Einzelbild herunterladen

Verfolgte. Sie befand sich in dem sogen. ..Ober­hof", der, von den übrigen Hofgcväuden ge­trennt. an der Kreisstraße liegt und dessen schöner Torbogen heute noch das Wappen trägt. Innerhalb seiner Llmmauerung stand auch ein kleines Schloß, auf das sich alte Leute noch be- sinnen können. Es wurde wegen Baufälligkeit niedergerissen. Im Besitze mancher hiesigen Fa­milien befinden sich noch Gegenstände, die nach­weislich aus diesem Schlosse stammen. Da bis zur napoleonischen Zeit die Bewohner unseres Dorfes im LIntertanenverhältnis standen, hat­ten sie auch zahlreiche Dienste für die Herr­schaft zu verrichten. Wir besitzen noch alte Listen, in denen die Einwohner namentlich aufgeführt werden, getrennt nach den von ihnen verlangten Fronden. Eine aus dem Iahre 1740 stammende nennt dieAlters und andrer ÜIrsachen wegen von denen Acker und Einläuftigern Diensten Befrehte" wie z. B. den herrschaft­lichen Koch, den Sprützenmeister, den Gemeinde­bäcker. die Gerichtsschöffen. den Landreuter, den herrschaftlichen Dildweber. den Lltpher Müller, den Amtsdiener u. a. Don besonderem In­teresse ist unter ihnen der Schäfer Georg Parr, da die Familie Parr heute nochSchäfers" ge­nannt wird. Auch ein Kuhhirt kommt in diesem Verzeichnis vor, ein Beweis dafür, daß damals auch in der Ebene das Rindvieh Weidegang hatte, worauf auch der hiesige Flurname .,Kuh­weide" hindeutet. Da die einst regierende Herr­schaft nunmehr hier auch nicht mehr begütert ist von Streugelände abgesehen wird dem Heranwachsenden Geschlecht die Kenntnis dieser Zusammenhänge mehr und mehr verloren gehen.

U Aodheim a. d. Horloff, 17. Ian. Auf Beschluß des Gemeinderates sind in den letzten Tagen in unserem Dorf sechs neue Stra­ßenlampen angebracht worden. Die Zahl der im vergangenen Iahre verbrauchten Kilowatt­stunden betrug nur 86; diese Sparsamkeit der Gemeinde wurde aber nicht belohnt, denn es mußten etwa 560 Kilowattstunden als Mindest­zahl bezahlt werden. Damit in Zukunft die zu bezahlenden Stromstunden auch verbraucht wer­den, hat man sich für die Anbringung der Lampen entschieden.

# Aus dem Horlofftal. 17. Ian. Die Mitteilung imGießener Airzeiger" aus Laubach über das Auftreten des selten gewordenen Eis­vogels gilt auch für die H o r l o f f nie d e - rung. An schnellfließenden offenen Gräben und Dorfbächen kann man ihn jetzt wieder be­obachten Allerdings ist er in den letzten Iahren seltener geworden, da infolge der nun überall durchgeführten Feldbereinigungsvrrfahren die Böschungen der Gräben und Bäche befestigt und die Wasserläufe geradgelegt wurden Vor Ein­tritt des starken Frostes waren auf den über­schwemmten Wiesenflächen auch wieder Wasser­hühner anzutreffen.

Kreis Friedberg.

T Friedberg, 17. Ian. Im Iahre 1929 werden in der hiesigen Stadt folgende Märkte abgehalten: 12. Februar Frühj'ahrspferdemarkt; 13. Februar Schweine- und Krämermarkt; 20. März Schweine- und Krämermarkt; 17. April Schweine- und Krämermarkt; 15. Mai Schweine» und Krämermarkt; 12. Iuni Schweine- und Krä­mermarkt; 10. Iuli Schweine- und Krämermarkt; 7. August Schweine- und Krämermarkt; 4. Sep­tember Schweine- und Krämermarkt; 2. Oktober Schweine- und Krämermarkt; 22. Oktober Herbst­pferdemarkt; 23. Oktober Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt; 20. Rovember Schweine- und Krämermarkt; 18. Dezember Schweine- und Krä- mermarkt.

O Butzbach, 17. Ian. Die im Iahre 1929 hier stattfindenden Märkte sind aus folgende Tage festgesetzt: 14. Februar Schweinemarkt; 7. März Schweinemarkt; 14. März Fasel-, Pferde- Schweine- und Krammarkt; 21. März Schweine- u. Krammarkt; 4. April Schweinemarkt; 18. April Schweinemarkt; 2. Mai Schweinemarkt; 16. Mai Schweine- und Krammarkt; 13. Iuni Schweine­markt; 27. Iuni Schweinemarkt; 18. Iuli Schweinemarkt; 8. August Schweinemarkt; 22. Au­gust Schweinemarkt; 12. September Schweine­markt; 26. September Schweinemarkt; 10. Okto­ber Schweinemarkt; 24. Oktober Schweinemarkt; 18. November Krammarkt (Katharinenmarkt); 19. November Schweine-, Rindvieh-, Pferde- und Krammarkt; 19. Dezember Schweine- und Kram­markt.

Bad-Nauheim, 18. Ian. Da in Brie­fen aus der ehemaligen deutschen Kolonie S ü d - we st- Afrika wiederholt der Wunsch laut wurde, das Deutschtum daselbst durch Spen­den guter deutscher Bücher zu unter­stützen, haben die hiesigen Abteilungen der deut­schen Kolonialgesellschaft und des Vereins für das Deutschtum im Auslands bereits vor IahreL- frist eine Düchersammlung für die deutsche Schule in Lüderihbucht veranstaltet. Die Spende, die nur bestes deutsches Schrifttum unterhaltender und belehrender Art enthielt, fand bei den deut­schen Brüdern und Schwestern in Südwest dank­bare Aufnahme. Mit Begeisterung schrieb der Schulleiter von Lüderihbucht, Dr. Mahwald, über den Empfang der reichhaltigen, wertvollen Sendung. Der schöne Erfolg gab den oben­genannten Vereinen Anlaß, in den letzten Wochen eine zweite Büchersammlung mit Unter- stühung der Schulen zu veranstalten. Dank den besonderen Bemühungen von Studienrat D r. K n i e r i e m und Lehrer O ß w a l d konnten die­ser Tage zwei große Bücherkisten der Deut­schen Ostafrika - Linie (Woermann) in Homburg zugeleitet werden, die sich für die kostenlose Weiterbeförderung über den Ozean in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Die Spende geht wieder nach Lü­derihbucht, wo Dr. Mahwald dafür Sorge tragen wird, daß Atoei weiteren deutschen Schulen der ehemaligen Kolonien die Kisten zu­geleitet werden.

WSN. Bad-Nauheim. 18. Jan. Städtische Arbeiter schütteten gestern vormittag auf einen Kanaldeckel Ecke Frankfurter und Beneckcstraße Benzin, das sie entzündeten, da der Deckel eingefroren war. Anscheinend hatten sich tm Kanalschacht Gase gebildet, denn plötzlich flog der schwere Kanaldeckel unter heftiger Detonation etwa 6 bis 8 Meter hoch in die Luft und brach dann in der Mitte auseinander. Personen sind bei dem Vorfall zum Glück nicht zu Schaden gekommen

Kreis Büdingen.

ow. Ober-Widdersheim, 18. Jan. Im Jahrel928 wurden in der Pfarrgemeinde Ober,Widdersheim 62 ftauptgottesdienste. 23 Nebengottesdienste, 25 Kindergottesdienste und 10 Jugendgottesdienste, im ganzen also 120 Gottes­dienste gehalten. Die Zahl der Gottesdienst- besucher in allen Gottesdiensten war in Ober-

Gaskaiasirophen.

Ihre Ursachen und ihre Bekämpfung. - Oie Sicherungsmaßnahmeu in Gießen.

Von August Steding, Direktor des städtischen Gas- und Wasserwerks Gießen.

Veranlaßt durch die wiederholten Gaö- katastrophen in den letzten Wochen haben wir uns an den Leiter unserer Gießener Gasversorgung, Herrn Direktor S t e d i n g. gewandt mit der Bitte, uns über diese bedeutsame Angelegenheit der Gegenwart fachmännische Auskunft zu geben. Wir empfehlen die nachstehenden Darlegungen des Herrn Verfassers der besonderen Be­achtung unserer Mitbürger. D. Red.

Mit den in der letzten Zett borgeTommenen Gasexplosionen und Gasvergiftungen beschäftigen sich mit vollem Recht die Tageszeitungen, die die Pflicht haben, von allen besonderen Vorkomm- nifjen in der Welt ihren Lesern Kenntnis zu geben, einerlei, ob die Ausführungen angenehmer oder unangenehmer Art sind. Aber auch die fachpresle und die Fachwelt beschäftigen sich intensiv mtt den einzelnen Fällen und suchen Wege, um Vorkommnisse, bei denen Menschen­leben oder Sachwerte in Gefahr sind, zukünftig zu verhindern, oder auf das Mindestmaß zu be­schränken. Auch in unserer Stadt wird jeder durch die Presse bekanntgewordene Fall einer kritischen Betrachtung unterworfen, und, soweit als möglich, Lehren daraus gezogen und Anord­nungen getroffen.

Ich habe bereits in dem Berichte des Gas­werks vom Iahre 1924 auf die Gefahren hingewiesen, die durch die schweren und zu schnellsahrenden Lastkraftwagen und Autoomnibusse verursacht werden. DerErd- boden wird bei dem Vorbeifahren eine5 solchen Wagens erschüttert, wodurch das Gas- und Wasserrohrnetz stark in Mitleiden­schaft gezogen wird. Aber nicht nur die Rohr­netze leiden unter dem starken Lastwagenverkehr, sondern auch die H ä u s e r. die an den haupt­sächlich dem Verkehr dienenden Straßen liegen, erleiden Beschädigungen mannigfacher Art. Es muß daher, um größere Schäden zu verhüten, in Erwägung gezogen werden, für L a st - und schwere Personenwagen in den Straßen der Stadt eine Höchstgeschwindigkeit vor­zuschreiben, damit der Verfall der Häuser und der Rohrnetze auf ein erträgliches Maß zurück­geschraubt wird.

Die meisten Rohrbrüche werden durch Sen­ken des Erdbodens oder durch obere Einflüsse (Lastwagenverkehr) verursacht. Das freigewordene Gas, das bekanntlich in dem Rohr­netz unter einem bestimmten Druck steht, sammelt sich zunächst in den Hohlräumen des Erdbodens und sucht sich, wenn ein Druckausgleich mit dem Gasdruck der Straßenleittmg stattgefunden hat, einen Weg und gelangt so in die Häuser, wenn auf der Straße eine Ableitung nicht erfolgt. Bei gefrorener, fast betonharter Boden­decke kann das entweichende Gas nicht an die Strahenoberfläche gelangen- daher nimmt es mei­stens seinen Weg entlang der zu den Häusern führenden Gas- und Wafserzuleitun- gen, zumal ein Rohrgraben auch nach längerer Zeit nicht die FesttMit erhält wie das nebenan liegende Bodenmaterial. Sind Zuleitungen nicht vorhanden (z. D. Fall Dad-Räuheim), dann sucht sich das Gas einen anderen leichten Weg zum Abzug.

Die Londoner Gasexplosion ist durch die ungenügende Ventilatton des ganz außergewöhn­lichen Kabelkanals entstanden. Es ist festgestellt, daß die Arbeiter der Telegraphenverwaltung Gasgeruch bemerkt haben, als sie den Schacht öffneten, in welchen ein Arbeiter unvemünftiger- weise hineinstieg. Wc^urch die Entzündung des Gasluftgemisches entftanben ist, konnte bisher noch nicht einwandfrei festgestellt werden.

Der tragische Duisburger Fall wurde durch die erst kürzlich verlegte und in Betrieb

genommene Ferngasleitung der Ruhr-Akt.-Ges. verursacht. Eine Rohroerburdung war nicht sach­gemäß geschweißt, und das auöströmende Gas suchte sich einen Weg, da es durch die gefrorene Straßendecke nicht Andurchdringen konnte, dem städtischen Gasrohr entlang in das betreffende Gebäude.

Die Explosion in Gelsenkirchen-Buer soll durch Denzolgafe, die sich wahrscheinlich aus Abwasser einer Benzolfabrik in dem Kanal ent­wickelten. verursacht worden sein.

Die Fälle in Breslau, Wien und Prag harren noch der Aufklärung; es darf aber doch angenommen werden, daß das entwichene Gas aus dem Rohrnetz in die Häuser gedrungen ist.

Es besteht nun die Frage: W i e wird die Einwohnerschaft vor Gefahren ge­schützt. die durch das Entweichen von Gas aus dem Rohrnetz entstehen kön­nen? In unserer Stadt wird sowohl das Gas- wie auch das Wasserrohrnetz periodisch auflln- dichtigkeit abgesucht, einerseits um die Einwohnerschaft zu schützen, anderseit' aber um die Gas» und Wasserverluste, die sich in steigen­dem Maße bewegen, auf ein erträgliches Maß herabzusehen. Gas- und Wasserverluste find außerdem Geldverluste für die Werke.

Die Stadt Gießen ist bereits vor langen Iahren dazu übergegangen, die Rohre nicht mehr in die Fahrbahn, sondern in den Bürgersteig zu verlegen, um die durch den Wagenverkehr entstehenden Bodenerschütterungen von den Leitungen möglichst fernzuhalten, denn die Erschütterungen in der Fahrbahn sind zweifel­los stärker als im Bürgersteig. Dann werden die Gas- und Wasser rohre, sowie die Hauszu- leitunaen in einen Graden verlegt. Die Anboh­rung des Wasserrohres, die durch Schlüsselstange und Hülsenrohr mit der Erdoberfläche in Ver­bindung gebracht ist, dient gleichzeitig als Riechrohr. Wir haben somit vor jedem Hause, das Wasseranschluß besitzt, eine Gos- Ventilation. Bei der periodischen Unter­suchung der Rohrnetze werden, falls es notwendig erscheint, bei nicht ausreichenden Wasserrohr­anbohrungen Löcher in die Erde über das Gasleitungsrohr getrieben: durch feine Meßinstrumen te tonn nun festgestellt wer­den, ob Gas entweicht.

Von verschiedenen Seiten wird angenommen, die vor Iahrzehnten verlegten Gußrohre seien brüchig geworden. Diese Ansicht ist irrig. Wenn auch die bei der Inbetriebnahme des Gaswerks im Iahre 1856 eingebetteten Rohre infolge des zu geringen Rohrquerschnittes nahezu ausgewechselt worden find, so muß doch erwähnt werden, daß die alten, noch liegend gegossenen Rohre heute noch vollkommen ihren Zweck erfüllen, wie vor nahezu 50 Iahren. Auf dem LudwigS- platz wurde Im vorigen Sommer ein altes Rohr» stück aus der Strahenleitung geschnitten, das voll­kommen fehlerfrei war und wie neu aussah. Die Haltbarkeit der Rohre hängt von dem Doden- material ab; in gewachsenem und säurefreiem Boden halten die Rohre viele Iahrzehnte, da­gegen müssen in ausgefüllten Straßen durch die unvermeidlichen Bodensenkungen die Rohre durchweg früher ausgewechselt werden.

Zum Schluß an die Einwohnerschaft die Ditte, jeden Gasgeruch auf dem schnellsten Wege dem Gaswerk zu melden. Die Pintersuchung wird sofort eingeleitet, die Gefahr beseitigt und Abhilfe geschaffen. Auf den in den Händen der Gasverbraucher befindlichen Quit­tungskarten sind die Verhaltungsmaß­regeln bei Gasentweichungen bekannt- gegeben, die, wenn sie beachtet werden, Schutz gewähren.

Widdersheim 9670 ( 3865 Männer, 4055 Frauen, 750 Knaben und 800 Mädchen); die Durschnitts» besucherzahl im einzelnen Gottesdienst belief sich so­nach auf 66 Erwachsene und 13 Kinder. In der Filialgemeinde B o r s d o r f waren 80 Gottesdienste, 59 Hauptgottesdienste, 11 Nebengottesdienste und 10 Iugendgottesdienste. Die Zahl der Gottesdienst­besucher war im ganzen 5436 (2289 Männer, 3137 Frauen, 2741 Kinder); im Durchschnitt also 28 Män­ner, 39 Frauen, 34 Kinder. Getauft wurden im Jahre 1928 in Ober-Widdersheim 20 Kinder, in Borsdorf 6, konfirmiert wurden 17 (10) Kinder; getraut 4 (5) Paare, beerdigt 13 (4) Personen. Die Gesamtsumme der Gaben betrug in Ober-Widders- heim 7726 Mark, darunter 7067 Mark Gaben und Stiftungen aus Anlaß der Kirchenrenovierung, außerdem 297 Mark für Heidenmission, Innere Mission und Gustao-Adolf-Verein, 102 Mark bei den angeordneten Kirchenkollekten, 149 Mark für die Armen. In der Filialgemeinde Borsdorf be­trug die Gesamtsumme der Gaden 401 Mark und zwar 208 Mark für die Heidenmissiou, Innere Mis­sion und Gustav-Adols-Derein, 71 Mark bei den Kirchenkollekten, 79 Mark für die Armen und 43 Mark für die Kirche.

y. Borsdorf, 17. Ian. Dieser Tage fand hier die erste Brennholzversteigerung des Forstamts Nidda aus verschiedenen Distrik­ten des Harbwaldes statt. Viele Steigliebhaber hatten sich eingefunden, darunter eine große Zahl aus der sog. breiten Wetterau. Es wur­den recht hohe Preise geboten, obgleich etwa 700 Raummeter Hartholz und 660 Raummeter Stamm- und Astreisig ausgeboten wurden. Die Buchenschett waren im Vergleich zu den anderen Holzsortimenten noch am billigsten. Es kostete je ein Raummeter: Buchenscheit 1. Kl. 18 Ml., 2. Kl. 16 bis 17 Mk., Buchenknüppel 15 Mk., Stöcke 7 Mk. und Reisig 2,50 Mk. Bei solchen Preisen wird auch die Landbevölkerung unserer Gegend genötigt, immer mehr sich für Kohlen- und Brikettfeuerung einzurichten.

1: f Hirzenhain, 17. Ian. Bei der Holz- Versteigerung, die die Stolberg-Wernin- gerodes'che Forstverwaltung im Stolbergerhof abhielt, wurden folgende Preise erziell: Dund- scheit und Scheitholz 1. Klasse 15 bis 17 Mk. pro Raummeter; Scheitholz 2. Klasse 12 bis 14 Mk. Prügel 9 bis 11 Mk., Reifer 1 bis 1,50 Mk. Zur Versteigerung gelangten ungefähr 500 Raummeter Hartholz und 700 Raummeter Buchenastreifer.

Kreis Schotten

V Gedern, 17. Ian. Unter dem Vorsitz des Regierungsrats Dr. Helm reich, Schotten, fand hrer ein wichtige Sitzung des Krankenhaus­

a u s s ch u s s e S statt. Ein Blick in die Statistik von 1928 läßt eine erfreuliche Aufwärts­entwicklung des Kreisbezirkskran­ke n h a u s e s erkennen. Verpflegt wurden 107 männliche Kranke in 1946 Verpflegungstagen (1927: 1663) und 91 weibliche Kranke in 1776 Verpslegungstagen (1927: 1450). Diese 3722 Krankheitstage (1927: 3113) entsprechen einer Durchschnittsbelegstärke von 10,2 (1927: 8,5) wäh­rend des ganzen Iahres. Don der Gesamtzahl der Pattenten stammten 131 aus den Bezirks­gemeinden. Während im Iahre 1927 47 opera­tive Fälle vorkamen, erhöhte sich diese Zahl im letzten Iahre auf 64. Hierzu kommen noch 13 Ent­bindungen, 48 leichtere chirurgische und 48 medi­zinische Fälle. Durch Derkehrsunfälle wurden 4, durch Betriebsunfälle 10 Pattenten eingeliefert Es waren 5 Todesfälle zu verzeichnen, was einem Durchschnitt von 2,5 Prozent entspricht. Diese Zahlen liefern den Beweis der Notwendigkeit des hiesigen Krankenhauses für den gesamten Bezirk. Da das jetzige Gebäude nicht mehr den Anforderungen genügt, die an ein modernes Krankenhaus gestellt werden müssen, wurde ein Erweiterungsbau vorgeschlagen. In der Sitzung wurden die von Sladtbaumeister Schrö­der au8gcarbeiteten Pläne der Kommission vor­gelegt, gutgeheißen und genehmigt. Mit dem Dau soll sobald wie möglich begonnen werden, so daß der Neubau bis Ende Oktober 1929 beziehbar fein kann. Vor allem wird ein großer Operation--, ein Verbands- und ein Röntgenraum im Erd­geschoß errichtet werden. Während im Ober­geschoß vier große Krankenzimmer vorgesehen sind, werden im Souterrain zwei Wannenbäder. Bügel- und Vorratsräume eingerichtet Das jetzige Gebäude wird alsdann von außen einer gründlichen Reparatur unterzogen, damit es mit seinem Inneren in harmonischem Einklang steht. Die Arbeiten zu dem Neubau sollen nur an solche Unternehmer vergeben werden, die ihren Sitz in einer der Bezirtsgemeinden haben. Dolle Aner­kennung gebührt Bürgermeister Müller, der alles an das Emporblühen unseres Krankenhauses setzt und auch hier wieder durch seine Rührigkeit, Umsicht und Tatkraft dafür sorgen wird, daß die Pläne zur Lat werden. Da seit einiger Zeit sämtliche Betten des Hauses belegt sind, aber neuer Zugang zu erwarten ist, wurde die Ge­nehmigung zum Ankauf von drei kompletten Betten erteilt. Es können jetzt insgesamt 24 Er­wachsene und 2 Kinder gelegt teerten. Die dies­jährige Weihnachtsfeier im Krankenhaus wurde erwähnt und derjenigen Geschäftsleute dankend gedacht, die eine Bescherung der Kranken durch Spenden von allerlei Gegenständen ermögllchten. Eine Wohttättgkettsveranstaltung zugunsten des

Krankenhausneubaues soll in näch^r Zeit durch­geführt werden.

wg. Gedern, 15. Ian. Die vor etwa V, Iah» ren gegründete hiesige Freiwillige Sani* tätskolonne vom Roten Kreuz trat mit ihrem am Sonntag imLöwen" veranstalteten Unterhaltung^- und Familienabend zum ersten­mal in die Oeffentlichkeit. Daß der Zweck deS Abends, die junge Vereinigung populärer zu ma­chen und für ihre hohen Ziele in weiteren Kreisen Interesse zu wecken, erreicht wurde, be­wies die recht zahlreiche Zuhörerschaft, welche daS Gebotene sehr beifällig aufnahm. Im Mittel­punkt stand die von allen Mitwirkenden vor­trefflich gegebene Aufführung deS Singspiels ..Aennchen von Tharau". Von starker Wirkung waren auch die von dem Liederkranz- Quartett unter der Leitung von Lehrer R i e - d e l gelungenen Studenten- und Soldatenchöre, wie auch die die Pausen ausfüllenden ßieter- Dorträge. Nicht unerwähnt bleibe, daß der Musikverein Gedern sich in den Dienst der Sache stellte und durch seine frischen Weisen sehr zur Verschönerung des Abends beitrug. Allen Mitwirkenden, vor allem aber Herrn Friedrich H o f HL, der die Spielleitung hatte und mit viel Mühe und Eifer daS Einstudieren übernommen hatte, gebührt die dankbare An­erkennung der Zuschauer, welcher auch in den Begrüßungs- und Schlußworten deS Kolonnen- Vorsitzenden, Hofpredigers Widmann, zum Ausdruck kam. 3m gemütlichen Teil des Abends kam, wie üblich, der Tanz zu seinem Recht.

± Oberlais, 16. Ian. Am Sonntag hielt der Kriegerverein seine Generalver­sammlung bei Gastwirt Schauermann ab. Präsident Polizeidiener Nies begrüßte die Ka­meraden. Das Andenken an die Gefallenen und an die verstorbenen Kameraden ehrte die Ver­sammlung durch Erheben von den Sitzen. Der Rechner Adolf Simon verlas die Rechnung für 1928, die einen kleinen Kassenbestand auf­weist ; nach Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl ergab durch Zuruf die Wiederwahl deS seit­herigen Gesamtvorstandes. Für den Bezirkstag in Bingenheim wurden als Vertreter Ernst Fischer und Gustav Fischer gewählt. Die Frage, ob in diesem Iahre die Kriegervereine des Bezirks Nidda, wie im Vorjahr, wieder eine Rheinfahrt unternehmen sollen oder ob erstmals wieder ein Dezirksfest stattfinden soll« führte zu einer längeren Aussprache. Die Ver­sammlung stimmte mit großer Mch.heit für e:ne Rhein fahrt. Der Bezirkstag in Bingenheim wird über diese Frage endgültig entscheiden. Da in diesem Iahre der Kriegerverein auf fein 40jähriges Bestehen zurückblicken kann, wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, dieses Iubiläum demnächst zu feiern. Mit Rücksicht darauf, daß der Gesangverein in diesem Iahre die Feier seines 25jährigen Bestehens begeht, soll von einer größeren Feier abgesehen werden; die Feier soll im Rahmen eines Familien- abends abgehalten werden. Von den 3 Grün­dern des Vereins sind noch 14 am Leben, dar­unter ein Veteran von 1870/71. Der Verein hat zur Zeit über siebzig Mitglieder . Die Gene­ralversammlung des Gesangvereins ßieberfrcunö" fand bei Gastwirt Werner statt. Sie beschäftigte sich in der Hauptsache mit dem 6 ä n g e r f eft, das am 9. Iuni hier feilt soll. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Land­wirt Wilhelm Schmittberger gewählt. Einen schweren Unfall erlitt der Maurer­meister Wilhelm P r e u s ch. Er war in Ober» Widdersheim beim Einbringen von Eis beschäf­tigt. Dabei stürzte er rücklings vom Wagen und fiel mit dem Kops auf das Eis. Eine Gehirn­erschütterung und Verletzung des Rückenmarks waren die Folgen, an denen der Bedauernswerte nun zu Bett liegt

* Eichelsdorf, 17. 3cm. Die auf den 13. 3<muar angesetzte Dürgermei st erwähl fand nicht statt, da nur ein Wahlvor­schlag, lautend auf den Namen des seitherigen Bürgermeisters Karl Knodt II., eingegangen war. Montagabend brachte der hiesige Gesang­verein .Eintracht" dem neugewählten, verehrten Ortsoberhaupt ein Ständchen. Der Sprecher des Vereins, Rudolf Repp, übermittelte die herz­lichsten Glückwünsche und dankte dem Bürger­meister für die in der abgelaufenen Amtszeit im Dienste der Gemeinde geleistete Arbett, durch die die in der Nachkriegszeit auseinanderstreden» den Schichten unseres Dorfes wieder zur Dorf­gemeinschaft zusammengefaßt worden feien. Schreinermeister Karl Freymann l. konnte die Dreihigjahrfeier seiner Tättgkett als Polizeidiener unseres Dorfes begehen. Der Ortsvorstand, dem der 3ubilar schon längere Zeit als Gemeinderatsmitglied angehört, überbracht« Glückwunsch und Ehrengeschenk. Auch die Vor­stände sämtlicher Vereine unseres Ortes waren unter den zahlreichen Gratulanten. Da unser Dors in der Nähe gut gehender Industrieunter­nehmer (Himmelsbachsches Sägewerk Nidda. Pa­pierfabriken von Ober- und Unter-Schmitten) ge­legen ist und außerdem den Vorteil guter Bahn­verbindungen bietet, gehört es zu den wenigen Orten des Kreises Schotten, die einen erheb­lichen Bevölkerungszuwachs gegenüber der Vorkriegszeit aufzuweisen haben. Aus den genormten Gründen ist in der Nachkriegszeit eine rege Bautätigkeit erwacksen, die auch in diesem Iahre anhätt. Fünf Wohnhäuser und eine Scheuer sollen nun erstehen. Die Zahl der feit Kriegsende errichteten bzw. stark erweiterten und umgebauten Gebäude beläuft sich auf rund 40, darunter allein 30 Wohngebäude. Die vor Iahren stark fühlbare Wohnungsnot ist völlig beseitigt. Sogar auswärtige Fa­milien fönnen jetzt hier Wohnung finiten. Die reze Bautätigkeit hat allerdings der Geschlossenheit der Dorfanlage starken Abbruch getan, da längs der vorhandenen Straßen gebaut wurde und Querveroindungen unterblieben. Um diesem älebelstande ab .uhelsen, soll eine Schlagbässe und ilntetöorf verbindende neue Straße ange­legt werden, die Baugelände für eine Reihe von Anwesen erschließt. Nunmehr verschwin- d e t endlich das August Freymannsche Haus, Bahnhofstraße 14. das die aus dem Eichel- ufer dahinjührente Kreis st raße Cichslsdors Eichelsachfen in einer Kurve derartig einengt und unübersichtlich machte, daß man sich eigentlich wundem muß, daß sich hier trotz des herrschenden starlen Auto- und Fuhrwerkver­kehrs noch kein schweres Unglück ereignete. Die Gemeinde hat vor kurzem das Haus samt Neben» tebäuden für 5500 Mk. erworben, wovon bl* ftovinz Oberhessen 1500 Mk. trägt. Dis -um Frühjahre soll die gesamte Hofreite beseitigt und die Straße gerade gelegt sein. Die Führer von Fahrzeugen aller Art werden es Gemeinde * und Provinz Dank toiffen, daß endlich diese starke

SS gs*- ÄS yS

♦i» Aus i>' ®ergfien^$ 1 unferen «unipia

S*

i* Nuppe . iiS» iS»* scheit würbe m knüppel bradjt gälte« 8 bis Raummeter, l Eichen waren Fichten wurde versteigert.

la. Laute Herrn 2ic Jampsz'ec streße zvnV- gegenlvärtig ierung. befördernde 2 Hof Aord triebslveife hat raubend ertoie Plan erwogen, baHnbof nach I Iayndamin Wird und jum nächst die Da! über die Laut Hebet die Lc baut. 3n bet beim bau b' ten hetausge maffen beweg befindet sich

M

k

ili

Sil

I