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eines

15 61S 23, Weißkraut 10 6t3 15, Rotkraut 20 biS 25, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 23, Spinat 35 bis 43, Hnter-Kohlrabi 8 biS 10, Grünkohl 25 bis 33, Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 80 bis 90. Zwiebeln 15 bis 23, Meerrettich 50 bis 123, Schwarzwurzeln 53 bis 70, Kartoffeln 5, 2lepfel 20 bis 43, Dirnen 10 bis 30, Dörrobst 35 bis 43, Russe 63 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Käse (10 Stück) 60 biS 140 Pf.: Tauben 83, Eier 18 bis 20, Blu­menkohl 60 bis 123, Salat 40 bis 45, Endivieen 25 bis 35, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 53 Pf. das Stück: Kartoffeln 3,80 bis 4,50 Mark der Zentner.

Vornotizen.

Heber die Frage der Durchführung des Ge­ne r a l k u l t u r p l a n S für den oberen Vogelsberg ist neuerdings wiederholt in der Presse berichtet worden. Auch die höheren Der- messungsbeamten, denen ja der weitaus größte Teil dieser Arbeiten obliegt, wollen zu diesem großzügigen Kulturprojekt Stellung nehmen und veranstalten deshalb in den kommenden Monaten mehrere Vorträge, sowie eine Exkursion in den oberen Vogelsberg.

Der erste Vortrag über:Die Döden des Vogelsbergs" sand kürzlich im Vor­tragssaal deS Frankfurter Hauptbahnhofs statt. Als Redner war der Direktor der geologischen Landesanstalt in Darmstadt, Dr. Schottler, gewonnen. Der Vorsitzende, Vermessungsrat Heyi (Darmstadt), begrüßte die anwesenden Landtagscbgeordneten Dr. Leuchtgens, Wolf, Fenchel, Jost und Dr. Maurer, ferner Dr. Hamann, Generaldirektor der Landwirtschaftstammer. Ministerialrat H e y l von dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, so­wie die Vertreter der sonstigen Behörden und die zahlreich erschienenen höheren Vermessungs­beamten und erteilte dann dem Referenten das Wort.

Rachdem dieser darauf hingewiesen hatte, daß die Bodenkunde die jüngste Wissenschaft ist, ob- wohl doch der Ackerbau als das erste Gewerbe des seßhaft gewordenen Volkes gilt, gab er einen kurzen Heberblick über das wissenschaft­liche Rüstzeug, das nötig ist, um die Boden nicht bloß in der Enge des Laboratoriums, son- dem vor allem auch draußen in der freien Ratur zu untersuchen. Aus den Gesteinen der Erdoberfläche, den festen wie den lockeren, ent­stehen die Böden durch Verwitterung, deren Ver­lauf auch von dem Klima abhängig ist. So tre­ten in der Umgebung des Vogelsbergs auf feldspatreichem Rotliegendem lehmige Sandböden aus. die bei weitem nicht so arm sind, wie dle des Buntsandsteins. Das Hauptgestein des Vogelsbergs ist der nährstoffreiche Basalt, der unter dem warmfeuchten Klima der Tertiärzeit zu nährstoffarmem Laterit verwittert ist, der im westlichen Teil des Gebirges noch große Flächen einnimmt. Das Klima der Rachtertiär­zeit konnte den Basalt der Rährstoffe nicht be- rauben und schuf aus ihm einen mehr oder minder steinigen Tonboden, der reich an Kalzium ist. Diese Base bildet besonders in Verbindung mit

Einen neuen Weg, um sich einen Kraftwagen za« zulegen, hat ein Cafe-Besitzer zu Rooeredo entdeckt. Die Abzahlungsmethode, durch die er in den Besitz eines Wagens gelangte, übertrifft an Bequemlich­keit selbst die günstigsten Bedingungen, die sonst von Automobilfirmen gewährt werden. Ein Stamm­gast seines Cafös wollte ihm durchaus einen Wagen für 4000 Mark verkaufen. Aber der Cafstier be- faß diese Summe nicht, und so machte er dem andern schließlich einen Vorschlag, für den Wagen dem Verkäufer 10 000 Tassen Kaffee zu verab­reichen, die er ganz nach Belieben zu sich nehmen könne. Der merkwürdige Antrag wurde angenom­men, und es darf nicht verkannt werden, daß der Gegenwert für den Kaffeetrinker einen nicht un­beträchtlichen Vorteil bietet, denn die Tasse Kaffee kostet 60 Pfennig, so daß er einen Wert von 6000 Mark für den Wagen erhält. Das ist gewiß ein ganz hübscher Gewinn, aber wann wird ihn sich der Verkäufereinoerleibt" haben? Nehmen wir an, daß er drei Tassen Kaffee täglich trinkt, so wird der Wagen erst In etwa neun Jahren abgezahlt worden sein, und ein größerer Konsum dürfte dem glücklichen Kaffeefreunde schon aus Gesundheits- rückfichten nicht anzuempfehlen fein.

Mbürgermeister Ludwig Oörmer-Lich f.

* Lich , 25. Jan. Am 22. Januar ist der lang­jährige Beigeordnete und Bürgermeister unserer Stadt, Ludwig Dörmer, im Alter von 76Jahren nach längerem Leiden verstorben. Mit Ludwig Dörmer ist ein Mann dahingegangen, der an entscheidender Stelle berufen war, die Ge­schicke der Stadt Lich jahrzehntelang zu leiten. Was er der Stadt in langen Jahren opferooller Arbeit mit Zähigkeit und Energie geleistet hat, erkennt die hiesige Bevölkerung dankbar an. Sein scharfer Ver­stand, gepaart mit einer verantwortungsbewußten Besonnenheit, ließ ihn auch in den schwierigsten Situationen immer wieder Wege zu einer guten Lösung der Probleme finden. Alle, die ihn kann­ten, werden den schlichten Menschen nie vergessen, können.

Ludwig Dörmer war am 23. Februar 1852 in unserer Stadt geboren. Noch seiner Schulent­lassung erlernte er das Schneiderhandwerk und be­gründete später am hiesigen Platze ein größeres Schneidergeschäst. Im Laufe der Jahre wurde er Rechner der bis in die Inflationszeit hinein bestan­denen Spar- und Kredit-A.-G. in Lich. Sein Ein­tritt in das öffentliche Leben der Stadt erfolgte durch seine Wahl zum Beigeordneten im Jahre 1894. Er übernahm das Amt am 15. Oktober des Jahres und bekleidete es bis zum 17. Mörz 1906. In den letzten Monaten feiner Amtstätigkeit wählte ihn die Bevölkerung zum Bürgermei- ft e r der Stadt. Dom 18. März 1906 ab wirkte er als Stadtoberhaupt lange Jahre und insbesondere durch vier schwere Kriegsjahre hindurch bis zum 30. Juni 1919. Mit Rücksicht auf sein hohe» Alter lehnte er eine Wiederwahl ad. 2m Alter von nahe-

geführt. w .

D i e Vortrags-Vereinigung be­schließt, wie man uns schreibt, am kommenden Mittwoch ihr Dicswintcrlichcs Vortrag Programm mit einem heiteren Vortragsabend, zu dem der in Gießen bekannte Dortragsmeister Emil Kühne aus Berlin gewonnen ist. Der Künst­ler steht durch seine wohlgelungenen und mit großem Beifall aufgenommenen früheren Vor­tragsabende noch in bester Erinnerung. (Siehe heutige Anzeige.)

Gießen und Wieseck verhandeln beiderRegierung. Gestern fand in Darmstadt unter dem Vorsitz eines Regierungsvertreters eine Sitzung statt, in der über die bekannten Streitpunkte zwischen den beiden Gemeinden (Straßenbahnsraae und Verkauf des Autobusbetriebes an die Kraft­verkehrsgesellschaftHessen") verhandelt wurde, lieber da» Ergebnis der Beratungen ist bisher nichts bekannt geworden.

" Die Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Hhr geöffnet.

** Die Rodelbahn am Eulenkops er­hielt nach den Schneefällen der letzten Tage lebhaf­ten Zuspruch durch die Jugend von Gießen und Wiescck. Die junge Gesellschaft läßt sich die Gele­genheit zu einer sausenden Fahrt ins Blaue so leicht nicht entgehen. Besonders in den Abend­stunden ist der Betrieb auf der Rodelbahn sehr rege' bei dem milden Wetter und Hellen Rächten halt 'er oft bis nach elf Uhr an. Auch die Stadt scheint wieder Interesse für die Sache zu haben, denn seit einigen Tagen steht eine kleine Bretter­bude, die den Arbeitern dienen soll, welche die seit­herige wilde" Rodelbahn in eine solche verwandeln

ohne dich fahren.

Freude und Stimmung herrschen so selten, Daß man deshalb, wenn sie einmal da sind, nicht einen Grenzpfahl setzen soll, auf dem steht: Bis hierher und nicht weiterl Wenn jeder weih, um zehn Hhr muh ich nach Hause, kommt sehr oft überhaupt keine Stimmung auf. Der Abend ist schon zerschnitten, ehe er angefangen hat. An­dererseits wirst du oft erstaunt sein, wenn du ohne Hhr aus einer Gesellschaft kommst, in der du dich rechtschaffen gelangweilt hast, dah es noch so früh ist. Hättest du deine Hhr bei dir gehabt, wärst du sicherauS Anstand" noch geblieben und hättest dich mit den andern weiter gequält.

Wenn aber ein .richtiger" stimmungsvoller Abend vorüb:rgerauscht ist. merkst du voll Ver- wunderung, daß schon der Morgen graut. Das macht aber nichts, du hast ein schönes ®rlcbnt5 gehabt und hast sicher den Rat des Dichters befolgt:

Genieße still zufrieden den sonnig heitern Tag! Du weißt nicht, ob hienieden ein gleicher kommen mag.

(Julius Sturm.) W.

Daten für Lonntaq. 27. Januar.

1756: der Komponist Wolfgang Amadeus Mo­zart in Salzburg geboren: 1775: der Philosoph Friedrich Wilhelm v. Schelling in 2eonberg ge­boren: 1838: der Philosoph David Friedrich Strauh in QuötoigSburg in Württemberg ge­boren.

Daten für Monlaq, 28 Januar.

814: Kaiser Karl der Große gestorben: 1596: ter englische Seefahrer Sir Francis Drake vor Porbobello in Panama gestorben: 1829: der Schneider von Ulm, Ludwig Albrecht Derblinger, Erbauer feiner Flugmaschine. in Hirn gestorben: 1841: ter Afrikareisende Henry Morton Stan­ley bei Denbigh in Wales feboren; 1838: der Roveliist Adalbert Stifter in Linz a. d. Donau gestorben.

Gießener Wochenmarktpreise.

66 kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: »uiter 140 bis 170, Matte 33 bis 35. Wirsing

sollen, die nach allen Regeln der Kunst angelegt wird. Glückliche Jugend von heutzutage.

** Ehrenzeichen für Hausange st eilte werden nach mehr als 20jähriger Tätigkeit in einem und demselben Ham halt durch das Hessische Rots Kreuz wiederum zu Ostern d. I. verliehen, wenn Be­werbungen hierfür bis längstens Ende Januar, evtl, durch Vermittlung der Zweigoereine des Hes­sischen Landesvereins oder des Alice-F-auen-Ver» eins, an das Hessische Rote Kreuz, Darmstadt, Paradeplatz 4, gelangen.

** Eine kirchenmusikalische Feier- stunde veranstaltet die Männer- und Frauenoer- cinigung der Matthäusgemeinde am morgigen Sonntagabend 8 Uhr in der Stadtkirche. Mitwir- kcnde sind Frau Dr. Weyl (Alt), Frl. Hedwig G u n d e r l o ch, Darmstadt (Sopran), Musiklehrer Franz Bauer jun. (Violine), Studienassessor Knauß (Violine), Stadtorgan,st Heinz Simon (Orgel). Die Dortragssolge verspricht den Besuchern einige feiert.che und eindrucksvolle Stunden.

*' Ein Reichsverband Deutscher Lastlrastwagenbesitzer wurde di.ser Ta e in einer Versammlung in Franc surt a. M., oie von der Industrie- und Handelskammer Frank­furt einberufen war, gegründet. Dor neue Ver­band will die aus dem Gebiet«, des Lastkraft- Wagenverkehrs gelegenen Interessen seiner Mit- glie er nach jeder Richtung hin bei den zustän­digen Behörde i vertreten.

**GroßeGiebenerKarneoal-Tesell. schäft. Zu der Gala-Damenfitzung der Großen Gießener Karnevalgesellschaft hatte sich am Don­nerstagabend eine außerordentlich zahlreiche Be­sucherzahl eingcfunden, so daß Saal und Tribüne des Cafe Leib dicht, besetzt waren. Nachdem die när- rische Tagung durch einige Tlufi'Jtütfe eröffnet war, gr.ff schon beim Einzug des Elferrates eine frohe närrische Stimmung Platz. Wie üblich, eröffnete der Protokoller den Neigen der Darbietungen und erntete reichen Beifall. Was dann folgte, einzeln hier aufzuführen, würde zu weit führen. Die Leitung des Abends lag in den bewährten Händen des Prä- fiienten. Büttenvorträge, sowie gemeinsam ge­sungene Lieder steigerten die Stimmung, die ihren Höhepunkt erreichte, als einHochzeitspaar" seine Erlebnisse erzählte. Die Veranstaltung war gut und richt g vorbereitet und ein voller Erfolg für die Ge- sellschast.

Kohlensäure einen überaus wichtigen Pflanzen- nägrftoff, ohne den alle anderen nicht zur Wir­kung gelangen können. Er hält außerdem die Bodenkrankheiten fern. Weite Flächen des Hessen-Darmstädter Landes sind von einem dilu­vialen. gelb gefärbtem Staubsand, dem Löh. überzogen, der zwar in der Wetterau noch seinen ursprünglichen Kccklgehall besitzt, chn ün Vogels­berg aber ganz und gar verloren hat. Da aller Löß von Hause arm an anderen Rühr- stossen ist, hat der des Vogelsbergs nur den Vorzug günstiger Wasserhaltung, der jedoch durch klimatische Entartung (Molkenbodenbildung) leicht verlorengeht. Die Böden des Vogelsbergs sind früher von der Wissenschaft wenig beachtet worden. Die Ergebnisse, die durch die neuen Kartenaufnahmen und die sich daranschliehen- den wissenschaftlichen Hntersuchungen erzielt wor­den sind, haben für die Wirtschaft große Be­deutung. Cs steht außer Frage, dah bei einer anderen Verteilung der Kulturarten und Schaf­fung von ausgedehntem Weideland bei der Durchführung von Feldbereinigung und Melio­rationen dem oberen Vogelsberg die größte Hilfe geleistet werden kann.

An der sehr ausgedehnten Aussprache über die außerordentlich interessanten Darlegungen des Vortragenden beteiligten sich außer meh­reren höheren Dermessungsbeamten u. a. die Landtagsabgeordneten Dr. Leuchtgens, Dr. Maurer und Jost, sowie Generaldirektor Dr. Hamann und Abteilungsvorstand Dr. Fin­ger von der Landwirtschaftskammer. Ministe­rialrat Heyl von dem Ministerium für Ar­beit und Wirtschaft, und Direktor Dr. Müller vom Landesvermessungsamt. Wie ein roter Fa­den zog sich durch alle Darlegungen der Gedanke, daß nach gründlicher Vorbereitung aller wissen­schaftlich-technischer und finanzieller Gesichts­punkte die Durchführung des Generallulturplans erfolgen müsse.

Rach dem Dank des Vorsitzenden an Direktor Dr. Schottler für die ausgezeichneten Aus­führungen chloh die anregende Zufammenkunft.

Der nächste Vortrag über die klimatischen und meteorologi chen Verhältnisse des oberen Vogels­bergs, den Landwirtschaftsrat Dr. Keßler aus Oppenheim übernommen hat, findet am 17. Fe­bruar ebenfalls im Vorlragssaal des Frank­furter Hauptbahnhofs statt.

Tageskalender f ü r SamStag. Ge­sangverein , Heiterkeit": Generalversammlung, 8 Hhr. im Katholischen Dereiir5.)aus. Verein Hundesport für Gießen und Hmgegenb: 15. Stif­tungsfest. 8 Hhr, im Katholischen Dereinshaus. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: «Der Mitten- nachtswalzev'. Astoria-Lichtspiele:Rintintrn und die Goldgräber': 10,45 Hhr: Rachtvorstel- lung «Falsche Scham". Maskenbälle der Ver­eine: D. H. V. 8,11 Hhr, im Caf6 Leib.

Lageskalender für Sonntag. Stadttheater:Charleys Tante". 18 bis 20.15 Hhr. Männer- und Frauenvereinigung der Mat thäusgc meinde: Kirchenmusikalifche Feier­stunde, 8 Hhr, in der Stadtkirche. Volkshoch- schicke: ..Musikalischer Volkskunstabend". 8 Hhr, in der Reuen Aula der Hniversttät. Verein für Sterbeunterstützungen: 40. Generalversamm­lung, 3 Hhr nachmittags im Postkeller. Licht­spielhaus. Bahnhofstraße:Der Mitternachts­walzer". Astoria-Lichtspiele: ..Rintintin und die Goldgräber": 10.45 Hhr: Rachtvorstellung Falsche Scham".

Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Sonn­tag, 27. Januar, Fremdenvorstellung zu er­mäßigten Preisen:Charleys Tante". Musik: Hugo Hirsch. Am Dirigentenpult: Kapellmeister Franz Dauer j r.. Regie: Rudolf Goll. Dienstag, 29. Januar, Uraufführung: ..Das Dorf Sanct Iusten". ein Schauspiel aus den Bergen, von Werner Johannes Guggenheim. Regie: Oberspielleiter Hans Sannett. Die Dekorationen sind von Karl Löffler entworfen und in den Werkstätten des Stadttheaters aus-

Die Innere Freude offenbart sich bei allen Menschen verschieden. Der eine singt, der andere lächelt still für fich, ein dritter geht hinaus in den Wald und hält Reden ...

Du aber denkst an deine Mitmenschen und teilst deine Gaben freudig aus. Sie werden fra­gen und drängen: Warum bist du so froh ge- stimmt? Ich rate dir: Sage eS nicht! Lächle nur. und schweige! Oder willst du mit Deinen Erfolgen Deinen Gewinnen. Deinen fleißigen Kin­dern prahlen? Denke an Die Folgen! Die Stirn- tnung toirD bestimmt sinken. Wir sind doch alle Menschen. Wenn nun jemand anfängt, von le t - rem Glück zu reden, wie leicht kommen dann die ft Ulen Rückfragen: Und ich? Meine Gewinne ? Meine Kinder? Welche Gegengefühle werden ousgelöst! Deshalb sei klug und schweige!

Roch etwas muh hier erwähnt werden. Otto Beutler hat in einem bekannten Lied .Mit Der Hhr in der Hand" die Hast und das Tempo unserer Zeit verspottet. _Mit Der Uhr m der Hand" kann man keine (Stimmung erzeugen. Ich täte deshalb, aus Dem Zimmer, in Dem Die Gesellschaft zusammenkommt, jede Uhr zu entfer­nen oder sie wenigstens nicht gehen zu lassen. Auch du selbst sollst deine Uhr nicht mitnehmen, trenn Du einen schönen Abend vor Dir hast. Ein stimmungsvolles Fest muß zeitlos sein. Du mußt ganz untertauchen in golDene Stimmung, mußt Zeit und Stunde vergessen. Wenn Dagegen mitten im schönsten Teil Des AbendS plötzlich jemanD lagt:Es ist schon i/22, wir müssen unbedingt heim!" ist aller Zauber verflogen. Die Vaste laufen auseinander, der Abschluß fehlt, nur weil einer auf die Uhr geschaut hat.

Kannst Du Deine Freunde nur besuchen, wenn bu abends noch den letzten Zug erwischen muht, bann lasse es lieber ganz. Du sitzest aus jeDen Fall .mit Der Hhr in Der Hand" Da. HnD Wenn s am schönsten ist. mußt du fort, soll Der Zug nicht

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

32jähriger Abonnent. Für Unfälle, die durch Glatt- eis oder Schnee auf dem Bürgersteig veranlaßt wer­den, haftet der Hauseigentümer Zivil- und strafrecht­lich ausschließlich selbst bann, wenn der Mieter des am Bürgersteig liegenden Ladens verpflichtet ist. Die Kosten der Straßenreinigung anteilsmäßig zu tra- gen. Anders liegt der Fall bann, wenn sich ber Mie­ter verpflichtet hat, für die Reinigung des Fuß. steigs selbst zu sorgen. In b i e f e m Falle kann der Hauseigentümer auf ihn zurückgreifen.

ft Ul. in f). Zum Bürgermeister oder Beigeord­neten einer hessischen Landgemeinde ist nach Art. 40 der Landgemeindeordnurg vom 8. Juli 1911 jeder Wahl berechtigte wählbar. Im Gesetz ist über die Le stung des Offenbarungseides n chts gesagt. Wer ihn geschworen hat, ist noch wahlberechtigt (d.h. also auch wählbar), es sei denn, daß über sein Vermögen ein Kontursoerfahren schwebt. In letzterem Falle r u f) t Die Wahlberechtigung. Wer den Offenbarung- eid leistet, kann auch noch ein Geschäft führen ober in einem Aufsichtsrate sitzen, vorausgesetzt, daß in letzterem Falle nicht etwa entgegenstehenbe statuta- rische Bestimmungen bestehen, bie ben Betreffenden zwmgen, fern Amt niederzulegen, wenn er es nicht von selbst tut

O. L. h. Don ber Verschmelzung ber betreffenden Gesellschaft mit einer anderen ist uns nichts bekannt Tie Gesellschaft muh aufwerten. Wen­den Eie sich an das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherungen in Berlin", daS Ihnen wei- . teren Bescheid zukommen lassen wird.

G. 03. Rach einer R e i ch s g e r i ch t s e nts ch ei- D u n g macht sich eines groben HnfugS derjenige schuldig, der Die öffentlichen In­teressen, Die öffentliche OrDnung dadurch verletzt, daß er daS Publikum al# solche#, im Gegensatz zu einem individuell be­grenzten Personenkreis, gefährdet oder unge­bührlich belästigt. Hausmitbewohner sind ein solch individuell begrenzter PersonenkreiS. Zur Strafbarkeit des groben HnfugS und deS ruhe- störenden Lärms genügt eS. dah Der Täter fich der Rechtswidrigkeit bewußt ist Aber die Art und die Wirkung deS durch daS Radio erzeugten Lärms find Tatfragen. Wenn benach­barte Wohnungsinhaber durch den Lärm ge­stört werden, so wird ein u n bestimmter Per­sonenkreis verletzt, s. oben, und dann kann selbst­verständlich eine Strafanzeige mit Erfolg erho­ben werden. Der Tatbestand, der der Breslauer Entscheidung zugrunde liegt, ist unS nicht be­kannt. Wir verharren nach wie vor auf unserer in Rr. 265 vom 9. Rovember 1928 vertretenen Auffassung, geben Ihnen aber anheim, unS daS von Ihnen angezogene Blatt zugänglich z« machen.

Aus ber Provinzialbauptsiabt.

Gießen, Den 26. Januar 1929.

(Stimmung!

Viele feiern gern Feste, kommen gesellig zu­sammen Dabei soll es fröhlich zugeyen, es soll Stimmung herrschen. Wenn man uach dein Verlauf DcS Abends fragt, heißt es: Det Mul­lers war eine gedrückte öiimrnung, bei Schulzes dagegen eine feucht-fröhliche, bei Lehmanns war sogar eine ausgelassene Stimmung. Unö so ho ren wir. wie das Wort Stimmung mit gar mancherlei schmückenden Beiwörtern Verben wird. Es muß doch etwas an Diesem Wort

Stimmung sein! onr»

Ober ist es so wie bei einem Konzert? Alle Instrumente werden vorher sesttmmt -unachs jedes für sich, bann alle im Gesamtllang. Erst klare Abstimmung gibt Die Grundlage zur reinen ^Müssen nicht auch wir Menschen aufeinander abgestimmt sein, wenn eine Gesellschaft glücklich verlaufen soll? Wie oft erscheint jemanDDer- Tfimmt" bei anderen und verdirbt ihnen die

Oder' du bist in heiterer Stimmung, kommst n eine Gesellschaft, in der sich alle langweilen, quälen und wünschen: Wenn's doch schon vor- bei wäre! Da machst du es wie die Geige ober das Cello beim Konzert: Plötzlich übernimmst du die Führung, sprudelst beine Fcohlaune her­aus, besänftigest hier, reizest Dort, überall bist bu, überall steckst du die Menschen mit deiner heiteren Stimmung an. (Ich meine hier nicht die Stimmung, die der Alkohol erzeugt. Wenn der erst helfen muß, dann ge.jt es meistens Doch schief. Die richtige Stimmung kommt aus Dem Herzen und geht zu Herzens Zum Schluß aber kannst du dein Lob hören: Wenn Herr T. nicht noch erschienen wäre und hätte mit feiner aus­gelassenen Stimmung alle angesteckt, wäre Der Abend verloren gewesen. -

Di st du schon einmal ein solcher Zauberer

ist dir gelungen, nach langen Mühen, zwei Freunde. Die sich nicht mehr verstehen wollten, wieder zu vereinigen. Du gehst mit einem gro­ßen Dlücksgcsühl Im Herzen nach Hause . . . Du hast in ber Lotterie gewonnen. . . Dein letzter großer Gcfchästsabfchluß war glänzend . . . Deine Kinder bringen unerwartet sehr gültige Schulzeugnisse nach Hause . . . So gibt es Hun­derte von Anlässen, die dich froh stimmen. Willst du nun deine Freude hinunterschlucken, niemand Daran teilnehmen lassen? Denke doch auch an das Sprichwort: Geteilte Freude ist doppelte

3n guter Hut.

Eine hübsche Geschichte wird in englischen Blät­tern von dem Chirurgen Sir Hugh Riybn erzählt, der die rettende Operation an Dem englischen König vorgenommen hat. In seiner Abteilung im Londo­ner Krankenhaus befindet sich ein kleiner Junge, der von ihm erfolgreich behandell worden ist. Der hübsche Knabe wird von dem ganzen Personal verhätschelt, und wenn Neuankömmlinge eintreffen, so begrüßt er sie und knüpft mit ihnen eine kleine Unterhaltung an. Kürzlich wurde ein Patient ein- geliefert, der dasselbe Leiden hatte, von dem per Junge geheilt worden war. Er fragte ihn nach sei­ner Kranlheit, und als er diese gehört hatte, wollte er dem Neuankömmling etwas Tröstliche» sagen, Don welchem Arzt werden Sie Denn behandelt?, fragte er.Don Rigby", sagte der Patient.Also bann können Sie ganz ruhig sein", meinte Der Junge.Der sieht auch nach mir und dem König.

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zu 71 Jahren nahm er am 5. Januar 1923 bas kn der damaligen Zeit gewiß nicht leichte Amt eines Beigeordneten der Stadt aber nochmals auf seine Schultern. Gegen Ende Mai 1928 legte er aus Gesundheitsrücksichten sein Amt freiwillig nieder.

Von oen unter feiner Leitung erfüllten Aus­gaben sind insbesondere hervorzuheben: Die Ev- bauung eines Wasserwerkes ber Stadt Lich tm Jahre 1906 mit einer natürlichen Quellwasser­leitung von Der Gemarkung Albach aus. Int Elektrizitätsversorgung ber Stabt, die DunMH- rung Der Selbbercinigung in ber Gemarkung Lich, bie Ervauung ber Kanalisationsanlage, bit Erstellung eines Gebäudes für bie landwirt­schaftliche Schule und beS Geräteraumes für die Feuer löschet nrichtungen der Stadt, der Dahnbau der Rebenbahn LichGrünberg und der KveiS- straßenbau LichGarbenteich

Bei ber heute stattgehabten Beerdigung wür­digte. nachdem der Posaunenchor eine Trauer­weise feierlich zum Dortrag gebrach, StiftSdechant Kahn in treffenden Worten die Verdienste des um bie Allgemeinheit hochverdienten Mannes, der sich im Sinne des Dibelwortes Jakobi 1. Vers 12 in Beruf und Leben vorbildlich bewährt habe. Bürgermeister Geil legte im Ramen des Stadt­vorstandes und der 'Bevölkerung der Stadt einen Kranz am Grabe nieder und dankte bibei dem Verstorbenen für bie treuen Dienste, Die er dem Gemeinwesen geleistet. Ludwig Dörmer und sein Werk würden in der Geschichte der Stadt Lich allezett unvergessen bleiben.

Buntes Allerlei.

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