Einzelbild herunterladen

Nr. 40 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag. *6. Zebruar (920

MaaR

markt blieb jedoch tociterl

kurzfristigen Verkehr sehr , _

stand am hiesigen Platz zu 4 Prozent stets so reichlich zur V.rfügung. daß nicht unerheblicher

gerechtere Regelung des Staatszuschus.es als bis­her. «lwa aus der Grundlage des Vrrnbaumlchen Antrages, noch einmal bei der künftigen Etat- beralung im Landtagsplenum unternommen wird. Hierzu ist es jedoch nach unserer Ansicht er» forderlich, da) minde lens die Gießener Lardlags- abgeordne en Frau Roll und Herr Mann von den Sozialdemokraten, Amtsgericht5dire!tor Keller vom Zentrum und Frau Birnbaum von der Deutschen Volkspartri einen ge­meinsamen Antrag d rser Art im Landtage cinbringen, dessen volle Berechtigung insbeson­dere Herr Abg. Mann als Siebener Stadt- vrrordne.er, M tglird des Finanzausschusses un­serer Sladtverordneteir-Versammlung und guter Kenner unserer E^atverhä'tnisse mit Leichligkeit wird nachweisen können. Man darf aber wohl auch erwarten, daß die übrigen Landtags- abgeordneten aus Oberhessen einem solchen Antrag ihre Unterstützung zutril Werder lassen und durch sachliche Aufklärung ihrer Frak­tionen m'-tlselsen werden, das durch den Finanz- ausschubbeschluh erneut dokumentierte Zuschuß- unrecht aus der We.t zu schaffen. Lind schließlich sei noch der Erwartung Ausdruck gegeben, dab auch die Regierung selbst ihre genaue Kenntnis der Dinge an Aufklärung und Aus- kunsterteilung Hai es die Gießener Stad.verwal- tung unseres Wissens nicht fehlen lassen nicht für sich behalten und sich noch weiterhin mit platonischen Wohlwollenserklärungen begnügen wird, sondern daß sie sich int Plenum entschieden i>aju bekennt, daß dem Gießener und zugleich oberhe,fischen Theater nun endlich das Maß von staatlicher Fürsorge zuteil wird, um das Gießen sich nun schon seit Jahren bemüht und daS auch nach einer Reuordnung noch auher-

schon vollkommen die geistige Blickweite.

Wie die Erfahrung lehrt, ist die Etatarbeit im Finan'ausschuß in den allermeisten Fällen entscleidend für die Stellungnahme des Ple­nums. T.otzdem mach'.en wir wünschen, daß der Versuch, für das Gießener Stadttheater eine

ordentlich weit hinter den staatlichen Zuwendun­gen an die Darmstädter Bühne zurücksteht.

Das Stiefkind des Hessischen Landtags

Taten für Sonntag. 17. Februar.

Sonnenaufgang 7.11 Uhr: Sonnenuntergang 17.18 Uhr. Mondausgang 10.21 Uhr; Mondunter- gang 1.43 Uhr.

1600: der Philosoph Giordano Bruno aus Nola wird in Rom verbrannt: 1854: der Großin­dustrielle Friedrich Alfred Krupp in Esten geboren; 1856: der Dichter Heinrich Heine in Paris ge­storben.

Taten für Montag. 18 Februar.

1546: Martin Luther in Eicleben «starben; 1561: der Bildhauer und Maler Michelangelo Bvo- narotti in Rom gestorben: 1857: der Waler. Radierer und Bildhauer Max Klinge jn Leipzig geboren. ___

Der neue Wetzlarer Etat.

IZ Wetzlar, 14. Febr. Früher als in den letzten Jahren hac unsere eo.avtverwallung den Vor­anschlag zum städtischen Etat für 1 929 der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht. Die Beratungen in den Ausschüssen und im Plenum der Stadtverordnetenversammlung sollen noch im Lause dieses Monats beendet werden. Ob hier- bei schon die Ergebnisse der von der Regierung eingesetzten Prüfungskommission ausgewertet wor­den sind, ist nicht bekannt. Der Etat für 1929 sieht wie dieser Tage schon kurz berichtet in seinen Endsummen eine Einnahme von 4 845 000 Mark und eine Ausgabe in gleicher Höhe vor. Er ist um 145 000 Mark höher als sein Vor­gänger, bei dessen Verabschiedung im vorigen Jahre bekanntlich größere Meinungsverschieden, heilen in bezug auf das Sollaufkommen an Real- struern und deren beabsichtigte Erhöhung entstanden waren. Reu an dem diesjährigen Etatsvoranschlag ist die vorgeschlagcne Er­höhung der Grundvermögenssteuer von 250 aus 350 Prozent, was eine Mehreinnahme von rund 100 000 Mark bedeutet. Die Gewerbesteuer ist mit 625 Prozent vom Ertrag und 2500 Prozent von der Lohnsumme gleich geblieben: der Soll- ertrag der letzteren ist mit 700 000 Mark ver­anschlagt. Der Anteil der Wohngemeinden an der Gewerbesteuer ist mit 80 000 Mark etatisiert. Dies bedeutet, daß die Stadt mehr als 11 Pro­zent ihres Ertrags an Gewerbesteuer an die um­liegenden Gemeinden ab.ühren muß. Reu ist ferner im diesjährigen Etat eine erhebliche Stei-

:hin namentlich im leicht. Tagesgeld

Bei 20 Grad minus im Flugzeug von Berlin nach Frankfurt am Main

Don einem Gießener.

..Einsteigen nach Halle, Erfurt, Stuttgart, nach Frankfurt a. M. in Erfurt umsteigen." Wintermantel angezogen, Kranen hoch und aus dem angenehm warmen Wartesaal hinaus auf das Tempelhofer Feld, über das ein eisiger Oststurm hinwegbraust. Das Großflugzeug stehl gefesselt, mit zitternden

ihren berechtig.en Anforderungen an den Staat um etwas mehr Hilseteistung als bisher für ein ihnen wichtiges Kunstinstitut Geltung zu ver- schaffen. Das Ge ühl kann man in Gießen nicht loswerdcn, daß für gewisse Landtagsmilglieder Oberhessen . samt seiner Hauptstadt auch heute noch nurSibirien' ist, daß diese Vo.ksbotcn sich nicht als Abgeordnete des ganzen Landes Hessen fühlen, sondern nur als Bezirksinteressen. Vertreter, und diese merkwürdige Einstellung dann so soltsame Ergebni.se zei.igt, wie die jetzige tft- nanzausschuß.Bcschlußfassung über die Anträge Birnbaum und Storck. Die Herren der dinar.5. ausschuß-Mchrhcit haben sich anscheinend auch Wei.er leine Eedanlen darüber gemacht, in welche Lage sie ihre Landtagskol'egen aus Ober- Hessen und Gießen durch den jetzigen Mehrheits­beschluß gebracht Haden. ÜI. E. kann man von den oberhessischcn. insbesondere aber von den Gießener Landtagsmitgliedern doch w.rk ich nicht verlangen, daß sie nun für den gewaltigen Staatszuschuß an das Landestheater in Darm- stadt, von dem das Land so gut wie gar nichts hat, sondern das doch nur als Darmstädter Stadtth:a er anzusehen ist, stinmen werden, nach­dem sie eben die stiefmütterliche, ungerechte Be­handlung des eigenen oberhessischen und Gießener Theaters in neuer Auflage erlebt haben. Irgend­eine mora.ische Eroberung in Oberhe,sen hat o- fensichtlich für die Mehrheit des Finanzaus­schusses des Landtages keinerlei Bedeutung, bei ihr beherrscht anscheinend die rhein-mainische Gruppierung um Franlfurt und Darmstadt herum

smaragdgrün, rosa und geht in wundervollem Farbenspiel über in den schneeweißen Nebel, der unter uns alles zudeckt. Ein tiefes, wohliges Gefühl der Einsamkeit, des engen Derbundenfeins mit der Allmutter Natur erfaßt die Menschenseele, die sich I vollkommen losgelöst, freischwebend zwischen Him­mel und Erde befindet. In tiefer Andacht geniest man dieses Bild, das an Einfachheit und Erhaben- I heil seinesgleichen sucht.

Der Mo.or vermindert feine Tourenzahl. Das SchildAchtung, Landung, Anschnallen" leuchtet auf, unser Flugzeug senkt sich langsam, es geht hinein in den weißen Rebel und in wenigen Augenblicken landen wir glatt auf dem Flugplatz Halle-Leipzig. Rach 10 Minuten, die ge­rade zu einemSchälchen Heeßen" langen, gehts wieder weiter nach Erfurt. Da unten auf der I Erde ist nichts von der Pracht zu erkennen, die uns über dem Rebelmeer erwartet. Unser mensch­liches Auge kann die graue Dunstschicht ebenso- wenig durchdringen, wie die Sonnenstrahlen, denen der Weg zur Erde versperrt ist.Hoffent­lich kommen wir durch", meinte unser Pilot. In wenigen Minuten sind wir durch den Rebel durchgestoßen und schweben wiednr über dem weißen Meere, über dem als Orientierungspunkte wieder Harz und Thüringerwild hervortreten. Als wir uns kurz hinter Halle-Leipzig der Stadt Merseburg an der Saale nähern, traten aus dem weißen Rebel ganz gewaltige Dampf- Wolken heraus, als wenn da unten ein mächtiger Krater sich aufgetan hätte. Immer in neuen Ballen treten die Dampf Wolken aus dem Rebel hervor und ziehen langsam in unserer Flugrich- tung über der Rebeloberfläche dahin, Leuna, das große Ammoniakwerk mit fei :en gewaltigen Schornsteinen liegt unter uns. Hinter Erfurt, wo Flugzeug und Führer wechseln, wird es wie­der lichter unter uns. Die bewaldeten Höhen des Thüringer Waldes liegen unter uns. Die Rächtnebel haben die Bäume mit einem ent­zückenden Raureif überzogen. Hie und da sieht man die Spuren eifriger Skiläufer, auch Wild- spuren sind deutlich zu erkennen, dmn mir schwe­ben nur '200 bis 300 Meter über den Höhen dahin. Rechts sieht man die Wartburg auf- tauchen und erkennt einige Häuser vonG i's e n a ch. Es ist merkwürdig, wie ruhig und ohne das ge- | ringfte Schwanken unser Riesenvozel mil seinen , 170 Stundenkilometer dahinrast, mann kann ruhig schreiben: auch hat man sich an den Lärm des Motors so gewöhnt, daß dieser den Genuß in keiner Weise beeinträchtigt.

Der Thüringer Wald neigt sich dem Ende zu, die Rhön mit der W a s s e r k u v p e tritt links hervor. Der Unterschied dieser beiden Gebirge tritt einem von hier oben besonders deutlich entgegen. Die lieblichen sanften Höhen des Thü­ringer Waldes kontrastieren stark mit denRhbn- lüppel, die ihren vulkanischen Ursprung auch in der Form nicht verleugnen können. Fulda, die alle Dischvfsstadt. wird in 800 Meter überflogen und dann gehts in gerader Linie nach dem Kinzigtal. das seiner ganzen Länge nach in we­nigen Minuten überflogen wird. In unendlich vielen Windungen schlängelt sich dieser voll­kommen zugefrorene Bach durch die bewaldeten Höhen. Links unter uns liegt die alte Kaiser­pfalz Gelnhausen, deren Ko turen unter ter Schneedecke besonders scharf hervortreten. Das Sisberband des vereisten Maines taucht auf, und nun hören die Städte und Dörfer des reich­besiedelten Maintals nicht mehr auf. Der Main ist teilweise ganz zugefroren, und an einzelnen Stellen ziehen langsam Eisschollen talabwärts, um sich an der nächsten Ei sperre festzusetzen. Die tausende von Fabriken in und um Frankfurt senden ihre Rauchwolken in die klare Luft und geben dem Bild da unten einen grauen, finsteren Anstrich. DerParrtorm" lugt mit seiner Seitz« aus Häufermeer und Dunst empor, die Drei­königskirchedribb der Bach" ragt mit ihrem feinen Turm wie ein seingesvihtes Bleistift gen Himmel. Zeil, Kaiserstraße, Dahn of sauste 1 wie ein Film unter uns weg. zwei große Schleifen Achtung. Landung. Anschnallen" und wir rollen über den Boden nach dem Flughafengebäude.

In drei Stunden reiner Flugzeit von Berlin nach Frankfurt! Eine ganze Tages­fahrt im Auto und in der Eisenbahn kann das nicht im entferntesten bieten, was diese wenigen Stunden dem Auge u nd der Seele zu geben vermögen. Solche Eindrücke bleiben ewig.

Tleberstand vcrblieo. Auch Monatsgeld war an* geboten, die Rach,rage blieb jedoch gering. Die Rückzahl ngen von kurz ristigcn Auslanl. sgeldern setzten sich in größerem Umfange fort, so daß die Devifenkurse wieder eine ansehnliche Höhe erreichten und die Reichsbank tägstch De­visen abgeben mußte, um ein weiteres Steigen der Kurse zu verhindern. Allgemein geschästs* hemmend wirkte der Beginn der Repara­tionsverhandlungen in Paris wenn auch die Börse hinsichtlich des Ergebnisfes dieser Der- hondlungen nicht gerade peffimiftisch gestimmt war. Aus den meisten Mark en wurden zunächst kleine Abgaben vorgenommen, dir bei der gerin­gen Aufnahmelust des Marktes meist zu Kurs­rückgängen führten. Etwas st'rler im An­gebot lagen Schiffahrtswerte, da üher die vor­aussichtliche Dividende der Hapag Ungewißheit

behandelt zu werden, hat durch diesen unglück­seligen Beschluß in Gießen erneut eine bedeu­tende Verstärkung erfahren. Man erinnert sich hierbei der un,reundlich:n Haltung der maß­gebenden Stellen im Staate gegenüber Gießen in der Frage der Studienanstalt vor einigen Jah­ren, wo man in Darmstadt Gießen auch als fünf­tes Rad a.n Staalswagen ansah. Man sagt sich, daß die Regierung und der Landtag die Gießener Steuerzahler bei der Leistung des Steuertributs sehr wohl zu finden wissen, sich ihrer aber nicht erinnern wollen, wenn es sich darum handelt.

gerung der Zinsenlast bei einzelnen Abteilungen, besonders bei der Dauverwaltung für Str aßen - bauten und bei der Friedhof «Verwaltung für das Krematorium usw. Wie wir hören, find zur Zeit die Derussvertretungen, tote Handels­kammer und Handwerkskammer, ferner auch der Haus- und Grundbesiherverein mit der Prü­fung des Etats und der Steuervorschläge be­schäftigt. Hier werden zuerst die Stampfe um die Steuern auSgetreqen, und es ist damit zu rechnen, daß besonders die beabsichtigte Erhöhung der Grundvermögensueuer auf den entschiedenen Widerstand des Haus- und Grundbesitzes stoßen wird. Rach den Vorgängen, im vorigen Jahre zu schließen, wird auch im Stadtverordneten- kollegium wenig Reigung für eine solche <S1> Höhung vorhanden sein, besonders da hierdurch auch eine Erhöhung der Mieten um etwa 2 Pro­zent eintreten wird. Eine gerechte Lösung dec Steuerfrage ist für die Stadtverwaltung, wie auch für die Stadtverordneten schwierig, beson­ders da den Städten andere Ausgleichsmöglich* kei.ten als die wenigen für sie noch offettgehalte­nen Steuerquellen nicht zur Verfügung stehen. Inwieweit eine wesentliche Herabsetzung der Aus­gabepositionen oder eine stärkere Schätzung dec Einnahmen möglich sein wird, um die beabsich­tigte Vermehrung der GrundvermögenSsteucr zu verhindern, muß den Beratungen der Stadt­verordneten und der Stadtverwaltung überlas­sen bleiben.

Wirtschaft.

Sinkende Unternehmungslust.

Mit finkender Geschäftstätigkeit vermindern sich naturgemäß auch die Ars-räche der Wirt­schaft an dem Geldmarkt. 3m Januar wird z. D. allein in den ausges rochenen Saisonberufen (ohne Landwir.schäft) nach einer überschlägigen Schätzung des Instituts für Konjunkturforschung ein um rund 140 bis 139 Millionen Mark ge­ringerer Betrag für Lohnzahlungen benötigt, als im Oktober, dem saisonmäßigen Höhepunkt des wir.schaftlichen Tätigk i sgrades. In den Mona­ten Rovrmber und Dezember wird dies: Ab­nahme des Geldbedarfs noch durch die gesteiger­ten Ai s. räche der Konfumwirtschaft (Weihnachts­geschäft) überdeckt. Im Januar und Februar dagegen läßt mit dem starken Rückgang der Einzelhandel-Zähe die Geldnachfrage stark nach: der Geldumlauf pflegte in den letzten Jahren im Durchschnitt der Monate Januar und Fe­bruar um etwa 150 Mill. Mk. niedriger zu sein als im Durchschnitt des vovausgegangenen vierten Kalendervier. elj ahreS.

Die saisonmäßige Stagnation, die den Rück­gang von Beschäftigung und Umsätzen in den letzten Wochen bef^leunigt hat, hat somit auf dem Geldmarkt die (Snlf.xnmung gefördert. Bis Ende Februar ist noch damit zu rechnen, daß saisonmäßige Momente die Entspannung auf dem Geldmarit fördern können. Dagegen wird in den FrühjahrSmonaten, in denen 'Beschäftigung und Umsätze in der Gesamtwirtschast wieder zunehmen, die Saisontendenz einer Entspannung entgegen" wirken. Wenn sich auch die Erleichterung in den nächsten Monaten vielleicht wieder etwas lang­samer sortsetzen wird, so ist doch anzunehmen, daß fie im Vergleich mit den entsprechenden Monaten des Vorjahres anhält, denn die Erhöhung der Beschäftigung in den Saisongewerben setzt zu ci.J/.n Zeitpunkt ein, zu dem in den übrigen Wirt­schaftszweigen der Geschäftsumfang geringer ist als im Vorjahr. Das heißt mit anderen Worten, daß der ©cf amt umfang der Wirtschaftstäti zkeit bei der augenblicklichen Konjunkturlage geringes bleiben wird.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

An der Börse kam in dieser Woche die Hm* satztä.iglcit fast ganz ich ins Stockem Die all­gemeine Geschäfts stille und L u st - losigteit erreichte ein kaum noch zu über* bictenoeS Ausmaß. Das private Publikum fehlte wieder vollkommen am Markte, nur aus dem Auslande sollen hier und da kleine Kauforders eingetrofsen sein. Die Spekulation verhielt sich pasiiv, da verschiedene Momente starke Zurück­haltung verursachtem Man hegte vor allem Be* sorgniste. daß die amerikanischen Federal Re­serve-Banken dem Betspiel der Bank von Eng­land folgen und ebenfalls eine Erhöhung de» Diskontrate vornehmen würdem E.enso erwar­tete man eine Heraufsetzung des Diskontsatz in j Amsterdam, deren Einwirkungen auf die deutschen Geldmarktvcrhältnisse allerdings nicht so ein­schneidend wie eine Veränderung des amerikani* fchen Satzes fein dürsten. Der deutsche Geld-

boden. Havel und Havelseen sind in Eisfesseln ge­schlagen, glänzend weiß fchimmern die beschneiten Felder, wie kleine, mit Zucker bestreute Hexen- Häuschen lugen Gehöfte und Dörfer herauf, dunkel heben sich die zahlreichen Waldparzellen aus dem weißen Tischtuch. Die noch tiefstehende Morgen- sonne wirst herrliche Lichtreflexe von den zahlreichen Flächen der Docke und Seen. Jede, auch die ge­ringste Bodenwelle, ist zu erkennen. Das Auge ist oft geblendet von dem glitzernden Bilde, das sich uns einsamen Menschlein hier oben in dem sausen- handeltl I den Flugzeug bietet. Hie und da keucht ein Güter-

Dor wenigen Tagen hat nun die Abg. Frau zug oder ein V-Zug von und nach der Hauptstadt. Birnbaum erneut den Versuch unternommen, Es macht manchmal den Eindruck, als wollten diefe den Landtag zu einer für Gießen günstigeren Zu- Züge mit uns da oben Schritt halten, aber olle An- schußregelung zu gewinnem Sie beantragte im ftrengungen nutzen nichts: in wenigen Sekunden Fina:.zau^fa), in dem zur Zeit die entscheidende sind die Eisenbahnzüge überholt und verschwinden Etatarbeit geleistet wird, dem Gießener Stadt- schnell im Dunstkreis des Bodens. Die sonst von theuter einen StaatZzuschuh von etwa 25 000 Mk. Autos und Radfahrern bevölkerten Landstraßen zu gewähren. Dieser Antrag wurde, wie wir am sind tot und menschenleer, die eisige Kalte treibt die Donnerstag berichteten, vom Finanzausschuß mit Menschen hinein in de schützenden Hauser. _ alten gegen zwei Stimmen abgllehat. Ein Antrag Wir haben 1200 Meter überschritten. Merkwur- Dcs Abg. Storck (Soz.) in weniger präzisierter digerwcise ist die Außentemperatur aus 9 Grad Fassung, der tu Regierung ermächtigt sehen minus gestiegen, die Temperatur in der Kabine »ft wollte, den Zuschuß für das Stadttheater zu Eie- langsam gesunken, so daß die mitgebrockte Rcise- ßen entsprechend zu erhöhen, verfiel mit 8 gegen 4 decke sehr angenehm empfunden wird. Man ver- etimn.cn ebenfalls der Ablehnung. Mit dieser spürt aber de Kälte rar nicht so schw weil die Beschlußfassung hat der Finanzausschuß des märchenhaft schönen Bilder Auge und Seele ganz Landtages das bisherige schwere Unrecht, die erfüllen. Ganz in der Ferne Halbrechts der ülug= Verletzung des bescheidensten An,pruchs auf float- ricktung Wucht dos Drockenmassio wie eine lichc Gerechtigkeit erneut und weithin sichtbar Insel aus dem Meere des weißen Dodenmontels bekundet. In Gießen, aber auch darüber hinaus, auf# hie Brockenhäuser sind deutlich zu enennen. wo man für die kulturelle und künstlerische Be- gjnfe vor uns tritt die lange dunkle Wellenlinie Deutung unseres Stadltheaters, wie auch für das des Thüringer Waldes hervor. Wahrend Gerechtlgleicsgebot mehr Sinn hat als im Finanz» sich die Konturen dieser beiden Dergzuge scharf von au^schuß deü hessischen Landtages, hat man diesen dem tiefbunfclblauen Himmel obheben, hat sich der Beschluß mit Bitterkeit zur Kenntnis genommen. Boden unter uns mit einer dünnen weißen Dunst- Das Gefühl, von Darmstadt aus stiefmütterlich schicht überzogen, die langsam an Dichte zunimmt, - - ...K.H ... .s it-infiirf- I QyC5 unter uns von einer nahezu undurchsich­

tigen alatten schneeweißen Nebelschicht überzogen ist. Nur hie und da kann man eine Landstraße an der parallel verlausenden Linie der Dbftbäume erken­nen Dörfer und Städte sind nur noch an der etwas dunkleren Rauchschicht zu erkennen, die über ihnen lagert. Auf der weißen Nebelschickt zieht der Schat­ten unseres Flugzeugs dahin. Der Himmel über uns ist tiefblau, nur in unendlichen Höhen, viel­leicht 8000 bis 10 000 Meter über uns find feine Eis-Strichwolken zu erkennen. Das tiefe Blau des Zeniths verblaßt langsam noch dem Horizont, wird

Seit Jahren läßt sich der hessische Staat die Förderung der Kunst seh* angelegen sein. Er gewährt durch die Bewilligungen des Landtages umfangreiche Mittel für daS Theater, die schaf­fenden Künstle:, das schöngeistige Schrifttum u,w. Der Hauptteil der staatlichen Fürsorge aus die­sem Gebiete kommt dem Theater zugute. Mit Recht, denn gerade durch dies« AuSdruckssorm der Kunst wird der stärkste Einfluß auf das geistige Leuen des Volkes und die Hebung des .............. 0...........

allgemeine.l Bildungsniveaus ausgeübt. So sehr Flügeln, wie ein Urwelttier, zum Abflug bereit,

wir einverstanden sind mit dieser grundsätzlichen Der Propeller läuft schon auf hohe Tourenzahl und

Stellungnahme der Regierung und des Land- mirbelt in mächtigen Wolken den glitzernden Schnee­tages, so nachdrücklich haben wir al er De» ftaub über die spiegelglatte vereiste Bodenfläche, so-

fchwerde zu führen über die Anwendung dieses ^ß man nur mit Mühe zur (Eingangstür des Flug-

Grundsatzes in der Praxis. Schon vor zwei ^ugs gelangen kann. Außer dem Bordfunker ist

Jahren haben wir es als ein schweres Unrecht niemand in der Kabine, die angenehm erwärmt ist.

bezrichnet, daß bei der Verteilung des Die Handtasche wird verstaut, die übrigen Formali-

Staatszuschusses sür die mahgeben- löten sind schnell erledigt.

den hessischen Theater entgegen je,liebem Gin Händedruck mit dem Piloten, von dem man Gerechtigleitsgebot verfahren wird. Für das ,aum die Nase sieht, den man aber schon von frü- Landestheater in Darmstadt, das doch Flügen kennt, ein fröhlichesOlücfab" des

nichts anderes ist als das Darmstädter Stadt- H^^Stationsvorstehers" und desLupo- theater und während der Landtagsarbeiten das Cannes", bie Haltestangen werden gelöst und die Thrater ter Parlamentarier, gibt der hessische Bremssäcke entfernt. Donnernd rast das Untier

Staat jährlich rund 500 000 Mark Zu- über die glatte Fläche, biegt in kurzem Dogen gegen

schuß, und bei Neuanschaffungen sür dieses bie Windrichtung ein und hinaus gehts, der Sonne Institut werden oelondert noch weitere Mittel entgegen. Zahllose Spuren von Spornen und

bewilligt. Dem Stadttheater in Ti a i n a Rädern der Flugzeuge sind in die Schneedecke des

hilft der Staat mit einen Jahreszuschuß von Flugplatzes eingegraben. Die Gebäulichkeiten des

rund 30 0 0 0 M k. Schon ein gewaltiger Ab- Flughafens werden kleiner, wir wenden der

stand von Darmstadtl f,ür taZ S t a d 11 he a t e r Reichshaupt ft adt den Rücken und schrauben in Gießen hat ter Staat a 11 j ä h r l 1 ch n u r un5 ^inauf auf ctma 1000 bis 1200 Meter. Wenn

5000 M k. gleich 1 Prozent der Beihilfe für die mQn bie schwarzbraune schmutzige Rauch, und

Darmstädter Bühne übrig! Die geradezu Hane- Dunstschicht über dem gewaltigen Häusermeer der büchenes Terhältnis! Reiche Hauptstadt erblickt, die wie eine große Käse-

Veranlaßt durch die angespannte Finanzlage glocke über das Ganze gestürzt ist, und dagegen die

der Stadt Gießen, zu der das alljährliche er- wundervoll klare reine Luft sieht, die über der

hebliche Theaterdefizit toefentlieh mit beigetragen weiten Ebene des Brandenburger Landes liegt, da hat, find schon seit mehreren Jahren von Eie- wird die Seele frei und man bedauert nur die nu­tz en aus wiederholt Anstrengungen gemacht wor- gezählten Menschenmassen, die in diesem entsetzlichen

den. die Verteilung des Staatszuschusses für die Dunst atmen und arbeiten müssen, und darin sogar

23)eatcr aus eine andere Grundlage zu stellen, vielfach noch ein Vergnügen erblicken. Einzelheiten

ohne dadurch aber die Höhe der staatlichen Ge- finb diesem Dunstkreis nicht mehr zu erblicken, samtbeihllle auch nur um einen Pfennig an- Der Oststurm treibt die Dunstschicht wie eine Rauch- wachsen zu lassen. Das Ziel war, bei dieser sahne weit in die Lande hinaus. Erst südlich von P 01s - Reuorduung für das (Siebener Stadttheater etwa | t»a m wird es wieder etwas lichter über dem Erd- 25 000 bis 30 000 Mk. Zuschuß zu erlangen. Die Gießener Landtagsabgeordnete Frau Birn­baum hat sich für diese durchaus gerechtfer­tigte Forderung in anerkennenswerter Weise wiederholt im Landtage eingesetzt: sie hat mit Unterstützung ihrer Fraktion mehrfach ent­sprechende Anträge gestellt, die aber stets von den Mehrheitspartcien des Parlaments abge­lehnt wurden. Die oberhessische Provinzial- hauplstadt Gießen wurde in dieser Frage von Regierung und Landtag als Stiefkind be-