der Versicherungsnehmer schon vom ersten Ver- licherungsjahre ab wesentlich entlastet. Ein weiterer Vorteil dieser Art der Veitragspolitik ist, daß der Versicherungsnehmer hierdurch m die Lage verseht wird, die so ersparten Beiträge in ganz anderer Weise auszuwerten, als das eine Versicherungsgesellschaft auf Grund der gesetzlichen Anlagevorschriften vermag. Seit Der Stabilisierung der Reichswahrung sind von den öffentlichen Lebensversicherungsanstclt:n schon drei Herabsetzungen der 'Beiträge für den Ge° samtversicherungsbestand erfolgt. Die für alle Versicherungen. Die mehr als zwei Jahre in Kraft sind, bislang gewährte Dividende von 10 Prozent ist nur noch als Grunddivi- d e n d e anzusehen, da eine Erhöhung dieses Satzes für alle Versicherungen, die das fünfte Versicherungsiahr zurückgelegt haben, durch Z u * sahdividenden teils bereits durchgeführt ist, teils vorbereitet wird.
äleberblickt man die ganze Entwickelung der letzten Jahre, so kann man sagen, daß das öffentlich-rechtliche Lebensversicherungswesen immer m«chr an Einfluß. Bedeutung und Vertrauen gewonnen und sich auch dementsprechend weiter ausgebreitet hat.
Wochenbericht
vom frankfurter Effektenmarkt.
Die lang erhoffte Senkung des Reichs- bankdiskontes wurde am ersten Tage der Tc ichtswoche vorgenommen, und zwar um 1/9 Prozent auf 6y3 Prozent. Wer erwartet hatte, daß diese Maßnahme der Dörse den schon feit langer Zeit so notwendigen Auftrieb geben würde, sah sich gründlich getäuscht. Auch diesmal reagierte die Börse auf die Tatsache Der Diskontermäßigung in durchaus negativem Sinne, und auf Den meisten Marktgebieten traten neue Kursrückgänge ein. Die Geschäftstätigkeit wickelte sich wieder in engstem Rahmen ab, und bei anhaltender Sntereffefofigfeit des Auslandes und des deutschen Publikums genügten schon relativ kleine Abgaben der Baissespekulation, um eine Abschwächung Der Tendenz herbeizuführen. Die Ernennung Der Sachverständigen und die bevorstehenden Reparationsverhandlungen standen naturgemäß im Vordergrund des Interesses, und Die Diskussionen hierüber drückten zeitweise stark auf Die Stimmung, Die außerorDentlich unsicher wurde, als Die unrichtigen Rachrichten aus Amerika verbreitet wurden, daß man sich dort einer Reuregelung Der Reparationsangelegenheit und einer Kommerzialisierung Der deutschen Schuld entgegenstellen werde. Rachdem diese Rachrichten von den maßgebenden Stellen Dementiert worden waren, trat zwar eine gewisse Beruhigung ein — auch Die Ernennung Piervont Morgans zum Sachverständigen befriedigte —, es blieb aber weiterhin eine gewisse älnsicherheit bestehen, und hinsichtlich des Ergebnisses der kommenden Verhandlungen war man in Börsenkreisen verschiedentlich nicht sehr optimistisch gestimmt. Der Markt konnte sich ferner nicht den ungünstigen Einwirkungen Der an Der Reuyorker Börse eingetretenen Kursrückgänge entziehen. Außerdem wurde die Dörsen- fituation durch die Vorgänge am Markte Der Kunstseideaktien recht ungünstig beeinflußt. Die Rotwendigkeit, Die Kunstseidepreise herabzusehen, um Der italienischen und französischen Konkurrenz mit ihren niedrigeren Preisen zu begegnen, und Die Schwierigkeiten innerhalb Der deutschen Kunstseidekonvention bewirkten in Den Glanzstoffwerten ein außerordentlich starkes Angebot, so Daß bei geringer Aufnahmelust des Marktes Der Kurs Der Glanzstoffaktie vorübergehend bis unter 500 Prozent absank. 2m Zusammenhang damit erlitten auch Die Shares der amerikanischen Kunstseidegesellschaften merkliche Kurseinbußen. Stärker angeboten und abgeschwächt waren außerdem noch Die Elektrizi- tätsaktien. Gegenüber Der Unsicherheit bei Betrachtung Der allgemeinen politischen unD wirtschaftlichen Lage bedeutete Der weiter flüssige Geldmarkt einen gewissen Ausgleich, wenn sich auch die Börse dadurch nicht aus ihrer Lustlosigkeit und Zurückhaltung herausreißen lieh. Am Medio trat infolge Der Steuerzahlungen eine gewisse Verknappung für Tagesgeld ein. Der. Privatdiskontsatz konnte jedoch nochmals bis auf 53/< Prozent ermäßigt werden. Eine gewisse Kursstühe bot auch die Rachfrage, Die nach Wontanwerten in Erscheinung trat. Man verwies hier auf Die angeblich günstige Lage Des internationalen Eisen- Niarltes und erwartete ferner bei Der Phönix Vergbau-A.-G. wieder eine LV-prozentige Dividende. Bevorzugt waren G^enkirchen. Rheinstahl, Mannesmann und Die Stahlvereinswerte, vor allem Phönix. Ferner bestand zeitweise einiges Interesse für Die Farbenaktie auf
die Mitteilungen Der I.-G.-Farbenindustrie über die Geschäftslage im Jahresbericht Der Frankfurter Handelskammer und auf Die Rachricht, daß die I. G. eine amerikanische Holdinggesellschaft gründen wolle. Zum Wochenschluß trat allgemein eine leichte Erholung ein, doch blieb das Geschäft nach wie vor minimal. Deutsche Anleihen waren etwas gebessert. Am Markte Der AuslanDrenten waren Türken und Mexikaner beachtet.
Wochenbericht
vom frankfurter Produktenmarkt.
Gegenüber Den vergangenen Wochen erfuhr Der 5tannurtcr Produklemnarkt eine erhebliche Belebung. Die Hausse an Den ausländischen Getreidebörsen bot eine starke Anregung. Auch blieb Die knappe Beschickung des Marktes, infolge Der gesperrten Schiffahrt und Der bestehen- Den Frostgefahr, Da aus diesem Grunde Ware kaum verladen wird, nicht ohne Einfluß auf Die Stimmung. Tie Tendenz war freundlich, und Die Preise zeigten eine allgemeine Aufwärtsbewegung. Tie Forderungen Der Provinz wurden ohne Schwierigkeit bewilligt. Rur hält die Provinz stark mit ihrer Ware zurück, da Hoffnungen in diesen Kreisen bestehen, immer noch weitere Gewinne erzielen zu können. An Den Hauptmarkttagen konnte sich in vereinzelten Getreidearten recht lebhaftes Geschäft entwickeln, während an den übrigen Tagen Der Besuch Der Börse sehr schwach war und Die HänDler nur im BeDarfssalle zu Deckungen schritten. Zeitweise bekundeten jedoch Die HänDler größere Zurückhaltung. Da sie bestrebt waren, immer so billig t ie möglich zu kaufen. Im Vordergründe des Interesses standen vor allem Brotgetreide. Das Angebot, besonders in Roggen, war sehr gering. so daß sich zeitweise größere Rachfrage geltend machte. An einem Tag war Ware in Roggen kaum zu erhalten. Im freien Markte wurden bei dieser Gelegenheit auch Preise über Rotiz erzielt. Auch für Weizen zeigte sich immer Interesse, doch kam hier das Geschäft zeitweise ins Stocken. Sommergerste erfreute sich ebenfalls recht lebhafter Rachfrage: hier Dürften hauptsächlich Die Mühlen Deckungs- käuse für Brauzwecke vorgenommen haben. Auch besteht Die Möglichkeit, Daß Interefsenkäufe von anDerer Seite getätigt wurden. Hafer hatte Dagegen Durchweg ruhiges Geschäft, und es trat nur zeitweise eine Belebung ein. Das Mehl- ges ch äf t war anfangs stark vernachlässigt. Doch als bekannt tourDe, Daß Die süddeutschen und rheinischen Mühlen eine Preiserhöhung für abgehende Ware vorgenommen haben, machte sich auch hier einiges Interesse bemerkbar. Auch nahmen Die Mühlen Käufe in Brotgetreide vor, was ebenfalls günstig beurteilt wurde. Prompte Ware fand aber auch nur langsam Unterkunft. Da von Provinzmühlen reichlich Material angeboten war. Rur in nieDerrheinischen Qualitäten entwickelten sich in'olge großer Knappheit größere Umsätze bei einem Gewinn bis zu einer halben Mark. Rach Terminware bestand Dagegen rege Rachfrage, und zwar wurden April- unD Maiabladungen gesucht. Am Futter- m i 11 e I m a r f t blieben Weizen- und Roggen- lleie vernachlässigt. Die Umsätze beschränkten sich hier auf ein Minimum. Rur nach Mais für Futterzwecke bestand regeS Interesse. Hier schritt die Landwirtschaft zu weiteren Deckungen. Im Zusammenhang damit war noch Eohaschrot und Rapskuchen bei anziehenden Preisen lebhafter verlangt.
Zum Wochenschluß blieb die Haltung freundlich. die Preise erfuhren eine weitere Befestigung. Das Geschäft wurde jedoch ruhiger und es zeigte sich nur noch für vereinzelte ©etreiDegattungen Rach frage. Das Angebot von Inlandware blieb im Zusammenhang mit den starken Schneefällen und Der großen Kälte weiter sehr gering. Gesucht ist besonders Ware für spätere Lieferung. Roagen.nehl hatte eine weitere Belebung zu verzeichnen. Die erneut hohen Anslandn0tierungen fanden eine günstige Beurteilung. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 23.50, Doggen 23. Sommergerste 24.25 bis 24.50, Hafer inl. 23.25 bis 23.50, Mais für Futterzwecke 23 bis 23.25, Weizenmehl 32.75 bis 33.25. dto. niederrh. 32.25 bis 33. Roggenmehl 29.75 bis 30.50. Weizenkleie 13.70 bis 13.75, Roggenkleie 14.25 bis 14.50.
Wochenbericht vom frankfurter Schwach iviehmarki. Am Fran'furter Sch'achtv'ehmarkt bewegte sich das Geschäft in ruhigen Bahnen. Der größere Auftrieb hatte eine Zurückhaltung der Händler, sowie Der Metzger zur Folge, war sich besonders in Der Preisgestaltung auswirkte. Bei RinDern verblieb Ueberstand, und nur beste Ware fand
ziemllch leichten Abgang. Schweine fanden am Rebcnmarlt nur schleppenden Absatz, doch wurde Der Markt geräumt. Kälber und Schafe hatten im Gegensatz h erzu etwas regeres Geschäft aufcu- weisen. RorDoeut che Mastkälber waren gesucht und wurden über Rotiz bezahlt. Der Gesamtauftrieb bestand aus: 1750 Rindern, darunter befanden sich 439 Ochsen, 69 Bullen. 694 Kühe und 440 Färsen: ferner. 1698 Kälbern, 590 Schafen und 5329 Schweinen. Gegenüber Dem Austrieb Der vergangenen Woche waren 200 Rinder, 103 Kälber, 53 Schafe und 500 Schweine mehr angetrieben.
Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 51 bis 51, II 47 bis 50, BI 42 bis 46, Bullen A 49 bis 52. B 45 bis 48, Kühe A 42 bis 45. B 36 bis 41. C 30 bis 35. D 25 bis 29. Färsen A 52 bis 53, B 47 bis 51, C 40 bis 43, Kälber B 72 bis 73, C 65 bis 71. D 58 bis 64, Schafe A I 50 bis 55. B 45 bis 49, Schweine B 72 bis 75, C 74 bis 75, D 74 bis 77, E 71 bis 74. Im Vergleich mit Den Rotierungen Der vergangenen Woche waren Rinder bis 3 Mk., Keiber und Schweine bis 2 Mk. billiger, während Schafe 1 Mk. anzogen.
♦
• Hessische Eisenbahn A.^G .. Darmstadt. Die G.-V. erledigte nur einen Teil Der Tagesordnung und stimmte Dem Vorschlag Des Vorsitzenden einstimmig zu. Vorstand und Aufsichtsrat zu ermächtigen, ein Darlehen in zunächst noch unbestimmter Höhe mit hypothekarischer Sicherheit laut Den in einer heutigen Aufsicht rats itzung gcfaßtin Beschlüsen ur.D je nach Der Lage am Geldmarkt aufzunehmen.
• Umtauschangebot für Die 6Vzproz. preuh. Schatzanweisungen. Die Preußische Staatsbank läßt heule ein Umtauschangebot für die 6l/2t>ro$. preußischen Schahanweisungen, fällig am 1. März 1929, ergehen. Den Besitzern dieser wird ter Umtausch in 7proz. Schatzanweisungen angebolen. Es wird freigestellt, zweijährige Schatzanweisungen. fällig am 20. Januar l93l. rückzahlbar 100 Proz. zu 97,30 Proz., oder vierjährige, fällig am 20. Januar 1933. rückzahlbar 1C2 Proz. zu 93,60 Proz. im Tausch zu beziehen. Es wird also neben Dem glichen T enn- ziehen. Es wird also neben dem gleichen Rennbetrag in höher verzinslichen Schatzanweisungen eine Umtauschprämie in bar gewährt, welche bei der Annahme zweijähriger Schatzanwcisungen 2.70 Proz. und vierjähriger 3.40 Proz. le trägt. Die Auszahlung der Umtauschvergütung erfolgt svgleich bei ter Einreichung Der alten Schatzanweisungen. Die Frist zur Einreichung Der Umtauschanträge läuft bis 1. Februar 1929.
• Norddeutsche Waggonfabrik A.-G. Die Rorddeutlche Waggonfabrik A.-G. in Bremen verteilt aus einem Reingewinn von 168 628 (146 905) Mark eine Dividende von 6 Proz. (t D. 5 Prvz.). Das Geschäft lieh in ter zweiten Hälfte des Jahres zu Wünschen übrig. Der Umsatz in Dreschmaschinen habe sich verdoppelt.
* Felten L Guilleaume, Carlswerk A.-G. Köln-Mühlheim. Entgegen an Der Dörse umlaufenden Gerüchten von einer Divi- dendenermähigung bei Der Felten & Guilleaume, Carlswerk A.-G., Köln-Mühlheim, hört Die „Kölnische Zeitung" von maßgebender Stelle, daß im Gegenteil voraussichtlich mit einer Erhöhung der Dividende auf 7Vi bis 8 Proz. zu rechnen fein Dürfte.
• Interessengemeinschaft Schlesischer Mühlen A.--G. Wie Der WTB.-Handelsdienst erfährt, haben gestern unter Beteiligung der Deutschen Mühlenvereinigung A.-G. (Scheuer-Gruppe) die maßgeblichen schlesischen Mühlen in Breslau unter der Firma Interessengemeinschaft schlesischer Mühlen Ä.°G. eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 300 C00 Mart gegründet. Zweck Der Gesellschaft ist Die Wahrnehmung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen Der schlesischen MühleninDustrie und Die Rationalisierung Der Produktions- unD Ab- sahverhältnisse unter Wahrung Der Interessen der Landwirtschaft und des Konsums.
Rrar^urtcr Börse
Frankfurt a. M., 19. Jan. Tendenz abgeschwächt. — Die freundliche Stimmung des Dor- mittagserkehrs mußte zu Beginn der heutigen Samstagsbörse einer größeren Lustlosigkeit weichen. Die Spekulation hielt sich stark im Hintergrund und nahm verschiedentlich Abgaben vor, was eine Abwärtsbewegung der Kurse und eine Abschwächung der Tendenz zur Folge hatte. Die gestrige feste Neuyorker Dörse und einige sonstige günstige Momente konnten keine Anregung bieten. Dagegen verstimmte eine Meldung, wonach die Auslegung der Reparationeobligationen in Amerika überschätzt würden, ziemlich stark. Die g r 0 ß e Z u - rückhalt ung und Unsicherheit ist in erster Linie wieder auf die immer noch bestehende Order- losigkeit zurückzuführen. Don Auslandseite trafen
heute Kaufaufträge in nur geringem Umfange ebt, und diese Werte, die aber nur vereinzelt dastanden, zeigten eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber der gestrigen Abendbörse. Die Kurse gingen gegenüber der gestrigen Abendbörse bis zu 3 v. H. zurück. Dereinzelte Papiere überschritten noch diese Grenze, da die Daissepartei Leevabgoben an den Märkten oornahm. Das Geschäft bewegte sich in den engsten Grenzen, und es kamen zur ersten Notiz nur wenig Abschlüsse zustande. Siemens waren mit minus 3 v. H., Chade mit minus 4 Mark, stark angeboten. I.-G.-Farben und Scheideanstalt lagen bis zu 1,5 n.f) schwächer. Einiges Interesse bestand dagegen am Elektromarkt für A. E. G. und Felten bei gut behaupteten Kursen. Am Montanmarkt gingen Die Rückgänge kaum über 1 v. H. hinaus. Am Auto- markt waren Daimler ungebeten, angeblich auf Berliner Abgaben, und lagen erneut 3 v. H. niedriger. Adlerwerke minus 1 0. H. Behauptet waren noch Wayß & Freitag und Metallbank. Renten ohne Geschäft. Deutsche Anleihen etwas schwächer. Don Ausländern Türken gefragter. Im Verlaufe, kamen Umsätze kaum noch zustande. Die Tendenz neigte weiter nach unten und es traten erneute Kursrückgänge bis zu 2 v. H. ein. Zn Daimler tarn weiter Material an den Markt, so daß hier ein Verlust von erneut 2L v. H. eintrat. Der Geldmarkt erfuhr mit 45v. H. für Tagesgeld eine weitere Erleichterung. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 2051, gegen Pfund 20,3960, London gegen Kabel 4,8503, gegen Paris 124,07, Madrid 29.70, Mailand 92,68, gegen Holland 12,0975.
'■öe . iicr Börse.
Berlin, 19. Jan. Nachdem schon die gestrige Abendbörse sich durch einen besonders stillen Verlauf ausgezeichnet hatte, konnte sich auch im heutigen Dormittagsoerkehr, zumal es Samstag war, nur geringes Geschäft entwickeln. Trotzdem war Äu dieser Zeit die Tendenz noch recht freundlich, da oie Neuyorker Dörse trotz Der Zunahme der Börsen- kredite auf leichteres Tagesgeld feste Kurse gemeldet hatte und der gute gestrige Reichsbankausweis noch nachwirkte. Anderseits verstimmte etwas der Bergbaubericht für Dezember 1928. Die Börse eröffnete schon in stärkerer Zurückhaltung bei allerdings nicht einheitlicher, aber im Grunde nicht unfreundlicher Kursgestaltung. Das Geschäft war aber so gering, daß ein größerer Teil Der ersten Notierungen ausgesetzt werden mußte. Waren die Abweichungen nach beiden Seiten im allgemeinen nur sehr gering, so betrugen sie bei Spezialwerten bis zu 3 0. H. Felten zogen auf höhere Dioidendehoff- nungen um 2 v. H. an. Stöhr 3,13 n. H. höher, Lorenz plus 2,75 0. H., Svenska plus 3,40 Mark, Akkumulatoren plus 2 v. H. und A. E. G. plus 1,5 v. H. Schwache Veranlagung hatten Dagegen Maxi- milianshütte mit minus 3 0. H., Konti "Kantschuck minus 1,75 v. H., Ost werke minus 2,25 v. H. und besonders Drenftein minus 4 0. H. Bei letzteren wollte man von einer völligen Dividendelosigkeit wißen und von keinem Aequivalent an die Aktionäre für Die Freigabezahlungen. Deutsche Anleihen ruhig. AuslänDer behauptet. Mexikaner und Rumänen überwiegend und schwächer. Der Psandbrief- marktr war geschästslos. Im Verlaufe wurde cs auf den Okdermangel und die Nachwirkung der Diskussionen über Den Reichsetat ausgesprochen schwach. Die Bewegung ging vom Orenstein-Markt aus, an Dem ein erneuter Verlust von 4 0. H. eintrat. Mer auch Svenska waren bis zu 5 Mark nieDriger. Polyphon minus 7,5 v.H., Reichsbank minus 4 v. H.» Glanzftoff minus 8 0. H., Siemens minus 5 v. H., und auch sonst waren Rückgänge bis zu 3 v.H. keine Seltenheit. Der GelDmarkt blieb unverändert.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 18. Jan. Während im Dormittagsverkehr Das Geschäft infolge Der gegen Schluß etwas abgeschwächten Notierungen an Den gestrigen lieber- seebörsen bei wenig veränderten Preisen ruhig verlief, konnte sich bei Börsenbeginn, vom Lieferungsmarkt ausgehend, erneut eine Befestigung durchsetzen. Im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft notierte Weizen 1 bis 1,50 Mark höher, auch Rogge» konnte in allen Sichten Preisgewinne von etwa 1 Mark verzeichnen. Die (Tifofferten für Auslandbrotgetreide lauteten zum Teil unverändert, zum Teil waren sie etwas erhöht, ohne daß bisher von Abschlüssen etwas zu hören wäre. Jnlandbrot* getreide. das nach wie vor verhältnismäßig knapp angeboten wird, stellte sich in den Forderungen gleichfalls etwas höher, von den Mühlen und Er» porteuren waren jedoch nur Gebote auf etwa gestrigem Niveau zu erhalten. Das Mehlgeschäft gestaltet sich unter Bevorzugung billiger Provinzroggen- mehle, die nicht reichlich angeboten sind, etwas lebhafter, jedoch waren höhere Forderungen kaum Durchzuholen. Für Hafer bekundet man an Der Küste weiter gutes Interesse. Am Platze kauft der Konsum 3u wenig veränderten Preisen für Den laufenden Bedarf. Gersten nur in feinen Brauqualitäten beachtet.
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