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Realsteuern sind vorgesehen: 375 Prozent der staatlichen Steuer vom Grundvermögen, rund 160 000 ML. 400 Prozent des Steuergrundbetra­ges von 68 000 OHL der Gewerbesteuer nach dem Ertrage. 480 Prozent des Steuergrundbetrages von 3000 Mk. der Gewerbesteuer nach dem Er­trage als Zweigstellensteuer. 1100 Prozent des Steuergrundbetrages von 7600 Mk. der Gewerbe­steuer nach dem Gewerbekapital und 1320 Prozent des Steuergrundbetrages von 520 Mk. der Ge­werbesteuer nach dem Gewerbekapital als 3toeig- stellensteuer. Die Zuschüsse der Reichsbetricve zu dem Derwaltungskostenaufwand betragen 20 000 Mk.. der Anteil am Aufkommen der Reichseinkommensteuer 420 000 Mk. und der An­teil am Aufkommen der Körperschaftssteuer 20 000 Mk.

Geheimrat von Sybel f.

UMarburg, 27. März. Im Wer von 82 Jah­ren starb gestern abend noch kurzem Kranksein einer der bekanntesten Marburger Gelehrten, der Professor der Archäologie. Geheimrat v. vr. Lu d - wig v. Sy bei. Der Verblichene, ein Sohn des bekannten Marburger Geschichtsprofessors Heinrich v Sybel. promovierte 1868 in Bonn und habili­tierte sich 1872 in Marburg. Im Universitätsjahr 1906,07 bekleidete er das Rektorat, 1911 wurde er non seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. Der hervorragende Gelehrte war Mitglied des Deut­schen archäologischen Instituts und der griechischen archäologischen Gesellschaft. Schon als Privatdozent hat er hier den archäologischen Lehrapparat gegrün­det und die Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen eingerichtet.

Ein Oberlandjäger erschossen.

MSN. K a s s e l, 27. März. Heute früh wurde in dem benachbarten Großalmerode der Obcr- londjäger U l r i ch am Eingang einer Wirtschaft e r - schossen aufgefunden. Ulrich hat den tödlichen Schuß auf der Straße von oben her in den Unterkiefer erhalten. Der Erschossene hat, wie aus den Blutspuren herooraeht, sich nod) etwa 20 Meter bis zum Eingang der Wirtschaft geschleppt.

Der Kasseler Kriminalpolizei ist cs gelungen, die Mörder zu verhaften. Es handelt sich um eine Derbrecherbandc von drei Per­sonen, die von dem Landjäger bei einem Ein­bruch in ein Lebensmittelgeschäft überrascht wurden. Um sich ihrer Verhaftung zu entziehen, haben sie den Landjäger einfach niedergeschossen.

Wirffchafi.

Kommunale Landesbank in Darmstadt.

Nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Kommunalen Landesbank in Darm­stadt über das Jahr 1928 beträgt bei der Bank der Bestand an langfristigen Darlehen über 57,5 Millionen Reichsmark, derjenige an kurzfristigen Kommunaldarlehen über 15,5 Millionen Reichsmark; dazu kommen noch Vorschüsse an Städte und Kom­munaloerbände im Betrage von 3,4 Millionen Reichsmark. Der Umlauf an Schuldverschreibungen erhöhte sich im Berichtsjahre auf rund 43 Millionen Reichsmark die Bilanzsumme von vorjährigen 86,8 Millionen Reichsmark auf 111,1 Millionen Reichs­mark. Der Umsatz im Jahre 1928 beläuft sid) auf über 1,8 Milliarden Reichsmark. Zur Förderung der Entschuldung bevorzugte die Bank auch in diesem Jahre wiederum die Gewährung von Darlehen mit planmäßiger Tilgung. Die Bank begnügte sich bei diesen Darlehen mit einem mäßigen Verwallungs- kostenzuschlag. Die Schuldverschreibungen der Bank find, sofern sie einer regelmäßigen Tilgung unter­liegen dos ist bei den bis jetzt emittierten Gold­schuldoerschreibungen Reihen 1 bis 8 sämtlich der Fall, zur Anlegung von Mündelgeldern im ganzen Reichsgebiet geeignet.

Nach einer dem Geschäftsbericht beigegebenen Ver­wendungsübersicht dienten 35 o. H. des gesamten Darlehensbestandes der Bank der Förderung des Wohnungsbaues.

Oie Bankbilanzen Ende Februar.

Sn den Großbankbilanzen vom 28. Februar d. S. spiegeln sich zwei wesentliche Tendenzen wider. Auf der einen Seite sind die Wechselbestände bedeutend angewachsen, und zwar durch die große Begebung von Reichsschatz­wechseln. Kasse und Giroguthaben sind nad) der starken Auffüllung am Ende des Sahres 1928 wieder erheblid) zurückgegangen. Anderseits macht sich der Rückfluß bzw. die Rückzahlung aus­ländischer Gelder erheblich bemerkbar. Die Kre­ditorenzunahme hat sich verlangsamt, obwohl in den Debitoren ein Zuwachs eingetreten ist, der die Einlagevermehrung übertrifft. Auch der Rück­gang der Rostro-Guchaben deutet auf den Rück­

fluß ausländischer Guthaben nach dem Auslande hin. Besonders auffällig ist der starke Rückgang der kurzfristig eingelegten Gelder.

Einschränkung der amerikanischen petroleumerzeugunq.

Die Direktoren des amerikanischen Pe­tro le um-Instituts haben einstimmig dem Vorschlag, die amerikanische Rohöl- erzeugung auf die durchschnittliche Tages­produktion des Sahres 1928 einzuschrän ken, zugestimmt. Das bedeutet eine Verminde - rung der Tagesproduktion in den Vereimgten Staaten um 170000 Fässer. Ferner wurde beschlossen, die Produktion der von den Royal Dutch Shell-Gruppen kontrollierten Petroleum­felder in Mexiko, Südamerika und im fernen Osten einzuschränken. Der von den Direktoren angenommene Plan empfiehlt auchcne Gründung einer ständigen Organisation im Rah­men des amerikanischen Petroleum-Snstit vt; s, dem die Aufgabe zufallen soll, sich mit dem Problem der lleberproduktion an Petroleum in der ganzen Welt zu befassen.

*

* Stillegung eines Eisenwerkes im Dillgebiet. Wegen der schon seit längerer Zeit bestehenden Absatzschwierigkeiten hat das mit einer Belegschaft von über 300 Mann ar­beitende Eisenwerk Schelder Hütte bet Rieder- scheld den Betrieb gestern stillgelegt, so daß die schon vor Wochen angekündigte Stillegung des Werkes zur Tatsache geworden ist. Die Schelder Hütte stellte fast ausschließlich Badewannen und Toiletteeinrichtungen aus Gußeisen her.

* Lederwerke Martin Zimmer A.-G., Offenbach a. W. Die in Zahlungsschwierig­keiten geratene Gesellschaft legt einen Vergleichs- Vorschlag vor. Die Passiven betragen etwa zwei Mill. Mk. Die Gesellschaft bietet die Befrtedt- gung der Gläubiger unter 100 Mk. innerhalb eines Monats voll, die Gläubigerforderungen unter 80 000 Mk. sollen mit 30 Prozent in bar innerhalb 8 Monaten und mit 40 Prozent in Aktien der Gesellschaft, die SläuLigerforderungen über 80 000 Mk. mit 30 Prozent in drei Ra­ten und ebenfalls mit weiteren 4 Prozent in Aktien befriedigt werden. Sm Zusammenhang mit diesem Vergleich soll das Aktienkapital von 1.20 Will. Mk. im Verhältnis von 5:2 auf 240 000 Mark zusammengelegt werden. Sodann mühte eine Erhöhung um den Aktienbetrag, der den Gläubigern ausgehändigt wird, erfolgen.

1 Dividendenreduktion der Frank - für ter Hof QL-®.. Frankfurt a.M. 3n der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde be­schlossen, unter Hinweis auf die wirtschaftliche Depression und die wachsende steuerlicheBelastung, bei erhöhten Abschreibungen eine ermäßigte Divi­dende von 5 (im Vorjahre 7) Prozent vorzu­schlagen. Die Generalversammlung findet am 22. Qlpril statt.

* Sachsenwerk Licht u. Kraft A.-G.. Dresden. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft beschloß, aus dem Reingewinn von 1 427 022 (1 154 241) Mark eiye Dividende von 7,5 Pro­zent auf das vom 8. Suni auf 11 Millionen Mark erhöhte Stammaktienkapital und von 10 Prozent auf die 3 Millionen Reichsmark Vor­zugsaktien Lit. B. (L V. 7 Prozent bzw. 9,75 Prozent) vorzuschlagen. Der Umsatz ist gegen das Vorjahr um 20 Prozent gestiegen.

* Die Preußische Central-Boden- lredit - Aktiengesellschaft zu Derl.in legt von ihren an der Berliner und an anderen Börsen bereits amtlich notierten 8 Prozent Cen­tral-Goldpfandbriefen v. I. 1928 und 8 Prozent Gold-Kommunal-Schuldverschreibungen v. S. 1928 einen Teilbetrag von 8 000 000 bzw. 4 000 000 Goldmark vom 4. bis zum 17. Qlpril d. 3. zur öffentlichen Zeichnung auf. Eine Kündigung ist frühestens zum 1. Oktober 1934 zulässig. Der Zeichnungskurs ist auf 97,50 Prozent bzw. 94 Prozent festgesetzt, gegenüber dem Tageskurse von 98 bzw. 94,50 Prozent. Die Abnahme der zu­geteilten Stücke kann nach Wahl der Zeichner bis Ende Qlpril geschehen. Stückelieferung erfolgt sofort bei der Abnahme. Räheres ist im Inse­ratenteil ersichtlich.

* A.-G. für Verkehrswesen, Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß, der am 8. Mai stattfin­denden G.-V. eine Dividende von wieder 11 Proz. auf das um 6 auf 40 Mill. Mk. erhöhte Kapital und ferner eine weitere Kapitalerhöhung um 20 auf 50 Mill. ML vorzuschlagen, wovon 10,5 Mill. ML Verwendung für die Fusion mit der Deutschen Eisenbahngesellschaft in Frankfurt a. W. finden sollen. 6,75 Will. Mk. sollen den Qlktio- nären einschließlich den durch die erwähnte Fusion Hinzukommenden im Verhältnis 6:1 zu einem von der G.-V. zu bestimmenden angemessenen Kurse angeboten werden. Die restlichen 2,75 Mill. Mk. soll die Firma Lenz G. m. b. H. Übernehmen mit

der Verpflichtung. sie der Gesellschaft zu weiteren Angliederungszwecken zur Verfügung zu halten.

* FusionPctersUnion-ContiCaout- djouc. Zwischen der Verwaltung der (Kontinental Eaoutchoue und Guttapercha Co., Hannover und der Peters Union A.-G., Frankfurt a.M. sind nunmehr endgüllige Vereinbarungen betreffend die Verschmel­zung beider Gesellschaften zustande gekommen. Die Peters Union A.-G. wird ihrer auf den 26. April einzuberufenden außerordentlichen Generalver­sammlung Vorschlägen, ihr Vermögen als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 ab auf die Continental Caoutchouc und Guttapercha Co. zu übertragen. Auf nom. 9 Millionen Mark Stammaktien der Peters Union A.-G. nebst Dividendenscheinen ab 1. Oktober 1927 werden nom. 6,75 Millionen Mark Stammaktien der Continental Caoutchouc nebst Dividendenberech­tigung vom 1. Januar 1928 ab gewährt. Der Um- tausch der nom. 160 000 Mark Vorzugsaktien erfolgt im gleichen Verhältnis in Stammaktien. Eine Kapi­talerhöhung zum Zwecke der Durchführung der Fu­sion bei der ausnehmenden Continental Caoutchouc erfolgt nicht.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a.M., 28. März. Tendenz: wieder fester. Nachdem an der gestrigen Abendbörse dic Kurse leicht nachgaben und im heutigen Dormittags- verkehr die Stimmung eher unsicher mar, machte sich zu Beginn des offiziellen Marktes wieder eine erneute Befestigung geltend. Der erholte Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und die etwas entspannten Geldmarktverhaltnisse hinter­ließen einen günstigeren Eindruck. Auch die Er­leichterung am Arbeitsmarkte wurde mit Beftiedi- gung ausgenommen. Das Geschäft war aber nicht so umfangreich, wie in den letzten Tagen, da die bevorstehenden Osterfeiertage etwas zur Zurückhalt- tung mahnten. Als jedoch wieder Auslandorders eintrafen, machte sich in Spezialwerten eine merkliche G e s ch ä f t s b e l e b u n g geltend. Dies« Tatsache ließ den heutigen Zahltag in den Hintergrund treten. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren durchschnittlich K u r s b e s s e - rungen bis zu 3 o.H. zu verzeichnen. Im Vor- dergrunde standen auf die Ausdehnung des Lino- leum.Trustes Deutsche Linoleum mit plus 5,5 v.H. Auch Elektroaküen waren lebhafter gebanbelt An der Spitze standen Schuckert plus 5 v.H., Siemens plus 3,5 v. H., Berger plus 4 5 v. H. und Licht & Kraft plus 3v.H. Bon Kunstseidewerten konnten Glanzstoff, nachdem diese an der gestrigen Abend börse schwach lagen, 7 v.H. anziehen. Von Chemie- werten waren I.-G.-Farben nur wenig beachtet, und der Kurs zur ersten Notierung war nur gut behauptet. Nachfrage bestand noch für Aschersleben mit plus 3 o. H. und Westeregeln plus 2 v. H. Mon­tanwerte ohne besonderes Geschäft, aber durch­schnittlich bis 2 v. H. höher. Nur Rheinische Braun­kohlen leicht gedrückL Banken bis I v.H. höher. Renten still. Bon Ausländern Zolltürken etwas ge­bessert. Ws Wochenschlußglattstellungen war die Stimmung im Verlaufe etwas gedrückt. Es traten auf den meisten Marktgebieten kleine Rückgänge ein. Licht & Kraft und Deutsche Lino­leum verloren je 1 v. H., Farben blieben behauptet, während bei den übrigen Märkten Rückgänge nur bis zu 0,5 v.H. zu verzeichnen waren. Tagesgeld mar mit 7,5 v. H. weiter angespannt. Am Devisen­markt nannte man Mark gegen Dollar 4,2160, gegen Pfund 20,467, London gegen Kabel 4,8537. gegen Paris 124,19, gegen Mailand 92,70, gegen Holland 12,1125.

Berliner Börse.

Berlin, 28. Marz. An der heutigen Börse lagen die ersten Rotierungen zwar nicht ganz so sest wie vorbörslich gesprochen, aber im allge­meinen wieder auf gestriger Schluhbasis min­destens gut behauptet. Zur Beruhigung verwies man auf die Entspannung des Qleuhorker Geldmarktes und die Herabsetzung der dortigen Bankakzeptrate um Vs Proz. lieber den Durch­schnitt von 1 bis 2 Proz. waren nur wenige Werte verändert, wobei jedoch die Gewinne überwogen. So waren beachtenswert fest Schuk- kert, Berger, Spritwerte, Orenstein, Lahmeyer. Deutsche Linoleum, Svenska, Schuhfabrik Derneih Wessel, Erdöl, Schubert & Salzer und Glanzstoff. Auch Wontanwerte fanden stärkere Beachtung, und man sprach von Rheinlandkäufen. Hansa, Deutsche Dank, Wansfelder wurden heute exklu- sive Dividende gehandelt. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefe ruhig. Die Geldsähe für Tagesgeld bzw. Geld über Ultimo waren heute 7,5 bis 9.5 Proz., die übrigen un­verändert. Von irgendwelchen Schwierigke.ten zum heutigen Zahltag war nichts zu hören. Die Kurse schwankten teilweise hin und her. Von der leb­haften Llmsahtätigkeit des Elektromarktes uhb der Festigkeit der Kunstseidenaktien angeregt überwo­gen aber die Kurssteigerungen. Polyphon ge­wannen 5 Proz., Kunstseidenwerte 6 bis 7 Proz.,

Wansfelder 3 Proz., Berger und B. W. W. fc 2 Proz. Später konnten sich diese Gewinne aber nicht behaupten, da ausländische Pressestimmen über neue Reparationsvorschläge der Alliierten ungünstig kommentiert wurden.

Frankfurter Geireidcbörfe.

Frankfurt a. W, 28. März. Die weiter freundlicheren Auslandmeldungen konnten dem hiesigen Produktenmarkt vor den Osterfeiertagen kaum Anregung bieten. Die Grundstimmung war jedoch etwas beruhigter und Umsätze wurden kaum getätigt. Es wurden notiert: Weizen 23,75; Roggen 23 bis 23,25; Sommergerste für Brau­zwecke 24; inl. Hafer 24,25 bis 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 bis 33,75; Roggenmehl 30,25 bis 31,25, Weizenkleie 14; Roggenkleie 15 bis 15,25 Mark. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Tchlachtviehurarkt.

Frankfurt a.M. 23.März. Auftrieb: 109 Rinder, 1668 Kälber, 298 Schafe, 379 Schweine. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 77 bis 80 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 72 bis 76; geringe Kälber 64 bis 71. Schafe: Mastlämmer und jüngere Wast- hämmel (Weidemast) 53 bis 58; mittlere Wast- lämmcr. allere Masthäinmel und gut genährte Schafe 45 bis 52. Marktverlauf: Kälber rege. Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert.

Straßenraub in Frankfurt.

WSR. Frankfurt a. W, 27. März. Sn den heutigen Mittags st unden ereignete sich in der Rahmhofstraße ein Raubüberfall, bei dem der Täter versuchte, einem Lehrmädchen die Handtasche mit etwa 3000 Mark In­halt zu entreißen. Das Lehrmädchen war von einer Versicherungsgesellschaft zu der Genossen­schaftsbank in der Rahmhofstraße geschickt wor­den, um Geld zu holen. Bei ihrer Rückkehr wurde das Mädchen im Hausgang von einem jungen- Mann, der ihr anscheinend gefolgt war. die acht Stufen hohe Treppe hinabgestoßen. nach­dem er ihr die Handtasche mit dem Gelbe ent­rissen hatte. Der Meberfalt wurde sofort be­merkt und der Täter von Passanten verfolgt und fest genommen. Das geraubte Geld konnte der Eigentümerin zurückgegeben werden. Man nimmt an. daß ein Komplice, der fluchtig gegangen ist, Schmiere stand.

Buntes Allerlei.

Zwölf Tage in Gesellschaft einer Leiche.

Hm sich Öen Betrag von 50 Mk. aneignen zu können, hat die 50jährige Aufwartefrau Anna Reugebauer, gegen die vom Schöffengericht Ber­lin wegen Unterschlagung und Betruges verhan­delt wurde, zwölf Tage mit einer Leiche in einem Zimmer gehaust. Sie lebte mit einem 60 Sahre alten Rentenempfänger zu­sammen, der eines Rachts plötzlich verstarb. Am nächsten Morgen zog die Angeklagte der Leiche das Hemd aus. nahm die Bettwäsche ab und trug sämtliche Habseligleiten des alten Mannes in die Pfandleihe. Zwölf Tage schlief sie neben der Leiche, ohne die Verwandten des Verstorbenen oder den Hauswirt zu benachrichti­gen ober Anzeige zu erstatten. Die Wohnung wurde schließlich durch die Polizei gewaltsam aufgebrochen, als die Hausbewohner den Ver­wesungsgeruch nicht mehr ertragen konnten. Die Angeklagte wußte, daß der Verstorbene noch einen Unter st ützungs betrag von 5 0 Mark z u erwarten hatte, und hatte seinen Tod verheimlicht, um den Betrag an sich zu bringen. Sie wurde zu drei Monaten Ge­fängnis sowie wegen Richtanzeige eines Todes­falles zu weiteren zwei Wochen Haft verurteilt.

Die Träger des staaklichen Beethoven-Dreises.

Der Staatliche Beethoven-Preis für 1929 ist auf Vorschlag des Kuratoriums des Beethoven-Preises von der Preußischen Akademie der Künste zu glei- djen Teilen mit je 5000 Mark den Komponisten Professor Paul I u o n (Berlin) und Professor Jo­seph Haas (München) zugesprod)en worden. Die Verleihung wurde bei dem Konzert der Meister­schule des Professors 2r. Georg Schumann ver­kündet.

Ausschreilungen in einer Berliner Boxschule

Zu groben Ausschreitungen kam es in einer BoxschÄe in Berlin-Steglitz. Dort waren zwei Gegner derart aneinander geraten, daß der eine der beiden plötzlich eine Eisen st ange er­griff und den anderen damit mehrmals über den Kopf schlug. Dieser brach bewußtlos zusam­men. Das älebersallkommando nahm den Täter fest und brachte den Schwerverletzten nach dem Krankenhaus, wo die Aerzte einen komplizierten Schädelbruch feststellten.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent.

Geld

Berlin 27. März

Berlin

flrranlfurt a.9N.

Schluß- Anfang

Kurs

28.3.

Datum

27-3.

8774

53,8 |

12,9 1

90

81

28. Mär.

27. Mnrc

Sinnliche Notierung

<SWt> I Brie'

11,3

11,05

18,8

122 121,75

201,25 201,5

11

Banknoten.

173,5

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an.

24,8

21,2

10,4

10,6

140

321,5

53,8

12,7

54

12,6

59,195 12,468

7,397 '3,365

3,039 18,88 81,70

2,065 5,465

4,191 4,286 20,96

, f »

166.75

1.769

58,495

112,31

112,21

112,43

10,59

22,06

20,44

4.2120

16.46

81,02

63.72

1.874

0,4985

168,7b 1,770

58,475 112.30 112,22 112.49 10,592 22,045

20,44 4,2115 16,455 81,025

63.82 1,378 0,493

290,13 170

59,315 12,488

7,411

73,505 3.045 18.92

81.86 2,069 5,475 4,199

4.294 21,99

24,75

21,13

22,25

2

10,9

n

10

U'

l-UD»

Kurs

140,75

323 !

122

197

169

116

142,25

144

230,25

201,25

288,75

173

159,25

173,25

Amtliche Notierung (Selb I Brie

139 139,5

318,25 I

289,5

177.5 |

159

173 I

Gdiluß- Kurs

31

3,1

10,65

8,9

19

59,20 12,462

7.395 73,30 3,039 18,85

81,75 2,063

5,455

4,186 4,266

20,965

53,32 12,482

7,409 73.50 3,045 18,89 81,91

2,067 5,463 4,194

4,274 21,005

27-3. | 28.3.

87,5 -

89,13

99,5

30,6

2,9

121,75

198

161

115,5

142.6

146

229,9

201,5

290

170

159.5

173,5

169.16 1,774

58,595 112,52 112,44 112,71

10,612 22,085

20,48 4,2195 16,495 81.185

63.94 1,882 0,50(1

Brie.

16.555

169,06

22.27

112,52

59,42 ' 2,52 112,62

81.33

63.92

12,51

73,51

169.09 1,771

58.615 112,53 112,43 112,65

10.61

22,10 20,48

4.2200

16,50 81,18

63.84

1.878 0,5005

emg. Seutidje 6i|enbalm . . Hamburg.Amrrtla Pale! . . Hamb.-Südam. Danipslch. . fcanfa Dampsjchiss

Norddeutscher Lloyd . .

Lllg. Deutsche Crodilanil. . .

Barmer Bankverein -

Berliner HandelogeseUsch. . Lommerz- und Privat-Bank Darms!, u. Nationalbank Deutsche Ban! - - TiLlonto-Gesellschast Lnt.. . Dresdner Bank Mitteldeutsche Lredilbanl ......

vleichLban!

16,505

168,38

22,19

112,08

59,18

2,50

112,18

81,01

63,64

12,45

73,21

. t- 10

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10

10

8mtü» Nom Auen.'AireS Bris.'?lntw. Christsamo - .«oixnbagcn Stocthohn - Hclsingfors- Italien. . . London. . . y.euDor! .. Port». . . . Schweiz .. Spa.iien .

Japan . . . wo de Jan Wien in D-> Cci"l abfleft Prag . . . . Beltrad . > Budapest. . SB ut arten Lissabon . T anzig.,. . Son ft «tat Athen. . . Canada Unt uay . Cairo - . .

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a W.

Telegraphische Auszahlung.

115,75 116

142

144 ,

Dt. Anl.-Wiös..Schuld mtt AuL los.-Rechten

DeLgl. ohne AuSlos^Rechtr . - - 7% Franks. Htzp.-Bk. Boldpf. un­kündbar bis 1932

414% Rheinische Hhp.-Vank Liau Boldps.

Vl-E-G. aba. VorkriegS-Obligativn. rückzahlbar 1932

4% Schweiz. BunveSb^Anl..

<% Lesterreichiiche lSoldrte.. . 4,20% Gelten. Silbcrrte. . - 4% Oesterreich, einheiil. Rte.

4% Ungarische Goldrte.

4% Ungarische StaaiSr. v. 1910

4!4A> besgl.von 1916

«% Ungarische Kronenrtc.. .

4% Türk. Zollanleihe v. 1911 .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl- Serie I

4% deLgl. Serie II 4% Rumänen convert. Rte. . . .

4>/a% Rumänen (SolbonL von 1913

Französische Noten.....

holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Leiterr .äioo.Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten Schweizer Noten Svanische Noten Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten

ffranksuri a M.

Berlin

Schluß Kurs

l-Ubr- Kurs

Sdtlufe-, Kurs

Anfang Kurs

Datum

27.3. 1

28-3.

27.3.]

28 3.

Phüuw potzmann......<

130

131,6

129,>6 1

131

Heidelberger Cement.... 10

147,75

148

Gement Laristadt . ..... 8

176

-

WavK 4 Freitag ...... 10

133

131,5

SchuUheit Patzenhoser ... 15

-1

300

304

Ostwerke....... 12

250

253,75

«er. Glanzstofs......18

455

462

455

458,5

402

400

Zellstoss Waldhos.....12

272

276,5

273,5

275

Hcllstos« Alchassenburg ... 12

197,75

197,25

197.75

Charlottenburger Wasser ..."

122.23

122

Dessauer Ola«..... 8

224,5

224,5

DÄmler Motoren ...... o

61

61,75

Demag ..... o

53,75.

54

Adlerwerke Lieber ...... 6

-

57,5

57

58

Lud». Loewe ....... 10

-

-

229

Rat. Automobil ....... 0

-

-

34,25

35

Crenftdn 4 Koppel ..... 0

92.25

94,4

Leonhard Tietz ....... 6

291

292,5

Bamag-Meauin ....... o

Franks. Maschinell......6

3,5

63,75

Gritzner . ........ 11

89

89

*

Heyligenüaedt ....... 0

Zunghani. . ....... 4

Lechwerke. ........ .8

71

116,5

--

Mainkrastwerks ...... .8

Mag...........10

-

141,5

141

Relarsulmer .......8

21,1

22

Beter« Union ........ 8

110

109

Gebr. Roeder ....... 10

110,75

Boigt 4 Haefsner......8

213

213

Südd. Zucker ........ 8

148,75

149

147,5

1 -

sfranksun a M.

Berlin

Schluß- Kurs

1 Uhr- Kurs

Schluß- Kurs

Ausang- Üurs

Datum

27.3.

28.3.

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28.3.

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181,75

Bergmann ........ 9

229

233,5

231.9

233,75

Aettr. Lieserungen.....1°

175

175,75

175

Licht und Kraft ...... 10

223

226

224,5

224

gelten & Guilleaume..... 6

147

147

147,5

146

Ges. s. Elcktr. Untern.....10

242

239

243

242,9

Hamb. Elektr. 9derie .... 1°

Rhein. ...............f

- ;

151

151,4

173

172,5

173,5

Schlei. Wektr........lu

219,75

220.5

Schuckert .........»

243,5

243,5

406,5

244,75

247,75

403

404

404,5

TranSradlo ........ 8

162.75

Lahmeyer 4 Co....... 10

177

175,5

178,5

Buderus . ....... 6

Deutsche Erdöl ....... 6

79,5 126

128,5

79,5

125,5

128.25

Essener Steinkohle ...... 8

130

131 *5

Gelsenkirchener . . . f-/s 3- 4

Harpener. . ........ 6

131,75

138,5

133

139

133.75

139,25

tzoesch Eisen. ....... 8

-

128

129,5

Ilse Bergbau........»

224,75

222,25

Klöcknerwerke .?

106,75

106.5

108

Köln-Neuessen. ....... 9

127,25

128

Mannesmann........8

117,75

119,23

117,75

119

Manvseldcr.........r<

Obcrschles. Etienb. Bedarf. . . 6

139,25

135

139

135,75

89,5

91,13

Lberschlei. floftroertc.....6

108,13

108

BhSni; Bergbau......6 V,

95.25

95,9

95,9

96

Rheinische vraunkohlen... 10

304

303,5

304.5

303

Rhetnstabl f.i Jahr i-_

126,5

127

128

Riebeck Montau......7,2

149.5

149

Bereinigte Stahlw. ..... 6

Otadi Minen . .... 3 6h

92,25

1

93,25

92,5

71-25

71.4

72,25

Kali Ascherrieben.....K

241

244

241,25

241

ft<ui Westeregeln......V

Kaliwerk Salzdetfurth ... lt>

244

246

246

245

364

j

365,5

1 365,73

G. tzarben-Industrie ... li

256,9

1 257,25

257.5

| 257,23

Dynamit Oiobel ..... 5

120

ScheideanftaU. ....... 9

172,5

, 172,25

Goldschmidt ........ b

92,13

92.5

93

Rütgeröwe-rke ...... ..6

95,75

1 96.5

95,25

1 95,9

Metallgeserlschaft. . H

Berlin, 27. Mär,

(Selb

rwtef

Ltmerltmniche Noten ..... Belgische Noten . ....... Dänische Noten........ Englische Noten........

4,208

58,28

111,98

20,41

4,228

58,52

112,42

20,497