Wald. Wir Derlufieii jetzt bie La.:dsl.uße unb gehen am Waldrand entlang, um nach rechts in das liebliche Dünsbachtal zu kommen und stets am Fuße des Dünsbergs her durch das Biebertal unser Endziel Bieber zu erreichen. Dauer der Wanderung fünf Stunden.
Schotten — Ludwigsbri'nnen — hoherodskopf — Schotten.
Wir fahren mit Sonntagskarte nach Schotten. Am Schloß, der Kirche und dem Rathaus vorüber steigen wir auf die Höhe zur Staatsstraße, von der man reizende Blicke in das Niddatal und auf die Höhen des Vogelsberges genießt. Die Markierung, grüner Strich, der wir nachgehen, schneidet mehrfach die vielgewundene Landstraße durch Wiesenpfade ab. An Götzen vorüber gelangen wir nach geraumer Zeit zum Ludwigsbrunnen, einer hübschen Quellenanlage, von der man einen herrlichen Ausblick hat, namentlich auf das im Grunde gelegene Rudingshain und das entferntere Schotten: auch Bilstein, Hoherods- kopf und Tautsteinturm sind sichtbar. Hier treffen wir das rotweiße Band, dem wir nunmehr bis zum Schutzhaus Charlottenhöhe im Distrikt Poppenstruth, wo der Hochwald beginnt, nachgehen. Wo das Zeichen rechts abbiegt, gehen wir geradeaus und kommen alsbald auf die lange Oberwaldschneise (gelbes Kreuz), auf der wir jetzt bis zum Hohcrodskopf weitergehen. 9m Klubhaus des VHE. ist gute Unterkunft. Der Abstieg erfolgt grünen Ringen nach über Breungeshain und Michelbach nach Schotten. Dauer der Wanderung fünf Stunden.
Heifeliferatur.
— Schwarzwald, Odenwald, Heidelberg, Stuttgart. Mit 18 Karten, 12 Plänen und 2 Rundsichten. 17. Auflage. _ 1929. Sn Leinen geb. 5.50 Mark. (Meyers Reisebücher.) Verlag Bibliographisches Institut A.-G, Leipzig. (69). — In der vorliegenden 17. Auflage dieses seit 50 Jahren beliebten Schwarzwaldführers finden wir erstmalig die besonderen Bedürfnisse der mit eigenem Automobil reisenden Echwarzwaldbesuchcr berücksichtigt, und zwar durch Angabe der Autowege bei jeder Reiseroute sowie der Autoparkplähe und Autoreparaturwerkstätten bei allen wichtigeren Orten. Der Text, der mit dem kartographischen Teil eine gründliche Reubearbeitung erfahren hat, ist durch Zerlegung größerer Reisewege übersichtlicher gestaltet worden. Sehr zu begrüßen ist auch die Einfügung einer eingehenden Beschreibung von Stuttgart. Eine neue, erweiterte Odenwaldkarte ergänzt das Kartenmaterial. Reu ist endlich auch eine reichhaltige tabellarische Liebersicht der Wintersport- Plätze, die vielen Sportfreunden willkommen sein wird.
— In der Sammlung der von der Reichsbahn- zentrale für den Deutschen Reiseverkehr herausgegebenen Deutschen Verkehrsbücher ist als 23. Heft „Ostpreußen" erschienen. Das Heft umfaßt 64 Seiten Text mit 24 Bildbeigaben und behandelt die eigentliche Provinz Ostpreußen, die ehemalige Pro- n • ' Wcstpreußen, das Memelgebiet und den Freistaat Danzig. Beigegeben ist dem Hefte eine kartographisch getreue mehrfarbige Landkarte mit allen wichtigeren Ortschaften. Höhenzügen, Flüssen, Eisenbahnstrecken und Autolinien.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
Y Mainzlar, 26. April. Die an der Pro- vinzialstraße Mainzlar—Staufenberg stehende, im Bolksmund bezeichnete „hohe Pappel" wurde dieser Tage gefällt. Die Spitze des Baumes war schon seit Jahren abgebrochen und in dem Geäst der Krone hängen geblieben. Der starke Ast bildete besonders bei stürmischem Wetter eine stete Gefahr für den Verkehr. — Trotz der wechselvollen unfreundlichen Witterung hat man bei uns mit dem Sehen der Kartoffeln begonnen. Lim die Erträge zu steigern, wird von den Landwirten erfreulicherweise viel neues Saatgut, besonders norddeutsches, verwandt. Die Preise bewegen sich hier zwischen 5 bis 6 Mark pro Zentner.
ft. Aus dem Seental, 26. April. Während das Wintergetreide gut durch den Winter getommeh war, ist durch die letzten kalten Tage ein gewisser Still st and im Wachstum der Winterfrucht zu beobachten. Dasselbe gilt vom Klee, der selten so gut überwintert hat, wie dieses Jahr. Durch die anhaltende Trockenheit und Kälte will immer noch kein rechtes Leben in der Natur aufkommen. Viele Wiesen haben immer noch ihre graue, winterliche Farbe. Die Aussaat der Sommerfrucht ist in unserer Gegend so ziemlich beendet. Das Land hat sich im allgemeinen recht gut bearbeiten lassen. Gegenwärtig sind unsere Landwirte mit dem Setzen der Frühkartoffeln beschäftigt.
Kreis Friedberg.
2$. Bad-Rauheim, 26. April. Zu der gestrigen Verabschiedung des Haushaltsvoranschlages für 1 9 29 im hiesigen Stadtrat sind noch folgende Einzelheiten von besonderem Interesse zu berichten: Die Gemeindeumlagen bringen 213500 Mk. ein. Dabei sind folgende Steuersätze zugrunde gelegt: Grundsteuer 0,14 Mk. auf 100 Mk. des Gebäudegrundwertes und 0,30 Mk. auf 100 Mk. des unbebauten Grundbesitzes: Gewerbesteuer: vom Anlage- und Betriebskapital ein Ausschlag von 0,70 Mk. auf 100 Mk. Steuerkapital: vom Ertrag ein Ausschlag von 3 Mk. auf je 100 Mk. Gewerbeertrag. Don wichtigen Ausgaben der Betriebsrechnung seien einige Rubriken genannt: Polizei 30 000 Mk.: Straßen 61 000 Mk.: Straßenbeleuchtung 37 000 Mk.: Reinigungswesen 79 000 Mk.: öffentliche Anlagen 11 000 Mk.: allgemeine Zwecke des Bades 12 000 Mk.: Arbeiterabteilung 220 000 Mk.: Müllabfuhr 27 000 Mk.: Seilbau 90 000 Mark. Demgegenüber betragen die Kosten der allgemeinen Verwaltung mit 207 300 Mk. eine verhältnismäßig geringe Summe im Gesamtetat. Die Wohlfahrtspflege erfordert 266 200 Mk.: für die Schulen sind zusammen 140 000 Mk., für die Wohnungsfürsorge 183 400 Mk. angeseht. Die Dermögensrech- n u n g sieht vor 132 600 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Als Hauptposten auf der der Ausgabeseite erscheint die Förderung des Kleinwohnungsbaues mit 112 000 Mark. Genehmigt wurden auch die Voranschläge für die städtischen Eigenbetriebe. Die Abschlußziffern betragen in Einnahme und Ausgabe: Gaswerk 335 100 Mk.: Elektrizitätswerk 350100 Mk.: Wasserwerk 177 400 Mk.: Krankenhaus 149 000 Mk. — Die Bestimmungen über die Gewährung von Baudarlehen in 1929, die den Stadtrat schon einmal beschäftigten, wurden in neuer Fassung vorgelegt und genehmigt. Hervvrzuheben ist daraus, daß die
Oie Trägerschast der gewerblichen Llnterrichtsanstalten.
Im Regierungsblatt Nr. 2 vom 1. Februar 1929 ist das neue hessische Gesetz über die öfsent- lichen Unterrichtsanstalten für freie und angewandte Kunst und die tech- nifchen u n u gewerblichen Unterrichts- an ft alten mit Staatsunterstützung, das für die gewerblichen Lehranstalten von einschneidender Bedeutung ist, erschienen. Nicht geringer ist seine Bedeutung für die Gemeinden als Träger dieser Schulen. Schon seit Jahren hatte sich das Bedürfnis herausgestellt, die restlichen und finanziellen Verhältnisse der gewerblicyen Lehranstalten auf eine einwandfreie gesetzliche Grundlage zu stellen, nachdem die Regierung in den letzten Jahren dazu über» gegangen war, mit einzelnen Schulen jeweils besondere Verträge abzuschließen, ein Verfahren, das zu erheblichen Unstimmigkeiten führte insofern, als einzelne Gemeinden mit Gewerbeschulen auf diese Vorschläge eingingen, andere sie aber ablehnten.
Das neue Gesetz vom 14. Dezember 1928 teilt die hier in Frage kommenden Unterrichtsanstalten in zwei Gruppen ein: in die öffentlichen Schulen für freie und angewandte Kunst und in die öffentlichen technischen und gewerblichen Unterrichtsan st alten. In die erstgenannte Gruppe gehören die Kunstgewerbeschulen in Mainz und die Kunstgewerbeschule in Offenbach. Der zweiten Gruppe gehören die rem technischen und gewerblichen Anstalten an, insbesondere fallen hierunter die Gewerbeschulen. Das neue Gesetz findet Anwendung auf alle zur Zeit seines Erlasses bestehenden Unterrichtsanstalten der beiden vorgenannten Gruppen, mit Ausnahme der höheren Landesbauschule in Darmstadt, der Fachschule für Elfenbeinschnitzerei in Erbach und der Webschule in Lauterbach. Letztere sind reine Staatsanstalten.
Eine der wichtigsten Bestimmungen des neuen Gesetzes ist die Regelung der Luderen Verfassung der Schule. Jetzt ist Träger der Llnter- richtsanstalt die politische Gemeinde, der Kreis oder ein Zweckverband politischer Gemeinden. Früher waren vielfach bei den Gewerbeschulen noch nominell die örtlichen Gewerbevereine Träger der Schulen, während in Wirklichkeit die Gemeinden den hauptsächlichsten finanziellen Anteil trugen, da sie im Laufe der Zeit in wachsendem Maße an den gewerblichen Anstalten beteiligt wurden. Die früher bestehende Llnbe- stimmtheit fort durch die ausdrückliche Feststellung beseitigt werden, daß die Llnterrichtsan- st alten eine Gemeinde-, Kreis- oder Zweckoerbandseinrichtung sind. Der Plan, die Handwerkskammer zum Träger von gewerblichen Lln- terrichtsanstalten zu machen, stieß, wie die Regierungsvorlage bemerkt, auf unüberwindliche Bedenken. Es ist selbstverständlich, daß den Trägern der Llnterrichtsanstalten im Hinblick auf die mit der Trägerschaft verbundenen erheblichen Verpflichtungen ein entsprechender Einfluß zugestanden wird. Daher bestimmt Art. 7 des neuen Gesetzes: „Der Träger der Schule hat diese vermögensrechtlich zu verwalten, den Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben, sowie am Ende des Rechnungsjahres die Rechnung aufzustellen: bei der Anstellung des Leiters sowie der Haupt- und nebenamtlichen Lehrkräfte mitzuwirken: das Bureau- und Hauspersonal anzunehmen: über Anträge des Kuratoriums zu entscheiden, die ihn vernwgensrechtlich verpflichten wollen." Die Aufsicht über die unter das Gesetz fallenden Llnterrichtsanstalten wird von der Regierung durch die Aufsichtsbehörde ausgeübt. Dieser wird ein Landesausschuß beigegeben, der sie in Fach- und Llnterrichtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung zu beraten hat. Der Träger der Schule muß eine Schul- s a tz u n g erlassen, die der Genehmigung der Aufsichtsbehörde bedarf. Für die Verwaltung jeder Anstalt ist ein K u r a t o r i u m zu bestellen,
das an die Stelle der jetzigen AussichtsrLte oder Schulvorstände tritt. Das Kuratorium besteht aus dem Vertreter des Trägers der Llnterrichts- anstalt als Vorsitzenden, dem Leiter der Anstalt, einer Vertretung der Lehrerschaft und den durch die Schulsatzung sonst noch zu bestimmenden Mitgliedern, von denen mindestens drei von der Gemeindevertretung, den Gemeindevertretern des Zweckverbandes oder dem Kreistag aus deren Mitte gewählt werden müssen. Für geeignete Vertretung der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist Sorge zu tragen. Die Wahlperiode der gewählten Mitglieder soll sich tunlichst der Wahlperiode der kommunalen Körperschaft anpassen. Der Leiter der Schule, sowie die mit Staatsdienereigenschaft anzustellenden Lehrkräfte werden von der Regierung ernannt und angestellt. Die vertraglich angestellten Lehrkräfte, das Bureaupersonal, Hausmeister und Amtsgehilfen werden durch den Träger der Lln- terrichtsanstalt angenommen. Die Einstellung vertraglich angestellter Lehrkräfte bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde.
Die sachlichen Kosten einer Llnterrichts- anstalt fallen dem Träger insoweit xur Last, als sie nicht durch Zuschüsse gewerblicher Bereinigungen, öffentlich-rechtlicher Körperschaften oder durch Zuwendungen anderer Art gedeckt werden. Die persönlichen Kosten gehen zu Lasten des Trägers der Llnterrichtsanstalt. Der Staat leistet zu diesen Kosten Zuschüsse in Höhe der Hälfte der Aufwendungen, die durch Schulgeld, Zuschüsse Dritter und durch etwaige sonstige hierfür bestimmte Einnahmen nicht gedeckt werden.
Lieber Schulgeld, Freistellen, Erlaß und Stundung rückständigen Schulgeldes trifft die Aufsichtsbehörde im Benehmen mit dem Träger der Llnterrichtsanstalt nähere Bestimmungen. Der Voranschlag bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde.
Das Gesetz ist ab 1. April 19 28, also rückwirkend, in Kraft getreten. Es gilt hinsichtlich der Verteilung der Kosten auch für die Rechnungsjahre 1923, 1924, 1925, 1926, 1927. Die Vorsehung der finanziellen Rückwirkung des Gesetzes war nach Ansicht der Regierung aus zwei Gründen notwendig. Einmal ist ein Teil der Gemeinden, darunter gerade diejenigen, in denen sich die größeren und kostspieligeren Schul- körper befinden, den finanziellen Anforderungen, wenn auch unter Wahrung des Rechtsstandpunktes, nachgekommen: ferner würden sich für den Fall, daß die Rückwirkungsklausel nicht Gesetz geworden wäre, für den Staat Folgen von außerordentlicher finanzieller Tragweite ergeben. Die seither ohne budgetmäßige Deckung vom Staat geleisteten Vorschüsse müßten übernommen werden, dazu wären, mindestens aus Gründen der Billigkeit, den loyalen Gemeinden die seither geleisteten Zahlungen zum erheblichen Teil zurückzuvergüten. Hieraus ergäbe sich ein der Deckung harrender Fehlbetrag von etwa 500 000 Mk. (bis zum Rechnungsjahr 1927 einschließlich), um deren Bewilligung die Regierung dann vorstellig werden müßte.
Llnterrichtsanstalten der hier in Frage kommenden Arten dürfen nur mit Genehmigung der Regierung errichtet werden, wobei die Bedürfnisfrage in erster Linie maßgebend ist. Eine Anstalt kann durch Beschluß der Regierung aufgelöst werden, wenn sich der Träger den ihm aus diesem Gesetze erwachsenden Pflichten entzieht, oder wenn die von der Aufsichtsbehörde im Interesse der Erreichung des Lehrzieles, der Beschaffung und Einrichtung der Llnterrichtsräume und der Gesundheit und Sittlichkeit gestellten Forderungen unerfüllt bleiben, oder wenn die Anzahl der Schüler derart herabsinkt, daß ein Mißverhältnis zwischen der Zahl der Schüler und der an der Llnterrichtsanstalt zu verwendenden Lehrkräfte besteht.
Beleihungsgrenze für den Eisenbau von 60 auf 70 Prozent erhöht wird. — Rachdem die Bestimmungen über die Bestellung einer Wohnungsdeputation durch kreisamtliche Verfügung genehmigt find, erfolgte die Wahl von 6 Mitgliedern, die zur Hälfte Hausbesitzer und zur Hälfte Mieter sind. — Für Errichtung einer Orientierungstafel mit Stadtplan am Bahnhof wurden 1000 Mk. bewilligt. Die Anlage kann während der Dunkelheit beleuchtet werden.
Kreis Büdingen.
il Büdingen, 26. April. Der Gemeinde rat hat in seiner jüngsten Sitzung zunächst über die aus 1925 bis 1928 restierenden Baukosten für städtische Wohnhäuser beraten. Die Finanzkommission wurde beauftragt, eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit vorzunehmen. Den Mitgliedern des Gemeinderats war im letzten Rechnungsjahr je ein gedrucktes E r l ä u - terungsheft xum städtischen Voranschlag ausgehändigt worden. In diesem Jahre soll jedoch davon Abstand genommen werden, da noch genügend Exemplare vorhanden find, welche handschriftlich berichtigt werden sollen. Alsdann wurde über die Auszahlung der Projekt- kosten zum Dahnbau Düdingen—Lan» genbergheim beraten. Es sollen hierüber mit dem Kreisamt erneut Verhandlungen geführt werden. Lim die Bautätigkeit auch in diesem Jahre zu heben, hat der Gemeinderat beschlossen, die R e u b a u g r u n d st ü ck e für fünf Jahre steuerfrei zu lassen. Bis jetzt sind nur drei neue Wohnhäuser projektiert. Die beiden D o p - pelwohnhäuser. welche die Stadt in der Hannerstraße erbauen ließ, sind fertiggestellt und bewohnt. Die dem Gemeinderat nunmehr vorliegende Wirtschaftsrechnung schließt mit 23 272 Mk. ab und wurde genehmigt. Jede Wohnung — bestehend aus zwei Zimmern mit Küche und Kammern — stellt sich somit auf rund 5800 Mk. Städtische Reubauten sind auch in diesem Jahre nicht vorgesehen. Die Frankfurter Ferienvereinigung „Hauen- st e l n" beabsichtigt das auf dem Erlenkippel neu erbaute Ferienheim zu verkaufen. Der Gemeinderat ist damit einverstanden, hält jedoch sein Vorkaufsrecht nach wie vor aufrecht. Dem Stadtrechner i.R. W. Eberhardt wurde für seine Amtsführung Entlastung erteilt und die Rückgabe der gestellten Kaution genehmigt.
5auerbarf) bei Nidda, 26. April. Im Verlauf der hiesigen Feldbereinigung wurde zwecks Gradlegung und Vereinfachung der Gemarkungsgrenzen ein Waldbestand im Tausch- 1 wege vom Fiskus erworben. Das Gelände
soll abgeforftet und i.i Ackerland verwandelt werden. Die Bereinigungsarbeiten, die mit ziemlicher Großzügigkeit durchgefiihrt werden, sind soweit vorgeschritten, daß ein Teil der Hauptwege bereits fertig- gestellt, der andere im Dau begriffen ist. In zwei Jahren soll das ganze Werk beendet sein. Die hiesige Gemeinde, die durch größeren Waldbesitz begünstigt ist, führte in der Inflationszeit die K a n a l i s a t i o n des Dorfes durch, die sich deshalb als notwendig erwies, weil der Entwässerungsgraben nicht ausreichte, die Regenmassen bei einem Gewitter abzuführen. Ueberschwernrnungen großer Ortsteile waren die Folge. Die Kanalisation hat diesen Uebelstand ganz- lich beseitigt.
Kreis Schotten.
# Freienseen, 26. April. Gestern wurde der Frühjahrsmarkt, Schweine - und Krämer m a r k t, abgehalten. Insgesamt waren 85 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Ein flotter Handel entwickelte sich, so daß in kurzem Zeitraum der größte Teil des Bestandes umgefetzt wurde. Die Preise bewegten sich für acht bis zehn Wochen alte Ferkel zwischen 40 und 50 Mark. Der Krämer- markt kam nicht zur Auswirkung, da sich keine Verkaufsstände eingefunden hatten.
Kreis Alsfeld.
x» Nieder-Gemünden, 26. April. Gestern fand hier die vorletzte Holzversteigerung des hiesigen Bezirks statt. Zur Versteigerung kam Rutz- und Brennholz aus verschiedenen Distrikten der Försterei Hainbach. Vier Raummeter Buchenscheiter 1. Klasse wurden mit 39 bis 40 Mk. bezahlt. Duchenknüppel 1. Kl. mit 28 Mk., Eichen- und Hainbuchenknüppel 16 bis 18 Mk., Buchenstöcke 20 Mk., Duchenreisig 2. Kl. 5 Mk., Buchenreisig 3. Kl. 2 Mk. Besondere Kauflust zeigte sich für 1,80 Meter lange Eichenpfosten zur Errichtung von Weideplätzen. Zwei Raummeter kosteten 10 bis 12 Mk.
mr. Grebenau, 26. April. Durch die ungünstige Witterung der letzten Tage ist hier die gerade wieder beginnende Bautätigkeit fast vollständig lahmgelegt worden. Eine ganze Anzahl von Bauarbeitern ist dadurch ohne rechte Arbeit, und viele Leute, die in anderen Jahren um diese Zeit vollauf Beschäftigung hatten, find jetzt gezwungen, wieder die Arbeitslosenunterstützung in Anspruch zu nehmen. An Arbeit fehlt es gerade in hiesiger Gemeinde nicht. Reben einer Anzahl Umbauten und Reparaturarbeiten an Wirtschaftsgebäuden werden im Laufe dieses Jahres wieder vier neue Wohnhäuser entstehen. Zwei davon find Reubauten, während die beiden anderen Ersatzbauten für abgebrochene alte Wohngebäude sind.
Starkenburg.
WER. Groß-Gerau, 26. April. Der 47jäh- rige verheiratete Fahrradhändler Ludwig, der mit Ausbesserung des Daches beschäf- tigt war, stürzte aus großer Höhe von der Leiter und erlitt einen schweren Schädelbruch. Er sollte ins Krankenhaus verbracht werden, erlag aber schon unterwegs seinen Verletzungen.
Preußen.
Glück im Unglück.
Kassel, 27. April. (WTB. Funkspruch.) In Kassel stieß ein vollbesetzter Autobus gegen eine Brüstungsmauer, durchbrach die Drü st u n g und blieb in etwa zehn Meter Höbe über dem Abgrund hängen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, so daß die etwa.2 0 Personen unversehrt geborgen werden konnten.
Kreis Wetzlar.
WSR. Wetzlar, 26. April. Der Leichen- f u n d in einer Iag.hu.tte be.Braur.f els-Oocrndorf, wo am Mittwochinorgen der Wetzlarer Fabrikant Dipl.-Ong. Groß tot aufgefunden wurde, hat nunmehr seine Aufklärung gefunden. Als Ergebnis der heute abend abgeschlo.senen bteuägigcn Ermittelungen, die sich jedesmal bis in die Rächt hineinzogen, steht einwandfrei fest, daß es sich nicht um ein Verbrechen, sondern um einen Selbstmord handelt. Allem Anschein nach hat sich Groß mit Blausäure vergiftet.
D W i ß m a r, 26. April. In der jüngsten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung wurden der neugewählte Gemeindevorsteher Hch. Schwalm und fein Stellvertreter Ludwig Bittendorf in ihre Äemter eingeführt. Zu der Fertigstellung des im sog. Eisenbahnschacht von der Gemeinde im vorigen Jahre angelegten Sportplatzes wurden noch 200 Mark bewilligt. Die Anlage des Platzes kostet dann rund 4700 Mark. Die Gemeinde wird dazu eine Staatsbeihilfe von rund 2000 Mark erhalten. Beabsichtigt ist noch, den Sportplatz mit einer Bedürfnisanstalt zu versehen, für deren Ausführung die Vertretung zunächst einen Kostenanschlag wünscht. Bezüglich der Gewerbe st euer prüfte die Vertretung, ob das bisherige Verfahren, Gewerbeertragsteuer und Gewerbekapitalsteuer zu erheben, beizu- behalten ist, oder ob an Stelle der Kapitalsteuer die Lohnsummensteuer treten soll. Schließlich kam man zu dem Entschluß, für dieses Jahr von der Lohnsummensteuer nochmals abzusehen und der Gemeindeumlage wieder die bisherigen zwei Steuerarten zugrunde zu legen.
<> Hochelheim, 25.April. Der Spar- unb Darlehnskassenverein Raiffeisen e. G m.u.H, hielt am Samstagabend in der Gastwirtschaft von Philipp Jung seine diesjährige Generaloer s a m m l u n g ab, die zahlreich besucht war. Der Vorsitzende Reitz richtete herzliche Begrüßungsworte an die Mitglieder sowie an die Gäste, Hauptgeschäftsführer I o l k (Frankfurt a. M.) und Geschäftsführer H a a f (Gießen). Die Bilanz wurde von dem Vereinsrechner B i r k e n st o ck bekanntgegeben. Die Spareinlagen bezifferten sich im abgelaufenen Ge schäftsjahr auf 150 000 «Mark, ein Zeichen dafür, daß sich auch in unserer Gemeinde der Sparsinn immer mehr verbreitet. Die Zahl der Mitglieder beträgt 135. Hauptgeschäftsführer Iolk (Frankfurt) hielt einen Vortrag über den „Zusammenbruch der Raiffeisenbank, wobei er den hierüber verbreiteten wilden Gerüchten entgegentrat und die wirklichen Ursachen des vor mehreren Jahren schon erfolgten Zusammenbruchs in sachlicher Weise schilderte. Der Vortrag wurde von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen. In einem Dortrage des Ge sckäftssührers H a a k (Gießen) unterstrich dieser die Ausführungen des Vorredners. Den geschäftlichen Verhandlungen folgten noch einige Stunden gemüt lichen Beisammenseins.
> Dornholzhausen, 25. April. Am Sonn- tagnachmittag fand in der Gastwirtschaft Schiefer- ftem eine Versammlung des hiesigen Kriegerve r e i n s statt, in welcher die dem Verein aus Anlaß seines 50jährigen Bestehens vom Khff- häuserbund verliehene Fahnenschleife durch den Vorsitzenden des Kriegerverbandes „Hüttenberg", Förster G r a ß e (Oberkleen), überreicht wurde. Die am 16. und 17. Juni stattfindende Feier des 50jährigen Jubiläums des KriegervereinS, mit der das Derbandsfest des KriegerverbandeS „Hüttenberg" verbunden ist, soU in dem Garten des Gastwirts Schieferstein abgehalten werden. Letzterem wurde auch die Festwirtschaft übertragen. Dis jetzt haben 24 Kriegervereine ihre Teilnahme an der Veranstaltung zugesagt. — Zeugnis von der allgemeinen Geldknappheit in der Landwirtschaft legte eine am Samstag stattgehabte Grundstücksversteigerung ab. Ein auswärts wohnender Besitzer woUte zwei in der hiesigen Gemarkung gelegene Grundstücke versteigern, es wurde jedoch auf keines ein Gebot abgegeben.
~ Riederklee n, 26. April. Die Pro - vinzialstraße Wetzlar — Butzbach wird in diesem Jahre auf der restlichen Strecke in unserem Orte von der Gastwirtschaft Ohly bis zum Dorf ausgang nach Dornholzhausen zu mit K le i n p f l ast e r versehen, nachdem im vorigen Jahre die Teilstrecke vom Schneiderberg bis zur Gastwirtschaft Ohly ebenfalls mit Kleinpflaster neu hergestellt wurde. Die Gemeinde will den im vorigen Jahre von der Kleebachbrücke bis zur Gastwirtschaft Ohly auf der östlichen Straßenseite hergestellten Bürgersteig ebenfalls in diesem Jahre bis zum Dorfausgang nach Dornholzhausen durchführen. Mit beiden Arbeiten soll in Kürze begonnen werden.
* Riederkleen, 26. April. Als Abschluß des Winterhalbjahres feierte die E v a n g. Frauenhilfe Riederkleen dieser Tage ihr I a h r e s f e st, das zweite seit ihrem Bestehen. 2m Gasthaus Ohly hatten sich an blumengeschmückten Tischen etwa 60 Frauen versammelt, dazu über 30 Mädchen des Evang. Mädchenbundes. Der Abend stand unter dem Leitgedanken: „Das deutsche Volkslied". Der Ortsgeistliche, Pfarrer K u l k e, sprach über Wesen und Wert des Volksliedes. Manche wohlbekannten, aber auch fremdgewordenen, alten Lieder kamen dabei zur Sprache. Der Mädchenbund ergänzte den Vortrag durch ein lebendig dargestelltes Zwiegespräch: „Schlager und Volkslied" und durch verschiedene Chöre unter Leitung der Pfarrfrau. Rach der Kaffeepause folgte eine Aufführung: „In der Welt ist's dunkel, leuchten müssen wir", durch die der Leitgedanke weitergeführt und an der erwecklichen Kraft eines schlichten, frommen LiedeS die Bedeutung des rechten Singens anschaulich gemacht wurde. Rach einer Sch'u'zandacht über Matth. 5, 16 klang der eindrucksvolle Abend aus in das vom Mädchenchor gesungene, alte Wächterlied: „Hört ihr Herrn, und laßt euch
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