Ausgabe 
27.7.1929
 
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Nr. 174 Erstes Blatt

179. Jahrgang

Samstag, 27. Juli 1929

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags

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Die Illustrierte Gießener Familienblätter

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GietzenerAnzeiger

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Dr. Fnedr. Wilh. LangL. Verantwortlich für Polsti« Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für beit Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Haag als Konferenzort

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Mckiriti-esfranzösischenKabineits

britannien so gut wie gar nichts, obwohl es seine

London, 26. 3uli. (WTB.) Lloyd Ge- : g e eröffnete im Unterhaus heute eine

Gchatzkanzler Snowden

führte dann u. a. aus: Ich bin in einer heil- l e n Lage, will aber klar und deutlich er­klären, daß England keineswegs zur 2ln nähme der Anempfehlungen des TZoung- planes verpflichtet ist. Meines Wissens hat bisher keine der interessierten Regierungen den

nehme den Bericht als Grundlage einer Konferenz an. Ich glaube, die Gläubiger sind der Meinung, daß es ihnen f r e i st e h t,

Bericht akzeptiert, mindestens keine der Gläu­bigermächte. Der deutsche Außenminister scheint erklärt zu haben, die deutsche Regierung

und sagte dann: Die Regierung hat sich durchaus einverstanden erklärt mit der Annahme der fest­

sichtlich der Einteilung der Annuitäten in zwei Teile. Lloyd George möchte wissen, warum die Berteilungsprozcntfähe abgcänderk worden sind. 3m Bericht der Sachverständigen ist kein Wort der Erklärung dafür zu finden, und soweit ich weih, auch niemals eine Erklärung dafür gegeben worden. Das Verteilungsschema ist niemals in Frage gestellt worden. Neun Jahre hindurch haben alle Gläubigcrmächte die Spa- Prozentsätze eigentlich immer als Grundlage jede« Revision akzeptiert.

Lloyd George hat die Herabsetzung des britischen Anteils auf 2 Millionen Pfund geschäht. Sie beträgt aber durchschnittlich 2,415 Millionen Pfund im Jahre. Diese Summe kommt Italien und Frankreich zugute, hauptsächlich Italien, das

Debatte über den Voungbericht, den er als unglaublich bezeichnete. Er sagte:Ich bin erstaunt, daß dieser Bericht dem bri­tischen Schatzamt als eine gerechte Be­rücksichtigung der britischen Ansprüche unterbrei­tet worden ist. 3ch glaube, Snowden wird sei­nen Einfluß benutzen, um sehr beträcht­liche Abänderungen an dem Plan durch­zusetzen.

Meine Bedenken richten sich nicht dagegen, daß die deutschen Zahlungen herabgesetzt werden. Jede Revision hat bisher zu einer Herabsetzung geführt, und ich glaube nicht, daß diese die letzte sein wird. Aber ich erhebe Widerspruch dagegen, daß die Gesamtheit der Opfer in der Hauptsache von Großbritannien getragen werden soll. Wenn es eine Herabsetzung geben muhte, dann hätte sie gerecht auf alle Gläubigerländer verteilt werden müssen.

3ch vermag keinen Grund für eine Abän­derung des Reparationsverteilungsplanes von 1920 zu entdecken. Zum ersten Male sollen außer­dem die deutschen Zahlungen in einen be­dingten und einen unbedingten Teil zer­fallen. Bon dem unbedingten Teil erhält Groh-

über den Bericht zu verhandeln.

Tatsächlich würde eine Konferenz unmöglich sein, wenn die Regierungen den Bericht in seiner jetzigen Form annehmen müßten. Der Schahkanzler erinnerte an verschiedene Sta­dien der Verhandlungen der Sachverständigen

gesetzten Annuitäten. Wir haben keinen

Grund, die Summe der von Deutschland

Englische Unzufriedenheit mit dem ftoung-plan.

Scharfe Kritik Lloyd Georges. Energische Worte des Schatzkanzlers Snowden

greift Frankreich vollständig die Notwendigkeit dieser Teilnahme, die es auch stets gefordert habe."

Cs könne sich natürlich nur darum handeln, daß Polen, wie die übrigen reparationsberechtigten Länder, an den Beratungen über den Q31> u n g * Plan teilnimmt, da sich an der großen inter­nationalen Konferenz nur die Signatare des Protokolls von Gens und die eingeladene Re­gierung der Bereinigten Staaten beteiligen könn­ten.

Verschiebung der Konferenz auf den 16. August?

London, 27. Juli. (WTV. Funkspruch.)Ti­mes" berichtet aus Paris: Wenn die Absicht der beteiligten Regierungen, die Bereinigten Staaten zur Entsendung eines Vertreters ]ur Reparationskonferenz einzuladen, bestehen bleibt, fo würde die für die (Ernennung des Delegierten und feine Reife nach (Europa er­forderliche Zeit die Verschiebung des (Er­öffnungstages notwendig machen. Unter Be­rücksichtigung dessen wird der 1 6. A u g u st als der wahrscheinlichste Zeitpunkt für den Zusammentritt der Konferenz angesehen.

Sorgen, die ja vor allem Herr Dr. Hilfer - ding spüren wird, darf sie dazu nicht veran­lassen. Niemals seit 1919 hat eine Reichsregie­rung vor schwereren Aufgaben gestanden als heute. Niemals hat ihre Verantwortung für die Zukunft der Nation so schwer gewogen, wie jetzt. Es geht im Haag nicht nur um die finanzielle Belastung zweier deutscher Generationen, die schließlich trotz aller schweren Bedenken, die auch hiergegen einzuwenden sind, ja einmal ein Ende nimmt, es geht um die politische Frei­heit Deutschlands an Rhein und Saar.

Belgiens Zustimmung.

Brüssel, 26. Juli. (WB.) Die b e l g i s ch e Re­gie r u n g hat sich mit dem Haag als Tagungsort der Konferenz der Regierungen einverstanden erklärt, um eine Verständigung in der Frage zu er­möglichen, die feit mehreren Wochen Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten war.

Holland wird offiziell einladen.

Amsterdam, 26. Juli. (WB.) Im Hinblick auf den heute nachmittag bekannt gewordenen Ent­schluß der belgischen Regierung, keine Einwen­dungen gegen eine (Einberufung der Regierungs­konferenz nach dem Haag zu erheben, hatAlge-

bte französische Delegation, ob sie nun unter der Führung Briands oder der P 0 in - carös steht, zweifellos versuchen, von Deutsch­land eine absolut verbindliche Anerkennung der Reparationsabmachungen zu erzielen, ehe sie sich auch nur auf die Diskussion der Rheinland­räumung und der Freigabe des Saargebietes einläht.

Würden die Dinge diesen Verlauf nehmen, dann allerdings wäre das Verhängnis nicht mehr aufzuhalten. Deshalb wird die deutsche Delegation von Anfang an daraus bedacht sein müssen, daß das Tributpro» blem in völliger sachlicher und zeit­licher Parallelität mit den Politi- schen Fragen behandelt und ge Id st wird. Kommt man innerhalb dreier Wochen nicht zu sauberen und für Deutschland akzeptablen Ergebnissen, so wird die deutsche Delegation sich unter keinen Umständen zu Entscheidungen drängen lassen dürfen, die nachher nicht mehr revisionssähig sind. Auch der Druck der inneren

Paris, 26. Juli. (WB.) havas veröffentlicht heute 23 Uhr folgende Mitteilung: Ministerpräsident Poincare hat heute abend seine Mitarbeiter da­von in Kenntnis gesetzt, daß er sich einem ch i - rurgischen (Eingriff unterziehen müsse, der ihn auf zwei ober drei Monate aktions­unfähig machen werde, und daß er beschlossen habe, dem Präsidenten der Republik feine De­mission zu überreichen.

Gesamidemission.

Kabinett Bnand in Gicht?

Paris , 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Auf Grund des Beschlusses des gestrigen ftabinettsrates hatten die Minister vriand und Bnrthou sich heute vormittag nach 9 Uhr zu poincare begeben, um ihn zu ersuchen, seinen Rücktrittsentschluß rückgängig zu machen. Da poincare seine De­mission aufrechterhielt, haben die Regie­rungsmitglieder im Laufe des heutigen Ministerrats dem Präsidenten der Republik die Gesamt- demission des Kabinetts überreicht. Präsi­dent Doumergue hat daraufhin in der üblichen Weife sofort feine Besprechungen zur Lösung der Krise mit der Berufung der Präsidenten von Kam­mer und Senat ins Elysee begonnen. Er gedenkt, wie havas erfährt, in der Lage zu sein, im Lause des Tages diejenige politische Persönlichkeit zu be­rufen, der er die Uebernahme der Kabinettsbildung anbieten will. Man rechnet, wie schon gestern erklärt wurde, mit der Möglichkeit, daß der Rus des Prä­sidenten an Briand ergehen wird.

Poincares Krankheit.

Paris. 27. 3uli. (WTB. Funkspruch.) Lieber den Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten Poincare und über die Folgen seiner Er­krankung berichtet derM a t in" folgendes: Poincare leidet an einer Erkrankung der Prostata. und man befürchtete sogar eine Zeitlang eine Harnvergiftung, doch soll seit einigen Tagen der Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten zufriedenstellender geworden sein. Sein Allgemeinbefinden soll sogar gut sein. Ende nächster Woche soll eine Prostataopera­tion durchgeführt werden. Die Wiederher­stellung und G esundung dürfte je­doch z u lange Zeit in Ansp ruch neh­men, als daß Poincare die Möglichkeit hätte, an den Arbeiten der Regierungskonferenz teil­zunehmen. Die Aerzte befürchten anderseits, daß Poincare, wenn er nicht von seinem Amt zu­rückträte, während der Behandlung nicht die nötige geistige Ruhe haben würde. Aller

meen Handelsbad" auf eine entsprechende Anfrage aus dem Außenmini ft erium erfahren, baß die nieberländische Regierung bisher zu dieser Frage bis jetzt noch nicht Stellung genom­men habe, daß es jedoch für wahrscheinlich gehal­ten werde, daß sie die Regierungen der in Frage kommenden Mächte offiziell einla - den werde, dieKonferenz zur Liquidation des Krieges" im Haag abzuhalten.

Der polnische Außenminister bei Briand.

Paris, 26. 3uli. (WD.) Außenminister Bri­and hat heute vormittag den polnischen Außen­minister Zaleski empfangen. Er veranstaltete ihm zu Ehren ein Frühstück, an dem auch der polnische Botschafter in Paris, dec französische Botschafter in Warschau, der Generalsekretär des Quai d'Orsay, sowie der Generalsekretär und der politische Direktor des französischen Außen­ministeriums teilnahmen.

Petit Parisien" berichtet, daß Zale - ski im Lause seines gestrigen Besuches bei Bri­and über die künftige Reparationskon­ferenz gesprochen und dabei den Wunsch ge­äußert habe,

polen möge zur Teilnahme aufgefordert werden. »Selbstverständlich", fo erklärt bas Blatt, »b?-

verlangten Zahlungen zu erhöhen. In diesem einen Punkt sind sich, wie ich glaube, viele Beteiligten einig. Der Schahkanzler zitierte dann die Ziffern des Annuitätenschemas und bemerkte: Von dem unbedingten Teil wird erwartet, daß er unter allen Umstände n g ezahlt wird, außer im Falle des völligen Bankerotts Deutschlands, mit dem aber nicht gerechnet wird. An diesen unbedingten Zahlungen hat Groß­britannien keinen wesentlichen 21 n- teil. Fünf Sechstel gehen an Frankreich, dec Rest an 3talicn. Unser Anteil an den Annui­täten könnte verglichen werden mit den ge­wöhnlichen Aktien eines vielleicht nicht sehr ge­sunden Konzerns, während die unbedingten Zah­lungen als Schuldverschreibungen erster Klasse betrachtet werden können. Dies ist die Lage Hin-

Wahrscheinlichkeit nach werde der Präsident der Republik nach dem Ministerrat die Lage klären müssen. Selbstverständlich würden im Falle der Demission Poincares alle Minister ihren Rücktritt einreichen.

Das französische Parlament heimgeschickt.

Paris, 26. Juli. (WB.) In der Kammer kam es heute abend nach Annahme eines Gesetzes über die Justizreform zu einem unerwarteten D 0 r- stoß der ßints'parteien gegen bie Re­gierung, als Justizminister Barth 0 u bie Tri­büne bestieg und das

Dekret über den Schluß der ordentlichen Sitzung verlas. Dieses Dekret wurde in der Mitte durch Beifall, auf der Linken mit lautem Lärm und Pult- öertclgetlapper aufgenommen. Der kommunistische Abg. Barth 0 u verlangte bas Wort zum Sitzung»- Protokoll, dessen Annahme der Vorsitzende der Kam­mer vorschlug. Er erging sich in heftigen Ausfäl­len gegen die Regierung. Der radikale Abg. Dali- m i e r bestieg auf Drängen seiner politischen Freunde, die sehr erregt waren, bie Tribüne, um dagegen zu protestieren, daß die A m n e st i e durch bie Schulb der Regierung vorn Parlament nicht be­schlossen werden konnte. Ebenso protestierte ein elsässischer Abgeordneter und der Abg. Leon Blum, der der Regierung das Recht bestritt, das Schluß­dekret der Kammer zu verlesen, während der Senat noch tage. Das sei ein unehrliches Manöver. Der Abg. Blum bestritt die Auffassung des Präsiden­ten, daß eine gleichzeitige Verlesung des Dekrets in beiden Häusern nicht notwendig sei. Seine Worte aingen im Lärm unter. Das Protokoll wurde zur Abstimmung gestellt und

mit 276 gegen 258 Stimmen abgelehnt.

Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung entspann sich eine längere Debatte darüber, ob das Schlußdekret wirksam verlesen sei. Ver­schiedene Abgeordnete behaupteten, es nicht ver­standen zu haben. Der Präsident forderte Ma Kammer mit Rücksicht darauf, daß die Kammer nicht ohne. Genehmigung des Protokolls ge­schlossen werden könne, auf, sich nicht in diese Sackgasse zu begeben. Der Abgeordnete Leon Blum ergriff nochmals das Wort und erklärte, die Verlesung des Schlußdekrets, noch ehe dec Senat sich über die sRatisizierungu der Abkommen habe äußern können, sei eine Überrumpe­lung: die linksstehenden Abgeordneten hätten das einzige ihnen zur Verfügung stehende Mittet ergriffen, um ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung zu erreichen. Blum forderte hierauf, die Kammer auf, das Protokoll einstimmig anzunehmen. Dies geschah in einfacher Ab­stimmung, und die Sitzung wurde ohne weiteren Zwischenfall geschlossen.

Der Kampf um den Konferenzort ist entschieden, Belgien hat seinen Widerspruch gegen die Wahl der holländischen Hauptstadt aufgegeben also werden sich alle beteiligten Mächte am 6. August im Haag ein­finden. Wer das Hin und Her im Streite der letzten Wochen verfolgt hat, der weiß, daß es hierbei um mehr ging als lediglich um gewisse prestige-politische Gesichtspunkte. Tatsächlich ist namentlich von f ran- zösischer Seite hierbei sehr gielbe» raufet Politik gemacht worden, und wir fürch­ten, daß das grundsätzliche Bekenntnis des englischen Außenministers Henderson zu der sogenannten Feststellungs- und Verschvungskommission", das er erst vor wenigen Tagen abgelegt hat, als Ergebnis der Politik Frankreichs zu betrachten ist. Strategie gesprochen sind in der Zeit seit Abschluß der Pariser Verhandlungen der Sachverständigen V 0 r f e Id gefechte ausgetragen worden, und es ist leider nicht zu leugnen, daß Deutschland hierbei nicht gerade günstig abgeschnitten hat.

Prüfen wir noch einmal kurz, welche 2lufgaben die politische Konferenz bewältigen solll Sie sind in großen Zügen umrlssen durch die Genfer Vereinbarungen vom September vorigen Jah­res 3n erster Linie soll also die Endrege - lung der Reparation sf rage, wie sie im Voungplan formuliert worden ist, unter Dach unb Fach gebracht werden. 3m engsten inneren Zusammenhang steht damit für uns baä Problem bet Rheinlandräumung, das seinerseits wieder mit der berüchtigten ,.Versöhnungskom­mission" verknüpft ist. Tatsächlich wird fo gut wie sicher die Konferenz sich aber nicht nur im |V yui wie

Rahmen dieser Probleme bewegen. Wir halten 34 Millionen Pfund a,n Amerika bezahlen muß. es vielmehr für selbstverständlich, Dop oabet Die an Frankreich zahlbare halbe Milliarde auch noch eine Reihe anderer Dinge, beifpiels- Goldmark hat die beste Sicherheit der Welt: weise u. a. die Frage der Reparattonsverpfttch- wir aber haben keine. Unser Anteil an den tungen die den österreichisch-ungarllchen Aach- Zahlungen wird unsicher sein und schließlich folgestaaten 1919 in den Pariser Dorortvertragen gan$ aufhören, denn Deutschland ist nur irn- auferlegt worden sind, debattiert wird. Gerade stände gewesen, zu zahlen durch umfangreiche diese Frage hängt ja sehr eng aud) mit bem I Anleihen und durch Niedrighalten der Löhne. Voungplan zusammen, insofern nämlich, als es Das kann nicht unbegrenzte Zeit so fortgehen, von ihrer Lösung abhängt, ob und inwieweit Regierung darf ihre Unterschrift nicht unter

Ät'ÄMX -rL °'nen-Zch'^^nu,e^n»,chr«.. foll oder nicht sondern eine Demütigung für uns Ist.

Uebersieht man so einmal die Umrisse des Lloyd George kritisierte dann abfällig die Be- Konferenzthemas, dann wird man füglich be- timmungen der Sachlieferungen und den Um­zweifeln, ob es gelingt, diese ganze Arbeit stand,, daß zwar zum erstenmal die tnter- innerhalb dreier kurzer Wochen zu bewältigen, alliierten Schulden und die Repa- Da Anfang September die Tagungen des Völ. rationen miteinander in Verbindung ge- kerbundes in Genf beginnen, und sie sich bracht worden seien, daß aber unterlassen worden jetzt nicht mehr verschieben lassen, würde schon fei, die britischen Zahlungen an bie allein deshalb die f r a n »ö I i f d> e T e t . $ c t e in i g t e n 6 t a a t e n »em Eingang 6er f d> 1 e b » u n g 6 t a 11 i i einen graften ®rfolg da. den schen «eftarationen abhängig za machen, non getragen haben, weil eS ihr dann gelungen Diese einseitige Transaktion ,-im jet^r Emz-l- wäre den Abschluft der Verhandlungen bis in Helt nachteilig für England Er sonderte zum Lm Oktober, vielleicht gar bis in den November Schlaft Snowden auf, reifliche ®rtoagungen Anaaszuzögern. Aach in dieser Hinficht hat die anzustellen, bevor er die Unterschrift des L-m. Aeichsregierung in den diplomatischen Vorfeld, des unter ein so verhängnisvolles Dokument gefechten keine taktisch günstige Position zu er- setze.

ringen vermocht. Denn während den anderen - -

beteiligten Hauplregierungen der Zeitpunkt des 3nkrastretens einer neuen Reparationsregelung verhältnismäßig gleichgültig sein kann, spielt er leider in Deutschland wegen der Kassenverhalt- nisse des Reiches eine nicht unerhebliche Rolle.

Wie werden sich die Dinge nun abwickeln? Daß Deutschland die Wahl der holländischen Hauptstadt als Konferenzort begrüßt, bedarf keiner besonderen Betonung. 3n der ruhige? Residenzstadt des Hauses Oranien dürfen wir auf eine Atmosphäre rechnen, die für die Ver­tretung der deutschen 3nteressen ohne Zweifel erheblich günstiger ist, als etwa die mit so starken Spannungen geladene Luft in Pams oder Brüssel. Freilich, daß der Haag gleich­zeitig auch der Platz ist, an dem vor dem Kriege unter großem Pomp und Wortschwall der Frie­denspalast errichtet wurde, daran denkt man besser nicht. Es wäre auch vernünftig, wenn die jetzt zufammentretende Konferenz gar nicht an diese Dorkriegstradition anknüpfen wurde, deren Hohlheit und innere Verlogenheit durch die letzten zehn fchweren Jahre, die Deutsch­land hinter sich hat, so grell beleuchtet wird. Roch immer treibt man in Europa und der ganzen Welt keine Politik nach schönen Ideologien, son­dern lediglich nach den machtpolitifchen unb wirt­schaftlichen Interessen jedes Landes. Wir wer­den das vermutlich bet den bevorstehenden inter­nationalen Verhandlungen sehr bald zu spüren bekommen. Frankreich hat ja bereits dafür ge­sorgt, daß der ganze Troß seiner europäischen Vasallen aufmarschicrt und seine Forderungen anmeldet. Mit Hilfe dieser Unterstützung wird