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gewesen tfl. Auch das Linienschiff hei Is­land", das den Engländern überladen werden mußte, ist von diesen abgrwrackt und in Holland verlauft worden, ebenso wie dieDas sau", die die Japaner verschrottet haben. Es ist eben bei der Eigenart des Kriegsschiffbaues in jeder Marine fast gänzlich unmöglich, fremde Schiffe in die eigenen Verbände einzustellen. Sie passen mit Geschwind.g ei', A tionSradu S in)Te'tückurg selten in eine der bestehenden Größenklassen und Formationen herein und zudem stoßen Repara­turen auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten, da nicht nur die pa'senden Werkzeuge, sondern auch die kleinsten Er ayteile fehlen und für jeden Fall erst extra angefertigt werden müßten. Aus diesen Schwierigkeiten erklärt sich wohl auch, daß immerhin so neue Schiffe wie dieOstfrieSland" und dieHelgoland" zum Studium von Ge­schoß- und Bombenwirkungen verwendet und da­bei im Lauf« der letzten Jahre zerstört wurden.

Im größeren Maßstab haben nur die Fran­zosen und zum Steil auch die Italiener deutsche Schiffe in ihre Flotte eingestellt. Bei den Franzosen fahren nach den neuesten Angaben noch die ehemaligen deutschen kleinen Kreu^rr Stralsund", Regensburg" undK o - nigsber g", jetzt unter den RamenMülhuse", Straßbourg" undMetz", während die Italiener den kleinen KreuzerPiHau", dannDari", durch einen Unfall verloren haben und heute -nur noch die ehemaligeS t r a ß b u r g", jetzt Taranto", in Dienst haben. Auch von den Tor­pedobooten ist der größt« Teil heute ver­nichtet. Rur die beiden ganz neuen Schiffe, die Doote S 113 und V 116, die erst mit Kriegsende fertig wurden, und als schönste Schiffe unserer Torpedobootswaffe mit 2100 Tonnen, vier Fünf- zehn-Zentimeter-Geschützen und einer Geschwin­digkeit von annähernd 34 Knoten, galten, sind heute noch unter fremder Flagge aktiv, Slic», die nach dem Kriege zu der berühmten sog. eisernen Torpedoboots-Flotille" gehörte, trägt unter dem RamenAdmiral Dem" die fran­zösische Flagge, während V 116 unter dem Ramen Premuda" Italien gehört. Auch die abgeliefer- ten Unterseeboote sind größtenteils in­zwischen vernichtet worden. Rur einzelne dienen Frankreich und Italien noch heute unter der aufgezwungenen fremden Flagge.

Oberhefsen.

Landkreis Gießen.

Lollar. 18. Febr. Die ordentliche Jah­reshauptversammlung des Turn­vereins Lollar fand am Sonntagnachmittag bei starker Beteiligung statt. Im Anschluß an die Begrüßung konnte der 1. Borsihende, Bürger- meister Schmidt, darauf Hinweisen, daß das verflossene Dereinsjahr, das u. a. das Gauturn­fest des Turngaues Lahn-Dünsberg in Verbin­dung mit dem 45jährigen Bestehen des Vereins gebracht hatte, ein Iahr reicher Arbeit, aber auch stattlicher Erfolge war uird als eins der besten Iahre in der Dereinsgeschichte zu werten sei. Der Verein konnte auch in diesem Iahre einen Witgliederzuwachs aufweisen, und er nimmt mit seinen rund 300 Mitgliedern eine achtunggebie­tende Stellung im örtlichen Dereinsleben, wie bei den übergeordneten Turnverbänden ein. Der Tod hat dem Verein fünf rührige Mitglieder, darunter zwei Mitgründer, Fabrikant Weinvich und Bauunternehmer Heinrich Deibel, entrissen. Das Andenken wurde in üblicher Weise ge­ehrt. Aus dem Turnbericht, erstattet von dem 1. Turnwart Karl Agel, war zu entnehmen, daß die turnerische Betätigung auf allen Ge­bieten gut und erfolgreich war. Neunzig Preise konnten gebucht werden, darunter viele erste Preise. Hervorgehoben zu werden verdienen der Ehrensieg des Turners Wilhelm Hofmann und der erste Sieg des Turners Ludwig H e t t ch e bei dem Gauturnfest, der erste Sieg des Tur­ners Ludwig H e t t ch e und der zweite Sieg beS Turners Albert Drescher bet den Gau­gerätewettkämpfen, und ganz besonders der den siegreichen Turner, wie den Verein gleich ehrende Erfolg bei den Derbandsmeisterschaftskämpfen des südwestdeutfchen Turnerverbandes (A.D.T.) in Stuttgart, bei den in der Meisterklasse der Turner Wilhelm Hofmann die sechste Stelle einnehmen konnte. Einundachtzig Turnstunden sanden bei ke'riedigender Beteiligung statt. Ueber die Tätigkeit der Sportabteilung berichtete deren Schriftführer Otto Dietz. Es bestehen eine erste

Gießener Konzertverein.

VIII. Konzert: Franz Schubert.

Als Rachklang deS Schubert-Gedenkjahres hatte das Gewandhaus-Quartett Schubertsche Kammermusilwerke ausgewählt und damit das durch die zahlreichen Schubertseiern gewonnene Bild des Schaffenden in wertvoller Weise er­gänzt.

Mit Schuberts kammermufikalischem Schaffen hat es eine ähnliche Bewandtnis wie mit seinen Symphonien: auch hier ergeben sich ähnliche Er­kenntnisse wie seinerzeit bei der Betrachtung der symphonischen Werke. Der innere Gegensatz seiner Persönlichkeit im Vergleich zu Beethoven als dem Vollender der klassischen Formen, mußte ihn, sofern er echt im Sinne seiner Persönlichkeit schuf, zu einem anderen Formprinzip hinführen, als es in den klassischen Werken zur Gipfel­leistung gebracht worden war. Richt Zielstrebig­keit, Formung des Erlebten unter der Einwir­kung beabsichtigter Tendenzen, sondern ein AuS- schöpfen, Dahingeben im musikalischen Erleben, ein Erschließen der augenblicklichen musikalischen Zuständlichkeit und ihrer Wandlungen: kurzum, das. was man gern mit dem Begriff Romantik in Verbindung zu setzen geneigt ist. Es lag viel­leicht für Schubert eine gewisse unbewußte Tragik darin, daß er, in der klassischen Umwelt auf» gewachsen, an seine Werke den klassischen Maß­stab anlegte und sich in Beziehung zu Beethovens Werken stellte: andererseits daß die zeitgenössische Kritit seinen Werken nicht recht nahe zu kommen vermochte, weil sie noch nicht den Schlüssel für ielne Persönlichkeit hatte finden können. Wenn Schubert selbst noch kurz vor feinem Tode sich der straffen unterrichtlichen Disziplin Simon Sechters unterwerfen will, so erkennen wir darin, daß er gern gewisse Schwächen der For- nung in seinen Werken, in Hinsicht auf die Klassiker, überwinden wollte. Ob er aber mit der Erwerbung sogenannter schulgerechtcr For- nunasfertlgkeit ein Stück persönlicher Eigenart In seinen Werken ertötet hätte, die Frage können wir zwar jetzt nicht mehr entscheiden. Um so stärker aber mögen wir die aus seinen Werken sprechende Unmittelbarkeit miterleben und

und eine zweite Mannschaft, dazu eine Iugenb- mannschaft, die, angeschlossen dem Südwestüeut- schen Sportverband, fünfundvierzig Fußballspiele durchführten: außerdem beteiligte sich die Sport- abtcilung mit besten Erfolgen an einer leicht- athletischen Veranstaltung. Die von dem ersten Rechner Heinrich Rohrbach vorgetragene Rech­nung schließt ab mit einem Darvermögen von 2383 Mk. Die Vorstandswahl ergab fol­gende Zusammensetzung: erster Vorsitzender Bürgermeister Schmidt, der bereits seit 1901 dieses Amt inne hat, zweiter Vorsitzender Ludwig Wagner, erster Schriftführer Hermann Schwalm, zweiter Schriftführer Otto Klip­pel, erster Rechner Heinrich Rohrbach IX., zweiter Rechner Philipp D r u s t u s , erster Turn­wart Heinrich D o d e s, zweiter Turnwart Heinrich Zecher, Zeugwart Heinrich D i e r a u , Leiter der Spvrtabwilung Bruno Grote, Schriftführer der Spv-ctabteilung Ludwig Agel. Die Leitung des gesamten Turnbetriebes wurde dem zweiten Vorsitzenden üb.rtragen. Ein von der Sportabteilung eingereichter Antrag, der den bes­seren Ausbau dieser Sportgebiete zum Ziele hat, fand Annahme: es wurden demzufolge Otto D i e tz zum Obmann für Sportathletik und Heinrich Schneider zum Leiter der Iugendabtellung mit Sih und Stimme im Vorstand gewählt. Die Tätigkeit als Vereinsbote übernahm der Zög­ling Willi Rohrbach. In der anschließenden Aussprache wurden die Wege, die eine noch regere Tätigkeit im Turn- und Sportbetrieb er­möglichen sollen, eingehend besprochen. Weller beschäftigte sich die Derfammlung mit einigen für die Förderung der Körperpflege bedeutsamen Fragen. So wurde lebhaft bedauert, daß in Lollar bis heute noch keinerlei Gelegenheit zum sicheren Baden und Schwimmen in der Lahn sich bietet, so daß dem Schwimmsport leider nicht die Stelle eingeräumt werden kann, die ihm zukommt. Auch wurde darauf hingewiesen, daß für die Ausübung des Wintersportes sich wenig gute Gelegenheit bietet. Insbesondere trifft dies für das Rodeln zu; es wird angenommen, daß die Anlegung einer Rodelbahn bei den künftigen Geländeverhältnissen nahe beim Ort stch ohne erheblich« Kosten feilens der Gemeinde im In­teresse der gesamten Bürgerschaft, nicht zuletzt der Schuljugend, ermöglichen lassen dürste. Rach mehr als dreistündiger Dauer wurden die Ver­handlungen mit einem dreifachen s.Gut Hell" auf die weitere ersprießliche Entwickelung des Vereins durch den ersten Vorsitzenden geschlossen.

O Allertshausen, 18. Febr. Vorigen Samstag wurde die hiesige Gemeindejagd, bestehend aus 110 Hektar Feld und 60 Hektar Wald, auf weitere 6 Iahre verpachtet. Höchst» bietender blieb mit 705 Mark Tierarzt Dr. Hardt, Allendorf a. d. Lumda. Der sellherige Pächter, Rittmeister a. D. Freiherr Rohrer von Diersburg, Londorf, bezahlte 500 Mark.

+ Grünberg, 18. Febr. Am Montag fand in der Hachschen Wirtschaft zu Beltershain die Holzversteigerung der fiskalischen Forst­wartei Reinhardshain statt. Dabei wurden fol­gende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit­holz 15 Mk., Buchenknüppel 11 bis 12 Mk.. Reiser 3 Mk., j« für 1 Raummeter. Buchen- stöcke kamen nicht zum Verkauf. DaS Holz in Lieser Försterei, deren Waldungen sich zwischen den Orten Beltershain, Reinhardshain, Bers­rod und Geilshausen erstrecken, wird nicht nur von den Bewohnern dieser Gemeinden gekauft, sondern alle Iahre erscheint eine große Zahl Kaufliebhaber aus den Ortschaften des Dusecker TaleS, die hier ihren Holzbedars deckt.

ch ©rüningen, 18. Febr. Am Sonntagnach­mittag sand in der Gastwirtschaft Bender ein Lichtbildervortrag überErste Hilfe bei äl n g l ü ck s f ä ll e n" statt, veransta'tet von der Arbeiter-Sanitäter-Kolonne in Steinberg. Dr. Heil (Steinberg) zeigte die Bilder und gab in sachlicher Weise die Erllärung hierzu. Die Ver­anstaltung war gut besucht. Wie in vielen umliegenden Dörfern, so find auch in unserem Orte viele Kartoffeln und Dickwurz erfroren.

> Holzheim, 18. Febr. Die hiesige 720 Hektar umfassende Gemeindejagd wurde wie vor 6 Iahren in 2 Teilen verpachtet. Jagd- bezirk I, seither in Händen der hiesigen Jagd- gcfellschaft, wurde wieder von der glichen Ge­sellschaft auf weitere 6 Iahre zum Preise von 650 Mark jährlich erworben. Jagdbezirk II (seit­heriger Pächttr: Mühlenbesitzer Christ. Griedel- ging gleichfalls zum Preise von 500 Mark an die

schätzen, besonders wenn sie uns in solcher Voll­endung dargeboten werden wie durch das Ge­wandhaus-Quartett.

Durch di.r Wttk.amkett an traditioneller Stätte hat diese Vereinigung ihr besonderes Gepräge erhalten. Die Berührung in der Leipziger Tätig­keit mit den bedeutendsten Dirigenten hat auf das Stilempfinden sich besonders anregend und befruchtend ausgewirit und dieses Quartett in seiner Anpassungsfähigkeit an die einzelnen Schaffenden gesteigert. Immer wird seinen Dar­bietungen ein gewilser Zug vornehmer und durch- geiftig.er Aufsagung zu eigen sein, der vielleicht zuweilen öem impulsiven Mllgehen des Einzel­nen «ine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Zwar führt die erste Ge.ge, aber sie drängt sich nicht hervor und läßt so einen ideal ausgeglichenen cuammenfiang erstehen. Die thematische Durch­arbeitung beweist ein hohes Maß von Abge­wogenheit und organischer Durchdringung des Werkes. Mehr das Bestreben nach Ausdruck a.s eine gewiise sinnliche Freud« am Jnstru- mentallang gibt dem Musizieren des Quartet.s ein« besondere Eigenheit. So werden seine Dar­bietungen stets frei sein von irgendwelchen Ber» sälschungen durch persönliche Eigenwilligkeit.

Schuberts .4°Moll-Ouartett (on. 29) fällt in jene Zell, wo er als Mufiklehrer im chaule des Grafen Esterhazy nach zermürbender Krankheit und allerlei Mißgeschicken in Zelecz in Ungarn das Landleben in seiner wohltuenden Ruhe und mit voller Hingegebenhell an die Natur auf sich einwir- fen lassen kann. Die elegische Stimmung des Grund­themas im Kopfsatze wendet sich nach Dur, die Schatten einer Zwischenepisode vermögen aber das rentable Seitenthema nicht zu verdunkeln. Eine Fülle des Gefühls prägt sich im ersten Satze aus, ohne jedoch die Gebärde der großen Leidenschaft zu zeigen. Das Grundthema des Andantes hatte Schu­bert schon im Entre-Akt ausRosamunde" ange­schlagen, später ließ er es noch einmal in einem Impromptu" anklingen; es ist ein Auskosten dieses schmicafamen Themas in edelster musikalischer Hal­tung. Der Mcnuettsatz weist eine eigenartige Rhyth­mik und überraschende Feinheit der Durcharbeitung aus, durchzogen von leiser Versonnenheit. Der Schlußsatz nimmt melodische Elemente der ungari­schen Volksmusik, mit der Schubert in Zelecz in Be­rührung kam, in sich auf und ist mit sprühender

hiesige Jagdgesellschaft Über. Der bis­herige Pacht reis betrug für beide Teile 720 Mk. Wie allgemein in diesem Jahre, wurden bei der diesjährigen Holzversteigerung im hiesigen Gemeinde- und Markwald ziemlich hohe Preise erzielt. Dies zeigte sich besonders beim Brennholz. So wurden für 2 Meter Duchenscheii bis 40 Mk. und darüber bezahll.

ri. L i ch, 18. Febr. DerBund für christ­liche Erziehung in Haus und Sch u le", der in unserer Stadt seit Jahren viele Mitglieder zählt, hiell ge.cern abend im Gemeindesaal sein« Winterversammlung ab, b't von Stiftspsarrec Lic. Schor! em mer geleitet wurde. Pfarrer Ausfeld von Gießen hielt einen Vortrag über die bleibende Bedeutung des Kleinen Ka.echis- mus Luthers für Kirche, Schule und Haus, in dem er nach einer lichtvollen Darstellung der Entstehung des Katechismus und seiner Verwen­dung in der alten hestisch.m Kirche zeigte, welch« religiös kirchlichen Wer.e in dem kleinen Büchlein, das die bekannteste Becenntn.sschrift der lutheri­schen Kirche ist, gegeben sind.

s. D i l l i n g e n , 17. Febr. Gestern vormit­tag tagte in der hiesigen Schule die Päda­gogische Arbeitsgemeinschaft Lich- Hungen. In einer älnterrichtsprobe in der Oberklasse zeigte die Lehrerin Frl. D ö t t g e (Arnsburg) die Anwendung der Tonlla-Do- Methode im Gesangunterricht. Diese neuere Methode verwendet außer den bekann­ten Solmisationssllben bestimmte sinnvolle Hand- zeichen für jede Stufe der Tonleller. Infolge­dessen konnte die Klasse in kurzer Zeit die wichtigsten Intervalle erfassen In der ausge­dehnten Besprechung wurde von verschiedenen Seiten betont, daß bei aller Würdigung der modernen Gesangsmethoden doch nie die Tech­nik die Hauptsache werden dürfe, sondern daß Ziel und Zweck dieses ^Unterrichts bleiben müsse, dem Schüler einen möglichst reichen Schatz von Liedern, besonders von guten Volksliedern, mit ins Leben zu geben. Ergänzend wiesen die Leh­rer Arnold (Utphe) und Dietrich (Rod- Heim) daraus hin, daß außer dem Gesang recht woh? auch in der Volksschule Jnstrumentalmufll getrieben werden könne, wenn auch mit beschei­densten Mitteln. Es kämen hier besonders eine neukonstruierte Schulflöte, sowie die Schulhar- monika in Frage, da beide nur geringe, tech­nische Schulung erfordern. Rach einer Pause reihte sich ein Dortrag Über literarische Kunst­erziehung an, worin hauptsächlich die Behand­lung von Gedichten und allgemein die Erziehung zum guten Buch geschildert wurde. Räch der Mittagspause schloß sich eine Konferenz des Bezirkslehrervereins Hungen in der Wirtschaft Heßler an, wobei im wesentlichen innere Vereinsangelegenheiten besprochen wurden.

Kreis Friedberg.

2$. Dad-Rauheim, 18. Febr. Wie vor einiger Zeit schon mitgeteilt, sind es vor kurzrm 2 5 Jahre gewesen, daß Kaufmann PH. Weiß ununterbrochen als erster Vorsitzender an der Spitze des Turnvereins 1 860 steht, eines der größten und füfce.tSen Verein" des Turn­gaues Hessen. Die Verdienste des Iuöllars um Verein, Gau und deutsche Turnsache .anden die gebührende Würdigung bei der am Samstag­abend ftattgehablen sehr stark besuchten 6g. Haupt­versammlung des Turnre.-eins 1860. Die Turner holten ihren Dorfitzenden mit Musik von der Wohnung nach der Turnhalle, die festlich ge­schmückt war. Rach kurzer Begrüßung durch den zweiten Vorsitzenden übermittelten dann in längeren Ausführungen die Vertreter der turne .i- schm Organisation dem Jubilar und seinem Verein Glückwünsche. ES sprachen Fabrikant 2L Pfeif­fer, Wetzlar, für den Mittelrheinkreis der Deut­schen Turnerschaft, Redakteur K. Schneider, Butzbach, für den Turngau Hessen, Studienrat Thierolf, Friedberg, für den fünfen Gau« bezirk. Alle Redner feierten die Verdienste des Jubilars für die Turnerei, und gedachten ehrend auch dessen Gattin, ohne deren Verständnis für die Arbeit ihres Mannes eine sola-nge, auf­opfernde Tätigkeit im Dienste der Allgemeinheit nicht möglich gewesen wäre. Kreisvertreter Pfeiffer entwickelte dabei recht beachtliche all­gemeine Gedanken über die Aufgaben der Frau in der Deutschen Tumerschaft, Der Mittel­rheinkreis der Deutschen Turnerschaft ehrte Philipp Weih durch äleberreichung des Kreis-Ehre nbriefes, auch die Bad-

Musikalität erfüllt, die stellenweise zu impulsiven Ausbrüchen drängt.

Das Gewandhaus-Quartett nahm fich dieses Der^ kes mit besonderer Liebe an und gab oen einzelnen Stimmungen vollkommensten Ausdruck. Besonders dem Menuettsatz wußte es eigenartige Züge abzuge­winnen und erfüllte den letzten Satz mll treibender Lebendigkeit.

Paula Regner spielte des Meisters Fan­tasie in C-Sur, Op. 15 (als Wanderer-Fan­tasie benannt nach dem im Adagio auftreten­den Thema aus dem LiedeDer Wanderer"). Trotz der Bezeichnung als Fantasie ist gerade dieses Werk organisch aus einem einfachen, rhythmischen Molw entwickelt, das sich je nach dem Charakter der einzelnen Sätze eigenartig entfaltet Verträumtheit, elegisches Aufwallen im Adagio. Der Scherzosatz schließt sich an den Kopfsatz an und läßt eine walzerartige Melodie «nporblühen, er steigert sich auf zum Finale, das sich au5 einem Fugato heraus zu grandiosen Älangenifaltungen entwickelt Den eminenten technischen Anforderungen des Wer­kes zeigte sich Paula Hegner durchaus voll gewachsen. Wan hätte sich an einzelnen Stellen noch mehr Ausgeglichenheit in der Dynamik deS Anschlages wünschen mögen und stellenwcte eine noch schärfere Präzision im Artikulieren. Den mgantischen Aufbau des Werkes arbeitete sie klar und geschickt heraus und der starke Bei- sclll konnte ihr den errungenen Erfolg be-

3m Schlußteil vereinte sie sich mit dem Quar­tett (ergänzt durch Albin Findeisen, Kontra« baß) zur schwungvollen Durchführung des Fo­rellenquintetts. Hier konnte man eitel Freude haben an dec Feinheit in ter Durch» aiJeitung des Thematischen, an dem «Süraenten des Andintesatzes. dem Point',erten des Scherzos und der SpiLlfveude deS Finales. Die RaihensÄge der Variationen über das Liedthema erschien wi« ein Prozeß des Werdens, der das Thema im Drechungslichte der einzelnen Instrumente und ihrer klanglichen Möglichkeiten sah und in der Fassung des Liedes gipfelte. Hier hatten die einzalnen Spieler ganz besondere Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in das rechte Licht zu stellen, unö hier gab jeder zu seinem Teile Großes, Ausgezeichnetes. Da mußte jeder begeistert sein

Rauhem«« Tumerschaft und Turnverein T863 beglückwünschten ten Jubilar mit sinnigen Ge­schenkgaben. Sichtlich gerührt dantte PH. Weih für die ihm erwiesenen Ehrungen. Das er getan habe, sei nur seine Turnerpflicht gewesen. In der an die eindrucksvolle Ehrenseier sich an­schließenden Hauptversammlung wurde die um­fangreiche Tagesordnung flott erledigt. Aus der Berichterstattung sei hervorgchoben, daß der leistungsfähige Te.etn am 1. Januar die Zahl von 981 Mitgliedern aafw.es und daß bei dem Veranstaltungen im Te'irt, ©au, Kreis und beim Deutschen Turnfest in Köln insgesamt 167 Einzelsiege im vergangenen Jahr errungen wur­den, darunter mehrere Meisterschaften. Die Turn* stunden hatten sollenden Ge'antbe.uch: Männer 47(2 (Durchschnitt eines llesungsadends 44). Frauen 1700 (Durchschnitt 40), Turnerinnen 2-150 (Durchschnitt 60), Schülerinnen 69.2 (Duechschnitt 90), Schüler 4023 (Durchschnitt 60>.- Fech.er 777 (Durchschnitt 73), Spieler 75?. Die Rechnung des Vereins schließt mit 31010 Mark in Ein­nahme und Ausgabe ab. Sa3 Vermögen beläuft sich auf_ 71 652 Mark. Für 50jährige, 35jährige und 25jährige Mitgliedsch^.t wur.e.r Mitglieder in größerer Zahl geehrt.

WS2. S t e i n f u t h. 18. Febr. Bei der gestri­gen Dürgermeisterwahl wurde Gemeinde­rechner Karl Schwegler mit überwiegend cr Stimnrenme.s-rhe.t zum Bürgermeister ge­wählt. Er erhielt 528 Stmrmen, Konrad Phtlippi III. erhielt 153 und Ludwig Hu­ber I. 51 Stimmen. Von 821 Wahcherechtigten machten 733 von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Kreis Büdingen.

n Büdingen, 16. Febr. Die yferdeprä- miierung des Petrimarktes hatte fnl- gendes Ergebnis: A. Händlerpferde: Kl. L Schwere Arbeitspferde: L Preis: Ferd. Stern. Meerholz. 2. Gebr. Meyer, Himbach. 2. M. Grünebaum. Schlüchtern: ferner einen L Preis für ein einzelnes Pferd: M. Grünebaum, Schlüch­tern- Kl. IP. Leichte Arbeitspferde: 1. Preis: Gebr. Meyer, Himbach. 2- Gebr. Meyer, Him­bach. 1. Preis für Einspänner: Stern,

Weerholz. Kl. III. Schwere Wagenpferde. 2. Preis: Ford. Stern. Meerholz. 2. Gebr. Meyer, Himbach. 1. Preis für Einspänner: M. Grüne­baum, Schlüchtern. 2. Preis für Einspänner: Ferd. Slern, Weerholz. Kl. IV. Leichte Wagen­pferde: 1. Preis: Gebr. Meyer, Himbach. 1. Kuck». Stern. Meerholz. 2. und 3. Ferd. Siern. QLoct- holz. 3. Isidor Heß, Hüttengesäh. 3. Preis für Einspänner: M Grünebaum. Schlüchtern. 6. Landwirtspferbe: ÄL I. Schwere Ar­beitspferde: 1. Preis: Schudt. Mittelgrün bau. 2. Knvß, Babenhausen. 2. Dreß.er. Lindhelm. 2. Gutmann, Büdingen. 2. A. Tender, Dorn- assenheim. 3. Otto Henrrch. Bleichenbach. 3. L. Hillerich, Lorbach. 3. H. Eifert II., WeningS. 3. L. Kehrn, Dindsachsen. Anerlrnnung: A. Ten« der Dvrnassenhettn. O. Bolitsch, AulLn-Diebach. L. Hillerich, Lorbach Kl. II. Leichte Arbeits« Pferde. 1. Preis: Karl Wolf, Bonhausen. 1. H. Meisinger, Tübingen. 2. Landwirt Regel, Lorbach 2- H Meisinger. Büdingen. 2. Landwirt Höch­sten. Düdelsheim. 2. Landwirt Höchst:iu. Düdels­heim. 3. Pächter Bär, Rohrbach. 3. Landwirt Ragel, Loch ach. 3. Landwirt Ganz, Bindfachsen. 3. derselbe. 3- Landwirt KaufmLm, Büdingen. Kl. III. Schwere Wagenpferde: 1. Preis: R. Lenz. Lorbach. j. K. Kratz. Lindheim. 1. A Wo.f. Effolderbach. 1. derselbe 2. Karl Wolf. Ter.-* hausen. 2. K. Kratz, Lindheim 2. L. Hillerich, Lorbach. 2. derselbe. ÄL IV. Leichte Wagen­pferde : 1. Preis: R. Lenz, Lorbach. L Pächter Flemming, Büdingen. 2. W. Leo IL, Rinder bügen. 2. K. Methsessel, Büdingen. 2. derselbe 2. Landwirt Gasche, Langenselbold. 3. W. Leo II.. Rinderbügen. 3. Landwirt Gasche. Langensel­bold. Anerkennung: derselbe. Äk V. Fohlen, mindestens 2 Jahre alt. 1. Preis: Fv Gaul. Büdingen. 2. L. Hillerich, Lorbach. 2. Derselbe. 3. Pächter Bähr. Rohrbach. 3. Landwirt Ganz, Vjndsachsen. 3. O. Bolitsch. Aulen-Diebach. Klasse VI. Familien. 1. Preis: Landw. A. Ganz, Dindsach'en. 1. Landwirt chcb. Meisinger, Büdingen. 2. Landw. Georg Galche. Langenselbold. 2. Landw. Otto Bolitsch, Aulen-- Diebach. Die Rindvieh- und Schweine­prämiierung mußte Irenen der großen Kälte ausfallen und soll gelegentlich deS Johannis- marktes im Juni stattsinden. Die Derlo,ung ist bis zum 30. März verschoben toor'.e.i Sie enorme Kälte hat Dem Gas- und Wasser-

und hingerissen non der klanglichen JdsalitB des Werkes und seiner Ausführung. Dr. H.

(Siner blies die Hirtenflöte ...

Victor Auburtin hieß der panische Musr- zierer. Er war ein Meister auf dem vecscholleuen Instrument. Eine kleine, leis«, zi.erl.che Melodie blies er zeitlebens. Aber sie wurde nur selten gehört im Lärm unserer aufgeregten, maschinen­tätigen, robusten Zeit.

Dce Melodie hatte hundert und aber hundert Variationen: sie Hang wehmütig und verträumt, scharf und spitz und spöttisch, in Dur und Moll, schnörllig und witzig ... uni> war immer von einer längst selten gewordenen Airmut beschwing^

Der Flötenspieler ist tot: vvi. kurzem ist er gestorben, und öS hat Wetter kein Aufsehen ge­geben. Däe kleinen Melodien seines st.llen. ge­segneten Lebens s'md mercwürdicertocKc auch nicht in Roten aufgezelchnet, sondern in Buchstaben. Denn er war ein Musizierer mit Worten. Sein letztes Buch ist überschriebenEiner bläst die Hirtenflöte" und erschien letzthin bet Akbert Langen in München. (158 Setten 8°. Um­schlag- und Einbandzeichnung von Prof. Dr. W. Tiemann. Geh, 3, in Leinen 5 MarL 14)

Auburtin war im Grunde seines Herzens ein Dichter und ein Philosoph: eines Tages wurde er aber ein Journaftst daZ kommt vor und kam bis an fein Ende nicht mehr von der Zeilung los. He5tigen5 war er nebrnbri ein sehr auter Journalist. And das kommt selten vor: hie mellten Dichter werden schlechte Journallstrn. Auburtin war ein Meister des Feuilletons: er beherrschte das Handwerk und maH.e eine Kunst daraus. Gr war ein Weister der Skizze, der 3m* Pression, des Stiliebens. Seiire Stärke waren wenn der Vergleich erlaubt ist Pastell, Aqua­rell und Siloerstift.

Er sah, was andere nicht sahen. Woran die anderen vorbeisahen. Gr na)m ein Ding in die Hand, wendet« e3 hin und her, betrachtete eS aufmerksam und nachdenklich von allen (Seiten und siehe, das Ang, unscheinbar wie es wart begann zu leuchten, empfing einen Abglanz von der fleinen. zärtlichen Pansmu.ik deS Betrachters. Der wußte immer für alles eine Melodie...