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net mit starker Beteiligung auch deshalb, Werl unser Vorwärtsstrebendes Dorf und seine Umgebung gerade zur Sommerzeit allen Festteil- nehmern die vorteilhaftesten Eindrücke mitgeben wird.
Riesenunterschlagungen bei der Mainzer Getreide-Kreditbank A.-G. 2 Millionen Mark vom Direktor veruntreut.
Drei gefälschte Bilanzen.
WSN. Mainz, 24. Juli. Bei der hiesigen Getreide - Kreditbank A.-G. wurden in den letzten Tagen riesige Unterschlagungen aufgedeckt, die durch verfehlte Spekulationen des Direktors Hofmann von diesem begangen worden sind. Tlad) Aussage gut unterrichteter Personen soll es sich um sehr hohe betrage handeln, die die schlimmsten Erwartun- gen übertroffen hätten. Sehr viele hiesige Händler and Firmen sind durch diese Unterschlagungen in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach einer heute mittag im Beisein von Vertretern der Deutschen Kentenbank in Berlin abgehaltenen Sitzung wurde deschlossen. sofort den Konkurs zu beantragen. Direktor Hofmann selbst ist in haft genommen worden.
wir erfahren noch, dah es sich bei dem unter- ßchlagenen Betrag um etwa 2 Millionen Mark handelt. Die Unterschlagungen konnten da- »urch diese höhe erreichen, dah bereits seit drei Jahren vom Direktor Hofmann die Bilanzen gefälscht wurden. Die Schalter der Dank 'lind bereits seit gestern geschlossen.
Die AZohnungsbauien am Kugelberg.
In den letzten Wochen sind die beiden Dau- blocke der Siedlung der Kriegsbeschädigten (Reichsbund) zu je zwölf Drei-Zimmer- Wohnungen in der Friedensstrahe fertiggestellt und bereits bezogen worden. Zur Zeit ist man mit dem äußeren Verputz der beiden Neubauten beschäftigt, um dem Strahenbilde gleich einen einheitlichen Charakter zu geben. Im Zuge der rechten Straßenseite ist noch ein Vauplah für den nierten Baublock (ebenfalls zwölf Wohnungen) frei. — Die vier Daublocks der Gemeinnützigen Wohnungsfürsorge - Gesell- Ichaft Hessen G. m. b. H.. Darmstadt ^Hegemag), an der Friedensstrahe, Licher Straße omd „Olm Kugelberg" gehen ihrer Vollendung entgegen. Gegenwärtig wird fleißig am inne- ien Ausbau der Wohnungen (insgesamt 45) gearbeitet, so daß diese ebenfalls in einigen Wochen »ezogen werden können. Die Bauarbeiten wer- ten durch daS in den letzten Wochen herrschende trockene Wetter besonders begünstigt.
Da die Bautätigkeit am Kugelberg nach Fertigstellung der obenerwähnten Neubauten vorerst wohl als abgeschlossen gelten kann, ist es eewih von Interesse, einmal einige Ziffern über Diesen neuen östlichen Stadtteil zu hören. Erbaut sind hier bis jetzt 285 Wohnungen, und Zwar von der Kriegersiedlung 84, Baugenossenschaft 1894 72, Hegemag 45, Stadt Gießen 44, Fiskus 31, Private usw. 9. Rechnet man für ,ede dieser Wohnungen vier Personen, so ist die Dewohnerzahl des Kugelbergs (Friedens- ^!raße und „Am Kugelberg" sind miteinander im Straßenzug verbunden) mit rund 1140 Per- Ionen als nicht zu hoch angegeben, hierunter ist eine große Zahl keine Kinder, und es wirft lich aus den Verhältnissen heraus eine Frage «mf. die für die Heranwachsende Jugend von großer Bedeutung ist: die S p i e l p l a h f r a g c. -Der Anfang zur Errichtung eines Spielplatzes -wurde wohl im Vorjahre gemacht, indem auf einem kleinen Teile des Geländes südlich vom -ttnioersitäts-Sportplah einige Wagen Sand an- -gefahren und mit einer Holzverschalung eingefaßt wurden. Seit einigen Monaten ist aber den Kindern die Benutzung dieses primitiv her- .gerichteten und völlig schattenlosen Spielplatzes unmöglich gemacht worden dadurch, daß eine -Unmenge von Kies, Mergel usw. von dem Warie- lhallenbau auf dem vorderen Trieb hier ange- 'ahren wurde. Zur Errichtung eines größeren Spielplatzes (auch für die ältere Iugend) und riner Erholungsstätte für Erwachsene steht hier -och genügend Gelände zur Verfügung, und
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Vornan von Edgar Wallace.
136 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Vielleicht war er tot," fuhr Lew fort, „ich veih es nicht mehr, Krakehl oder so etwas Aehnliches hat er jedenfalls nich gemacht. Aber ch hatte keine Ahnung, daß sie ihn ins Wasser verfen würden, ich hatte bei Gott keine Ahnung davon. Wie konnte ich denn das wissen? Aber ns Wasser ging er! Na und dann verschwand Sim. Ich weiß nicht, was ihm passiert ist. Eines Lages ging er, und wir haben ihn nie wieder zesehen. Das war, wenn ich mich recht erinnere, m Mai vor vier Iahren."
Lew wurde dann ängstlich, begann allmählich Gefahr für sich selbst zu wittern und lebte nach >em geheimnisvollen Verschwinden seines Bruders in ständigem Schrecken vor Iake und seinen Drohungen.
Er selbst konnte nicht Drallle-Schrift schreiben, it>er es gab in Todds Heim einen Mann, 'n inständiger Kerl, wissen Sie, der die Mitteilung 'chreiben konnte, die er in die Tasche des nächsten Opfers stecken wollte. Möglicherweise hatte r von Iake gehört, daß es in nächster Zeit Arbeit" geben würde.
„Ich glaube, es ist besser, ich gehe jetzt", sagte !»as junge Mädchei^Pie auf einmal tief <er- I dlaßt war.
Larry führte sie in den Gang und brachte ihr I rin Glas Wasser.
„Es geht mir schon wieder besser", lächelte sie tapfer. „Gehe ruhig wieder zurück und höre m.“
Lew sprach noch, als er wieder in das Bureau !am, und als er seine Erzählung beendet hatte, vußte Larry alles Wissenswerte über den Mord m Gordon Stuart.
Litz diesem Abend fand eine Konferenz aller Wteilungschefs des Präsidiums unter dem Dor- itz des Chefkommissars statt.
„Ich bezweifle, daß die Aussagen dieses Mannes als überführend betrachtet werden".
es bietet sich für die Stadtverwaltung hinreichend Gelegenheit, für die Bewohner des östlichen Stadtteils etwas Gutes zu schaffen, das in der Heranwachsenden Iugend reichlich Zinsen tragen wird. Würde der Spielplatz noch mit gärtnerischen Anlagen usw. umsäumt (in Anbahnung an die bereits eingerichteten Vorgärten der Friedensstrahe) und auch die vorhandene „Fünfzigerallee 1864—1929“, wie bereits vorgesehen, ergänzt, so wäre gleichzeitig ein angenehmer Zugangsweg zu diesem Teil des Gießener Stadtwaldes geschaffen, der wohl den Beifall der zahlreichen Spaziergänger finden würde.
Strafkammer Gießen.
* Gießen, 23. Juli. Ein ehemaliger Forstgehilfe war vom Amtsgericht Herbstein wegen zweier Diebstähle und wegen eines Dieb- stahlsversuchs zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zwei Tagen, umgewandelt in eine Geldstrafe von 20 Mark verurteilt worden und verfolgte dagegen Berufung. Er hatte Erfolg. Da die Entwendung einiger Zigaretten und eines Stücks Wurst sich als Mundraub darstcllte, wegen dessen kein Strafantrag gestellt war, mußte insoweit E i n« stellung des Verfahrens erfolgen; weiter sollte er in einer Gastwirtschaft, wo er regelmäßig alle Mahlzeiten einnahm und sich, zum heimlichen Aerger des Wirts, wie das Kind im Hause gebärdete, versucht haben, mit einem im Zimmer liegenden Schlüsselbund den Kassenschrank zu öffnen. Er bestritt dies, obwohl es von der im Zimmer anwesenden Pflegetochter.des Wirts behauptet wurde. Jedenfalls konnte ihm' hier keine Diebstahlsabsicht nachgewiesen werden und es erfolgte Freisprechung.
Zwei weitere Fälle erledigten sich ohne Urteil. Ein Kaufmann von hier, der wegen dreier Urkundenfälschungen und wegen Betrugs vom Schöffengericht Gießen zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war, nahm nach den Ausführungen des Staatsanwalts feine B e - rufung zurück: das gleiche tat ein Landwirt, der wegen Beschäftigung ausländischer Arbeiter ohne Genehmigung vom Amtsgericht Nidda zu 3 Mark Geldstrafe verurteilt worden war.
Amtsgericht Gießen.
* G ießen, 19. Iuli. Eine Tierquälerei stand zur Verhandlung. Eine Katze der Anzeigerin war in dem Hundezwinger des Angeklagten tot aufgefunden worden. Ein Hund hatte die Katze darin in grausamster Weise zu Tode gebissen. Die Anzeigerin, die mit dem Angeklagten verfeindet ist, will wahrgenommen haben, daß dieser nichts zur Rettung der Katze getan und der Quälerei ruhig zugesehen habe. Es konnte jedoch nicht der Nachweis erbracht werden, daß die Katze irgendwie mit Zutun des Angeklagten in den Zwinger gekommen ist. Auch stand es nicht mehr in seiner Macht, die Katze dem bösartigen Hunde, nachdem sie einmal in dessen Gewalt gelangt war, wieder zu entreißen. Nach alledem mußte Freisprechung erfolgen. — Ein Fuhrmann aus einem Nachbarort war mit seinem Wagen auf dem- .'Heimweg begriffen, als ihn einige Radfahrer überholten. Im Vorüberfahren machte einer von ihnen eine laute Bemerkung, worüber der Fuhrmann aufgebracht wurde. Er erhob feinen Stock gegen den Radfahrer oder auch gegen seine Pferde, die dadurch zu einer rascheren Gangart veranlaßt wurden. Sie setzten sich schließlich in Galopp, und der Fuhrmann wollte offensichtlich den Radfahrer einholen. Die Folge davon war, daß zwei andere Radfahrer stürzten und Mühe hatten, sich dem Bereiche des nachfolgenden Fuhrwerkes zu entziehen. Die Hand des einen kam noch unter das Fuhrwerk: auch erlitt er noch andere unerhebliche Verletzungen. Die Schuld an dem Unfall, durch den die Verletzungen des Radfahrers veranlaßt wurden, trug nach Ansicht des Gerichts der Fuhrmann, der wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe von 30 Mark erhielt.
Daten für Freitag, 26. Juli.
WSN. Sonnenaufgang 4.15 Uhr, .Sonnenunter. S 17.57 Uhr. — Mondaufgang 22.08 Uhr.
duntergang 9 Uhr.
1846: der Maler Hermann Kaulbach in München geboren: — 1856: der irische Schriftsteller George Dernard Shaw in Dublin geboren.
sagte Sir Iohn bedächtig: „wenn Sie darauf bestehen, werden wir die Haftbefehle erhallen. Ich glaube aber, daß wir mit dem, was wir schon erfahren haben, die Bande vielleicht auf frischer Tat fassen können, wenn wir ihr noch ein wenig Spielraum lassen."
Larry kam gerade rechtzeitig in sein Bureau zurück — Diana war bereits nach Haus gegangen —, um das andauernde Läuten seines Telephons zu hören.
„Ist dort Mr. Holt?" fragte eine unbekannte Stimme.
Gewöhnlich kommt es äußerst selten vor, dah man im Präsidium von anderen Personen als Beamten oder Polizisten angerufen wird, da die Nummern der verschiedenen Abteilungen nicht in dem Telephonbuch angeführt sind.
„Hier Inspektor Holt", antwortete Larry.
„Dr. Iudd läßt fragen, ob Sie sofort nach seinem Bureau kommen können. Er hat Ihnen etwas sehr Wichtiges mitzuteilen."
Larry überlegte einen Augenblick.
„Schön! Ich komme sofort I"
Er nahm Harvey mit, und bald darauf setzte sie ein Taxi im Bloornsbury Pavement ab.
Larry hatte erwartet, daß Haus um diese Zeit verlassen vorzufinden und war überrascht, eines der oberen Fenster und die lange, schmale Vorhalle beleuchtet zu sehen.
Er ging schnell durch das Vestibül: die kleine Portierloge war leer. Am äußersten Ende der Halle befanden sich die Türen der beiden automatischen Fahrstühle, von denen einer fahrbereit unten war.
„Soll ich mit Ihnen hinauffahren?" fragte der Sergeant.
Es lag kein Grund vor, warum er das nicht tun sollte, aber doch--
„Nein, warten Sie hier unten“, sagte Larry.
Er stieg in den Fahrstuhl, drückte auf den Knopf „Vierte Etage" und fuhr langsam nach oben. Der Aufzug hielt in der vierten Etage, Larry öffnete die Gittertür und betrat den Vorplatz. Gerade im gegenüber lag eine erleuchtete Glastür, auf der die Worte „Dr. Iudd" deutlich sichtbar auf gemalt waren. Er drehte de» Tür-
Wirtschaft.
Weitere Besserung der Reichsbanklage.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Iuli hat sich die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der dritten Iuliwoche um 401,6 Millionen auf 2279,4 Millionen Reichsmark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 269,1 Mill, auf 2130,8 Mill. RM., die Lombardbestände um 120,2 Mill, auf 53,2 Mill. RM. und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 12,2 Millionen auf 2,6 Mill. Reichsmark abgenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 269,3 Mill. RM. aus dem Verkehr zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 256,4 Mill, auf 4091,1 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 12,9 Millionen auf 405,9 Millionen Reichsmark vermindert. Unter Berücksichtigung, daß in der Derichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 7,2 Millionen Reichsmark getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 36,7 Millionen RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 550,9 Mill. RM. eine Abnahme um 64,0 Millionen Reichsmark.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben um 38,0 Millionen auf 2426,1 Millionen RM. zugenommen. Im einzelnen haben sich die Goldbestände um 49,1 Mill, auf 2085,3 Mill. RM. erhöht und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 11,1 Mill, auf 340,8 Millionen Reichsmark vermindert.
Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 46,8 Prozent in der Vorwoche auf 51,0 Prozent, diejenige durch Gold und dek- kungsfähige Devisen von 54,9 Prozent auf 59,3 Prozent. W. T. D.
Oer deutsche Außenhandel.
Die Veröffentlichung der deutschen Auhenhan- delsziffern stellte für den Monat Iuni fest, dah die Einfuhr im reinen Warenverkehr 1077,7 Mill. Mark und die Ausfuhr einschließlich der Reparationssachlieferungen 1079,3 Mill. Marl betragen haben. Die Handelsbilanz ergab somit einen Ausfuhrüberschuß von nicht ganz 2 Mill. Mark, gegen 43 Mill. Mark im Monat Mai. Die Reparationssachlieserungen belaufen sich in dieser Summe auf 63 Mill. Mark, gegenüber 77 Millionen im Vormonat.
Wie stand es mit der deutschen Handelsbilanz in den letzten Iahren? Im Iahre 19 2 5 betrug die Einfuhr im reinen Warenverkehr 11 744 Millionen, die Ausfuhr dagegen ohne die Reparationen 8930,5 Millionen. Es ergab sich also ein Ausfuhrdefizit einschließlich der Reparationen, die auf 52 Millionen festgestellt waren, von 2293,1 Millionen. Im Iahre 1 9 2 6 betrug die Einfuhr im reinen Warenverkehr 9701,5 Millionen und die Ausfuhr 9929,9 Millionen. Der Ausfuhrüberschuß betrug demnach einschl. der Reparationssach- lieferungen, die auf 630,8 Millionen festgesetzt waren, 859,2 Mill. Mark. Im Iahre 19 2 7 betrug die Einfuhr im reinen Waren veickehr 13 801,3 Millionen und die Ausfuhr 10375,7 Millionen. Es ergab sich also auch hier wieder einmal ein Einfuhrüberschuß ohne die Reparationen von 3425,6 Millionen. Und schließlich betrug die Einfuhr im reinen Warenverkehr im Iahre 1 928 13643 Millionen und die Ausfuhr 11 775,7 Millionen. Der Einfuhrüberschuß betrug demnach ohne die Repa- rationen 1858 Millionen.
Diese Zahlen dürsten genügen, um einem allzu großen Optimismus in bezug auf die deutsche Wirtschaftslage von vornherein die Spitze zu nehmen. Es läßt sich nicht verkennen, daß es der deutschen Wirtschaft jetzt besser geht als in den furchtbaren Krisenjahren 1927/28. Doch wäre es verfehlt, barauß schon den Schluß zu ziehen, daß die deutsche Wirtschaft wieder auf unangreifbar gesunder Basis steht. Würde man in diesem Zusammenhänge auch noch die Statistik
knöpf herum. Das Zimmer war leer. Er rief, rief noch einmal und ging, als niemand antwortete, verwundert auf den Treppenabsatz zurück.
Jede Faser in Larrys Körper war angespannt — Dr. Iudd gehörte nicht zu jenen Leuten, die einem einen Schabernack spielen wollen, oder versuchen würden, ihn an der Nase herumzuführen.
Dann machte er eine überraschende Entdeckung. Er war mit dem Fahrstuhl zur Linken heraufgekommen. Dieser war jetzt verschwunden, aber dafür war jetzt der rechtsseitige sichtbar, der im obersten Stockwerk gewesen sein mußte, während er im vierten ausstieg. Noch ausfälliger aber war es, daß die Fahrstuhltür weit offen stand.
Wer war heraufgekommen?
Er spähte den Gang entlang, niemand war zu sehen.
„Ist oben alles in Ordnung?" kam die hohle Stimme Harveys durch den Schacht des Aufzugs nach oben.
„Ich komme jetzt nach unten“, rief Larry und trat durch die offene Tür in den wartenden Aufzug.
Sein Fuß war schon erhoben, unb er war gerade im Begriff, ihn auf den Boden des Auszugs zu sehen, als er sich blitzschnell darüber klar wurde, daß das, was er für festes Holz gehalten hatte, nichts anderes wie bemaltes Papier war. Es war unmöglich, sich zurückzu- toerfen, das Gleichgewicht zu bewahren, sein ganzer Körper schoß nach vorn.
Nur einen Bruchteil einer Sekunde zur Heber» legung — dann ncchm er alle seine Kräfte zusammen und stieß sich mit aller Gewalt ab, die sein linker Fuß, der noch auf der festen Schwelle ruhte, aufbringen konnte, sprcmg vorwärts und klammerte sich an einer der Leisten an der Täfelung an der Hinterseite des Aufzugs fest. 5>ie Leiste war noch nicht anderthalb Zentimeter breit, aber mit der ganz außergewöhrckichen Kraft seiner Hände gelang es ihm, sich festzuhalten. selbst als seine Füße durch den Papier- bvden brachen und das ganze Gewicht seines Körpers nur an den Fingerspitzen hing. So hing er, jede Muskel seines Körpers aufs äußerste
der amtlichen Großhandelsindexziffem heranziehen, die am letzten Stichtage wieder um 0,6 Prozent höher lag als in der Vorwoche, so dürfte nicht klarer dargelegt werden können, welchen schweren Existenzkampf die deutsche Wirtschaft heute führen muh. Wenn der Reparationsagent Parker Gilbert, der doch ohne Frage über ein hervorragendes statistisches Material verfügt, und auch geschult ist, dieses Material zu lesen, diesmal seine Wirtschaftsprophetie eindämmt, so wird dieses wohl auch darauf zurückgeführt werden können, daß er aus seinen letzten Erfahrungen eine Lehre gezogen hat.
Gerade im gegenwärtigen Augenblick, wo man sich anschickt, die polillsche Konfererrz vorzubereiten, gewinnen diese Zahlen eine ganz besondere Bedeutung. Denn wir können durch nichts besser den Beweis der schweren Reparationslast führen, als durch die Statistik unserer Wirtschaft.
• Ermäßigung der Maklergebühr für festverzinsliche Werte imFrank- furter Freiverkehr. Die Kommission für den Handel in amtlich nicht notierten Werten! gibt bekannt, daß bei den im Freiverkehr gehandelten fest verzinslichen Werten ab 24. Iuli die Maklergebühr wie folgt ermäßigt wird: bei Kursen von über 50 Prozent von 0,75 pro Mille auf 0,50 pro Mille vorn Nennwert, bei Kursen unter 50 Prozent von 0,50 pro Mille auf 0,25 pro Mille vom Nennwert.
• Masseausschüttung im Holex- Konkurs. Das Konkursverfahren der Holex- Schokolade - A.-G. in Bad Homburg ist mittler- weile soweit gediehen, daß sämtliche als bsvor- rechtigt anerkannten Gläubiger voll befriedigt werden können.
* Gründung der Philektra-A.-G. Frankfurt a. M. Unter der Firma „Phi- leftra A.G.", Frankfurt a. M. wurde gestern das bereits angekündigte Gemeinschaftsunternehmen der Philipps QI.©., Frankfurt a. M. und der holländischen Philips-Gesellschaft mit einem Aktienkapital von 200 000 Reichsmark gegründet. Zweck des Unternehmens ist die Fabrikation und der Qkrtrieb von Gegenständen der feinmechanischen und elektrotechnischen Industrie.
* Rheinisch-westfälisches Kohlen- shndikat. In der gestrigen Mitgliederversammlung in Essen wurde der Vorstand ermächtigt, den 'Bertrich nach Elsaß-Lothringen und Hinterland in der bereits früher besprochenen Art zu regeln. Eine Mitgliedszeche behielt sich ihre Stellungnahme noch vor. lieber die Marktlage wurde nachstehender Bericht erstattet: Der arbeitstägliche Gesamtabsah des Syndikats hat im laufenden Monat bisher keine wesentlichen Aenderungen gegenüber dem Monat Iuni aufzuweisen. Der Versand hat sich fast auf derselben Höhe gehalten. Er betrug in der Zeit vorn 1. bis 20. Iuli arbeitstäglich rd. 265 000 gegen rd. 267 000 Tonnen in der entsprechenden Zeit des Vormonats. Während der Absatz tn das unbestrittene Gebiet leicht zunähm, ist der Qkr» sand in das bestrittene Gebiet etwas zurück- gegangen. Es wurden in der Zeit vom 1. bis 20. Iuli arbeitstäglich in das unbestrittene Gebiet rd. 136 000 Tonnen versandt gegen rd. 135 000 Tonnen in der entsprechenden Zeit des CBormonatö, und in das bestrittene 129 000 gegen 132 000 Tonnen. Die Lage am Ruhrkohlenmarkt hat sich seit dem letzten Bericht wenig verändert. Teilweise ist allerdings eine leichte Abschwächung des Geschäfts festzustellen, vor allen Dingen nach dem bestrittenen Gebiet. Dies drückt sich in der Förderung aitß, die in den letzten Wochen einen leichten Rückgang aufweist. In Fetttohlen ist die Lage seit Wochen unverändert, dagegen ist das Geschäft in Gas- und Gasslammkohlen teilweise schwächer geworden. Vor allem in Stückkohlen und Nußkohlen sind wieder Bestände zu verzeichnen. In Eß- und Anthrazittohlen ist der Olbsah im allgemeinen noch befriedigend. In Preßkoks ist der zu erwartende geringe Rückgang des Absatzes eingetreten. In Briketts hat Der Absatz in Eiform-Briketts eine kleine 'Besserung erfahren, Doll°Driketts sind unverändert. Für den Monat Iuni wird ein Umlagesatz von 2,10 Mk. erhoben.
angespannt, in der Höhe des Schachtes fünfundzwanzig Meter hoch über dem Steinfußboden unter ihm.
„Schnell herauf kommen!“ rief er. „Vierte Etage. Schnell. Ich sitze in der Falle!"
Er hörte das Geräusch des anderen Auszuges, das Summen des Motors und hörte zu gleicher Zeit über sich ein anderes Geräusch. Er blickte nach oben und sah aus der Deffnung der fünften ©tage ein Gesicht auf sich herabblicken.
Dann sauste etwas an ihm vorbei und schlug mit einem Kroch gegen die Seitenwand des Auszuges. Beinahe hätte er für einen Augenblick seinen Halt, verloren. Er fühlte, wie der ganze Fahrstuhl schwankte und dann — zu seinem Entsetzen — glatt der andere an ihm vorbei.
»Halt! Hier!" schrie er.
Das Gesicht über ihm schien allmählich zu verschwimmen, aber wieder sah er, wie sich eine Hand vorstreckte, fühlte, wie etwas Schweres seine Schulter streifte. Seine Finger glitten ab und er fiel
33.
Larry riß die Tür im Erdgeschoß auf und schwankte aus dem Schacht heraus. Vor ihm stand Dr. Iudd, Ueberraschung, Unglauben, höchste Verwunderung stand in jedem Zuge seines Gesichtes getrieben.
»Was ist denn passiert^' fragte er besorgt.
»©in Wunder!" antwortete Larry verbissen. „Es scheint, als ob ich ungefähr anderthalb Meter tief gefallen bin. Sie haben nach W geschickt, Dr. Iudd?"
Dr. Iudd schüttelte den Kops.
„Ich befürchte, ich verstehe nichts von allem, was hier vorgefallen ist," sagte er. „Wollen Sie bitte mit nach oben in mein Bureau kommend
„3d> glaube nicht, dah daS noch nötig ift* erwiderte Larry. „Sie haben mich telephonisch hierherrufen lassen — so schnell wie möglich —, weil Sie mir etwas Wichtiges mitzuteilen hctttei^ Sicher gehe ich nach oben,“ fügte er grimmig hinzu. „In der obersten Stage ist ein Herh dessen Bekanntschaft ich sehr gern machen möchte»
Fortsetzung W4


