Oberheffen.
Landkreis Gießen.
* Klein-Linden. 21. 3unl. Am Samstag, Sonntag und Montag findet hier das 11. Dun- desfest des Radfahrerbundes Oberhessen in Verbindung mit dem 2 5. Stif- 1 ungsfest desRadsahrerbundesl904 Klein-Linden statt. Dei dem Fest sollen Radrennen, Reigenfahren, Radballspiele usw. gezeigt werden. Man beachte die heutige Anzeige.
[Q Lollar, 20. 3uni. Das Fest der goldenen Hochzeit können am kommenden Samstag die Eheleute Weitzbindermeister Christian Ringleb begehen. Der Jubilar steht im 76., die Jubilarin im 72. Lebensjahre. Zugleich sind cs 50 Jahre, daß der Jubilar hier sein Geschäft betreibt. — Rach einem Beschluß des Schulvorstandes soll in diesem Jahre von den örtlichen Schulen am 14. Juli wieder ein Jugendfest gefeiert werden. Die Kapelle der ^Feuerwehr Lollar wird dabei den musikalischen Teil übernehmen.
> Aus der nördlichen Wetterau, 20. Juni. Dank günstiger Witterung der letzten Tage hat die Heuernte riesige Fortschritte gemacht. Von vielen Wiesengründen ist das Heu schon vollständig abgeerntet. Wenn dieses hochsommerliche Wetter noch etwas anhält, wird die Ernte in wenigen Tagen ihren Abschluß finden. Das Heu, das sich in diesem Jahre in der Qualität auszeichnet, läßt hier und da an der Quantität zu wünschen übrig. Es zeigt sich wieder, daß die gut und richtig gedüngten Wiesen' sehr schöne Erträge abwerfen, während die andern auch infolge der längeren Trockenheit des Frühjjahrs stellenweise mangelhaften Graswuchs aufweisen. Immerhin ist die diesjährige Heuernte als eine gute Durchschnittsernte anzusprechen.
# Aus dem mittleren Horlofftal, 20. Juni. In allen Dörfern werden gegenwärtig die Heugrasversteigerungen abgehalten. Die Rachfrage ist sehr groß, die Preise sind dementsprechend hoch. Der kleine Morgen (2000 Quadratmeter) kommt durchschnittlich auf 40 bis 60 Mk. Dabei ist der Grasstand weit unter mittel, da die zarten üntergräfer infolge der langanhaltenden Trockenheit im Frühjahr nicht zur Entwicklung gekommen sind. Glänzende Aussichten bestehen für die K e r n o b st e r n t e. Die Apfelbäume zeigen sehr starken Dehang. Stark tritt in diesem Jahr der Apfelwickler auf: Raupennester sind ebenfalls viel anzutreffen. Auch die Dirnbäume, die erst im Vorjahre eine gute Ernte lieferten, haben reichlichen Dehang. Mirabellen, Pflaumen und Zwetschen haben recht unterschiedlich angesetzt.
Kreis Büdingen.
!! Dü ding en, 17. Juni. Der Düdinger Geschichtsverein unternahm am gestrigen Sonntagnachmittag, von gutem Wetter begünstigt, eine Wanderung nach Leustadt, Konradsdorf und Ortenberg. Dr. Lade (Büdingen) übernahm die Führung vom Dahnhof Stockheim nach Leustadt und erläuterte anschließend kurz die sehr interessante Geschichte des alten Herrensitzes L e u - ft a d t. Dieser wird im Jahre 878 zuerst erwähnt und gehörte zu Fulda. 1401 ist Leustadt im Besitze des Ritters Johann von Wolfskehlen zu Fehberg. Reben der Burg wird auch ein Dorf Leustadt erwähnt. Das Geschlecht von Wolfskehlen starb im 17. Jahrhundert aus. Im Anfang des 18. Jahrhunderts kam Leustadt nach mehrmaligem Desihwechsel durch Kauf an Vsenburg. Sehr bemerkenswert ist die heute noch deutlich erkennbare Anlage der Wasserburg. Wall und Graben sind zum Teil noch gut sichtbar. Im Hofe selbst ist neben einigen wertvollen Plastiken ein künstlerisch sehr bedeutsamer Grabstein des Schloß- Herrn Wolf von Wolfskehlen und seiner Gattin bemerkenswert. Rach Besichtigung der teilweise sehr interessanten Jnnenräume wurde der Weitermarsch angetreten. Auf dem Wege über Effolderbach und Konradsdorf wurde zunächst noch der israelitische Friedhof bei Leustadt besichtigt. In Konradsdorf übernahm Gewerbelehrer Rieh aus Büdingen die Führung und gab die nötigen Erläuterungen. Das Kloster Konradsdorf wurde 1191 von Hartmann dem II. von Büdingen gestiftet und der Kirche zu Mainz übergeben. Es war ursprünglich mit Mönchen des Prämonstratenser Ordens beseht, wurde aber vor 1270 in ein Ronnenkloster umgewandelt. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts stand das Kloster
in schönster Blüte. 1340 werden 64 Rönnen und vier Geistliche im Kloster erwähnt. Das Kloster stand unter geistlicher Gerichtsbarkeit des Abts von Selbold, wurde im Laufe der Jahrhunderte durch mehrere Drände heimgesucht und ging 1580 als Kloster ein. Die noch verhältnismäßig gut erhaltene Kirche des Klosters wird 1213 zuerst erwähnt. Die übrigen Klostergebäude find bis auf den „Ronnenbau" zerstört. Dr. Lade erläuterte noch kurz die sehr schönen Grabsteine, welche in der Koncha der Kirche Aufstellung gefunden haben. Als besonders wertvolles Stück wurde das Grabmal der Mechtilde von Waldeck bezeichnet, welches mit dem Grabmal des Ehepaares „von Holzhausen" im Frankfurter Dom (1371 entstanden) und dem Stein der „Elheyd Empel" in der Friedberger Stadtkirche (1365) verwandt sei. Ein kurzer Fußmarsch führte sodann die Teilnehmer an Bad Selters vorbei nach dem schönen Dcrgstädtchen Ortenberg. Lehrer H e u s o h n aus Lorbach führte die Teilnehmer nach einer kurzen Rast zu den hübschen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Stadtgraben mit dem ^efängnisturm, der stattliche Oberpfortenturm und die Reste der Wallanlagen im Osten der Stadt wurden zuerst besichtigt. Leider konnte die hochinteressante Stadtkirche, welche 1324 bereits begonnen, 1385, 1430 bis 1450 zur heutigen Form vollendet wurde, nur von außen besichtigt werden. Rach Besichtigung des alten Rathauses, des Stadtbrunnens und zahlreicher sonstigen Sehenswürdigkeiten fuhr man hochbefriedigt mit der Dahn nach Hause.
I Litz berg, 18. Juni. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" konnte am Samstag. Sonntag und Montag sein 6 0.S t i f tu n g s- f e st begehen. Das Fest fand in dem geräumigen Hofe der Schloßruine Lißberg statt, der einen geradezu idealen, einzigartigen Festplatz abgab. Den Auftakt des Festes bildete eine mehr örtlich eingestellte Feier am Samstag abend, bei der Lehrer Sauer aus Ober-Lais über „Lied und Heimat" sprach und in großen Zügen ein Dild der reichen Vereinsgeschichte zeichnete. Einem verdienten Sänger konnte dec Verein ein gerahmtes Diplom für dreißigjährige Mitgliedschaft überreichen. Eine bengalische Beleuchtung des Schloßturmes und ein Fackelzug durchs Städtchen schlossen den Abend ab. "Am Sonntag erscholl früh um 6 Uhr der Weckruf der Musikkapelle von der Höhe des Schloßturmes. Der Vormittag brachte neben einem Festgottesdienst einen Akt besonderer Pietät: Unter Vorantragung der alten, bereits aus dem Jahre 1871 stammenden Fahne zog der Gesangverein „Eintracht" auf den Friedhof zum Grabe des Lehrers Zimmermann, der im Jahre 1869 auf Drängen von Lihberger Bürgern den Verein ins Leben gerufen hatte. Ein Kranz wurde am Grabe niedergelegt. Rach dem Eintreffen der zahlreichen auswärtigen Gastvereine, die durch Reiter in historischen Trachten zum Festplahe geleitet wurden. erklang unter Leitung des Dirigenten des • Jubelvereins, Karl Greul, der Massenchor „Wo gen Himmel Eichen ragen“. Dann bewegte sich ein großer Festzug durch die geschmückten Straßen des Städtchens. Die von Pfarrer Weidner aus Ober-Lais gehaltene Festrede klang aus in ein Hoch auf Volk und Vaterland und das Deutschlandlied, dessen dritte Strophe von der Menge gesungen wurde. Die Frauen und Jungfrauen Lißbergs überreichten dem Gesangverein „Eintracht" eine Fahnenschleife, die als Andenken an den 60. Vereinsgeburtstag die zweite. 1907 geweihte Fahne des Vereins zieren soll. Der Rest des Rachmittags gehörte dem Tanz, zu dem die Feuerwehrkapelle. Friedberg aufspielte. Am Montag schloß sich das Jugendfest der Schule Lißberg an.
Kreis Schotten.
* Schotten, 20. Juni. Der Heugras- Preis, der im Vorjahre nur 25 Mk. für de» Morgen betrug, ist in diesem Jahre wesentlich höher. So konnten bei einiaen Versteigerungen in Der Umgegend bis zu 50 Mk. füx denMor- gen erzielt werden. Da in den seltensten Fällen alte Heuvorräte vorhanden sind und nur eine schwache Mittelernte erwartet wird, ist die Rachfrage nach Heugras besonders rege und der Preis bedeutend höher, als in den Vorjahren.
* Eichelsdorf, 20. Juni. Vor einigen Wochen wurde unter dem Vorsitze von Bürgermeister Knodt eine Kommission gebildet, die alle Vorbereitungen zur Errichtung eines Kriegerdenkmals durchführen soll. Zu-
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers",
Problem Nr. 217.
Don C. Mansfield.
2. Preis im 2. Problemturnier des Weltschachbundes, London 1927/28.
8
6
5
4
3
2
8
7
6
5
3
4
2
Schwarz, d e
d e
Weiß.
Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt.
a b
g h
R h
a b
Weih: 7 Steine. Kf4; Da7; Td8; Lhl; Se4; Ba4, f2.
Schwarz: 5 Steine. Kc6; Dbl; Sal, f5; Be3.
Partie Nr. 140.
Gespielt im Bad Kissinger Schachturnier 1928.
Aimzowitsch-Eröffnung.
Weiß: Mieses.
Schwarz: Nimzowitsch.
1. c2-e4 1. Sb8-c6
2. Sbl —c3
Die Hauptvariante, welche sehr gut spielbar ist, besteht aus den Zügen: 2. d4, d5 3. e5, Lf5 4. c3 (nicht 4. Ld3, wegen 4. Sxd4) 4..... e6
5. Sd2, SH6 6. g3 mit gutem Spiele.
2..... 2. e7-e6
Rach 2.....e5 wäre eine Wiener Partie ent
standen.
3. d2-d4 3. d7-d5
4. e4xd5
Mapin empfiehlt hier mit Recht 4. Sf3 um die Vereinfachung des Spiels zu vermeiden.
4..... 4. e6xd5
5. Lei -e3 5. Lc8-f5
6. Lfl — d3 6. Sg8-e7
7. Sgl -e2 7. Seb —b4
8. Ld3xf5 8. Se7xf5
9. Le3-f4 9. g7-g5
Rimzowitsch fürchtet sich nicht.
10 Lf4-d2 10. Lf8-e7
11. Ddl-cl
Ein etwas Manöver.
11.....
12. Sc3-dl
13. c2-c3
umständliches Llmgrupplerungs-
11. f7-f6
12. Sb4 — eG
13. Sf5-h4!
Der Beginn der Zernierungsarbeit von feiten des Schwarzen.
14. Sdl-e3 14. Dd8-d7
15. Dcl-c2 15. f6-f5
16. 12-14
Rotwendig, um sich nicht völlig durch 16. ...» 14 einschliehen zu lassen.
16. .. ., 16. 0-0-0
17. 0-0-0 17. Th8-f8
Denn cs drohte nun 18. g3, Sf3 19. Dxf5.
18. Tdl-fl 18. Td8-e8
19. 14Xg5
20. Se2-f4
21. Kcl-bl
22. Tflxf4
23. 114-12
24. Se3 — d 1
25. Ld2-cl
19. Le7xg5
20. Scb-e7!
21. Lg5xl4
22. Se7-g6
23. 15-14
24. Dd7-g4
Weih ist vollständig eingeschlossen.
25.....
26. Thl-H
27. H2-h3
28. T12-e2
29. Te2-12
30. Dc2-d3
31. TU-gl
32. Lei -d2
33. a2-a3
25. SH4-15
26. S15-d6
27. Dg4-g5
28. Te8-e4
29. Tf8-e8
30. Sd6-15
31. S15-g3
32. Dg5-15!
Ein grober Fehler wäre natürlich 33. Dxg3? wegen 33.....Te3 4-.
33.. .., 33. D15-e6
34. Kbl-al
Es ging wiederum nicht 34. LX14, wegen 34.
SX14 35. DXg3, Sc2!
34... ., 34. De6-c6
35. Dd3 -13 35. h7-h5!
Um die weihe Dame völlig abzuriegeln.
36. Kal — a2
Weih ist in Auswahl an guten Zügen beschränkt.
36. ..., 36. Dc6 - b5
37. Ka2 — a 1
Weih übersieht die Gefangennahme seiner Dame. Durch 37. LX14 war dies vorläufig zu vermeiden. Selbstverständlich war das Spiel jedoch auch hiernach unhaltbar.
37... ., 37. Sg6-h4
Weih gab auf. 38. c4 kostet nach 38. .... Sxl3 39. cxb5, Sxgl einen Turm.
Lösung des Problems Ar. 213. Don F. Sackmann.
1. Dd8-h4!, Kalxb2 2. Dh4-el usw.
1. . .., Kalxa2 2. Dh4-b4 usw.
1. ..., a3xb2 2. Dh4-e4! usw.
nächst suchte man die benötigten Baukosten von 5000 Mk. zu beschaffen, und hatte den überraschenden Erfolg zu verzeichnen, dah die Summe bedeutend überzeichnet wurde. Man will hier erst mit dem Dau des Denkmals beginnen, wenn die gezeichneten Gelder zum gröhten Teile eingezahlt sind, und hat entsprechend der heutigen Wirtschaftslage eine Einzahlung der Zeichnungen in zwölf vierteljährlichen Raten vorgesehen. Inzwischen will man den Denkmalsplatz und einen passenden Entwurf hierfür auswählen. Reuartig für unsere Gegend ist der Gedanke, Gefallenen- und Kriegerehrung in der Weise zu verbinden, dah das Kernstück der Anlage — das Gefallenendenkmal — von einer einfachen Kriegerehrung umschlossen wird. Vorgesehen ist auherdem, nur heimisches Material zu verwenden, unfern schönen blauen Dasalt und den sehr dichten Lungstein aus dem Roteberg.
Kreis Alsfeld.
r. Merlau, 20. Juni. Dieser Tage beging der Viehhändler Abraham Wolf feinen 8 5. Geburtstag. In seltener körperlicher und
geistiger Frische geht er noch alle Tage seinem Derufe nach.
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