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ansehnlichen Verbilligung des Gas­preises gegenüber dem heutigen Preisstand nicht gezweifelt werden. 3m Falle von Streiks, Aussperrungen. E i.schrän.un - sverfi'gun- gen hinsi^tlich des Gas- und Kohlenverbrauche^ usw. müsse die Ruhr den kommunalen Ga sbedarf decken, aber nicht den Industrie» bedarf. Die Bestimmung über den Preis, zu dem die Hekoga das Gas abgebe, sei allein ihr Vorbehalten,- fu sei nur verpflichte', darauf hin- zuwirlen. dah der Absatz weitmöglichst gesteigert werde. Aus dieser Verpflichtung leite sich Der Schluß her, den Gaspreis möglich st niedrig zu halten, damit dadurch der Konsum ausgedehnt werde. Der Redner besprach dann die verschiedenen Rebenverträge, die als Teile des gesamten Dertragswerkes Spezialfragen regeln, über die wir hier ohne Beeinträchtigung des sachlichen Referats für heute hinweggehen können. Am Schlüsse seiner Darlegungen besprach der Vortragende noch die sehr bedeutsame

Koksfrage.

Es fei natürlich, daß bei der eventuellen Still­legung von Gaswerken in Hessen auch die hier anfallende Koksmenge geringer werde, ja wo­möglich ganz verschwinde. 3edoch bleibe das Mainzer Gaswerk weiter bestehen, so dah zunächst schon der dort anfallende Koks zur Verfügung stxhe. Cs sei nicht der geringste An­haltspunkt dafür vorhanden, daß die Bevölke­rung, so weit sie das Gas nicht zur Heizung benutze, gezwungen sei, künftig zum Be>ug von Zechenkoks überzugehen. Er behaupte, daß aller menschlichen Voraussicht nach der G a s k o k s in unserem Gebiet auch nach der Schaffung der Ferngasversorgung billiger werde, als er heute sei. Hinsichtlich des Zechenkokses sei das rhein-mainische Wirtschaflsgebiet Heu e chon stark bestritten, hinsichtlich des Gaskokses aber nicht. Das Recht zur Lieferung von Gaskoks stehe heute nach den Bestimmungen des Koksshndikats aus­schließlich nur dem Gaswerk zu, das den be­treffenden Bezirk mit Gas versorgt. Wenn nun in Zukunft kein selbständiges Werk zur Gas­lieferung in dem Bezirk vorhanden sei, so falle auch die Bestimmung hinsichtlich der Gaskoks­lieferung fort, und dadurch werde die Heran­führung von Gaskoks völlig frei.

Der Ruhr sei ein alleiniges Recht zur Gaskoks- lleferung in das hekogagebiei nicht zugestanden worden.

Die Ruhrgas-A.-G. habe sich aber verpflichtet, durch das Gaswerk in Mainz möglichst viel Gas­koks erzeugen zu lassen. Die Menge des in Mainz anfallenden Gaskokses werde so groß sein, daß allein von dort aus zwei Drittel des Gaskoks­bedarfes in Hessen gedeckt würden. Die Ruhrgas- A.-G. bezweifle sehr, ob soviel Gaskoks im hie­sigen Bezirk überhaupt abgeseht werden könne, zumat ja doch durch die ausgedehntere Verwen­dung des Gases zu Heizzwecken der Koks als fester Brennstoff zu einem großen Teil über­flüssig werde. Jede Stadt werde künftig be­rechtigt sein, nach ihrem freien Ermes­sen Gaskoks auch von anderen Lieferanten zu

Oberheffen.

Kreis Friedberg.

0 Gambach, 12. Dez. Der hiesige Krie­gerverein veranstaltete am Samstagabend im Saale der GastwirtschaftZum grünen Baum" ein Militärkonzert, das von dem Mu- fikkorps des 1. Batl. 15. 3nf.-Rgts. in Gießen unter Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r ausgeführt wurde. Die Zuhörer, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, waren von den Leistungen der Kapelle und meh­reren Solls in hohem Maße befriedigt und ga­ben ihrem Danke für die Kapelle immer wieder durch lebhaften Beifall Ausdruck. Der Vor­sitzende des Kriegervereins, Beigeordneter Dol­ler, sprach der Kapelle am Schlüsse des Kon­zerts den herzlichsten Dank des Vereins für den vortrefflichen musikalischen Genuß aus. Der Redner gedachte dabei auch des 80. Geburts­tages des Generalfeldmarschalls von Macken- s e n und brachte schließlich ein Hoch auf unser Deutsches Vaterland aus, dem die Besucher be­

beziehen und innerhalb ihres Gebietes abzusehen Durch ihr Einverständnis mit dieser Bestimmung habe sich die Ruhr eines Monopols in der Gaskokslieferung begeben. Hier­durch werde also die Versorgung unseres Marktes mit Gaskoks vollständig sei, und bei der Ent­wickelung auf dem Gaskoksmarkt würden sich die Verhältnisse in Zukunft sicherlich viel günstiger gestalten als heute.

Auf Grund seiner Darlegungen kam der Vor­tragende zu dem Ergebnis, daß es sich bei der Ferngasversorgungsfrage um eine hochbedeut­same Angelegenheit von weittragen- den wirtschaftlichen Auswirkungen handele, die von den Städten, Provinzen und Kreisen bei ihren demnächstigen Entscheidungen mit Großzügigkeit und Weitblick behan­delt werden müsse.

Gießener Randbemerkungen.

Rach dem vom Hekogavorstand verbreiteten Exvose über die Vertragsentwürfe mit der Ruhr und der Saar und nach den in der Pressebespre­chung vom Hekogavorsihenden gegebenen Auf­klärungen wird die Gasversorgung von der Ruhr bzw. Saar durch die Hekoga eine Reihe von Vorteilen bieten. Es ist aber nicht zu über­sehen, daß auf der anderen Seite auch noch mehrere Bedenken fortbestehen, die bisher noch nicht zur Genüge widerlegt wor» Den sind. Für Gießen und Oberhessen wird es bedeutsam sein, daß nach den Er­klärungen des Hekogavorsihenden auf eine An­frage unseres Redaktionsmitgliedes die Absicht besteht, Gießen durch unmittelbarenAn- schluß an die Hauptleitung von der Ruhr über Siegen mit Gas zu versorgen und daß ferner mit dem Bau der Rohrleitung fofort nach dem Abschluß der Ver­träge begonnen werden soll. Auch für die Städte Butzbach, Dad-Rauheim und Friedberg wäre die unmittelbare Versorgung aus derHaupt- Iei hing gegeben, da die Leitung diese Städte berühren und erst unterhalb von Friedberg in Der Richtung nach dem Main herübergeführt werden soll. Für Gießen und die anderen zunächst in Betracht kommenden oberhessischen Städte muß erst noch geprüft werden, ob die Vorteile durch den Gasbezug von der Ruhr so erheblich sind, daß der Verzicht auf die selbständige Gasver­sorgung das Beste wäre. Träfe das zu, so würden wir in Gießen auf verhältnismäßig gute Weise die Sorgen um die künftige Gasversorgung, d. h. um die Errichtung eines neuen Gaswerkes los­geworden sein. Einstweilen wird man jedoch mit dem Urteil noch zurückhalten müssen, bis der Wortlaut der Verträge vorliegt, da man natürlich nur an Hand aller Einzelheiten dieser Verträge sich ein klares und einigermaßen sicheres Bild von der voraussichtlichen Gestaltung der Dinge machen kann. Der am 1. 3anuar antretende Stadtrat wird sich sicherlich schon bald mit den Verträgen der Hekoga zu befassen haben, ebenso werden die künftigen Kreistage von Gießen und Friedberg diesem Problem sofort ihre Aufmerk­samkeit schenken müssen.

geistert zustimmten und anschließend das Deutsch­landlied langen. Vor dem Konzert veranstaltete der Kriegerverein am Kriegerdenkmal eine Ge­denkfeier für die im Weltkriege gefallenen Gambachcr Kameraden. Nachdem die Militär­kapelle das LiedHarre meine Seele" gespielt hatte, legte der Vorsitzende Boller im Auf­trage des Kriegervereins einen Kranz am Denk­mal nieder. Zum Abschluß der Feier spielte die Kapelle die WeiseIch halt' einen Kamera­den". ,

Kreis Büdingen.

V Hirzenhain, 12. Dez. Sin schwerer U n g l ü ck s f a l l ereignete sich heute nachmit­tag gegen VzS Uhr in den hiesigen Eisen­werken. Durch den starken Sturm wurde ein großer, eiserner Fensterflügel eines Entlüftungsschachtes losgerissen, der aus acht Meter Höhe hinab st ürzte und dem Ar­beiter Friedr. Haas aus Gedern auf den Kopf fiel. Der sofort herbeigeeilte Arzt stellte einen schweren Schädelbruch fest. In be­wußtlosem Zustand wurde der Bedauernswerte

in die Klinik nach Gießen gebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Haas gilt als bra­ver, fleißiger Arbeiter, hat Frau und zwei kleine Kinder und ist Kriegsbeschädigter. Ein weiterer Arbeiter aus Gelnhaar, namens Vogel, der in der Rähe des Verunglückten stand, kam mit Hautabschürfungen am Rücken davon. Auch er ist Kriegsbeschädigter.

-j-Ortenberg,13. Dez. Der hiesige Schützen- verein hielt am Sonntag fein diesjähriges Schlußschießen, verbunden mit Gänseschießen, ab. Es wurden insgesamt 21 Gänse geschossen, wobei folgende Schützen die ersten Preise bzw. die besten Gänse erhielten: 1. Weckesser,)., 2. Zubrod, 3. Hofmann, 4. Stock, 5. Meister, 6. Dillemuth, Wilh. Im Anschluß hieran wurden noch einige gestiftete Ehrenscheiben ausgeschossen, welche erhielten: auf Freihand Lipp, aufgelegt 1. Stock, 2. Weckesser, 3. Naab, Walter. Nach dem Schießen marschierten die Schützen gemeinsam in das Vereinslokal, wo die Preisverteilung vorgenommen wurde.

Kreis Schotten.

C Lardenbach, 12. Dez. Die elektrische Kirchenheizung wurde am Sonntag hier zum erstenmal voll in Betrieb genommen und hat sich gut bewährt. Es handest sich nicht, wie früher irr­tümlich berichtet wurde, um Raumheizung, sondern um Heizung durch lange Heizkörper, die in jeder Bank unter den Fußbrettern angebracht wurden. Da- durch dürfte die Gewähr dafür gegeben sein, daß auch an sehr falten Sonntagen niemand zu frieren braucht. Dieser Tage fand im hiesigen Schulsaal ein Familienabend statt, der von den S ch ü lern veranstaltet wurde. Am Anfang des Abends stand ein Vortrag mit Lichtbildern über das deutsche Bauernhaus. Die verschiedenen Stämme des deutschen Volkes haben sich ihren eigenen Typ des Bauernhauses geschaffen. Doch kann man deutlich vier Hauptarten unterscheiden: den niedersächsischen, den friesischen, den alemannisch-fränkischen Und den bayrisch-rätischen Typus. Dazu gesellt sich im äußer­sten Westen des deutschen Sprachgebietes das lothringisch-französische Haus, im äußersten Osten das ostgermanisch-slawische. Der Vortrag wurde durch gute Lichtbilder erläutert und von der zahl­reichen Zuhörerschaft mit großem Interesse verfolgt. Im zweiten Teil des Abends schlossen sich Lieder, Gedichte und Sprechchöre an, die von schön vor- getragenen Liedern des Mundharmonika- Orchesters umrahmt wurden. Alles in allem dürfte der Abend den Eltern einen Einblick gegeben haben in die Art, wie dieNeue Schule" neue Wege sucht, weiterzuarbeiten an unserem teuersten Gut, den Kindern.

Kreis Alsfeld.

ch Nieder-Gemünden, 12. Dez. Der hie­sige Gesangverein beschloß in seiner jüng­sten Mitgliederversammlung die Anschaffung einer Vereinsfahne, mit deren Anfertigung eine Thüringer Fahnenfabrik beauftragt wurde. Das Fahnentuch wird auf der einen Seite ein sinnreiches Motiv, den Barden mit der Harfe, zeigen. Als umrahmenden Spruch wurden die Worte gewählt:Dem Wahren, Guten, Schönen soll unser Lied ertönen!" Die Einladungen zu dem nächstjährigen Sängerfest sind bereits ver­schickt worden. Der Ohm-Lumdatal-Sängerbund, dem unser Gesangverein angehört, wird sich an der Fahnenweihe zahlreich beteiligen, ebenso wer­den eine Anzahl weiterer Gastvereine zugegen sein.

\ Rieder-Ohmen, 13. Dez. Der Ge­flügel- und Dogelzu ch t vere in für Rieder-Ohmen u. Umgebung beteiligte sich erstmalig an einer Provinzial-Geflügelfchau, die dieses Jahr in Schotten stattfand. Es er­hielten folgende Mitglieder Preise: Kurl Fißler auf Zuchtstamm 1.3 Italiener gelb, sehr gut, ein Ehrenpreis; auf Zucht stamm Zwergwhan- dotten weih, gut, Klassenpreis 2; 1,0 Italiener gelb, gut. Otto Hartmann auf 1,3 desgl., gut, Klassenpreis 2; 1,0 desgl., gut. Adam Maus, Zuchtstamm 1,3 Rheinländer schwarz, sehr gut, Klassen-Ehrenpreis 1; Zuchtstamm 1,4 desgl., gut, Klafsenpr. 2. Otto Reichel Zuchtstamm 1,3 desgl., gut., Klassenpr. 2; 1,0 desgl. gut, Ludwig Kraus 1,0 Italiener schwarz, sehr gut, ein Ehrenpreis; desgl. 0,1 gut. Otto Kreicker desgl. 1,0 gut; 0,1 gut. Heinr. Alexander desgl. 1,0, gut, 0,1, gut. Werner Ziegenhein auf Brieftauben blau, be­

friedigend. ES mutz lobend anetfamtf werden, dah der junge Verein trotz der starken Kon­kurrenz so günstige Resultate erzielt hat.

Handball im (San Hessen (O T.)

Auf die gestrige Vorschau über ein Entscheidungs­spiel Großen-Buseck Wetzlar um die Gruppen­meisterschaft wird uns von der Großen-Busecker Vereinsleitung mitgeteilt, daß dort nichts von dem Austrag des genannten Spiels bekannt ist. Zudem käme solch ein Spiel gar nicht in Frage, da Großen- Buseck nach Verlauf der Runde zwei Punkte hinter Wetzlar steht.

Aus dem Amisverkündigungsblali.

Das Amtsverkündigungsblatt R r. 91 vom 13. Dezember enthalt: Die Wahl der Kreistagsmitglieder. Wahl der Mitglieder des Kreis-Ausschusses. Fehlbetrag bei der Kreiskasse Gießen. Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft in dec Gemarlung Op.. en- rod. Den Verkehr mit Feuerwerkskörpern. Vergütung für nebenamtlichen Fortbildungä- schulunterricht.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 15. Dezember. 3. Advent.

Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; 11: Kinder­kirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 5: Pfarrer Aecker; Beichte und hl. Abendmahl für die Markusgemeinde. Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Lic. Waas; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Aus- feit); Beichte und hl. Abendmahl für die Johannes- gemeinde; 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfarrer Müller. Kapelle des Alten Friedyofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche. Elisabeth- Kleinkinderschule. 11.30: Kinderkirche für die Petrus­gemeinde; Pfarrer Lic. aßaas. Reue Aula. 11.15t Unioersitätsgottesdienst; Predigt: Professor D. Born­kamm. Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst; 1.30: Hauptgottesdienst. wieselt. 9.45; 11: Kinderkirche. Alten-Buseck. 10; 6. Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Saubringen. Hausen-Garbenteich. 10: Hau­sen; hl. Abendmahl; 1: Garbenteich. Dahenborn- 5feinberg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kinder­gottesdienst; 2: Gottesdienst und hl. Abendmahl im Spital. Rieder-Bessingen. 10: Lehrer Hinkel.

Dienstag, den 17. Dezember.

Kirchberg. Abends 8.30 Uhr: Bibelstunde in Lollar. Mittwoch, den 18. Dezember.

Kapelle des Allen Friedhofs. Abends 8 Uhr: Ein­weihung der Orgel.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 14. Dezember.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 15. Dezember. 3. Adventsonntag.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und sakrarnentalische Bruderschaftsandacht. Grün- berg. 9.30: Messe mit Predigt. Hungen. 8: Hoch­amt mit Predigt. Laubach. 10: Messe mit Pre­digt. Lich. 10: Hochamt mit Predigt. Ridda. Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

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