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man darauf, daß nunmehr bet einem Mißerfolg der Pariser Konferenz eine Diskonterhöhung der Reichsbank unaufschiebbar sei, und zwar rechnete man mit einer Heraufsetzung von 1 v.H., verschiedentlich sogar um 1,5 v. sj. Bei den sich täg­lich verringernden Deckungsbeständen der Reichs? bank infolge der unverändert anhaltenden Gold- und Devisenverkäufe konnte man mit Recht kaum annehmen, daß trotz aller Bedenken hinsichtlich der mit einer Diskonterhöhung verbundenen Schäden für die darniederliegende deutsche Wirtschaft diese Maßnahme länger hinausgeschoben werde. Dem­gegenüber konnte die Erleichterung der Geldmarkt­lage in Reuyork und die dortige feste Börse kaum eine Wirkung ausüben. Verhältnismäßig wenig Eindruck machten auch die günstigen Meldungen über die I.-G.-Farbenindustrie; bei der allgemein herrschenden Depression verursachten die Nachricht von einem Uebereintommen der I.-G. mit der Standard Oil Co. of New Jersey und das deutsch- französisch-schweizerische Farbenabkommen nur vor­übergehend eine leichte Erholung der Farbenaktie. Die Geschäftstätigkeit blieb im allgemeinen gering. Als später, entgegen den Befürchtungen, bekannt wurde, daß die ivachoerständigenkonferenz nicht ab­gebrochen, sondern vertagt wurde und einige, wenn auch nur sehr geringe Aussichten dafür be­stehen, daß evtl, doch noch eine Verständigung er­zielt werden kann, wurde die Haltung vorüber­gehend freundlicher, und die Kulisse schritt zu Deckungskäufen, aus denen besonders I.-G.-Far- ben. Elektrowerle und Kalioktien Nutzen ziehen konnten. Bald jedoch setzte sich wieder eine pessi­mistischere Beurteilung der Situation durch. Dazu kam, daß infolge der Diskonterhöhungen in Oester­reich und in Ungarn die Befürchtungen hinsichtlich einer baldigen Heraufsetzung des Reichsbankdis- kontes sich verstärkten, zumal in dieser Woche er­neut 120 bis 140 Millionen Gold abgegeben wor­den sein sollen. Weiterhin mahnte der bevorstehende Ultimo stärker zur Zurückhaltung. Die Tatsache, daß der Tagesgeldmarkt zunächst relativ leicht blieb, fiel gegenüber den Besorgnissen, daß der neue Schatz- anweisungskredit der Banken an das Reich in Höhe von 170 Millionen Reichsmark sich am Geldmarkt stark fühlbar machen wird, nicht ins Gewicht. Am Wochenschluß nahm die Reichsbank die erwartete Diskonterhöhung um 1 v. H. auf 7,5 v. H. vor. Die Folge davon waren nicht etwa neue Kurs­rückgänge, sondern allgemein trat bei zeitweise leb­hafterem Geschäft eine Erholung ein. Man führte an, daß die Diskonterhöhung durch die nie­drigeren Kurse bereits vorweggenommen sei, und verwies anderseits auf einige günstige Nachrich­ten, wie die weitere Besserung der Ardeitsmarkt- lage und die weiter feste Haltung der Neuyorker Börse. Nach den neuerlichen Abschwächungen er­gaben sich auf den meisten Märkten Erholungen von 1 bis 5 v. H. und darüber. Neubesitzanleihe, die zeitweise bis auf 9,80 v. H. gesunken waren, konnten sich dagegen im Kurse kaum bessern.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Auch in dieser Woche war von einem Geschäft am Frankfurter Produtrenmarkt nichts Wesent­liches zu berichten. Die Tendenz war äußerst zurückhaltend, zumeist blieben die Preise unverändert, nur vereinzelte Getreidesorten gaben unter dem Druck der Geschäftslosigkeit und der meist schwächer lauten» den Auslandnotierungen etwas nach. Das Angebot von Inlandware mar in dieser Woche sehr knapp, und in erster Linie blieb die Mehrzahl der Preise aus diesem Grunde behauptet. Im großen und ganzen richteten sich die Händler oder die beteiligten Kreise nur wenig nach den Auslandmärkten. Trotz des sehr kleinen An­gebots und den entgegenkommenderen Forderungen von feiten der Provinz war keine Geschäftsbelebung festzustellen. Nur für spätere Sichten machte sich etwas regeres Interesse bemerkbar. Mehle waren etwas stärker angeboten, und bei dem schleppenden Absatz waren Preisverlufte nicht zu vermeiden. Zum Wochenschluß war die Stimmung jedoch wieder freundlicher, da erheblich höhere Aus- lanbnoticr ungen nicht ohne Einfluß blieben. Bei der Festsetzung der Preise trat jedoch keine Aen- berung ein, infolge der weiter bestehenden Geschäfts­stille. Nur für Lieferungsware bestand weiter ver­mehrtes Interesse. Das Angebot fand ziemlich leichte Unterkunft, da es immer noch gering blieb. Im Ver­gleich mit den Notierungen der vergangenen Woche blieben Weizen, Roggen, Sommergerste, Hafer (inländischer), Mais für Futterzwecke und Roggenmehl gut behauptet, während Weizenmehl eine halbe Mark und Weizen- und Roggenkleie bis zu einer viertel Mark nachgaben. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 23,75, Roggen 22,75, Sommergerste 24, Hafer (inländischer) 24 bis 24,25, Mais für Futterzwecke 22,50 bis 22,75, Wei­zenmehl 32,75 bis 33, Niederrh. 32,25 bis 32,50, Rog­genmehl 30,25 bis 31,25, Weizenkleie 13,40, Roggen- Ucie 14 bis 14,25 Mark.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlacht- Viehmarkt war in dieser Woche ziemlich klein. Trotzdem der Auftrieb am CRinöcrmarEt geringer war, jedoch der Rachfrage genügte, und auch der Export wieder größere Käufe vornahm, verblieb nach ruhigem Handel bei gut behaup­teten Preisen ilcberftanb. Schweine hatten nach wie vor schlepvendes Geschäft, was wohl auf die stärkere Beschickung in dieser Woche zurückzu­führen war. Bei etwas nachgebenden Preisen konnte der Markt jedoch geräumt werden. Ob­wohl der Auftrieb am Kälbermarkt auch kleiner war, konnte sich kein regeres Geschäft entwickeln. Der Markt wurde bei etwas anziehenden Preisen geräumt. Schafe ruhig, ausverkauft. Hier wurde infolge des geringen Auftriebs von einer Preis­festsetzung durch die Aotierungskommission Ab­stand genommen. Der Gesamtaustrieb bestand aus 1501 Rindern, darunter 327 Ochsen, 67 Bullen, 635 Kühen und 391 Färsen, ferner aus 1501 Kälbern, 137 Schafen und 5275 Schweinen. Ber­gischen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 366 Rinder, 296 Kälber und 97 Schafe weniger, dagegen 297 Schweine mehr angetrie­ben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Klasse AI 58 bis 61, II 53 bis

57, B 46 bis 52. Bullen A 53 bis 55. B 48 bis

52. Kühe A 44 bis 48, B 40 bis 43, C 35 bis 39, D 30 bis 34. Färsen A 58 bis 61, B 53 bis 57,

C 48 bis 52. Kälber B 75 bis 80, C 70 bis 74,

D 60 bis 69. Schafe wurden aus dem obenerwähn­ten Grunde nicht notiert. Schweine B 71 bis 74. C 72 bis 75, D 70 bis 74. 3m Bergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Bullen und Färsen je eine Mark, Kälber bis zwei Mark anziehen, während Ochsen und Kühe behauptet blieben, gaben Schweine eine Mark im Preise nach.

* Der französische Außenhandel. Die amtliche französische Ein- und Ausfuhrstati­stik beziffert die Einfuhr nach Frankreich in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 13 294 707 Tonnen im Werte von 15 269 704 000 Franken, was gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Borjahres eine Steigerung um 2 058 444 To. und um 2 314130 000 Fr. ausmacht. Die Aus- suhr betrug in den ersten drei Monaten dieses Jahres 9 367 569 To. im Werte von 12 OCO 039 000 Franken, was gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Borjahres eine Berminderung um 485 516 To. und um 761 018 000 Fr. ausmacht. Die Einfuhr in den ersten drei Monaten dieses Jahres übersteigt also die Ausfuhr um 3 907138 Tonnen bzw. 3 269 665 000 Fr. 3m März allein betrug der Wert der Einfuhr 4 934 124 000 Fr. und der der Ausfuhr 4 180206 000 Fr.

* Sic bereinigte Industrie-Unter- nehm ungen A. - G. weist für 1928 29 einen Reingewinn von 12 383 002 (i.B. 10124165) Mk. aus, woraus eine Dividende von 8 (7) Prozent auf das im Besitz des Reiches befindliche Aktien­kapital von 120 Millionen Mark ausgeschüttet, 2 (1) Millionen Mark der Sonderrücklage über­wiesen und 383 003 (324 165) Mk. vorgetragen werden. Die gestrige Generalversammlung ge­nehmigte den Abschluß und beschloß ferner, das Aktienkapital um 40 Millionen auf 160 Millionen Mark zu erhöhen. Die jungen Aktien werden sämtlich vom Reich zu 147 Prozent übernommen.

* Fusion Peters Union - Conti Caoutchouc genehmigt. Die a. o. G.-B. der Peters Union A.-G. genehmigte einstimmig den vorgelegten Fusionsvertrag mit der Conti­nental Caoutchouc- und Guttapercha-Co., Han­nover. Bekanntlich werden gegen 4 Peters- aftien mit Dividendenscheinen ab 1. Oktober 1927 3 Contiaktien mit Dividendenberechtigung ab 1. 3anuar 1928 gewährt. Dem Fusionsvertrag ist noch zu entnehmen, daß die Aktien der Conti Caoutchouc unverzüglich an der Frankfurter Börse eingeführt werden sollen. Wie vom Auf- sichtsratsvorsihenden ausgeführt wurde, werde der Zusammenschluß der beiden Firmen die Mög­lichkeit geben, dem Kampf mit der ausländischen Konkurrenz in Ruhe entgegenzusehen und die der deutschen Wirtschaft bevorstehenden Schwierig­keiten und emften Zeiten zu überwinden. Die Lage bei Conti Caoutchouc sei durchaus günstig, als Beweis ihrer Stärke könne man die Tat­sache anführen, daß sie zur Fusion mit Peters eine Kapitalerhöhung nicht vorzunehmen braucht. Die Berhandlungen mit Conti Caoutchouc seien vor über einem 3ahre begonnen worden, und erst nach monatelangen Bemühungen habe man das vorliegende günstige Angebot erzielen können. Daß das Umtauschangebot wirklich günstig sei. gehe schon daraus hervor, daß nach feinem Be- kanntwerden eine starke Kurssteigerung der Petersaktien eingetreten ist. Auf die Anfrage

eines Angestelltenvertreters wurde die Erklä­rung abgegeben, daß im Zusammenhang mit der Fusion Entlassungen kaufmännischer Angestellter von Peters Union nicht beabsichtigt seien.

Lokomotivfabrik Krauß L Co.. A.-G.. München. Die im vorjährigen Bericht geschilderten Berhältnisse im Lokomotivbau haben sich auch im Fahre 1928 nicht geändert. Trotzdem war es möglich, in dem Hauptgeschäftszweig, dem Lokomotivbau. und in den Rebenbetrieben einen befriedigenden Umsatz mit derartigen Ergeb­nissen zu erzielen, daß die Bilanz bei reichlichen Abschreibungen aktiv abschließt. Da auch die vor­rätigen Materialien und Bestände an halbferti- gen Erzeugnissen vorsichtig bewertet wurden, glaubt das Unternehmen, befriedigende Ergeb­nisse erwarten zu können, sobald in der Beschäf­tigung ün Lokomotivbau eine Besserung eintritt. Aus dem Reingewinn von 93 152 Mk. werden 5984 Mk. dem gesetzlichen Reservefonds über- wiesen. Der Rest mit 87 167 Mk. soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

* DasAmerikaguthabenderScheide- anftalt. 3m Anschluß an frühere Bekannt­machungen über das beschlagnahmte Amerikagut­haben teilt die Deutsche Gold- und Silberscheide­anstalt vorm. Roesler, Frankfurt a. M., mit, daß nach einem Kabel der Alien Property Custodian nach Zurückbehaltung der gesetzlich vorgeschrie­benen 20 Prozent und einer erheblichen Summe für noch strittige Steuerforderungen von dem beschlagnahmten Kapital rund 1,1 Mill. Dollar freigegeben hat. Mit einer weiteren Auszahlung von Zinsen in zur Zeit noch nicht zu übersehender Höhe ist in den nächsten Wochen zu rechnen. Wie schon bereits früher in der G.-D. bekanntgegeben, werden die Freigabebeträge den Reserven zu- geführt.

frankfurter Börse.

F r a n k f u r t a. M., 27. April. Tendenz: beruhigt. Im Gegensatz zu der sehr nervösen Stimmung an der gestrigen Abendbörse, die durch das starke An­steigen des Dollarkurfes heroorgerufen n>ar, machte sich zu Beginn der heutigen Wochenschlußbörse eine allgemein beruhigtere und zuversicht­lichere Auffassung bemerkbar. Die Hauptur­sache war vor allen Dingen die Besserung der Mark (man hörte Mark gegen Dollar mit etwa 4,22). Der Tendenzumschwung wurde auch durch eine Meldung, wonach man noch die Möglichkeit einer Verständigung in Paris gefunden zu haben hoffte, begünstigt. Man war allgemein fester ge­stimmt, und die Spekulation schritt wieder in etwas stärkerem Maße zu Deckungen. Auch wurden Wo­chenschlußkäufe vorgenommen, so daß das Geschäft in Spezialwerten lebhaftere Formen annehmen konnte. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren durchschnittlich Kursbesserungen sestzustellen. Die Beteiligung des Auslandes und der privaten Kundschaft blieb immer noch sehr gering, und die Geschäftstätigkeit war nur vorübergehend eine leb­haftere. Im Vordergründe des Interesses standen Elektroaktien, Schlickert, Siemens, Licht & Kraft, waren je nm 6,75 v. H. gebessert. Auch die Zellstoff- werte waren gesucht und hatten Gewinne von 2 bis 5o.H. aufzuweisen. Nur Chadeaktien, die als ein­ziges Papier an der gestrigen Abendbörse etwas lebhaftere Umsätze bei höherem Kurse aufzuweisen hatten, lagen auf Realisationen gedrückt und ange­boten. Am Chemiemarkt eröffneten I. - G. - Farben 3 v. H. und Deutsche Erdöl 3,3 v. H. höher. Der Montanmarkt war ohne besonderes Geschäft. Rhein­stahl waren 5,75 und Mannesmann 4,5 v. H. fester. Regeres Interesse wurde noch den Kaliaktien ent- entgegengebracht. Besonders Salzdetfurth wurden mit einem Gewinn von 13 v. H. in größeren Beständen aus dem Markt genommen. Aschersleben und We­steregeln gewannen bis zu 5,5 v. H. Witoaktien ver­nachlässigt. Deutsche Linoleum bis 5 v. H. erholt. Banken plus 1,5 v. H., nur Reichsbank aus unbe­kannten Gründen angeboten und bis 1 n. H. niedri­ger. Renten still. Deutsche Anleihen ohne Option hatten ebenfalls eine beachtenswerte Erhöhung zu verzeichnen. Im Freiverkehr waren Polyphon, die anfangs mit 462 gehandelt wurden, bis auf 480 ge­stiegen. Im Verlaufe war das Geschäft wieder sehr still. Nur vereinzelten Werten wurde noch einiges Interesse entgegengebracht, hier konnten noch klei­nere Gewinne ftstgestellt werden. Die übrigen Pa­piere blieben gut behauptet. Die festere Stimmung erhielt sich auch weiterhin. Am Geldmarkt war Ta­gesgeld unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 2188. gegen Pfund 20,483, London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 124,14, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 33,75.

Berliner Börse

Berlin, 27. April. Um sich heute ein richtiges Bild von der Börsentendenz machen zu können, muß man zunächst die Vorgänge zwischen den gestrigen Schlußkursen und dem offiziellen Beginn der heutigen Börse betracht^. Ist ein Vergleich der gestrigen Schlußkurse mit den heutigen Notierungen

an und für sich schon schwierig, da man bei den Terminpapieren den Report per Ultimo Mai berück­sichtigen muß, so muß man anderseits wissen, daß auf Grund der Vorgänge am Devisen- und Geld­markt gestern an der Frankfurter Abend- börse erhebliche Kursrückgänge ein­traten, so daß gestern abend sehr schwache Kurse zu hören waren. Neuyork hatte ebenfalls einen sehr schwachen Verlauf aufzumeisen, und Tagesgeld er­reichte drüben einen watz von 16 v. H. Trotzdem war man heute vormittag schon wesenllich beruhig­ter und schritt zu Deckungen. Die Reichsbank hatte den heutigen Dollarkurs auf 4,2175 festgesetzt. Eine gewisse Nervosität war an der Börse jedoch nach wie vor festzustellen. Sehr schwach eröffneten Reichsbank minus 7,25 v. H. Dagegen lagen Kali­werte und Elektroaktien höher. Bergmann plus 7 v. H. Die Sensation war aber der Polyphon­markt. Hier wurde ein Kurs von 480 v.H. ge­nannt. Das Ausland zeigte eher Kaufrzeiguna, an­derseits regte die etwas gebesserte Loge der Mark an. Deutsche Anleihen waren gesucht. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefmarkt noch un­entwickelt. Geld noch nicht allzu angespannt, aber weiter gesucht. Tagesgeld 5L bis 8, Monatsgeld 8,25 bis 9,5 v. H., Geld über Ultimo 8,5 bis 10 v. H. Warenwechsel ohne Umsatz. Nach den ersten Kursen allgemein fester und für Spezialwerte leb­hafter. Mit Ausnahme von Chadeaktien, die 6,5 v. H. verloren, konnten Elektrovapiere im Verlaufe 1 bis 3 v. H. gewinnen. Polyphon plus 7 v.H. Kali- werte und Spritaktien bis 4 v.H. höher. Bemberg plus 8,5 v. H., Glanzstoff plus 5 v. H., Konti Staub schul plus 3 v.H., Schubert L-Salzer plus 4,5 v.H., und Farben plus 3,75v.H.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 26. April. Die flauen Ausland­meldungen und die erneute Ermäßigung der Cif- offerten hatte hier trotz des weiterhin knappen Inlandangebotes wiederum ein Rachgeben der Liescrungspreise zur Folge. Weizen ist, nament­lich in Waggonware, sehr wenig angeboten, dieses Material wird für Futterzweckc gesucht, wobei höhere Preise erzielt werden als im Berkaus an die Mühlen. Roggen macht sich sehr knapp. Das wenige herauskommende Material wird zu 1 Mk. höheren Preisen als Mairoggen bezahlt, man glaubt dies mit Preisstühungsmaßnahmen in Zu­sammenhang bringen zu können. Don den heute vorliegenden Meldungen eines Farmerhilsgesetzes in 11. S. A. im Repräsentantenhaus nahm der Markt bisher wenig Rotir. Mehl hat weiter nur geringes Dedarssgeschäft. Hafer bei kleinem Angebot und ruhigem Konsumgeschäft stetig.

Kunst und Wissenschaft.

Dr. Kronacher kommt nach Frankfurt.

Aus Leipzig wird gemeldet: Auf Grund der Berhandlungen, die mit Schauspieldirektor Dr. Kronacher wegen einer Berufung nach F r a n f f u r t a. M. geführt worden sind, hatte der Rat der Stadt Leipzig auf einstimmigen De- schluß des gemischten Theaterausschusses eine vorzeitige Lösung des erst vor wenigen Wochen auf fünf 3ahrc neu abgeschlossenen, günstiger gestellten Bertrages mit Dr. Kronacher abge- lehnt, aber, um ihm einen Ausgleich zu bieten ohne daß eine rechtliche Verpflichtung dazu vorlag sich bereit erklärt, die Bezüge Dr. Kro­nachers abermals wesentlich aufzubessern. Bor wenigen Tagen hat aber Dr. Kronacher erneut dringlich um seine baldige Entlassung aus dem Vertrag gebeten und zur Begründung aus­geführt, er könne sich mit der Ablehnung der erbetenen Lösung des Vertrags nicht beruhigen. Er fühle mit aller Deutlichkeit, daß die Annahme der Berufung nach Frankfurt für ihn eine Rot­wendigkeit sei, um in seinem Alter noch einmal die Gelegenheit wahrzunehmen, in einer neuen Atmosphäre, unter neuen Schwierigkeiten, mit neuen großen Machtbefugnissen seine Kräfte zu erproben und an der Aufgabe, ein Theater von Grund auf neu aufzubauen, auch innerlich selbst zu wachsen. Er habe die Empfindung, daß, wenn die Franffurter Berufung endgültig für ihn ver­loren sei, er sich in seine Leipziger Tätigkeit nicht mehr innerlich zurückfinden könne. Es handele sich dabei für ihn nicht um finanzielle oder sonstige materielle Interessen. Man dürfe nicht einen Menschen, der der Stadt lange Jahre treu und erfolgreich gedient habe, einem Para« graphen opfern. Dieser Einstellung Dr. Kro­nachers gegenüber, die eine gedeihliche Arbeit für das Leipziger Theater von ihm nicht mehr erwarten läßt, hat der Rat, wiederum auf ein­stimmigen Borschlag des gemischten Theateraus­schusses. es für richtiger gehalten, der Lösung des Bertrages mit Dr. Kronacher zuzu- stimmen. Heber den Zeitpunkt des Ausschei­dens Dr. Kronachers bleibt die Entscheidung Vorbehalten.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozen!.

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123

18,5

120

205

151.5

112

280

229,4

420

320,5

249

175 108,13 198,75

55

49

50

199

27,5 85

272

____________ Banknoten

Berlin, 26- April

(Selb

«rief

Amcrttcumche Noten . . Belgische Noten . . . . Dänische Noten.....

Englische Roten.....

4.205

58,45

112,23

20,47

4.225

58,89

112,67

20,55

Berlin

26. Avril

(Selb

Brief

französische Noten.....

volländtsche Noten...... l>tulientiche Noten......

Norlvcaiiche Noten......

Deutfdj-Cefterr., a loo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten .....

16.47

169.14

22.14

112.18

59,08

2.50

112.47

16.53 169.82

22,22 112.62

59,32 2,52

112.91

61,59 61.22 12,515

73.57 a. M. tg.

Schweizer Noten.......

Svanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . -

Ungarische Noten.......

Devisenmarkt Berlin

Telegraphische

81,27

60,98

12,455

73,27

- Frankfui

Auszahli

t

1

26. April

27. April

Amtliche Notierung

1 Sriet

Amtliche (Selb

Kotierung Brier

Burn.AireS Brff-'Ankw Chrisiiama. Kopenhagen Stockholm . HelssngforS. Italien. . . London - . . Wenn ort . . Baris.... Schweiz .. Spanien. Japan . . . Rio de Jan Dien in D- £efi- abgeft föU:: Budapest. . Bulgarien Lissabon Tanüg. . . Äonft antm. Athen- . Tanada 11 ru uah. . v'oiro . . .

169,31 1,771

58,52 112,35 112,38 112,58 10,593 22,095 20,452 4,2135 16,475

81,14 60.79 1.898 0,501

59.19 12,475

7.410

73.44

3,042 18,87 81,73

2.070 5.455

4.181

4.006 20,98

169,65 1.775 58,64

112,57

112.60 10,613 112,80 22,135

20,492 4.2215

16.515 81,30 60.91

1,902 0.503

59,31 12,495

7.424

73,58 3,048 18,91

81,89

2,074 5.465

4,189 4.074

21.02

169,43 1,772

58,545 112.37 112,44

112.60

10,593

22,125

20,45 4,2140 16,485

81,19 60.74

1.888 0,503

59,22 12,473

7.413 73.44

3.047 18,85

81,75

2,070 5,454 4.182

4.066 20-98

169.77 1,776

53,665 112.59 112,66 112,82 10,618

22.165

20.49

4,2220 16,525

81,85

60.86 1.902 0.505

59.34

12,493

7,427 73,60 3.053 18,89 81.91

2,074 5,465

4.190 4,074 21,02