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ZumTove des Marschalls Fach

Ehreugrab im Tom der Invaliden.

Parts. 21. März. (WB.) Die sterbliche Hülle deS Marschalls Fach wird nach einem Beschluß de- Aabinettsrats, dem General Weygand bei­wohnte. am Sonntag und in der Dacht auf Mon­tag unter dem Triumphbogen neben dem Grabe deS unbekannten Sol­daten aufgebahrt werden. Am Montag wird fie in die Gruft der Dotre-Dame- Kirche übergeführt. Die Dationaltrauerfeier findet Dienstagvormittag statt. Bei der Feier wird als einziger Ministerpräsident Poincar6 eine Rede halten. Anschließend daran werden die ster'..ichen Aeste des Marschalls im 3n» validen-Dom beigeseht wcr.en. Mini­sterpräsident Poincare wird, wie Havas meldet, heut« einen (Brief an Clemenceau richten, in dem dieser aufgefordert wird, den Deisehungs- feierlichkeiten beizuwohnen. Der Senat hat einen 300 000-Franks-Kredit für die Beisetzung bewil­ligt. Bei der französischen Regierung find im Laufe des heutigen Tages Beileidstelegramme eingegangen von König Georg von England, von dem König von Spanien, dem P r i n c e o f Wales, der englischen Regierung, der bel­gischen Regierung und vom belgischen Minister­präsidenten Iaspar. König Albert von Bel­gien ist heute nachmittag in Paris eingetrvsfen. Er hat der Witwe des Marschalls Foch einen Kondolenzbesuch obgestattet und ist dann von dem Präsidenten vcr Republik empfangen worden. Er hat abends die Rückreise nach Brüssel angetreten. Der König von England wird zich bei den Bei- setzungsseierlichleitrn drrrch den Prinzen Georg vertreten lassen. Die Morgenpresse widmet Marschall Foch seitenlange Dachruse. Kriegsmi­nister P a i n l e v 6 huldigt in einem Armee- erlah den Taten des Verstorbenen. Sofort nach dem Dekanntwerüen des Todes begaben sich Poin- carS und Painlevs in die Wohnung des Mar­schalls, um den Angehörigen ihr Beileid auszu­drücken. Der Verstorbene liegt in großer Uniform mit allen Ehrenzeichen geschmückt auf dem Toten­bett. An dem Kopfende ist eine Fahne in den Farben aller alliierter Länder ausgespannt. In den Dochrufen der Zeitungen wird besonders die große Bescheidenbeit des Marschalls hervorge- yoben. Deutschland gegenüber habe er auch in der Nachkriegszeit seine unvcrsöhn jche Haltung bei­behalten. In der Frage des linken Rheinufers habe er an der These festgehalten, daß die fran­zösische Sicherheit nur gewährleistet sei, wenn Frankreich die Rheinufer in Besitz hätte. Er sei nicht verstanden worden, fügt die französische nationalistische Presse hinzu. Der Berliner Be­richterstatter desJournal" teilt den französi­schen Lesern mit, daß die deutsche Presse dem Verstorbenen lange Kommentare widme. Hinden­burg, Ludendorsf, Kluck und auch der ehemalige Kronprinz, an die er sich wegen einer kurzen Erklärung über Foch gewandt habe, hätten jede Aeußerung abgelehnt.

Oie Hochzeitsfeier in Oslo.

DieTraming des norwegischen Kronprinzen.

Oslo, 21. Mörz. (WTB.) In der heutigen Mit­tagsstunde fand in der 1697 erbauten historischen Er­löserkirche zu Oslo die Traung des norwegischen Kron­prinzen Olof mit der schwedischen Prinzessin Martha in Anwesenheit des norwegischen Königs und des schweoi,cyen Kronprinzenpaares statt. Der Zug des Brautpaares durch die Stra­ßen der Stadt zur Kirche unter regster Beteili­gung der ganzen Bevölkerung gab ein überaus festliches Bild. 3n der zum Schloß führenden Karl-Iohann-Stratze stand die schaulustige Be­völkerung Kopf an Kopf. Fenster, Dächer, Bäume und Laternenpfähle waren besetzt. 3m Hinter­grund befindliche Personen suchten auf 'Bänken, Treppen und Automobilen einen Platz zu be­kommen. Als Kronprinz Olaf zur Kirche fuhr, schwoll die Begeisterung zum Jubel an und stei­gerte sich noch, als die Braut vorüberfuhr. Die Zuschauer riesen Hurra und schwenkten die Taschentücher. Die Feier in der Kirche wurde durch den Radiosender verbreitet, im Freien aufgestellte Lautsprecher sorgten dafür, daß das Publikum der feierlichen Handlung fol­gen konnte. Das Ja des Kronprinzen und der Prinzessin Martha war klar und deutlich zu ver­nehmen. Unmittelbar darauf brachen die Massen in ein begeistertes Hurra aus. Als die Hoch- zeitSfeierlichkeit vorbei war, ertönte von der Festung Akersbus doppelter Königssalut, zweimal 21 Schutz, und die Schiffe im Hafen ließen die Sirenen ertönen. Während der Fahrt des Braut­paares zum Schloß brach die Menge erneut in unbeschreiblichen Jubel aus.

Deutscher Reichstag.

Der Gaskrieg. Beamtcnfragcn.

Berlin. 21. März. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des Genfer Protokolls wegen Verbotes des Gaskrieges. Als Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses empfiehlt Abg. Dr. Haas (D.) die vorbehaltlose Ratifizierung des Protokolls, damit auch Deutschland zeige, daß es den unmenschlichen Hiftgaskrieg verurteilt. In der Aussprache wen­det sich Abg. E r i s p i e n (S.) gegen einen von den Rationalsoziaiisten eingebrach^en Antrag, für Einrichtung eines umfassenden G a S« und Luftschutzes einen ersten Teilbetrag von ?0 Millionen auszuwersen. Ein wirksamer Gas- und Luftschutz lasse sich für die Großstädte gar nicht durch führen. Er würde allein für Berlin einen Aufwand von 54 Milliarden er- ordern. Bei der heutigen Entwicklung der DaS- echnik sei es nicht einmal möglich, die Soldaten m Felde durch Masken gegen alle Gasarten zu "chützen. Rotwendig wäre eine ständige i n - .emotionale Kontrolle derjenigen 3 n - d u st r i e n , die für die Erzeugung von Gift­gasen in Frage kontwen.

Abg. Stoecker (K.) nennt daS Genfer Pro­tokoll ein ganz wertloses Dokument, miv bestimmt zur Täuschung der Werktätigen Massen. Der Redner zeigt einen ihm heute aus Amerika zu- gegangenen Brief, der den o f f i z i e l l e n P o st - tcmpel träg.:Amerikanische Burger vesucht die amerikanischen Hebungi» ager!" Das sei bezeichnend in der Heimat Kellogg« nach Unterzeichnung des Kellogg- Paktes. Die Kommunisten würden nur deswegen nicht dagegen stimmen, well sie sich nicht dema­gogischen Verdächtigungen au sehen wollten.

Abg. Dr. Frick sNS.) bespricht den Antrag sei- ncr Freunde auf Gas- und Luftschutz. Der beste Schutz wäre freilich eine starke Luftflotte.

Em parlamentarischer Abend beim Staatspräsidenten.

Professor Petersen über die Erschließung neuer Wafferlraffquellen.

WEN. D a r m st a d t, 21. März. Noch Abschluß der Etotsberatung im Hessischen Landtag hatte Staatspräsident Dr. Adelung führende Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wirt­schaft, Wissenschaft, Kunst und Presse zu einem par­lamentarischen Abend in die Räume des Staats­ministeriums eingeladen. Im Mittelpunkt stand ein Vortrog von Professor Dr.-Ing. W. Petersen von der Technischen Hochschule in Darmstadt, einem Manne von Wellruf sowohl als Wissenschaftler wie als Wirtschaftler, über die letzten Erfolge der deut­schen Elektrizitätswirtschaft. Er ging aus von der Gefahr einer Erschöpfung der deutschen Braun- kohlenlager Braunkohle ist ein wertvoller Roh­stoff der chemischen Industrie für die Denzingewin- nung und verlangte die Erschließung neuer Wasserkraftquellen. Aus diesem Grunde wende auch die deutsche Elektrizitätswirt­schaft in zunehmendem Maße ihr Interesse den Alpen-Wasserkräften zu. Rach dem neuen Grundge­danken der Ausnutzung von Wasserkräften, der namentlich bei dem Tauernprojekt in klarster Form ausgearbeitet worden ist, wird ein Flußsystem und ein Gebirgssystem als einheitliches Energie- Wirtschaftsgebiet durchgearbeitet. Vorhandene Was­serkräfte im alten Sinne, die man als Zufallsergeb­nisse bezeichnen könne, würden kaum beachtet. Die Wasiersumme und die Wasserführung würden so

ausgeblldet, daß das Höch ft maß an Leistung hcrousgewirtschaftet werden könne. Der Redner gab dann einen Einblick in das außerordentlich inter- essante Tauernprojekt, bei dem die gesamten Wasser des Tauerngebietes im Hangkonal, der bis zur Höhe von 2300 Meter reiche, gesammelt und dem Zu­bringerkanal zugcführt werden, der sie den großen Sperren des Mooser- und Tauernmoosbodens, die untereinander durch Stollen verbunden sind, zuführt. Ihre Meereshöhe ist 2060 Meter. Die Gesamtleistung wird in drei Kraftwerken erzeugt. In den drei Werken mit einer Gesamlleistung von 1,5 Mil­lionen Kilowattstunden wird eine Jahresleistung von 6,6 Milliarden Kilowattstunden erzeugt. Um diese Leistung in einem modernen Dampfkraftwerk zu vollbringen, wären 4 Millionen Tonnen bester Steinkohle nötig. Diese gigantischen Ausmaße lie­ßen erhoffen, daß die Erzeugungskosten je Kilowatt­stunde weit unterhalb der von Dampfkraftwerken liegen. Die Möglichkeit, derartig große Werke hin- zuftellen, ist erst seit kurzer Zeit gegeben, denn nur mit Spannungen von 220000 bis 300 000 Volt lassen sich Leistungen der genannten Höhe wirt- schafllich nach ganz Deutschland befördern. Eine Verkuppelung mit bestehenden Dampfkraftwerken läßt sich auch nur bei derartig hohen Spannungen durchführen.

300 amerikanische Bergenie bei einer Gmbenexp'.osion verschüttet.

Parnass us (Pennsylvania), 21.Mörz. (IDB.) Durch eine Explosion in Valleycamp im Bergwerk der dortigen kohlenkompagnie wurden drei­hundert Verglente verschüttet. Die Ex­plosion erfolgte, kurz nachdem die Tagecschicht ein- gefahren war. Aus den benachbarten Städten wur­den Rettungsmannschaften herbeigerufen. Die Ex­plosion wurde um 7.45 Uhr früh wahrgenommen. Gewaltige Flammen schlugen aus dem Bergwerks- schachl heraus, und die ihnen folgenden Rauch­wolken hüllten die ganze Umgebung ein. Die Ret- (ungsarbeifen wurden sofort in Angriff genommen. Rach einer bisher noch unbestätigten Meldung wurden eineinhalb Stunden nach der Explosion fünf Leichen geborgen.

von den Bergleuten, die sich zur Zeit der Explo­sion in der Kinloch-Grube der Valleycamp-Kohlen- gesellschaft unter läge befanden, waren bis ein Uhr nachmittags 170 Grubenarbeiter grup­penweise unter Benutzung eines Rotouegangs, der acht Kilometer von dem haupleingang entfernt liegt, herausgekommen.

Die Explosion erfolgte mit ungeheurer Gewalt, zertrümmerte das Fördergestell des Schachtes und sämtliche Fensterscheiben In weitem Umkreise. Rach der Exolosion schossen aus dem Hauptschacht hun­dert Meter hohe Flammen empor. Die Bergwerksgesellschaft ist nicht in der Lage, die ge­

naue Zahl der eingefahrenen Arbeiter anzugeben. Gewöhnlich werden auf der Grube 392 Mann be­schäftigt: man nimmt jedoch an, daß heute nur 275 bis 300 Arbeiter eingefahren waren. Vie Explosion ist, wie festgestellt wurde, bei der Explosion von Gasen durch Sprühfunken entstanden, die dadurch erzeugt wurden, daß ein wagen einen steilen Ab­hang hinunlerstürzte. Viele der Geretteten leiden an schwerer Gasvergiftung. Das Rettungs­werk am Haupteingang erweist sich als außerordenl- lich schwierig, da, wie die Rellungsarbeiler berich­ten, die JIammen noch immer am Grubenelngang wüten und die Grube von giftigen Gafen erfüllt ist. 3n der Rahe des hanpleingangs wurden von den Rettungsmannschaften zwei Leichen gesehen, es erwies sich jedoch als unmöglich, fle zu bergen. Einer der geretteten Arbeiter erklärte, daß die Ex­plosion unter den eingefahrenen Bergleuten eine Panik heroorrief und sich viele der Arbeiter nach dem Innern der Grube zu retten versuchten, während er selbst umherirrte, sand er die Leiche eines Areundes, sah jedoch keine welkeren Leichen. Als er den Ausgang erreichte, strömte eiskaltes Wasser durch die Grube, das ihm fastbisznm K i n n reichte. Der haupteingaug der Grube wird von .Trauen und Kindern umlagert, es spielen sich ergreifende Szenen ab.

Mit dem pazifistischen Dusel des Abg. Crispicn sei nichts gegen feindliche Ueberfälle zu machen.

Abg. Dr. Bredt (Wp.l weist darauf hin, daß schon vor dem Kriege die Anwendung von Giftgas völkerrechtlich verurteilt wurde, und daß nach dem Versailler Vertrag die Herstellung von Giftgas in Deutschland schon verboten sei. 5jas jetzt erstrebte internationale Verbot des Giftgaskrieges müsse eigenartig anmuten, nachdem durch den Kellogg- pakt der Krieg überhaupt schon ver­boten fei. Als 1925 der deutsche Delegierte Graf Bernstorfs in der Abruftungskommission ein Verbot des Giftgaskrieges anregte, habe Lord Cecil mit einem gewissen Recht erwidert, wenn überhaupt ein neuer Krieg nicht zu verhindern sei, dann werde sich auch die Anwendung chemischer Kriegsmittel nicht verhindern lassen.

Abg. Dr. K ü l z (Dem.) bezeichnet gleichfalls einen wirklichen Gasschutz als unmöglich. Um so not- wendiger sei eine internationale Aechtung der un­menschlichen Giftgaskampfmethode. Der Redner be- tont, daß Sowjetrußland in Samara Giftgas- fabrifen habe.

Die Vorlage wird hierauf gegen die Deutschnatio­nalen, die Nationalsozialisten und Christtich-Natio- nalen in dritter Beratung angenommen.

Der gestern von den Kommunisten eingebrachte Mißtrauensantrag gegen den Reichs­finanzmini st er wird ab gelehnt. Dafür stimmten neben den Antragstellern auch die Deutfchnationalen und Rationalsozialisten. Die Wirtschaftspartei enthielt sich der Abstimmung.

Bei der Beratung über die Haushaltsrechnung 1927 beantragt Abg. Frick (Rat.-Soz.), die Etatsüberschreitungen bei der Ausstattung von Ministerwohnungen nicht zu ge­nehmigen. Der frühere Reichsfinanzminister Dr. Köhler habe sich bei der Ausstattung seiner Dienstwohnung nicht mit den etatmäßigen 50 000 Wk. begnügt, sondern noch darüber hinaus 45 000 Wk. verbraucht. Köhler be­wohne nach tote vor feine Dienstwohnung, ob­wohl er jetzt nicht mehr Minister, sondern Privat­mann sei. Solche Mißbräuche habe auch der ZentrumsaLgeordnete Dr. Wirth in seiner Zeit­schriftDeutsche Republik" verurteilt. Der nationalsozialistische Antrag wird gegen die An­tragsteller und die Kommunisten abgelehnt, die Haushaltsrechnung genehmigt.

Es folgte die zweite Beratung der vom Zen­trum bei der Beratung des Rachtragsetats einge­brachten Vorlage über die Kündigungs­möglichkeit bei weiblichen Beamten. Der Haushaltsausschuß beantragt, an Stelle des ZentrumsentwurfS gu beschließen, daß denjenigen Reichsbeamtinnen, die wegen Ver­heiratung aus dem Reichsdienst freiwillig aus­scheiden, für den Verzicht auf verdiente Pen- sionSansprüche im Verwaltungswege eine Ab­findungssumme in demselben 'Ausmaß zu- gcbilligt wird, wie sie bisher auf Grund Der Personalabäauverordnang gewährt Worten ist. Dazu empfiehlt der Ausschuß eine Entschließung, m der die Regierung ersucht wird, die Dienst- unb. Rechtsverhältnisse für die verheiratete De- amtia möglichst bald durch eine reichsgesetzliche

Regelung zu ordnen. Ein vom Zentrum, der Bayerischen Volkspartei, der Deutschen Volks- Partei, der Wirtschaftspartei und den Deutsch- nationalen eingebrachter AenderungSantrag will die Bestimmung der Personalabbauver­ordnung, die sonst am 31. März d. 3. ab­laufen würde, noch bis zum 31. März 1930 in Geltung lassen. Dieser Antrag wird in nament­licher Abstimmung mit 196 gegen 189 Stimmen angenom me n. Präsident Lobe stellt fest, daß die Zweidrittelmehrheit für diesen Antrag, der eine Verfassungsänderung bedeuten würde, nicht erreicht, der Antrag also ab­gelehnt sei.

Abg. Frau Weber (Zentr.) erklärt, die Par­teien, die in der vorhergehenden Abstimmung mit ja gestimmt haben, würden nunmehr ge­gen den Antrag des Ausschusses stimmen, weil er den (Beamtinnen keine Rechtssicherung bringe. Die einfache Abstimmung über den Aus- schußantrag bleibt zunächst zweifelhaft, da auch auf der rechten Seite verschiedene Abgeordnete, vor allem Frauen, für den Ausschußantrag stim­men. Der Hammelsprung ergibt die Ableh­nung des AusfchußantrageS mit 182 gegen 177 Stimmen.

Präsident Lobe schließt die Sitzung mit Öfter- glückwünschen für die Abgeordneten.

Aus aller Welt.

Bruno Waller bleibt

Die neu eingeleiteten Verhandlungen zwischen Generalmusikdirektor Bruno Walter und der Gene­ralintendantur der Berliner Opern, haben so aus­gezeichnete Fortschritte gemacht, daß noch vor Ende dieser Woche mit dem Abschluß eines neuen Vertrages zu rechnen ist, der Bruno Walter auf mehrere Jahre an die Berliner Opernhäuser bin­den wird.

lieber 100 Todesopfer bei einem Kinobrand in Rußland.

In dem Dorfe Igolkino im Gouvernement Wladi­mir brach in dem Raume eines Holzgebäudes, in dem eine Kinoaufführung stattfand, infolge Entzündung eines FUmstreifens ein Brand aus, der das ganze Gebäude erfaßte. 114 Personen kamen bei der Kata­strophe ums Leben, während 17 Personen mit Brand­wunden davon kamen. Das Holzgebäude hatte nur einen Ausgang.

2H1t gemahlenem Glas vergiftet.

Am 23. Februar erkrankten der Sekundärarzt des Kuttenberger Krankenhauses (Böhmen) Dr. Konstantin Aianasowttsch Chymbalow und der zweite Assistenzarzt Dr. Johann Kral unter ge- heunnisvollen Umstanden. Der Erstgenannte starb nach zweitägiger Krankheit, der -weite wurde nach längerem Krankenlager wieder her» gestellt. Rach dem Tode Dr. ChtzmbalowS tauch­ten Gerüchte auf, daß hier Mord und Mordver­such vorlägen. Die gerichtliche Untersuchung er­gab jedoch kein positivrs Resultat. Die ursprüng­liche Diagnose, die als Todesursache bei Dr. Chymbalow Fleischvergiftung feststellte, wurde mm durch die mikroskopische Llntersuchung

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Wettervoraussage.

Die Luftdruckverteilung hat sich seit gestern lainn geändert. Das atlantische Tief ist stationär geblie­ben. Die noch gestern abend in fast ganz England reichlich auftretenden Niederschläge haben heute morgen zum Teil wieder nachgelassen. Zn unserem Gebiet wird das Tief zunächst nur Bewölkung und Ncbelbildung verursachen. Niederschläge werden vorläufig kaum, höchstens in ganz geringem Maße, auftreten. Da durch die Wolkendecke tagsüber die Sonneneinstrahlung nicht mehr so zur Geltung kommt und auch die nächtliche Ausstrahlung unterbunden wird, so werden sich die Temperaturen zwischen Tag und Nacht noch mehr ausglcichen.

Wettervoraussage für Samstag. Rebliges, wolkiges Wetter, Temperaturen zwi­schen Tag und Rächt sich noch mehr ausglei­chend, meist trocken.

Wettervoraussage für Sonntag. Keine wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 21. März: mittags 14,9 Grad Celsius, abends 5,6 Grad Celsius; am 22. März: morgens 3,6 Grad Celsius. Maximum 15 Grad Cel- ius. Minimum 1,7 Grad Celsius. Erdtempera­turen in 10 cm Tiefe am 21. Marz: abends 6,1 Grad Celsius; am 22. März: morgens 0,8 Grad Celsius»5 Sonnenscheindauer 5% Stimden.

1 der Eingeweide des Verstorbenen widerlegt. Sie förderte den in der Kriminalgeschichte wohl einzig dastehenden Fall zutage, daß in die Speisen des Arz'es feingemahlenes Glas gemengt worden war. Heute wurden In Kuttenberg nach langem Verhör zweiKrankenhausdiener verhaftet, auf deren Arbeitsmänteln Glas- splitter vorgefunden worden waren.

Lin beschlagnahmtes Saisermanufkript freigegeben.

Dor hitAcm war bei einem Berliner Kunst- und Auktwnshaus daS Originalmanu­skript eines Entwurfes des ehema­ligen KaisersAufruf an mein Volk" aus dem Jahre 1917, der aber später nicht veröffentlicht worben war, sowie ein Original­brief des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg beschlagnahmt worden. Die Originalhandschriften waren der Kunsthandlung von einem Privatmann zur Versteigerung übergeben worden. Die Slaatsanwaltsc^rft hatte ein Ermittlungsverfahren darüber eingelettet, ob diese Handschriften durch Diebstahl oder auf andere unredliche Weise in Privat» besitz gelangt seien. Das Verfahren ist nunmehr zur Einstellung gebracht worden, da strafbare Handlungen nicht festgestellt werden konnten. Die Dokumente wurden freigegeben.

lieber hundert Schreibmaschinen verschwunden

Bei der Remington-Schreibmaschinen-G. m. b. H. in der Berliner Friedrich-Straße entdeckte man jetzt Veruntreuungen, die sich über an­derthalb Jahre hinziehen. Cs wurden Ma­schinen in Reparatur gegeben, deren früherer Verkauf in den Büchern nicht ver­zeichnet war. Das gab Veranlassung zu einer Generalrevision, und dabei kam ans Licht, daß wett über hundert Maschinen daS Lager verlassen hatten, ohne daß ihr Verkauf verzeichnet worden ist. Der Täter muß Helfershelfer gehabt haben, denn die Maschinen sind nach dem ErgebmS der bisherigen Ermittlungen über das ganze Reich verkauft worden.

Ein mexikanischer Rebellen- führer standrechtlich erschaffen.

Der Kampf geht Weiler.

Mexiko, 21. März. (WB.) Der Rebellen- führer General Jesus A g u i r r e ist heute in La Magras im Staate Vera Cruz standrecht­lich erschossen worden. Aguirre war gestern mit seinen Begleitern nach einem Gefecht, bei dem zwei Offiziere der Rebellen den Tod fanden, gefangengenommen worden.

Dundesflieger berichten, daß die Aufständischen unter dem General Escobar. die Torreon und Escalvn räumten, anscheinend ihren Rückzug in Richtung auf die Stadt Chihuahua fvrtfetzen. Ge­neral Escobar soll den Plan haben, die Armee Calles weiter nordwärts in das Aufstandsgebiet zu locken, um dann eine Gegenoffensive zu unter­nehmen. Offiziere der Aufständischen deuteten an, Cscobars Rückzug stelle einen Teil deS Planes dar, die 'DundeSarmee in eine Falle zu loden. Die Dundestruppen würden im Rücken durch auf­ständische Truppen auS den Staaten Dayartt, Guanajuato, Michoacan, Zacatecas und IaliSco bedroht. Die Armee Calles sei durch die Kriegs- list der Aufständischen isoliert. General Escobar meldete, feine Streitkräfte hätten die Eisenbahn besetzt und die Telegraphenlinlen durchschnitten, wodurch die Verbindung der Bundestruppen mit ihrer Operationsbasis zerstört sei.

Die Wetterlage.

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