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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 18. September 1929.

Vom Philosophenwald.

Man schreibt uns: Die zahlreichen Spazier­gänger, die die Gutfleischstrahe am Amtsgericht für ihre Crholungsgänge nach dem Philosophen­wald und dem Trieb benutzen, haben eS mit Freuden begrüßt, als der Weg durch die Wiesen vor einiger Zeit neu befestigt wurde. Dis zum Waldrand des Philosophenwaldes ist der Weg als gut zu bezeichnen. Das Wegstück, das nun an ber nach der Stadtseite zu gelegenen west­lichen Seite des Philosophenwaldes bis zur Liebigshöhe führt, ist aber eher alles andere, als ideal. Dor ein paar Monaten war der Weg stellenweise, fast bis zur Hälfte, mit Gras be­wachsen. Das Gras wurde entfernt, aber eine Befestigung des aufgehackten Weges unterblieb leider, so daß in den letzten Wochen eine dicke, mehrere Zentimeter hohe Staubschicht diesen Weg bedeckte. Außerdem wurde das Gestrüpp am Waldrand abgehauen,aber nicht entfernt, so daß diese Seite des schonen Philosophenwaldes jetzt von einer dichten Schicht Halbdürren Gestrüpps eingefaßt ist. Da an dieser Waldseite zahl­reiche Bänke zum Aiedersetzen einladen, die auch gern von älteren Personen benutzt werden, so bietet der Woldsaum in seinem jetzigen Zustand ein äußerst unschönes Dild. Das Beseitigen des Rüstergestrüpps ist sicherlich keine große Arbeit, einige Fuhren werden es fortschaffen. Platz ist genügend auf dem Hinteren Trieb vorhanden. Auch kann es noch einen Zweck erfüllen, und da ist ein Dorschlag zu machen: Man baue einen großen Holzstoß auf und benutze die vollendete Räumung der zweiten Zone des besetzten Ge­bietes zum Anlaß, ein Freudenfeuer anzuzünden, das weithin leuchtet und seine Hoffnungsstrahlen aussendet bis zur Räumung der dritten Zone des Rheinlandes! Dleibt das Gestrüpp aber an seiner jetzigen Stelle liegen, so bietet es nur allerlei Ungeziefer und Unrat Gelegenheit zum Unterschlupf, und das will doch sicherlich kein Mensch fördern.

Or. Eckener an die Landesuniversität.

Auf das von Sr. Magnifizenz, dem Rektor der Landesuniversität, Prof. Dr. Drüggemann, an Dr. Eckener gerichtete Begrüßungstele­gramm ist heute früh folgende Antwort hier eingegangen:

Dr. Brüggemann, Rektor der Hessischen Landesuniversität, Gießen. Für freundliches De- grüßungstelegramm, das mich sehr erfreute, herz­lichen Dank. Eckener."

Geologisch-heimatkundlicher Kursus.

Der geologisch-heimatkundlicheEin- führungskursus, der zur Zeit an der Lan­desuniversität veranstaltet wird, wie wir schon berichteten, wurde im Geologischen Institut in Anwesenheit des Ministerialdirektors Dr. U r - st a d t und Stadtschulrats Fischer eröffnet. Ueber 30 Lehrer aller Schulgattungen aus allen Teilen Oberhessens haben sich zur Teilnahme eingefunden. Ministerialdirektor Dr. U r st a d t begrüßte den Kursus im Auftrage des Kultus­ministeriums in herzlichster Weise und über­mittelte den Dozenten, Ilniversitätsprofessor Dr. Harrassowih und Studienrat Dr. Flörke, herzlichen Dank dafür, daß sie sich in den Dienst der Sache gestellt. Der Direktor des Geologischen Instituts, Professor Dr. Harrassowih, ent­bot als Hausherr den Willkomm in den schönen Räumen des Instituts, das ohne den neuzeit­lichen Ausbau, wofür dem hessischen Staat Dank und Anerkennung gebühre, den Kursus nicht gut hätte aufnehmen können. Der Redner betonte, daß es sich bei der ersten Veranstaltung nur um einen Einführungslehrgang handeln könne, der die Grundlagen für die geologische Beobachtung und Anregungen für die geologische Heimat­forschung vermitteln solle. Weitere Kurse, teils im allgemeinen Rahmen, teils in kleineren Ar­beitsgemeinschaften seien vorgesehen.

Rach kurzen Mitteilungen über das Programm der vier Lehrgangstage wurde sofort in die Arbeit eingetreten. Einführenden Vorträgen der beiden Dozenten folgten am ersten Tage bereits gesteinskundliche Uebungen im Institut und äle- bungen im Gelände. Für die letzteren stand ein Autobus zur Verfügung, der die Kursisten zu verschiedenen lehrreichen geologischen Aufschlüssen in die Umgebung Gießens führte.

Daten für Donnerstag, 19. September.

1867: der Maler Ernst Oppler in Hannover ge­boren.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Jung- deutsche Schwesternschaft Gießen: Heimat-Abend, 20 Uhr, im Cafä °»ib. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Der König von Sohr" undDer Maharadscha von Domelanien". Astoria-Lichtspiele:Die Frau, die nicht nein sagen kann" undDer Turfkönig".

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** Straßensperrung, mitgeteilt vom Ober- hessischen Automobil-Elub (A. v. D.) Gießen: Die

Oie Millionenstiftung für Nauheim.

Oer Dank des hessischen Staates.

WR. D a r m st a d t, 17. Sept. Der hessische Finanzminister K i r n b e r g e r hat an die Stif­terin des neu zu errichtenden Instituts für wissenschaftliche Forschung und Fortbildung in Dad-Rauheim, eine 71jährige Amerikanerin, folgendes Dankschrei­ben gerichtet:

»Hochgeehrte gnädige Frau! Es ist mir ein Be­dürfnis, Ihnen persönlich, auch im Ramen der hessischen Regierung, aufrichtigen Dank auszusprechen für die Tat hochherziger Gesinnung, welche die StiftungInstitut für wissenschaftliche Forschung und Fortbildung zu Bad Rauheim" erstehen lieh. Durch den Erin­nerungsfonds wird dem Gedächtnis Ihres ver­storbenen Gatten (der viele Jahre lang in Dad- Rauheim Genesung suchte und fand. D. Red.) für alle Zeiten ein Denkmal gesetzt sein. Die Stipendien, die aus dem Erinnerungs­fonds fließen, werden die Wissenschaft vielseitig befruchten und Tausenden wissenschaftlich stre­bender Männer und Frauen eine Stühe werden. Das Herzforschungsinstitut aber wird Zeugnis dafür ablegen, wie Sie in mitfühlender Sorge der leidenden Menschheit gedacht haben und der Einrichtungen, in deren Hand die so- soziale Versicherung liegt. Daß es der hessi­schen Regierung vergönnt ist, an dem von Ihnen geschaffenen Werke mitzuarbeiten, ist mir eine besondere Genugtuung. Dem schönen Werke alle Wege zu ebnen, habe ich gerne über­nommen. Zur Freude gereicht es mir, daß die Stiftung einen ihr würdigen Platz findet und daß es auch in meiner Möglichkeit liegt, die Heil­mittel des Bades der wissenschaftlichen Forschung in dem Institute zugänglich zu machen. Wie ich höre, gedenken Sie in allernächster Zeit Dad- Rauheim zu verlassen. Daß ich aus diesem Grunde nicht die Ehre haben werde, Sie persön­lich begrüßen zu können und Ihnen selbst meinen Dank abzustatten, bebaute ich lebhaft, um so mehr, als ich weiß, daß eine mündliche Aus­sprache Ihnen Gewißheit gegeben hätte, wie sehr mir daran liegt, Ihr menschenfreundliches Werk nach allen Richtungen hin zu fördern und sicher­zustellen.

Genehmigen Sie, hochverehrte gnädige Frau, den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochach­tung, mit der ich die Ehre habe zu sein Ihr er­gebener Kirnberger, Finanzminister."

Die Landesuniversität Gießen hat nn die Stifterin ebenfalls ein herzliches Dank­schreiben für die hochherzige Stiftung gerichtet.

Dem Kuratorium des neuen Instituts ge­hören außer vier Mitgliedern der Familienstiftung noch an Professor Groedel (Bad-Nauheim), zwei Vertreter des hessischen Staates, je zwei Mitglieder der Lehrkörper der Universitäten Gießen und Frankfurt, ein Mitglied der Technischen Hoch­schule Darmstadt sowie ein Vertreter von Bad- Nauheim.

Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus Professor G r o e d e l (Bad-Nauheirn), zwei Vertretern des Staates, je einem Vertreter der Kliniken der Universitäten Gießen und Frankfurt, dem Vorsitzenden der Landesversiche­rungsanstalt reffen und zwei Aerzten aus Bad- Nauheim.

Die Stifterin.

Der Nauheimer Stadtrat ernennt sic zur Ehrenbürgerin.

Bad-Nauheim, 18. Sept. (WTB. Eigener Drahtbericht.) Bürgermeister Dr. A h l nahm gestern abend Gelegenheit, mit einer vom Stadtrat be­stimmten Abordnung der Stifterin des Instituts für wissenschaftliche For- schung und Fortbildung in Bad-Nau- h e i m den wärmsten Dank der Stadt Bad-Nau- Heim für ihre großangelegte und weitausschauende Stiftung auszusprechen. Gleichzeitig konnte er der Stifterin davon Kenntnis geben, daß der Stadtrat einstimmig beschlossen hat, aus Anerkennung und Dank für diese gemeinnützigster Menschenliebe entspringende Stiftung der Stifterin das

Ehrenbürgerrecht der Stadt vad-Rauheim zu verleihen. Die Stifterin nahm die Ehrung mit bewegten Worten an. Sie betonte in ihrer Erwide­rung besonders, daß die Stiftung einem Wunsche ihres verstorbenen Gatten entspreche, der sich im ver­gangenen Jahre bereits eingehend mit der Errich­tung einer solchen Stiftung beschäftigt habe. Auch die Wahl von Bad-Nauheim als Stiftungsort sei auf den gleichen Grund zurückzuführen. Ihr Gatte habe Bad-Nauheim geliebt und jahrelang seine hei­lende Besserung an sich selbst empfunden. Die Stif­terin uni) nunmehrige Ehrenbürgerin von Bad- Nauheim ist

Frau Louise E. üerckhosf aus Los Angeles. Ihr verstorbener Gatte hieß William G. Kerck- h o f f. Frau Kerckhoff ist, wie wir erfahren, heute abgereist. Sie hatte Wert darauf gelegt, daß bis zu ihrer Abreise ihr Name möglichst der weiteren Oesfentlichkeit nicht bekannt werde.

Strecke Buchenau Brungershausen (km 6,5 + 75 km 7,3) im Zuge der Straße Mar­burgBiedenkopf ist für Fahrzeuge von über zwei Tonnen Achsbelastung vom 18. bis einschließlich 26. September gesperrt. Umleitung über Treisbach EngelbachDexbach oder CaldernNesselbrunn SinkershausenDautphe.

* * Aufgehobene Straßensperre. Die Sperre auf der Provinzialstraßenstrecke 3 Iben» st a d t Altenstadt ist wieder aufgehoben.

** Aus dem Gießener Standes­amt s re g i st e r. Es vcrstarben in der Zeit vom 1. bis 15. September: Friedrich Peter Hoppe, Schuhmachermeister, 67 Jahre, Wchstein- gasse 24; Friedrich Schön, Geheimer Schulrat i. R., 87 Jahre, Dergstrahe 3; Philippine Elisa­beth Marie Löber, geb. Wagner, 73 Jahre, Kaiserallee 73; Anna Katharina Müller, Arbei­terin, 18 Jahre, Schühenstrahe 5; Heinrich Launspach, Schuhmacher, 33 Jahre, Löwengasse 13; Jakob Hainbach, Werkstättenvorsteher i.R., 70 Jahre, Frankfurter Straße 90; Anna Mar­garete Remmel, geb. Robert, 48 Jahre, Ritter­gasse 11; Walter Roll, 3 Monate, Brandgasse 5; Karoline Knauh, geb. Hahn, Witwe, 74 Jahre, Iohannesstraße 7.

* * D i e Wahlen äm 17. Rovember, bei denen bekanntlich neue Stadtrats-, Kreis- und Provinzialtagsmitglieder zu wählen sind, betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien beson­ders darauf hingewiesen.

* * Eine st ädtischeOb st Versteigerung findet am kommenden Freitag statt. Die Zeiten und Versteigerungsorte sind aus der heutigen Be­kanntmachung der Stadtverwaltung ersichtlich.

** Zum Andenken an Carl Hille­brand. Wie wir in unserer BeilageHeimat im Dild" vom 12. September berichteten, jährte sich am gestrigen 17. September zum hundertsten Male der Tag, an dem der hervorragende Gelehrte, Philosoph und Schriftsteller Carl Hille­brand im Jahre 1829 in Gießen im jetzigen GasthausZum Lamm" (früherRebstock") das Licht der Welt erblickte. Der Besitzer des Gast­hausesZum Lamm" hat aus diesem Anlaß in pietätvoller Weise die auf Veranlassung des Oberhessischen Geschichtsvereins von der Stadt

Gießen an dem Hause angebrachte Hillebrand- Gedenktafel mit einem Blumengewinde umkrän- zen lassen, das auf der linken Seite die Zahl 1829, auf der rechten Seite die Zahl1929, und am Fuße die Zahl100" in Blumen zeigt. Das Arrangement wurde von der Gärtnerei Steinhauer in Klein-Linden hergestellt.

Sonderschau für Porzellan­erzeugnisse. Das Kunstgewerbehaus Jul. Bach hat gestern in den oberen Räumen des Cafä Astoria, und zwar im Dillardsaale und in den beiden anschließenden Zimmern, eine Sonder­schau für Porzellanerzeugnisse eröffnet, die für die Dauer einer Woche dem Publikum frei zur Besichtigung zugänglich ist. Beim Betreten der vielseitigen Ausstellung begegnet man zunächst zwei Tischen mit einer Anzahl feiner Stücke aus der Staatlichen Manufaktur Berlin, die neuer­dings mehr moderne Linienführung sowohl in der Gestaltung, wie auch in der Bemalung zeigt; reizende Blumenbehälter erregen hier die be­sondere Aufmerksamkeit des Besuchers. Eines der Rebenzimmer ist ausschließlich einer prächti­gen Kollektion der Staatlichen Manufaktur Meißen gewidmet, bekanntlich der ältesten, im Jahre 1710 unter Kurfürst Friedrich August I. gegründeten Porzellanmanufaktur, deren Erzeug­nisse allgemein bestens bekannt find; die wunder­bare Figur eines Otter und ein reizender Peter Schlemihl seien als Glanzstücke dieser Kollektion besonders erwähnt. Die gefällige Eigenart der Erzeugnisse der Meißener Manufaktur ist be­kanntlich die beliebte Blumenmalerei auf Ge­brauchsgegenständen und ausgesprochene Farben der figürlichen Erzeugnisse. In dem folgenden Zimmer werden aus der Staatlichen Porzellan­manufaktur von Rymphenburg feine, dünne Ge­brauchsporzellane mit Malerei in zarten Farben gezeigt, ferner fesselt hier eine reichhaltige Kol­lektion von farbenfreudigen Tierfiguren denDlick des Besuchers. Reben den bereits oben er­wähnten Erzeugnissen der Berliner Manufaktur im Billardsaale sieht man dort noch zwei kom­plette Festtafeln und eine Anzahl kleinerer Tisch­gedecke für den täglichen Bedarf, bei denen Rosenthal und Hutschenreuther Porzellane, wei­ter Stücke von Fürstenberg, Rymphenburg und Meißen, sowie reizende Zier» und Gebrauchs­

gegenstände anderer Marken das abwechslungs­reiche Bild vervollständigen. Die Herrichtung der Schau offenbart guten Geschmack und feines Verständnis für die Schönheiten dieses Kunst- gewerbezweiges. Als Innenarchitektin hat Frau Thomä in Gemeinschaft mit der ersten Ver­käuferin des Hauses Bach bei der Herrichtung der Schau mit glücklicher Hand mitgewirkt. Decken, Teppiche und sonstige Dekorationsstoffe wurden von der Firma H. H o ch st ä 11 c r ge­liefert, das Weihzeug der Tafeln und Tische stellte die Firma A. Salomon, die Blumen­arrangements lieferte die Gärtnerei Rudolf We­ber. Der Besuch dieser interdfanten Veranstal­tung kann nur empfohlen werden.

** Allerlei Merkwürdigkeiten zeigt gegenwärtig die Pflanzenwelt, die man als Folge des kalten Winters mit nachfolgendem außergewöhn­lich heißem und trockenem Sommer deuten kann. So hängen die vielen Lebensbäume auf unseren Fried­höfen dick voller Samen, die ihr Aussehen durchaus verändern und den körnerfressenden Pögeln einen reich gedeckten Tisch bieten. Die Platanen werfen, wie in 1921, ihre Rinde in breiten Platten ab, so daß Stämme und Astwerk wie geschält aussehen. In den Laubwäldern raschelt das vertrocknete Laub an den Eschenbeständen der Südhänge und bleibt hängen.- Die Rotbuchen verfärben sich bereits in herbstliches Braun. Hin und wieder finden sich ältere Bäume mit vertrockneter Laubkrone. Die Herbstzeitlose da­gegen fühlt sich auf Wiesen, die gewässert werden konnten, wohler als sonst.

* Gewerkschaftsbund der Ange­stellten. Die hiesige Ortsgruppe des Gewerk­schaftsbundes der Angestellten (G.D.A.) veran­staltete am Donnerstag abend im Saale des Cafö Leib eine Kundgebung zugunsten des weiteren Ausbaues der Angestelltenversicherung. Rach einer kurzen Begrüßung durch Geschäftsleiter Mack hielt Stadtv. A. ©offner (Frankfurt a. M.) einen Vortrag überDie Leistungen und die neuen Denkschriften, über die Lage und den Ausbau der Angestelltenversicherung". Der Red­ner erläuterte zunächst die wichtigsten derzeitigen Bestimmungen der Angestelltenverficherung (Mit­gliedschaft, Beitragsleistung, Wartezeit, Leistun­gen, Rentenberechnung, Vorteile der Weiterver­sicherung usw.), unTlicf) dann eingehend mit den über die Angestelltenversicherung herausgegebe- nen Denkschriften 1926 und 1928 und dem von der Reichsversicherungsanstalt für die Ange- steiltenversicherung erstatteten Jahresbericht 1928 zu beschäftigen. Er stellte auf Grund dieses Ma­terials fest, daß in den letzten Jahren bei der Versicherung eine gewaltige Steigerung der Ein­nahmen und Ausgaben eingetreten ist, daß sich die Ausgaben aber nicht in gleichem Maße er­höht haben, wie die Einnahmen. Auch die Zahl der Mitglieder habe sich seit dem Bestehen der Angestelltenverficherung wesentlich günstiger ent­wickelt, als von den Dersicherungsmathematikern seinerzeit angenommen wurde. Interessant sei auch die Festellung, daß die Zahl der weiblichen Angestelltenlehrlinge gegenüber den männlichen ständig steige, was eine Verschiebung der finan­ziellen Grundlagen der Angestelltenversicherung zur Folge habe. Auch die Zahl der verheirateten Männer gehe zurück, ebenso die Kinderzahl, was bezüglich der Höhe der auszuzahlenden! Renten von besonderer Bedeutung sei. Bei ma­thematischen Feststellungen hinsichtlich der finan­ziellen Auswirkung der Leistungen dürfe man nicht die Verhältnisse der Beamten zugrunde legen, die ganz anders seien. Der Redner ver­suchte dann nachzuweisen, daß bei den derzeiti­gen Beiträgen eine Erhöhung der Leistungen möglich ist. Er besprach weiter noch kurz die Denkschrift, die dem Reichstag demnächst vor­gelegt werden wird und die u. a. auch die Ein­führung einer Eltern- bzw. Grohelternrente vor­sieht. Er legte Verwahrung ein gegen die in der Denkschrift vorgesehene Beschränkung der Selbst­verwaltung, die darin bestehe, daß der Reichs­regierung die Möglichkeit gegeben werden solle, Einfluß auf den Haushalt der Angestellten-- versicherung zu erhalten. Im übrigen könne man von der heutigen Angestelltenschaft nicht ver­langen, daß sie die Folgen des Krieges allein trage. Er forderte zur Mitarbeit bei dem Aus­bau der Angestelltenversicherung auf.

VII

Joffe und Scannen rein und blank YIM kratzt nicht.