Nr. 22 Drittes Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
samstag, 26. Januar (929
Aus Natur und Technik
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fDrcerunqcn entsprechen. Maßgebend für die De- Gellhorn als Mitglied des Ausschusses für r___ 'TXX;1-trrfxn$tfi<4vfoif im 'TRnRnn nnälimi in einer ÜTt=
heraus. Werin Reih und und auf die
mit sie die notwendige Härte erlangen.
Soweit die Minen nicht zum Einlegen in Schraubbleistifte oder ähnliche Vorrichtungen verwendet werden, müssen sie nun mit Holz umgeben werden. Als solches Holz ist nur amen-
den berücksichtigt.
Schlimmer als die Automobile sind die Motorräder. die knatternd und fauchend durch die friedliche Ratur jagen. In letzter Zeit wurde nicht nur von der Presse ein Feldzug gegen diese Lärmplage unternommen, auch die Polizei ver- anstallete Razzien auf geräuschvolle Motorradfahrer Der Verband der Motorradfahrer wünscht natürlich dringend, bah in Zukunst möglichst sogar in dem sol. Audiometer em Apparat zur aber die Industrie kann diese Wünsche nur schwer erfüllen, denn der Konstrukteur hat wegen des beschräntten Platzes am Motorrad nur genügen Spielraum. Ratürlich ist es zu verurteilen, weun jüngere, nicht organisierte Fahrer die Schalldämpfung aus ihrem Auspuffrohr entfernend um fo eine größere Geschwindigkeit zu erreichen und auch vor den — meist weiblichen Freunden Den Eindruck zu erwecken, als besäßen sie einen besonders starken und schweren Motor. Den Verbandsmitgliedern als Sportsleuten wurde dnn- gend ans Herz gelegt, auf das P u b l i k u m Rücksicht zu nehmen. Die polizeiliche Kontrolle wäre sehr zu begrüßen, wenn sie nach em- heitlichen Regeln von fachmännisch geschulten Be- amten ausgeübt würde. Doch kam es wiederholt vor. daß Fahrer zwar die Berliner Kontrollstellen anstandslos durchfuhren, aber auf dem Land von den ungeschulten Landjägern beanstandet wurden, oder daß vom Verkehrsamt zu- gelassene Maschinen ohne geringste Verändenrng am Auspuff von der Verkehrskontrolle beschlagnahmt wurden. Wenn die Organisation noch nicht ganz klappt, so muh doch zur Schonung des Publikums die Fortsetzung der polizeilichen Heber- wachung und die Bestrafung von rücksichtslosen Lärmmachern gefordert werden.
Der Städter ist freilich auch in den Hausern keineswegs vor dem Lärm sicher. Die Lehrbücher der Architestur beschäftigen sich wohl eingehend mit Heizung. Lüftung und sonsttgen hygienischen Maßnahmen beim Wohnungsbau, nicht aber mit der Schallverminderung. Wie der Architekt Dr.
chen, bindfadenähnlichen Schnüren den aufgefangen, auf Mahbretter Glied aufgelegt, gerade gemacht
urteilung ist nicht nur die Schalldämpfung, sondern auch der Leistungsverlust gegenüber dem freien Auspuff, die Betriebssicherheit, die Festtg- kett, die Dauerhaftigkeit, die Anbringungsfähigkeit. das Gewicht und die Herstellungskosten wer-
Hierauf wer- gebrannt, da-
Rachdruck verbotenl
Die Hauptsache an einem Bleistift ist die sogenannte Mine. Bei schwarzen Bleistiften besteht sie aus Graphit und Ton, bei bunten aus den entsprechenden Farbstoffen und Tragant oder einem ähnlichen Bindemittel. Früher verwendete man natürlichen. Graphit, während man
dienen. Für große Transporte ist diese Erfindung von unschätzbarem Werte.
Die Amsterdamer Ausstellung, die an Größe kaum hinter den anderen zurücksteht, zeichnet sich vor allem durch chren internationalen Charakter aus; ist doch Holland, dessen eigene Autoindustrie zugrunde ging, der Schauplatz eines eifrigen Wettbewerbes der ganzen Welt geworden. Allen voran find natürlich die Amerikaner, die General Motors (die ihre bekannten Marken in der Fabrik in Antwerpen herstellt), Chrysler, Ford und unzählige andere amerikanische Fabriken jeder Größe und jeden Ranges. Der Luxus ist hier auf die Spitze getrieben. Es würde zu weit führen, alle Autos aufzuzählen, die noch zu sehen waren; Frankreich, das alles brachte, was seine Industrie hervorbringt, vom billigen Renaull, Citroen, Peugedt, bis zu den Luxuswagen
Wirtschaftlichkeit im Wohnungsbau in einer Unterredung mitteilt, hat sich dieser Ausschuß als Stu iengesellschast im Rahmen der allgemeinen Rationalisierung des Bauwesens auch die Erforschung der Schallverminderung zum Ziel gesetzt. Es ftimmt nicht, daß die moderne Bauweise an der geringen Schalldichtigkeit der Häuser schuld fei: man könne feftstellen, daß auch die alten Häuser sehr viel Lärm aus den Rachbar- wohnungen durchlassen. Die Schalldichttgkest hängt von der Solidität der Bauweise und von der
Bild 2.
erforderliche Länge abgeschnitten, den die Minen in Schmelztiegeln
DerKuüuüsrusalspausenzeichen
VonFranz Neumann.
Rachdruck verboten!
Die jugoslawische Regierung hat neben dem bisherigen Funksender in Agram einen weiteren in Laibach errichtet, der auf der Welle 566 Meter arbeitet. Eine Eigenart dieses Senders ist es, daß das Pausenzeichen in Gestalt des Kuckucksruses gegeben wird. Man wird den Sender also sehr leicht erkennen.
Run ruft der Kuckuck in Wirklichkeit bekanntlich nicht dauernd mit gleichen Zwischenräumen hintereinander; dies hat ja zu dem schönen Frage- und Antwortspiel geführt, bei dem man den Kuckuck fragt, wie viele Jahre man noch leben wird. Die darauf folgende Zahl seiner Rufe gibt die Zahl dieser Jahre an. Meine Großtante hatte eine Freundin, deren Dizestiefzwillingsschwester der festen Tleberzeugung war, daß diese Antwort immer richtig sei. Ich habe die Angelegenheit nachgeprüst und bestätigt gefunden, daß sie insofern zweifellos stimmt, als die Antworten des Kuckucks zwischen null und fünfzig Jahren schwankten, also einen Bereich umfaßten, in dem meine zukünftige Lebensdauer mit Sicherheit liegt.
Diese Eigentümlichkeit des Kuckucksrufes tonnte man zu einer ganz wesentlichen Verbesserung des Pausenzeichens benutzen. Es kommt ja bekanntlich häufig vor, daß man eine Sendung nicht von Anfang an hören kann, weil man schließlich auch noch andere Sachen zu tun hat, wenn ihre Wichtigkeit auch neben dem Funkhören selbstverständlich verblaßt. Dabei ereignet es sich häufig, daß man beim Hineinhören gerade auf eine Pause trifft, also das Pausenzeichen hört. Da nun fo eine Pause gewöhnlich 5 bis 10 Minuten dauert, manchmal sogar eine Viertelstunde, ja in Opern bisweilen 20 Minuten, so wüßte man gern, wenn nun eigentlich die Darbietungen weitergehen; bann könnte man bis dahin noch etwas anderes erledigen, denn man hat schließlich auch noch andere Sachen.... (siehe oben). Es wäre daher von besagtem Kuckuck furchtbar nett, wenn er dem hochzuverehrenden Hörer eine Mitteilung darüber zuriefe, wann er ungefähr die Fortsetzung der Darbietungen ermatten kann. Ich möchte ihm daher empfehlen, bei einer Pause von 10 Minuten in der ersten Minute immer zehnmal hintereinander feinen werten Ramen auszurufen, dann eine kleine Pause zu machen, wieder zehnmal zu rufen usw. In der zweiten Minute würde er dann immer neunmal Kuckuck sagen und so fort, so daß man an der Zahl seiner Rufe jederzeit erkennen könnte, wieviele Minuten die Pause noch dauert. Dauert die Pause im ganzen nur 5 Minuten, so
Wie ein Bleisiist entsteht
Von Ingenieur K. Paul Lerche.
konisches Zedernholz verwendbar. Wan hat zwar im Kriege auch andere Hölzer verwendet, insbesondere solche aus Polen, und man hat auch bei Rürnberg, woher fast alle Bleistifte der Welt stammen, einen Zedernhain angelegt, aber weder das polnische Holz noch die Rümberqer federn hVen sich neben der amerifa ischen 3 b:r behaupten können, zu der man oesyalb nach Kriegsende reuevoll zurückgekehrt ist. Aus den Zedernholzblöcken, die etwa die Größe von Eisenbahnschwellen haben, werden dünne Brettchen geschnitten, die die Länge eines Bleistiftes, die Dreite mehrerer Bleistifte und die Dicke eines halben Dleistiftes haben. Das Holz kann leider nur zu ungefähr einem Drittel ausgenuht werden, da natürlich alle Stücke mit Aesten. Sprüngen und sonstigen Fehlern ausgemerzt werden müssen.
In die eine Fläche dieser Brettchen werden mehrere Längsnuten gefräst. In diese Rinnen werden dann bei je einem Brettchen die Minen
Maschinen „in Filzschuhen".
Lärm, der Fluch der Zivilisation.
Von Or. Siegfried Kurth.
Rachdem ähnliche Gesellschaften schon in England und Amerika seit Jahren erfolgreich arbeiteten, wird jetzt auch in Berlin eine Liga zur Bekämpfung des Lärms gegründet.
Die gute, alte Zeit, die schlechter war, als ihr Ruf ist, hatte immerhin den großen Vorzug, das Trommelfell der Bevölkerung zu fronen. -Ser moderne Mensch wird in feinem Schlaf durch den Radiolautsprecher, der in ter Aachoarwohnung noch um Mitternacht Musik liefert, aeftort; er fährt unter dem Getöse der Straßenbahnen und Auto- mobilhupen in das von Lärm der Schreibmaschinen erfüllte Bureau oder geht in die vom. schinenkrach erschütterte Fabrik und »erholt sich am Olbenb beim Klang einer Jazzband. Run haben aber Untersuchungen an amerikanischen Universitäten gezeigt, daß die Leistungsfähigkeit aeiftiger und körperlicher Arbeiter durch großen Lärm bedeutend herabgesetzt wird. Es wurde sogar in dem sog. Audiometer ein '^Pbarat zur genauen Bestimmung der Lärmstarke geschaffen — die wichtigste Vorbedingung für die allmahttch unerträglich werdende Zivilisationsplage „Krach .
Auch in Deutschland will man dem Lärm mit allen Mitteln zu Leibe rücken. Deshalb hat der Automobilklub von Deutschland gemeinsam nut dem Allgemeinen deutschen Automobilklub einen Schalldämpferwettbewerbfür Kraftfahrzeuge erlassen, dessen letzter Einreichungstermin der 1. April dieses Jahres ift Es sind bereits eine große Zahl von Bewerbungen ein- gelaufen, und da die Anmeldegebühr nunmehr für jede Motorgattung von 330 auf 20 Mark herabgesetzt worden ist, sind noch viel mehr Anmeldungen zu erwarten. Für die besten Lösungen wurden in den verschiedenen Kategorien erste Preise von 10 000. 8300 und 5000 Mark ausgesetzt. Die Schalldämpfer werden an der Technischen Hochschule in Dresden eingehend geprüft werden. Daß ein solcher Wettbewerb überhaupt ausgeschrieben wurde, zeigt, daß die bisher üblichen ^-parate keineswegs den an sie gestellten An-
Fällen halbstündige Schichtwechsel, daneben natürlich das Einlegen von Watte ins Ohr. In Amerika besteht eine Gesellschaft, die durch 'Bekleiden der Wände mit einer schalldämpfenden Asbestschicht in Bureaus gute Erfolge erzielt hat, und auch in Berlin gibt es eine Gesellschaft, die sich mit der Isolierung gegen Erschütterungen und Geräusche beschäftigt. Sie stellt die Maschinen votiert auf. indem sie sie mit großen Massen verbindet, die nicht mirschwingen. oder indem sie unter die Maschinen elastische Stoffe legt. Man nimmt dazu verschiedenes Material, z. D. Kork, Filz oder Gummi; diese Schwingungsdämpfer kann man mit Filzschuhen vergleichen, in die die lärmenden Produkttonsmittel gehüllt werden.
Rach biefem System wurden schon sehr viele Maschinen in den verschiedenen Industrien erfolgreich geräuschlos gemacht. Elasttsche Unterlagen haben sich aber auch bei der Legung der Schienen für Kleinbahnen sehr bewährt. Anläßlich eines Ausschreibens des Vereins deutscher Maschineningenieure wurden eingehende Untersuchungen über die Ursache der Geräusche bei Straßen- und Schnellbahnen angestellt und danach manche Verbesserungen durchgeführt. Der Lärm beim Fahren auf den Schienen entsteht dadurch, daß sich die Gleise bald mit ganz feinen Querrillen bedecken, sowie durch das Anprallen der Räder auf die Schienenstöße, die deshalb neuerdings miteinander verschweißt werden. Andere Wagengeräusche entstehen durch natürliche Abnutzung, wenn sich Bolzen, Rieten und Schrauben lockern, Zapfen, Spurkränze und Zahnräder ausgeleiert werden, Fensterscheiben klirren, Holzgestelle stöhnen. Motove sausen und summen. Gegen das Quietschen der Bremsen gibt es wohl tgum ein Mittel, doch kann der Lärm beim Donnern der Züge über Eisenbahnbrücken durch sachgemäße Konstruftion der Brückenbogen vermindert werden. Auch hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Straßenbahngleise in Rasenstreifen zu verlegen; ferner sollen Bahnlinien nicht durch allzu enge Straßen geführt werdeir. da dort der Widerhall zu groß ist Der arge Unfug deS Hupens der Kraftfahrer könnte eoenr falls stark eingeschränkt werden. Schwieriger steht es mit dem Asphaltpflaster, das wegen seiner Schlüpfrigkeit viel getadelt wird, jedoch viel geräuschloser als das Steinpflaster ist
ja selbst in Deutschland würden Bleistifte von der verschiedensten Länge und Dicke, bald rund, bald sechs-, sieben-, oder achteckig verlangt, und zwar jede Sorte in ungefähr 15 Härtegraden. Liese Vielgestaltigkeit verteure die Herstellung ganz außerordentlich. Hoffentlich gelingt es auch auf diesem Gebiet, eine gewisse Rormung durchzuführen, die schließlich jedem Käufer eines Bleistifts - und wer ist nicht Vleistiftkäufer - zugute käme. Wünschenswert wäre es zur Ver- oilligung des Bleistifts insbesondere auch noch, daß man von dem teuren amerikanischen Zedernholz loskäme. Man sollte eigentlich denken, daß es unserer hochentwickelten chemischen Industrie möglich fein müßte, einen Kunststoff zu schaffen, den man — wie einen Kabelmantel um die Kabelseele — um die Mine pressen könnte und der ebenso spihbar wäre wie das Zedernholz. Bis jetzt hat aber leider noch niemand einen solchen Stoff erfunden. Das ist eigentlich merkwürdig, denn wer ihn erfände, dem wäre ein gutes Geschäft sicher.
Also auf, meine Herren Erfinder, hier winkt ein dankbareres Gebiet als das Perpetuum- mobile!
Deutschland aus der Autoaussteüung in Amsterdam.
Don unserem ständigen ^.-Berichterstatter.
Nachdruck, auch mü Quellenangabe, verboten! Amsterdam, im Januar 1929.
Aus der Internationalen Autoaus- ft e l ( u n g in Amsterdam, die auf Paris, Brüssel, London, Berlin und Buenos Airbs folgte, hat Deutschland mit seinen ersten Marken ein vortreffliches Bild seiner Autoindustrie abgegeben. Obwohl die Amerikaner der Zahl nach überwogen und auch alle anderen Länder stark vertreten waren, haben doch die deutschen Wagen, insbesondere Spitzenleistungen, wie die von Horch, das berühmte Ra- ketenauto von Opel, die Omnibusse und Lastwagen von Büssing, Mercedes-Benz und Krupp viel Beachtung gesunden.
Sensationelle Neuerungen sind in diesem Jahr nicht zu verzeichnen, der Fortschritt liegt in der immer besseren Ausstattung der Karosserien, die heute dem Fahrgast alle nur erdenkbaren Bequemlichkeiten bieten, in der eleganten Linienführung, die selbst dem erschwinglichen Wagen ein anmutiges Aeußeres verleiht. Der Acht-Zylinder tritt immer mehr in den Vordergrund, die Gummilage- rung der Federn wird bei Lastwagen und Personenauto allgemein angewandt, ebenso wie die zentrale Chassisschmierung, bie bem Fahrer die Möglichkeit gibt, den ganzen Wagen mit einem Druck auf einen Knops zu ölen. Die Firma Horch hat für das Leben ihrer Käufer noch besonders gesorgt, indem sie bei allen Wagen splitterfreies Glas verwendet. Der im vergangenen Jahr gebaute neue Wagen der Firma, eine Konstruktion von Paul Daimler, mit achtzylindrigem Motor, ist in diesem Jahr zu einer neuen Type verbessert worden, die sich durch einen noch stärkeren Motor, zentrale Chassisschmierung, hydraulische Stoßbrecher, auszeichnet und mit Recht in Paris den Beinamen „der d e u t s ch e R o 11 s Royce" erhallen hat. Mercedes-Benz, die älteste der deutschen Autosabriken, die ihre fünf Fabriken in den letzten Jahren vollkommen modernisiert hat, hat mit ihrer neuen achtzylindrigen Type „N u r - bürg" einen besonderen Schlager gebracht. Der Wagen hat seinen Namen auf der schwersten Probe- bahn der Welt, dem Nürburg-Ring, mit einer Dauerfahrt über 20 000 Kilometer in 311 Stunden oder 13 Reisetagen erworben. Eine zweite, kleinere neue Type der Firma mit Sechszylinder-Motor (2,6 Liter), vereint die Vorzüge der bekannten Maschinerie mit denen des kleinen Wagens. Bei den Lastautos wurde ein Riesenomnibus Mercedes-Benz mit Stahl- Karosserie für 60 Personen und einem 100 PS.» Motor viel bewundert; von dieser Type sind in Wiesbaden 40 Wagen im Verkehr. Bei dem Stand der Firma Opel, die außer den bekannten Auw- typen auch zahlreiche Motorräder ausgestellt hatte war natürlich das R a k e t e n a u t o , mit dem Fritz Opel auf der Aousbahn in Berlin seine Probe- fahrt gemacht hatte, die Sensation des Tages. Die einzige in Holland vertretene österreichische Fabrik Steyr hatte bereits ihren neuen Sechszylinder- Wagen der erst im Frühjahr hevauskommen soll.
Stärke dar Wände ab. Run hat in der letzten Zeit der Architekt immer mehr an Einfluß auf die Bauweise der großen Siedlungsgesellschaften verloren, die Ausführung wird vielmehr vom Auftraggeber besttmmt; der Architekt wird nur zur Lieferung der Zeichnungen benutzt und muß sich in der Bauweise nach der Kalkulation des Unternehmers richten, der oft nichts für den Vortell der Schalldichttgkeit opfern will. Ziegelbauten sind nicht unbedingt schalldich.er als die modernen Betonbauten. Ündurchlästigkeit gegen Schallwellen wird durch Einlage von Baustoffen verschiedener Elastizität erreicht, die in Wänden und Decken miteinander kombiniert werden, z. D. durch eine Art Wellpappe oder Falzpapier.
Mtt der Industrialisierung hat auch der M a- s ch i n e n l ä r m sehr zugenommen. Es gibt Berufe. deren Angehörige besonders unter dem Lärm leiden; so geht es den Metallarbeitern, den Schmieden, den Rietern, den Gußputzern, den Spinnern, den Webern, den Steinmetzen, den Müllern aller Art, den Arbeitern in Pulver- und Waffenfabriken und den Maschinenwärtern. 'Bei diesen waren im Durchschnitt 5 4 Prozent ohrenleidend, bei den Kesselschmieden, Kup- ferschmieden und den Schmieden in großen Maschinenfabriken sogar 67 Prozent. Der Lärm führt allmählich zu Klingen und Sausen im Ohr, zu Schwerhörigkeit und Taubheit, daneben auch zu Schwin.elgesühl u id Gleichgewichtsstörungen. Der Schall wird teils ourch die Luft ans Ohr geleitet; viel schädlicher ist aber die Zuleitung durch die Knochen auf dem Weg der Dodenerschütterung oder durch die Stöße des an den Körper gepreßten Preßlufthammers. Als Vorbeugungsmittel dient die Regelung der Arbeitszeit und das Einschieben von Arbeitspausen, in besonders schweren
ausgestellt. ,
Don den deutschen Lastwagen wäre noch em großer Kehricht-Kippwagen von Krupp, em Jxeo- Sprenqwagen — zu dem der Ausbau von der Firma' S ch ö r l i n g in Hannover geliefert wird — zu erwähnen. . , o.
Ein holländisches Patent, dem eme große Zukunft prophezeit wird, ist der neue K uh l wage n „Kodowa". eine praktisAe Ausnü^un^ der^ beru^ni-
Bild 3.
nebeneinander eingelegt, während das zweite daraufgeleimt wird (Bild 1). Damit es fest haftet, wird das ganze gepreßt. Daraus wird zuerst auf der einen Seite die halbe Form der Bleistifte etwa in Gestalt mehrerer Halbzylinder oder mehrerer halber Sechsecke eingefräft (Bild 2). Dasselbe Verfahren wird dann aus der andern Seite wiederholt, wodurch die Bleistifte auseinanderfallen. Sie werden dann geglättet und auf eine höchst merkwürdige Weise gefärbt, indem sie durch ein Loch auf der einen Seite des Farb- topseS hinein und durch ein Loch auf der gegenüberliegenden Seite wieder herausgesteckt werden (Bild 3). Damit dabei nie ein Loch offen ist, wird das Verfahren so ausgeübt, dah immer em Bleistift den vorhergehenden durchschiebt. Dieses Verfahren wird mehrmals wiederholt. Schließlich werden die Firma und die anderen erforderlichen Angaben, wie z. B. der Härtegrad, eingeprägt. wobei für die ganz feinen Bleistifte echtes Blattgold verwendet wird. Dann werden die Bleistifte gebündelt und verpackt und wandern in die ganze Welt hinaus.
Als ich kürzlich die Vleistiftfabrik von Johann Faber in Nürnberg besuchte, sagte der Führer, man könnte die Bleistifte etwa für das halbe Geld verkaufen, wenn sie genormt wären. Leider sei das nicht der Fall, der Chinese verlange einen ganz anderen Bleistift als der Spanier,
Bild 1.
heute zum künstlichen Graphit übergegangen ist. Der mit Ton gc nischte Graphit wird fein gemahlen, durch Zusatz von Wasser in einen Brei verwandelt und zu Kuchen geformt Diese Kuchen werden in Pressen gefüllt, die unten Löcher von Minendicke haben. Durch diese Löcher kommen nun die Minen in Gestalt von langen, wei-
„Kodowa", eine praktische Ausnütz ten Erfindungen von Professor 9. - den, über die 'Verflüssigung von Gasen. Ein in Wasser aufgelöstes Kühlgas wird durch zweistündige Erwärmung luftförmig und dann wieder m einem Kondensor in flüssigen Zustand überführt. Bei der 'Rückbildung, die zwei Tage dauert, roub eine sehr tiefe Temperatur erzeugt und der Wagen kann ohne weitere Arbeit zwei Tage hindurch als Kühlschrank
von Hispano Suiza, Peige usw.; Italien mit feinen fabelhaft eleganten Rennwagen, Marken wie Lancia, Italia und Amllcar, die sich eines Wellrufes erfreuen. Die belgische F. N. fand mit dem etwas oerschönerungsbedürstigen Wagen, der die Reise Lüttich-Kapstadt, über 28 000 Kilometer, hinter sich hat, viel Schaulustige.
Die 14 000 Quadratmeter große Halle war bis zum letzten Plätzchen ausgenützt und bot abends im Glanz der bogenförmig angeordneten Glühlampen mit dein Grün der zwischen den Autoreihen verstreuten Palmen ein wirklich imposantes Bild. Das Interesse war heuer weit größer als jm vergangenen Jahr und wenn auch die Geschäfte vielleicht noch zu wünschen übrig ließen, so hat die Ausstellung als große Reklame sicherlich nicht ihren Zweck verfehlt.


