wenn Vie 6000 3ungTaufTeufc in ihren Heimatorten von deutscher Grenzlandnot im Osten sprechen und an ihrer äleberwindung durch Arbeit an sich selbst und für die deutsche Volksgemeinschaft mithelfen werden.
Die Anfahrt der 6000 jungen Menschen erfolgte in sieben Sonderzügen, durch Sonder- schiffe, Lastkraftwagen usw. Sie erforderte hohe organisatorische Leistungen, weil den polnischen Behörden naturgemäß nichts daran lag. irgendwelche Erleichterungen bei der Durchfahrt durch den polnischen Korridor zu gewähren.
Oberheffen.
Lanvkreis Gießen.
§ Daubringen. 17. Juli. Linser Dorf leidet gegenwärtig unter einem sehr großen Wassermangel, wie er seit Anlage der Wasserleitung nicht beobachtet wurde. Wohl hat sich in der Zwischenzeit die Einwohner- und Haushaltungenzahl sehr stark vermehrt, auch mag die anhaltende Trockenheit und mangelnde Winterfeuchtigkeit der Grund zum Rachlassen der Wasserzufuhr sein. Doch ist auch in der letzten Zeit des oftern festgestellt worden, daß die Kammern des Wasserbehälters zum Heber lauf en gefüllt sind, so daß auf einen Mißbrauch in dem Wasserverbrauch geschlossen werden mutz. Deshalb ist täglich nur noch in einer Stunde am Morgen und am Abend die Entnahme von Wasser aus der Leitung möglich, in allen übrigen Zeiten die Wasserleitung abgestellt.
5 Bersrod, 17. Juli. Linser Cvang. kirchlicher Frauenverein machte am letzten Sonntag einen Ausflug nach Södel. Lehrer Keller, der mit dem Weggang des langjährigen Vorsitzenden und ßeiterö Pfarrer M a r - g u t h (Winnerod) die Leitung des Vereins übernommen hat, hatte das Auto von Deuem gemietet. An dem Ausflug beteiligten sich rund 40 Mitglieder. Vach einer schonen Fahrt wurde in dem Pfarrhaus in Södel Einkehr gehalten. Im Pfarrgarten wurde der Verein von der gastlichen Pfarrfamilie Marguth mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Allzu rasch gingen die Einkehrstunden im Kreise der Familie des früheren Vorsitzenden herum. Vach glücklicher Heimkehr freuten sich alle Mitglieder des wohlgelungenen Ausfluges nach der neuen Heimat ihres Pfarrers Marguth.
J) Cid), 17.Juli. Der Stadtvorstand beriet in seiner jüngsten Sitzung den Voranschlag für das Rechnungsjahr 1 9 2 9, der einstimmige Genehmigung fand. Die Gesamtsumme aller Einnahmen und Ausgaben beträgt 395 525,57 Mark. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 285 500 Mk. und auf die Vermögensrechnung 110 025,57 Mark. Bemerkenswert ist, daß es gelang, die Umlage trotz den höheren Ausgaben um 6000 Mk. gegenüber dem Vorjahre zu senken. Wir werden über die Sitzung noch eingehend berichten.
* L i ch, 18. Juli. Der auf den 24. Juli verlegte Sommermarkt verspricht 'ein großes Ereignis für unsere Stadt zu werden. Bis jetzt ist schon eine über Erwarten große Zahl Zuchttiere der Simmentaler- und Vogelsberger Rasse zur Prämiierung, für die über 800 Mark zur Verfügung stehen, angemeldet. Da immer noch neue Anmeldungen einlaufen, hat sich die Bürgermeisterei veranlaßt gesehen, die Anmeldefrist bis Samstag, den 20. d. M. zu ver ängern. Zur D u l - lenverstei gerung sind 3d ^erc angemeldet, die Schafbockversteigerung umfaßt etwa 40 Tiere. Viele der zur Prämiierung angemeldeten Rinder und Kühe sind als verkäafli'ch bezeichnet. Wie verlautet, sollen auch eine Anzahl erstklassiger Eber zum Verkauf kommen. Für Gemeinden, Handelsleute und sonstige Interessenten bietet sich also eine äußerst günstige Gelegenheit, zum Erwerb hochwertigen Zuchtmaterials. Ist hiernach mit einem großen Besuch des Marktes zu rechnen,
WlMWüMM.
Roman von Edgar Wallace.
30. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Sein Bruder", sagte Fred. „Lind auf diese Weise habe ich den Doktor kennengelernt. Ich habe Judd immer gesagt, daß ich ihn in der Straße wiedeverkannt hätte, in Wirklichkeit aber war es der arme Teufel auf dem Platz in Montpellier, der ihn verraten hat. Ich versuchte immer noch herauszubekommen, warum man ihn angefallen hatte, als er unter meinen Händen starb. Ich wußte natürlich sehr gut, dah ich nichts dabei gewinnen konnte, bei einem ermordeten Menschen gefunden zu werden, obwohl ich glücklicherweise keinen Revolver bei mir hatte und ai'.ch nachweisen konnte, wo ich gewesen war. Dann hörte ich den schweren Fußtritt von einem Polizisten in der Nebenstraße, und machte, dah ich so schnell wie möglich fortkam. Aber der Schweinehund hatte mich doch gesehen, und ich mußte vor dem Llntersuchungs- richter erscheinen und nachweisen, daß ich mit dem Mord gar nichts zu tun hatte und daß ich auf die Suche nach einem Arzt ging, als ich gesehen wurde. Ich hatte nämlich den vernünftigen Einfall," fügte er hinzu, „sofort nach einem Arzt zu laufen, als es mir klar war, daß die Polente mich gesehen hatte."
Er machte eine Pause, weil er selbst es ziemlich schwierig sand, für seine nachfolgenden Handlungen Worte zu finden, die ihn in ein nicht zu schlechtes Licht stellen würden.
„Als ich nach London zurückkam, hielt ich es für meine Pflicht, Mr. David Judd aufzusuchen," sagte er. „Er war nicht in seinem Bureau — er hatte damals einen Privaträum in der Greenwich-Versicherungs-Gesellschaft —, aber ich sprach mit seinem Bruder und schüttete ihm mein Herz aus."
„Mit .Herz ausschütten' meinen Sie natürlich, Sie wollten herausbekommen, wieviel er zahlen würde, damit Sie Ihren Mund hielten. Ist es nicht so?"
„Stimmt ganz genau, Mr. Holt. Was Sie für ’n Kopf haben!" sagte Fred bewundernd. „Er war furchtbar aufgeregt, Doktor Judd meine ich. und sagte, er würde mit seinem Bruder sprechen, sobald er von seiner Reise zurück- getommen fein würde. Lind dann passierte was, daS zuerst so aussah, als ob es alle meine schönen Aussichten ruinieren wollte. Doktor David starb. Auf seiner Rückreise von Schottland erkältete er sich und starb innerhalb vierundzwanzig Stunden. Ich bin beim Begräbnis gewesen," sagte Fred, „als Leidtragender, und ich wette, dah keiner mehr Kummer gehabt hat als ich'
so ist auf her anderen Seite auch für Llnterhal- tung der Marktbesucher durch Llmzug der prämi. ierten Tiere, eine groß aufgezogene Tombola- Verlosung mit wertvollen Gewinnen, Volksbelustigung, Konzert und Tanz auf dem Adlerplatz bestens gesorgt. Llnsere bekannt guten Wirtschaften werden ihrerseits alles auf bieten, die leiblichen Bedürfnisse der Besucher zu befriedigen. (Siehe heutige Anzeige!)
Kreis Büdingen.
!! Büdingen, 16. Juli. Der Gemeinde rat konnte in seiner jüngsten Sitzung eine umfangreiche Tagesordnung erledigen. Die Volksbank Büdingen hatte beantragt, das Bacbufer des Seemon- b ad) s im Garten der Volksbank herzustellen, weil sonst infolge Unterspülung die Stützmauer einzustürzen drohe. Der Gemeinderat konnte sich von der Dringlichkeit überzeugen und stimmte dem Anträge zu. Die Baukommission wurde beauftragt, die zweckmäßige Befestigung anzuordnen. — Im nächsten Punkt wurde über die Verpachtung des Jagdanteils der Stadt Büdingen in der Gemarkung Hardegg (Distrikt Leuchte und Hohen- stangen) beraten. Die beiden Distrikte wurden seither mit der Lorbacher Jagd gemeinsam verpachtet. Der Gemeinderat lehnte jedoch eine weitere Verbindung für die Zukunft ab und beauftragte den Bürgermeister, die Jagd zur Verpachtung auszuschreiben. —
Anschließend wurde nochmals über die Derbrei» | terung der Provinzial st raßen in der s Gemarkung Büdingen beraten. Das Gelände soll nunmehr durch die Feldbereinigung ausgeschieden und auf den Namen der Provinz Oberhessen überschrieben werden. — lieber den Punkt „B a h n b a u B ü d i n g e n—L angenbergheim, hier Verteilung der Projektierungskosten", konnte eine Einigung im Sinne des von dem Kreisamt Büdingen am 25. Juni d. I. getroffenen Abkommens nicht erzielt werden. Das Projekt kann nur dann die Zustimmung des Gemeinderats finden, wenn die Bahn bis nach Hanau durchgebaut wird. — Die Freiwillige Feuerwehr hat beantragt, vier neue Hydran - t e n einzubauen. Der Gemeinderat konnte dem Antrag stattgeben. — Auch das Gesuch des Badevereins um Bewilligung eines verbilligten Darlehns zum Zwecke derErweiterungderBadeanftalt, fand wohlwollende Behandlung. Der Gemeinderat genehmigte ein Darlehn in Höhe von 700 Mark. Das Kapital ist zu 6 o. H. zu verzinsen und in jährlichen Raten von je 100 Mark zurückzuzahlen. — Sodann wurde über den Erwerb des Lohsteggra- b e n s verhandelt. Die Stadt bemüht sich schon längere Zeit, die für den Schmuck der Stadt so außerordentlich wichtigen Gräben in die Hand zu bekommen. Der Bürgermeister wurde beauftragt, im Feldbereinigungsverfahren Antrag auf Zuziehung
des Geländes zur Masse zu stellen, bamtl das Gelände der Stadt zugeteilt werden kann. — Die Trinkwasserversorgung der Stadt ist trotz Erbauung der Hochdruckleitung vollständig unzu- reichend. Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß die alte Sandbornleitung von der Quelle bis zum Hoch- behälter derart versandet ist, daß nur wenig Wasser hindurchgeht. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, eine neue Zuleitung legen zu lassen, damit endlich die städtische Wasserversorgung geregelt wird. — Der zur Zeit aufliegende Gaswerksvoran- schlag schließt mit einer Einnahme und Ausgabe von 73 321,22 Mark ab. In der Gaswerkdeputation hat der Voranschlag bereits Annahme gefunden. — In den Straßen der Stadt haben nunmehr überall die neuen Straßenschilder Aufstellung gefunden. Dies wird besonders dankbar von den zahlreichen Besuchern der Stadt anerkannt.
-r- V i b b a, 17. Juli. Die große Trocken- h e i t, die in der Hauptsache eine Folge der fehlenden Winterfeuchtigkeit ist, wirkt sich bereits allgemein in beginnender Futterknappheit aus. Der zweite Klee liefert nur geringen Gr- trag. Die Regentage regten wohl das Wachstum an, waren aber nicht von durchgreifender Wirkung. Viele Landwirte sehen sich bereits gezwungen, Heu zu verfüttern. Man sieht den kommenden Monaten mit großer Dersorgnis entgegen, zumal die Ställe in den letzten Jahren dicht gefüllt sind. Die Roggenernte wird in der nächsten Woche erwartet.
♦ Nidda, 17. Juli. Die Syrerin an der hiesigen Kleinkinderschule, Christin« Rühle, ist nach 44jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand getreten. 20 Jahre hat sie an der Kleinkinderschule hier mit großer Hingabe und Treue gewirkt. Gelegentlich des 50. Jubiläums der Schule, das am letzten Sonntag hier in würdiger Weise gefeiert wurde, fand nach dem Festgottes- dienst eine Ehrung der Kinderschwester in der Kirche statt. Im Namen der Stadt überreichte ihr Bürgermeister Ringshausen ein schönes Bild der Kleinkinderschule unter herzlichem Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für ihre segensreiche Tätigkeit. Pfarrer Laut richtete im Auftrag« der Vorstandsdamen der Kleinkinderschule ehrende Worte an die Gefeierte und übergab ihr einen Ruhesessel, den di« Damen gestiftet hatten. Bis zur endgültigen Besetzung der erledigten Stelle, di« im Herbste erfolgen soll, wird Schwester Marie Markstahler den Dienst versehen. ß
A Vidda, 17. Juli. Dec heute hcer abgehaltene Sommermarkt zeigte einen Auftrieb von 340 Schweinen und Ferkeln und etwa 50 Pferden und Fohlen. Der Handel in letzteren war sehr still, dagegen in Ferkeln bei der großen Zahl von Kauflustigen lebhaft. Die Preise für Ferkel waren sehr hoch, sogar wieder etwas höher als auf den Märkten voriger Woche in den anderen Marktorten. Für fünf bis sechs Wochen alte Ferkel wurden durchschnittlich 45 Mark, für etwa acht Wochen alte 55 Mark und für zwölf Wochen alte Springer 75 bis 80 Mark bezahlt. Dabei verhielten sich noch viele Kauflustige zurückhaltend. Vachmittags fand auf dem Marktplatz in der Stadt Krämermarkt statt, der einen mäßigen Besuch von Käufern aus der Llmgegend zu verzeichnen hatte, die vorwiegend Haushaltungs- und Küchengeräte einkauften.
]:[ Dinosachsen, 17. Juli. Schon feit dem letzten Samstagnachmittag stand unsere Gemeinde unter dem festlichen Eindruck des Bezirks- kriegerfestes, verbunden mit Fahnenweihe. Die gesamte Einwohnerschaft war auf den Beinen, und jeder tat sein Möglichstes, um das Fest verschönern zu helfen. Am Samstagabend war ein kleiner Kommers, zu dem die hiesigen Gesangvereine und der Turnverein ihre Kräfte in den Dienst des hiesigen Kriegervereins stellten. Am Sonntagmorgen fand an dem Gefallenendenkmal in erhebender Weise die Ehrung für die Gefallenen statt. Der Präsident, Förster Reifschneider, sowie Se. Durchlaucht, der Fürst v o n B i r st e i n, der persönlich erschienen
Oie Arbeitsmarktlage in Oberheffen
Aus dem Juni-Bericht des Arbeitsamtes Gießen.
Der oberh«ssische Arbeitsmarkt hat im Berichtsmonat Juni eine weitere Entspannung erfahren. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist von 1966 auf 1614 Personen zurückgegangen. Von diesen 1614 Personen entfallen auf die Arbeitslosenversicherung 1042 und auf die Krisenfürsorg« 124 Personen. 382 Personen führten Notstandsarbeiten aus.
Am 15. Juni entfielen im Bezirk des Arbeitsamts Gießen auf 1000 Einwohner 3,1 Hauptunter, ftützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung, auf die gleiche Einwohnerzahl entfielen im Bezirk des Landrsarbeisamts Hessen im Durchschnitt 11,8 Hauptunterstützungsempfänger. Im Reichsdurchschnitt wurden am 15. Juni 11,9 Hauptunterstützungsempfänger auf 1000 Einwohner gezählt.
Von der wirtschaftlichen Seite aus gesehen, zeigte sich folgende Eigenart der gegenwärtigen Arbetts- marttlage. Die Fluktuationen treten stark hervor. Auftragseingang und -erlcdigungcn laufen mit Arbeitseinstellungen und -entlassungen
Parallel.
Der Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften stellt für das Arbeitsamt zur Zeit die wichtigste Aufgabe bar.
In der Industrie der Steine und Erden war die Lage im allgemeinen günftig. aber ohne nennenswerte Aufnahmefähigkeit. Die Zahl der Arbeitsuchenden senkte sich von 131 auf 104 Personen.
In der Metallindustrie setzte sich eine leichte Belebung durch; es wurden 146 arbeitsuchende Personen gegen 220 im Vormonat gezählt.
Die Lederindustrie hat ein leichtes Anziehen der Beschäftigung zu verzeichnen. Der Stand von 26 Arbeitsuchenden senkte sich auf 18 arbeitsuchende Personen.
3m Holz- und Schnitz st offgewerbe verminderte sich die Zahl der Arbeitsuchenden um 26 Personen, so daß noch 69 Personen dieser Derufsgruppe Arbeit suchen, ein Zeichen, daß die saisonmäßige Belebung des Marktes noch wenig zum Durchbruch gekommen ist.
Die Lage des Arbeitsmarktes in dem Rah - rungs- und Genuß mittelgewerbe ist im Verhältnis zum Gesamtmarkt als günstig zu bezeichnen. 69 arbeitsuchende Personen gegen 137
des Vormonats sind vorhanden. Die Besserung ist hauptsächlich auf Einstellung von weiblichen Arbeitskräften durch eine Zigarrenfabrik zurückzuführen.
Der Beschäftigungsgrad im Bekleidungsgewerbe ist im Ansteigen begriffen, und zwar für männliche Arbeitsuchende. Hier beträgt die Zahl der Arbeitsuchenden 48 (Vormonat 78), während sich die Lage des Marktes für weibliche Arbeitsuchende verschlechtert hat; die Arbeit- suchenden-Zahl flieg von 17 auf 24 Personen.
Die Aufwärtsbewegung im Baugewerbe scheint nahezu zum Stillstand gekommen zu sein. Der Mangel an Daukapital und die geringen Bauvorhaben machen sich immer mehr bemerkbar. Das geht schon aus der Zahl der Arbeitsuchenden hervor, die sich zwar von 260 auf 230 gesenkt hat, aber für die jetzige Jahreszeit als ein hoher Stand zu bezeichnen ist.
Im Verkehrsgewerbe sind die Unter» bringungsmöglichkeiten als schlecht zu bezeichnen, zumal die Reichsbahn mit Einstellung von Arbeitskräften zurückhält. Teilweise wurden Einstellungen vorgenommen, die aber durch Entlassungen wieder ausgeglichen wurden. Am Ende des Monats Mai standen im Verkehrsgewerbe 57 Personen und am Ende des Berichtsmonats 54 Personen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Die Arbeitsmarktlage in der Lohnarbei t wechselnder Art war wenig befriedigend, zumal die meisten Arbeitsverhältnisse von kurzer Dauer sind. Die Arbeitsuchendenzahl betrag 555 gegen 612 Personen des Vormonats.
Oie Abteilung Berufsberatung hatte im Äkonat Juni 98 Beratungen (56 für Knaben und 42 für Mädchen) zu verzeichnen. Davon kamen 48 Ratsuchende zum ersten, 50 zu wiederholtem Male. Ein verhältnismäßig großer Prozentsatz der Ratsuchenden hatte bereits vor Ostern 1929 die Schule verlassen und sucht nun Rat bezüglich des zu ergreifenden Berufes. 4 Schüler und 3 Schülerinnen kamen aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus der Volksschule. Auch in diesem Monat waren bei Knaben und Mädchen die kaufmännischen Berufe (Bureau und Verkauf) die begehrtesten.
Trotzdem muß ich aber sagen, dah Doktor Judd sich mir gegenüber als Kavalier gezeigt hat. Rach dem Begräbnis seines Bruders ließ er mich zu sich kommen, sagte, daß er das Gedächtnis seines Bruders von jeder schlechten Rachrede frei halten wollte und bot mir eine regelmäßige jährliche Summe an, falls ich meinen Mund halten würde."
„Der Mann, der erschossen worden war, war doch ein Bureaubeamter?" fragte Larry.
„Er war Angestellter," sagte Fred sehr langsam, „und zwar Angestellter der Greenwich-Versicherungs-Gesellschaft, der gegen David Judd Erpressungen versuchte."
Larry stieß einen leisen Pfiff aus.
„Der Greenwich-Verficherungs-Gesellschaft," erwiderte er;'„Erpressungen gegen David! — Was für ein Verbrechen hatte denn David begangen?“ . Fred schüttelte den Kopf.
„Das kann ich Ihnen nicht sagen, Mr. Holt. Wenn ich es wüßte, würde ich es Ihnen sofort erzählen. Aber es muß eine ziemlich faule Sache gewesen sein. Doktor Judd sagte aber, daß sein Angestellter eine ganze Masse Geld unterschlagen hätte, und da muß auch was Wahres dran gewesen sein, denn ich erinnere mich, daß er bei Floquart viel und sehr hoch gespielt hat."
„Also, um die Geschichte kurz zu machen, ich habe dann vier Jahre lang ein ganz gutes Einkommen von Doktor Judd bezogen. Ich will mich gar nicht entschuldigen oder versuchen, Ihnen zu beweisen, daß ich wie ein kleiner Kavalier gehandelt habe — das würde Sie ja auch gar nicht interessieren. Vor ein paar Tagen traf ich den Doktor bei einer Hochzeit. Er war eingeladen, aber ich nicht," erllärre Fred schamlos, „aber das war ja auch das wenigste: ich ging jedenfalls hin. Er lud mich dann ein, gestern abend in feinem Hause in Chelsea mit ihm zu essen. Doktor Judd hat da ein pikfeines Haus, bis oben ran voll mit Gemälden und Schmucksachen. Lind da er mir eine schöne runde Summe angeboten hatte, um mich ein für allemal loszuwerden, entschloß ich mich denn auch hinzugehen."
„Da ist ein Kerl beim Doktor, fuhr er nach kurzer tieberlcgung fort, „so ’ne Art Kammerdiener. Ich will ja keinen verraten, Mr. Holt, aber er ist ein alter Sträfling und hat in Portland in der Zelle neben mir gesessen."
„Er heißt Strauß," sagte Larry, „hat eine Vorliebe für ,Koks' und ist dreimal verurteilt."
„Ach, das wissen Sie schon?" sagte Fred überrascht. „Ich kenne ihn also auch und traf ihn neulich ganz zufällig im Piccadilly. Er wollte gerade ein paar Kleinigkeiten unterbringen, die er seinem Herrn gemaust hatte, und da blieb ihm nichts anderes übrig, als auch mir etwas von seinem Lleberfluß abzugeben: ein Paar Man- schettenknöpse —"
Larry fuhr hoch.
„Da kamen sie also her? — Sie gehörten Doktor Judd?"
„Ich bin nicht ganz sicher, ob sie wirklich Doktor Judd gehörten," sagte Fred. „Wie ich von Strauß gehört habe, waren oft Wochenendgäste da, und vielleicht hat er die Knöpfe einem von diesen geklaut. Jedenfalls," sagte er zögernd — er fand es schwierig, seine Pläne in Worte zu bringen, ohne sich selbst in einem zu schlechten Lichte erscheinen zu lassen — „hatte ich so die Idee, mir ein paar kleine Andenken mitzu- nehmen, bevor ich abreifte, und ich hatte mit Strauß verabredet, dah ich mir nur mal das Haus ansehen und einige Kleinigkeiten aussuchen wollte, die mich an meinen guten, alten Freund erinnern sollten. Als ich nun zum Essen eingeladen wurde, griff ich natürlich mit beiden Händen zu. Damit will ich nun nicht sagen, dah ich allein zu dem Diner gegangen wäre, denn so große Busenfreunde sind der Doktor und ich nun doch noch nicht; aber er erzählte mir, es würden noch eine Menge anderer Gäste kommen, und so ging ich dann hin. Ich war ja eigentlich um acht eingeladen, um die Zeit ist es schon stockdunkel, aber ich ging schon um sieben, und auch nicht direkt nach seinem Hause, sondern gegenüber nach der anderen Seite der Straße. Ich wollte nämlich lieber erst mal Doktor Judds Gäste an» kommen sehen, bevor ich selbst auf der Bildfläche erschien. Ich wartete bis acht Llhr. Niemand kam. Ich wartete bis halb neun, und dann sah ich den Doktor herauskommen und die Straße aus- und abblicken. So hungrig war ich mittler» weile geworden, daß ich beinahe zu ihm hin» übergegangen wäre, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich allein, verstehen ©je, ganz allein mit einem Menschen speiste, den ich beschwindelt hatte. So wartete ich weiter und wartete und wartete, bis auf einmal ein Auto ankam und direkt auf das Einfahrtstor an der Seite des Hauses losfuhr. Ich dachte schon, das Auto würde die Tore eindrücken, als sie sich im Augenblick, wo die Scheinwerfer sie zu berühren schienen, öffneten. Das ist aber komisch, sagte ich mir, ging über die Straße und sah mir mal die Geschichte über das Tor hinweg an. Das bedeutete natürlich ein bißchen Klettern für mich, aber das ging ganz leicht und ohne alles Geräusch. Lind wissen Sie, was ich sah? Der erste Mensch, der aus dem Wagen stieg, war das dicke Riesenvieh, der in der Iermyn Street versucht hatte, mir die Luft abzudrehen."
„Der blinde Jake?" warf Larry ein.
„Ich bin ihm niemals voraestellt worden," sagte der andere bitter. „Jedenfalls sah ich ihn ganz deutlich, als er vor den Scheinwerfern vorbeiging; dann gingen die Lichter aus, und ich konnte nichts mehr sehen. Lim zehn Llhr öffneten sich die Tore wieder — es war wie
Zauberei, denn niemand war in der Nähe — und der Wagen fuhr heraus. Als er langsam an mir vorbeifuhr, rannte ich hinterher und sprang auf den Gepäckträger, der glücklicherweise heruntergeklappt war. In der Kings Road in Chel-' sea sprang ich ab, weil es da zu hell ist und ich von einem Polizisten gesehen werden konnte, der dann den Führer auf mich aufmerksam gemacht hätte. Aber es gab ’ne Masse Taxis, ich nahm eine und sagte dem Chauffeur, er sollt« hinter dem anderen Wagen herfahren. Ich wollte herausbekommen, wo der blinde Jake, so heißt er doch wohl?, wohnte, und es macht« keine große Schwierigkeit, dem Wagen zu folgen. Wir fuhren am Viktoria-Bahnhof vorbei, dann durch Grosvenor Place nach Park Lane zu. Ich befürchtete, das Auto würde in den Park einbiegen, und dann hätte ich es verloren, denn die Parkwege sind ja nur für Privatwagen offen, aber nicht für Taxis. Aber glücklicherweise oder leider, wie man's nehmen will, fuhr der Wagen nicht durch den Park, sondern durch die Edgware Road — der Thburn Tree, wo man in alten Zeiten die Leute aufhängte, hat da gestanden," sagte er gänzlich zusammenhanglos. „Ich hab' das mal in einem Buch gelesen, als ich mich — hm — erholte."
„Wollen wir nicht lieber die Erinnerungen an Alt-London beiseite lassen?" bat Larry.
„Ich fuhr also dicht hinter ihnen, und dann bogen sie auf einmal in eine ©eitenftrafje ein,“ fuhr Larry fort, „und ich riskierte es, meinen Kutscher zu bezahlen und ihnen zu Fuß nachzufolgen. Das Viertel war mir sehr gut bekannt, und ich hatte noch nicht mal zehn Minuten zu suchen, bis ich den Wagen vor einem Torweg in einer hohen Mauer anhalten sah. Der Fahrer mußte sich jedenfalls Verfahren haben, denn ich war beinahe in demselben Augenblick da wie der Doktor."
„Dr. Judd? — War der auch da?"
Fred nickte und bedauerte unendlich, seinen schmerzenden Kopf bewegt zu haben, und es vergingen einige Augenblicke, bis er wieder fähig war, zu sprechen.
„Wenn ich meinen dämlichen Schädel nicht stillhalte," sagte er, sich selbst verspottend, „werde ich ihn noch verlieren. Ja, der Doktor war auch da. Ich war ganz dicht in ihrer Rähe — als sie alle drei ausstiegen, stand ich schon hinter dem Wagen. Der blinde Jake, ein anderer Kerl, den ich nicht kannte, und dann der Doktor. Einer hatte eine Tasche in der Hand und schien in schlechter Laune zu fein.
„Ich protestiere, zu so später Stunde auf eine solche Weise geholt zu werden," sagte er.
„Der Doktor, nicht der blinde Jake, sagte etwas mit leiser Stimme, was ich nicht verstehen konnte."
(Fortsetzung folgt)
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^prechs 11.30 bis 12. najmidag M Adrigen
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Ortsdurchsahr forderliche K wird bewillig wird sich der etwa 5800 Mi Reibung Öfter Dinj ju treffen. sitzende bemerkt nad) Mieilum langen tonnet jchassung. Die jahr 1929 er wird der Firr traaen; die st verschiedenen! und Kleinpfli Nickel in Ob. tragen. — Ei 06 Alsfeld gäbe wurde c langende Gebt fertigt anerkan tischen Sportpb lli'tsgeld erheb lch'n Miethäuse iilion wurdi arbeiten gemäß genehmigt.
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