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Zahllos sind die Schönheiten des Oberlandes! Kaum daß man hier und dort eine Einzelheit herauszuheben oder ein besonderes Kennzeichen zu erwähnen vermag. Man kann auch nicht sagen, daß man in einem besonderen Tell des Landes den Zauber des Ganzen zusammengedrängt fände. Immer ist es anders und von besonderem Reiz. Wenn man von Saalfeld aus zu den Höhen und Schluchten von Pr. Mark und Christburg wan­dert, um die vorgeschichtlichen Durgwälle und die zerfallenen Reste der allerersten Ordens­burgen anzusehen, oder wenn man die mehr als fünfzig Kilometer der Alt-Christburger. Fincken- steiner, Schönberger und Raudnitzer Forsten durch­wandert, ununterbrochen unter dem Dlätterdach von Schwarztannen, Eichen. Rot- und Weiß­buchen, immer wieder überrascht durch die kleinen und großen Waldseen von verschiedenster Form, deren jeder sein Märchen hat; wenn man in der Dörbecker Schweiz", von Güldenboden nach Ca- dinen wandernd, am Ostwinkel des Frischen Haffs unter den riesenhaften Laubgewölben bei Panklau in dieHeiligen Hallen" eintritt, dann fühlt man einen Hauch unberührter Landschaft. Die Seen sind, wie der Rariensee bei Mvhrungen, noch alte Gletscherspalten aus der Eiszeit, alte Tal­kreuzungen oder Gletschertöpfe, wie sie sich bil­deten, als die Wasser des Diluviums sich schmel­zend zersprudelten. Die Wälder sind noch die­selben, wie sie auf der gerade zur Ruhe gekom­menen Landschaft emporschossen, kaum die dreißigste oder vierzigste Baumgeneration, die uns heute mit ihrem ewigen Rauschen umfängt.

Wenn man ein besonderes Kennzeichen dieses Landstrichs nennen will, so ist es derOber- ländische Kanal", der die zahlreichen Seen zwischen Osterode und Elbing miteinander ver­bindet. Da der Wasserspiegel der Seen verschie­den hoch ist, hat man die sogenanntenGeneigten Ebenen" eingebaut, durch die die Schiffe auf einem Wagen empor- oder hinabgewunden wer­den. Bor etwa fünfzig Jahren wurden diese Ebenen nach dem Borbild des nordamerikani­schen Morris-Kanals erbaut. Sie erschließen Durchblicke von überwältigender Großartigkeit.

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In zunehmendem Maße entwickelt sich die alte Bergfeste Amöneburg zu einem beliebten Aus­flugs- und Aufenthaltsort für naturliebende Menschen. Schon der Anblick dieses so mäch­tig aus der lieblichen Ohmebene aufsteigenden Felsmassivs macht auf alle mit der Bahn, per Auto oder als Wanderer die Ohmebene Durch­ziehenden einen prächtigen Eindruck. Dem Kur­fremden bietet sich neben dem Genuß der land­schaftlichen Schönheit eine angenehme Abwechse­lung in der Betrachtung der stummen Zeugenl einer 1200jährigen Tradition des Ortes. Eine gesunde herbe Bergluft, reiche Auswahl in son­nigen und schattigen Plätzen bieten Fremden beste Möglichkeit für Erholung. Die vollkommen staubfreie mittlere Höhenlage des Ortes (365 Meter) bedingt ein gesundes nebelfreies Klima. Eine Spur der großen Vergangenheit des Ortes ist noch heute zu spüren, wenn das Volk sein« kirchlichen und weltlichen Feste feiert. Hier fin­det man die alten traditionellen Gewänder bunt­gemischt mit dem großen Trachtenreichtum der umliegenden, früher Amöneburg zugehörigen Ort­schaften. Durch die Errichtung einer zeitgemäßen Gaststätte (Kurhaus Amöneburg) sind angeneh­mer Aufenthalt und gute Verpflegung gewähr­leistet.

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Magst du auch unter der ungezählten Schar deiner Brüder im Reich der Bäderwelt eine Denjaminsrolle spielen, ein Kleinod bist und bleibst du doch mein wunderholdes Bad Salzhausen. Deinen Kennern und Gönnern braucht man dich nicht zu lobpreisen, sie finden immer wieder den Weg zu deinen heilspendenden Quellen, deinen friedenatmenden Gefilden, deinem herrlichen Park, deinen gastlichen Stätten. Wer aber deiner Segensfülle, deiner zaubervollen Raturschönheiten noch unkundig, dem seist du hochgepriesen als einDorado" wahrhaften Friedens, als ein Idyll köstlichster Rast, als ein Ort, der wie kaum ein zweiter von Gott geschaffen ist, dem müden Gei 3 und der verhärmten Seele neue Lebenskraft, neuen fröhlichen Lebensmut zu schenken. Bad Salzhausens wirkungsvolle Quellen heilen Rhe-:-

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rungszeugnis, ein ärztliches Gesundheitsattest und ein Impfschein vorzulegen. Ferner sei noch bemerkt, daß mit dem Fortfall des Visumzwan­ges die jeweils in den betreffenden Staaten be­stehenden Vorschriften zum Schuh des heimischen Arbeitsmarktes, über die polizelliche Meldung, über den Aufenthalt und die Ausweisung von Ausländern nicht berührt werden. Wer also im Ausland eine Stellung annehmen will, dem kann nur dringend geraten werdest, sich vorher bei dem betreffenden Konsulat über' die Cinreise- möglichkeuen und die etwa zu erfüllenden Bedin­gungen genau zu erkundigen, um keine unan­genehmen lleberraschungen zu erleben. Ebenso verlangen einzelne Staaten, daß Monteure usw., die zur Aufstellung und Ingangbringung von in Deutschland gekauften Maschinen nach einem ausländischen Staat reisen, ein Visum bzw. eine sogenannte Arbeitsbewilligung besitzen.

Man kann sich kaum etwas Schöneres dercken als die Stelle, wo der Kanal vom Samrodtsee kommend in den Rötloffsee einmündet und wo die liebliche Zölp liegt. Oder wenn an der ge­neigten Ebene des Pinnausees die weite Fläche des Drausensees am Weichseldelta, zu dem wir uns durch fünf Zwanzigmeterstufen herabgleiten lassen können, hundert Meter unter unserem Blick liegt. Der Reiz der Ebene verbindet sich mit dem Weitblick einer Derglandschaft. Oder wir staunen am entlegenen Abisgarsee über den Kanal, der, anderthalb Meter über dem Wasser­spiegel des Sees, aus einem riesigen Damm den See mitten durchschneidet'.

Tagelang kann man auf dem Wasser dahin- fahren, fast ununterbrochen zu beiden Seiten die weiten Wälder; die teils strebsam sich rüh­renden, teils in verwunschenem Schlummer lie­genden Städte und Städtchen anlaufen, in Dör­fern mit uralten Holzkirchen rasten. Immer wird man von einem besonderen Zauber eingesponnen sein. Hier hat sich noch so etwas wie die Poesie des Märchendorfes erhalten, etwa in dem herr­lich entlegenen Reichertswalde oder dem roman­tischen Kunzendorf. Hier wandert man noch tage­lang durch die Besitzungen der alten preußischen Adelsgeschlechter, der Dohnas von Schlodien und <5d)Io6itten, der Fincken st eins, und wie sie alle heißen. Hier kann man dem verträumten Mühlhausen, wo Luthers Tochter begraben liegt, einen Besuch abstatten, oder Herders Geburtsstadt Mohrungen. Hier in Schlobitten war Schleiermacher Erzieher der jungen Grafen Dohna, in den Wäldern von Schmauch verlebte Max von Schenkendorf Iugend- jahre und fand im Schloß zu Podangen sein erstes Liebesparadies. Hier liegt Arnsdorf, wo Kant beim Grafen Hülfen als Erzieher wirkte.

Keine großen Städte und ragenden Kultur­denkmäler birgt das Oberland, aber seine Schön­heit ist unerschöpflich, und überall liegt der Schimmer jungfräulicher Llnberührtheit über sei­nen weiten Wäldern und Seen und all den klei­nen Ortschaften, die wir erwandern oder an denen uns der Dampfer von Elbing, Osterode oder Deutsch-Eylau aus vorüberträgt.

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das Einreisevisum zu erlangen. Für die übrigen Länder ist ein Visum nicht erforderlich. Es fei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dah nur Inhaber von Rationalpässen, nicht Inhaber von sogenannten Fremdenpässen (Reisepässe für Aus­länder) oder Personalausweise, ohne Visum in diese Länder reisen können. Außerdem darf man nicht immer lediglich auf Grund eines deutschen Reisepasses in diese Länder ungehindert einreisen. So empfiehlt Kanada Geschäftsreisenden die Mit­nahme einer Handelskammerbescheinigung, Kuba die Mitnahme eines polizeilichen Führungs­zeugnisses, eines Gesundheitsattestes und eines Darbetrags von 60 amerikanischen Dollars, und Mexiko verlangt, dah jeder nach dort Reisende das Konsulat aufsucht zwecks Ausfertigung einer unbedingt erforderlichen Identifikationskarte, unter Beibringung von drei Vorderansicht- und drei Seitenansicht-Pahbildern. Außer den Bil­dern sind mit dem Paß ein polizeiliches Füh-

Ein Visum benötigen deutsche Staatsangehörige zu Reisen nach Aegypten, Afghanistan, Albanien, Argentinien (X), Armenien, Australien, Bel­gien, Bolivien (X), Chile (X), China, Kolum­bien (X), Costa Rica, Deutsch-Ostafrika, Deutsch- Südwestasrika, Estland, Frankreich, Französische Kolonien, Georgien. Griechenland (X), Guatemala (X), Honduras, Italienische Kolonien, Liberia (X), Litauen, Memelgebiet, Riederländisch-In- dien, Palästina, Panama, Paraguay (X), Per­sien (X), Peru, Polen. Portugiesische Kolonien, Rumänien, Rußland, Salvador, Türkei, Likraine, Ungarn, Uruguay, Venezuela, Vereinigte Staa­ten von Rordamerika und Weißrußland. Die mit X bezeichneten Staaten verlangen ein per­sönliches Erscheinen auf den betreffenden Kon­sulaten. Außerdem ist dringend anzuraten, ent­weder schriftlich oder telephonisch unter Angabe des Zwecks der Reise anzufragen, welche Papiere außer dem Patz sonst noch verlangt werden, um

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Oie verschwiegene Landschaft.

Das ostpreußische Oberland.

Von Or. Walther Harich.

Bei Ostpreußen denkt man an die Steilküste des Samlandes, die Kurische Rehrung oder an die Wälder und Seen Masure ns. Das Ober­land auch Ostpreußen! aber ist die ver­schwiegene Landschaft, unerkannt und unerschlos- |en. Und doch birgt gerade dieser Landstrich die grötzten Wunder. Hier liegen meilenweite Wäl­der und tiefe Seen von dunkelgrünem Wasser, oft sechzig bis siebzig Meter tief. Hier dehnen sich die langgeschwungenen fünften Wälder, wie die ausgehende Eiszeit sie uns hinterließ. Ein Hauch von Llrlandschaft liegt über dieser Gegend, einer Llrlandschast, die sich seit vielen tausend Jahren kaum veränderte. Roch fliegen hier die wilden Schwäne hoch am Himmel dahin oder ziehen in den stillen Waldbuchten ihre Wellen- kreife. Der schillernde Eisvogel steht unbeweglich an den einsamen Llfern der Pillcruker Duchten. Die Silbermöve schwingt sich im Sturm über den Wellen. Allerorten gibt es vielhumdertjährige, oft mehr als tausendjährige Daumröesen, gewal­tige Eichen und Buchen von neun und elf Meter Umfang. Roch führt ein Förster oder Waldwärter zu denDeutekiefern", in die noch vor hundert Jahren die Diener oder Deutner, Waldleute, die von der Bienenwirtschaft lebten, die Bienen­wohnungen einstemmten. Alles scheint in dieser Landschaft uralt, zeigt noch die Berührung mit den Urzeiten. Lind dennoch kann man mit be­quemem Salondampfer, von Osterode, Elbing oder Deutsch-Eylau ausfahrend, in diese Welt eintauchen und sie durchmessen.

Auf eine nicht zu erklärende Werse ist der Zauber dieser Landschaft mit ihrem hohen Alter verbunden. Wenn man sie durchwandert, weih man natürlich nicht, was alles auf diesem Boden zwischen der über 313 Meter hohen Kevnsdorser Höhe der höchsten Erhebung Ostpreußens bis zum Frischen Haff, von der Passage bis zur Sorge um den Sorgensee bei Ehristburg und Riesenburg, sich abspielte, und doch nimmt ein unnennbares Etwas gefangen. Hier lag in vor­historischer Zeit die sagenhafte pruzzische Han­delsstadt Truso, mit dem versunkenen Bine^a, mit Hadeby bei Schleswig und Birka im Mölarsee zu dem alten vorgeschichtlichen Kulturkreis um die Ostsee gehörend. Roch heute zeigen die zahl­reichen Massengräber und Funde, daß einstmals diese Gegend stark bevölkert war und auf Hoher wirtschaftlicher Stufe stand. Hier liegt das Feld der Schlacht bei Tannenberg 1410, hier fanden die letzten Schlachten zwischen Preuhen und Ra- poleon nach dem Tilsiter Frieden statt, und hier wurde 1914 die zweite Schlacht bei Tannenberg geschlagen. Alles in diesem entlegenen, vergesse- , nen Wellwinkel. Es müssen uralte Gesetze wirk­sam sein, dah die Weltgeschichte bei ihrem Gang immer wieder dieses stille Land berührt. Man weih und merkt es beim Wandern nicht, acher man fühlt den unentrinnbaren Dann dieser Lwad- schaft. Selbst ein Realpolitiker wie Rapoheon wurde durch den Dlick über die Fläche 8'es Drewenzsees bei Osterode so gefangen genommen, dah er ihn durch einen Maler festhalten lieh. Im Schloß zu Versailles kann man noch heute das große Wandgemälde sehenNapoleon ä Oste-

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