LUX
SEIFENFLDCKEN
sagt Bernberg,-so sagt dieHrma Hermanns &BoMe in Frankfurt/M.
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Samstag, 28. September 1929
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 228 Drittes Blatt
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GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM
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’s kandierten Kornkaffee" das gesunde deutsche Familiengetränk
Daher nur
verworrenes Regierungssystem von Bleiröhren verteilt es an die Untertanen, die zumeist keine Ahnung haben, wo der Guasto steckt. Der Guasto ist ein römisches Lieblingswort und glänzt häufig an Briefkästen, Telephonen, Automaten und wie die komplizierten Gebilde d er Reuzeit alle heitzen. Guasto heißt soviel wie kaputt. Wer daran schuld ist, daß in Rom 5 Regentropfen genügen, um das Licht zum Erlöschen, und 10, um Die Straßenbahn zum Erliegen zu Dringen, das läßt sich schwer nachweisen, denn es sind zwei Gesellschaften, die sich um das Primat streiten, aber wer an dem Wasserguasto schuld ist, das weih man: der
unaktuellen Zeitungen eingeschriebene Briefe, dringende Vorladungen aufs Steueramt, Telegramme und ähnliche Reliquien beschaulicher Ratur. Stehenden Fußes begibt man sich auf die diesbezüglichen Postämter und erfährt, daß wenig- stens die Postanweisungen, für deren Einlösung liebenswürdige Einladungen vorliegen, längst heimgefunden haben, an unbekannt gewordene Absender zurückgegangen sind.
Licht, Licht! Knipsknips — es geht natürlich nicht. Telephon. Aber nein, mein Herr, wir haben das Licht nicht abgesperrt, da muh etwas kaputt fein! Telephon. Dedaure, wir reparieren nicht, das ist Ihre Privatsache, bei uns wird nichts kaputt. Feststellung durch den Mann in blauem Arbeitsanzug und prima Lackschuhen: abgeschnitten. Telephon: Sie haben ja doch abgeschnittenl Kunstpause. Roch eine. Gewih haben wir abge- schniiten, weil die letzte Rechnung nicht bezahlt worden ist! Die Rechnung hat zwar niemand zu Gesicht bekommen, aber das geht eben auf Ferienkonto. Am nächsten Tag dramatische Auszüge bei der Elektrizitätsgesellschaft. Es stellt sich heraus, dah sie der Einfachheit wegen auch gleich den Zähler mitgenommen haben. Infolge- wovon der alte Abonnent zum neuen Kunden wird, der nach irgendeines regolamento uner- forschlichem Ratschluß nicht wie ein neuer Kunde, sondern wie ein Bittsteller zu behandeln ist. Gesuch um Einrichtung des elektrischen Lichtes, Protokolle, Instanzengang...
3n Rom haben die Dächer oder die Dachterrassen seltsame Verzierungen, die sich die wenigsten Pilger erklären können. Sehen wie Zylinderhüte aus, zuweilen zu Batterien aneinandergereiht, sind aber serbatoi, Wassersammler. Fadendünn sickert das Rah aus dem schönen Tivoli hinein, wird von der Sonne hübsch an-
Berliner Börse.
Berlin. 28. Sept. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr kamen Umsätze bisher kaum zustande, man nannte aber eher etwas schwächere Kurse, da von dem schwachen Schluß der gestrigen Neuyorker Börse eine gewisse Verstimmung aus- geht. Auch der ericht über die Arbeitsmarktlage zeigt keine Verschlechterung, und die Goldabgaben aus England haben trotz der Diskonterhöhung nicht aufgehört. Von Kursen hört man Hamburg Paket 119 (Brief), Norddeutscher Lloyd, Siemens 372 zu 373 und J.-G.-Farben 213 zu 213,5 zirka. t
Strümpfe halten länger durch Pflege mit
Mensch, ärgere dich nicht!
Experimente über die Gallenabsonderung.
Von Or. Th. A. Maaß.
Acrger in der Hypnose.
Ganz anders aber ist die Sachlage, wenn das gleiche in der Hypnose geschieht, wo die eigene Willens- und Verstandestätigkeit sowie das Erinnerungsvermögen weitgehend ausgeschaltet ist, wo namentlich die nur zu berechtigte Kritik, daß das, was einem ein anderer einreden will, gewöhnlich nicht wahr ist, durch den aufgezwungenen Willen des Einreders, durch die Suggestion, völlig zerschmettert ist. Da wird jedes Wort, ohne erst unter die kritische Lupe genommen zu sein, als bare Münze gewertet, wird jeder Auftrag, sofern seine Erfüllung nicht in zu ausgesprochenem Widerspruch zur Wesenheit, zur Tiefenpersönlichkeit des Hypnotisierten steht, willig oder widerstrebend ausgeführt.
Hm nun den Einfluß seelischer Vorgänge auf die Gallenabsonderung zu studieren, suggerierte Dr. W i 11 k o w e r der hypnotischen Beeinflussung gut zugänglichen Patienten allerlei Affekte, wie Trauer, Freude, Angst und Aerger, und stellte dabei mittels einer eingeführten Darm- sonde den Gang der Gallenabsonderung fest.
Diese Versuche, die für die Versuchsperson in körperlicher wie auch seelischer Beziehung vollkommen harmlos verlaufen, ergaben nun Resultate, die für die Entstehungsmöglichkeiten und Beeinflußbarkeiten von Gallenstörungen von weittragender Bedeutung sind. Es zeigt sich nämlich, dah die Suggestion der genannten Gemütserregungen stets einen deutlichen Einfluh auf den Verlauf der Gallensekretion hatten, und dah diese Beeinflussungen, je nach der Art des suggerierten Affekts, vollkommen wesensverschieden sein können.
Durch Freude, Trauer und Angst wurde der Gallenabfluh in den Darm deutlich angeregt. Wurde aber Aerger suggeriert, so wurde er bis zum völligen Versiegen gehemmt.
Damit ist der Möglichkeit des Grün- und Gelbwerdens vor Aerger eine wissenschaftliche Stühe gegeben: Die Wirkung des im Wachzustand, wirklich eintretenden Aergers unterscheidet sich in keiner Weise von der des suggerierten. Rur ist es leider nicht selten, dah der Alltag, besonders das Berufsleben, überreichlich mit Aerger gesegnet ist, dah dieser dort ein ständig wiederholtes Begebnis, wenn nicht gar eine Dauerinstitution darstellt.
Gelbsucht.
Das Gelbwerden, die Gelbsucht, kommt aber so zustande, dah die Gallenflüssigkeit, statt frei in Den Darm abzufliehen, zum Tell in den Blutkreislauf übertritt und von hier aus den Geweben, besonders dem Auge, die eigentümliche Verfärbung mitteilt.
So ist es keinesfalls von der Hand zu weisen, dah der Aerger, dessen ab fluh hemm ende Wirkung auf die Galle durch die hypnotischen Versuche einwandfrei dargetan ist, in genügender Stärke und häufiger Wiederholung, besonders natürlich bei leicht aus dem Gleichgewicht zu werfenden Personen, schließlich zu gelbsuchtartiger Hautverfärbung führen kann.
Ebenso ist dadurch wahrscheinlich gemacht, daß unter den Gallenerkrankungen erzeugenden Ursachen das seelische Moment zum mindesten als
Rom, Mitte September.
Alle Jahre wieder, so um die Sommerwende herum, wenn es anderswo einfach nicht warm werden will, wenn die Rosen triefen wie Schwämme und der Himmel nur die Wahl zwischen Gummimantel und Pelz läßt, wandern die nordischen Ferienträume nach dem sonnigen Süden und die Fremden in Italien nach Rorden. Wir sind ja so italienmüde! Richts Faderes als der ewigblaue Himmel, nichts Lästigeres als die Wärme. Unsere Sehnsucht ist ein saftiggrüner Wiesengrund, ein tropfender Wald, schwarzes Bier und blonde Frauen — mit einem Wort: alles Richtitalienische.
Mit den Schwalben kehren wir dann zurück, heim nach Rom. Und das ist keine fröhliche Heimkehr, denn nun erkennt man erst so recht bitter, was es in und um Rom herum alles nicht gibt. In Entsagung verkehrt sich, was droben eine Selbstverständlichkeit war. Italien scheint auf einmal unermeßlich arm, arm an Schönheiten und Einrichtungen, ohne die ein moderner Mensch nicht mehr leben zu können glaubt. Es ist etzt noch schwerer als im Juli, sich zu be- cheiden, unerträglich scheint es, sich in die römi- chen Sitten zurückfinden zu müssen. Der Hotel- remde ahnt ja nicht, dah es neben dem Italien, das er vorfindet, noch ein ganz anderes gibt, in dem wir hausen. Er hat sein Dach und kriegt sein Essen ganz ähnlich wie in Bamberg ober Honolulu, die Reiseindustrie ist ja längst international mechanisiert. Wir aber fühlen uns immer fremd unter dem Volk und zu Hause erst recht in der Fremde.
Droben war alles so frischgewaschen und aufgeräumt, der Wagen rollte auf geteerten Straßen dahin wie durch eine Stube, in jedes Wasser konnte man sich hineinlegen wie in ein Bett, es gab Wiesenwege und schattige Bänke in unseren angeblich so schrecklich finsteren, teutonischen Forsten man ah im Freien und hatte über der österreichischen Gemütlichkeit und der schweizerischen Gediegenheit und dem betörenden Sommerfrischenleben Deutschlands schier vergessen, dah es Leute gibt, die nach Rom pllgern... ,
Dis mit dem Ueberschreiten der italienischen Grenze der Wagen in das Schuttbett einer Straße sauste und der erste Gummi platzte und Staub und Hitze wie Wegelagerer aus dem Hinterhalt sprangen. Mißmutig des Morgens ans Steuer, schlapp am Abend herunter und dazwischen eine andere Welt, die einem geradezu unverständlich dünkt. Du siehst eine immense Wasserfläche durch den grauvioletten Dunst schimmern, du streichelst schon dein Dadebündel und hältst in seligem Ausrollen am trasimenischen See.
Kein Segel weit und breit, fein Paddelboot, kein Rixenlachen. Richt eine Dadehütte, nicht ein Strandcafö, nichts, nichts, was irgendwie zur Rast einlaben würde. Der Gedanke, daß Mann, Frau und Hund zusammen baden könnten, ja, sei es auch nur schicklich nacheinander, stirbt wie das Licht stirbt im Staub. Wo seid ihr, ihr heiteren Gärten mit weißen Möbeln? Ihr Sprungbrette im Blauen? Ihr träumenden Boote mit eingezogenem Ruder?
Die Landschaft, ausgelaugt, verdorrt, erstickt in monatelanger Marter, die Landschaft röchelt nur noch. Ein Gräberfeld die Apenninen, aber je näher Rom kommt, um so trostloser die Berge. Das ist keine Steppe mehr, denn eine Steppe kann immer noch blühende Disteln tragen, das ist Wüstenlandschaft. Hang über Hang, Buckel an Buckel gleichmäßig braungelb, baumlos, starr, tot. Man denkt an Tripolitanien und stoßt den Gashebel auf den Grund.
Plötzlich ein Himmelsweiser, eine in fernster Ferne aufragenbe Faust: bas Wahrzeichen Der unsterblichen Stabt, bie Peterskuppel. 3toanjtg Kilometer noch, mit bebenben Flanken halten, doch ein wenig freudig erregt die 40 Pserde — und schon klingt dem Fahrer ber wohlbekannte Refrain ins Ohr: Lei e in contravenzione! Strafe! Warum? Hier barf nicht gehalten werden. Bei der Abreise vor einigen Wochen durfte man's noch, inzwischen haben sich bie Automobile ■unb Damit bie Beschränkungsvorschriften kar- nickelhaft vermehrt, ilnD wenn ich ihn nicht schon zweimal geschrieben hätte, so fiele mir jetzt Stofs für meinen ersten Artikel in die Hand: Das Verkehrsproblem in Rom. Wie jede Stadt unteres weislich eingerichteten europäischen Haushalts, wartet auch Rom mit einer Fülle jener lieber- Löschungen für den Heimkehrer auf, die für Den Wihblattzeichner eine Einnahmequelle bitten. Sprechen wir nicht von dem Magazin an Mor- genbrotchen, das sich mangels Abbestellung angesammelt. von dem Milchflaschenheer, das Die ganze Treppe beseht hat und den vielen Rech- nungen — denn die letzteren wären auch sonst gekommen unb bie Frühstücksversorgung kennt man hier nicht. Bleiben wir bei den drei Hcmpt- elementen unseres täglichen Lebens: Post, Licht und Wasser. . .
Es ist gut, sich über die Ferien einen großen Briefkasten einzurichten. Dicke Drucksachen kann nämlich das Rachsendeamt nicht leiden, pfund- schwere Sonntagszeitungen betrachtet es als eine Beeinträchtigung seines Wohlbefindens und übersieht sie. Ich habe daher die Garage als Briefkasten eingerichtet. Frau Rachbarin wirft den ganzen Einlauf durch das Fenster, fo daß ich bei der Rückkehr nur den Rolladen hinaufzustoßen habe, um von einer Lawine verschlungen zu werden. Dies geschehen, kommt -die erste Sichtung: friedlich schlummern zwischen den schrecklich
der Laien schon immer.
Es ist interessant und erfreulich zu beobachten, wie die medizinische Wissenschaft, nachdem sie sich von der freiwillig eingegangenen Beschränkung befreit hat, nur das gelten zu lassen, was mit den üblichen Methoden der Physik und Chemie, mit Waage und Registrierinstrumenten sicherzustellen wäre, vieles anerkennen muß, was sie bisher als Aberglauben ober Ausgeburt der Phantasie mit einem ironischen Lächeln abtat.
Grün und gelb vor Wut.
Ilm nun auf den Aerger zurückzukommen — unb auf diesen kommt man bekanntlich, auch wenn man längst darüber hinweg zu sein glaubt, immer wieder zurück — also zwischen dem Aerger unb der G a lle n a bs o n de run g bestanden für die Volksweisheit schon immer nahe Zusammenhänge. Vor Aerger soll-einem die Galle nicht nur vergehen, sondern sogar platzen können. Ebenso wie durch Gallenstörungen, soll man auch durch ordentlichen Aerger grün und gelb werden können.
lieber solche Vorstellungen konnte ein Mediziner der glücklicherweise überwundenen Periode des physikalisch-chemischen lleberrealismus nur lächeln.
lind nun wird aus der Berliner Ersten Medizinischen Klinik der Beweis erbracht, dah dabei gar nichts zu lachen ist, sondern daß bie Dolksanschauung, auch hier, wie dies so häufig der Fall ist, einen durchaus ernsten Hintergrund hat.
Reben dem Aerger, den einem die Tücke der Menschen und Objekte bereitet, neben dem eingebildeten Aerger, der ohne äußere Veranlassung aus dem unbewußten Trieb und Wunsch, sich zu ärgern, entsteht, gibt es noch eine dritte Sorte, den eingeredeten Aerger.
Würde man jemandem bei wachen Bewußtsein einreben wollen, er hätte sich mit feiner nagelneuen hellgrauen Frühjahrshose auf eine frisch- gestrichene Dank gesetzt, und diese sei nun durch einen grünen Oelfleck aufs häßlichste verunziert, fo wird er, im Bewußtsein, dah an der Geschichte kein wahres Wort sein kann, da er erstens keine hellgraue Hose trägt, zweitens auf keiner frisch- gestrichenen Bank gesessen hat, unb drittens gar kein Fleck vorhanden ist, die ganze Sache mit mehr oder minder gutem Humor als einen nicht besonders geistvollen Scherz auffassen.
gewärmt und dient, wenn es Badetemperatur I begünstigender Faktor in Betracht gezogen wer- ~ • - * ' ** " den muß. Praktisch ergibt sich der Hinweis, daß
von Gallenkranken unb zu dieser Erkrankung nei- genber Patienten Gemütserregungen aller Art nach Möglichkeit fernzuhalten sind.
So selten unb verwunberlich auch zunächst die Deeinslussung eines Abscheibungsvorganges durch rein seelisches Geschehen erscheinen mag, fo steht er doch keineswegs ohne Parallelen da. Es sei nur an die bei Angstgefühl fo häufig zu
Kalk. Der gibt dem Acqua Marcia fein abnormes Gewicht und verstopft alle Röhren. Das Regie- rungsfystem in Ordnung zu bringen, um eine Kabinettskrisis zu vermeiden — das ist das Gebot der nächsten Tage.
Aber fo viel Platz hat keine Zeitung, um alle die häuslichen Abenteuer eines römischen Heimkehrers aufzunehmen. Ueberdies wäre es gar nicht schön, denn dann würde dieser Artikel ohne Pointe schliehen. Die Pointe pflegt sich aber in Rom schon nach etwa einer Woche einzustellen und sieht der Vorstellung, die sich Italienschwärmer von der Tiberstadt machen, zum Verwechseln ähnlich...
Muh denn immer gebadet sein? Ist eS nicht viel schöner, vor seinem feurigen Espresso auf der Piazza Colonna zu sitzen, wenn die Tagesglut vorüber ist und aus unbestimmten Lilastunden die Ewigkeit strahlt durch den Schutt der Zeit? War nicht Beatrice jenes Mädchen in Arezzo, in Perugia, in den kleinsten Städten? Ach was, bie fleinen Scherereien des Alltags! Rom bleibt doch Rom. Soll es denn nicht anders geartet sein als Bamberg ober eine deutsche Dutzend- svmmerfrische? O du der Wunder volle Roma!
Roch eine Woche unb das Lamento wäre ungeschrieben geblieben...
gewärmt und dient, wenn es Badetemperatur I erreicht hat, zur Erquickung der durstigen Kehlen, | wie man so sagt. Ein geradezu Parteienhaft
Heimkehr nach Rom
Don unserem römischen E.-Korrespondenten.
beobachtenden Schweihausbrüche erinnert Auch eine subjektive Beobachtung, die sicher viele schon an sich selbst gemacht haben, dah bei heftigem Aerger eintretende eigenartige Spannungsund Druckgefühl in der Magengegend, dürfte in Der geschilDerten, psychisch ausgelösten Verkrampfung Der Gallengänge oder anDerer Organe DcS gleichen Innervierungsgebietes eine annehmbare Erklärung finDen.
Eifersucht und Blutkörperchen.
Aber nicht nur AusscheiDungsvorgänge unterliegen einer so starken seelischen Beeinflussung. Sogar das Blutbild, Die Menge Der in einer Blutprobe enthaltenen weihen Blutkörperchen, erfährt durch (suggerierte) Gemütsbewegungen deutliche, meßbare Veränderungen.
Wurde im durch Hypnose erzeugten somnambulen Zustand, Der Eindruck von Freude, Trauer, Angst, Wut oder Eifersucht hervorgerufen, fo war fast regelmäßig eine starke Vermehrung Der weihen Blutkörperchen in Dem entnommenen Blutstropfen festzustellen.
Die Eifersucht erwies sich in Dieser Beziehung als besonDers wirksam. Wesentlich verstärkt wurde Die Beeinflussung Des BlutbilDeS Durch Gemütserregungen, wenn der Versuchsperson Der hypnotische Befehl gegeben tourDe, Die eingebilDete Erregung still und bewegungslos über sich ergehen zu lassen und ihr nicht durch heftige Körperbewegung Luft zu machen.
Woraus sich ergibt, Dah ein allzu stoische- Ertragen, ein Insichhineinfressen aller Erregung nicht Das unbeDingt Richtige ist, sondern ein kräftiges Abreagieren, ein bißchen Serumtoben Den schäDlichen Einfluß auf Die Körperfunktionen hinDert.
Geträumter Groll.
Richt nur in Der Hypnose selbst war die Beeinflussung des Blutbildes durch die eingebildeten Gemütserregungen zu erzielen. Wurde dem Hypnotisierten der Befehl erteilt, xu einem späteren Zeitpunkt eine seine Eifersucht erregende Begebenheit zu träumen, so war das Ergebnis Das gleiche: Die Zahl Der weißen Blutkörperchen erfuhr bloß Durch Den Traum eine Vermehrung!
Hier ist also toieDer mit überjeugenDer Klarheit Der Beweis erbracht, Daß seelische Vorgänge beDeutsamsten Einfluß auf körperliche Geschehen haben können.
Dann aber zeigte sich erneut, Daß unter Diesen der Einbildungskraft — Suggestion ist nichts anDeres als künstlich erregte und gelenkte Einbildung — eine überragende Stellung zu- kommt. Schon früher konnte in untoi Der legten Untersuchungen Dargetan toerDen, Daß allein Durch ihr Wirken Warzen, also gewebliche Reubildun- gen, zum Schwinden gebracht, automatische, zwangsläufige Körperfunktionen wie Stoffwechsel und Temperaturregulierung in überraschendster Weise beeinflußt werden können.
Das sind alles Dinge, die auch Die stärkste Willenskraft, der Stolz Der meisten Menschen, niemals zu Wege bringt, während es die gern etwas verächtlich behandelte Einblldungskraft ohne weiteres schafft.
Will man die seelischen Kräfte nach ihrem Stärkegrad einordnen, so müssen also Trieb und Einbildungskraft weit vor der reichlich überschätzten Willenskraft rangieren.
wirklicher Grund zum Aerger vorhanden I ist, ob solcher nur im eigenen Willen und in Der | Einbildung besteht, ist in der Auswirkung ziemlich gleichgültig: Man ärgert sich halt!
Der in Brandmalerei ober Kreuzstich ausgeführte Spruch: „M e n s ch, ärgere dich n i ch t!“ war einmal als ebenso sinniger wie künstlerisch hochstehender Wandschmuck äußerst beliebt. Sein erzieherischer Wert war aber nicht besonders hoch zu veranschlagen. Genau so gut hätte die Wand durch ein drakonisches Atemverbot geschmückt sein können, denn ein bißchen Aerger ist für die meisten Menschen gleiche Lebensbedingung wie die Luft.
Die heute von Der zünftigsten Wissenschaft angenommene Lehre von Der Zusammengehörigkeit Der geistig-seelischen Persönlichkeit mit der Kör- perkonstitÄion bestand in Der Dorstellungswelt
Jktvv Seelig's Korn-Kaffee ß
Die hochwertigen Extraktstoffe, welche das Roggenkorn besitzt und die so außerordentlich dazu geeignet sind. Kornkaffee als gesunden Ersatz für echten Kaffee zu verwenden, werden bei „Seeligs Koro Kaffee" durch die wertvolle Kandierung konserviert


