Nr. 112 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesjen)Mittwoch, 15. Mai 1929
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 15. Müi 1929.
Wochenend-Ritt.
Es ist ein eigentümliches Zeichen der Zeit, daß sie trotz Dampfschiff, Auto und Flugzeug auf die einfachsten Fortbewegungsmittel der Menschheit zurückgreift. Man denke nur an Fußwandern, Kanu und Reiten. Sie vermitteln uns Genüsse, die durch die anderen Fortbewegungsmittel verloren gehen, sie führen uns zu unseren natürlichen Wurzeln zurück, während uns die anderen davon wegleiten. Wer konnte sich etwas Schöneres denken, als den Genuß einer schönen, reizvollen Landschaft vom Rücken eines Pferdes aus, wobei hier noch besonders der etwas erhöhte Sitz und das mühelose Getragenwerden die Sinne zur Aufnahme der Eindrücke ganz frei macht. So wird man verstehen, daß jetzt überall Berichte von großen Distanzritten zu sehen sinb> und daß diese Bei. spiele allgemeine Nachahmung finden. Wenn es nun auch selbstverständlich ist, daß größere Ritte Zeit und Geld kosten, und deshalb dem Durchschnittsmenschen nicht möglich sind, so ist es doch zu begrüßen, wenn dieser schöne Sport in kleinerem Maßstabe immer mehr Aufnahme findet.
Der Initiative des Gießener Reitinstitutsbesitzers, Herrn S ch ö m b s, ist es zu danken, daß in Gießen Ausflüge zu Pferde sich einbürgern. Schon im vergangenen Jahre wurden schöne Ritte gemacht. Zu Beginn des Frühlings stieg der erste Zweitageritt. Ziel war das malerisch gelegene Homberg a. d. Ohm. Vorbereitungen zur Uebernachtung hatten sich dort leicht bewerkstelligen lassen.
Zwölf der unermüdlichsten Reiter und Reiterinnen versammelten sich in der Universitätsreitbahn. Der frühen Jahreszeit wegen mußte von Waldwegen abgesehen und auf der Landstraße geblieben werden. Heber Großen-Buseck ging es nach Geilshausen, wo gemütlich Kaffeepause gemacht wurde, um dann den Ritt über Odenhausen, Deckenbach fortzusetzen. Es wurde nur auf gutem Boden getrabt und bei Bergen und starkem Gefälle abgesessen. Am späten Nachmittag traf man in dem alten Städtchen Homberg ein. Zu der Strecke von Gießen nach Homberg, die ungefähr 40 Kilometer beträgt, waren trotz gemäch- licken Reitens nur vier Stunden gebraucht worden. Besonders hervorgehoben werden muß die gute Hal- tung von Reiter und Pferd, die bei der Ankunft keinerlei Ermüdung zeigten.
Nach Versorgung der Pferde schloß ein gemeinsames Abendessen und ein gemütliches Beisammensein bei Grammophonmusik und Tanz den Abend.
War tags zuvor das Wetter trübe und regnerisch, so strahlte am andern Morgen die Sonne über das Ohmtal. Nach einem Gang durchs Städtchen, bei dem die herrliche Aussicht vom Berge aus bewundert wurde, ging es in flottem Trab wieder von bannen. Diesmal führte der Weg über Bernsfeld, Weiters. Hain durch die Rabenau, die sich von der Höhe von Appenborn aus prächtig im Mittagslicht zeigte. In Londorf, dem Zentrum der Rabenau, wurde Mittagsrast gehalten. Dann trabte die Kavalkade weiter durch das schöne Lumdatal, zur Rechten die Höhen mit der Burg Nordeck, zur Linken die Lumda selbst mit ihren malerischen Tälchen. In buntem Wechsel folgten die Orte Allendorf, Treis, Mainzlar. Von der Höhe zwischen Daubringen und Alten-Buscck noch ein letzter Blick auf die Rabenau. Dann ging’s ins Wiesecktal, an Alten-Buseck vorbei über Wieseck nach Gießen. Auch diesmal keine Ermattung von Roß und Reiter. Nach einem solchen Wochenend- Ritt geht cs bann mit frischen Kräften roieber an bie Arbeit ber neuen Woche. Es ist eine ganz anbere unb bnuernbcre Erholung als anbere Vergnügen, bie, in Hast unb Schnelligkeit genossen, mehr erschöpfen als erquicken. A. G.
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** V. Sy C. Eine genußreiche Maienfahrt nach dem unteren Lahntal unternahm am Sonntag oer V. Sy C.°Gießen. Der Frühzug brachte die 54 Teilnehmer nach Balduinstein, von wo man stromabwärts über den Geilnauer Brunnen nach Geilnau wanderte. Es war eine köstliche Wanderung, die durch eine der lieblichsten Strecken des Lshntals führte. Der Wald, der jenseits des Flusses bis nahe an sein Ufer heranreicht, hat sein Frühkngslleid angezogen; Buchen, Birken und Lärchen leuchten hellgrün aus den dunklen Fichten hervor, in dem srischgrünen Wiesen- teppich nicken Frühlingsblumen, und am Wegrande blüht in blendendem Weiß der Schlehdorn. Aus dem Walde schallt der Auf des Kuckucks, und hoch in der Luft trillert die Lerche ihr Subellieö. 3n kräftigem Anstieg wurde die Höhe hinter Geilnau, wo die erste Aast erfolgte, genommen, um auf die hochgelegene Landstraße zu gelangen, von der man bei klarer Luft einen weiten, umfassenden Rundblick hat. Bald war das freundliche Städtchen Holzappel erreicht, das einige schöne Fachwerksbauten aufzuweisen hat, und weiter ging es zur Groblei, einem hoch über dem Gelbachtale gelegenen Felsvorsprung mit einem entzückenden Blick in das Tal und auf die benachbarten Höhen und Dörfer. Ein steiler Waldpfad brachte die Wanderer zu ausgiebiger Aast nach dem idyllisch gelegenen Oertchen Dies. Der Weitermarsch führte durch das liebliche, vielgewundene Gelbachtal, durch das seit einiger Zeit eine neue Breite Straße führt und das zu
den anmutigsten Seitentälern der Lahn gehört. Bei der Obernhofer Hütte wurde der Bach überschritten, und übet einen bewaldeten Höhenrücken, von dessen Kamm man einen überraschenden Blick auf das gegenüberliegende Kloster Arnstein, auf das Lahntal und die Orte Obernhof und Weinähr genoß, ging es noch hinauf zum Goethepunkt mit seiner herrlichen Rundsicht, um später von Obernhof, wo die Schlußrast erfolgte, dfte Heimfahrt anzutreten.
** D. H. B. - Ders ammlung. Man berichtet unS: Die Ortsgruppe Gießen des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Berbandes hatte ihre Mitglieder zu einem besonders ausgestalteten Abend am Samstag nach dem Kaufmännischen Dereinshaus eingeladen. Der Bildungsobmann Schwarz begrüßte die aus der Lehrlingsgruppe zur Gehilfengruppe übertretenden 31 3ung» gehilfen. Die feierliche Handlung wurde durch Den Gesang des Männerchvrs ..Deutscher Sang" im D. Sy B. mit Liedern von Schubert und Jul. Gersdorsf umrahmt. 3m Schlußwort stellte der Kreisgeschäftsführer Brzezinski die alten Mitstreiter den 3unggehilfen als Borbild vor Augen und forderte sie auf. in die Kampffront einzutreten. Es gelte, für „Recht und Freiheit" im Beruf zu streiten. Mit dem D. H. V.-Der- bandsmarsch wurde der offizielle Teil des Abends beschlossen.
Der Einbruch in die Gießener Ortskrankenkasse.
Berhandlunfl vor der Gießener Strafkammer. Gesamtstrafe: 12 Jahre Zuchthaus
* Gießen, 14. Mai. 3n der Rächt vom 2. zum 3. September 1925 wurde in der Gie ßener Allgemeinen Ortskrankenkasse ein Einbruchsdiebstahl verübt. Die Täter erbrachen mittels Bohrer, Knabber und Stemmeisen den Kassenschrank, wobei ihnen ein sehr erheblicher Betrag in die Hände fiel. Lange Zeit konnte man den Tätern nicht auf die Spur kommen, bis man schließlich in der Person des- polnischen Staatsangehörigen Anton Zalubski einen der Täter ermittelte. Durch das Schöffengericht Gießen wurde er im vorigen 3ahre zu 2 3ah'ren Zuchthaus verurteilt. Z. erkannte das Urteil nicht an. Auch die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, da ihr die Strafe zu niedrig erschien. Kurz darauf gelang es Z., auf ganz raffinierte Weise aus der Untersuchungshaft zu entweichen, bis er Ende vorigen 3ahres wieder ergriffen wurde. Die Zeit der sich selbst verschafften Freiheit benutzte er, entsprechend feiner kriminellen Anlage, als gewerbsmäßiger Geldschrankknacker. So wurde er inzwischen wegen weiterer Einbrüche durch die Große Strafkammer Würzburg zu 6 3ahren Zuchthaus und durch die Große Strafkammer Dessau zu 4 3ahren Zuchthaus verurteilt. 3n der heutigen Verhandlung vor der Großen Strafkammer Gießen bestritt er wiederum, sich an dem hiesigen Einbruchsdiebstahl beteiligt zu haben. Er wurde aber auf Grund deS zusammengetragenen Indizienbeweises einwandfrei der Mittäterschaft überführt. Unter Verwerfung seiner Berufung wurde die Strafe entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf 3 3 ahre Zuchthaus erhöht. Hieraus und mit den übrigen inzwischen erkannten Strafen wurde eine Gesamtstrafe von zwölf 3ahren zwei Wochen Zuchthaus gebildet. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 3ahren aberkannt und die Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht ausgesprochen.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
z. Rödgen, 13. Mai. Dieser Tage sind an der Durchfahrt Gießen — Grohen-Bu- s e ck, die drei scharfe Biegungen in unserem Dorfe aufweist, n 6 u e Richtungsschilder für den Autoverkehr angebracht worden. Dieser ist eben wieder außerordentlich lebhaft, da die Straße Gießen—Reiskirchen gesperrt ist. Ebenso notwendig wie diese Richtungsschilder erscheinen zwei Warnungstafeln mit der Aufschrift: Schule. Der Ausgang aus dem Schulhof mündet gerade an der einen Straßenbiegung. Die Schüler, besonders die ABC-Schützen, sind immer in Gefahr, zumal die Arbeiten an der Kanalisierung die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich lenken. — Heute verlieh die Krankenschwester Lenchen unsere Gemeinde, um eine neue Stelle in Eschau bei Aschaffenburg anzutreten. Sie war etwa vier 3ahre hier tätig und hat in dieser Zeit in manchem Haus Kranke gepflegt und manchem die erste Hilfe bei Unglücksfällen zuteil werden lassen. Man sieht sie ungern von hier scheiden.
O Hungen, 13. Mai. Gestern fand hier die feierliche Einweihung des Gefallenen- b e n t m a I s statt. Nachdem morgens am Kriegerdenkmal 1870 71 auf* dem Friedhof seitens des Stadtvorstandes ein Kranz niedergelegt worden war, begann um 10 Uhr der F e st g o 11 e s d i e n st,
an dem sich sämtliche Vereine beteiligten. Das Gotteshaus war überfüllt, so daß nicht alle darin einen Platz finden konnten. Die Festpredigt wurde von zwei Liedern des Mädchenchores umrahmt, der nach einem angepaßten Präludium „Es ist ein Schnitter, der heißt Tod" und nach der Festprcdigt „Das Leben welkt wie Gras" fang. Im Anschluß an den Gottesdienst ordneten sich die Vereine auf dem alten Marktplatze, und unter den Klängen zweier Trauermärsche bewegte sich der Zug zum Denk- mal, das gegenüber der Schule zur Aufstellung gelangt ist. Hier begann die Gedächtnisfeier mit dem gemeinsamen Liede „Ein feste Burg ist unser Gott". Architekt Schmidt aus Düsseldorf, ein gebürtiger Hungener, nach dessen Entwurf das Denkmal durch den ebenfalls anwesenden Bildhauer Z i e s e n i ß zu Düsseldorf hergestellt worden ist, übergab das Denkmal der Stadt. Unter Präsentieren des Gewehres seitens der Ehrensektion des Kriegeroereins fiel die Umhüllung, worauf der Gesangverein „Liederkranz" das Lied „Morgenrot" intonierte. Bürgermeister Fendt übernahm das Denkmal für die Stadt, dankte allen, die an feiner Errichtung teilgenommen hatten und wies auf feine Bedeutung hin. Stadtpfarrer Bock hielt hierauf eine eindrucksvolle Weiherede. Den Höhepunkt seiner Ansprache bildeten etwa folgende Sätze: „Stein und Erz sind aus einer toten Masse durch die Hand des Künstlers zum Leben erweckt worden. Sie leben nun und reden. Sie reden zu den Hinterbliebenen und den hier Versammelten. Aber wenn alle hier erklungenen Lieder verklungen, alle gesprochenen Worte vergessen und alle Anwesenden oer- gangen fein werden, so werden Stein und Erz noch reden zu den kommenden Geschlechtern von den Taten der gefallenen Helden." Bei gesenkten Fah» nen unb unter Glockengeläute verlas Bürgermeister Fenbt hierauf die Namen der Gefallenen, der in der Heimat Verstorbenen und der Vermißten. Ein stilles Gedenken an bie Gefallenen unter Präsentieren des Gewehres schloß' sich an, worauf der Ortsgeistliche ein kurzes Gebet sprach und die Ge- wehrsektion des Kriegeroereins die Gefallenen durch drei Ehrensalven ehrte. Nach dem gemeinsamen Liede „Ich halt' einen Kameraden", ergriff Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld (Gießen) das Wort unb richtete beherzigenswerte Worte an bie Anwesenben U. a. wies er barauf hin, daß im Schützengraben alle, ohne Unterschied ihrer Religion ober ihres Standes, Schulter an Schulter ge- standen unb gekämpft hätten unb auch gefallen wären. So sollten aber auch heute bie noch Lebenden Schulter an Schulter stehen und kämpfen, dann werde auch unser zusammengetretenes Vaterland sich wieder erneuern und erblühen. Dann werde es auch im Kreise der Völker wieder den Platz ein- nehmen, wohin es gehöre und wo es gestanden habe. Lehrer Schmidt fang hierauf mit den Schülern der Oberklasse „Mag auch bie Liebe weinen". Nach der Kranzniederlegung der Vereine fand die würdige Feier ihren Abschluß mit dem Deutschlandlied. Hierauf marschierten die Vereine geschlossen unter den Klängen der Friedberger Feuerwehrkapelle bis zur Turnhalle, woselbst der Zug sich auflöste. Das Denkmal stellt einen gefallenen Krieger dar, der trotz schwerer Verwundung sich wieder aufzurichten versucht. Es dürfte zu den schönsten Gefallenen-Denkmälern gehören und wirb stets eine Zierbe unserer Stabt fein.
Kreis Büdingen.
* Vibba, 12. Mai. Die @ e n e r a l o e r f a m m > 1 ung ber Bezirkssparkasse Nibda hat eine bebeutenbe Vergrößerung unb einen inneren Umbau des Sparkassegebäudes beschlossen, wozu die Pläne von einem hiesigen Architekten nach Entwürfen eines Spezialisten dieses Faches in Berlin ange- fertigt waren. Der Neubau kommt an die Westseite des jetzigen Hauses zu stehen unb soll bie Schalter für bie oerschiebenen Geschäftszweige nebst ben Bureauräumen sowie bie Registratur unb die Toiletten enthalten, während bie jetzigen Geschäftsräume zu einem geräumigen Sitzungssaal, einem Warte- unb Direktiönszimmer unb einem Raum für die Schließfächer der Kunden umgebaut werden. Der bisherige Tresor wird abgerissen unb burch einen mobernen im Erbgeschoß bes Neubaues ersetzt. Ferner wirb bas Erbgeschoß noch bie Heizungsanlage unb ein Formularienlager neben einem größeren Arbeitsraum aufnehmen. Das Dach bes einstöckigen Anbaus soll aus einer feuersicheren Betonbecke mit Kupferbelag hergestellt werden unb Einrichtung für Oberlicht erhalten. Die Kosten dieser modernen, zweckmäßigen und dringend notwendigen baulichen Veränderungen sind auf 80 000 bis 90 000 Mark veranschlagt. u/
Zahresversammlung derOberheff. Viehversicherungs-Anstall.
— Friedberg, 12. Mai.
Die Oberhessische Viehversicherungs-Anstalt, der in Oberhessen, Kurhessen und Starkenburg 2800 Mitglieder mit einem Dersicherungskapital von 3,5 Millionen Mark angehören, hielt heute nachmittag hier im „Ratskeller" ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab, die gut besucht war, vor allem aus Oberhessen und dem Hanauer Land.
Der neue Direktor der Anstalt, Dr. van Be n t h e i m (Gießen), eröffnete die Tagung mit herzlicher Begrüßung und erstattete den 3ahresrückblick, der von einem gefunden Fortschritt berichten konnte. Die Mitgliederzahl, die am 1. 3anuar 1928 insgesamt 2270 und am 1. Januar d. 3. 2464 betrug, hat in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres einen weiteren erfreulichen Zuwachs von 293 erfahren. Versichert waren am 1. Januar 1928 zusammen 3358 Pferde und 739 Stück Rindvieh. Am 1. 3an. 1929 betrugen die entsprechenden Zahlen 3456 und 729; dazu kommt in 1929 bis zum heutigen Tage ein Zuwachs von 406 Pferden und 123 Stück Rindvieh. An Schäden kamen 1927 174 und 1928 206 Fälle zur Auszahlung. 3n allgemeinen Ausführungen nahm der Berichterstatter zu der Frage der Prämienhöhe Stellung, die nie erörtert werden dürfe, ohne daß auch die Leistungsfrage gewürdigt werde. Die gemeinnützige Anstalt, die eine Versicherung auf Gegenseitigkeit sei, wolle keine Gewinne machen und könne daher die Mitglieder so entschädigen, daß sie auch in allen Fällen einen wirklichen Ruhen hätten. Die Ueberschüsse kämen nur den Mitgliedern zugute; gute Rücklagen brächten eine Herabsetzung des erhobenen Prozentsatzes. Es sei unmöglich, bei niedrigeren Prämien so hohe Leistungen wie die der Oberhessischen Anstalt zu gewähren.
Kontrolleur 3 ä g c r (Gießen) gab als Kassenrevisor einen eingehenden ileberblid über die Geldverhältnisse der Anstalt. Er stellte fest, daß am 31. Dezember 1928 ein bilanzmäßiges Vermögen von 8207,72 Mark vorhanden war, was gegenüber dem Abschluß vom 15. 3uni 1928 einen Vermögenszuwachs von 4415,38 Mark bc- bedeutet. Die Versammlung gab diesem Ergebnis ihre lebhafte Zustimmung.
Rachdem Kaufmann August Balzer (Gießen) dem.neuen Direktor unter lebhaftem Beifall den Dank für die klare kaufmännische Buchführung übermittelt und Altbürgermeister Kümmel (Rieder-3ssigheim) wiederum herzlichst Herrn A. Balzer für die der Kasse 1928 geleisteten Dienste gedankt hatte, wurde dem Direktor und dem Ausschuß durch die Versammlung einstimmig Entlastung erteilt.
Fünf sahungsmäßig aus dem Ausschuß ausscheidende Mitglieder wurden einstimmig auf drei 3ahre wiedergewählt, und zwar: Landwirt Hermann B ü n d i n g (Unter-Widdersheim), Gutspächter Georg 11 h r i g (Löwenhof bei Friedberg), Landwirt 3ohs. Gombert (Ebsdorf), Kaufmann Aug. Balzer (Gießen), Landwirt Heinrich Schneideri. (Utphe). Für den zurückgetretenen Oekonomierat Fritsch (Dilshofen) trat nach einstimmiger Wahl neu in den Ausschuß Gutspächter Paul Hofmann (Hof Güll). dessen Familie eng mit der Geschichte der Anstalt verbunden ist, gehörte fein Großvater doch zu den Gründern der „Oberhessifchen". Für Landwirt B u n t f ch u h (Lengsfeld) wurde als Ersah Landwirt H a x (Groß-Umstadt) in das Schiedsgericht gewählt.
Einstimmige Annahme fand eine Satzungsänderung, die bezüglich des Ausleihens von Pferden die Erweiterung bringt, daß das Verleihen von Pferden unter Mitgliedern der Anstalt gestattet ist.
3m Ramen der wiedergewählten Ausschußmitglieder dankte Landwirt Schneider (Utphe) für das entgegengebrachte Vertrauen.
Die Einmütigkeit der Versammlung zeigte, daß das Vertrauen in die Kasse nach wie vor besteht. Mit dem Wunsche, daß die Anstalt als einige Kasse sich weiter günstig zum Wohle der Landwirtschaft entwickeln möge, beschloß Direktor Dr. oan Bentheim die Versammlung.
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