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Kalbinnen: Heinr. Heuser HL, Burkhards­felden, 2.; Herrn. Roth IV., Langsdorf, 3.

Rinder: Karl Herzberger I., Queckborn, 1.;

Phil. Graulich, Hattenrod, 3.

3m Anschluß hieran wurde die von dem Land- Wirtschaftskammer-Ausschuß für die Provinz Oberhessen geleitete

Dullen-. Eber- und Schafbockversteigerung vorgenommen. Beauftragte Kommissionen der Gemeinden und Genossenschaften waren von weit­her erschienen. Verkauft wurden 14 Dullen,

5 Eber und 31 Schafböcke. Der Höchsterlös für einen Dullen betrug 990 Mk., für einen Eber 345 Mk. und für einen Schafbock 205 Mk.

Die Tombolaverlosung fand allgemeinen An­klang. Auch dem Festzuge unter Dorantntt der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich und deren Platzkonzert fei hier Erwähnung getan.

Volksfest, Konzert und Tanz auf dem Adler­platz beendeten am späten Abend den gut ver­laufenen Markttag.

Haushaltsberatung in Wieseck

£, Wiefeck, 24. 3uli. Der G e m e i n d e r a t beschäftigte sich in seinen beiden letzten Sitzungen mit der Deratung des Vorauf chlags für das Rechnungsjahr 1 929. Die ein­zelnen Kommissionen hatten bereits in verschie­denen Ausschutzsitzungen beraten, konnten jedoch in vielen Hauptpunkten keine Einigung erzielen, und so muhten dir einzelnen Rubriken nochmals durchberaten werden.

3n der Rubrik 2 Gebäude (Miete) ist eine Mehreinnahme von rund 1500 Mk. vorgesehen, was eine Erhöhung der Mieten bis zu 46 Prozent bedeutet. Von den sozialistischen und kommunistischen Gemeindevertretern wurde diese Erhöhung abgelehnt, jedoch fand der von diesen gestellte Antrag, nur eine Erhöhung bis zu 25 Prozent zu bewilligen, keine Annahme. Der Bürgermeister wollte unbedingt die erhöhten Mie­ten ab 1. April nacherheben, fand aber keine Gegenliebe, und so werden die erhöhten Mieten ab 1. Juli erhoben. Der Ertrag der Mieterhö­hung soll restlos dem Wohnungsbau zu­geführt werden. Die Grundstücke sollen eine Ein­nahme von 15 386 Mk. (gegenüber 1928 9652 Mark) bringen. Die Ausgaben betragen 1440 Mk. (1928 = 1085 Mk.). Bei den Waldungen ist eine Einnahme von 30 445 Mk. vorgesehen (1928, durch Windfall begünstigt, betrugen die Ein­nahmen 60 285 Mk.). Die Ausgaben betragen 13 906 Mk. gegenüber 15 567 Mk. 1928. Die 3agden erbringen 1550 Mk. Da die Schaf­zucht immer mehr zurückgeht, soll die Ge­meindeschäferei ab 1. August aufgehoben werden. Die Weideflächen sollen an einen Privatschäfer verpachtet werden. Der Gemeindeschäfer wird anderweitig' beschäftigt, wozu in diesem 3ahr durch das Ausscheiden eines Gemeindebedienste­ten die Möglichkeit besteht. Die Einnahmen aus der Schäferei sollen 1840 Mk. ergeben, die Aus­gaben ermähigen sich von 2836 Mk. auf 1136 Mk. Messen und Märkte sollen 300 Mk. einbrin­gen. Waage und Eichanstalten sehen eine Ein­nahme von 869 Mk. vor, die Ausgaben werden sich auf 470 Mk. belaufen. Die Einnahmen aus der Wasserversorgung sollen 11 742 Mk. betragen, an Ausgaben sind 9590 Mk. vor­gesehen.

Hier werden endlich einmal von allen Seiten berechtigte Klagen über die rücksichtslose Was­servergeudung von einem Teil der Ein­wohnervorgebracht. Diese Rücksichtslosigkeit bringt es mit sich, daß die höher gelegenen Ortsteile dauernd unter großem Wassermangel zu leiden haben. Gründliche Abhilfe wird aber nur dann geschaffen werden, wenn die Gemeinde der An­schaffung von Wasfermessern näher tritt. In einer der nächsten Sitzungen wird sich der Gemeinde­rat hiermit beschäftigen.

Das Verkehrswesen ergibt eine Einnahme von 6225 Mk. und eine Ausgabe von 11 475 Mk. Die Gasversorgung (hier Jnstallationsarbei- ten der Gemeindehäuser Kochschule, Bürgermeiste­rei sowie Anschaffung von zwei Heizkörpern und einen Gasofen für die Kochschule 1. Rate 1200 Mark, dazu den Verbrauch an Gas für die Hei­zung der Bürgermeisterei 380 Mark gleich eine Gesamtausgabe von 1580 Mark.

Bei der Rubrik Allgemeine Verwaltung kommt es zu einer lebhaften Aussprache. Der Bürgermeister hatte, ohne den Gemeinderat zu fragen, die von der Gewerkschaft hessischer Ge- meindebeamten geforderten Erhöhungen in den Voranschlag eingesetzt und auch bereits ohne Wis­sen und Willen des Gemeinderats diese Sätze aus­bezahlen lassen. Der Gemeinderat, der bereit war, mit den Angestellten über die Gehaltsregelung zu verhandeln, konnte zu keinem Ergebnis kommen, da die Gemeindeangestellten unverständlicherweise die Verhandlungen ablehnten und nur auf ihrer

Forderung bestanden. Dies konnte der Gemeinde­rat gegenüber der Bürgerschaft und vor sich selbst nicht verantworten. Erwähnt wurde noch, daß hierfür der Gemeinderat die Verantwortung trage, und nicht die Gemeindeangestellten die Geschäfte der Gemeinde bestimmen. Die Angelegenheit wird erst dann geregelt, wenn die Ausführungsbestim­mungen zu dem neuen hessischen Gemeindebeam­tengesetz erschienen sind, die auch die Besoldungs- regelung enthalten. Vorerst bleiben die alten Sätze noch bestehen, außer bei dem Bürgermeister, der nach dem Sinne des Gesetzes nicht Beamter ist. Er wird in Zukunft nach Gruppe IVa (Höchst­gehalt) nebst Wohnungsgeldguschuß ohne Kinder­zulage besoldet.

Bei der Rubrik: Oeffentliche Sicher­heit wird genau verfahren wie vorher, da es sich hierbei auch nur um Besoldungen handelt. Oeffentliche Gesundheitspflege sieht in Ausgabe 4793 Mk. vor. Hier wird das Gehalt der Krankenschwester wie oben behandelt, ferner werden die 140 Mk. für die Schwesterstation gestrichen und dafür dem Arbeiter-Samariter­bund 190 Mk. überwiesen. Dies geschieht, um den Samaritern bald zu ermöglichen, ihre Ge­räte und Ausrüstung so zu vervollständigen, datz sie allen Anforderungen gewachsen sind. Das Feuerlöschwesen bringt eine Einnahme von 200 Mk., in Ausgabe sind vorgesehen 1108 Mk. Hier ist die Anschaffung einer Leiter vorgesehen und soll dem Gemeinderat bald Vorlage ge­macht werden. Die Armenpflege bedarf einen Zuschuß von 6500 Mk. Die Schulen bringen eine Einnahme (Mieten für Lehrerwoh­nungen usw.) von 860 Mk. Die Ausgaben, die mit 8374 Mk. vorgesehen waren, werden durch die Regelung des Gehaltes des Schuldieners etwas herabgemindert, dagegen wird der vor­gesehene Betrag für die Lernmittel für arme Kinder um 100 Mk. erhöht.

Die Vereinbarungen mit der evang. Kirche sind bereits vorher getroffen, und die vorge­sehene Ausgabe wird mit 4080 Mk. genehmigt. Gemeindefriedhöfe sehen in Einnahme 1004 Mk. und in Ausgabe 2654 Mk. vor.

Ein großes, ja das größte Schmerzenskind für Wieseck ist die S t r a ß e n i n st a n d s e h u n g. Wenn hierfür 18104 Mk. vorgesehen sind, so wird diese Summe auf keinen Fall ausreichen, denn die Straßen sind in einem Zustand, der Wieseck wirklich nicht nach außen hin empfiehlt. Dies ist sich auch die Gemeindevertretung klar, und es soll versucht werden, Abhilfe zu schaffen.

Verbunden mit der Stratzeninstandsetzung ist der Kanal bau. Hier sollen Voranschläge für die Möserstratze und die Gietzener Straße ein­geholt und dem Gemeinderat vorgelegt werden. Man trägt sich mit der Absicht, die Gelder, die nach Liquidation des Zweckverbandes in die Gemeindekasse zurückfließen, für die Stra- ßeninstandsehung zu verwenden. Auch soll wegen der Gießener Straße der Bürgermeister sich mit der Provinzialbauverwaltung in Verbindung setzen, die hierzu «inen Teil der Kosten zu tra­gen hat.

Ferner wurde noch über die Auswechslung der Wasserleitun^rohre (Hausanschlässe) verhandelt, jedoch wird die ganze Angelegenheit eine spätere Sitzung beschäftigen. Ein Voranschlag zur Er­weiterung des Wasserbassins soll eingeholt werden. Für Landwirtschafts­zwecke sind in Einnahme 1722 Mk. und in Aus­gabe 5508 Mk. vorgesehen. Letztere vermindern sich durch die vorläufig zu hoch eingesetzten Löhne der Feldschutzen. Die Grenzverhältnisse bringen eine Einnahme von 3304 Mk. und eine Ausgabe von 5783 Mk. Für öffentliche Anlagen und Denkmäler sind in Ausgabe 2020 Mk. vorgesehen. Flüsse und Bäche sehen

WiMMMMM.

Roman von Edgar Wallace.

38 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Die Vorhalle war hoch und geräumig und von dem Marmorfuhboden bis zur Decke hinauf in Eiche getäfelt. Die einzigen Möbelstücke waren ein Tisch und ein Stuhl. Keine Lampen waren sichtbar, und Larry nahm an, daß die Halle indirekte Beleuchtung von den Gesimsen aus erhielt. Das Tageslicht fand durch ein einziges langes, schmales Mattglasfenster Einlaß, durch das man den Schatten seines schmiedeeisernen Gitters sehen konnte. Anstatt der sonst üblichen Haupttreppe, die in die oberen Etagen führte, lag dem Haupteingang gegenüber eine Tür, die, wie er glaubte, diese Treppe versteckte. Eine zweite Tür befand sich auf der andern Seite der Halle. Dies waren die einzigen sichtbaren Mög­lichkeiten, den großen Raum zu verlassen.

Er öffnete die Tür auf der rechten Seite und fand sich in einem großen, wundervoll ausgestattetem Salon. Die Wände waren unter Gemälden und Gobelins versteckt, und auf dem Parkettboden lagen ein halbes Dutzend persischer Teppiche, die ein Vermögen wert waren.

Der Raum hatte sechs farbige Fenster, und jedes einzelne war ein Meisterwerk. Schwere Samtvorhänge verdeckten die Fensterrahmen und machten es unmöglich, daß auch nur der ge­ringste Lichtschimmer durch das Fenster dringen konnte. Ein silberner Kronleuchter hing in der Mitte dies Zimmers, aber auch hier glaubte Larry, daß die Hauptbeleuchtung durch ver­borgen angebrachte Lampen erfolgte.

Er ging quer durch das Zimmer nach dem großen Kamin mit seinem silbernen Rost und Zubehör und prüfte zwei Briefe, die geöffnet auf einem Tischchen zur Seite eines großen, be­quemen Sessels lagen. Sie waren ohne Wich­tigkeit, und Larry setzte seine Rachsuchungen fort.

Von dem Salon öffnete sich eine Tür auf eine Treppe, die nach dem oberen Stockwerk zu einer Reihe Schlafzimmer, einem kleinen Salon und

einem großen Studierzimmer führte. Dieses lag oberhalb des Salons und hatte beinahe dessen Größe.

Seine Untersuchung der oberen Etage war mehr oder weniger oberflächlich, obgleich er den Gang, an dem alle diese Räume lagen, genau und sorgfältig prüfte, äleberzeugt, daß das, was er entdecken wollte, im Erdgeschoß liegen mußte, ging er wieder in den Salon hinunter.

Dort fand er den Diener, den er mit einigen scharfen Worten hinausschickte.

Machen Sie. daß Sie in die Halle kommen", sagte er kurz, und der Mann gehorchte verdrossen.

Lind jetzt untersuchte Larry langsam und mit größter Sorgfalt die Wandtäfelungen, Zenti­meter für Zentimeter, hauptsächlich die, welche der Eingangstür, durch die er und Harvey ein­getreten waren, gegenüberlagen. So geschickt waren diese angebracht, daß geraume Zeit ver­ging, bis er die verborgene Tür fand, die an einem ganz unvermuteten Platze in gleicher Höhe mit dem farbigen Glasfenster lag. Dann erinnerte er sich, daß er von außen eine keine halbrunde Ausbuchtung an der Mauer des Ge­bäudes bemerkt hatte.

3eht haben wir's", sagte er triumphierend und zog eine geschnitzte Girlande auf, die ein festes Stück der Wandverzierung zu sein schien und unter der sich ein winziges Schlüsselloch verbarg. Dann nahm er ein Bund Schlüssel aus der Tasche und versuchte einen nach dem andern. Beim vierten hörte man ein leises Schnappen, und die Tür öffnete sich nach innen.

Er hatte recht behalten. Er wußte es in diesem Augenblick! Die Freude, sein Ziel erreicht zu haben, ließ sein Herz schneller schlagen das Bewußtsein, endlich etwas Greifbares zu haben, etwas sehen lassen zu können, nicht für den Kommissar, nicht für seine Vorgesetzten, aber für das junge Mädchen, das ihm mehr be­deutete, als seine Karriere, als sein Leben, dieser Gedanke färbte seine Wangen und lieh seine Augen aufblitzen.

Er befand sich in einem Heinen glockenförmigen Raum mit gewölbtem Dach, dessen Wände, ebenso wie die schmale Treppe, die nach unten in den Keller führte, aus Beton waren.

eine Ausgabe von 3300 Mk. vor. Ruhegehälter und soziale Fürsorge ergeben eine Ein­nahme von 1700 Mk. und eine Ausgabe von 9980 Mk. gegenüber 14 000 Mk. in 1928. Die Wohnungsfürsorge ergibt in Einnahme 7578 Mk. und in Ausgabe 15 300 Mk. (1928 nur 6169 Mk.). An Steuern hat die Gemeinde 9280 Mark zu zahlen. Die Sondersteuern brin­gen der Gemeinde 3400 Mk. An Reichs- steuern erhält die Gemeinde 27 645 Mk. gegen­über 22 580 Wk. in 1928. Die Regelung der Gemeindesteuern kann erst in der nächsten Sitzung erfolgen, da die Veränderungen im Voranschlag erst genau berücksichtigt werden müssen.

Aus der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 27. 3uli 1929.

Oie Alarmierung der Feuerwehr.

3n einigen Kreisen der Bürgerschaft sind in den letzten Tagen Stimmen laut geworden, die an der Alarmierung der Feuerwehr bei dem Brand in den Gailschen Tonwerken Kritik üben. Der Vorwurf geht dahin, daß die Feuer­wehr nicht früh genug an der Llnglücksstelle erschienen sei und die Sirenenanlage nicht genügend funktioniert habe. 3n einem Eingesandt in unserem gestrigen Blatte fand diese Kritik teilweise einen Riederschlag.

Wir haben uns angesichts der Wichtigkeit die­ser Sache an maßgebender Stelle erkundigt und dort folgende Erklärungen erhalten: Die Mel­dung von einem Brande durch den Feuermelder lief um 10.33 Uhr bei der Feuerwache ein. Sofort rückte die Dereitschaftsmannschaft mit der Motorspritze aus und traf schon was ange­sichts des zum Teil schwierigen Waldweges be­sonders zu bemerken ist nach etwa 8 Minuten an der Brandstelle ein. Hier erkannte man so­fort, daß man es mit einem Großfeuer zu tun habe. Daraufhin mußte ein Feuerwehrmann über den weiten Geländekomplex zu dem Feuer­melder eilen und von dort aus an die Feuer­wache die MeldungGroßfeuer" geben. Hier­über vergingen nun natürlich wiederum einige Minuten. Von der Feuerwache wurde nun sofort durch die Ringleiiung die Freiwillige Feuerwehr alarmiert, deren Mannschaften natürlich erst zum Gerätedepot eilen mußten, während man außer­dem noch das Eintreffen der Bespannungs­pferde für die Geräte abzuwarten hatte. Aber auch die Freiwillige Feuerwehr und die Gail- sche Wehr rückten in verhältnismäßig sehr kur­zer Zeit aus, so daß an der Schlagfertigkeit die­ser Wehren keine Zweifel möglich sind. Bedauer­lich war allerdings, daß der Alarm durch die Sirenen feilend des Zentralenwächters nicht in der vorgeschriebenen längeren und durchgreifen­den Weise erfolgte. Hieran ist aber ein Teil ber Bürgerschaft insofern mitschuldig, als von un­verantwortlichen Leuten gerade in dieser kritischen Zeit teils anscheinend aus Unfug, teils wohl aus Unkenntnis angesichts des Feuerscheins nicht weniger als neun Feuermelder in den verschiedensten Stadtteilen in Bewegung gesetzt wurden und außerdem eine ganze Reihe von Bürgern es für angezeigt hielt, telephonisch die Feuerwache anzurufen, um dort zu fragen, wo es eigentlich brenne. Durch derart unverantwort­liche Handlungen entstand auf der Telephon- und Meldestelle der Feuerwache naturgemäß ein gewisses Durcheinander, bei dem der diensttuende Beamte leider nicht sofort das Richtige traf, nämlich vor allem den vorgeschriebenen um­fangreichen Alarm durch die Sirenen in Gang zu setzen. Abgesehen von diesem durch die Un­vernunft zahlreicher Bürger mitverschuldeten Versehen ist der gesamte Feuerwehrapparat in so rascher Folge an der Brandstelle erschienen, wie es angesichts der räumliche,n Entfernung des Brandherdes und der in den Wegen zum Ge­rätedepot und in der Heranführung der Be­spannung liegenden Zeitverhältnisse überhaupt nur möglich war.

Wer diese von der maßgebenden Stelle ge­gebenen Aufklärungen unvoreingenommen wür­digt und sich dabei vor Augen hält, daß unsere Feuerwehrmannschaften in hingebungsvoller Weife bei dem Löschen des gewaltigen Feuers tätig waren, wofür allein schon die Tatsache spricht, daß der Brand auf das Hauptgebäude beschränkt blieb und die Nebenbauten erhalten werden konnten, wird sicherlich wie wir das schon betonten zu der Ueberzeugung kommen,

Das erste, was seine Blicke auf sich zog, war ein elektrischer Lichtschalter, den er sofort nach unten drückte. Der untere Treppenabsatz wurde hell. Eine andere Tür lag auf der linken Seite, und eine weitere Reihe schmaler Steinstufen lief weiter nach unten und verschwand in der Dun­kelheit. Man hatte sich nicht die Mühe gegeben, das Schlüsselloch dieser Tür zu verstecken, die einer seiner Schlüssel öffnete.

Er. trat in einen sehr niedrigen zementierten Raum, der kaum zwei Meter hoch und, soweit er schätzen konnte, drei Meter lang war. Dann suchte und fand er den Schalter, der die Kammer erhellte.

Was halten Sie davon, Hervey?"

Was machen die denn hier?" fragte Harvey überrascht.3ft das eine elektrische Kraft­anlage?"

Larry schüttelte den Kopf.

Rein", sagte er.Keine Lichtanlage. 3ch verstehe zwar sehr wenig von Maschinen, aber ich glaube, das ist hier eine Pumpe." Dann untersuchte er die Maschinenanlage sehr sorg­fältig.

3a, es ist eine Pumpe: eine von der Art, die auf Schiffen gebraucht werden, um die Wasser­tanks zu reinigen.

Ein dickes Kabel lief an der Wand über 3so- latoren hinweg, und er betastete es vorsichtig.

Elektrisch", sagte er.Da bekommt er also seinen Kraftstrom her."

An der Wand war ein Schaltbrett und ein Hebel, den er genau untersuchte, bevor er sich zu der zweiten Maschine in der Kammer wandte.

Und das hier ist die Dentilationsanlage" er zeigte auf einen tonnenförmigen Apparat Sehen Sie, da ist der Exhauster für verbrauchte Lust."

Das ist ein recht gründlicher Herr", meinte Sergeant Harvey.

3a, sehr gründlich", pflichtete Larry bei, als sie den Raum verliehen und die Tür hinter sich schlossen.

Da drüben ist eine* Sur, die auf den Hof geht." Larry wies auf die Wand, die dem Maschinen- raum gegenüber lag.

daß unserer Feuerwehr kein Tadel, sondern An« ertennung und öffentlicher Dank gebühren.

Oie Volkshochschule

im Sommersemester 1929.

Man schreibt uns: Um den materiellen An- ffltberungen des nächsten Winterhalbjahrs besser als in früheren 3ahren gerecht werden zu kön­nen, hat man die Zahl der Kurse in diesem Som­merhalbjahr auf 10 mit im ganzen 88 Zu­sammenkünften beschränkt. 3n Anbetracht der Detriebseinschränkung war die Hörerzahl mit 135 Personen verhältnismäßig hoch (dagegen im Sommerhalbjahr 1928: 15 Kurse, 179 Personen). Der Versuch, die Raturwissenschaften wieder in den Lehrplan einzusühren, ist gelungen; zu dem philosophischen Kurs, in dessen Rahmen außer der Physik u. a. an sechs Abenden die Biologie behandelt wurde, hatten sich 21 Personen ein­geschrieben, von denen 19 bis zur letzten Kurs­stunde erschienen. Wem bekannt ist, wie sich die Spärlichkeit des naturwissenschaftlichen 3nter- esses heute auf die Volkshochschularbeit aus­wirkt, der wird das Ergebnis zu würdigen wissen. Auch die Zusammenarbeit zweier einan­der ergänzenden Lehrer (Geisteswissenschaftler und Raturwissenschaftler) hat sich in diesem Kurs sehr gut bewährt. Don den weiteren Kursen waren der über Ernährungskunde (Dr. Ma- lech, 34 Personen) und Goethe (Oberstudien­direktor Dr. Baur, 23 Personen) die stärkst­besuchten des Semesters. Der erstere fand so lebhaftes 3ntereffe, daß er um zwei Abende verlängert werden formte. Von letzterem sei be­sonders hervorgehoben, daß der größte Teil fei­ner Hörer ihn bereits seit 5 ©emeftern regel­mäßig besucht. Die anteilmäßige Zusammen- setzung der Hörerschaft hat sich nicht nennenswert geändert. W. H.

OberhessischerTurnerbesuch in Amerika.

Wie wir früher schon berichteten, werden der zweite Gauvertreter des Gaues Hessen der Deut­schen Turnerschaft, Duchdruckereibesitzer und Re­dakteur Schneider (Butzbach), und der erste Sieger beim Deutschen Turnfest in Köln, Tümer Karl Reuter von Gießen, auf Einladung, des Rordamerikanifchen deutschen Turnerbundes einen Besuch bei deutschen Turnbrü­dern in Amerika abftatten. Der Besuch dieser beiden Turner unseres Heimatgaues der D. T. erfolgt mit Zustimmung der oberfte'ti Lei­tung der Deutschen Tumerschaft, die den Gau­vertreter Schneider beauftragt hat, den Tum- brüdern in Amerika die Grüße der Deutschen Tumerschaft zu überbringen.

Wie wir jetzt weiter erfahren, werden dis beiden oberhessischen Turner ihre Reise nach Amerika am 31. 3uli antreten; die Abfahrt erfolgt mit dem Hamburger Schnellzug um 22.12 ilfjr von Gießen aus. Am 1. August wer­den sie am Abend bei dem Hamburger Turnver­ein von 1816, dem ältesten Verein der Deutschen Tumerschaft, zu Gast fein. Am 2. August erfolgt in Cuxhaven ihre Einschiffung auf dem Hapag- DampferHamburg", mit dem sie am gleichen Tage die Ausreise antreten werden

Die Ankunft in Neuyork erfolgt am 12. August. Dort werden sie von Vertretern des Nordamerikanischen deutschen Turnerbundes und von Turnern des Bezirks Neuyork und Vororten feierlich empfangen; weiter haben der Hessen-Darm­städter Verein und die Gesangvereine von Neuyork mitgeteilt, daß sie die Gäste aus Oberhessen eben­falls mit Freude erwarten und herzlich empfangen werden. Nach mehrtägigem Aufenthalt in Neuyork sollen dann u. a. folgende Orte besucht werden: Chikago, Denver, Buffalo, Cinncinaty, Los Ange­les, St. Franzisko, St. Louis, Pittsburgh, wo der Führer des Nordamerikanischen deutschen Turner­bundes, der auch in Gießen wohlbekannte und ge­schätzte Journalist GeorgeSeibel seinen Wohn­sitz hat, ferner Philadelphia, Washington usw. In den meisten Städten werden die oberhessischen Turneroertreter als Gäste der deutschen Turner Nordamerikas weilen, die ihnen überall einen herz­lichen Empfang bereiten wollen. Von besonderer Bedeutung wird aber der Besuch bei unseres hes­sischen Landsmann, dem nordamerikanischen deut­schen Turnerführer George Seibel in Pitts­burgh sein, der bereits hierher mitgeteilt hat, daß er sich auf den Besuch seiner Landsleute und Turn- brüder außerordentlich freue und daß es ihm ein besonderes Vergnügen sein werde, sie bei sich zu Hause und im Kreise seiner Turnbrüder empfangen zu können. Sehr bemerkenswert wird auch das Zu-

Harvey konnte die Tür nicht entdecken, folgte aber feinem Chef, der die Stufen hinabschritt die weiter nach unten führten.

Zehn Stufen", warnte Larry und blieb dann vor einer weiteren Tür stehen, die aus Eifen­beton hergestellt war und in schweren Schar­nieren aus gehärteter Bronze hing. Larry über­zeugte sich erst davon, bevor er weiterging. Er hatte nichts anderes erwartet, als Drouze- scharniere zu finden. Er hegte nur noch zwei Befürchtungen: daß die Türen mit Riegeln ver­sehen wären und sich nicht von innen öffnen ließen. Aber beide Befürchtungen waren grund­los. Er schob den Schuhdeckel von dem Schlüssel­loch zurück und öffnete die Tür, die langsam aufschwang.

Zehn Zentimeter dick," sagte er grimmig,der Mann geht ganz sicher."

Hinter dieser schweren Tür lag eine zweite aus Stahl, die er aufschloß. Lind jetzt blieb er stehen und sagte mit stockendem Atem zu Harvey:

Betrachten Sie sich den Raum, in den wir jetzt hineinkommen, ganz genau, lieber Harvey. Hier starb Gordon Stuart."

34.

Trotz seiner Taschenlampe dauerte es geraume Zeit, bis er den Schalter gefunden hatte, der hoch an der Wand und sehr weit von der Tür entfernt dicht unterhalb der abfallenden Decke der Treppe angebracht war. Ein leichtes Knacken, und der Raum lag in Heller Beleuch­tung. Don feinem Standpunkt aus konnte er nichts weiter wie eine Messingbettstelle sehen, ohne Matratzen und Bettzeug. Zwei Stufen weiter hinunter, zwei, drei Schritte durch einen engen Gang, und er befand sich in dem Keller. Fußboden, Wände und Decke waren aus Zement, und es gab noch einen zweiten kleineren Raum, der notdürftig als Badezimmer eingerichtet war. Keinerlei Fenster waren sichtbar, und Larry hatte auch nicht erwartet, solche zu finden. Eine schwere, verbrauchte Luft hin^ in dem Raum, augenscheinlich waren die beiden Ventilatoren dicht unterhalb der Decke geraume Zeit nicht in Tätigkeit gewesen.

(Fortsetzung folgt)