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Oberheffen.

Landkreis Gichcn.

' Wiese ck. 15. Febr. DerWeißbinder Karl Schmidt von hier kam vor einigen Tagen a u f tragische Weise u ms Leben. Ter Mann befand sich in der Nacht auf dem Heimwege nach seiner Wohnung und kam dabei auf der glatten Strohe zu Fall. Er wurde später von jungen Leuten mit einer Kopfwunde aus der Strafte liegend aufgefunden und nach seiner Wohnung verbracht. Hier wurde er von seinen Angehöri­gen in Empfang genommen, er verblieb jedoch, während seine Familie sich schlafen legte, in dem Parterrewohnraum zurück. Am andern Morgen fand man ihn in sehr ernstem Zustande vor, und auch ärztliche Hilfe vermochte nicht, den be- dauernswcrten Mann zu retten. Er verstarb, anscheinend an den Folgen des Sturzes vom Abend vorher, bei dem er jedenfalls einen Schä- delbrnch davongctragcn hat.

Allendorf a. d. Lumda, 15. Febr. Der Eifenbahnverein Londorf hielt hier im Saale des Gastwirts Ranft seine General­versammlung ab, mit der er die Feier dcö 25- jührigen bestehens des Vereins verknüpfte. Die Mitglieder mit ihren Angehörigen fjat.cn sich dazu recht zahlreich eingefunden. Aach Vegrü- ßungswor'en des Schri t ühr rs. der debei auch kurz die Gründung des Vereins erwähnte, schil­derte der Vorsitzende in einer Ansprache die Tä­tigkeit des Vereins in den verflossenen 25 Jah­ren. Der gemeinsame Gesang des Deutschland­liedes folgte dieser Rückschau. Die Mitglieder Wallenfels und Mais, beide aus Allen- dorf, wurden für 25jährige Mitgliedschaft mit Diplomen ausgezeichnet. Der Schriftführer feierte hierauf tu Verdienste des ersten Vorsitzenden um den Verein, der die Organisation bis jetzt in glücklicher Weise geführt hat. Rach herzlichen Dankcsworten des Vorsitzenden trat frohe Ge­selligkeit in ihr Recht, die die Mitglieder noch einige Stunden in bester Harmonie beisammen- hielt.

5 Saasen, 15. Febr. Seit dem heutigen Tatze ist ui.ferc Gemeinde ohneWasser. Infolge der groftem Kälte entstanden einige Rohr- brüche. f> daft die ganze Wasserleitung ab­gestellt tixnxn muhte. Das W. sser muh nun, da es im Dorfe keine Brunnen mehr gibt, im Quellhaufe der Wasserleitung geholt werden, was bei der herrschenden Kälte besonders unangenehm ist, auch sind die Entfernungen, z.D. vom Veits- berg bis zur Wasserstelle, sehr graft.

+ Grünberg, 15. Febr. An der hiesigen Oberrealschule fand am Donnerstag und Freitag die mündliche Reifeprüfung statt. In Verhinderung des Staatsrats Block hielt Oberstudiendirektor .Angelberger die Prü­fung ab. Sämtliche 31 Prüflinge, darunter 3 Da­men, haben bestanden. Eine beträchtliche Anzahl der Abiturienten will sich dem Studium als Volksschullehrer am Pädagogischen Institut in Darmstadt widmen. Auch in unserer Stadt verursachte der? harte Frost einen Schaden an der städtischen Wasserlei tung , in­dem in der Rosengafse ein Hydrant einfror. Diese Strafte, die im Zuge der Hauptstrahe Gießen Alsfeld liegt, trägt den gesamten durchgehenden Autoverkehr. Man nimmt an, dah durch ein schweres Lastauto, das über den Hydranten ging, die Beschädigung verursacht wurde. Hm das Ausdringen des Wassers, das den anliegenden Besitzern die Keller füllte, aufzuhalten, muhten die Aufräumungsarbeiten erst durch stundenlan­ges Auftauen des etwa 1 Meter tief gefrorenen Erdbodens mittels eines grohen Kokefeuers mög^ lich gemacht werden.

15. Steinbach. 15. Febr. Der starke Frost der letzten Tage hat die Holzhauerarbei- ten zur Einstellung gebracht. Auch die hiesigen Basalt st einbrüche haben die Arbeit ein­gestellt, so dah die'e Arbeiter ebenfalls der Für­sorge zur Last fallen. Manchem Landwirt sind die Dickwurz $um Teil im Keller er­froren, auch die im Feld eingemieteten sind sicher verloren. Es ist dies um so schlimmer, weil durch den trockenen Äachsammer im letzten Jahre die Grummelernte sehr mäftig ausfiel und durch den Mangel an Grünfut'er die Heuvorräte schon stark angegriffen waren, so dah für manche Vieh­bestände die Futteraues.chten für das Frühjahr sehr trübe sind. Rach alter Bauernregel soll der ßanbtoirt auf Petri Stuhlfeier, 22. Februar, noch das halbe Winterfutter haben, das dürfte in diesem Jahre ganz und -ar nid)* zutreffen.

ch (3 r ün i n g en, 15. Febr. Am Dienstag wurde die i).iige Gemeindeiago, umfas «end 503 Hektar Feld und 5 Hektar Wald, auf neun Jahre verpachtet. Es wurde der ansehnliche Preis von SSO (bisher 400) Ml. erzielt. Der Pächter ist Herr Balser aus Gießen. Die W a l d j a g d der Markgenossenschaft Grüningen-Dorf- Gill kam am gleichen Tage zum Ausgebot. Höchstbietender mit 900 Mk. blieb Herr Fritz Wetz von Manzenberg. Der Zuschlag wurde aber nicht erteilt, so dah sie kommenden Dienstag nochma S zur Verpachtung kommt. In den letzten Tagen haben verschiedene Tauben- zücht er eine üble Erfahrung machen müssen. Hungrige Steinkäuze sind schon am spä­ten Rachmlltag in die Schläge eingedrungen und haben unter dem Taubenbestand gehörig auf» ?«räumt: mancher Züchter ist so u m a l l e T a u -

en gekommen. Einen Räuber hat auf fri­scher Tat fein Schicksal (mit einem Schürhaken) ereilt.

6 Birklar, 15. Febr. Der hiesige Frauen- verein hielt unter der Leitung seiner Vor­sitzenden Frieda Koch seine Generalversamm­lung ab, zu welcher der Bürgermeister und der Gemeinderat als Gäste erschienen waren. Die Vorsitzende erstattete ausführ.ichen Bericht über das verflossene Geschäftsjahr, anschliehend be­richtete die Kassiererin Marie Engel über den Stand der Vereintlas.e. Dem gesamten Vor­stand wurde Entlastung erteilt. Die Vorsitzende stattete dem Bürgermeister und dem Gemeinde- rat für die Gewährung eines Zuschusses seitens der Gemeinde an den Verein Dank ab, ebenso wurde der Schwester Anna für ihre aufopfernde Tätigkeit zum Wohle der Gemeinde herzlicher Dank gesagt. Mit der Ermahnung der Vorsitzen­den, stets in treuer Zusammenarbeit an den Auf­gaben des Vereins zu wirken, fand die Versamm­lung ihren Abschluh.

4 Bellersheim. 15. Febr Der hiesige Ge­sangvereinGermania" hiell sein dies­jähriges Wintervergnügen bei sehr gutem Be­suche im Saale der Gastwirtschaft von Anger- müller ab. Rach der EröffnungSans wache deS Vorsitzenden, der als Gast u. a. den Gesangverein Loreley" (Utphe) begrüßen konnte, kam ein drei» aktiges Theaterstück zur Auf üjrung. das all» gemeinen Beifall fand. Die Einstudterung hatte

Wie kann man fein Schachspiel verbessern?

Einige Ratschläge von Ios6 Capablanca, ehemaligem Schachweltmeister.

Obwohl ich stets größtes Interesse an der Theorie des Schachspicis genommen und zahlreiche Arbeiten über diese Theorie veröffentlicht habe, bin ich mir heute noch nicht ganz klar darüber, ob man das Schachspiel als eine Kunst, eine Wissenschaft oder als einen Sport bezeichnen soll. Diese meine Unge­wißheit zeigt bereits deutlich wie schwierig es ist, eine richtige Antwort auf diese Frage zu geben. Ich möchte in den nachstehenden Ausführungen diese Frage nicht zu klären suchen, sondern dem deutschen Schachspieler nur einig« Wink« aus meiner lang­jährigen Praxis geben, wie er seine Form ver­bessern kann.

Ich sehe im Schachspiel vor allem eine edle geistige Zerstreuung, eine reizvoll« Ablenkung, rote sie uns etwa das Reisen mit all seinen neuen Eindrücken vermittelt. Manchmal habe ich allerdings das Schach­brett lange Zeit unberührt gelassen, aber das ge­schah nur dann, wenn mich irgendeine Arbeit allzu stark in Anspruch nahm. Physische Anstrengung ver­langt stets als Ausgleich eine geistige Ablenkung, nur auf diese Weise können roir die innere Har­monie in uns roiederhcrstellen. Umgekehrt bedarf man nach starker geistiger Anspannung begreiflicher- weife nicht so sehr der geistigen Zerstreuung. Das trifft besonders dann zu, wenn diese Art der Zer­streuung wieder mit starker geistiger Konzentration verbunden ist.

Vor meinem Wettkampf um die Weltmeisterschaft mit Dr. Alechin in Buenos Aires glaubte ich meines Sieges völlig sicher zu fein, und hoffte, meine Stellung als Weltchampion zu verstärken und zu verbessern. Ich spielte ein gewissenhaftes und ernstes Spiel, denn ich wußte, daß ich einem wür­digen Gegner gegenüberfaß. Ich muß aber ehrlich gestehen, daß ich Dr. Alechin trotz allem etwas unterschätzt hatte. Noch während des Spieles rech­nete ich fest mit meinem Siege und vielleicht gerade deshalb habe ich eine Reihe von Fehlern begangen. Vor allem aber fehlte mir eines, was für einen Schachspieler das Wichtigste ist: ein sorgfälti­ges Training.

Darin liegt auch das Geheimnis des Erfolges-, denn Training ist tatsächlich die einzige Möglichkeit für den Schachspieler, seine Form zu verbessern. Er muß stets in der Hebung bleiben; er darf nie so handeln, wie ich es getan habe. Ich hatte zwei bis drei Jahre lang kaum gespielt und unterließ «s, stetigem geistigen Training nachzugehen. Die Fol­gen meiner Nachlässigkeit bekam ich damals zu spüren, ich bezahlte für meinen Fehler mit dem Preis meiner Niederlage.

Schon im gewöhnlichen Leben wird der Mann, der sich zu lange ausruht und nicht dauernd dar­auf bedacht ist. Körper und Geist wach zu erhalten, schwerfällig. Er verliert seine Elastizität, seine kör­perliche und geistige Beweglichkeit. Seine Fähigkeit, sich gegen plötzlich auftretende Schwierigkeiten zur Wehr zu setzen, wird immer geringer; er büßt sei­nen Kampfinstinkt ein. In einem weit höheren Maße ist dieses bei dem Schachspieler der Fall. Ein solcher muß nicht nur die Regeln des Spieles völlig

beherrschen, sondern vor allem muß er ein un­beirrbarer Kämpfer fein. Nur steter Kampf erhöht die Kampfesfähigkeit und sichert die völlige Beherr­schung der Kampfesmethoden. die beim Schachspiel bekanntlich eine besondere Wissenschaft bilden. Un­besiegbarkeit gibt es im Sckfachspiel wie im Leben nicht. Auch unser Tagewerk ist ein dauernder Kampf gegen Irrtum und Fehler. Der Schachspieler spielt, verliert und sucht die Ursache seiner Niederlage zu ergründen. Dann geht er daran, seine Form zu verbessern, um damit seine früheren Fehler wieder gutzumachen. Der einzige Weg. der zum Ziele führt, ist ein dauerndes Ringen um die bessere Form. Jedes Spiel bietet in der Eröffnung, im Mittel- und im Endspiel eine Unmenge versteckter Feinheiten. Sieg und Niederlage hängen oft von einem einzigen Zuge ab. Ein überraschender Zug oder eine glänzende Kombination kann manchmal die scheinbar schon verloren« Partie retten und einen Sieg erzwingen.

Eine andere unumgänglich« Vorbedingung für die Hebung der Form ist die Pflege des Selbstbewußt­seins. Jede Niederlage ist im allgemeinen von dem Gefühl einer seelischen Depression begleitet Diese ganz natürliche Reaktion geht indessen vorüber rote eine leichte Erkrankung oder ein Fieber. Allmählich lebt in der Seele des Schachkämpfers wieder die Kampfesfreud« auf, die Lust, sich mit einem G.g- ner zu messen, und das Bestreben, den Sieg zu er­ringen. Sobald es erst einmal so weit ist, hat er die Herrschaft über sich selbst zurückgewonnen, und das erstarkte Selbstbewußtsein öffnet ihm den Weg zum neuen Aufstieg. Ohne das starke und uner­schütterliche Vertrauen in die eigene Kraft ist jeder Erfolg unmöglich.

Nicht nur der Schachmeister, sondern auch der Liebhaber des Schachspieles, der in dem Spiel nur ein geistiges Vergnügen sieht, muß kämpfen. Er muß ein temperamentvoller Angriffsfpieler fein, er muß die fo vielseitige Spielstrategie zu meistern suchen. Er muß alle Züge zu verhindern wissen, die zu einer Schwächung seiner Position führen könnten, und stets bestrebt sein, durch überraschenden Angriff dem Gegner die Initiative zu nehmen. Schneller Ueberblick. klare Erkenntnis der Einzel­heiten und Entwicklungsmöglichkeiten und eine starke Phantasie sind die grundlegenden Voraus- setzungen für ein erfolgreiches Schachspiel. Kühl und klar muß man das Ziel den Sieg im Auge behalten und sich in jedem neuen Kampf zu ver- bessern suchen. Die Verbesierung der Form kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Wie roir durch eigenes Spiel unseren Stil vervollkommnen können, so vermag man auch aus Büchern und aus der Beobachtung anderer Spielmethoden viel zu lernen.

Eins darf der Schachspieler nie außer Acht lassen: selbst das zum Vergnügen gepflegte Schachspiel sollte stets in einen Kampf ausarten, in einen Kampf der Gehirne. Nur wenn man unter Einsatz oller geistigen Kräfte ringt, kann man wirklich eine Bereicherung seiner Kenntnisse im Schach erhoffen.

der Dirigent Adolf Göbel übernommen. 7>rr ebenso wie die Mitwirkendrn mit Befriedigung auf diesen Erfolg des gemeinsamen Schaffens zuruckblicken kann.

# Hungen, 15. Febr. Das diesjährige Schäferfest des Oberhess. Schäfer­verbandes fand dieser Tage hier statt. Es war das vierte Mal, daft sich die Schäfer Ober- Hessens und der Aachbargebiete hier ihr Stell­dichein gaben. Wenn auch der Besuch infolge des harten Frostes nicht den Umfang des Vor­jahres erreichte, so nahm das Fest unter Teil­nahme der hiesigen Bevölkerung doch einen glän­zenden Verlauf. Die VormittagSzüge brachten Die auswärtigen Festteilnehmer, unter denen be­sonders die Schäfer in ihrer traditionellen Klei­dung (Schäferschippe, Pelzmütze und Schäfer­umhang) auffielen. Unter den Klängen der Feuerwehrtapelle Laubach ging es zum ..Darm­städter Hof", wo nach Begrüßung durch Bürger­meister Fendt dahier der Vorsitzende des Ober- hessischen Schäferverbandes, Philipp Wirth (Wetterfeld), die Verhandlungen des geschäft- lüften Teils leitete. Als Vertreter des Land- wirtschaftskammer-Ausschusfes für Oberheffen war K. Philipp von Watzenborn-Steiwberg an­wesend. Aus dem Geschäftsbericht ist u. a. zu berichten, daß der Verein finanziell gesichert da­steht. Die Schafzucht befindet sich nicht mehr auf der stolzen Höhe der Kriegs- und Rachkriegszeit. Die Zufuhr ausländischer Wolle, die billigeren künstlichen Düngemittel, die weiteren Durchfüh­rungen der Feldbereinigungsverfahren und nicht zuletzt die Verhältnisse auf dem Schlachtviehmarkt bewirkten einen dauernden Rückgang der Schaf­zucht. Auch die hier und da auftretenden Seuchen (Räude, Leberegelkrankheit) tun das ihre. Die Rechnungsablage durch Schäfer Köhler (Lau­bach) ergab einen äleberschuß von 232 Mk.. der auf der Sparkasse Laubach zinstragend angelegt ist. Rach Abschluß der Verhandlungen bewegte sich der F e st z u g mit der Reitergruppe Hungen und Umgegeno an der Spitze durch die Straßen der Stadt. Viel Interesse wurde dem S ch ä f e r - to e 111 a u f in der ..Pfanne" entgegengebracht, wobei Emi.ie P f a n n k u ch (Ridda) den 1. Preis, ein Jährlingsschaf, und Fr. Wentzel (Ulfa) den 2. Preis, ein Schafbocklamm, errang. In der Schäferklasse erhielt Schäfer Wacker von Boben- hausen bei Ridda den 1. Sieg. Der gemütliche Teil bei Gesang und Tanz fand imDarm­städter Hof" statt, wobei auch der S ch ä f e r f i l m vorgeführt wurde, der allgemeinen Beifall fand. Den Abschluß der diesjährigen Veranstaltungen des Schäfervereins bildet ein Preishüten, das im Spätfrühjahr unter Verwendung des deut­schen Schäferhundes und unter Mitwirkung des Vereins der Züchter deutscher Schäferhunde hier vorgenommen wird.

Mufchenheirn. 15. Febr. Am vorigen Sonntagnachmittag versammelten sich die evan­gelisch-kirchlichen Frauenvereine von Mufchenheirn und Birklar mit Vertreterinnen aus Münzenberg und Eberstadt in der hiesigen Kirche, wo nach einem gemein­samen Lied und Begrüßungsansprache durch den OrtSgcistlichen, Pfarrer Döring, die Schrift­führerin des Verbandes. Frl. Wahrendorf von Alsbach, einen gewisfenschärsenden Vortrag hielt über:Zweck und Ziel der Arbeit der evangelisch-kirchlichen grauen- vereine'. In der sogenden Aussprache wurde insbesondere das Verhallen einer christlichen Frau und Mutter gegenüber manchen üblen Sitten der Gegenwart behandelt. Rach einem ernsten Schlußwort durch den Pfarrer von Tberstadt,

Lied und Gebet wurde noch eine herzliche Gast- freundscha't allen auswärtigen Besucherinnen zu­teil. Wir hoffen, daß auch durch diese Veran­staltung das kirchliche Leben unserer Gemeinden gefördert wurde.

Kreis Büdingen.

Büdingen. 15. Febr. Einen anregenden LlnterhaltungSabend veranstaltete dieser Tage die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Volks- Partei für i^re Mitglieder und für die Freunde ter Partei. Bei seiner Begrüßung konnte Ober­studiendirektor Dr. Keller. W. d. L.. mit Freude feststellen, daß eine so große Anzahl der Ein­ladung gefolgt fei, daß der Saal sich fast alS zu klein erwies. Im Mittelpunkt der Vorführun­gen standen zwei Filmvorführungen. Erstens: Historische Stätten im Hessenland." Manches bekannte und vertraute Städtebild tauchte auf. Es war wohl selbstverständlich, daft auch Büdin­gen mit einigen herrlichen Bildern vertreten war. Anschließend kam die letzte Zeppelinfahrt über den Atlantik und die große Deutschland­fahrt desGrafen Zeppelin" zur Vorführung. Wundervolle Raturaufnahmen ließen die Herr­lichkeit einer solchen Fahrt nicht nur ahnen, son­dern miterleben. Die Aufnahmen waren klar und deutlich. Der Film rollte glatt ab. Zahlreiche musikalische und deklamatorische Darbietungen einiger Damen und Herren bereicherten den Abend in schönster Weise.

# Llnter-Widdersheim, 15. Febr. Die früher dem RadfahrervereinWanderlust" an- gegliederte Gesangsab'.eilung hat sich fei einiger Zeit vom Mutterverein getrennt und den Ge­sangvereinEintracht" gebildet, der schon nahezu 33 altive und ein Dutzend passive Mit­glieder zählt. Am Sonntag veranstaltete er fein diesjähriges WintervergnÜZen in Saale des Fer­dinand Michel. Als Hauptstück ging ein Sechs- atter über die Bühne. Daneben wurden noch kleinere Theaterstücke und Singspiele gegeben. Die Darsteller meisterten die Rollen in bester Weise. Mehrere ausgezeichnet vorgetragene Chöre, in der Hauptsache aufführungs reie Volkslieder, ver­schönten den Abend. Der Gesangverein steht un­ter Leitung unseres Lehrers PH. Daffinger, und er beabsichtigt, sich einem in hiesiger Gegend bestehenden Sängerbund anzuschließen.

Kreis Schotten.

ld. Lardenbach, 15. Febr. 2m dichtbesetz­ten Schulsaal wurde gestern zweimal der Film Glaube und Heimat" vorgeführt, um 4.30 illjr für Schüler und um 8 Hftr für Erwachsene. Der Frost hat an unserer Wasserlei­tung enormen Schaden angerichtet. Man führt hier buchstäblich einen Kampf mit Wasser und EiS.

-s- Ober-Schmitten. 15. Febr. Sein gol­denes Arbeitsjubiläum kann am 18. Februar der hier gebürtige Bäcker Peter Spangenberger begehen. Dor 50 Jahren trat er als Lehrling in die Rank sche Bäcke­rei zu Ridda (damals Lupp) ein und ist feit dieser Zeit ununterbrochen darin tätig. Der Ju­bilar, der durch feine Arbeitstreue, fein still- bescheidenes Wesen sich nicht nur der Wert­schätzung seines Arbeitgebers, sondern auch all derer erfreut, die ihn kennen, wurde feiten- der Bäckerinnung de- Kreises mit einem ehrenden Schreiben bedacht.

Kreis Lauterbach.

4 Lauterbach, 14.Febr. Aus der jüngften Sitzung des Stadtvorstandes ift u.a. zu berichten: Der Prämienmarkt für

19 29 soll, wie in vergangenen Jahren, mit einem Pserde-.arkt verbunden abgefta.ten werden. Es sollen wiederum 10 003 Lose ä 0,80 Mk. zum Verkauf gelangen. Mit den Vorarbeiten und der Aussührung wird die vorjährige Kommission unter dem Vorsitz d:s Bürgermeisters Walz beauftragt. Für Prämiierungszwecke werden, wie in früheren Jahren, 600 Ml. aus der Verlosung, die am 13. Juni im Rathaus stattfindet, zur Verfügung gestellt. Weiter beschäftigt sich der Stakttvorstar.d mit verschiedenen Arbeitsvergebun- gen für die diesjährigen S t r a ß e n h e r st c - l u ng en. Dereits in einer früheren Sitzung war beschlossen worden, in der Alexander-Swpler- Strafte, Schille.- und Goethestrafte erhöhte Fuß­steige her^ustellen. Die hierfür erforderlichen Randsteine, etwa 1000 Meter, sollen von der Kasseler Basaltindustrie zum Angebotspreis be­zogen üxrben. Die für den WüllerSwrg. der ebenfalls mit erftöfttm Fußsteigen Verse)en wer­den soll, erforderlichen Randsteine sind von der Firma Sern in Gießen zu beziehen. ES kommen etwa 300 Meter in Frage. Der Bürgermeister gibt davon Kenntnis, daß die Provinz be­schlossen habe, auch in diesem Jahre im Kreise Lauterbach wieler Kleinpflasterun­gen vornehmen. So soll z.D. die Alsfelder Strafte von der Cent aus und die Bahnhofstraße vom Hotel Schmidt bis zum Bahnübergang Schützer Strafe mit Kleinpslaster versehen wer­den. Der Gemeinderat beschließt, daß sich dir Stadt in beiden Fällen an den Kosten der beab­sichtigten Pflasterung in einer Breite von 2 50 Meter beteiligt. Rach den Aussührungen deS Bürgermeisters beabsichtigt die Provinz die Lin den st raße in der Gegend des Spar- kassenhau'es geradezulegen. Die Stadt hat in diesem Falle das erforderllche Geländr kostenlos zu stellen und sich mit einem Achtel an den entstehenden Kosten zu beteiligen. ES wird beschlossen, das in Frage kommende Gelände von den Eigentümern vorerst zu pachten, während die endgültige Regelung der Eigentumsverhällnisss im Feldberei-igungsverfahren erledigt werden soll. Der S.adt'oorstand Halle in der vorigen Sitzung beschlosen, der Einrichtung eines Selbst­anschlußamtes im hiesigen Postamt zuzu­stimmen unter der Voraussetzung, daß sich jeder Teilnehmer verpflichtet, den auf ihn entfallenden Betrag von 60 Mc. zu übernehmen. Rach den Aussührungen des Bürgermeisters haben sich etwa 200 Fernsprechteilnehmer für das Selbst­anschlußamt unter eichnet. Es wird beschloßen, mit den noch restlichen 50 Teilnehmern bezüglich der Unterzeichnung des De.träges zu verhandeln, um den von der Post geforderten Betrag von 15 000 Mk. restlos auforingen zu tonnen. Die in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen« außerordentliche Beihilfe an Ar­beitslose wird dahin erweitert, daß pro Fa­milie nochmals 2 Zentner Kohlen zur Veraus­gabung kommen sollen. Die M.lchbeihilfe für kleine Kinder wird bis zum l.März verlängert.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 17. Februar.

8.30 bis 9.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangel. Landeskirche Frankfurt a. M. 11.CO bis 12: Elternstunde:Das faule Kind", Vor­trag von Mittelschullehrer P. Krupp. 12 bis 13: Zitherkonzerl des Vereins zur Pflege des Sai-- tenspiels Frankfurt a. M.-Rjed. 13.15 bis 14.15: Don Kassel: Ein Gang durch die staatliche Ge­mäldegalerie zu Kassel,Rembrandt vor dem Mikrophon", ein Dialog. 14.30 bis 15: Der deut­sche Rundfunkjournalismus II .Die jour­nalistischen Aufgaben und Ziele. Die Funllritil", Vortrag von Hans o. von Heister. 15 bis 16: Stunde der Jugend.Aus dem deutschen Wär- chenborn", vorgetragen von Hanna Sängern 16 bis 17: Konzert des Rundfunkorchesters:T.eue Operetten". 17 bis 18: Stunde des Landes. 18 bis 19.30: Gedanken zur Zeit. 13 bis 18.30: Einkommen, Kaufkraft und WirtschafllentLick- lung in der Landwirtschaft", Vortrag von Prof. Dr. Sagave, Kiel. 18.30 bis 19:Löhne und Wirtschaftslonjunktur vom Gesichtspunkt b:r Ar­beitgeberschaft", Vortrag von Dr. Lemmer. Ber­lin. 19 bis 19.30:Löhne und Kaufkraft der Arbeiterschaft", Vortrag von F. Tarnow, M. d. R. 19.30 bis 20:Neuzeitliche Wohnungsgestal- tung", Vortrag zur WanderausstellungWie wohnen?" des Rhein-Mc-i. ischen Verbandes für Volksbildung von Friedr. Koepp. 20 bis 20.15: Sportnachrichten. 20.15: Bunter Abend. An­schließend bis 0.30: Tanzmusik.

Montag, 13. Februar.

6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplatten­konzert: Cinfoniekonzert. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend,Von fremden Ländern und Völ­kern". vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Opernmusik". 18.10 bis 13.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Viertelstunde der Deutschen Reichs- Post:Wie kann der Postschalterbesucher zu fei- 'ner schnellen Abfertigung betragen?" Vortrag von Postinspettor Schumacher. 18.45 bis 19: Englische Literaturproben. 19 bis 19.30: Eng­lischer Sprachunterricht. 19.30 bis 20.15: Schall­plattenkonzert: Fortsetzung des Wunschabends. 20.15 bis 21.15: Von Kassel: Von der Friedens­kirche Kassel:Kirchenmusik im 16. bis 18. Jahr- hundert". 21.15: Rach Stuttgart: Devdi-Abend.

Dienstag, 19. Februar.

6.30 Ahr: Morgengymnastik. 13.30: Schall­plattenkonzert: Buntes Programml 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Unser Senckenbcrg- Museum. Vorträge von Prof. Dr. Fr. Dre- vermann:Tiere der Vorzeit: Die Zeit der Rie­sentiere'. 15.55 bis 16.05: Zaussrauendienst. 16.35 bis 18.35: Ton Stuttgart: Balle.tmusic und Tanz­lieder. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: 15 Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. 18.45 bis 19.15: Von Kassel: Fabeln und L eder von Gotthold Ephraim Lessing, uorgetrace.x von Ilse Fi cher- Ramin. 19.15 biS 19.45: Funlhochschule:Vita­mine". Vortrag von Oberarzc Dr. Spiro. 19.45 bis 20.15: Bert Brecht: Vorlesung aus eigenen Werken. 20.15 bis 21.30: Militär kokett deS Trompeterchors ter fünften Rachrichtenabteilung. 21.30:Oedipus", von Sophokles.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 10 vom 15. Februar enthält: Denammlung des Obst- und GartenbaurereinS. Attchs- steucrüberweisungen. Wiesenrundgänge im Frühjahr 1929. Die zur Entlastung kom­menden Schüler, die ein Handwerk erlerne» wollen. Rachrichtenblatt ter Deutschen Wissen­schaft und Technik. Dienstnachrichten.