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Wirtschaft.

Das Problem Der Dörsenkrediie.

Sie Stellungnahme des Federal Reserve Board gegenüber der Reuyorker Dorfe, die dos Problem der Börse nkredite wieder aktuell gemacht und bekanntlich in der ganzen Welt Auf­sehen erregt hat, nimmt der bekannte Bankier Leopold M e r z b a ch. Frankfurt a. Main, zum Anlaß, sich als Praktiker zu diesem Prvolem im »Bankarchiv'' zu äußern. Die Ausdehnung des Börsengeschäfts, die Steigerung bec Wertpapirr- preise, beides zwangsläufige Folgen der Ver­mehrung von Börsenkrediten, erfordert stärkere Inanspruchnahme von Mitteln für den Betrieb der Börsengeschäfte selbst. Gegenüber den in Form von Dörsenkrediten entstehenden Debitoren lonnte die Dankwelt ausläickische Kredite zu einer angemessenen, anreizenden Verzinsung erst her- einnehmen. Dadurch wurde der deutsche Kapital­fonds erhöht, ferner verhindert, daß in größerem Ausmaß, als es der Fall war, Wertpapiere aller Art zu niedrigen Preisen in das Ausland ab» geflossen sind: denn niedriges Kursniveau führt zu Wertpapierexport. Man muh sich des Kurs­standes der Anleihen, der Pfandbriefe und der Aktien im Jahre 1925 erinnern, um zu ermessen, welche Kapitalverluste der deutschen Wirtschaft erspart worden find dadurch, daß sie nicht weiter gezwungen war. zu niedrigen Preisen an das Ausland zu verkaufen. Ohne die Gewährung von Börsenkrediten hätten diese Valoren zwangsweise niedrig abgestohen werden muffen. Es wäre dem­nach grundfalsch, prinzipiell den Wert von Bör­senkrediten für die Gefamtwirtschaft gering ein» zufchätzen. Sie waren im Gegenteil eine un­erläßliche Voraussetzung für den Wiederaufbau der Wirtschaft, denn nur dadurch, daß in größe­rem Maßstabe von den Banken Börsenkredite aus Grund der aus dem Ausland hereingeholten Gel­der gegeben wurden, konnten Aktien und Obli­gationen placiert werden, und Handel und In­dustrie wurden durch bereit Verkaufserlös mit den notwcndi-en Betriebsmitteln befruchtet.

Die Lage des nordamerikanifchen Wertpapier- unb Geldmarktes kennzeichnet sich feit Jahren dadurch, daß unausgesetzt Wertpapierimport er­folgt, da die Börsenpreise im Verhältnis zu anderen Ländern hoch sind. Wenn auch die ameri­kanische Kapitalbildung eine außerordentlich hohe ist. so steht ihr doch auch, gerade wegen der Blüte der Wirtschaft, ein starkes Invefti'ionsbedürfnis gegenüber. Dessen Finanzierung leidet, wenn die Ümsähe an der Börse ins Riesenhafte wachsen, weil die Inanspruchnahme von Mitteln für den Geschäftsbetrieb an der Börse zur Geldverknap­pung beiträgt. Es ist aus den minder günstigen Organisationsverhältnissen und dem älebermah der Engagements an der Reuyorker Börse zu verstehen, daß der Federal Reserve Board andere bankpolitische Maßnahmen treffen muß, als sie für Deutschland in Betracht kommen. In Deutsch­land herrscht gegenwärtig an der Börse allgemein ein Depressionszustand wie auch in der Wirt­schaft, um so mehr trifft uns mittelbar eine Re­striktion der Börsenkredfte in Amerika. Sie hat für uns die unerwünschte Folge, daß die Unter» bringung deutscher Werte in den Bereinigten Staaten erschwert wird, eine Maßnahme, die die Entwickelung unserer Wirtschaft hemmt.

Oie Reichsbank Mitte Zebruar.

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 1 5. F e b r u a r hat sich die gesamte Kapi­talanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der verflossenen Bank- wache um 226,7 Millionen auf 1618,0 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 260,6 Millionen auf 1446,6 M llionen Mark abgenommen, während die Lombardbcstände um 33,9 Millionen auf 78,3 Mil­lionen Mark angewachsen sind. Die Bestände an Effekten blieben mit 93,2 Millionen Mark weiterhin annähernd unverändert.

An Reichsbanknoten und Rentenbankschetnen zu­sammen sind 155,5 Millionen Mark aus dem Ver­kehr zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 158,9 Millionen auf 4077,3 Millionen Mark vermindert, während derjenige an Rentenbankscheinen eine Vermehrung um 3,3 Mil- Honen Mark auf 479,1 Mill Mark erfahren hat. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich dementsprechend auf 37,9 Millionen Mark vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 467,2 Millionen eine Abnahme vm 34,1 Millionen Mark.

Die Bestände an © n I b und deckungsfähigen Devisen insgesamt sind mb: 2829,3 Millionen Mark aucgewiesen, im einzelnen die Goldbestände mit "2728,9 Millionen Mark, die Bestände an deckungs- fähigen Devisen fnit lOO.'l Millionen Mark. Die Deckung der Noten liurch ©old allein besserte sich von 64,4 o. H. in der Vorwoche auf 66,9 v. H.,

diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 67,7 v. H. auf 69,4 v. $).

Reue Situation bet den Eisen­werken Gaggenau A. - G. In einer gemein­schaftlichen Sitzung deS Gläubigerausschus,eS mit den Vertretern der beteiligten Gemeinden, Tan­ken und der Verwaltung hat sich erwiesen, daß dank der Aufrechterhaltung der Ausfallbürgschaft der Gemeinde (Saggenau und durch das große Entgegenkommen der beteiligten Danken begrün­dete Aussicht besteht, im Wege der Erneuerung des Vergleichsverfahrens einen Vergleich durch-- zusühren, der eine Befriedigung der größeren Glätb'.ger mit 20 Prozent in bar und 83 Proz. in neuen Aktien vorsieht. Alle Beteiligten, ein­schließlich der Eemeindevertreter, waren sich dar­über einig, daß der Konkurs vermieden werden mühte, da mit der Durchführung dieser Maß­nahme die Sanierung gesichert ersch.int.

° Die Umwandlung der Zigaretten­fabrik HausReuerburg in eine A. - G. Runmehr wird oftizicll mitgeteilt, daß die bis­lang als offene Handelsgesellschaft betriebene Zi­garettenfirma Haus Reuerburg in Köln in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll. Die Höhe des Aktienkapitals der neuen Gesellschaft wird mit etwa 15 Mill. Mk. in Erwägung ge­zogen. Sämtliche Ak.ien bleiben in Händen der Familie Reuerburg. Die Umwandlung wird vor­genommen, weil eine teilweise Verschmelzung der Münchener Zigarettenfirma Zuban, worin Reuer­burg seit einiger Zeit maßgebenden Einfluß er­langte, und eine Verschmelzung anderer, ebenfalls der Familie Reuerburg gehörenden Firmen mit der Stammfirma Haus Reuerburg vorgenommen werden soll. Der Aufsichtsrat der neuen Gesell­schaft wird sich auf eine geringe Zahl von Mit­gliedern beschränken, die der Familie Reuer­burg nahesteben.

* ZechePreußen II" wird stillgelegt. Die gestrigen Verhandlungen im Oberbergamt Dort­mund über den Antrag, der Harpener Bergbau- A.-G. vorn 1. b. M. auf Abbruch der ZechePreu­ßen II" in Lünen-Horstmar ergaben b:e Berechti­gung des Antrages. Die im jetzigen Baufeld der Zeche noch anstehende Kohle soll später von der Zeche©neifenair aus gewonnen werden. Der Ab­bruch der Zeche und die Verlegung der Belegschaft nach den Nachbaranlagen soll allmählich erfolgen. Bis zum 1. Oktober d. 3. soll der Abbruch beendet sein. Von der Belegschaft der ZechePreußen II" die zur Zett noch 770 Arbeiter und 64 Angestellte beträgt, kommen 250 Arbeiter und 25 Angestellte zur Entlassung. Die Sperrfrist für den Abbruch von Preußen II" endet am 20. März b. I.

* Baldur Pianosortesabrik A. - G., Frankfurt a. M. Das Amtsgericht Frank­furt a. M. hat das beantragte Vergleichsverfah­ren abgelehnt, da innerhalb der letzten ftmf Jahre bereits ein Vergleichsverfahren schwebbr. Der Befchwerdetermin ist verlängert worden. Sine neue Gkäubigervevammlung soll darüber Beschluß fassen, ob gegen das abgelehnte Ver­gleichsverfahren De'chwerte erhoben, oder Antrag auf Konkurs gestellt werden soll.

Rindermarkt in Gießen.

Der Austrieb zum heutigen Rindermarkt in Gießen bezfsserte sich auf 455 Stück Großvieh und 99 Kälber. Der Handel war infolge der Kälte weniger flott, so daß am Marctschluß äleberstand verblieb. Gs wurden bezahlt: für Kühe 1. Quali­tät 550 bis 650 Mk., 2. Qual. 303 bis 450 Mk., 3. Qual. 180 bis 300 Mk., Schlachtkühe 150 bis 250 Mk., Kälber je Pfd. Lebendgewicht 50 bis 55 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Roftz.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 19. Febr. (Eigener Drahtbe­richt des »Gießener Anzeigers'.) Tendenz: et­was freundlicher. Die Tatsache, daß der Satz für die Diskontrate in Reuhork un­verändert belassen wurde, gab der heutigen Börse eine starke Anregung, und zu Beginn des offiziellen Verkehrs machte sich eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar. Tie normale Entlastung des Refchsbanlinstituts und einige angeblich eingetroffene Auslandorders wurden günstig beurteilt. Die Stimmung zeigte eine gewisse Freundlichkeit. Da aber von der Be­teiligung der Bankfundschaft am Börsengeschäft kaum etwas zu verspüren war, konnte bei der Spekulation im allgemeinen immer noch eine Zu­rückhaltung beobachtet werden. Das Geschält war daher f hr kl in > nd b f'r r. fte ich unter f ührur.g von Montanektien nur auf einige Spezialpapiere. Eine gewisse Vorsicht war immer noch zu erkmnen, was sich besonders an den Rebenmarkten aus­wirkte, aber auch bei verschiedenen Hauptwerten stärker fühlbar machte. Im Vordergründe des Interesses standen vor allem Rheinische Braun­

kohlen mit plus 3,5 Prozent, Rheinstahl mit plus 1,75 Prozent und Harpener plus etwa 2.5 Proz., die verschiedentlich von rhrinifchen Interessenten, sowie auch von der Berliner Arbitrage aus dem Markt genommen worden fein sollen. Am Eiektro- rnarkt blieben die Veränderungen äußerst ge­ring, nur für Siemens mit plus 1,5 Prozent bestand etwas lebhaftere Rachfrage, während Gesfürel angeboten waren und etwas niedriger eröffneten. Interesse bestand sonst noch für Deutsche Linoleum mit plus 2 Prozent, am variablen Markt für Iunghans mit plus 1 Proz. Vernachlässigt und angeboten waren dagegen am Ehemiemarkt I.-G.-Farben mit minus 0,5 Prozent und Scheideanstack mit minus 0,25 Prozent. Auch Ze.lstoff Waldyof. Rorddeutscher Lloyd. Commerzbank lagen bis etwa 1 Prozent schwächer. Renten still. Deutsche Anleihen eine Kleinigkeit gebessert. Im Verlaufe hielt das Interesse für Spezialwerte und besonders für Kohlenaktien weiter an. Bei etwas lebhafterer Rachfrage konnten Harpener, Rheinische Braun­kohlen und Gelsenkirchen erneut bis 1,5 Prozent gewinnen. An ben übrigen Märkten blieb das Geschäft äußerst ruhig, die Kurse waren nur behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent unverändert und ziemlich flüssig. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2120, gegen Pfund 20,437, London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 31,70, lag schwach, gegen Hol­land 12,1160.

Berlins Börse.

Berlin, 19. Febr. Rachdem der Dvrmittags- verkehr noch eine ziemliche Unsicherheit gezeigt hatte, machte sich zu Beginn des offtziellen Ver­kehrs eine Beruhigung bemerkbar. Das Ge­schäft war zwar auch heute nur sehr gering, und die Orderlosigkeit bei den Danken hielt an. Die Spekulation schritt aber zu Deckungen, da sie glaubte, nunmehr mit keiner Erhöhung der Reu- Yorker Diskontrate für heute mehr rechnen zu brauchen. Eine gewisse Anregung ging von dem heute erschienenen Reichsbankausweis aus, der entgegen der Lage des Geldmarktes eine weitere Entspannung brachte. 3m all­gemeinen hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen, nur einige Spezialwerte waren stärker befestigt. Kohlenwerte (Ilse (Bergbau und Rhei­nische Braunkohlen) standen im Vordergründe des Interesses, sowie Kunstseidenwerle auf die Zusammenkunft der europäischen Kunstseiden­industriellen in Paris, und tagen bis zu 9 Prozent erhöht. Bei der Danatbank. Licht & Kraft, Schle­sische Gas. D. M. W., Schubert & Salzer, Berger, Norddeutscher Lloyd, Iunghans betrugen die Ge­winne bis zu 3 Prozent, während später C.hade- Aktien, Waldhof, R. A. G., Wiking Zement und Löwe in demselben Ausmaße verloren. Bayerische Hypotheken- und Wech'el-Bank wurden heute exklusive Dividende gehandelt. Anleihen freund­lich, Ausländer ruhig. Ausländische Städte etwas freundlicher. Pfandbriefe uneinheitlich. Geld blieb auch heute noch ziemlich anze^oten, obw.hl der Satz für Tagesgeld eine geringe Ermäßigung bei 5,75 bis 8 Prozent erfuhr. Monatsgeld 7 bis 8 Prozent, Warenwechsel 6.25 und darüber. Auch der Verlauf brachte nur für Spezialwerte Ge­schäft. Fest lagen nur Schiffahrtsaktien, Feld­mühle, Ilse Bergbau und die übrigen Montan- papiere. Dagegen konnte sich bei den meisten Elektropapieren, Reichsbank, Svencka und Salz­detfurth der Kurs nicht immer voll behaupten.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 19. Febr. Am heutigen Produktenmarkt war die Grundstimmung fester, da höhere Auslandnotierungen eine gewisse An­regung boten. Das Geschäft blieb jedoch nach wie vor sehr gering, da die Händler weiter Zurück­haltung übten. Das wieder etwas größere An­gebot von Inlandsware konnte ebenfalls keine Belebung des Geschäftes Hervorrufen, da die Kaufneigung bei den Händlern und den betei­ligten Kreisen äußerst gering blieb. Die For­derungen der Provinz wurden nicht immer be­willigt. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs, 2424.25; Roggen 23.75; Sommergerste für Brauzwecke 24.50; Hafer, inländischer, 24.25 bis 24.50; Mais (gelb) für Futterzwecke 24; Wei­zenmehl, süddeutsches Spezial 0, 3434.75; Rog­genmehl 3131.75; Weizenkleie 14.25; Roggen- fleie 15.00.

Eingesandt.

(i ir Form und Inhalt alle- unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Das Thermometer in der Südanlage.

Warum wird das Thermometer für Höchst- und Tiefststand am Wetterhäuschen in der

Sudan läge so unregelmäßig eingestellt? E« dürfte sich empfehlen, das Einstellen eist nachmittags vorzunehmen, damit man auch noch tagsüber die Temperatur der Nacht zuvor ablesen kann.

Büchertisch.

HermannSudermann: DerHasen» f e l l h ä n d l e r. Schauspiel in vier Akten. 103 Seiten 8°. In Büttenumschlag 2 Mk., in Ganz­leinen 3,50 Mk. Verlag der I. G. Cottafchen Buch­handlung Aachfolger, Stuttgart und Berlin. (751) Dies ist Sudermanns letztes Schauspiel, das erst vor kurzem in Hamburg uraufgesührt wurde. Baron von Ockhardt hat sich gegen Recht und Billigkeit gewaltsam zum Herren des Fide'.kom» mi.fes auf dem alt n Ockhardischen Gut: Rowayen gemacht, fein Re, fe Magnus, der eigentliche Erbe des Fideikommisses, steht entrechte mit aller Gier nach dem Besitz, mit allem Willen, die Macht zurückzugewinnen, abseits. In dem Kamvfe, den die beiden aus gleichem Blute stammenden Vertreter ihres Standes miteinander führen, in dem der Mittellose gegen den Reichen, der Bei­seitegestoßene gegen den Anerkannten anrennt, verkommt der Reffe, er verkommt bis in die letzten Tiefen sozialer Rot und wird schließlich dadurch, daß er seinen Tiefstand skrupellos gegen die in ihren Standesvorurteilen verharrenden Mitglie­der seiner Sippe auöspielt, der gefährliche Gegner. Als er aber endlich wider Erwarten nach bitter­stem Kampfe zur Macht gelangt, fühlt er die Kräfte, mit denen er einst wirken wollte, in sich zerbrochen und das Ziel entwertet.

Die Kun ft", Monatshefte für zeitgenös­sische Kunst (Malerei, Plastik, Wohnungskunst, De­koration, Kunstaewerbe, Architektur usw.). Verlag F. Bruckmann A.-©., München. Mit dem Januar- und Februarheft gibt der Verlag wiederum eine Darbietung von ausgezeichneter Qualität, gleich im» . panierend und erfreuend durch die Fülle und den reichen Wechsel, wie durch die mit sicherstem Ge­schmack getroffene Auswahl und die außerordentliche Schönheit jeder einzelnen Abbildung. Aus dem In­halt nennen wir: Aus dem Gebiet der Malerei die Aufsätze überModerne Frauenbildnisse" (anläßlich des Wettbewerbes des Reichsverbandes der bilden­den Kunst), über die Maler Otto Mueller, Robert Sterl, Max Beckmann, dazu ein höchst reizvoll illu­strierter Aufsatz über alte Almanache und Taschen­bücher. Ausgezeichnet ist die Plastik mit einem prachtvollen Aufsatz über den französischen Plastiker Lourdelle vertreten. Aus dem Gebiet der Woh­nungskunst und der dekorativen Kunst sind hecoor- zuheben die illustrierten Aufsätze über den Ausbau der Böttcherstraße in Bremen durch Runge & Scot­land, ferner über die Werkstätten Theophil Müller in Dresden, schließlich sehr schöne Gläser aus der Berliner ©lasausstellung, Silberarbeiten des däni­schen Silberschmiedes Jensen, Porzellane der Manu­faktur in Kopenhagen, Textllarbeiten der Schule Reimann in Berlin.

Im Februarheft der ^Ze i t we n d e" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung in München) spre­chen ein schöpleriicher Soziologe Euren Roien» stock und ein bedeutender junger Dramatiker Hanns Iohst zu uns Über die Rot des gegenwärtigen Menschen. Eugen Rosenstock hat ein feines Ohr und einen offenen Blick für die wirklichen Bewegungen und Forderungen der Zeit. Hier redet er davon, daß die Begründer der Sozialpolitik und des Sozialismus Träger alter geistiger .Erbämter" Ware» jene nicht selten evangelische Pfarrer und katholische Priester, diese als Gelehrte ebenfalls in g wi fern SinneSlerici und daß die Qlutorität, mit der sie zu den Massen f)rachen, auf der Auto­rität jener aus einer vorkapitalistischen Gescft- schastiordnung stammenden Erbämter beruhte. Diese Erbämter haben sie um der Rot der Massen willen aufgegeben mit vollem Rechte. Die Sozialpolitik wurde so geschaffen und kann heute nicht mehr entbehrt werden. Run aber erhebt sich die dringliche Forderung in einer Gefellschaft, in der der Mensch selbst und seine Arbeitskraft zur Ware erniedrigt wurde und sch'echthin jede Leistung nur noch mit Geld ge­messen wird, das wieder aufzurichten, was seiner­zeit der Sozialpolitik geopfert werden mußte: eine organische Dolksordnung mit geistiger Füh­rung, geistiger Autorität und geistigen Werten. Hanns Iohst spricht in seinem Aufsatz .Die Tragödie und die Gestalt" über die Krisis deS Theaters. Er sieht sie begründet in einer KrisiS des Menschen selbst und feiner Weltanschauung. Seine Ausführungen, die den fortreißenden Cha­rakter des persönlichen Bekenntnisses tragen, führen weit über Dichtung und Theater hinaus und rühren an die innere Rot des modernen Menschen überhaupt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

_____________________2)ie hinter den Papieren angelübrten Zistern geben die Höhe der auleftt

beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskvni 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7,5 Prozent.

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Siemens & Halske ..... Yt TranSradio..... . .

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168.95 1.775 o8,6U

114.48 112.18 114,69 10,67 22.055 40,47

I.21BO 16.475

61,11 u5.o2 1,907 o.öOj

o9,24 12.50 7,40.' 73,51

.,044 18.64 Bl,80 2.090 5,445 4.201 4.319 91.985

168.50 1,768 □8.43

112.18 112.18 1(2,42 10.o82

22.02 -0.414 4.2070 16.425

80,83 64,16 1.904 0.561

□9,08j 12,4.5

7.385

73,32 .038

18.d8 8-.58 2,i»76 5,4.5 4.186 4,316 20.93

168.81 1,772 o8,55

112.40 1,2.40 112.64 10.662

22.06 20.454 4.2150 16.465

61,<-5 64,28 1.908 0.503

äo.205 12,465

73,10 ,044

18,62 01.74 2.080 5.445 4.194 4.336 20.97

S»

Berlin, iS Februar

»eit»

drie

2uncEtianu<ne Violen.....

.^elflischs Noten........

Dänische Noreu........ Knakrsche Noreu .......

4.128

58,3.1

111,98

30.39

or 58,57

112.42 20.47