum Wochenschluß eröffnete die Börse i n sehr stiller Haltung. Anregungen lagen nicht vor, die Tendenz war nicht unfreundlich, doch trat infolge der Orderlosigkeit keine Geschäftsbele­bung ein. Die etwas festere Reuyorker Börse von gestern machte einen günstigen Eindruck. Auch über die gestrige Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in München wurde debattiert und mit Be­friedigung ausgenommen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren die Kursveränderungen gering und verteilten sich gleichmäßig nach beiden Seiten. Am Elektromarkt eröffneten AEG., Chade-Aktien, Elektrische Lieferung leicht gedrückt, während Fel­ten und Siemens flut behauptet, sogar eine Kleinig­keit gebessert waren. I.-G.-Farben lagen knapp be­hauptet, Rütgerswerke etwas fester. Montanwerte geschäftslos. Die wenig zustande gekommenen Werte zur ersten Notierung lagen etwas hoher. Von Autowerten lagen Daimler etwas gefragter, aber wenig verändert. Glanzstoffaktien eher ange­boten und 2 v. S). niedriger. Renten still. Auch im Verlaufe litt das Geschäft unter dem Ordermangel. Aus diesem Grunde bröckelten die Kurse leicht ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 v. H. unver­ändert. Am Devisenmarkt war die Lage unverän­dert, bis auf Kleinigkeiten. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1955, gegen Pfund 20,3450, London gegen Kabel 4,8495, gegen Paris 123,89, gegen Mailand 92,69, gegen Madrid 34,25, gegen Holland 12,0775.

Berliner Börse

Berlin, 29. Juni. Der offizielle Beginn der heu­tigen letzten Samstagbörse vor der Sommer- Unterbrechung zeigte das erwartete ruhige Bild. Durch den hohen katholischen Feiertag und den frühen Beginn beeinflußt, war der Orderrnangel bei den Banken noch geringer als sonst. Irgendwelche Anregungen lagen nicht vor. Die hohen Geldsätze in Reuyork dürften allerdings nur eine vorübergehende Erscheinung fein, selbst die gestrige Effektenbörse ließ sich nur wenig beeinflussen und verkehrte in sehr fester Haltung. Eine gewisse Beruhigung geht von der etwas festeren Haltung des Tietz-Marktes aus, der sich, anscheinend auf Deckungen der Spekula tion, etwas erholen konnte. Auch daß durch den höhe­ren Pfundkurs die Goldexporte aus England vor­läufig zum Stillstand gekommen find, sand Beach­tung und trug zu einer etwas freundlicheren Stim- miing bei. Die Kursgestaltung war aber dennoch keine einheitliche. Im allgemeinen waren die Ver­änderungen gering. Mix & Genest, Karstadt, Tietz, Stollberger Zink, Schubert & Salzer und Rütgers­werke waren etwas befestigt. Glanzstosf, Polyphon, Ilse Bergbau und Kaliwerte waren dagegen schwä­cher. Deutsche Anleihen behauptet. Sluslänbcr ge- schäftslos. Der Pfandbriefmarkt lag un­einheitlich. Der Geldmarkt war auch heute ziemlich angespannt. Tagesgeld über Ultimo 9 bis 12 v. H., Monatsgeld 9,5 bis 10,5 v. H. Auch im Verlaufe lagen die meisten Märkte ohne Geschäft. Die Geschäftsstille und ein Baissevorstoß, der heute am Polyphonmarkt einsetzte, verstimmten wieder und führten allgemein zu Kursabbröckelungen. Polyphon verloren zeitweise 6 v. H., Glanzstoff 4 v. H. und Kaliwerte bis 2 o. H.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

R. 1929. Bei einem Streitobjekt von 3200 Mk. betragen die Rechtsanwaltsgebühren erster In­stanz dreimal je 109 Mk.. desgl. die Gerichts­gebühren dreimal je 62 Mk. In zweiter Instanz betragen erstere Gebühren dreimal je 141,70 Mk., letztere Gebühren dreimal je 93 Mk.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbanldiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

M

Frankfurt a. M.

Berkin

Schluß. Kurs

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Kurs

Kurs

Datum

«28.S.

29 6.

28 6.

29 6.

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87,25

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Rheinische Hyp.-Bank Li<w -

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23,05

23,13

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22,25

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1,85

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Hamb. Slektr. Werte .... 1<' Rbein. Elektr.........''

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Siemens & Halske . . . . . 12

Transrablo . . ....... 8

Labmever & Co..... . 10

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Gelsenkirchener ... f. Yi 3-4 Harpener..........6

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Köln-Neuesjen........9

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Scheibeanstalt........9

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88

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104

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224

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152

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397

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242

248

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129

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167,5 77

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109 131

123.4 140

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128,6

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Frankfurt a M.

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Berlin, 28. Juni

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Brief

Franzöfi'che Noten....

16.43

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167.94

168,62

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch 2efterr ,Lk<K) Kronen

21.98

22,06

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111,92

59,00

59.24

Numänische Noten......

2,48

2.50

Schwedische Noten......

112,03

112.52

Schweizer Noten.......

60.59

80.91

Cvanische Noten.......

59,08

59,32

Tschechoslowakische Noten . .

12,41

12.47

Ungarische Noten .....

72,90

73,20

Devisenmarkt Derlin-Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

23. Jun,

29. Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

l^eld

Brie-

rield

Brief

Amu.. Noti.

138.29

163,63

168,28

168,62

Buen.-ArreS

1.758

1,762

1,757

1,761

Brff.-Antw

53,235

58,355

58,23

58.35

Christian ia

111,72

111,94

111,68

111.90

Kovenbagen

111,69

111,91

111.66

111'88

Stockholm .

112,33

112,60

112.32

112.54

Heliingsors.

10,533

10,553

10,537

10,557

Italien. . .

21,94

21,93

21.945

21,985

London. . .

20,332

20.372

20,325

20,365

Ncunork . .

4,1925

4.2005

4,192

4,200

Baris....

16,41

16,45

16.405

16,445

Schweiz . .

83,64

80,80

80.645

80.805

Svanüa .

59,31

59,43

59.46

59.58

Iavan . . .

1,837

1,841

1.834

1.838

N io dr Ian Wien in D--

0,497

0,499

0,4965

0.4935

Lest, abgeit

58,59

59,07

58.89

59,01

Prag . . . .

12,412

12,432

12,418

12,438

Belrrad . .

7,365

7,379

7,365

7,379

Dndaprst. .

73,09

73,29

73,08

73.22

Bulgarien

3,027

3,033

3,027

3.033

Lissabon . .

18,73

18.77

18,73

18.77

Danzig. . .

81,31

81.47

81,34

81.50

Aonit .ntta.

2,014

2,013

2,018

2.022

Athen. . .

5,426

5,435

5,425

5.435

Canaoa . .

4,156

4.164

4.154

4.162

Uru .uav. .

4,036

4,044

4,036

4,044

Catro . . .

20,855

20,895

20,845

20,885