sportlicher Muskelarbeit auf die Organe des Kreislaufs": Prof. Straub, München, über ..Neuere Digitalisforschungen"; Prof. Groedel, Bad-Nauheim, über „Die diagnostische Bedeutung der graphischen Darstellung der Herztone".
Der Zortbildungslehrgang wird als bestver- lausener der seitherigen Kurse bezeichnet: nicht nur hinsichtlich der starken Beteiligung (etwa 220 auswärtige und 40 hiesige Aerzte), sondern auch im Hinblick auf die Ergebnisse, die auf dem Wege zur Erkennung und Behandlung der Herz- und Gefäßkranlheiten ein gut Stück weiter geführt haben. Sanitätsrat Dr. Hahn, der Dor- sihende der Bereinigung Bad-Nauheimer Aerzte, konnte das in seinem Schlußwort mit Befriedigung feststellen. Er dankte nochmals den Referenten für die wertvollen wissenschaftlichen Darbietungen und Anregungen und dann den Teilnehmern für den äußerst starken Besuch und das der Tagung bis zum Schluß entgegengebrachte l^>hafte Interesse.
Neben dem wissenschaftlichen Erfolg des Lehrgangs ist die Veranstaltung auch vom verkehrspolitischen Standpunkt ein nicht zu unterschätzendes Ereignis für unser hessisches Staatsbad gewesen. 2)cn Teilnehmern war durch sachkundige Führungen Gelegenheit gegeben, einen Blick zu tun in die Anlagen und Betriebe des Bades, und auch die vornehmen gesellschaftlichen und lünstlerifchen Einrichtungen der Bad- und Kurverwaltung waren den Gästen zugänglich.
Der Allgemeine Deutsche Bäderverband in Bad-Nauheim.
4 Bad-Nauheim, 21. Sept. In den Tagen vom 24. b'.s 29. September hält hier der Allgemeine Deutsche Bäderverband seine 3 8. Generalversammlung ab. Das Programm der bedeutsamen Tagung weist eine Menge von Sitzungen der angeschlossenen Arbeitsgemeinschaften und besonderen Fachabteilungen auf. Für einen größeren Kreis sind die öffentlichen Vollversammlungen bestimmt, in denen grundlegende verkehrspolitische und bäderwissenschaftliche Fragen in Vorträgen behandelt werden. So sprechen u. a. Prof. Glücksmann vom Berliner Forschungsinstitut für Fremdenverkehr über „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Bäder innerhalb des deutschen Fremdenverkehrs", Prof. Dietrich, Berlin, über den heutigen Stand der Heilquellenforschung, Prof. P o l i s, Aachen, über lokale und klimatologische Eigentümlichkeiten westdeutscher Bäder und Kurorte, Prof. Linke, Frankfurt
am Main, über die Beziehung der Klimatologie zur Balneologie, Neg.-Baurat Grenzebach, Hannover, über „Das Flugzeug im Däderdienft", Prof. De de, Dad-Nauheim, über „Die Bindungsweise der Kohlensäure in natürlichen Koh- lensäurequellcn", Prof. Weber, Bad-Nauheim, über „Objektiv nachweisbare Symptome der Herz- muskelschädigung". Die Bad- und Kurverwaltung bietet mehrere gesellschaftliche und künstlerische Deranstcütungen zu Ehren der Gäste.
Aus der provinzialhauptsiadt.
Gießen, den 24. September 1929.
Konzert der Schule Minna Körner.
Fräulein Minna Körner veranstaltete am Sonntag ihr diesjähriges Schülerkonzert zum Besten der beiden Schwesternhäuser in Gießen. Das Programm gab den Schülern Gelegenheit, sich als Solisten und Kammermusikspieler bzw. Begleiter zu zeigen. Gerade dies letztere verdient als anerkennenswerte Absicht der Veranstalterin hervorgehoben zu werden, denn auf dem Zusammenspiel mit anderen basiert im wesentlichen die Hausmusik, und jedem jungen Schüler ist ein häufiges Gemeinsammusizieren, bei dem er sich anderen anpassen muß, ohne daß er seine Eigenart aufzugeben braucht, immer wieder dringend zu empfehlen. Umfaßt dies Zusammenspiel gute Kammermusik, so ist es ein hochzuschätzender Faktor der Erziehung der jungen Generation zur guten Musik. —
Der Gesamteindruck der Darbietungen ist ein recht guter zu nennen. Bei allen Schülern merkte man eine klare technische Durchbildung und — bei den älteren — musikalischen Gestaltungswillen. Solistisch betätigten sich Lisbet K j dj, Hilde Grode, Lotte Köhlinger, Elli und Martha Ludwig mit recht gutem Erfolg. Das gleiche gilt von Hanni Paul und Erwin Müller, welch' letztere ein schon reiferes Spiel zeigte. Helmut Broms spielte den Klavierpart eines Trios von Klengel technisch sauber und rhythmisch genau. Weiterhin traten begleitend noch Edith Fourier, Gretel W e h r h e i m , Hanna Pohl, Ilse Noll und Thea Petri in Erscheinung. Alle paßten sich dem jeweiligen Solisten gut an. Thea Petri bewältigte den Klavierteil eines Trios von Cesar Frank mit beachtlichem technischen Können, Paul Köhler (Violine) fand sich mit dem nicht leichten Frank- Trio recht sicher ab, und Karl Rabenau
(Violine) konnte die k^-Dur-Romanze von Beethoven, sowie den Mittelsatz aus dem O-Dur- Violinkonzert von Mozart eindrucksvoll und technisch sauber wiedergeben. Don Gretel W e h r - heim bzw. Ilse Noll wurde er geschickt begleitet. Ludwig Hillenbrand verwaltete in den Trios das Amt des Cellisten mit Umsicht und steuerte noch ein paar geschmackvoll gespielte kleinere Stücke zur Abwechslung bei. In Otto S ch w i e d e r stellte sich ein Daßbariton vor, dessen Organ in der mittleren und hohen Lage am freiesten und klarsten ist: er sang Brahms und Schumann.
Fräulein Körner darf mit Recht mit dem Eindruck des Konzerts zufrieden sein, denn ihre Schüler wurden den ihnen je nach Vermögen gestellten Aufgaben durchweg gerecht.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 210 bis 220; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 25; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 20 bis 30; Römischkohl 10 bis 15; grüne und gelbe Dohnen 25 bis 30; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 15 bis 20; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 70 bis 150; Kürbis 5 bis 8; Pilze 40 bis 45; Kartoffeln 5; Falläpfel 4 bis 5; Aepfel 10 bis 20; Birnen 10 bis 20; Preiselbeeren 35 bis 40; Pfirsiche 45 bis 70; Brombeeren 55 bis 60; Zwetschen 8 bis 12; Mirabellen 15 bis 20; Reineklauden 15 bis 20; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Tauben 70 bis 90; Eier 15 bis 16; Blumenkohl 30 bis 80; Salat 10 bis 15; Salatgurken 10 bis 25; Cinmachgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 30; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 4,50 Mark.
** Eine Magirus-Fahrzeuggruppe, bestehend aus mehreren Autoomnibussen und einigen Schnellastwagen, passierte gestern auf der Fahrt nach Siegen und dem Rheinland unsere Stadt und hielt kurze Zeit in der Frankfurter Straße. Bei einer Inaugenscheinnahme der Kraftomnibusse konnten wir die Feststellung machen, daß die Wagen mit allen Bequemlichkeiten und Vorzügen des neuzeitlichen Autobauwesens ausgestattet sind. Die Fahrzeuge, die durch ihre elegante äußere Herrichtung und ihre schöne Formgebung im Innern einen guten Eindruck machen, sind im Fassungsvermögen auf die verschie
densten Passagierzahlen eingerichtet. Durch Welt» gehende Vervollkommnung im Motorenbau sind die Wagen, wie uns yon dem Fahrtenleiter mitgeteilt wurde, auch unter dem Gesichtswinkel der weitmög« lichsten Brennstoffersparnis den heutigen Zeitanforderungen vollkommen gewachsen. Die Fahrzeugkolonne erregte das Interesse der zahlreichen Straßenpassanten.
** Dorträge über b i e Wirts chaft - lichkeit des elektrischen Kochens fanden, wie man uns mitteilt, auf Einladung der städtischen Elektrizitätswerke und der Prometheus A.-G. Frankfurt am Mittwochabend in Klein- Linden und am Donnerstagabend in Heuchelheim statt. Dor der Gemeindevertretung und einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach dort Ing. Schabacker von der Prometheus A.-G. Ec gab zunächst eine älebersicht über die Geschichte der Cleltrizitätserzeugung und Elektrizitätsverwertung und sagte u. a.. das- elektrische Licht habe innerhalb einer Zeitspanne von 30 Iahren den absoluten Sieg errungen. Auf dem Gebiete der Kraftversorgung stehe heute an erster Stelle der Elektromotor. Der heutige Wettstreit fei auf das Gebiet der Wärme beschränkt. Die Elektrizität bringe mit erstaunlicher Schnelligkeit auch in dieses Gebiet ein. Zum Bügeln werbe fast nur noch bas elektrische Bügeleisen benutzt, Millionen von kleinen Kochtöpfen, Warmwasserbereitern, elektrischen Kochkisten würden bereits verwendet. Man sehe, daß die Anwendung dieser elektrischen Geräte sich in den letzten Iahren bedeutend gesteigert habe, seitdem die Elektrizitätswerke den Gebrauch dieser Apparate durch zweckmäßige Tarife erleichterte. Nun sei auch der elektrische Herd auf dem Markte erschienen. Er sei betriebssicher, haltbar und einfach. Das technische Problem könne als gelöst gelten. Es bleibe noch die Frage übrig: Kann er wirtschaftlich mit anderen Energien konkurrieren? Der Vortragende wies darauf hin, daß der Schwerpunkt nicht auf das Rechnen zu legen, sondern zu berücksichtigen sei, daß auch andere Gesichtspunkte als die reinen Betriebskosten schwer in die Wagschale fielen. Aber selbst die Betriebskosten bewegten sich im Rahmen dessen, was die Hausfrau für die Küchenfeuerung auszugeben gewohnt sei. Die Erfahrung lehre immer von neuem, daß die Derbrauchszahl von 0,7 bis 1kWh ==■ 6 bis 8 Pfennig pro Kopf und Tag erreicht werde, wenn sich die Hausfrauen an den elektrischen Herd und seine zweckmäßige Benutzung gewöhnt batten. Die Besucher folgten dem Dortrag mit großem Interesse.
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