Einzelbild herunterladen

Eitelkeit. Ich bilde mir ein, daß ich mit der Brille besser aussehe." Er lachte leise.

Auf Wiedersehen," sagte Larry und schüttelte ihm die Hand. Dann stieß er die Tür auf und stand Angesicht zu Angesicht mit Flimmer Fred.

Wie vom Donner gerührt starrte Flimmer- Fred ihn an und ging dann mit eigenem Risiko für sich selbst die wenigen Stufen rück­wärts hinunter. Larry, den Kopf auf einer Seite, betrachtete ihn mit dem interessierten Ausdruck eines wißbegierigen Huhnes, das eine ganz neue Art Wurm vor sich sieht.

Wer von uns beiden läuft eigentlich dem anderen nach? Sie mir, oder ich Ihnen?" fragte er freundlich.Unb warum so frühzeitig aus dem Bett, Fred? Haben Ihre hm Ge­schäfte Sie die ganze Rächt in Anspruch ge­nommen?"

Fred fand keine Worte. Er war den ganzen langen Weg von der Jerrnhn Street bis Paddington zu Fuß gegangen, hatte alle erdenk­bare Vorsicht angewendet, um nicht verfolgt zu werden, und nun--Endlich fand er seine

Stimme wieder.

Also 'ne Falle war es?" sagte er bitter. Das hätte ich mir eigentlich denken können. Aber gegen mich liegt doch nichts vor, Mr. Holt."

Doch! Eine ganze Masse," sagte Larry scher­zend, der unbewußt die Tür des Heims hinter sich geschlossen hatte.Doch, Fred! 3d) kann Ihr Gesicht nicht leiden, ich kann Ihre Schmucksachen nicht sehen und Ihr Personalbericht ist mir direkt ekelhaft. Was steckt dahinter, Fred? Kommen Sie so früh, um persönlich den armen Blinden einen freiwilligen Beitrag zu überbringen? Haben Sie endlich mal Gewissensbisse bekommen?"

Lassen Sie doch den Unfinn, Mr. Holt," knurrte Fred und ging zu Larrys Lleberraschung mit ihm mit.

Wollten Sie denn nicht nach dem Heim gehen?" fragte er.

Ree," sagte Fred bissig.

Schweigend gingen sie ihres Weges. Ein sehr nachdenklicher Fred zwischen den beiden Polizei­beamten. Sie hatten schon die breite Edgware Road erreicht, bevor er seine Gedanken gesam­melt hatte.

Ich habe keine Idee, warum Sie mich mit­genommen haben. Sie können mich doch für 'ne alte Geschichte nicht nochmal fassen?"

Stimmt. Ich habe tatsächlich keine Ahnung, warum Sie eigentlich mit uns mitlaufen. Aber Sie haben uns ja selbst Ihre liebwerte Be­gleitung aufgedrängt, und da jetzt noch niemand unterwegs ist, der sehen könnte, in welch respek­tabler Gesellschaft ich mich bewege, kann ich Sie ganz gut noch eine Weile ertragen."

(Fortsetzung folgt),

Zreitag, 28. Zuni 1929

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

El 149 Zweites Blatt

itii

Wontag

er-

*

is-Angebot!

teste

einem ame-

5)1

00

Nachdruck verboten.

1! Fortsetzung.

einer deut- und verab-

Sie finden meinem Lager

essanteste Stunde, die ich bisher in schen Schule erlebt habe," sagt er schiedet sich dankend.

Die Klasse fühlte sich. Sie hatte

iir die Hälfte s eigentlichen Wertes

sarzival nicht wie sonst zu neuem Leben »ecken. Die Klasse blieb stumpf.

Riemand kann zum Gral gelangen, als wer zum Gral berufen ist,

rikanischen Professor und Abgeordneten gegen­über den deutschen Standpunkt vertreten und behauptet. Daß auch auf feiner Seite das Be­streben war, der deutschen Sache gerecht zu werden, wurde gefühlt und dankbar anerkannt. Für uns hatte die Stunde einen unbestreitbaren Gewinn; sie hat und festgemacht in dem Ziel: Fort mit Versailles! Aber auch auf den Amerikaner schien sie nicht ohne tieferen Ein­druck geblieben zu sein. Vielleicht erinnert er sich noch einmal, wenn er wieder seinen Sih im amerikanischen Repräsentantenhause einge­nommen haben wird an die deutsche Ge­schichtsstunde.

noch dazu sehr schlecht, der die schlimmste Sorte von Blinden, die es in ganz London gab, hier zusammenbrachte. Sie wissen. Blinde sind in ihrer Art wundervoll, tapfer und geduldig, und die meisten sind in gewisser Weise eine direkte Offenbarung für all die Glücklichen, die sehen können. Leider gibt es aber auch andere, ver­kommen, vertiert, der Abschaum der Erde. Wahr­scheinlich haben Sie von den .Toten Augen' ge­hört?"

Heute morgen zum ersten Male," antwortete Larry, und der andere nickte.

Wir sind diese Menschen losgeworden und haben jetzt nur anständige, alte Hausierer hier, wo alles nur mögliche für sie getan wird. Möchten Sie sich vielleicht das Heim ansehen?"

Sie kennen also den blinden Iake nicht?"

Ich habe niemals von ihm gehört," sagte Chrw. Iohn Dearborn,aber wenn Sie bitte mitkommen wollen, können wir uns ja erkun­digen."

Das Heim bestand aus vier Schlafräumen und einem gemeinsamen Wohnraum, der Tabakrauch ausdunstete, und in dem die Insassen sich auf­hielten. Larry tonnte kaum einen Schauder unter­drücken, als er um sich blickte.

Einen Augenblick bitte," sagte Dearborn, als er mit den beiden Herren in den Gang getreten war, und ging noch einmal in das Zimmer, kam aber bald wieder kopfschüttelnd zurück.

Riemand kennt den blinden Iake persönlich, und nur einer hat überhaupt etwas von ihm gehört."

Sie gingen nach dem ersten Schlafsaal hinauf.

Ich bezweifle, daß Sie noch mehr zu sehen wünschen," sagte Dearborn.

Larry hob lauschend den Kopf.

Es kam mir vor, als ob ich jemand stöhnen hörte."

Ganz recht," entgegnete der Vorsteher.Das ist ein trauriger Fall. Oben sind kleine Räume für die Laute, die in der Lage sind, ein wenig mehr wie ihre anderen Leidensgenossen zu zah­len. In einem wohnt ein Mann, der, wie ich befürchte, geistig nicht ganz normal ist. Ich habe schon darüber an die zuständigen Behörden be­richten müssen."

Können wir nach oben gehen?" fragte Larry.

Aber mit dem größten Vergnügen," gestand nach kurzem Zaudern Ehrw. Dearborn zu.Das einzige, was ich befürchte," fuhr er im Voraus­gehen fort,ist die Ausdrucksweise des Mannes, die Sie sicherlich abstoßen wird."

In einem kleinen, viereckigen Raum lag ein vertrockneter, alter Mann, in den Sechzig, der sick) ruhelos in seinem Bett hin- und herwarf, unaufhörlich plapperte und mit einer unsicht­baren Person zu sprechen schien. Larry hörte seine Worte und wunderte sich.

Du Biest! Du Feigling!" stammelt« der Mann

dabei ist

Ihre Visitenkarte

Außenpolitische Fragen spielen bei der Präsi­dentenwahl in Amerika kaum eine Rolle."

Alnd in ehrlicher Verwunderung fügt er hinzu:

Eine solche Kenntnis ausländischer Verhält­nisse, wie ich sie hier eben festgestellt habe, findet man in amerikanischen Schulen nicht."

Leider haben wir auch diese Kenntnis bei Wilson vermissen müssen; doch das sollen Ihnen die Schüler sagen," füge ich an.

Da hageln die Antworten:

Er wußte nicht, daß Danzig eine deutsche Stadt ist! Er wußte nicht, wo Oberschlesien liegt!"

Da sind wir wieder bei dem Versailler Diktat. Die Schicksalsstunde in der Spiegelgalerie wird ^raufbefchworen.

Warum gerade dieser Ort?" frage ich, und die Antwort lautet:

Wo das Deutsche Reich gegründet wurde, sollte auch sein Untergang besiegelt werden."

Da erhebt der Gast lebhaften Einspruch; er hat die Antwort mißverstanden und verwechselt die Absicht der Feinde mit dem Ergebnis.

Erregt ruft er:

Das ist zu stark! Deutschland geht nicht unter! Das deutsche Volk lebt und arbeitet! Wir haben großes Vertrauen zu ihm!"

Ich danke ihm für die uns ehrende Meinung und kläre das Mißverständnis auf:

Wir sprechen von der Absicht unserer Feinde, die nur allzu deutlich aus dem Friedensvertrag von Versailles erkennbar wird. Daß sie nicht Wirklichkeit werde, dafür wird mit uns auch dieses junge Geschlecht sorgen."

Da läutet die Glocke die neue Stunde ein. Der Gast bittet, noch ein Schlußwort an die Klasse richten zu dürfen. Gerne gewähre ich es ihm.

Ich habe einen Sohn, so alt wie Sie," sagt er zu den Jungen.An ihn mutz ich denken, wenn ich Sie so vor mir sehe, und schrecklich ist mir der Gedanke, datz die Iugend der Völker in einigen Jahren in einem neuen Krieg sich gegenüberstehe. Der Krieg darf sich nicht wieder­holen; darum muh man für den Frieden sorgen. Amerika will den Frieden!"

Deutschland toill ihn auch, Herr Professor," sage ich,aber uns fehlt noch eine Voraus­setzung. Hören Sie noch aus dem Munde der Schüler; denn wir haben uns im Unterricht auch eine Meinung über den Frieden gebildet."

Roch einmal drängt sich alles zur Antwort. Es ist, als wolle jeder dem scheidenden Gast noch eine Mahnung mit auf den Weg geben: Man kann einem Volke nicht alles nehmen und sagen: Run halte Frieden!"Der Ver­sailler Vertrag ist eine Ungerechtigkeit!"Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden!"

Der Professor wehrt ab:

Ich habe viel gelernt in dieser Stunde, sehr viel. Ich werde daran denken. Es war die inter-

Deutsche Zungen über Versailles!

Der amerikanische Professor in der deutschen Geschichtsstunde. Deutsche Zungen über Amerikas Schuld am Ausgang des Krieges. - Erst Gerechtig­keit, dann Völkerversöhnung.

Von Otto Grigoleit.

im Bett.Gehenkt wirst du. Denke an meine Worte! Gehenkt wirst du dafür!"

Es ist wirklich schrecklich," sagte Ehrw. Iohn Dearborn und wandte sich mit bedauerndem Kopfschütteln ab.Ditte hier entlang, meine Herren."

Aber Larry rührte sich nicht vom Fleck.

Gut, Iake, aber du wirst dafür bezahlen, denke an meine Worte. Das wird dir teuer zu stehen kommen! Die sollen ihre dreckige Arbeit allein machen! Ich habe das Papier nicht in seine Tasche gesteckt, das kann ich dir sagen."

Larry trat in das Zimmer hinein, beugte sich über den Mann und ergriff seinen Arm.

Lassen Sie meinen Arm los, Sie tun mir weh," beklagte sich dieser, und Larry lieh ihn los.

Wachen Sie auf, sagte er,ich möchte Sie sprechen." Aber der Mann schwatzte weiter, und Larry schüttelte ihn von neuem.

Lassen Sie mich in Ruhe," brummte der Alte. Ich will nicht noch mehr Unannehmlichkeiten haben."

Wie heißen Sie?" fragte der Detektiv.

Ich will nicht noch mehr Unannehmlichkeiten haben," wiederholte der Mann.

Er phantasiert," sagte Iohn Dearborn.Er bildet sich ein, daß man ihn beschuldigt, einem seiner Freunde unten einen Streich gespielt zu haben."

Aber er sprach von ,3afe, warf Larry ein.

Das ist richtig, wir haben einen 3ake unten 3ake Horleh. Möchten Sie ihn sprechen? Er ist ein kleiner Kerl, und in seiner Art ganz amüsant."

Larry ging enttäuscht die Treppe hinunter und verabschiedete sich von seinem Führer.

3ch freue mich sehr, einen Besuch von der Polizei gehabt zu haben," sagte 3ohn Dearborn. 3ch wünschte nur, wir könnten auch andere Leute überreden, sich für und zu interessieren. Sie haben nun einen kleinen Einblick in unsere Arbeit tun und selbst sehen können, mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen haben. Würden Sie aber vielleicht," fügte er hinzu,bevor Sie gehen, mir mitteilen, warum Sie Iake, den Blin­den, suchen? Meine Leute kommen mir ja sonst vor Reugierde über den Grund dieses poli­zeilichen Besuches um."

Wenn es weiter nichts ist," lächelte Larry.Es liegt die Anklage einer Frau gegen ihn vor, sie zu einem Verbrechen angestiftet zu haben."

Der chn begleitende Polizeibeamte starrte ihn verblüfft an. Cs war wider allen Gebrauch bei der Polizei, den Angeber zu verraten.

Larry öffnete die Haustür und blieb noch einen Augenblick stehen, die Hand auf dem Türknopf.

Verzeihen Sie bitte eine Frage, Mr. Dear­born, die 3hnen vielleicht peinlich ist," sagte er sanft.Sind Sie selbst auch ...?

O ja," sagte der andere heiter.3ch bin voll­ständig blind. Di« Gläser trage ich nur aus

Da lenkt der Professor ein.

Die Blockade, das war der Hunger," sagt er, und in Amerika wußte man nicht, wie einem hungernden Volk zu Mute ist."

Die Klasse nimmt das Wort auf:

3n Deutschland hungerte nicht nur das Volk in der Heimat, sondern auch das Heer an der Front. Die Soldaten waren geschwächt und ent­kräftet in vierjährigem Kampf. Da kamen 1918 zur äleberzahl der Feinde noch zwei Millionen Amerikaner, jung, kräftig, aufs beste ausgerüstet, und gaben den Ausschlag."

Da steht das Urteil plötzlich fertig vor uns. Einer spricht es aus:

Amerika entschied den Krieg!"

Unwillkürlich richteten sich alle Blicke auf den fremden Gast. Für Augenblicke herrscht tiefes Schweigen in der Klasse, eine Stille, in der die Schicksalswende unseres Volkes diesen 3ungcn bewußt wird, wie selten in einer Unterrichts­stunde. Dann greife ich ein und leite über zu Waffenstillstand und Friedensschluh.

Wieder nimmt der Amerikaner lebhaften An­teil; aber er sucht kein Wort der Entschuldigung für den Präsidenten Wilson. Die Preisgabe der 14 Punkte, die Vorspiegelung eines Friedens ohne Sieger und Besiegte, das Eingreifen in die innerpolitische Entwicklung Deutschlands durch das Erwecken falscher Hoffnungen, nichts wird ihm geschenkt. Ich habe mich ganz zurückgezogen und wache nur darüber, daß die harte Wahrheit der Tatsachen den Takt nicht verletzt, den man dem Gast schuldig ist. Die Lehrstunde wird zu einer Auseinandersetzung zwischen den Schülern und dem amerikanischen Professor. Von Wilson, dessen völliges Unterliegen in Versailles von den Schülern betont wird, kommt das Gespräch auf die Vertreter der Ententeregierungen Cle- menceau und Lloyd George.

Was macht Lloyd George jetzt?" fragt er, und es scheint, als wollte er ablenken.

Da antwortet ein Junge es ist ein Tag nach den englischen Wahlen:Der liest jetzt die Zeitung und sieht nach, wie die Wahl aus­gefallen ist."

Welche Partei hat wohl die meisten Aus­sichten?"

Die Labour-Parth," sagt ein findiger Kopf, der die Ueberschriften der Morgenblätter auf dem Schulwege an einem Zeitungsstand gelesen hat.OI Sie kennen auch die politischen Verhält­nisse in anderen Ländern!" meint erstaunt der Amerikaner,können Sie mir auch die amerika­nischen Parteien nennen?

Da kommt für einen Augenblick auch der Humor in dieser Stunde zu seinem Recht; denn die erste Antwort lautet:Die Rassen und die Trocknen I

Dann stellt ein anderer die Sache richtig. Man nennt dem Gast die Ramen der letzten Präsiden­ten und sagt ihm, daß nach Wilsons Abgang nur Republikaner gewählt seien. Da bekennt er stolz:

Ich bin selbst Repräsentant, also Abgeord­neter, der republikanischen Partei!"

Ich benutze die Gelegenheit und frage ihn, ob sich wohl die dauernden Riederlagen der cuneri- kanischen Demokraten aus dem Versagen Wilsons in Versailles erklären lassen.

| Doch er verneint:

siufzte ich ärgerlich.

Da geht die Tür auf. Mit dem Rektor tritt ein ftember Gast in die Klasse, groß, hager, glatt rasiert, Hornbrille.

.Professor F. vom Rockefeller-Jnstitut in Reu- hock!" stellt der Rektor vor,besucht deutsche 6bulen und möchte gern eine Geschichtsstunde hören."

.Wir haben zwar jetzt Deutsch; aber wir wollen ti versuchen", sage ich und erwäge ein Thema.

Die Augen der Jungen sind heller geworden, betrachten neugierig den Gast, der inzwischen tyat) genommen hat, und richten sich dann fra- jmb auf mich.

.Was wird er wohl nehmen?" lese ich aus den gtfpannten Mienen.

Ob sich der Gunst der Stunde etwas abgewin- rcn läßt für den Gast und die Schüler? denke i6 und komme zum Entschluß. Da ist das Sjema:

.Amerikas Teilnahme am Welt- stieg und den Friedensverhandlun- gen! Wir wollen zusammenstellen, was uns ba­ten bekannt ist!"

Da geht ein Ruck burch die Klasse; aber auch in den amerikanischen Professor kommt Leben.

..Ich bin Amerikaner; das Thema interessiert mich sehr; aber bitte keine Rücksicht!" sagt er und rieft näher an die Klasse heran.

Ein paar einleitende Fragen, und das Unter- rchtsgespräch ist im Gange. Gründe für den Bilitritt Amerikas in den Krieg werden genannt: Lreuelpropaganda, äl-Dootkrieg, dann das Geld.

Amerika wollte das Geld nicht verlieren, Has ihm die Ententestaaten für feine Muni- Iion8lieferung schuldeten", sagt einer.

Da hält es den Amerikaner nicht mehr; leb- ha t meldet er sich zum Wort.

Darf ich sprechen, darf ich sprechen?"

Bitte!" sage ich und trete zurück.

Richt das Geld! Richt das Geld!" ruft er cregt, während die Jungen ihn ungläubig an» |it>2n. Aber die Wirkung der Lügenpropaganda htent er kräftig. Sie habe den Boden vorberei- kl; doch der Hauptgrund sei der Ll-Bootkrieg gtüDcfen.

Jetzt drängen die Jungen:

-Die Schiffe waren gewarnt!"Sie führten Ilunitionl"Schlimmer als der A-Dootkrieg war he Blockade, die Amerika duldete!"

Geheimrat Prof. Or. Haupt.

Zum 75. Geburtstag.

Geheimrat Herman Haupt, der bekannte Forscher der studentischen Geschichte und besonders der Geschichte der Deutschen Burschenschaft, feiert am 29. 3uni feinen 7 5. Geburtstag. Er ist in Mittelfranken geboren und studierte von 1871 ab in Würzburg Philologie und Geschichte. Gleich vielen anderen Gliedern der Familie trug er das Band der Burschenschaft Arminia und hat sich bis heute eingehend mit der burschenschast- lichen Geschichte befaßt; ist er doch der Gründer des Archivs der Deutschen Burschenschaft und der Gesellschaft für burschenschaftliche Gefchichtsfor- schung, der Herausgeber derQuellen und Dar­stellungen zur Geschichte der Burschenschaft und der deutschen Einheitsbewegung und des bur- schenschaftlichen Handbuchs, der Verfasser zahl­reicher Schriften und Aufsätze. 1885 übernahm er als erster fachmännischer Direktor die Leitung der ^Iniverfitäts-Dibliothek Gießen, für deren inneren und äußeren Ausbau er 36 3ahre lang alle Kräfte einsehte. Seine Verdienste um dieses 3nstitut fanden allenthalben die gebührende An­erkennung; bei seinem Ausscheiden 1921 ernannte ihn die älniversität zum Ehrensenator. Aber seine Forschertätigkeit gab er, wie erwähnt, nicht auf und wirkt noch jetzt als Herausgeber derHessi­schen Biographien" und in historischen Kommis­sionen und Vereinen, die ihn z.T. zum Ehren­mitglied ernannt haben, auch für die deutsche Geschichte. Möge es ihm vergönnt fein, noch man­ches Jahr rüstig zu arbeiten!

Man kann nie wissen!" sagte ich mir, noch be* die Mehrheit eines hohen preußischen Land- |tq8 den Antrag ablehnte, der 10. Wiederkehr H Tages von Versailles auch in den Schulen p gedenken. Deshalb hielt ich es für geraten, in diesem Jahr der VersaillerVertrag" lchiplanmähig an der Reihe war, noch gründ- schcr als sonst Zustandekommen und Inhalt dises Dokuments, das Vertrag heißt und doch jdner ist, in meiner Klasse es ist erste einer LUtelschule zu behandeln. Mit welchem Er- j)lg? DaS sollte sich bei günstiger Gelegenheit Vioeifen.

Die Deutschstunde schleppte sich hin. War der lärme Junitag daran fchuld oder etwas an- kred? Jedenfalls konnte ich des alten Wolframs

Umbauten im Gießener Bahnhof.

Erweiterung der Halle im Empfangsgebäude Gießen.

Die Vergrößerung der Bahnhofs-Emp­fangshalle wird begonnen und im Laufe die­ses Sommers durchgeführt. Zunächst wurden die Räume des ehemaligen Fürstenbaues zu den Bahnhofsbureauräumen umgebaut. In die bis­herigen Bahnhofsbureauräume wird die Sta­tionskasse und dann die Gepäckabferti­gung aus der Halle in die freiwerbenden Räume der Stationskasse verlegt. Es läßt sich hierbei nicht vermeiden, die vom Dahnhofsplatz zugänglichen Abvrt zu schließen. Rotaborte sind am Wartesaal 3. Klasse errichtet. Der Warte- s a a 1 3. K l a s s e wird sofort oh neSperre zugänglich. Die Sperre für die Züge nach Oberhessen und Wetzlar wird aus der Halle in den Durchgang zum Bahnsteig 4 verlegt. Die Handgepäckstelle wird mit der Gepäckabfertigung bereinigt und der dadurch freie Raum mit einem neuen Anbau zu den neu zu erstellenden, von der Halle aus zugänglichen Aborten benutzt. Im endgültigen Zustand wird eine vom Dahn- hvfsplatz aus zugängliche Exprehgut-Annahme- ftetle eingerichtet und der noch in der Halle ver­bliebene Sperrenteil parallel zum Bahnsteig 1 ge­legt unter Freilassung des Zugangs zum Wartesaal 1. und 2. Klasse von der Halle aus.

Erweiterung der Güterumlabeanlagen im Lahnhof Gießen.

Die stetige Güterverkehrssteigerung im hiesi­gen Bahnhof bedingt ständige Erweiterungen. Rachdem im Jahre 1927 größere Erweiterungen der Gleisanlagen im Güterbahnhof vorgenommen und in diesem Frühjahr die Verladeanlagen der Eilgutabfertigung erweitert wurden, werden nun­mehr die sehr stark beanspruchten älmladean- l a gen bei der Güterabfertigungver­größert. Die dazu erforderlichen Gleisver­änderungen sind in Kürze beendet, so daß der Platz zur Verlängerung der älmladehalle um 50 Meter frei wird. Außerdem werden 300 Me­ter Rampenkanten neu hergestellt.

Wollen Sie nicht bitte näher treten." Es kni die Stimme eines gebildeten Mannes. Er km groß und kräftig gebaut, und sein glatt- nsiertes Gesicht zeigte eine außergewöhnliche Etccnge des Charakters.Ich bin John Dearborn - Reverend John Dearborn," stellte er sich beim Somnschreiten vor.Wir haben leider wenig Mud)er hier. Ich fürchte, Todds Heim ist nicht k|enber8 beliebt."

Ser frohe Ton der Worte ließ deren Bitter- 6it vergessen. Sie kamen von einem starkgeistigen Tanne, der über der Sache zu stehen schien. 2irH machte er keine Anspielung auf die frühe Btunbe, die sie für ihren Besuch gewählt hatten.

.Wir müssen den Gang noch etwas weiter Nt langgehen, meine Herren," sagte er.Ich höre m den Fußtritten, daß Sie zwei Personen sind 4- Vorsicht hier ist eine Stufe."

Er stieß eine Tür auf, und sie traten hinein. 5Zimmer war behaglich möbliert. Das erste, Vas Larry auffiel, waren die kahlen Wände, U er sich mit einem gewissen Gefühl der Pein huan erinnerte, daß Bilder für Blinde keinen 3<rt haben.

Sin merkwürdiger, kleiner Apparat stand auf kc Seite des Tischt, der das Hauptstück der Ausstattung bildete, und ein kleines Rädchen liebte sich, als sie hereinkamen. Der Vorsteher änig geradewegs auf die kleine Maschine zu. i}in leichtes Schnappen eines Knopfes, und das ia> stand still.

.Das ist mein Diktaphon," erklärte er, als er fid> ihnen mit einem Lächeln zuwandte.Ich bin literarisch tätig und diktiere in den Apparat, von '.tu dann meine Worte abgehört und mit der iHreibmaschine geschrieben werden."

Hun, meine Herren," sagte Ehrw. John Dear- ben, als er selbst Platz genommen hatte,was icclchafft mir das Vergnügen Ihres Besuches?"

..Ich bin Beamter von Scotland Bard," stellte sch Larry vor,mein Rame ist Holt."

Ter ändere verbeugte sich leicht.

.Ich hoffe, keiner meiner unglücklichen Schuh- Msrhlenen ist in Alnannehmlichkeiten geraten?"

Das weih ich selbst noch nicht genau, sagte Sarrt).3m Augenblick suche ich einen Mann mit -Hamen Jake der Blinde."

Der blinde Jake?" erwiderte der andere lang­sam.Id) glaube nicht, daß wir einen solchen Hamen in unserem Heim gehabt haben, toenig- sens nicht, solange ich die Leitung habe. Unb ih bin jetzt vier Jahre hier. Dor meiner Zeit birtbc bas Heim von einem Mann geleitet, und

jffer roßen und Rabatt

r.Lederwaren-Vertt'eb iödei . q Teleph°n

Cksfatti"1 W* r'W he B,die*L-

zu tragen-

jel

vZrH«

S «Sf-3

MeiMaoonMm

Roman von Edgar Wallace.

5«7A