Nr.M viertes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 22. Juni (929
Wirffchafi.
Oer deutsche Außenhandel im Mai.
Die Einfuhr im reinen Warenverkehr beträgt im Monat Mai 1121,6 Millionen Reichsmark, die Ausfuhr einschließlich der Reparationssachlieferungen 1175,8 Millionen Reichsmark. Die Handelsbilanz zeigt somit einen geringen Ausfuhrüberschuß von rund 54 Millionen Reichsmark, gegenüber einem Einfuhrüberschuß von 24 Millionen Reichsmark im April. Auf die Reparationssachlieferungen entfallen 77 Millionen Reichsmark gegenüber 67 Millionen Reichsmark im Vormonat.
Sowohl die Einfuhr, als auch die Ausfuhr sind zurückgegangen, die Einfuhr jedoch erheblich starker (um 133 Millionen Reichsmark) als die Ausfuhr (um 55 Millionen Reichsmark). Die Aprilzahlen lagen unverhältnismäßig hoch, weil in diesem Monat die während der Kälteperiode zurückgestellten Warentransporte nachgeholt wurden. Vergleicht man daher die Mai-Ergebnisse mit dem Durchschnitt der legten drei Monate, so ergibt sich eine Steigerung sowohl bei der Einfuhr, wie bei der Ausfuhr.
Verhältnismäßig nm stärksten ist gegenüber dem Vormonat die Einfuhr von Lebensmitteln gesunken (um 50,8 Millionen Reichsmark). Die Fertigwareneinfuhr ist fast unverändert geblieben.
Der Rückgang der Ausfuhr gegenüber dem Vormonat entfällt überwiegend auf die Fertigwaren und verteilt sich hier auf viele einzelne Posten.
Wochenbericht
vom Frankfurter Effektenmarkt.
' Die neue Woche stand in der Hauptsache im Zeichen des starken Order mangels, und dies wirkte sich oft so unangenehm aus, daß das Geschäft zeitweise fast völlig stagnierte. Die erhoffte Belebung des Geschäftes nach der Erledigung der Reparationsangelegenheit blieb aus, man war verstirnmt und zurückhaltend. Verschiedene günstige Rachrichten fielen gar nicht ins Gewicht, oder wurden kaum beachtet. Früher störte man sich an der ungesunden internationalen Geldmarktlage, und die Hauptschuld an der mangelnden Tlntemehmungslust wurde zumeist dieser Tatsache zugeschrieben. Als sich aber eine fühlbare Erleichterung hier einstellte, reagierte niemand mehr darauf, und die Spekulation verharrte in ihrer Apathie. An verschiedenen Tagen verstärkte sich die Abgabeneigung, es traten bei einzelnen Werten immerhin nicht zu übersehende Kursrückgänge ein. Bei dem Gros der Papiere blieben jedoch die Rückschläge minimal, da sich größeres Realisationsbedürfnis eigentlich niemals geltend gemacht hatte. Dies war aber vor allem auf den geringen Engagementsumfang ^urückzu- suhren. Im großen und ganzen neigte die Tendenz immer zur Schwäche. Das Ausland und das Publikum waren an fast allen Tagen am Börsengeschäft desinteressiert. Als besonderes Merkmal war in dieser Woche die Verschmelzung der Glanzstoff- mit der holländischen Enka-Fabrik zu bezeichnen. Als nähere Einzelheiten bekannt wurden, und zwar daß der Hauptsih nicht in Deutschland verbleiben, sondern nach Holland verlegt wird, in erster Linie aus steuerlichen Gründen, war man überrascht und sehr enttäuscht. In Glanzstoffaktien kam daher ziemlich Material heraus, und es ergaben sich hier Verluste in größerem Ausmaße. Die Abgaben hielten fast die ganze Woche hindurch an. Auch über das älmtauschverhältnis war man nicht zufrieden, die niedrige Bewertung der Enka- Aktie in Amsterdam drückte stark auf den Kurs dieses Papieres. Gegen Ende der Woche trat jedoch hier wieder eine Erholung ein, als die Distanz zwischen Enka und Glanzstoff nicht mehr so erheblich toar; man blieb aber in dieser Angelegenheit enttäuscht. Trotz des bevorstehenden Halbjahresultimos zeigte der Grundton der Börse eine nicht zu verkennende Widerstandskraft. Besonders zu erwähnen sind noch Aschaffenburger Zellstoff, die regeres Interesse auf sich lenken konnten, und zwar aus dem Grunde, daß jetzt eine engere Zusammenarbeit zwischen der Memeler und der Aschaffenburger Zellstoff-Fabrik geplant ist. In der zweiten Hälfte der Woche klärte sich die Lage etwas auf. und die Stimmung war wieder freundlicher. Vor allem rief die Meldung, wonach doch in nächster Zeit eine BO-Mill.-Dollaranleihe, nachdem zu Beginn der Woche an einem Zustandekommen infolge zu teuerem und ungünstigem Angebot gezweifelt wurde, zustande kommen soll. Auch die weitere Erleichterung am Geldmarkt, die Entlastung des Reich sbankin st ituts, die
weitere Abnahme der Arbeitslosigkeit im Reiche, die besscreLage der deutschen Maschinenindustrie und vor allem wieder, aber nur in geringem Umfange, ein- treffende Auslandorders ließen eine freundlichere Stimmung und zeitweise eine lebhaftere Geschäftstätigkeit auskommen. Aber im Hintergründe stand noch immer das Zeichen der Order- losigkeit der letzten Tage und lieh bei der Kulisse noch keine größere Unternehmungslust aufkommen. Rach vorübergehenden Abgaben machte sich bald wieder stärkeres Deckungsbedürfnis geltend, unter Bevorzugung von Clektrowerten, Mansfelder, Zellstoffpapieren, vereinzelten Banken und vor allen Dingen Farben: letztere waren auf die in dieser Woche stattfindenden Generalversammlung lebhafter gehandelt. Interesse trat auch wieder für Glanzstoff, Autowerte und Conti- Gummi, letztere wurden erst in dieser Woche zum amtlichen Börsenverkehr zugelassen, zutage. Die anfangs eingetretenen Verluste wurden meist wieder aufgeholt und von Spezialpapieren sogar noch bis zu 4 Prozent überschritten. Mansfelder gewannen 8 Prozent. Banken waren mit Ausnahme von Commerz- und Reichsbank etwas schwächer. Chadeaktien verloren 3 Mark. Kali- werte konnten, aber bei fast durchweg ruhigem Geschäft, bis 6 Prozent gewinnen. Zum Wochenschluß war die Stimmung lustlos und neigte zur Schwäche, da der weiter anhaltende Ordermangel stark verstimmte. Bei geringem Angebot ergaben sich Rückgänge bis zu 2 Prozent, die aber im Verlause zum Teil wieder aufgeholt werden konnten. I.-G.-Farben wurden stärker angeboten, da hier Tauschoperationen gegen I.-G.-Chemie- Basel vorgenommen wurden, doch war aber auch hier bald eine kleine Erholung zu verzeichnen. Vom AEG.-Markte ausgehend, die gegen andere Werte getauscht wurden, machte sich eine a 11 - gemein freundlichere und zuversichtlichere Bewegung geltend. Der Abschluß eines Auslandkredites, der erst spät bekannt wurde, konnte sich nicht voll auswirken, aber die anfänglichen Verluste wurden bei wieder stiller werdendem Geschäft aufgeholt und teilweise noch überschritten. Interesse bestand noch besonders für Mansfelder. Anleihen lagen in der ganzen Woche fast durchweg geschäftslos, doch hatten deutsche und ausländische Renten zumeist Besserungen zu verzeichnen. Am Geldmarkt war, Tagesgeld mit 7 Prozent angeboten, doch trat hier mit 7,5 Prozent wieder eine Verknappung ein, wodurch man auch verstimmt war, und dies legte der Börse eine gewisse Beschränkung auf. Die Mark konnte sich nach einer vorübergehenden Abschwächung wieder kräftig erholen: der Peseta war Schwankungen unterworfen, aber von nicht allzu besonderer Bedeutung. Der französische Franke lag fester.
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
Auch in dieser Woche trat am Frankfurter Produktenmarkt feine Belebung ein, man war eher noch skeptischer und zurückhaltender. Vor allem verstimmten die in aller Welt vorzüglichen Ernteausfichten und das sehr günstige Wetter. Das Angebot von Auslandware toar sehr gering; auch hielt die Provinz mit ihrer Ware zurück, aber trotzdem kamen kaum Umsätze zustande. Die Annahme der Farmer-Dill durch das amerikanische Repräsentantenhaus und den Senat übte auf die amerikanischen Märkte wohl eine Anregung aus, blieb hier aber ganz ohne Einfluß. Vor allem hatte das Geschäft auch unter den verschiedenen Gerüchten bezüglich der künftigen Gestaltung der Getreidewirtschaft zu leiden. Doch wurde die Stimmung bald etwas freundlicher, die höheren überseeischen Rotierungen und das sehr knappe Angebot verbesserten doch die Lage etwas, da die Mühlen und der Export Rachfrage bekundeten. Das Geschäft nahm aber trotzdem kein größeres Ausmaß an. Verluste waren jedoch auch nicht zu verzeichnen. Die Vorgänge außerhalb der Getreidebörse konnten eigentlich gar keinen Einfluß auf die Preisgestaltung ausüben. Rur für Roggen bestand regeres Interesse bei steigendem Preis. Im Zusammenhang hiermit machte sich auch stärkeres Interesse für Roggenmehl, das bis zu einer halben Mark anziehen konnte, bemerkbar. Schwächer und angeboten lagen am Futtermittelmarlt Mais und Weizenkleie. Sonst waren besondere Umsätze nicht zu verzeichnen. Zum Wochenschluß wurde die Tendenz fest, da das Ausland wieder
höhere Rotierungen meldete. Das Geschäft blieb I aber dennoch klein; auch wurde die Preisgestal- I hing hiervon nicht berührt. Die höheren For- | derungen der Provinz wurden nur schwer bewilligt. Im Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Weizen, Sommergerste, Hafer (inl.), Weizenmehl und Roggenkleie gut behauptet. Roggen zog eine viertel und Roggenmehl eine halbe Mark an. Mais und Weizenkleie büßten je eine viertel Mark ein.
Wochenbericht
vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche sehr ruhig. Rur am Rindermarkt machte sich für gute Qualitäten seitens der Metzger verstärktes Interesse geltend, während die übrigen Qualitäten nur langsamen Handel zu verzeichnen hatten. Der Auftrieb war etwas stärker als in der Vorwoche. Die Exportbeteiligung war nur mittelmäßig. Der Markt konnte jedoch nahezu geräumt werden. Auch der Schweinemarkt hatte eine größere Beschickung aufzuweisen. Es wirkt immer noch sehr verstimmend, daß Fettschweine schwer verkäuflich sind, was naturgemäß das Geschäft nur langsam in Schwung kommen ließ. Schweine im Gewicht von 160 bis 200 Pfund sind etwas lebhafter gehandelt worden, und konnten auch einen recht ansehnlichen Preisgewinn gegenüber der Vorwoche erzielen (plus 5 Mk.). Kälber hatten trotz des schwächeren Auftriebs ruhiges Geschäft, die Preise blieben hier nur gut behauptet. Der Markt wurde jedoch geräumt. Schafe wurden infolge des immer noch sehr schwachen Auftriebs wieder nicht notiert. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1550 Rindern (darunter 323 Ochsen, 115 Bullen. 485 Kühe und 370 Färsen), ferner aus 1604 Kälbern, 91 Schafen und 5077 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vorigen Woche waren 189 Rinder und 88 Schweine mehr angetrieben, während 288 Kälber und 65 Schafe weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark' Ochsen Klasse al) 63 bis 66, a2) 56 bis 62. b) 50 bis 55;
Bullen a) 54 bis 60. b) 50 bis 53; Kühe a) 50
bis 54. b) 43 bis 49, c) 37 bis 42. d) 30 bis 36;
Färsen a) 63 bis 66. b) 56 bis 62, c) 50 bis 55;
Kälber b) 79 bis 82, c) 71 bis 78. d) 60 bis 70;
Schafe nicht notiert; Schweine b) 78 bis 81, c) 80 bis 82, d) 80 bis 82. e) 77 bis 80. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Schweine 2 Mk. und Kühe 1 Mk. anziehen, während Ochsen. Dullen, Färsen und Kälber gut behauptet blieben.
*
* Daimler-Denz 21.-®., Stuttgart- Hntertürtfjeim. Die Generalversammlung genehmigte den bekannten dividendelosen Abschluß. Einleitend gab der Vorsitzende Dr. von Stauß, (Berlin, einen üeberblid. Im laufenden Jahre habe sich das Geschäft bisher fortschreitend entwickelt. 3n den ersten fünf Monaten 1929 habe der Hmfat) 53,5 Millionen gegen 47,5 Millionen Mark in der entsprechenden Vorjahreszeit betragen, im Mai allein 14,5 Millionen Mark gegen 12 Millionen Mark im Mai 1928. Im Juni habe die Diskonterhöhung und die Kreditrestriktion die Kauffreudigkeit der Kundschaft beeinträchtigt. Man hoffe aber, daß die durch die Pariser Abmachungen eingetretene Deruhigung diese Hemmungen beseitige. Die Verwaltung beantwortete sodann eine Reihe von Aktionärsfragen. Der in der Kälteperiode am Jahresanfang aufgenommene Kredit von 3,5 Millionen Mark sei zwei Monate vor Fälligkeit zurückgezahlt worden. Die Lieferantenforderungen (es werden monatlich für rund 8 Millionen Mark Waren bezogen) hätten sich prozentual weiter erhöht. Man hoffe, sich im internationalen und im deutschen Wettbewerb weiter zu behaupten, darüber hinausgehende Prophezeiungen seien kaum möglich. Zum Thema der Fusionsfragen wurde die schon im Geschäftsbericht ausgesprochene Bereitwilligkeit der Verwaltung erneut betont, aber auch auf die großen Schwierigkeiten hingewiesen. Ein Aktionär bemängelte die Höhe der Abschreibungen auf Werkzeuge usw., während ein anderer Aktionär diese für zu niedrig erachtete. Demgegenüber wurde von der Verwaltung erklärt, die von dem Aktionär angegebene Höhe des Bestandes an alten Wagen sei übertrieben. Er habe am 31. Dezember 1928 1.2 Millionen Mark betragen. Gegenüber der Frage eines Aktionärs, ob eine Kapitaltransaktion möglich sei, wurde auf die unleugbaren Fortschritte hinge- toiefen, die sich schon darin ausdrückten, daß die
Gesellschaft den Umsatz in zwei Jahren mehr als verdoppelt habe.
Frankfurter Börse.
F r a n k f u r t a. M., 22. Juni. Tendenz: geschäsis los. Zum Wochenschluß war die Stimmung wieder recht l u ft l o s , obwohl nachteilige Momente nicht Vorlagen. Der Ausfuhrüberschuß in der deutschen Außenhandelsbilanz im Monat Mai, der erstmalig eine Aktiva zeigte, und die überwiegend festere Neu- ijorfer Börse von gestern machten keinen Eindruck, da Auslandorders und auch Privataufträge, die immer von besonderer Bedeutung für die Geschäfts gebarung waren, kaum vorgelegen haben dürften. Die Grundstimmung war aber auch heute wieder nicht unfreundlich, doch verharrte die Spekula t i o n in ihrer gewohnten Zurückhaltung, so daß sich das Geschäft in engsten Bahnen bewegte Es wurden eher Abgaben vorgenommen, doch blic ben, da die Abgaben kein größeres Ausmaß an nahmen, die Rückgänge gegenüber der gestrigen Abendbörse gering und überschritten kaum 1,5 v. H. Etwas stärker waren erneut Glanzstoff mit 3 v. H. angeboten. Bon Elektroaktien waren AEG. und Siemens gut behauptet, während Chadeaktien, Licht & Kraft und Schlickert etwas nachgaben. Farben waren ebenfalls etwas stärker angeboten, und zwar aus nicht ersichtlid;en Gründen; obwohl auf der anderen Seite wieder etwas Nachfrage bestand, trat ein Verlust von 1,75 v. H. trotzdem ein. Rütgers- werke minus 1,75 v. H., Kaliwerte bis 1 v. H. gedrückt. Autowerte leicht nachgebend. Weiteres Interesse bestand für Montanaktien, hier wurden allgemein Käufe vorgenommen. Gelsenkirchener gewannen 1,5 u. H., Harpener 1 v. H., Mannesmann 1,75 v. H. und Phönix 1,25 v. H. Auch in Reichsbank an teile n konnte sich lebhaftere Umsatztatigkeit entfalten, aber hier wurde in der Hauptsache M a - tcrial für ausländische Rechnung aus dem Markt genommen, was eine Besserung für dies Papier von 4,5 v. H. zur Folge hatte. Renten geschäftslos. Im Verlaufe war das Geschäft sehr still, da Kausorders kaum eingegangen sein dürften. Nur für Montanwerte, die gut behauptet blieben, be stand weiter Interesse, so daß sich bei einzelnen Werten hier noch Besserungen um Bruchteile eines Prozentes durchsetzten. Die übrigen Aktien blieben auf dem Eröffnungsniveau gut behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. H. etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1915 gegen Pfund 20,317, gegen Paris 123,97, Landon gegen Kabel 4,8480, gegen Mailand 92,6850, gegen Madrid 34,20, gegen Holland, etwas fester, 12,0690.
Berliner Börse.
Berlin . 22. Juni. Schon im heutigen Vormittagsverkehr toar die übliche Samstagstimstimmung zu erkennen. In Rachwirkung der gestrigen günstigen Momente (Außenhandelsbilanz und Reichskreditabschluh) toar man eher freundlicher gestimmt, obwohl für heute keine nennenswerten Anregungen Vorlagen. Reuyork toar allerdings wieder sehr fest gewesen, die Spareinlagen in Preußen haben eine weitere Steigerung erfahren, die Kalianleihe kann so gut wie abgeschlossen gelten, die Ausführungen der Reichsregierung zum Poung-Plan konnten befriedigen. Vor allem stimulierte aber ein guter Außenhandelsbericht für Monat Mai. Der Ordereingang war jedoch wieder minimal, und die Aufnahmelust der Spekulation weiter sehr gering. Soweit erste Rotierungen zustande kamen, zeigten sie etwas bessere Tendenz. Fest eröffneten Reichsbank (plus 2.5 Proz.) und Montanwerke. Auch Eisenbahnverkehrsmittel wiesen einen Gewinn von 2,13 Proz. auf. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Ausländer geschäftslos. Der Pfandbriefmartt war still. Am Geldmarkt toar Tagesgeld mit 6.5 bis 9.5 Proz. eher leichter. Monatsgeld 9,5 bis 10,5 Proz. Warenwechsel 8,5 etwa. Auch nach den ersten Kursen trat keine Geschäftsbelebung ein. Die Tendenz neigte eher zur Schwäche. Die Ausführungen des Geheimrats Bosch in der heutigen General-Ver- fammlung der Farben-Industrie konnten keine Anregung bieten. Von Banken konnten Reichsbankanteile 1,5 Prozent gewinnen. Montanwerke bröckelten dagegen um Bruchteile eines Prozentes im Einklang mit der Allgemeintendenz ab. Etwas lebhafter ging es am Elektromarkt zu, wo aber nur Siemens etwas anzogen. Lleberraschender- weise waren Thörls Oel trotz der ungünstigen Rachrichten von Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlassungen im Verlaufe um 2 Prozent gebessert. In Bürbach entwickelte sich zeitweise etwas Geschäft, die übrigen Kaliwerke lagen dagegen stark vernachlässigt.
Berlin, 21. Juni
Berlin
87,5
87,25
86
78,75
90
30
Banknoten
186
163,25
334
331,25
335,75
51
10,6
50,9
10,65
224,5
186,25
276,25
172,75
157,5
163,5
50,9
10,6
8,13
8,13
120,13 192
110,75
128,75
131,25
224,25
186
276,5
172,75
157,5
163,5
111,25
128,25
131
224
186,25
275,75
173,75
157,5
163,5
111
128,5
iVi . 6 . 8
10 . 8
10
10
12 11
12 io io
10 . 9 . 8
12
Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
23,25
20,4
22,4
1,9
8,13
8,1
8,1
8,8
eUlfl. Deutsche «Lisenbahn . . Hamburg-Amerika Pökel . . Hamb.-Südam. Damvllch. , Hansa Dampfschiff.....
Norddeutscher Lloyd . . . . ülllg. Deutsche ttrcbilontt . . Barmer Bankverein . . . Berliner Hondeksgesellsch. . . Commerz und Prival-Bank. Dorrn st. u. RaltonaibonI . . Deutsche Bank......
DtSkonto-Gelellschafl Snt.. . Dresdner Bonk ■ • - vrttleldeutsche Creditixml . . vletallbank........
Letchsbank
1,9
8,15
29,75
2,5
1,8
23,3
französisch« Noten.....
Holländische Noten......
Italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch-Oe Herr, ä 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten.......
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lornbardzinsfuß 8,5 Prozent.
Geld
16,39 167,94 21,915 111,38
58,87 2,49
112.08
80,57 58,95
12.385 72,82
^tieF
16,45
168,62
21,995
111,82
59,11
2,51
112.52
80.83
59.19
12,455
73,12
Schluß-Ansanp- flure ' Kur;
21.6. ! 22 6.
Frankfurt a. M.
3dilu6. I-Uvr gut; Kurs 2L6. | 22.6.
Datum
6% Dt. Reichsanlethe v. i9/‘ £L Anl.-Wlos.-Schuld mit MuS- los^Rechlen •
DeSgl. ohne Auslos.-Rechte - - - »% Franks. Hyp.-Bk. Goldpf. un- kündbar bis 1932 -
4Vi°/o Rheinische Hyp.-Bank Liau Gokdvs..
N.E.G. abg. BorkriegS-Obligakion. rückzahlbar 1932
4% Schweiz. Bunbesb.-ÄnI.. . 4% Oesterreichische Goldrte.. .
4,20% Oekterr. Silberne. . . . 4% Oesterreich, emheitl. Rte 4% Ungarische Goldrte.....
4% Ungarische Staotsr. v. 1910 4H% desgl. von 1913
4% Ungarische Kronenrie.....
4% Türk. Zollonleihe v. 1911 .
4% Türkische Bogdadbahn-Anl.
Serie I..........
4% desgl. Serie II......
4% Rumänen conveN. Rle. - • 4V,% Rumänen Golvanl. von 1913
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß. Kur;
i-unt- Kurs
Schluß. Kurs
Ansang Kur»
Datum
21.6.
22 6.
21.6. ।
22 6-
BhUipv Hoijmann.....
Heidelberger Cement .... Gement Karlstadt.....
Wavß 4 Freitag......
Schultheis Patzenhofer . . . Ostwerte.........
Ser. Glanzstoff......
Bemberg.........
Zellsioss Waldhof.....
Zellstoff Aschaffenburg . . . Gbatiottcn bürget Dosier . . Dessauer Gas.......
Daimler Motoren.....
Deutsche Maschinen-Fabrü . Adlcrwerte Klever.....
Luvw. Loewe.......
Rat. Automobil......
Cicntlein 4 Koppel .... Leonhard Tiey......
Bamag-Meguin......
Franks. Maschinen.....
Grihner.........
Henliaenstaedt......
JunghanS.........
Lechwerke........
Main trat lwerte......
Mag...........
Rekanuimer.......
Peters Union.......
Gebr. Roeder.......
Soigi 4 Haesfner.....
Südd. Zucker.......
10 . 8
10
15 12 18
14 12
12
' 8 . 6 . 0 . 6
10 .•0 . 6 . 6 . 0 . 6
11 . 0 . 4 . 8 . 8
10 . 8 . 8
10 . 8 . 8
112.5
138.25 176
-
452
252
—
54
70
74
106
106.13
123.5
128 115
138
449
252,25
=
53.25
484
Z
—
130
101
315
252,5
349
253,25
186 112,25 213.25
58.5
51
53
207,5
28,9
92,5 279,75
71 ?5
73
123,5
129
221,5
145
315
252,6
450
347
253,25
112,5
211,5
594
209
279,75
122,25
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß- Kur?
1 Ubr
Schluß-
Anfang.
Kurs
Kure
Kurs
Datum
21-6. |
22-6.
21-6-
22-6.
194
194
194,25
194,25
Bergmann......• ••••*
Elektr. Lieferungen.....
Licht und Krasi......
—
218,5
218,25
224
158
218,5
222,5
159
219
Felten 4 Guilleaume.....6
Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10
134,5
223,5
—
135,25 223,5
134,9
223,5
Hamb. Elektr. Werke .... 1°
—
—
—
—
Rhein. Elektr.........6
162,5
162
—
Schlei. Elektr........1°
—
195
Gdiuden ....... 8
—
—
242,75
242
401
401
400,75
400,9
Transradio 6
—
—
145,5
143,75
Lahmeyer 4 So...... . 10
170,5
—
171
—
Buderus ........
Deutsche ErdSI.......6
Essener Steinkohle.....• *
Gelsenkirchener ... 1. ¥i 3-4 Harvener . . ..... 6
Hoesch Eisen. ........ k Ilse Bergbau........°
«löcknerwerke..... • • ‘
73,5
138,5
221
106,5
140
140,75
in
74 116,25 129,5
138,65 144,75
129 221,5
107 127
119,75 139,75
74 117 130,25
140 145,75 129,75
107,75
128 121.5 139,5
......................
Mannesmann........8
Mansfelder ?
Oberschlei. Eilenb. Bedarf... 5
119,25
140,75
121
—
—
87
112
96.9
Oberschles. Sokswerke . . -6
Phönix Bergbau.....5%
96,25
97
111,9
96,75
Rheinische Braunkohlen . . 1<
Rbeinstabl 1- % Jahr 4_V,
295
127,75
295
128,25
294,75
128.75
Riebcck Montan......
Bereinigte Stahlw..... 1
103
103
102,5
103
70,9
Otavi Minen .....8 sl
—
Kali Aschersleben.....
Jtafl Westeregeln......11
243
254
—
243
253,75
252,20
Kaliwerk Salzdetfurth ... Id
411,5
410,5
410
410,25
F. ®. Farben-Industrl» ... l‘<
253
251,75
253
252
Dynamit Nobel ....... B
Scheideanstall..... 9
—
—
118
160
—
Goldschmidt ........b
....................
74,5
90
88,5
74,5
88,75
89
129
129
21. Juni
22- Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brie'
Geld
Brief
Amil.» 'Jiott.
168,28
168.62
168,11
168.45
Buen-Aires
1,757
1,761
1,754
1.758
Brff^Antw
58,135
58,255
58,135
58,255
Christiania •
111,66
111,78
111,55
111,77
.Kopenhagen
111,58
111,80
111,53
111,75
Stockholm -
112,25
112,47
112.22
112,44
HelsingforS-
10,528
10,548
10,523
10,543
Italien. . .
21,925
21,965
21,905
21,945
London. . .
20,31
20,35
20,300
20,341
Neuyork . -
4,189
4,197
4,1875
4,1955
Paris. . . -
16,375
16,415
16,37
16,41
Schweiz . .
80,625
80,785
80,95
80,755
Spanien .
59,12
59,24
59,22
59,34
Japan . . .
1.841
1,845
1.840
1,844
Rio de Jan
0,4965
0,4985
0,496
0,498
Wien in D^-
£)eft. abgell
58,89
59,01
58,855
59,975
Pma - - - -
12,412
12,423
12,409
12,429
Äelzrad . .
7,358
7,372
7,359
7,373
Budapest - -
73,01
73,15
72.98
73.12
Bulaarieu
3,027
3,033
3,027
3.033
Lissabon - -
18,73
18,77
18,75
18,79
Danzig - . -
81,36
81,31
Konstantin.
',018
2,022
2,013
2.017
Athen. .
5,44
5,45
5,415
5,425
Ccmada
4,155
4,163
4,154
4.162
Urn uap
4.036
4,044
4,026
4.034
Tatro ■ •
20.83
20.87
20.82
20,86
Berlin, 21 • Juni
itzeld
Brief
4,17
4.19
Belgische Noten .......
58,075
58.315
Dänische Novm ......
111.33
111.77
Tnglriche Noten........
20,28
20.36


