Klus -er Provinzialhauptsiadt.
Gießen, den 17. 3uni 19N.
Oer Wadenkrampf.
Von Or. Josef Llrbach, Wien.
3n den ersten Morgenstunden, wenn schon bald "Zeit zum Aufstehen ist und man sich noch behaglich ein wenig im Bette ausstreckt, kommt manchmal eine sehr unangenehme Lleberraschung: Eine Wade wird auf einmal hart, und ein wütender, immer zunehmender Schmerz seht dort ein. Man möchte schreien — so weh tut es —, und das erstarrte Bein bewegen: allein es geht nicht. Bach einigen Minuten läßt der Schmerz etwas nach. Ist der Anfall zu Ende? Keineswegs: wieder seht er sich eine Zeit fort, um erst dann endgültig abzuklingen. Ein dumpfes Weh- gefuhl bleibt als Erinnerung an den tückischen Anfall zurück.
Was geht da in der Wade vor? Wieso gerät der Mensch mitten aus süßem Schlummer plötzlich in diese Höllen von Schmerz?
Damit verhält es sich so: Der Krampf ist durch Störungen in der Dlutströmung und Blutverteilung im Wadenmuskel verursacht, ähnlich wie auch bei den sogenannten Krampfadern, wo sich das Blut in den erweiterten Gefäßen staut, nicht selten Krämpfe auftreten. Desgleichen kommen bei gewissen Schlagadererkrankungen des Unterschenkels und dadurch bedingter, örtlicher Kreislaufstörung krampfähnliche Zustände in den Beinen zustande, wodurch das Weitergehen auf der Straße plötzlich gestört werden kann. Wahrscheinlich liegt eine Art von Eindickung des Blutes in den Beinen vor: denn nach schweren, mit großen Säfteverlusten einhergehenden Krankheiten, wie Cholera oder anderen ernsten Erkrankungen, zeigen sich solche Krämpfe ebenfalls: ferner treten sie nach größeren körperlichen Anstrengungen, ermüdenden Märschen, langem Stehen, Beiten, Tanzen auf. Bekannt ist auch der den Schwimmer im kalten Wasser überfallende Wadenkrampf, der besonders dann gerne eintritt, wenn die Fußspitzen beim Schwimmen immer kräftig gestreckt werden. Durch diese Bewegung erfolgt nämlich eine starke Beanspruchung der Wadenmuskulatur, so daß Neigung zum Krampf sich einstellen kann. Nicht selten gibt andere Male eine rasche und heftige Bewegung überhaupt den Anlaß, z. B. beim Ausstrecken im Bett oder beim Anziehen der Schuhe.
Außer den genannten Umständen dürfte die Anhäufung der im Muskel bei größeren körperlichen Leistungen sich bildenden Ermüdungsstoffe, zu denen insbesondere die Milchsäure gehört, für das Eintreten des Krampfes verantwortlich zu machen sein.
Wadenkrämpfe kommen übrigens auch bei den verschiedensten Krankheiten der ^lnterschenkel- muskeln, beim Platt-, (Senk-)fuß, bei manchen inneren und Nervenleiden, ferner bei gewissen Bergiftungen (z. B. Alkohol und Nikotin) vor: dies sei nur aus dem Grunde erwähnt, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, bei gehäuften Anfällen von Wadenkrampf den Arzt zu Nate zu ziehen.
Diel größeres Interesse als alle diese Einzelheiten beansprucht aber die Frage: Wie soll dem Hebel vorgebeugt werden, und was macht man, wenn man von dem Krampf befallen wird?
Wer zu solchen Anfällen neigt, gehe tunlichst allen größeren körperlichen Anstrengungen aus dem Wege, vermeide brüskes Strecken des Deines und übe Mäßigkeit im Genüsse von Alkohol und Tabak. Um die Eindickung des Blutes zu bekämpfen, trinke man abends 1—2 Gläser Wasser oder Milch, Suppe, nicht aber schweißtreibenden Tee oder ein Abführmittel.
Im Anfall wendete man bisher Massage des krampfenden Muskels an, oder sprang rasch aus dem Bette, um das Dein kräftig zu bewegen: doch alles dies hilft nicht immer oder nicht genügend schnell. In jüngster Zeit wurde nun empfohlen, das Fußgelenk stark nach rückwärts zu beugen, die Zehen also der Vorderseite des Unterschenkels zu nähern. Auf diese Weise wird nämlich, da die Streckmuskeln des Fußes an der Vorderseite des Unterschenkels, die Deugemuskel an der Waden-Hinterseite verlausen, die schmerzhafte Wade gedehnt: der Dlutkreislauf bessert sich, die Ermüdungsstoffe können abfliehen, und der Krampf hört auf. Wer es wegen der Schmerzen nicht zuwege bringt, diese Bewegung selbsttätig auszuführen, der versuche, mit der an der Sohle angelegten Hand den Fuß zwangsweise nach rückwärts zu biegen. Dieses unschädliche, einfache und billige Mittel sei allen Wadenkrampfleidenden, soweit nicht innere Krankheiten vorliegen, zur Erprobung empfohlen.
Daten für Dienstag, 18. Juni.
Sonnenaufgang 3.43 Uhr, Sonnenuntergang 20.19 Uhr. — Mondaufgang 16.49 Uhr, Monduntergang 1.37 Uhr.
1815: Sieg Blüchers und Wellingtons über Napoleon I. bei Bellc-Alliance: — 1839: der Dichter Martin Greif in Speyer geboren (gestorben 1911):
—1845: der Entdecker des Malaria-Erregers Charles A. Laveran in Paris geboren; — 1885: der Maler Wilhelm Camphausen in Düsseldorf gestorben (geboren 1818); — 1895: Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals.
Gleiberg-Ausstellung.
Gestern vormittag wurde in Gegenwart eines zahlreichen Publikums im Ausstellungssaale des Oberhessischen Kunstoereins im Turmhaus am Brandplatz die aus Anlaß der 50. Jubiläumsfeier des Gleibergoereins von dem Oberhessischen Kunst- verein hergerichtete Ausstellung von Gemälden und Bildern aus Gleibergs alter und neuer Zeit eröffnet. Der Bor- sitzende des Oberhessischen ftunftoereins, Landgerichtsdirektor i. R. Bücking, begrüßte in einer einleitenden Ansprache unter Hinweis auf den Zweck der Veranstaltung die Besucher, in deren Namen und zugleich auch für den Gleiberaverein Geheimrat Professor Dr. König als Stellvertreter des verreisten ersten Barsitzenden, Provinzial- direktor G r a e f mit herzlichen Dankesworten erwiderte. Eine eingehende Besichtigung der vielseitigen Ausstellung schloß sich dann an.
Der Zweck der Jubiläumsausstellung soll ein lokal-hi st arischer Rückblick auf die Geschichte des Gleibergs in Bild und Zeichnungen sein. Unter diesem Gesichtspunkt ist hier aus dem Besitztum der Allgemeinheit und aus Privateigentum an Bildern, Aquarellen, Stichen und Federzeichnungen alles zusammengetragen worden, was bisher sowohl von Künstler- Hand, als auch von Liebhabern und Freunden des Gleibergs je gemalt, gezeichnet oder gestochen wurde. Auf diese Weise ist eine recht vielseitige Schau zustandegekommen, die man mit Interesse durchwandert und die zum Teil auch ganz neue Blickpunkte auf das schone Landschaftsbild um den Gleiberg herum gibt. Ausgestellt sind Schöpfungen von Fritz von Wille (Dresden), Otto Ubbelohde, W. Bartel (Gießen), M. Felchner (Gießen), R. Pfaff (Gießen), Th. Müller (Gießen), W. Stephan (Gießen), G. Rohrbach (Gießen), O. Jung (Stuttgart), Bieber (Gießen), Geilfuß (Nauheim), Dich- mann (Großen-Linden), Jost (Gießen), Fräulein Rohr (Minden), Rentmeister W. Gäbler (Krofdorf), H. Will (Gießen), Kinzenbach (Gießen), H. Küchel (Gießen), C. Geist (Wimpfen), ferner zahlreiche Kupferstiche ^md Aquarelle aus dem Oberhessischen Museum, weiter Glasmalereien und Glasschliff- arbeiten, die zwar mit dem Gleiberg selbst nicht in Beziehung stehen, aber doch in sachlicher Hinsicht sich dem Rahmen der Ausstellung gut einfügen. Aus sämtlichen Arbeiten spricht viel Liebe und Begeisterung für den Gleiberg, wie überhaupt für unsere engere Heimat.
Der Besuch dieser Ausstellung sei unseren Mitbürgern in Stadt und Land, insbesondere auch den Dörfern um den Gleiberg herum, warm empfohlen.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag. Romanisches Seminar: Neufranzösischer Liederabend, 20 Ähr, im Großen Hörsaal der Äni- versität. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Totentanz der Liebe".
— Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der morgigen Aufführung von „Katharina Knie" wird Robert Kleinert vom Wiesbadener Staatstheater in der Hauptrolle des Vater Knie gastieren. Das Seiltänzerstück wird morgen das letzte Mal gegeben. Der Zirkus Dlondini wird auch bei dieser letzten Aufführung mitwirken.
** Von der Landesuniversität. Zur Wiederbesetzung des Lehrstuhls der Physik an unserer Landesuniversität als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Geheimen Hofrats Professor Dr. König, ist ein Ruf an den außerordentlichen Professor an der Universität Berlin, Regierungsrat und Mitglied der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt Dr. Walther B o t h e, ergangen. — Der Lehrstuhl der Romanischen Philologie an unserer Landesuniversität, den gegenwärtig der im Herbst in den Ruhestand tretende Geheime Hofrat Prof. Dr. Dietrich Behrens innehat, wurde Professor Dr. Kurt Glaser in Marburg angeboten. — Der Professor für Altes Testament an unserer Landesuniversität, Dr. Baumgartner, der vor einigen Tagen einen Ruf an die Universität Basel angenommen hat, erhielt jetzt einen Ruf an die Universität Marburg als Nachfolger von Pros. Hölscher auf den alttestamentlichen Lehrstuhl der Marburger Universität.
** Zwangsversteigerungen landwirtschaftlicher Grund stücke in Hessen. Nach den Angaben der hessischen Amtsgerichte wurden an landwirtschaftlichen Grundstücken zwangsversteigert im Jahre 1924; 152 mit 17,16 Hektar Fläche, 1925: 507 mit 72,17 Hektar Fläche, 1926: 741 mit 116,50 Hektar, 1927: 793 mit 114,90 Hektar. 3m 3ahre 1928 wurden im ersten Quartal 810 Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet über 181,60 Hektar, durchgeführt wurden 91 Verfahren über 18,67 Hektar, im zweiten Quartal betrugen die Ziffern 191 Verfahren über 167,12 Hektar und durchgeführt
wurden 27 Verfahren über 14,22 Hektar, tm driten Quarattl 181 Verfahren über 240,46 Hektar, durchgeführt wurden 27 Verfahren über 16,90 Hektar, im vierten Quartal waren es 147 Verfahren über 321,21 Hektar, durchgeführt wurden 35 Verfahren über 95,84 Hektar.
•• ©in Autounfall ereignete sich am Samstagabend zwischen Kl.-Linden und Gr.-Lin- den. Das Personenauto des Kaufmanns W. Rühl (Kl.-Linden) stieß auf der Fahrt nach Gr.-Linden mit einem Kraftfahrer zusammen, dessen Rad unbeleuchtet war. Der Motorradfahrer, ein früherer Bahnmeister aus Gießen, erlitt erheblche Kopfverletzungen und lag längere Zeit bewußtlos. Das Motorrad und das Auto wurden schwer beschädigt.
•• Die Neue Hessische Deamten- st e r b e k a s s e hielt dieser Tage hier ihre 5. Mitgliederversammlung ab. 3ahresbericht, 3ahres- rechnung und Bilanz der Kasse fanden einstimmige Genehmigung. Der seitherige Vorstand, bestehend aus Ministerialrat Braun, Darmstadt, Oberlandesgerichtsrat Weicker, Darmstadt, Vermessungsrat Bergauer, Darmstadt, Direkwr Burk, Darmstadt, Förster Klip- stein, Darmstadt, Oberregierungsrat Schneider, Darmstadt, Direktor Göbel, Offenbach, Stadtkasse-Direktor Vogel, Mainz, wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Die Kasse hat bereits über 300 000 Mk. als Prämien- und Sicherheitsreserven angesammelt.
** Die Fünfziger-Vereinigung 1879—1929 eröffnete ihr Sommerfest am gestrigen Sonntag mit einer Zusammenkunft am Stadthaus zur photographischen Aufnahme. Um 10 Uhr vormittags marschierte die etwa 160
für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahmefällen nicht gewährleistet werden!
VERLAS DES GIESSENER ANZEIGERS
Altersgenossen zählende Vereinigung unter Dorantragen einer schönen, erstmalig bei den Fünfziger-Vereinigungen gestifteten Standarte nach dem Trieb, wo unter den schattigen Eichen ein Gottesdienst abgehalten wurde. Diese Feier wurde eingeleitet durch einen Choral: ihm folgte der Gesangverein „Liederkranz" mit dem Chor: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Die allen Teilnehmern zu Herzen gehende, die Belange, Erlebnisse und Empfindungen der 50er darstellende Ansprache hielt Pfarrer Bechtols- heimer. Mit dem gemeinsam gesungenen, von der Kapelle begleiteten Liede: „Lobe den Herrn" und dem ebenfalls vom „Liederkranz" vorgetragenen Chor „Der Wald" endete dieser Teil der Feier. 3m Saale der „Liebigshöhe" fand gegen 12 Uhr ein gemeinschaftlicher Frühschoppen statt, der sich weiter über die eigentliche Mittagsstunde ausdehnte. Für heute, Montag, nachmittag 2.15 Uhr sind vorgesehen: gemeinsamer Marsch mit Musik vom Landgraf-PhiliPP-Plah durch die Sonnenstrahe, Neue Bäue, ©arten» strahe, Kaiserallee nach dem Philosophenwald- Restaurant. Dort findet allerlei gesellige Unterhaltung statt.
* Preishüten in Hungen. Wie man uns mitteilt, veranstaltet der Verein für Deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Gießen und Umgegend, in Gemeinschaft mit dem Oberhessischen Schäferverband am 30. 3uni in Hungen sein erstes oberhessisches Preishüten, dessen Schirmherrschaft der frühere Großherzog von Hessen übernommen hat. Der Wettbewerb geht um den Wanderpreis des ehemaligen Großherzogs, um Ehrenpreise des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung Landwirtschaft, der Landwirtschaftskammer, der Provinzialdirektion, des Universitäts- Tierzuchtinstituts Gießen, des Fürsten Reinhard von Lich, des Prinzen Ludwig-Friedrich zu Hohensolms-Lich, der ©tobte Nidda und Hungen, des 1. Vorsitzenden des Vereins für Deutsche Schäferhunde und der Ortsgruppe Gießen des Vereins für Deutsche Schäferhunde, außerdem um Geldpreise. Die Veranstaltung soll bartun, bah ber rein durchgezüchtete Deutsche Schäferhund der Hund der Schafherde ist und Vorzüge verschiedener Art besitzt.
** Auftrieb zum heutigen Frank- furter Schlachtviehmarkt. 115 Bullen, 1293 Rinder. 323 Ochsen, 485 Kühe, 370 Färsen, 516 Kälber, 28 Schafe, 4045 Schweine.
Derbandsiag -es Hessischen Müllennnungsverban-es.
* Gießen, 16. Juni. Am gestrigen Samstag hielt der Hess. Müllerinnungs- verband seine vierte ordentliche Dcr - bandstagung ab. Am Samstag vormittag fand zuerst eine Sitzung der Obermeister statt. Nachmittags fanden sich nach einem gemeinsamen Mittagessen in den Räumen der „Liebigshöhe" zirka 70 Mühlenbesiher aus ganz Hessen zusammen. Geschäftsführer D ä ch e r t begrüßte die Erschienenen im Namen des Verbandes, besonders die Vertreter der Behörden, Beigeordneten 3u- stizrat Dr. Rosenberg als Vertreter der Stadt Gießen, Dr. Lindemann als Vertreter ber Handelskammer Darmstadt, Mühlenbesiher Seipp namens ber Müllerinnung Gießen, Kaufmann Röhr als Vertreter ber Handelskammer Gießen, Mühlenbesiher 3 a k o b i (Pfälzer Müh- lenbesiherverband), Dr. 3ünger (Mühlenchemie Frankfurt a. M.), Mühlenbesiher Dienst, Weilmünster (Hess.-Nass. Mühlenbesiherverb.). Ferner verlas Geschäftsführer D ä ch e r t Schreiben der Provinzialdirektion Gießen, des Kreisamts Darmstadt, des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft und des Deutschen Müllerbun- des, die ihr Fernbleiben infolge anderweitiger 3nanspruchnahme entschuldigten. Sodann gab Geschäftsführer D ä ch e r t einen kurzen Geschäftsbericht über das 3ahr 1928, wobei er betonte, daß die Mitgliederzahl der 15 dem Verbände angehörigen 3nnungen nicht wesentlich abgenommen habe. Er wies ferner auf die wirtschaftliche Notlage der Müller infolge der ungeheuren Steuerlasten und die schwierige Kreditbeschaffung hin und erwähnte die Zweckmäßigkeit der 3nnungen.
Mühlenbesiher Hubertus erstattete Bericht über die Prüfung der 3ahresrechnung, die mit einem Defizit von 446,29 Mk. abschloh, und begründete dieses mit einer zu niedrigen Festsetzung der Mitgliedsbeiträge: Geschäftsführer D ä ch e r t legte alsdann den Haushaltsplan für 1929 vor, der genehmigt wurde.
Hieran schloß sich ein Vortrag von Mühlenbesiher Hubertus über „Müllerei-3n- t e r e s s e n" an. Der Redner erwähnte, daß die Ernte des letzten 3ahres gut gewesen sei, trotzdem konnten aber die Mühlen infolge der ungeheuren Einfuhr von Auslandware geschäftlich keine großen Erfolge erzielen. Es wies ferner auf den verfeinerten Geschmack der Verbraucher hin, die nur noch Auslandmehl verarbeitet sehen wollten. Diesem Mißstand sei trotz des bestehenden Reichsgetreiderats (im Reichstag) nicht abzuhelfen. Er betonte ferner die zu geringe Einschätzung des Müllergewerbes infolge ber unbedeutenden Beschäftigung von Arbeitskräften: hierauf beleuchtete er die Stellung der Bäckerinnuiv gen zur Notlage des Müllergewerbes anhand eines Aufsatzes.
Sodann sprach Dr. 3ünger (Mühlenchemie Frankfurt a. M.) über Getreideverarbeitung, erklärte die chemische Zusammensetzung des Kornes und kam schließlich auf die Verfeinerung des Mehles durch Zusatz von Bleichmitteln zu sprechen, die das deutsche Erzeugnis dem ausländischen gleichwertig machen könne. Er erwähnte ferner den geringeren Nährwert des besser aussehenden Auslandproduktes.
Nach lebhafter Aussprache wurde die Einreichung eines Schreibens an die Müllerberufsgenossenschaft mit der Ditte um Einräumung eines Sitzes in der Delegiertenversammlung beschlossen. Sodann kam die Frage der Feuerversicherung zur Sprache, und es wurde die Absendung eines Deschwerdeschreibens an das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft beschlossen, da die Versicherungsgesellschaften die Aufnahme der Mühlenbetriebe ablehnen, bzw. durch zu hohe Prämienforderungen unmöglich machen. Nachdem noch die Strompreise der Elektrizitätswerke besprochen worden waren, schloß 6er Verbands- vorsihende Scherer die Tagung.
Berliner Börse.
Berlin, 17. Juni. (WTB. Funkspruch.) Im Heu- tigen Frühoerkehr hat sich bisher noch kein Geschäft entwickelt. Die Tendenz scheint aber eher freundlicher zu sein, obwohl das in den bisher genannten Kursen noch nicht zum Ausdruck kommt. Man taxiert Farben 256,5, Siemens 400 und Glanz- stoff, für die die Transaktion mit der Bank anregt, 467. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Paris 124,03, London gegen Mailand 92,67, London gegen Spanien 33,95 zu 33,98, London gegen Kabel 4,8475, London gegen Berlin 20,3325 bis 20,3350, Kabel gegen Berlin 4,1940.
b®1 Darmirciohjelt
RIC^BRANDT'S ÄctuveizerplilLN
Daimler-Benz A.-G., Verkauf stelle Gleisen, Bahnhofstrafee 90/92
Mercedes-Benz Achtzylinder Typ „Nürburg
„Eine Klasse für sich“ a
Typ „Nürburg“ gewinnt bei der Westdeutschen Zuverlässigkeitsfahrt IQ2Q in seiner Wertungsgruppe den ersten Preis und fährt bei der Geschmeidigkeitsprüfung auf dem Nürburgring die beste Zeit aller Kategorien!
MWWM
Neunmal gelagerte Kurbelwelle, Spezialvergaser, Saugrohrheizung, Luft-, Brennstoff- und doppeltes Ölfilter, Bosch-Dynamo-Zündung, unerhörte Straßenlage und damit höchste Fahrsicherheit, Saugluft- Servo-Vierradhremse, Bremsbänder ebenfalls mit Servowirkung, hervorragend weiche Federung mit doppelt wirkenden Stoßdämpfern, selbsttätige Zentralschmierung des ganzen Fahrgestells nach Mercedes-Benz-Spezial-Patenten, daher unereicht bequeme Wartung des Wagens. - Preis der 6-7sitzigen Pullmann-Limousine in vollendeter Ausführung und Ausstattung RM. 15 OOO.- ab Werk
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