Geschäftsbericht. Danach beträgt di? Mitglieder- zahl zur Seit 144. Der Verein suchte seinen Aufgaben gerecht zu werden, indem er zusammen mit bem Gau Hessen des Vereins Deutsch Drahthaar eine Derbandsjugendprufung und cineVer- bandSgebrauchSprüsung veranstaltete, ausgehend von der ^leberzeugung, daß zu dem tmn- lich weidgerechten Säger der deutsche Gcorauchd- Hund gehört. Das Schiehwesen konnte infolge des Umbaues der Schießstände des Schützenvcr- ci.-.s leider nicht so gepflegt werden, wie es der Vorstand für wünschenswert erachtete. Eine ganz besondere Bedeutung gewann in diesem >oahr die Hubertusfeier, die mit einer Geweihaus- stcllung verbunden war. Sm Anschluß an diese beschickte der Verein die Sagdausstellung 1929 in Derlin, dir in dieser Woche eröffnet w'.rd, mit einer Sammlung Rehkronen. Wie in den Dor'ahreii, wurden auch in diesem Sahr Vorträge der verschiedensten Art in den Mitgliederve, sammlungen gehalten, die sich durchweg eines guten Besuches erfreuten. Es sprachen: Geh. Rat Prof. Dr. Olt über „Die verbreitetsten Wildseuchen und ihre Bekämpfung" und über „Altersbestimmung beim Rehwild". Aug. Pascoe über „Erfahrungen mit dem jagdlichen Kugelschietzen" und „Die Wasserjagd unter besonderer Berücksichtigung der Entenjagd", Rechtsanwalt Albrecht über „Das Wichtigste für den Säger aus deni am 1. Oktober in Kraft tretenden Rcichswaffengeseh", Studienrat Holzel über „Einiges aus der Biologie der Waldschnepfe", „GcschlechtSbestimmung beim Rebhuhn" und „Die wirtschaftliche Bedeutung des Halen und die Methoden seiner Sagd". Die im vergangenen Sahre beschlossene Eintragung des Vereins wird nunmehr nach erfolgter Vorstandswahl beantragt werden. Don den Vorteilen einer Kollektivhaftpflichtversicherung machten zahlreiche Mitglieder Gebrauch. Einige Schadenfälle wurden zur Zufriedenheit geregelt. Der Verein ist im Berichtsjahr in zahlreichen Revieren gegen die immer mehr überhandnehmende Krähenplage vorgegangen. Als sehr wichtig für den Meinungsaustausch und das Sichkennenler- nen der Mitglieder haben sich die Mittwoch- Abende im „Hessischen Hof" erwiesen. Die Hauptversammlung selbst stand im Zeichen großer Einhelligkeit. Die Neuwahl des Vorstandes ergab Wiederwahl des seitherigen, dessen Aemter wie folgt verteilt sind: Sng. Aug. Pascoe- Dutenhofen, I. Dors., Dr. v. Bentheim, Gietzen, 2. Vors., Studienrat Holzel, 1. Schriftf., Kaufmann Fritz S u n g , 2. Schriftf., Obertelegraphensekretär Hotz. Schatzmeister, sowie als Beisitzer Oekonomierat Hoffmann, Hof Güll, Rentner August K i l b i n g e r, Gietzen, Ober- sorstmeifter Dr. Schüz und Kaufmann Louis Benne r. Das bewährte Sahresprogramm, dos durch Vorträge, Schietzen und Hundeprüfungen alle wesentlichen Zweige der Sagb zu fördern sucht, wurde auch für 1929 genehmigt. Der 3ah- resbcilrag wurde aus 10 Mk.. wie seither, belassen. Berussjäger zahlen die Hälfte. Der Vorstand wurde beauftragt, in der Schießstands- frage umgehend eine Klärung herbeizuführen. Rach Besprechung einzelner Anfragen, die sich auf Sagdverpachtungen, Krähenbekämpfung u. ä. bezogen, schloß sich an den geschäftlichen Teil ein Vortrag von Dr. v. Bentheim an, der die „Geschlechtsbestimmung beim Hasen" zum Gegenstand hatte und durch Präparate und Demonstrationen an Hasen und Kaninchen unterstützt wurde.
'** Gleibergverein. Dos diesjährige Winterfest des „Geselligkeitsvereins Gleiberg" am Samstagabend im Cafe Leib stand unter einem guten Zeichen: das Programm war hervorragend und der Besuch über alles Erwarten stark, so daß der Festsaal gut besetzt war. 2tn Stelle des verhinderten 1. Vorsitzenden, Provinzialdirektors Graef, hielt Geh. Hofrat Professor Dr. König die Begrüßungsansprache. Er betonte, daß das Jahr 1929 für den Gleibergverein sehr bedeutungsvoll sei: vor 50 Jahren habe der Verein die Burg Gleiberg in Besitz genommen. Aus diesem Anlaß solle eine besondere Feier abgehalten werden, der Dergnügungs- ausschuß sei bereits stark am Werk. Das Jubelfest solle am 29. und 30. Juni auf der Burg festlich begangen werden. Die Aufführung eines Fest- fplcls sei beschlossen. Redner forderte zur Werbung unter der Bürgerschaft Gießens und der Um- gegend auf, da die Feier viel Geld koste. Zum Schluffe hieß der Redner die mitwirkenden Künstler herzlich willkommen. Da Studienassessor Diehl verhindert war, trat in dankenswerter Weise Fr. Arzdorf vom Stadttheater Gießen ein. Die Leitung des Vergnügungsteils übernahm cand. med. Nieren, der sich seiner Aufgabe mit größtem Ge- schick und mit Humor entledigte, so daß schnell eine
Mt Naiarrot
I^man von 3- Schneider-Foerfi!.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.
52. Fortsetzung Nachdruck verboten.
„Aber solch komische Frage, Leopold! Wie sollte Maria bei mir sein? Hat sie denn gesagt, daß sie zu mir fährt?"
Er nickte. „Wie s' vor drei Wochn von z' HauS fort iS, hat s' mir angebn, sie möcht für einige Zelt zu dir, wann's mir recht ist. WaS hätt ich dageaen habn solln?--und jetzt hat's
mich anglogn!“
-Es wird ihr wohl nichts zugestohen sein?" erregte sich die alte Dame.
„Woher denn! Sch hab zwei Karten von ihr kriegt, aber auf den Stempel hab ich gar nicht gschaut, bloß verärgert bin ich gwesn, daß s' nur ihrn Namen hinkritzelt hat. An alles hält ich denkt, aber an das nicht, daß s' net bei dir ist. Kann ich ein Telegramm aufgebn, wo In der Nähe?"
»Gleich unten an der Kreuzung ist das Postamt."
„Sch lauf noch nunter. Sorg dich nicht, Tante. Mit dem nächsten Schnellzug fahr ich wieder zurück. Zwei Stunden können wir noch zusammen sein."
Kopfschüttelnd sah ihm die alte Dame nach, wie er eilig die Straße entlangschritt.
Nachts — wenige Minuten vor zwölf — lief bei Sänke- ein Expreßtelegramm folgenden Sn- haltS ein:
„Dr. Feßmann, z. Z. Bellinzona-Haus Jankes. Frage Soachim — ob Maria bei ihm gewesen ist. Richthofen.
Ckpreßrückantwort bezahlt."
Diebow brachte es Feßmann ans Bett, da er sich infolge der letzten schlaflosen Nacht bereits zurückgezogen hatte. Sn den Ellenbogen auf- gestützt, las der Doktor die Depesche. „Wenn ich das wüßte, verehrter Herr Diebow. Sch habe
heitere Stimmung Platz griff. Frl. Klara Rols- hausen (Krofdorf) erntete mit ihren Liedern ftür- mischen Beifall, das gleiche kann von Frl. Wohlfarth (Gießen) gesagt werden. Der Walzertanz — ein Straußscher Walzer natürlich — den Frl. Ha mm er schlag (Gießen) zum besten gab, riß das Publikum derart hin, daß er nach stärkstem Beifall wiederholt werden mußte. Auch der Gießener Heimatdichter L. Frech wurde gefeiert durch gemeinsamen Gesang seiner schönen Lieder: „Burg Gleiberg" und „Burgzaubcr". Die Militärhurnoreske „Die letzten zwei Taler" wurde von den Krofdorfer Herren Pfaff und Schieferstein gut gespielt und erregte wahre Lachsalven. Den Höhepunkt des Abends bildete das Dialektstück In oberhessischer Mundart von Peter Fuchs „In der Spinnstub'". Die Mitglieder des Zweigoereins Gießen vom Vogelsberger Höhenklub leisteten darin vorzügliches: ihr natürliches Spiel, die Volkstänze und Volkslie- der, die sie boten, gingen über das hinaus, was man gewöhnlich von Dilettanten erwartet. Der Beifall war denn auch außerordentlich stark. Die Musikstücke der Kapelle Weller trugen nicht wenig zum guten Gelingen des Abends bei. Valentin Frey sprach allen Mitwirkenden herzlichen Dank aus und betonte, daß es Pflicht der Gießener Bürger sei, Mitglied des Vereins zu werden, denn ohne die herrliche Burg Gleiberg sei Gießen gar nicht zu den- ken. Außerdem könne jeder Gießener durch seinen Beitritt Mitbesitzer einer Ritterburg werden. Wie tatkräftig der Gleibergverein an der Erhaltung und Verbesserung der Burg arbeite, gehe daraus hervor, daß im abgelaufenen Jahre wieder 6000 Mark verausgabt wurden: vor allem wurde eine zeitgemäße Toiletteeinrichtung im Aldertusbau geschaffen. Die Mitgliederzahl des Vereins sei dank der Rührigkeit des Vorstandes auf 650 angewachsen. Den Abschluß des Winterfestes bildete Tanz, der die Mitglieder und Gäste noch mehrere Stunden beisammenhielt.
" Bezirts-Lehrervereln Gießen- Land. Die Mitglieder des Lehrervereins Gie- ßen-Land hatten sich am Samstag im Hotel Kobel versammelt. Der Vorsitzende begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Sahr für den Verein, für Schule und Lehrerschaft ein gutes fein möge. Der Sahresbericht von 1928, den er sodann verlas, legt Zeugnis davon ab, daß in dem Lehrerverein Gießen-Land lebhaft mitgear- beitet wurde, besonders an Fragen, die die Schularbeit betreffen. Neben geschäftlichen Derichbrn wurden stets Vorträge über pädagogische Themata gehalten. Der Vorsitzende erinnerte daran, daß am 22. Sanuar der 200. Geburtstag eines der größten Deutschen ist. Sn den Oberklassen uüd in der Fortbildungsschule sollte Gotthold Ephraim Lessing nicht vergessen werden. — Nach einigen Mitteilungen ergriff Lehrer Hofmann, Lang-Göns, das Wort zu seinem Vortrag „Haftpflicht und Lehrer". Davon ausgehend, daß der Lehrer in seinem Berus in ständiger Gefahr.schwebt, gab der Vortragende zunächst die wichtigsten hierher gehörenden Paragraphen aus dem DGB. bekannt. Während der Pause, bei Schulausflügen (besonders in der Eisenbahn!), Sugendfesten. Sugendwettkämpfen (siehe Montag-Nummer des „Gieß. Anz"), Elternabenden ufw. können immer — trotz der besten Aufsicht — Unfälle vorkommen. Auch an den Turn- und Chemieunterricht wurde erinnert. Schon manchem Lehrer wurden durch eingetretene Unglückssälle schwere Stunden bereitet. Der Deutsche Lehrerverein ist sich Wohl bewußt, in welche Gefahr feine Mitglieder gelegentlich kommen können: er hat deshalb einen besonderen Rechtsschutz eingerichtet, durch den seine Mitglieder beraten und unterstützt werden. 3m zweiten Teil des Vortrages wurden zahlreiche Fälle verlesen, die von den Anwesenden mit großem Snteresse und großer Spannung angehört wurden. Cs wurde allgemein gewünscht, daß man jedes Sahr einen ähnlichen Stoff behandeln sollte, besonders im Hinblick auf die neu eintretenden jüngeren Lehrer. Das wurde vom Vorsitzenden zugesagt. Eine kurze Aussprache schloß sich an.
** Schubert-Abend Im GDA. Man berichtet uns: Die Ortsgruppe Gießen des Ge-- werkschastsbundes der Angestellten (GDA.) hielt am Samstag im Hotel Hopfeld eine Schube r tfe i e r ab, die vollen Anklang fand. Der Ortsgruppenvorsihende. Zecher, begrüßte die Erschienenen und besonders einige Gäste des Abends, wie auch die stark vertretene Sugenb. Dann folgte ein Dortrag des Bezirks geschästS- führers Mack (Gießen) über: „Schubert und sein Wirken". Anschließend folgte eine Reihe auserwähller Musikstücke und Lieder Schubertscher Kompositionen. Den Elektrola-Apparat zur Vor
natürlich keine Ahnung! Am Nachmittag habe I ich bei meinem Freunde mehr den Arzt als sonst etwas gespielt, so schlecht war er beisammen. Ein | Fragen schien mir unter diesen Umständen gar nicht ratsam."
„Darf ich fragen, wer diese Maria ist?" forschte Diebow.
„Natürlich dürfen Sie! Die Dame, um die es sich hier handelt, war seine frühere Draut!"
„Dann kann ich ja Auskunft geben, Herr Doktor! Eine entzückende Dlondine, groß, schlank, mit einem rührend kinderreinen Augenpaar."
„Stimmt!" sagte Feßmann sarkastisch.
„Also die Dame war einige Wochen Biet und hat im Bellevue gewohnt. An jenem llnglücks- abend habe ich Joachim gefragt, warum er immer so tief den Hut vor ihr ziehe, da hat er mir elngeftanöen, daß er mit ihr verlobt war, das Ganze aber auf ihren eigenen Wunsch zurück- gegangen ist."
Feßmann nickte. „Wann die Dame weggefahren ist, wissen Sie nicht zu sagen, Herr Diebow?"
„Nein! Vielleicht kann man es in Bellevue erfahren. Soll ich hintelephonieren? Der Nachtportier kann sicher Auskunft geben."
„Wenn Sie so gut sein wollten!"
Während Diebow an den Apparat lief, der in seinem Zimmer stand, hatte Feßmann sich wieder völlig angekleidct. Er knöpfte eben noch seinen welchen Kragen fest, als Kurt wieder eintrat.
„Fräulein Richthofen ist seit drei Tagen weg. Shre Koffer stehen noch im Hotel. Sie hat Bescheid gegeben, sie ihr nach Wien nachzusenden, komischerweise aber vergessen, ihre nähere Adresse anzugeben."
Der Doktor war kaum mehr fähig, seine Nerven im Zaum zu halten. Ein Angstgefühl ohnegleichen schnürte ihm die Kehle zusammen. „Sch «ehe zu allererst ans Telegraphenamt. um Richt- Hofen zu verständigen, daß feine Schwester hier war. Alles andere müssen wir abwarten bis morgen früh."
Cs wurde eine entsetzlich lange Nacht, bis sich das Morgenrot über die Höhen hob und unten auf den Straßen erwachendes Leben kund tat
führung her Musikvlatten hatte die Firma Ka- minfa zur Verfügung gestellt.
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
• Heuchelheim. 21. San. Der Gesangverein „Liederkranz" hielt am Samstagabend in der Turnhalle sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Die schön zusammengestellte Vortragsfolge wickelte sich schnell und reibungslos ab. Der Verein brachte unter der hervorragenden Leitung seines Dirigenten Gorlach - Gießen einige Chöre sehr gut zu Gehör. Zwei flott gespielte Einakter. einige sehr gut gesungene Terzette, sowie ein von jungen Damen des Vereins vorgeführ.er Winzerreigen ernteten reichen Beifall. Die Kapelle Weller spielte anschließend zum Tanz auf. Demertt sei besonders. daß einige von der Kapelle gespielte alte Volkstänze von der älteren Generation mit reichern Bellall ausgenommen wurden.
<5 Allendorf a. d. Lda., 22. Jan. Am Samstag vollendete der älteste Einwohner unserer Stadt, der Schneidermeister Philipp Krieger, in seltener geistiger und körperlicher Frisck)e sein 9 0. Lebensjahr. Nachdem ihn schon am Vormittag die erste Schulklasse unter Leitung des Lehrers Strack durch den Vortrag dreier Lieder ge- ehrt hatte, brachte ihm am Abend der Männer- gefangnerem, dessen Mitglied der Jubilar bereits feit Bestehen des Vereins ist, feine Glückwünsche mii einem Ständchen dar. Nach einer kurzen Ansprache überreichte der 1. Vorsitzende des Vereins, D ö l l, dem Jubilar eine kunstvolle Urkunde, nach welcher er zum Ehrenmitglied des Männergefang- oereins ernannt worden ist. Tiefbewegt dankte der Geehrte und gelobte dem Verein Treue bis zum Grabe. — Das diesjährige Winterkonzert des hiesigen Männergesangoereins — unter der bewährten Leitung des Lehrers S ch m i b t (Kesselbach) stehend — findet am nächsten Samstag- abend im Salbau Ranft statt. — Arn Sonntagabend hielt Pfarrer Waldeck vorn D.akonisfenhaus Elifabethenstift Darmstadt in der hiesigen Kirche einen Lichtbildervortrag. An Hand der Lichtbilder führte der Vortragende die Zuhörer durch die Räume der Anstalt und machte sie mit dem segensreichen Wirken der Schwestern und des Anstaltspersonals bekannt. Der Besuch des Vortrages war zufriedenstellend. Die Tellersammlung war für das Elifabethenstift bestimmt.
• Londorf, 21. San. Am Sonntag hielt der hiesige Turnverein unter zahlreicher (Beteiligung ferner Mitglieder feine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Aus dem von dem ersten Borsitzenden H. Pfeiff erstatteten Sahresbericht war zu entnehmen, daß der Turnbetrieb, trotz des Turnfaalverlustes, recht r ge und erfolgreich war. Die Rechnungsablage des Rechners G. Berlin ergab folgendes BW: Ginnahmen 536,50 Ml., Ausgaben 483,03 Mk., somit verbleibt ein pleberschuh von 53,47 Mk. lieber die Tätigkeit der Handbatlabteilung wurde berichtet, daß innerhalb des Sahres insgesamt 22 Spiele, darunter sechs Sugendspiele, ausgetragen wurden und die erste Mannschaft bei den jetzigen Verbands spie len im Lahn-Dünsberg-Gau den zweiten Tabellenplatz innehat. Der Vorstand wurde, außer dem Schriftführer, einstimmig wiedergewählt und setzt sich nun wie folgt zusammen: 1.Vorsitzender Heinrich Pfeiff, 2.Vorsitzender Friedrich W i ß n e r, Rechner Georg Berlin, 1. Schriftführer Erwin Brack, 2. Schriftführer Robert Kreiling. Zeugwart Heinrich Schä- f e r, l.Turnwart Ludwig Olemotz, 2. Turnwart Wilhelm öd) ne der, Spielleiter Georg Höchst. Nachdem H. Schäfer dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß der schon länger geplante Bau. einerTurnhalle bald in Angriif genommen werden möge, schloß der erste Vorsitzende die Versammlung. Man ging dann zum gemütlichen Teil über.
* Großen-Buseck, 22.Jan. Der Schneidermeister Ehr. S t e p ha n von hier konnte am Samstag seinen 8 5. Geburtstag begehen. Dem alten Herrn, der trotz keines hohen Alters heute noch seinen Beruf ausüot, bereiteten feine Kinder, Enkelkinder und sonstigen Verwandten, sowie einige Altersgenossen eine schöne, in allen Teilen würdig verlaufene Geburtstagsfeier im Saale des Gastwirts Wagner. Ein Streichquartett mit Klavierbegleitung sorgte für den musikalischen Teil des Abends, während der Gesangverein „Ge r m a n i a“ dem Geburtstagskinde als dem einzigen noch lebenden Gründer des Vereins ein Ständchen darbrachte und der erste Vorsitzende des Vereins, B o n a • rius, ihm mit einer Ansprache ein Geschenk überreichte. Mit herzlichen Worten dankte der alle Herr für die vielfachen Ehrungen.
Staatsanwalt Brand stand in feinem Arbeitszimmer und öffnete eben eine Hülle aus dunkel- farbenem Bütten. Die Adresse trug Hettingens Namen, aber der Anwalt hatte auf der Post den Antrag gestellt, alle Korrespondenz, die für den Baron einlief, zuerst in seine Hände gelangen zu lassen. Möglicherweise, daß sich hier ein wichtiger Anknüpfungspunkt finden lieft.
Verärgert ließ er den gefransten Dogen mit den steilen, schnörkellosen Buchstaben sinken. Wieder nichts! Was diese Sfabetla Seska schrieb, war für das Gericht von völliger Delanglosigkeit. Merkwürdig, wie viele Menschen es noch gab. die an die äln schuld Hettingens glaubten, sogar die Arbeiter draußen nn Stollenbau hielten ihn nicht für den Täter und stellten auf eigene Faust Nachforschungen an. Aber er: Nein! Für ihn war der Daron der Mörder! Er und sonst keiner!
Feßmann hatte die Erlaubnis erhalten, bereits um sieben älftr bei Soachim vorsprechen zu dürfen.
Mit tiefliegenden Augen, die schlaflos verbrachte Stunden widerspiegelten, sah Hettingen ihm entgegen. „Fährst du schon wieder, Hans?" Feßmann Hörle die Angst in den Worten mitschwingen und fühlte ein grenzenloses Erbarmen in sich aufsteigen.
-Hast du noch irgendwelche Wünsche, die du mir anvertrauen möchtest?"
®in hastiges „Sa. Kannst du mir Opium verschaffen, Hans?'
„Opium!" Der Doktor maß ihn mit einem ruhigen Dl ick. »Fühlst du irgendwie Schmerzen im Leibe? Sch werde Nachsehen!"
„Laß! Hettingen schob seine Hand erregt von sich- »Das weißt du doch ganz gut, wozu ich's brauche."
„Sa! — Aber eben deshalb kann ich dir keines bringen. Nur die normale Dosis."
„Damit ist mir nicht gedient."
»Dann müssen witt's eben fein lassen, mein Lieber. - Aber jetzt noch eine Frage, wann ist denn Maria Richthosen, als sie damals bei dir war, von dir weggegangen?"
Dg. Großen-Duseck. 22. Sanuar. Det Sportplatz der ftieiigen Gemeinde befand sich bei Regenwctter. da der aus Lehm bestehende Hintergrund das Wasser nicht durchlieft, oft in schlechtem Zustande. Aus Antrag des Turnvereins „Gut Heil" hat nun der Gemeinderat in entgegenkommender Weife beschlossen, den Platz zu cnttoäifern und mit Kohlenschlacke befahren zu lassen. Das notwendige Material wird von der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt, während die Arbeiten von den beiden Sportvereinen unter sachkundiger Leitung cu g fährt w.rden sollen. Twrch die erfolgreichen Spiele der Handbal.mannschaft des hiesigen Turnvereins ist der Sinn für Sport in unserer Gemeinde außerordentlich gehoben worden. Der Turnverein hat. angesicht der zahlreichen Winterfestl.chleit.n. von einer derartigen Veranstaltung seiner eit; für diesen Winter abgesehen. Cs wird auf Vorstandsbeschluft lediglich im Frühjahr ein Anturnen stattfinden.
• Hattenrod. 22. San. Untere Gemeinde verkaufte dieser Tage ihren Vogelsberger Dullen, der ein Gewicht von 19 Zentnern hatte, zum Preise von 51 Pf. je Pfund Lebendgewicht an den Viehhändler Ssaack Rosenberg in Großen-Duseck. Das Tier befand sich über drei Sahre bei dem Dullenh alter Heinrich Rau IV. in Pflege und wurde auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Darmstadt, der 34. Wanderausstellung der D. L. G. in Leipzig und auf anderen Prämiierungen ausgestellt. wobei dem Dullenhalter für seine hervorragende Tierpflege beste Preise zuerkannt wurden. Als Ersatz für das abgehende Tier erwarb die Gemeinde einen Sungbullen von dem Züchter Heinrich Münster. Der Züchter Karl Rock verkaufte einen Sungbullen an die Gemeinde Reiskirchen.
is Steinbach, 22. San. 3n gemeinschaftlicher Sitzung des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeindevertretung von Steinbach und Albach touroe an Stelle des im vorigen Sahre verstorbenen Sakob Gerhard V. von hier Bürgermeister Krämer als Vertreter in den Dekanat Ztag gewählt. Stellvertreter blieb wieder Ludwig Balser VI. von Albach. Anschließend wurde der von Pfarrer Krämer aufgestellte Voranschlag 1929 für Steinbach von der hiesigen Vertretung beraten und nach kurzer Aussprache ohne Aende- rung angenommen. Aus der kirchlichen Statistik für 1927 wurde u. a. folgender Bericht erstattet: Gemeindemitgliederzahl 1116, davon Erwachsene 849, schulpflichtige Kinder 134, nicht- schulpslicht'.ge 133; Trauungen 18, Taufen 16, konfirmiert wurden 28, Beerdigungen fanden 9 statt. Die Summe aller eingegangmen Kollekten betrug 975 Mark. An kirchlichen Vereinen bestehen der Gustav-Adolf-Verein. Aeußere Mission und ein Frauenverein.
# Garbenteich, 22. San. Der hiesige G e • sangverein „Viktoria" feiert am 16.Sunt fein 5 0. Su&iläum und hat dazu einen nationalen Gefangswettstreit ausgeschrieben. Arn Sonntag sand im Saale zum „Grünen Baurn" die Vertreterversammlung der Wettstreitenden Vereine statt. Cs hatten sich im ganzen nur 7 Vereine angemeldet, mehrere vertretene Gesangvereine zogen ihre Meldung zurück, bzw. leisteten Verzicht wegen schweren Wettbewerbs innerhalb der betreffenden Klasse, so daß in der zweiten Stadtklasse die Vereine „Sängerlust" Mayen bei Koblenz, „Eintracht" Neu-Dsenburg, „Harmonie" Corbach und „Liedertafel Altena in Westfalen verblieben, während in der ersten Stadlklasse nur der Männergesangverein „ Frohsinn" Frankfurt a. M.-Sindlingen vorhanden war. Die zweite Landklasse war nur mit „Eintracht" Klein-Linden beschickt, während sich in der Abteilung der nichtpreisgekrönten Vereine nur der Männergesangverein „Sängerlust" Rodhcim a. d. Horloff befand. Eine rege Aussprache der Vertreter und der Vereinsleitung des festgebenden Vereins unter Vorsitz von Paul Happel führte zu dem einmütigen Beschluß, von der Abhaltung des Wettstreits abzusehen und nur die goldene Subeifeler in größerem Ausmaß festlich zu begehen. Die Verhandlungen wurden umrahmt von mehreren Choren unter Leitung des Dirigenten Ph. Groß von Wieseck, die Sängern und Dirigent alle Ehre machten.
> Holzheim, 22. San. Der Gesangverein „Harmonie" feierte am Samstagabend im Saale von Gastwirt Sarnes seinen diesjährigen Familienabend. Zur Einleitung spie.te die Kapelle Sarnes ein flottes Konzertstück. Nach einem Degrüßungschor durch den Gesangverein unter der langjährigen, bewährten Leitung seines Dirigenten Eames hielt der Ver-
Hettingens Gesicht tauchte erst in glutfaroene Rote, um bis zur Mauerweiße abzublas en. „Woher hast du Kenntnis, daß fie bei mir war?"
„Das ist Nebensache!"
„Hans!" Hettingen packte ihn vorne an den Enden seines Rockes, daft die Knöpfe davon ab- sprangen. „Hans! Es geht um mein Leben — und — um ihre Ehre! — Du — wirst schweigen!"
„Nein, mein Lieber! Sch werde nicht schweigen! Verlaß dich drauf, daß ich reden toerje.“ Er hielt Soachim mit aller Kraft an den Schultern zurück und drückte ihn. ohne irgendwelchen Widerstand zu dulden, auf das schmale Esienvett. „Kennst du das?" Er hielt ihm ein kleines, vergoldetes Medaillon entgegen, an dem die Oese abgerissen war. Mit einem Druck seines Zeigefingers ließ er es aufspringen Sn matter Farventonung. auf hauchdünnes Email gemalt, zeigte es Soachims Bild.
Als Hetttngen danach greifen wollte, zog er eö eilig zurück und steckte es wieder in die Westentasche.
„Wo hast du es gefunden?" preßte der Baron hervor.
„Sn der Davacke!"
Zwei starr geweitete Augen hingen- an dem Arzte. „Hans, du hast---"
„Sa. mein Lieber — — ich habe mir selbst geholfen, well aus dir doch ewig nichts herauszukriegen gewesen wäre. Di.e' ow und ich sind sind feit zwei Uhr nachts auf den Knien herumgerutscht. ob nicht irgend etwas zu finden ist, das uns auf die Spur hilft — na — und da habe ich eben dies hier entdeckt!" —
„Wo?---"
„Wo. mochtest du toiffen? Am Boden, über dem das Strohöett steht. Also muft sie doch bei dir gewesen fein!“
„Das Medaillon beweist noch nichts!" fuhr Hettingen auf.
„Soo? Das beweist noch nichts? Das wird dir dann der Staatsanwalt schon sagen."
„Du hast ihm bereits Mitteilung gemacht?" „Aber selbstverständlich!"
(Fortsetzung folgt) *


