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Großfeuer in den Gaiffchen Tonwerken

Goidne Aehre, du mußt fallen!

die Lieferen im Felde

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UO. VonderLandesuniversität. Der ordentliche Professor Dr. Olo rr an unserer Landesuniversität hat einen Ruf als Rachfolger des verstorbenen Geheimrates Professor Dr. Schmitt für das Fach der inneren Veterinär­medizin und als Direktor der Medizinischen De- terinärklinik an der Universität München er­halten.

* Der G iehener Wasserverbrauch. Vom Städtischen Wasserwerk wird uns.geschrie­ben: Sn dem gestrigen Artikel desGießener Anzeiger" mit der Ueberschrift6 Milliarden

einen Brand an, wie er hier seit Jahren nicht mehr zu verzeichnen war.

Schuh des Maschinen- und Kesselhauses

und der angrenzenden Detriebsschuppen ange­legen sein lassen, während das Hauptfabrik­gebäude völlig ausbrannte. Die Wasserbeschaffung zur Riederkämpfung der Flammen stieß zunächst auf einige Schwierig­keiten, da es nicht einfach war, in der Dunkelheit den Weg nach einem Teich am Waldrand zu fin­den, aus dem dann die Wassermengen entnommen und in die Glut geschleudert wurden. Den Kampf gegen das riesige Flammenmeer führten die städtische Motorspritze und die Kreis- Motorspritze, ferner die freiwilligen Feuerwehren unserer Stadt, die einheitlich unter dem Kommando des Stadtbranddirektors Braubach arbeiteten. Den tatkräftigen und dankenswerten Bemühungen der Feuerwehrmann­schaften gelang es, den Kampf gegen die Flam­men so wirkungsvoll durchzuführen, daß gegen O.3O Uhr der

Höhepunkt des Brandes überschritten

war und das Flammenmeer allmählich kleiner wurde. Infolgedessen konnte gegen 1 Uhr ein Teil der Löschmannschaften entlas- s e n werden. Dis gegen 2 Uhr hatten die ver­bleibenden Feuerwehrleute aber immer noch mit der Löscharbeit zu tun, bis alle Gefahr vollstän­dig beseitigt war. Eine starke Brandwache wurde an der Unglücksstelle belassen, die übrigen Mannschaften der Wehren rückten gegen 4 Uhr wieder ein. Der zerstörenden Kraft der Flam­men fiel wie schon oben gesagt der Haupt­fabrikbau zum Opfer, außerdem verbrannte die

gesamte Inneneinrichtung

mit, ebenso sind Maschinen ein Opfer der Flammen

Liter Wasser", wurde u. a. mitgeteilt, daß in Berlin an heißen Tagen mit einem Wasser­verbrauch von 200 Liter und in London sogar mit 225 Liter je Kopf gerechnet wird. Der Wasserverbrauch im Jahresdurchschnitt in Gießen bewegt sich zwischen 290 und 300 Liter je Kopf und Tag, er betrug in der vorigen Woche 335 Liter, wobei zu beachten ist, daß der öffent­liche Wasserverbrauch in der abgelaufenen Woche nahezu abgedrosselt war.

** Arbeitsjubiläum. Herr He i nr r ch Münch in Hausen kann am morgigen Donners­tag auf eine 25jährige Dienstzeit beim städtischen Gaswerk zurückblicken.

** Vom Zug überfahren. Der Aushilfs­schaffner Best aus Wismar, bedienstet beim Bahnhof Gießen, wurde am Dienstagmittag 12 ilfer auf dem Bahnhohf Lang-Göns von einem Güterzug, den er als Schluhschaffner begleitete, am linken Unterschenkel überfahren. Der Bahn- arzt Dr. Schäfer in Lang-Göns leistete die erste Hilfe und lieh den Schwerverletzten sofort der Chirurgischen Klinik in Gießen zuführen. Der bedauernswerte Mann, ein strebsamer und zu­verlässiger Beamter, steht im 31. Lebensjahre und ist Vater von zwei Kindern.

** Lernt schwimmen und retten ! Die Zeitungen berichten jetzt täglich über unzählige Ertrinkungsfälle. Meist handelt es sich um Per­sonen, die des Schwimmens unkundig and ohne Aufsicht getaffen waren. Sehr oft aber hätte noch manches Menschenleben gerettet werden kön­nen, wenn schwimmkundige Personen die Ret­tung richtig in die Wege geleitet hätten. Diele Fälle beweisen, wie bodenlos leichtsinnig oftmals das eigene Leben und das der Mitmenschen au das Spiel gesetzt wird. Delehrungen über die Gefahren und Tücken des Wassers nützen nichts. Rur ein sicheres Mittel gibt es gegen den XKrtrin- kungstod: das Schwimmenlernen. Deshalb: Lernt schwimmen und retten!

**GedenktderdurstendenTiere! Man kann wohl behaupten, daß ein großer Teil der arbeitenden Tiere, namentlich der Pferde, zu wenig Wasser bekommt. Sie würden bei derselben Futter- menge viel besser ernährt aussehen, wenn sie wäh­rend der Mahlzeit Gelegenheit hätten, etwas Was­ser zu sich nehmen zu können. Bei manchem Pferde­besitzer ist es eingeführt, jedem Pferd im Stall einen Eimer Wasser hinzustellen. Auf der Straße dagegen erhält das Pferd nicht einmal nach der Fütterung Wasser, wie viel weniger während des Fressens. Der durch die schwere Arbeit erzeugte Durst mehrt sich durch das Fressen des trockenen Futters. Nicht selten hören die Tiere vor Durst auf zu fressen. Deshalb soll man etwa auf der Hälfte der Fütte­rung und auch nachher dem Pferd unbedingt Was­ser anbieten. Ein gut getränktes Tier ist ganz an­ders gestärkt und bedeutend leistungsfähiger als ein durstende?. Auch anderen Haustieren, z. B. den Kettenhunden, reiche man oft frisches Wasser.

** Das brasilianischeEinreisevisum. Brasilien macht die Erlaubnis zur Einreise von der Beschaffung eines Visums abhängig, das bei dem zuständigen brasilianischen Konsulat eingeholt wer­den muß. Wie uns die hiesige Vertretung der Ham- burgAmerika -Linie, die Firma Reisebureau Loeb, Gießen, mitteilt, müssen dem Konsulat zur Erlangung des Einreisevisums im allgemeinen fol­gende Papiere vorgelegt werden: 1.Reisepaß mitAus- landvermerk und beglaubigtem Abdruck des rechten Daumens. 2. Amtsärztlicher Impfschein. 3. Amts­ärztliches Gesundheitsattest. 4. Führungszeugnis über die ganze Lebenszeit. 5. Berufsbescheinigung. 6. Drei ausgefüüte Fragebogen mit Lichtbild.

daß Liebigtief ergriffen war von dem Schau­spiel, ein ganzes Volk erhoben zu sehen, um einem deutschen Schulmeister zu danken... für die Verbesserung der Lebensverhältnisse". Bitter schreibt er:Sn England beschäftigt sich die Sntelligenz mit der Landwirtschaft, bei uns ist der größte Dummkopf klug genug, um Bauer zu sein." Von einer weiteren Reise nach England ist er weniger befriedigt:Wenn ich vom Hören hätte fatt werden können, hätte ich einen ziem­lich dicken Bauch bekommen." Weiter bringen die Briefe Einzelheiten über das Gutachten, das Liebig für London ausarbeitete, um das Kloaken­wasser zu verwerten, über eine neue Kindersuppe, die Ammen entbehrlich machen sollte und über seine Versuche, das Soldatenbrot zu verbessern, wobei er das Backpulver erfand. Viele seiner Briefe tragen eine perfönliche Rote, besonders die an Fehling, dessen Tochter Klara Liebig nahe stand. 3m Alter zeigen sich auffallende Erschöp­fungszustände, und ein Safer vor seinem Tode schreibt er resigniert:Die alte Garde stirbt aus, Chemiker, die die unorganische Chemie gut vor­tragen können, gibt es nicht mehr."

Sn der Diskussion stellte Prof. B ü r k e r Lie­bigs 3dee bei der Fleischextraktbereitung klar heraus. Da in den Briefen sehr viel Material hierzu steckt, versprach Dr. Hildebrandt, in einem weiteren Dortrage diese Frage zu be­handeln. Direktor Dr. Buchner berichtete ein­gehend über die Vorgeschichte von Liebigs Lon­doner Gutachten.

Die anschließende Hauptversammlung hat die Liebig-Medaille an folgende, um das Museum verdiente Persönlichkeiten verlieben: 1. Geh. Rat Elbs, 2. Geh. Rat Dehaghel, 3. Prof. Dr. Bürk er, Gießen, 4. Direktor Dr. Buchner, Hannover-Kleefeld, 5. Dr. Felix Werner, 6. Architekt Burg, Gießen. Die Zahl der Verleihungen bleibt in Zukunft auf eine bis zwei jährlich beschränkt. Zum Schlüsse zeigte Geh. Rat Sommer in liebenswürdiger Weise verschiedene Liebig - Erinnerungsstücke. Richt unerwähnt bleibe die von Dr. Was le gestiftete wertvolle geologische Sammlung, die leider bis jetzt unbenutzt ihrer Verwendung harrt.

Dr. K.M.O.

Daten für Donnerstag, 25. Juli.

WSR. Sonnenaufgang 4.13 Uhr, Sonnenunter­gang 19.59 Uhr. Mondausgang 21.55 Ufer, Monduntergang 7.46 Uhr.

1655: der Dichter Friedrich von Logau in Lreg- nih gestorben: 1818: der Naturforscher So- Hann Sakob von Tschudi in Glarus geboren: 1867: der Dichter Max Dauthenday in Würz­burg geboren: 1914: Abbruch der Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Serbien.

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Ehe".

ein leiser Hauch, Wenn eine sich beugt, so bebet die andere auch.

Cs ist, als ahnten sie alle der Sichel Schnitt Di« Blumen und fremden Halme erzittern mit. (M. ©reif.)

Gesellschaft Liebig Museum.

Am Sonntag fand in den Räumen des Mu­seums die diesjährige Hauptversamm­lung der Gesellschaft statt. (Der Besuch ließ zu wünschen übrig, doch trägt die Reisezeit wohl die Hauptschuld hieran.) Der Vorsitzende, Ge­heimrat Sommer, begrüßte die Anwesenden und berichtete über die ausgezeichnete Entwick­lung des Museums. Augenblicklich werde an der Registrierung und Katalogisierung des Besitz­standes gearbeitet, um möglichst bald die Schätze der Oeffentlichkeit zugänglich machen zu können und den Ueberblick über den Stoff nicht zu verlieren. Direktor Buchner versetzte die Ge- sellschalt liebenswürdigerweise in die Lage, Herrn Dr. Hildebrandt mit dieser Arbeit zu be­trauen, deren erstes Produkt der folgende Vor­trag ist. Es wurden wieder Briefe erworben und die Unterbringung (nach einem Gedanken von Geh.-Rat Sommer) derart verbessert, daß die beiden Seiten der Briefe vom Publikum betrachtet werden können. Unter den weiteren Reuerwerbungen sind zu nennen: Das Stamm­buch der Helene von Dönniges, das einen scherz­haften Eintrag von Marie, Liebigs jüngster Tochter, enthält, und ein reizendes Diorama, das von der Gesolei nach dem bekannten Traut- scholdschen Bilde des analytischen Laboratoriums angefertigt wurde.

Dann gab Dr. Hildebrandt einen Ueber­blick über die bekannten, zum Teil gedruckten Briefe Liebigs, zu denen auch die zu zählen seien, die seine Schüler und Freunde wechselten. Die Hunderte von unveröffentlichten Briefen, die sich im Besitze des Museums befinden, bilden ein unschätzbares Quellenmaterial. Sn den frühen Briefen ist Liebigs Schrift wegen der in ihm auf- gespeicherten Energie kaum leserlich, später wird sie lesbarer. Die bekannte Heftigkeit des For­schers zeigt sich darin, wie er Worte aus- oder unterstreicht. Rach der Skizzierung des Ma­terials und der Arbeitsmethoden berichtete der Vortragende aus Briefen Liebigs an Kopp und Fehling einige Begebenheiten in chronologischer Folge. Tiefen Eindruck machte die Pariser Weltausstellung auf Liebig, der fie^ als Vertreter der bayerischen Regierung be­suchte. Don der dritten Reise des großen Che­mikers nach England kannte man bis jetzt nur die Reden, die er in Glasgow gehalten hatte. DaS Briefstudium des Vortragenden ergab nun,

Es wogt das Korn im Sonnenbrand, darüber die Glocken schallen Sei mir gegrüßt, mein deutsches Land, hu schönstes Land vor allen!

Als Ueberschrift gab er ihm nur das eine Wort: DaheimI

Sa, so mag die Heimat unseren Auswanderern, unfern Brüdern in fernen Landen gar oft vor ihrem geistigen Auge stehen! Zwischen den rei­fenden Halmen leuchten roter Mohn und himmel­blaue Kornblumen, Rittersporn und Konrade. Am schönsten aber sind die Wegraine, bte tm vollsten Schmuck der Sommerblumen prangen. Schafgarbe, Wucherblume, Leinkraut, Kamille und alle Sorten Gräser. So geben diese Urbenferacfe- tigen Raturkinder dem goldenen Aehrenseld den lebendigen Rahmen. Es wird stiller tm »eld. Die Singvögel sind lang'« nicht mehr so lebendig bei dieser Hitze. Rur die Lerche schwingt sich unverdrossen von der Erde in die Luft und schmettert ihr Lied. Längst ist ihr Rest tm Klee- acker, in dem sie die junge Brut grvßzog, ver­lassen. Die Zungen fliegen und fingen mit. Don den reifen Aehren, die sich durch die Schwere der Körner beugen, aber geht ein Duft aus. der die ganze Luft erfüllt. Das ist unser Brot.

Klingt nicht von ferne Schnittergesang? Ruft nicht der Sense stählerner Klang?

Streckt nicht das Leben die Hände nach Brot? - Siehe, wir neigen uns, reif zum Tod! (ßutu von Strauß und Torney.) Und der Landmann rüstet sich. Schwere Arbeit wird es geben, aber mit Freuden wird ^e getan. Ueberall da, wo kein Hagelwetter, kein Wolken­bruch den Segen vernichtete, hören wir frohe Stimmen. Sensen rauschen, Maschinen knattern.

Vergangene Zeiten mögen vor manchem Bauer auftauchen. Die Zeiten, in denen bei der Ernte neue Kleider an gezogen wurden, die Knechte und Mägde sich mit Blumen schmückten, die Wagen mit geputzten Pferden bespannt waren. Auf dem letzten Wagen sitzt die Magd mit dem Erntekranz, geflochten aus den Aehren des Feldes, mit Blu­men und Bändern reich geziert. Musik kommt und jung und alt dreht sich im Tanze auf dem Ge. meindeanger. Das Emtebier wird getrunken.

Die Zeiten haben sich geändert. Die Landkinder tanzen keinen Ringelreihen mehr um die letzte Garbe, die stets auf dem Acker liegen blieb, als Opfer für die Gottheit. (Einst Wotan geweiht!) Wir sind nüchterner und schnellebiger geworden. Trotzdem übt die Erntezeit noch ihren ganzen Zauber aus: beim nun sammeln die Bauersleute die Früchte, die sie einst gesät und gepflegt haben, der Hände Fleiß, von Gott gesegnet.

geworden. Die E n t st e h u ng s u r s a ch e des Brandes ist bis zur Stunde noch unbekannt. Ueber die Höhe des Schadens liegt ebenfalls bisher noch keine Angabe vor. Neben der Anerken- nung der Arbeit der Feuerwehren ist auch unserer Polizei, die rasch mit zur Stelle war und die Absperrung wirksam durchführte, fowie unserer Garnison, die alarmiert und zur Absperrung und Brandhilfe mit herangezogen wurde, für ihr ausgezeichnetes Arbeiten die öffentliche Anerken­nung auszudrücken. Polizei und Militär haben der Feuerwehr bei ihrem schweren Werke sehr wir- kungsvolle Unterstützung zuteil werden lassen. Die Größe des Brandes hatte rasch eine gewaltige Menschenmenge auf die Beine gebracht, die xu Fuß, auf Fahrrädern, Motorrädern und in Autos der Brandstelle zustrebte und dort zum Teil stundenlang ausharrte.

Eine heute vormittaa unter der sachkundigen Füh­rung von Stadibrandoirektor Braubach vorge­nommene Besichtigung der Brandstelle, die noch immer von zahlreichen Neugierigen be­lagert wird, ergab ein eindringliches Bild sowohl von der

Ausdehnung und Gefährlichkeit des Grohfeuers wie von der Schwierigkeit seiner Bekämpfung und ten durch den Brand angerichteten Zerstö­rungen. Der Blick fällt zunächst auf das Haupt­gebäude, das gestern abend bereits beim Ein­treffen der Wehren in Hellen Flammen stand und kaum noch zu retten war. Es ist bis auf die Um­fassungsmauern und den angebauten Turm nie­dergebrannt. Sm Snnern des Gebäudes findet man zahlreiche große Schutt- und Trüm­merhaufen, die heute vormittag noch merklich rauchten und schwelten. Smmerfetn kann die Ge­fahr als beseitigt angesehen werden. Sehr bedroht waren durch den Brand im Hauptgebäude vor allem das Maschinenhaus, das Kesselhaus und die umliegenden Werkschuppen. Sie konnten wie die Besichtigung ergibt durch die unermüd­lichen Dekämpfungsmaßnahmen der Wehren ge­rettet werden. Auch der Trockenofen und die Schornsteine der Werksanlage, deren Einsturz nicht nur das Rettungswerk bedeutend erschwert, sondern auch zahlreiche Menschenleben in Gefahr gebracht hätte, konnten glücklicherweise gehalten werden. Des ferneren ergibt die Be­sichtigung ein sehr eindringliches Bild von den außerordentlichen Schwierigkeiten der Brandbekämpfung, wenn man sich die Un­übersichtlichkeit des Geländes bei Rachtzeit vor Augen hält und wahmimmt, wie weit vom eigentlichen Brandherde die Wasserentnahmestelle, von der zur Zeit noch eine Schlauchleitung nach ben Werksgebäuden führt, von der Brandstelle entfernt liegt. Die von der Feuerwehr zurück- gelassene Brandwache dürfte mittlerweile zurück­gezogen und durch Werkspersonal erseht worden t Erfreulicherweise sind bei dem Brande, wie wir hören, Personen nicht zu Schaden gekommen.

Ein gewaltiger Feuerschein, der gestern, Diens­tag, gegen 22.20 Uhr innerhalb weniger Minuten am tief dunklen Rachthimmel auflohte und in kürzester Zeit imme'r stärker wurde, kündete

Mas die grimmige Winter kälte zurückhielt, hat nun die glühende Sonne eingeholt. Die Ernte­zeit ist gekommen, wie in den vergangenen 3ah- ren: die Frucht reift zusehends. Wo noch vor einigen Tagen das grüne, wogende Korn un Wind« rauschte, steht heute bejahe erstarrt, ine @n 22.20 Uhr war auf dem Grundstück der

reife Frucht. An Bergen und Abhangen wurde A ilschen Ton werke in dem Hauptfabrik-

schon der erste Schnitt getan. u, gebäude der gewaltige Brand entstanden, der

Und wenn du im D-Zug durch Oie öeunqjen ..$ mit rasender Schnelligkeit ausbreitete und

Gaue fährst, fiehst du links und rechts nur großen Bau in die Höhen sind vom Wald betreut, und aus den tiefen Tälern leuchten die Wiesen - die gölte- ein riesiges Flammenmeer

nen Getreidefelder, im Süden wie im Aorten, 2lls fcie Feuerwehr gegen 22.30 Uhr auf

Als einst der vielgereiste Dichter Schönaich- Marrn ruf sofort zur Brandstelle kam, fand

Carolath wieder in sein Vaterland kam, zwängte I dort das Hauptgebäude schon in Hellen Flam- cr all seine Gefühle und Empfindungen in das I mTl stehend vor. Unter der Leitung des Stadt- wunderschöne kleine Gedicht: j branddirektors Braubach nahm die Wehr den

Ein Weg durch Dorn und roten Klee, Kampf gegen das entfesselte Clement sofort mit darüber der Lerche Singen, aller Tatkraft auf; es stellte sich jedoch bald

das stille Dorf, der Helle See, heraus, daß die Bekämpfungsmahnah-

süßes Wehen, frohes Klingen. men bei dem an allen Ecken und Enden bren­

nenden Hauptgebäude nur wenig erfolg- versprechend waren. Snfotgebeffen muhte sich die Feuerwehr vor allem den

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

C © a r b e n t e i <fe, 23. Suli. Am Sonntag fand unter Beteiligung des ganzen Dorfes die Feier des diesjährigen Sugendfestes statt. Um 2 Uhr bewegte sich ein Festzug durch das Dorf. Eine Musikkapelle, die sich in dankenswerter Weise für diesen Tag zur Verfügung gestellt hatte, marschierte an der Spitze, ebenso dia Trommler unb Pfeifer des hiesigen Turnvereins, dann folgten die Schulkinder, welche zum Teil Schilder mit humorvollen Aufschriften trugen, die auf die Scherzspiele, die während des Festes tattfinben sollten, hinwiesen unb auch bie Aelteren zur Beteiligung aufforderten. Sämt­liche hiesigen Vereine hatten sich eingefunben. Aus bem Sportplatz bildete das LiedSchön ist die Sugcnb ben Auftakt. Lehrer Mörschel I fielt eine kernige Ansprache, in ber er bie zahl­reich Erschienenen begrüßte, allen, bie zum Zu- tanbefommen des Festes beigetragen hatten, bankte unb auf bie hohe Bebeutung bes Tages hinwies. Rach bem Deutschlanblieb folgten bie Darbietungen ber einzelnen Klassen, bie ben ungeteilten Beifall ber Zuschauer ernteten. Gut vorgetragene Chöre ber Gesangvereine verschön­ten bas Fest. Bei anbrechender Dunkelheit setzte sich ein Zug unter Führung bet Musik­kapelle in Bewegung, unb auf bem Dorfplahl anb bas Fest nach bem Absingen bes Liebes 3ch lieb bas schöne Oertchen" einen stimmungs­vollen Abschluß.

Dg. Großen-Buseck, 23. Suli. Der von ben Quellen nach bem Hochbehälter führente Strang unserer Wasserleitung ist burefet Cinwachsen von Wurzeln verstopft, so bah bas Wasser sich anbere Wege suchte. Der Wasser* verbrauch in unserem Dorfe mußte tnfolgc- bessen sehr eingeschränkt werben. Die Wieber- herstellungsarbeiten sinb im Gang. Doch ist bas! zeitweilig ben Haushaltungen zugeführte Wasser zum Trinken wegen seines unschönen Aussehens nicht recht geeignet. Von weither kommen bes- halb Frauen, Männer unb Kinber zu ben weni­gen, glücklicherweise noch Erhaltenen, nicht von ber Wasserleitung gespeisten, Brunnen, um bas allgemein als vorzüglich gepriesene Raß zu holen. Reuerbings hat ber Oemcinbcrat zwei aus Man­gel an Pumpanlage nicht mehr benutzbare Brun­nen instanb setzen lassen unb sich bamit bie Dankbarkeit weiter Kreise erworben. Der seit­herige erste Flurschütz August P f e i f f e r ift zum Polizeibiener ernannt worden. Er hat bie Stelle des seitherigen wegen Krankheit in ben Ruhe- stanb getretenen Polizeibieners Wilhelm Hahn übernommen. Dieser hat feinem Amte breihig Sabre lang zur allgemeinen Zufriebenheit vor- geftanben. Durch fein allezeit freundliches und gefälliges Wesen unb sein durch reiche Erfah­rung gefördertes umsichtiges Handeln hat er es verstanden, sich allenthalben Beliebtheit und Ach­tung zu gewinnen.

Schwurgericht Gießen.

Gießen, 23. Suli. Sn der heutigen zweiten Sitzung führte wiederum Landgerichtsrat S t r a cf den Vorsitz. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Sustizrat Weidemann.

Auf der Anklagebank nahmen drei Personen Platz. Ein Fräulein ist beschuldigt, daß sie an sich einen strafbaren Eingriff vornehmen ließ; deren Liebhaber, ein junger Mann, soll sie hierzu angestiftet haben. Den Eingriff selbst hat nach der Anklage eine Frau Clara G. vorgenommen; außerdem ist letztere angeklagt, in einem wei­teren Fall bei einem Mädchen eine Abtreibung vorgenommen zu haben, und zwar mit ter Folge, daß das Mädchen gestorben ist. 3hr wird also, da sie sich auch für ihreMühewaltung" bezahlen liefe, gewerbsmäßige Abtreibung und fahrlässige Tötung zur Last gelegt.

Es werden über 20 Zeugen und 4 Sachverstän­dige vernommen. Rach der ausgedehnten Beweis­aufnahme hält der Staatsanwalt die Anklage in vollem Umfange aufrecht. Rach den Gutachten ber Sachverstänbigen könne nicht ter geringste Zweifel bestehen, bah ber Tob bes zweiten Mädchens auf den strafbaren Eingriff zurück­zuführen sei. Gegen Frau G. beantragte er eine mehrjährige Zuchthausstrafe, gegen die beiden anderen Angeklagten geringe Gefängnisstrafen. Die drei Verteidiger plädieren teils für Frei­sprechung, teils für mildernde llmftänte.

Rach längerer Beratung verurteilte das Schwurgericht Frau G. unter Annahme mildern­der Umstände zu einer Gefängnisstrafe von 2 Saferen abzüglich 14 Wochen Unter­suchungshaft; gegen bas junge Mädchen wirb an Stelle einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen eine Geldstrafe von 100 M k. und gegen den jungen Mann statt 2 Monat Gefängnis 300 M k. Geldstrafe festgesetzt.

Die Verhandlung dauerte bis in bie späte Qlbenbftunbe.

Berliner Börse.

Berlin, 24. Suli. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr taxiert man kursmäßig toieber cfeer freundlicher, doch ist Zuverlässiges über bie Tendenz bisher noch nicht zu hören. Man hofft, bah bei ben Danken etwas gegen» behalten wirb und dah zum Ultimo noch eher Deckungen erfolgen werden, da an einigen Märk­ten Bedarf bestehen soll. Allerdings ist die Situation hinsichtlich der Diskontbewegung in England immer noch ungeklärt. Am Devisen­markt nannte man London gegen Paris 123,85, London gegen Mailand 92,79, London gegen Spanien 33,29, London gegen Kabel 4,8538, Lon­don gegen Berlin 20,3575, Kabel gegen Ber­lin 4,1945.

Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein.

Am 1. Suli dieses Saferes konnten die Miele- werke QI.-©., Gütersloh, den Tag des 30j übrigen Geschäftsjubiläums begehen. Am 25. 3uli feiert der Gründer der Firma, Herr Karl Miele, seinen 60. Geburtstag. Durch zähen Fleih und rastlose Arbeit ist es ihm möglich gewesen, die am 1. Suli 1899 gegründete Firma aus kleinen Anfängen auf ihre jetzige Höhe zu bringen und trotz ber Un­gunst ber wirtschaftlichen Verhältnisse ber letzten? Sahre auf dieser Höhe zu erhalten. Die Miele- werke und ihre Erzeugnisse haben heute Weltruf.

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SanndUcrgelft - erfrischt - belebt B bei Ohnmächten, Ermüdung, Otta», fflül W 31 H pazen, Nerven- und Slieder- 8^1 9 B Sa (Anurien, «Verstauchungen unb

- m-m,, .»Jhi«. 191,«. n Ritr. «Verrenkungen. Segen Insekten« 5 Stoll!' unt> ffiotmaun-Cd, 18,u ^und. u. «ucgelwafler.

Mmch°l,eoo Spirit, 400 gPafi. - Apochckea U- (Progerien erbaulich.