Einzelbild herunterladen

tober nach Washington reisen wird, um, mit dem Präsidenten Hoover die Flot­tenabrüstung soweit zu fördern, daß an die übrigen Hauptflottenmächte Einladungen für die Einberufung einer Flottenabrüstungs­konferenz ergehen können. Weiterhin ver­lautet von zuverlässiger Seite, dah die vorberei­tenden Besprechungen sowohl zwischen London und Washington wie zwischen Wacdonald und General Dawes einen durchaus befrie­digenden Verlauf nehmen. Macdonald wird Samstag in einer Wvche eine erneute Aus­sprache mit General Dawes, dem amerika­nischen Botschafter, haben. Aach dieser Be­sprechung hofft man, alle Hindernisse, die gegen­wärtig noch dem Besuch des Ministerpräsidenten in Washington entgegenstehen, beseitigt zu haben. In Washingtoner amtlichen Kreisen glaubt man allgemein, dah es möglich sein wird, noch vor Ende des Jahres eine Tagung der fünf Flottenmächte einzuberufen. Der Dezember wird als der hierfür geeignetste Monat angesehen. Es besteht weitgehende Aebereinstimmung darüber, dah London der beste Platz für diese Zu­sammenkunft wäre.

Schlußsitzung des Weltreklamekongreffes.

Reichskanzler a. $. Är. Luther fordert den Frieden der Gerechtigkeit als Voraussetzung internationaler Zusammenarbeit.

Berlin, 15. Aug. (TU.) Am Donnerstag­dormittag fand die Schlußsitzung des In- ternationalen Reklamekongresses statt, in der wiederum eine Aeihe führender Aeklamefachleute über die ihr Gewerbe bewegenden Probleme sprachen. In seinem Schlußwort wies Präsident Bounggreen auf die ungeheure Arbeitsfülle hin. die der Weltkongreß bewältigt habe. Er richtete Worte herzlichen Dankes im Aamen aller Kongreßteilnehmer an den Reichspräsiden­ten v.Hindenburg, dengreat old man, an die Reichsregierung und vor allem an den Ehrenpräsidenten, Reichskanzler a. D. Dr. Lu­ther. Dr. Luther erklärte u. a., besonders wolle er zum Ausdruck bringen, wie dankbar wir Deutschen den Gästen aus den anderen Ländern seien, die sich zum Weltrellamekongreh in Berlin eingefunden haben. Dr. Luther fuhr fort: Sie haben durch Ihr Kommen eine Platt­form geschaffen, auf der es möglich war, nicht nur die großen und immer mehr anwachsenden Aufgaben des Werbewesens mit Ernst und Hin­gabe zu erörtern, sondern es wurde auch mög­lich. Fortschritte zu machen, zu dem großen Ziel des Sichverstehens unter den Völkern und der Einsetzung aller Kraft für die Werke des Friedens. Die Werke des Friedens, an denen wir heute gearbeitet haben, sollen einen dau­ernden Frieden der Wohlfahrt für alle Völ­ker schaffen helfen. Wir bekennen uns freudig zu der Ueberzeugung von der Macht welt­bewegender Gedanken. Im Haag wird aber auch zur Stunde noch um die Wege zu einer fortschreitenden politischen Befriedung der Welt gerungen. Da kann nicht unerwähnt bleiben, daß alles Wirken auch um einen Frie­den der Wohlfahrt als Voraussetzung die Gewinnung eines Rechtsfriedens hat. Der Aufrüstung der Geister, der wir hier auf einem wichtigen Teilgebiet des allgemein Mensch­lichen gedient haben und weiter dienen wollen, muh eine Abrüstung der Mittel des Krieges parallel gehen. Richt auf eine Gewaltordnung läßt sich die Zukunft der Menschheit aufbauen, sondern nur auf eine Ordnung wirk­licher Gerechtigkeit. Gerade im Hinblick auf mein Doll und mein Vaterland mutz manches in der Welt noch geändert werden, wenn jene dauerhafte Rechtsgrundlage für das Leben der Menschheit errichtet werden soll, die wir alle erhoffen. Dr. Luther schloß mit dem aufrichtigen Wunsch, dah der Geist guten Wil­lens, in dessen Dienst die Arbeit des Welt­reklamekongresses gestellt worden ist, immer mehr zum Beherrscher der Welt werde.

Revolution in Venezuela.

Berlin, 15.Aug. Die Regierung von Vene­zuela hat vor einiger Zeit die Welt mit der Mel- düng überrascht, daß einPi ra te n s chi f f" unter deutscher Flagge einen Putsch ver­sucht habe. Wie sich allmählich herausstellt, han­delt es sich dabei um die Vorbereitung einer neuen Revolution in Venezuela die dritte in die­sem Jahr, welchen (Erfolg sie aber gehabt hat oder noch haben wird, darüber gehen die Mel- düngen weit auseinander. In Venezuela herrscht als ungekrönter König seit fast zwei Jahrzehnten Juan Gorney, bislang als Präsident, seit kurzem als Generalissimus. Seine Persönlichkeit ist stark umstritten. Die einen schildern ihn als einen Räu­berhauptmann, die andern als den Reformator des Landes. Bei den Revolutionsneigungen der Be­völkerung ist es aber kein Wunder, wenn immer wieder Versuche gemacht werden, ihn zu verdrän­gen: Versuche, die allerdings nur Aussicht auf Er­folg haben, wenn ausländische Kapitali- st e n dahinter stehen. Und der Verdacht liegt nicht ganz fern, daß auch hier d i e Am erikaner die Hand im Spiel haben, die sich auf dem üblichen Wege über eine Revolution den entscheidenden Einfluß auf die großen Oelfelder von Venezuela sichern möchten.

Beschlüsse des Züricher Zionistenkongreffes.

Zürich, 15. Aug. (WB.) Der Rat der er­weiterten Iewish Agency wählte zum Prä­sidenten der zionistischen Organisation Pro­fessor Wcitzmann, zu stellvertretenden Vor­sitzenden des Rats den Richtzionisten Louis Marsh al (Reuyork) und den Zionisten Lord Welchett (London). Der Rat wählte ferner den aus 40 Mitgliedern bestehenden Devwal- tungsausschuh. Dieser führt, da der Rat selbst nur alle zwei bis drei Iahre zusammentreten soll, in der Zwischenzeit als Beauftragter des Rates die Geschäfte. Die Hälfte der Mit- glieder des Derwaltungsausschusses sind Richt- z i o n i st e n. Einstimmig faßte der Rat eine Reihe von Entschließungen, in denen u. a. mit Freude festgestellt wird, daß ganz Israel sich für den Wiederaufbau des jüdi- schen nationalen Heims vereinigt habe. Weiterhin werden die Inden in der ganzen Welt aufgefordert, diese heilige Aufgabe zu unterstützen. Ferner wird die Regierung

Großbritanniens ersucht, geschäftliche Maßnahmen zu ergreifen, die das Wachstum des jüdischen nationalen Heims fördern, wobei die Rechte aller Einwohner Palästinas gewahrt bleiben sollen. Dankbar gedenkt dec Rat in einer Entschließung Lord Balfours, des Ur­hebers der historischen Dalfour-Erklärung, und des Barons Eduard Rothschild (Paris), der zum Ehrenpräsidenten der Agency gewählt wurde. Besonders feierlich gestaltete sich die Ratifizierung der Verfassung der erweiterten Iewish Agency. Aachdem dies« einstimmig angenommen worden war. fand die Unterzeichnung der für das Iudentum historischen Urkunde statt. Rach einigen Schlußansprachen wurde sodann die kon­stituierende Versammlung mit dem Absingen der jüdischen Aationalhymne geschlossen.

Kleine politische Nachrichten.

Wie wir von unterrichteter Seite hören, schrei­tet die Besserung im Befinden des Reichskanzlers immer weiter fort. Reichs­kanzler Müller hat in den letzten Tagen schon verschiedene politische Vorträge entge- gengenommen. Staatssekretär P ü n d e r hat dem Reichskanzler über den Stand der Haager Ver­handlungen berichtet.

Der zur Zeit in Berlin weilende Geschwader­chef des italienischenKreuzergeschwa- d e r s , Admiral Rota, wurde durch den Stell­vertreter des Reichskanzlers. Reichswehrminister Dr. Groener, in Anwesenheit des Stellver­treters des Staatssekretärs der Reichskanzlei empfangen. In Begleitung des Admirals Rota befand sich der italienische Marineattachä in Berlin. Monico, und der Adjutant des Ad­mirals.

e

2ln der Verfassungsseier des Staates Pyrmont, bei der der demokratische Landtagsabgeordnete Hauff die Festrede hielt, nahm, wie die Vossische Zeitung mitteilt, auch der frühere Regent des Landes, Fürst Friedrich von Waldeck und Pyr­mont teil.

Die Welffahrt desGrafZeppelin".

Stettin, 15. Aug. (1BB.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" flog um 12.08 Ahr über Stettin und in schneller Fahrt in nordöstlicher Richtung weiter, um 14.55 Uhr über Danzig zu erscheinen, vom Sirenengeheul der im Hasen liegenden Dampfer begrüßt. Es beschrieb in langsamer Fahrt einen Bogen und verschwand dann in Richtung Ostnordost, wenige Minuten vor 16 Uhr wurde Königsberg passiert und um 17 Uhr kam Tilsit in Sicht. Bei bewölktem Himmel und völliger windstille und nied­riger höhe flog derGraf Zeppelin" in langsamer Fahrt über die Stadt, die er in östlicher Richtung wieder verließ, um nach dem Memelland zu fliegen. Das Luftschiff entschwand um 17.25 Ahr den Blicken der Zuschauer, die auf Dächern und Plätzen sich an­gesammelt hatten und ihm begeistert zujubelten. Bon sämtlichen Kirchtürmen läuteten die Glocken, während die Zellstoffabrik ihre Dampfsirenen heulen lieh. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometer überflog derGras Zeppelin" Litauen in nordöstlicher Richtung. Die Fahrt wurde durch den wind begünstigt. Am 18 Ahr MLZ. befand sich das Luftschiff über Seredzlai, wo drei litauische Militärflugzeuge dem Luftschiff bis Dot- nuva das Geleit gaben. Am 19.30 Uhr überflog Graf Zeppelin" die litauisch-lettische Grenze. 20.10 Ahr MEZ. wurde die etwa 40 Kilo­meter östlich Dünaburg an der Düna gelegene Stadl Kreslawka überflogen; zehn Minuten später befand sich das Luftschiff über der lettisch- russischen Grenze.Graf Zeppelin" befand sich um 1.05 Ahr MEZ. über Wyfchnlj-Wo- l o l s ch e k im Gouvernement Twer. Ein Funkspruch desGraf Zeppelin" meldet, dah das Luftschiff wegen der ungünstigen Wetterlage nördlich von Moskau abgebogen sei.

Moskau in Erwartung des Zeppelin-Besuches.

K o w n o , 15. Aug. (Sil. Funkspruch.) Wie aus Moskau berichtet wird, herrscht in der M o s- kauer deutschen Botschaft heute nacht reges Treiben. Zahlreiche Angehörige der deut­schen Kolonie Moskaus besuchen die Bot­

schaft, um Rachrichten über das Eintreffen des LuftschiffesGraf Zeppelin einzuziehen. Dor der Botschaft stehen die deutschen Reichsnngehöri- gen und erwarten in der dunklen Rächt das Luftschiff. Die Kegel der Scheinwerfer vom Cho- dhnka-Feld und vom Zentralflugplatz in Moskau leuchten dauernd den nächtlichen Himmel ab. Ganz Moskau scheint auf den Deinen zu sein, um das seltene Schauspiel zu genießen. Die Moskauer Blätter hängen in ihren Fen­stern laufend die neuesten Standort­meldungen des Luftschiffes aus.

Fahrt ins Ungewisse.

Graf Zeppelin" hat auf seiner Reise um die Welt deutschen Boden verlass en und nähert sich über Rußland bereits der europäisch- asiatischen Grenze. Was ,,®ta' Zeppelin" vor sich hat, bedeutet in jedem Falle eine stau­nenswerte Leistung. Denn selbst, wenn er sich an die Linie der sibirischen Bahn halten sollte, mutz er Gebiete überfliegen, deren Luft­strömungen unbekannt sind, bei denen vielleicht nicht einmal die Karten stimmen. Dazu die Rotwendigkeit eines Dauerflugsvonüber elftausend Kilometer. Das ist eine schwere, aber keine unerfüllbare Aufgabe. Schon auf seiner ersten Amerikafahrt hat das Schiff diesen RÄord geschlagen. Aber vielleicht sind die Bedingungen, unter denen es jetzt der neuen Belastungsprobe ausgesetzt wird, noch ungünstiger als bei der ileberquerung des Ozeans. Dr. Eckener ist sich über die Schwie­rigkeiten, die es zu überwinden gilt, vollkom­men klar. Er will aber gerade durch einen Dauerflug den Beweis der unbegrenzten Mög­lichkeiten erbringen, die in dem Zeppelin-Typ liegen. Fünf Tage mutz er in der Luft blei­ben, auch wenn er über Land ist, von allen Hilfs­mitteln abgeschnitten. Ein kühnes Wagnis, das unternommen werden kann nur im Vertrauen auf die Güte des Schiffs. Wir wollen uns hüten, Dorschutzlorbeeren zu verteilen. Die Begeisterung aber, die das Schiff auf seiner Fahrt über Deutschland gefunden hat. wird dem Führer und der Besatzung ein Beweis sein, wie heiß die Wünsche sind, die das Luftschiff auf feiner Fahrt ins ilngetoiffe begleiten.

Ein Weltkongreß der presse.

Die Reklamefachleute beim Verein deutscher Zeitungsverleger.

Berlin, 15. August. (WB.) Der Verein deutscher Zeitungsverleger veranstal­tete einen Empfang im Hotel Esplanade, zu dem zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps, an der Spitze der Doyen Runtius Pacelli, erschienen. Reben den Vertretern des Auswärtigen Amtes und der Presse­abteilung der Reichsregierung nahmen an dem Empfang eine große Anzahl ausländis cher Zeitungsmänner teil, die aus Anlaß des Weltreklame-Kongresses zur Zeit in Berlin wei­len. Der Vorsitzende des Vereins deutscher Zei­tungsverleger, Kommerzienrat Dr. Krumb» haar, begrüßte die Gäste und schlotz seine An­sprache mit den Worten: Die Augen der Welt sind in diesem Augenblick nach dem Haag ge­richtet, wo die leitenden Staatsmänner vereinigt sind, um mühevoll den Weg zu suchen, der zur endgültigen Befriedung Europas führen soll.

Sie ist nur möglich auf dem Boten der Ge­rechtigkeit und Gleichberechtigung der Völker, wir Deutsche leiden unter vielem, was wir als Ungerechtigkeit und als unvereinbar mit dem Geiste der Humanität empfinden. An Sie, meine Herren Vertreter der Weltpresse, richte ich die Bitte: werben Sie für den Sieg der Wahrheit und Gerechtigkeit.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten, Dr. S h u r m a n, dankte namens des Diplomatischen Korps und aller ausländischen Gäste für die Liebenswürdigkeit der deutschen Gastgeber.

Marcel Knecht vom PariserMatin" dankte hierauf für die französische Delegation. Kom­merzienrat Dr. Reven-Dumont, Köln, führte aus: Die Presse hat eine gewaltige Macht in der Hand. Der großen Macht entspricht die große Verantwortung. Wir dürfen in Europa nicht nur in Ländern, sondern wir müssen in Kontinenten denken (lebhafter Beifall). Erst soll man in gutem Sinne national, bann aber darüber hinaus an die gesamte Menschheit denken.

Es sollen nicht wieder 25 Jahre vergehen, bis wiederum die Männer der Presse aus aller wett einmal so zusammenkommen, wie es heute geschehen ist, sei es in Berlin, Paris, Ehikago oder sonstwo, hätten wir vor 15 Jahren die Möglichkeit einer persönlichen Aussprache und Verständigung - unter den Presseleuten gehabt, dann wäre das furcht­bare Anglück des Weltkrieges nicht über die Völker hereingebrochen.

Daß ein solches Unglück nicht wiederkehrt, dafür müssen wir Zeitungsleute sorgen. Hierauf erhob sich Botschafter Sh u r m a n nochmals und unter­strich in englischer Sprache den Gedanken dieses Weltkongresses der Presse. Es'werde jetzt die Ausgabe aller derer, die sich für diesen Gedanken einsetzen, sein, es nicht bei den Bankett­reden bewenden zu lassen, sondern dem Gedanken eine planvolle Ausgestaltung zu geben.

Aus aller Welt.

Englische Kirchenmänner in der Reichshauptstadt.

Eine Abordnung von zwanzig englischen Geist­lichen ist unter Führung des Lordbischofs Ri­pon und des Londoner Universitätsprofessors Garvie am Donnerstag mittag von Hamburg in Berlin eingetrofsen. Rach einem Imbiß be­grüßte Vizepräsident D. Dr. Bur g ha r t (Ber­lin) im Äamen der deutschen Vere ini- gun g für internationale Freund- schastsarbeit der Kirchen die Gäste und erinnerte an den Besuch der zwanzig deut­schen Geistlichen in England im Vorjahre. In fliehendem Deutsch erwiderte im Aamen der englischen Abordnung Canon Guy Rogers aus Birmingham. Die beiden Völker Deutschland und England feien in der Vergangenheit seelisch voneinander zu weit entfernt gewesen. Es fei die Aufgabe auch dieses Besuches, einandev kennenzulemen und dadurch die Sache des Frie­dens, für die der Weltbund für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen arbeite, zu för­dern. Unter starkem Beifall führte der Canon aus, daß es der ernste Wunsch unb die tiefe Hoffnung aller Glieder der englischen Abordnung sei, daß die britischen Desatzungs­truppen das kommende Weihnachtsfest in ihrer Heimat feiern möchten. Für die russisch- orthodoxe Kirche in Deutschland sprach Bischof T h ch o n (Berlin). Unter den Gästen bemerkte man zahlreiche führende Dertreter des kirch­lichen Lebens in Deutschland.

Der Tod des Rechnungsrats vendti.

Der Tod des bei St. Anton in Tirol ermor­det aufgefundenen Berliner RechnungsratL Vendt beschäftigt jetzt auch die Berliner Kriminal­polizei. Der Baumeister Fritz Becker-, ein Freund des Toten, kehrte von seiner Serienreife zurück und gab der Kriminalpolizei Auskunft über fein Zusammensein mit Dendt. Beide Her­ren sind Mitglieder des Alpenvereins, Sektion Brandenburg. Am 31. Iuli fuhr Becker mit dem 70jährigen Dendt nach St. Anton, wo beide im Touristenheim Klatenbach Wohnung nahmen. <Im Sonntag, dem 11. August, machte Dendt den Dnr- schlag, gemeinsam zur Darmstadter

Hütte aufzusteigen. Decker lehnte die Beteili­gung aber wegen des ungünstigen Wetters ab. Gegen 14 Uhr verabschiedete er sich von ihm. Rach feinen Bekundungen war der alte Dendt sehr schwerhörig unb infolge dieses Lei­dens gegen neue Bekanntschaften äußerst zu­rückhaltend. Er gehörte auch zu den Berg­steigern, die stets ohne Führer ihre Tou­ren unternehmen. Rach Ansicht des Baumeisters hatte Dendt bet der Abreise etwa 450 Mk. bei sich, von denen er bis zum 11. August etwa 150 Wk. verbraucht haben dürfte.

Tödlicher Absturz am Matterhorn.

Zwei Fräulein Schieß aus Freiburg i.Dr., Töchter des Iustizrats Schieß, hatten in Be­gleitung eines Oberländer Bergfüchrers und des bekannten Alpinisten Dr. (Beaueiair, eben­falls aus Freiburg i. Br., das Matterhorn be­stiegen. Beim 2ll>stieg stürzten unterhalb der Solvay-Hütte Dr. Beauelair und eine der beiden Damen, die am gleichen Seile gingen wie er, etwa 200 Meter ab und blieben tot lie­gen. Eine zwölf Mann starke Rettungskolonne ist zur Bergung der Leichen von Zermatt au3 abgegangen. ...

Die rumänische Rattonaloper exmittiert.

Am Dienstagmittag wurde die Bukarester Ra­tionaloper, die in einem Priva t h a u§e un­tergebracht ist, ausquartiert und das gesamte Mobiliar auf die Straße gestellt. 40 Arbeiter haben in stundenlanger Arbeit sämtliche Kulissen, die Garderoben des KünstLerpersonals. sowie alle nicht niet- unb nagelfest angebrachten Apparate der Bühneneinrichtung aus dem Hause getragen und hinter dem Opernhause aufgestapelt. Kurz nach dieser Ausquartterung , ging über Bukarest ein wolkenbruchartiges Ge­wi 11 er nieder. Durch die Wassermassen wurden das Mobiliar unb besonders die Kostüme nahezu vollständig vernichtet. Der rumänische Staat ist dem Eigentümer des Hauses, i dem die Oper untergebracht ist, seit Iahre. die Miete schuldig. Die Hauseigentümer haben sich schließlich zu einer Klage entschlossen und siegten in allen Instanzen. Rach einem Ein­greifen des Ministerpräsidenten Maniu erhielten die Eigentümer deS Hauses eine Abschlags­zahlung. Als weitere Zahlungen aber nicht z»u erlangen waren, machten die Hauseigentümer kurzen Prozeß und ließen die Rationaloper durch Gerichtsorgane einfach vor die Tür feiert Die Bukarester Presse bezeichnet diesen Dorfall als eine Kulturschande unb alle Blätter ohne Unterschieb der Parteistellung greifen bie ver­antwortlichen Regierungsstellen aufs schärfste an.

Raubüberfall auf eine Reichsbanknebenstelle.

Vormittags gegen 11 Uhr betrat ein Mann das Lokal der Reichsbanknebenstelle in Muskau und zog, nachdem er die Tür hinter sich geschloffen hatte, mit den Worten:Hände hoch!" einen R e d o l d e r, den er auf den im Zimmer befindlichen Beamten richtete. Als der im Nebenzimmer sich aufhaltende Reichsbankrat Böhme das hörte, gab er aus feiner Pistole sofort 8 Schüsse auf den Verbrecher ab, von denen einige ge­troffen haben. Der Verbrecher verließ flüchtend den Raum und verschwand, ohne daß man bisher seine Spur entdecken konnte. Polizei und Landjäger find auf der Suche nach dem verwundeten Räuber, der, nach dem im Zimmer hinterlassenen Blutlachen zu urteilen, verletzt sein muß.

Ein neues Segelboot für Paul Müller.

In Charleston (Südkarolina) übergab die Bürgerschaft dem deutschen Seefahrer Paul Müller für sein am 28. Iuni im Sturm gesun­kenes Segelboot, mit dem er ohne Begleitung b»n Ozean überquert hatte, ein neues Segelboot.

Die Wetterlage.

Wettervoraussage.

o

45

-Jan Mayen-

iberdten-

O

:kh

:Kordoyäfr-

o wolkenlos O neuer. ®naiD Deacon. ® wolkig. ® oedecxi eRegtiK » Schnee c Oraupein. e NeOel K üewitter.(g)windstilic.o «nr «tente» Ost massige» Südsüdwest. q siurimstncf tordwest Oie pfeue fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen dienenden Zah­len gehen die Temperatur an. Pie Limen verDindeo Orte mit gleichem auf Meeresniveau umaertchneteo Luftdruck

x do h rT @ @d0

ruat.

PoonersUtL fe, August, _l9297h abds.

Die Herrschaft des hohen Druckes dürfte durch die neuerdings herannahenben Störungen be­einflußt werden. Westlich von Irland lagert ein Fallgebiet und über der Biscaha hat sich eben­falls eine Störung herausgebildet. Der toiebei einsetzende Temperaturanstieg dauert fort, unt durch den Einfluß der Störungen wird es zu Bewölkung und vielfachen Gewitterstörunger kommen.

W e 11 e r d o r a u s f a g« für Samstag Aufkommende Bewölkung mit stellenweisen Gewit­terstörungen und Niederschlägen, warm.

Wettervoraussage für Sonntag Wechselnde Bewölkung, später leichter Temperatur ruckgang und Neigung zu strichweisen Nieder­schlägen.

Lufttemperaturen am 15. August: mittaag 25,2 Grad Celsius abends 19,2 Grad: am 16. August: morgens 16 Grad. Maximum 26,5 Grad, Minimum 13,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 15. August: abends 26,2 Grad: am 16. August: mor­gens 19 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 8X Stunden.