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schen Vertreter bei den Saarverhandlungen rück­haltlos für bedingungslose Rückgabe des Landes und wirtschaftlichen Eigentums an Deutschland eintreten.

2m Anschluß an die von besonderem Mitgefühl mit unseren Brüdern im Saarland getragenen Ausführungen wurde eine Sammlung zugunsten der Gefallenen-Friedhofe in Langemark veran­staltet.

Leransialtungen In Gießen ImZahrelSZO

Wie die Stadtverwaltung im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekanntgibt, sollen die für das Jahr 1930 vorgesehenen Veranstal­tungen zusammengestcllt werden, um zu ver­meiden, daß mehrere wichtige Veranstaltungen, die sich gegenseitig beeinträchtigen könnten, auf einen Tag zusammensallen. Diesem Ersuchen kann man nur zustimmen, da schon öfters die Beobachtung ge­macht werden mußte, daß einzelne Veranstaltungen sich gegenseitig durch das zeitliche Zusam­

mentreffen schwer schädigten. Da diese Angaben ferner für Zwecke der Fremdenver­kehrswerbung benötigt werden, wäre zu wünschen, daß alle Veranstaltungen sofort dem Städtischen Verkehrsamt mitgeteilt werden.

Daten für Sonntag. 15. Dezember.

Sonnenaufgang 7.58 Uhr, Sonnenuntergang 15.51 Uhr. — Mondaufgang 14.41 Uhr, Monduntergang 6.47 Uhr.

37 n. Ehr.: Nero, römischer Kaiser, in Antium geboren: — 1784: der Schauspieler Ludwig Devrient in Berlin geboren; — 1832: der französische Inge­nieur Alexandre Gustave Eissel in Dijon geboren.

Daten für Montag. 16. Dezember.

Sonnenaufgang 7.59 Uhr, Sonnenuntergang 15.52 Uhr. — Mondaufgang 15.27 Uhr, Monduntergang 8.16 Uhr.

1770: Ludwig van Beethoven in Bonn geboren.

Oiellntugen-endesjungenHundes

Von Tierarzt Carl dichter.

„2ung gewohnt, ist altgetan!", das gilt auch für den Hund! Man sieht so viele unerzogene Hunde Herumlaufen, in Stadt und Land, daß man ihnen gleich anmerkt: Dieser Hund hat sicher keine gute „Kinderstube" gehabt!

Run bringen viele Hunde ihre Fehler und Untugenden ja schon von ihren Vätern her mit zur Welt. Es gibt zahllose schlechte Hundeeigen­schaften, die angeboren sind. Diese lassen sich infolgedessen durch die beste Dressur niemals ganz herausbringen. Beim Ankauf eines jungen Hundes wird man daher in erster Lime auf feine Abstammung und auf die Eigenschaften seiner Vorfahren achten müssen. Hier spielt schon die Auswahl der richtigen Rasse eine Rolle. Das „richtig" bezieht sich vor allem auf die Bedürfnisse des Hundehalters. So wird es sich nicht empfehlen, wenn man z. D. wünscht, daß der Hund ein treuer Spielkamerad von Kindern sein soll, dazu einen bissigen Dober­mann zu wählen. Ein Schäferhund wird da besser am Platze sein. Umgekehrt wird der Geflügel­halter auf dem Lande zu viele Schwierigkeiten mit dem freilaufenden Schäferhund haben und sich lieber einen ruhigen Kettenhund halten.

Auch innerhalb der Rasse muh man darauf achten, welche Fehler die Eltern und die Voreltern des jungen Hundes gehabt haben. Fehler vererben sich beim Hunde sehr leicht, man behauptet sogar, daß erworbene Fehler der Eltern sich auf die jungen Hunde vererben. Man muh also die Eltern des jungen Hundes persönlich kennen oder einen sicheren Gewährs­mann für ihren Charakter haben. Hunde z. D.. die ihr Lebenlang stumpfsinnig an der Kette ge­legen haben, sind unbrauchbare Eltern für junge Hunde, die man zu allen möglichen tüchtigen Arbeitsleistungen haben will. 2m allgemeinen sind Welpen aus derben Gcbrauchsrassen Un­tugenden und Fehler von vornherein leichter abzugewöhnen.

Da wir nicht alle einzelnen Untugenden und Fehler des jungen Hundes und deren Abgewöh­nung behandeln können, wollen wir uns nur mit einigen Beispielen begnügen und vorher die wichtigsten Grundmahnahmen zur richtigen Erziehung des jungen Hundes anführen:

1. Man beginne so früh wie möglich mit der Erziehung des Hundes. Rach dem endgültigen Absehen von der Mutter, also etwa im dritten Lebensmonat, setzt zweckmäßig die Er­ziehung schon ein.

2. Die beiden großen Erziehungsmittel sind: Strafen und Belohnen. Beide haben der Tat auf dem Fuße zu fplgen und müssen genau jedesmal den zu erreichenden Zielen entsprechen.

3. Stets ist aber das Vertrauen des Hun­des zu seinem Herrn die Grundlage der Erziehung: Das Vertrauen in dessen unbegrenz­tes Wohlwollen einerseits, in seine allmächtige Strafgewalt anderseits.

4. Die entscheidende Voraussetzung zum Ge­lingen der Erziehung des jungen Hundes ist dessen unbedingter Gehorsam gegenüber seinem Herrn.

Diesen Gehorsam herbeizuführen, ist also das

erste Kunststück, aus welchem alle anderen folgen. Ein ungehorsamer Hund ist kein Hund, sondern ein unnützer Kö.er. Gehorsam aber ist eine Tugend, die auf einem gesunden Gemisch von restlosem Vertrauen zum Herrn und von heilloser Furcht vor seiner Strafmacht be­steht. Beide Gefühle muß der Herr im Hunde bis zur größtmöglichsten Höhe erwecken und steigern und auf dieser Grundlage dann die Hebungen aufbauen, welche den praktischen Gehorsam an­erziehen.

Die Liebe und das Vertrauen des Hundes gewinnt der Herr durch gute Fütte­rung undPflege im allgemeinen, und durch Liebkosen und Belohnung im besonderen. Was das erstere anbelangt, so ist es selbstverständlich, daß man einen Hund nur erziehen kann, wenn er nicht krank ist, toerm er nicht hungert und dürstet und — wenn er nicht von Ungeziefer geplagt wird. Das Liebkosen des Hundes soll zwar nicht sparsam erfolgen, aber mit dessen guter Führung im Einklang steh-rn. Man muh viel mit schmackhaften Delohnungshappen ar­beiten, die sofort nach einer guten Leistung ver­abreicht werden. — Man soll den Hund viel spielen lassen, aber stets die Spiele über­wachen, indem man z. B. einen Knochen an einen langen Bindfaden befestigt, dessen Ende man zur Hand hat. Man muh den Hund so oft wie möglich mitnehmen, und überhaupt möglichst um sich haben.

Die Strafen haben während der Tat oder unmittelbar nach der Tat zu erfolgen. Sie müssen kurz, aber sehr empfindlich sein. Der Hund muß genau wissen, warum er gestraft wird.

Ein Beispiel: Ein junger Hund soll stuben­rein gemacht werden. Das Wichtigste ist also, daß man ihm bezüglich dieser Bedürfnisse die zweckentsprechende Pflege angedeihen läßt, indem man ihm, wenigstens in seiner 2ugend, alle zwei Stunden Gelegenheit zum „Rässen" und etwa alle acht Stunden zum „Lösen" gibt. 2n der Stadt muß man ihn schon wohl oder übel in diesen Zwischenräumen hinausführen, bzw. die Treppen hinuntertragen. — Um den Hund nun an das zeitweise Zurückhalten seiner Bedürf­nisse zu gewöhnen, führt man ihn ein paarmal in Versuchung und straft das Richtbestehen dieser Versuchung sehr empfindlich auf der Stelle durch einen wohlgezielten Hieb mit der Hunde­peitsche. Dabei ruft man laut „Pfui!", führt oder trägt ihn hinaus und läßt ihn auf der Straße seine Bedürfnisse in aller Ruhe befriedigen. Hin­terher muß der kleine Kerl Lob und Lohn ernten! Das ist die kürzeste und auch schmerzloseste Methode, einen Hund stubenrein zu bekommen.

Hm den jungen Rüden das andauernde Stehen­bleiben bei anderen Hunden, das Beschnüffeln, ferner das häßliche Benässen der Hausecken ab-- zugewöhnen, soll man sie bis etwa zu ihrem 7. Monate, wo sie geschlechtsreif werden, a n der Leine ausführen. Rur mit Hilfe der Leine und einer Hundepeitsche kann man ihnen die verschiedenen Straßenuntugenden so recht­zeitig abgewöhnen, daß sie gar nicht erst zur Entwicklung kommen.

Runosünkprogramm.

Sonntag, 15. Dezember.

7 Hhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 9 bis 10: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 10.30: Peter Flamm, Vorlesung aus eigenen Werken. 11: Erziehung und Bildung: ..Moderne Psychologie und moderne Pädagogik, Vortrag von Dr. Artur Kießling, Dozent an der Pädagogischen Aka­demie. 11.30: Erziehung und Bildung — Eltern­stunde: „Eine Mutter kommt in die Sprech­stunde". Zwiegespräch zwischen Frau Olga Kitze und Rektor Wehrhan über den Rikolaus und Weihnachtsmann. 12: Konzert des Gesangvereins Sängerlust 1870 e. V. Frankfurt a. M.-Schwan- heim. _J3.10: Mikrophonreportage: Gang durch den Fritzlarer Dom mit Dechant Selz er. 13.30: Stunde der 2ugend: Aus dem deutschen Mär­chenborn: Tannenmärchen. 14.30: Stunde deS LandeS: 1. „Standardisierung zur Verbesserung unseres landwirtschastnchen Absatzes", Vortrag von Dr. Hugo Hornh, Wiesbaden. 2. ..Wie kann ich meinen Eichenschälwald wirtschaftlich aus- nuhen?", Vortrag von Staatsoberförster Stahen, Idstein. 15.30: Aus dem Dom in Fritzlar: Orgelkonzert, Einweihung der neuen Domorgel durch Denediktinerpater Anselm Maria-Laach. 16: Ton Stuttgart: Ködert des Rundfunk­orchesters. 17: Aus der Stadthalle Heidelberg: Konzert des Bach-Vereins. 18: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Lagarde klagt, daß der deutschen Jugend der 2dealismuS fehlt", eine Betrachtung zur Gegen­wart von Dr. Herbert Kranz, Frankfurt a. M. 18.30: Dücherstunde. 19: Sportnachrichten. 20: „Re^pte für Komödienschreiber". Zwiegespräch zwisHen Walter Benjamin und Wilhelm Spet)er. 20.30: Sechs Marienlieder für eine Singstimme mit Klavier von Max Kowalski, op. 12. 21: Konzert vom Petzlo-Schubert-Qgartett. 22: Lustige Lieder zur Laute, 2osef Gareis. 22.30: Konzert. 2330 bis 0.30: Tanzmusik.

Montag, 16. Dezember.

11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schall­plattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Ju­

gend: „Ein rheinischer Weberjunge erzählt", 2m- provisation von Dr. Paul Laven. 16: Haus- srauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein: „Was gibt es Gutes an den Feiertagen?" — „Selbstgemachtes Spielzeug", Vortrag von 2rma Dresdner. 16.15: Von Stutt­gart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: „Was kann ich dazu beitragen, daß mein Weihnachts- Postpaket schnell und sicher den Empfänger er­reicht?", Vortrag von Postdircktor Storch. 18.15 bis 18.30: „Vom Weihnachtseinkauf", Vortrag von Oswald Schleinitz vom Gewerkschaftsbund der Angestellten. 18.35 bis 19: Wilhelm Speier, Vorlesung aus eigenen Werken. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Aus dem großen Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: 5. Montags­konzert des Frankfurter Orchestervereins. 21.30: Von Stuttgart: Sll-Heil, Besuch der Heilbronner auf der Stuttgarter Hütte. 22.30: Tanzmusik.

Dienstag, 17. Dezember.

11 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Sinfonie-Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der 2ugend. „Reues aus Sport und Spiel", Vortrag von Dr. Paul Laven. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunk­orchesters. 18: Festpostpakete-Derkehr. Mit dem Mikrophon auf dem Postamt 9, Frankfurt a. M. 18.35: Von Stuttgart: „Deutsche B.ldungsarbeit in Polen", Vortrag von A. Karget. 19.05: „Das Steuerrcsormprogramm der deutschen Zndustrie- und Handelskammer", Vortrag von Dr. Köbner. 19.30: Don Stuttgart: Die Dergkönigin, Weih­nachtsmärchen von Fr. Rodenstock, Musik von 2osel Haus. 20.45: Von Basel: Kammermusik des Budapester Streichquartetts. 21.45 bis 22.45: Von Kassel: Gesangskonzert. 23: Von Kasel: Hnter- haltungskonzert des Rundfunkorchesters.

Mittwoch, 18. Dezember.

10.30: Schallplattenkonzert. 11.15: Schulfunk — Auslanddeutschtum: „Deutsche 2ugend in Kon­greß-Polen". Vortrag von Ehefredakteur Adolf Karget, Lodz. 11.45 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert. Unterhal­tungskonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Zagend.

„Des kleinen Dahnwarts Christabend und andere Geschichten", borg.tragen von Rektor K. Wehrhan (für Kinder vom 10. 2ahre ab). 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Don Mannheim: „Eheprobleme", Dortrag von Dr. Marianne Weber 18.35: Von Stuttgart: „Men­schenfreunde Eng:nie Schwarzwald", Vortrag von Martin Lang. 19.05: Von Stuttgart: „Aus der Geschichte der Sklaverei", Vortrag von Dr. Rob. Pfaff-Giesberg. 19.30: Von Freiburg: Fahrendes Volk, Lustspiel von Franz Schmitt. 20.15: Deut­scher Abend.

Donnerstag, 19. Dezember.

11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schall­plattenkonzert: Für unsere Kleinen. 15.15 bis 15.45: Stunde der 2ugend: „Englische Balladen von Fontane", vorgetragen von Rektor K. Wehr­han (für Kinder vom 12. 2ahre ab). 16 bis 17.45. Von Stuttgart: Konzert des Rundfunk­orchesters. 18 bis 18.30. Gabentisch des Rund­funks III. 18.35 bis 19: Französischer Unterricht. 19.05: Funkhochschule: „Der Rervöse im Kreise seiner Familie", Vortrag von Stadtarzt Dr. Gerun. 19.30: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.: Figaros Hochzeit. Opera buffa in vier Auszügen von W. A. Mozart, Dichtung von Lorenzo da Ponte. 22.30 bis 23.30: Klavier­konzert, Theophil Demetriescu.

Jvcitag, 20. Dezember.

11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schall­plattenkonzert: Alte WeihnachtZmusik. 15.15 bis

15.45: Stunde der 2ugend: „Das Lehrmädchen hn Verkauf", Vortrag von Berufsberaterin Stein­häuser, Arbeitsamt Frankfurt (für Kinder vom 12. Zähre ab). 16 bis 17.45: AuS dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert. 18: Briefkasten. 18.10 bis 18.30: Wo uns der Schuh drückt: „Sensalen". 18.35: Don Stuttgart: „Wie mißt man im Weltenraum Entfernungen?", Vortrag von Pro­fessor Beutel. 19.05: Don Stuttgart: Volkswirt­schaftliche Reihe: „Die Tätigkeit und Bedeutung der Gewerkschasten in der Wirtschaft", Vortrag von H. Reichest. 19.30: Don Mannheim: Lieder­stunde. 20.15: Don 2Nannheim: Konzert der Bläservereinigung des Mannheimer Rational- theater-Orchesters. 21.15: Don Stuttgart: 2ürgen Eggebrecht liest aus Maurice de Vlaminck: „Ge­fahr voraus". 21.35: Konzert. 22.45: Unterhal­tungskonzert.

Samslag, 21. Dezember.

11 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus alten Operetten! 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deut­schen Liederkranze. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Aus der St. Peters- kirche, Frankfurt a. M.: Konzert der Frank­furter Motette. 18.35: Spanischer Unterricht. 19.30: Don Stuttgart: Fr'h ich: Waningerst nde. Dichterkomponist Edmund Wan'.nger, Bad Därr- Heim, mit eigenen Dichtungen, sowie Liedern zu Klavier und Laute. 20.30: Hüben und drüben. 21.45: Musikalische Unterhaltung.

Geschichten aus aller Welt.

Die Zensur fördert den Fremdenverkehr.

(r) Ain sterdam.

Die holländischen Filmverleiher beschlossen vor kurzem, die Provinz Rord-Brabant nicht mehr mit Material zu beliefern, da die dortigen Be­hörden die Entschließungen der staatlichen Film­prüfstelle boykottieren und eine eigene Zensur eingeführt haben, die unbeschreiblich streng schaltet und durchschnittlich jeden zweiten Großfilm, der in allen anderen Teilen des Landes unange­tastet laufen kann, aus nichtigen Gründen ver­bieten. Diese eigenmächtige Maßregelung der dortigen Kinos fördert den Fremdenverkehr nach Deutschland! Geschickte Unternehmer haben Auto­bussonderfahrten eingerichtet: bequeme Ausflugs­wagen befördern die Bevölkerung der in der Rähe der Grenze liegenden Ortschaften turnus­weise nach den deutschen Grenzstädtchen, in deren Lichtspieltheatern alle verbotenen Filme für bil­liges Geld gezeigt werden. Da die holländische Valuta bekanntlich höher als die deutsche ist, kommt ein Kinobesuch in Deutschland dem hol­ländischen Filmfreund selbst inllusive Autobus- fahrt kaum teurer als zu Hause, wo er oft nur langweilige Filme wissenschaftlicher Art sehen kann und kein einziges Liebesdrama mit nerven­aufpeitschenden Konflikten. Der Magistrat von Kerkrade beantragte jetzt den sofortigen Abbau der provinzialen Rachzensur, um diesem Unfug ein Ende zu machen. Die deutschen Kinobesitzer nahe der Grenze brauchen aber deshalb vorerst keine Angst zu haben: bis in Holland eine be­stehende Einrichtung abgeschafft wird, vergehen lange Zähre...

Ku-Klux-Klan im Mondschein.

(a) Reuhork.

Vier junge Mädchen im Alter von 17 bis 20 Zähren in Princetown hatten irgendein be­rufliches Examen gut bestanden. So etwas muh bei Männern begossen und von Frauen in soli­derer Manier gefeiert werden. Die vier fröh­lichen, ob ihres Erfolges im siebenten Himmel schwebenden jungen Damen beschlossen also, mit einem Wagen in den schönen grünen Wald hinauszukutschieren, dort ein Picknick abzuhalten und anschließend daran auch noch eine der mit Recht so beliebten Mondscheinpartien zu machen.

Die Fahrt in die schöne Ratur verlief pro- grammäßig und äußerst belustigend, ebenso das Picknick, dem die herrlichsten amerikanischen Kon­serven Gehalt gaben. Auch die Mondscheinpartie lieh sich köstlich an; bald jedoch wurden die vier Spaziergängerinnen müde, ließen sich in einer kleinen Lichtung nieder und faßten den Entschluß, zur Belebung des etwas mitgenommenen Inneren ein Gläschen Tee zu trinken. Die Spiritus­maschine wurde ausgestellt, und man machte sich auf die Suche nach Wasser, well ohne dieses Element beim besten Willen fein Tee herzustellen ist. Plötzlich standen die Damen im Dickicht einer unheimlichen Szene gegenüber. Dor einem Riesen­kessel, aus dem oben ein feiner Rauch aufstieg, hantierten drei vermummte Männer, im Wechsel von Mondschein und Wolkenschatten gespenstisch aussehend. Natürlich stieß eine der Mondschein­wanderinnen einen kleinen Schreckensschrei aus, und sofort waren die Damen von den drei Spukgestalten umringt.

„O Gott, der Ku-Klux-Klan!" wimmerte eine von ihnen und warf sich auf die Knie. „Ditte, bitte, nichts tun, wir wollen nichts verraten!"

„Gut, es feil“ antwortete eine Männerstimme. „Ihr wißt, der Ku-Klux-Klan tötet die, die ihn ungebeten bei seinen heimlichen Kulthandlungen beobachten. Wir schenken euch das Leben unter der Bedingung, daß ihr uns helft und Wasser aus dem nahen Bache heranschleppt und außer­dem versprecht, kein Sterbenswörtchen yon dem zu verraten, was ihr hier seht!"

Die Mädels beschworen alles, was man von ihnen verlangte, und schleppten die ganze Rächt schwere Eimer Wasser aus dem Bache heran.

Eine von ihnen jedoch muß über das nächt­liche Geheimnis „unter dem Siegel der Ver­schwiegenheit" geplaudert haben, denn die ganze Geschichte kam der Polizei zu Ohren, die in einer der nächsten Rächte in dem Wald eine Razzia veranstaltete. Es gelang ihr auch, die „Ku-Klux-Klan"-Leute auf frischer Tat zu er­wischen. Es waren natürlich — heimliche Schnapsbrenner. .

Sie gaben ihr Treiben ohne weiteres zu. Zhr Anführer aber fühlte sich bewogen zu erklären, „trotz alledem" seien sie den vier Damen äußerst dankbar, denn dank ihrer unfreiwilligen aus- opfernden Mitarbeit hätten sie in jener Rächt für mindestens 100 Dollar mehr Schnaps Herstellen können. — —

Die japanische Dreizehn.

(O) Tokio.

Die Furcht vor der Unglückszahl ist inter­national, nur wird sie nicht überall durch die in Europa verpönte Dreizehn ausgedrückt. Zn 2a- pan hat sich der Aberglaube der Zahl 42 be­mächtigt. Sie ist die TodeSzahl, und ein Japaner, der daS. Alter von 42 Zähren erreicht hat.

macht im stillen fein Testament. Denn wie in Europa gibt auch in Asien niemand gern offen feinen Aberglauben zu. Aber im zwellmd- vierzigsten Lebensjahr ist ein Japaner im be­sonderen Maße drohenden Gefahren ausgesetzt, die bösen Geister gewinnen in diesem Alter eine große Macht über ihn, und vor Krankheiten, Un­fällen, Brandschatzungen und sonstigem Unglück muß er sich in diesem Alter besonders vorsehen. Ein Tag, der für einen Japaner mit der Zahl 42 beginnt, sei es, daß er sie gleich am Morgen in seiner Zeitung lieft, daß sie ihm als Straßen- nummer zuerst ins Auge springt oder sich als Quersumme der Rümmer des Autos ergibt, das er morgens zuerst sieht, ein solcher Tag ist ein Unglückstag. Wohnt er in einem Hause Rr. 42. dann sucht er eine andere Wohnung zu bekommen, und ergibt seine Telephonnummer die Quersumme von 42, dann sucht er den Makler auf, um sich eine andere Rümmer zu kaufen. Denn die Ja­paner find in der Lage, sich ihre Telephon­nummern auszusuchen, und eine ganze Gilde von Gewitzten hat sich Dutzende von Reserve-.,Glücks- nummern“ gekauft, die sie an Abergläubische für teures Geld Weiterverkäufen. Unbeliebt sind auch die (Hummern, die an den letzten beiden Stellen die Zahl 9 fuhren. Sie werden gewöhnlich — den Behörden, insbesondere der Polizei — zuge- schanzt._____________________________________

Sprechstunden ver Redaktion.

11.30 dis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.________________________________

Gewinaauszua

3. Moste 34 Pltubifcb-Eöbdevlsche (260. Preuh.) Klasten-Lonerie Ohne Gewähr Nachdruck »erboten

Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

1. Ziehungstag 13. Dezember 1929

8n der heutigen Dormittagsllebung wurden Gewinne über 120 3)1. gezogen

2 »n 100000 M. 346899

6 »kw'nn« ra 2000 M 83616 138036 166826

4 »ttoinne tu 1000 <M. 62880 203881

4 ffeurinn» 800 M 84777 266623

24 «erolnne ,u 500 -i". 26430 27543 38453 139467

196998 298587 306781 308722 363908 35M29

240 M. 2221 2870

236 ©etoinne iu

152917 193698 222050 267571

322440 370444

106558 118658 139195 164233 171329 217233 242494 281180 294469 310646 320798 342374 366877 374398

159680 203930 251512 285802

349562 376059

126064 152524

164995 200553 234624 279154 287014 307772 317580

330030 366241 373430 390133

11598

32678

46709 72182

215696

264576

314449

359239

107965 126217 146287 154879 174811

223849 249054

284126 297927 311308 321064 350842 370544

384668

126874 148807

161608 188162 225885 262110 286078 304773 314812 323033 360664 371668 388412

155370 201273

223599 267615

323514 371919

109293 125688 146995 168572

178348 224300 251726

285635 304642 314705

321146 352423 371343

388341

157382 204127 248171 269702 333855 372298

159863 213720

256101

289200

354090

14203 33876

47557 78983

103307 117648 136009 162860 168094 216334 235065 280712 291044 30^632 319362 3353.32 366094 374022 390269

16549 19868 25448 26364 26941

35757 37676 38048 40725 46633

51785 58743 58805 62705 68329

80.368 84542 86251 87572 91839 94466

----- ------ ------ 112329 116258

366522 380993

104 »tfrinn# ,u 400 4825 16336 19680 27'292 33329 41402 45273 65332 63097 73369 77930 78421 81243 104337 106854 I16587 119655 123754 ------ ------ ------ ------ ------ 189446

393249 396912

Sn der heutigen Nachmittagsziebung wurden Gewinne über 120 M. gezogen

2 ®ttolnne »u 3000 <DL 377341 .

6 ®<toinn» ju 1000 M. 88289 142305 199391

12 ©«ttinn» .» 800 M. 25130 60290 62883 97815 161550 257003

28 »ttoinne in 600 m. 2053 63543 86377 92470 113716 116869 232017 232372 271679 286365 334295 345451 377728 39)903

86 »etoinne ,u 400 M. 6735 19108 23390 29066 31646 37142 68686 69144 72188 83178 9281g 94721 137581 138633 149080 151722 163704 168819 173069 177659 186940 193585 198343

210595 215896 226207 229303 229842 233910

234072 243317 262430 268294 292887 297074

310160 310941 330016 336082 347142 349666

358131 393018

284 »ehnnnt ,D 240 9Tt. 169 19846 21706 23811 24281 25377 28078 30072 31041 31117 33444

35268 35289 35989 37623 39643 41218 41984

49874 63630 57198 61269 61977 65656 65725

67329 67574 68286 68510 69626 77669 80277

85767 88766 90934 91419 96365 97521 99750

99961 101753 106100 108015 109873 111569 113443 114640 115613 118557 126696 132183

168359 159258 161979 170158 171102 176914

177698 177919 176546 181808 188782 189534

192221 194268 197602 198399 199041 202648

206304 207001 212506 213648 219063 223011

226839 231483 232763 234895 239737 241260

243115 247308 248058 248816 255803 258873

261020 261953 262053 269456 269457 269686

271538 275440 276771 276887 279976 280068

282723 288421 288719 290878 292745 304434

309999 314387 315912 316904 319460 321417

328881 331771 335482 337309 342238 342290

845170 849661 353433 853605 354602 362709

366322 366832 367454 387834 367851 372505

376621 377018 380202 385603 387306 387740

388693 390063 392100 393208 394770 897390

399790

Die in der heutigen VormttlagSziehung ge» iogenen beiden Hauptgewinne von je • M. leien auf Nr. 346809 tn Abteilung I noch Lingen Emlj, tn Lbtellung U nach (Subek