DIE PREIfE
DIE LEISTUNGEN I
GROH
-d? UW
•W
ÜB*
oder die Vertretung lat
Gießen, Reisebüro Loeb
Seltersweg 93, Ecke SOdanlage
Staben Sie offene Füße?
44, Fortsetzung.
Nachdruck verboten
die die
er
Lu
sie LInterschlupf hätte finden können.
„Ich möchte nun gerne schlafen!" wandte sich an Diebow. „Wenn hu noch etwas fragen hast, dann tue es gleich, bitte!"
Kurt streckte sich noch einmal hoch. „Ist Frau des Erzherzogs Christoph — ich meine
Isabella Ieska — im stillen auch die deine? — Das kann ja Vorkommen!" beschwichtigte er rasch, als Hettingen unvermittelt auffuhr.
„Nein! — Mir ist jedes Weib heilig!"
„Auch das unverheiratete?"
„Auch das! — Gute Rächt. Diebow!"
„Gute Rächt, mein Lieber. — Gib mir deine Hand für einen Moment, Joachim, damit ich weih, das; du mir nicht böse bist."
Das Stroh raschelte, als Hettingen die Rechte zu dem Freunde hinüberschob.
Diebow schnellte auf und starrte in das Dunkel, das ihn umgab. „Hast du nichts gehört? —"
„Rein!"
„Aber ich! — Herrgott, heimlich ist es da drauhen gerade nicht. — Dicht hinter mir — oder nebenan — ich konnte es nicht unterscheiden, hat es gekracht."
„Möglich!" kam es ruhig. „Das wirst du im Laufe der Rächt noch öfter zu hören friegen. Das Dretterwerk der Baracke muh erst noch völlig austrocknen. — So dehnt es sich noch immer. Du kannst das morgen deutlich an den Sprüngen und den vielen Fugen sehen."
Diebow lieh sich erleichtert wieder auf das Stroh fallen.
In Hettingen aber kreisten wiederum die Gedanken bis zu völliger Erschöpfung. — Sie war noch hier! — Aber wo hatte sie ein Versteck gefunden? — Er fand keine einzige Lücke, in der
Lache Vaßarrs!
Roman von 3- Echneider-Foerstl.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa
Dann tzlietz c3 still. —
Diebows ruhig gleichmäßige Atemzüge gingen gleich darauf durch den Raum. Hettingens schwere, unruhige, mengten sich darein. Von drauhen kam eine matte Helle durch das erblindete Fenster und das halblaute einschläfernde Plaudern des nimmermüden Brunnens.
Zuweilen knarrte das Holz der Wände, oder es löste sich ein Stein oben am Gefelse und schlug mit dumpfem Krachen in die Tiefe. Dann fuhr Diebow schlaftrunken auf und kuschelte sich enger gegen den warmen Körper an seiner Seite, der ganz in Schweiß gebadet lag.
Hettingens Augen standen weit offen und suchten das Dunkel zu durchdringen. Wenn sie noch hier war, muhte sie jetzt die Gelegenheit benützen und sich hinausschleichen.
Ob Kurts Schlaf so fest war, dah er es wagen durste, sie eine Strecke zu begleiten? — Allein konnte er sie unter keinen Llmständen den Wetz nach Bellinzona hinunter machen lassen. Er würde keine Minute mehr ruhig sein in der quälenden Llngewihheit, wie sie nach Hause kam.
Leise, damit Diebow nicht erwachte, rückte er von diesem ab und stützte sich lauschend auf den Ellenbogen des rechten Armes. Da verspürte er an der linken Hand, die über das Lagir herabhing, eine kosende Bewegung, wie den Hauch eines Mundes, der über seine Finger glitt.
„Maria!" flüsterte er in jähem Schrecken.
Zwei Zaynreihen gruben sich schmerzhaft in den Rücken seiner Hand. — Er neigte sich weit herab, fühlte seinen Hals umklammert, und ein heißes, dürstendes Lippenpaar auf seinem Munde.
„Joachim! — Vergib mir!"
Dann liehen die zuckenden Arme von ihm losi — Ein Schleichen nach der Türe hin! — Leise knarrte sie in den Angeln und fiel nicht wieder zurück. Eine matte Helle kam von außen.
Diebow wachte auf, rieb sich die Augen und sah nach Hetttngen, dessen Kopf weit über das Stroh zur Seite geglitten war. Mit einem Schütteln riß er ihn hoch. „Joachim!" —
„Was ist?"
„Die Türe ist offen! — Llnd ich habe einen Schatten draußen vorüberhuschen sehen."
„Wenn du dich ängstigst, kann ich sie ja schließen," sagte Hettingen gleichmütig. — „Ich habe sie immer offenstehn —"
„Dann laß es!" Befriedigt streckte sich Diebow wieder der Wand zu.
Der Baron sah ein, dah bei dem leisen Schlaf des anderen ein Hinausschleichen unmöglich war. Es hätte nur seinen Verdacht aufs neue erregt.
Ruhelos wälzte er sich von einer Seite nach der anderen, und seine Augen standen noch wach, als sich bereits die Sonne wieder über den Bergen hob und ihr rötlicher Schein durch die verstaubten Fenster fiel.
•
Arbeiter, welche gegen sechs Hfjr eintrafen, brachten die erste Rachricht von dem Fürchterlichen, das sich unweit der Baracke während der Rächt abgespielt haben muhte.
Die Polizei hatte eine junge Dame mit durchschnittener Kehle ausgefunden, deren Körper schrecklich verstümmelt war. Sie schien eine Fremde zu sein, denn ihre Personalien hatte man bis jetzt noch nicht festzustellen vermocht.
Vorläufig war sie in eine Separatabteilung des Leichenhauses gebracht worden, um allenfalls ihre Identität durch Personen, die sie etwa gesehen halten, klarlegen zu können.
Blutleer, mit starr geöffneten Augen stand Hettingen vor dem Manne, der ihm das alles erzählte. Seine Lippen zitterten aufeinander. Er wollte fragen und vermochte keinen Ton hervorzubringen als einen gurgelnd unverständlichen Laut.
Eben trat Diebow aus der Hütte, um nach dem Brunnen zu gehen. Mit einem Schritt stand er neben Joachim. „Was ist, mein Lieber?"
Der würgte an den Worten. „Ich muh nach Bellinzona hinunter! Gleich!"
„WÜlst du mich nicht erst wissen lassen, was es eigentlich gibt? Du siehst ja aus wie der Tod! Run kommt die Krankheit scheinbar endlich zum Durchbruch! Ich habe mir's schon heute
-
,9 =
3^?
3 =
•is
Sc'
~ e £
e
3 u
'M
SM
ege»
^7*
'es, S
*•
ij tf
« sc.
$ o y e 1 "cgfi c «,
e "e s
— r? S c e
i SÄ S» -v" '
§
^2 u i
nacht gedacht, dah dir ettoaS sein mutz, so oft hast du gestöhnt und dich herumgeworsen. DaS kommt nur von dem verdammten Schlafen da drauhen. Direkt blödsinnig ist das? Mich hat's geschüttelt vor Frost!"
Schritte kamen nach der Höhe. Uniformen tauchten auf. Einer der beiden Polizisten ging geradewegs nach der Baracke und bat höflich um eine kurze Unterredung.
Hetlingens Gesicht leuchtete wie Schnee, als sie zusammen in die Hütte traten.
„Ich muh um Entschuldigung bitten, dah ich so früh schon störe!" begann der Beamte. Aber möglicherweise können Sie mir irgendeine wichtige Aufklärung geben. Etwa vierzig Meter unterhalb Ihrer Baracke fand ich gegen drei Uhr früh ein junges Mädchen mit durchschnittener Kehle vor, das auch sonst noch grauenhafte Verletzungen aufweist. Es handelt sich um eine ausnehmend hübsche Dame, die zweifellos den besseren Ständen angehören dürste. Vielleicht haben Sie diese Rächt etwas Verdächtiges gehört oder gesehen, oder sonst einf Wahrnehmung gemacht, die Ihre Aufmerksamkeit erregt hat. Die Leiche wird ab heute mittag ausgestellt, um möglicherweise ihre Identität herauszubringen."
Hettingen lehnte kraftlos an der Bretterwandung. Die Lider fielen ihm wehrlos über die glasigen Augen. Diebow stand nachdenklich und schien sich plötzlich an etwas zu erninnern. „Joachim — der Schatten, von dem ich dir heute nacht sprach, kann möglicherweise mit dieser gräfj» lieben Geschichte zusammenhängen." — Dann in jähem Schrecken. „Mensch, wie siehst du denn aus! Du bist ja ganz grau und verfallen!" Er riß die Türe auf und rief einen der Arbeiter, die nach der Sprengstelle zu gehen im Begriffe waren: „Lauft einer von euch nach Bellinzona hinunter und sagt dem Kommerzienrat Jankes, ich ließe ihn bitten, sofort den Wagen heraufzuschicken. Chefingenieur Hettingen ist erkrankt." Im nächsten Augenblick stand er wieder neben Joachim und schob den Arm unter den seinen.
(Fortsetzung folgt.)
•Inventur ■ M
MfMNMHir
Beginn: Mittwoch, den 16. Januar
Gegründet 1889
GIESSEN
Mäusbnrg 12
beginnt Mittwoch, den 16. Januar, und bietet eine ganz besondere Gelegenheit, beste Qualitätswaren zu bedeutend reduzierten Preisen zu kaufen
Gebr. 1*/,-Tonnen- Miwn n. out erb., gesucht. Sehr. Angeb. u. 09362 an den Gteh. An».
Kräftige, unverwllst- ttche Knabenschube, schwere Arbeiter- schuhe, sowie Schuh- zeug aller Art, träft. Wnttertoppen, Loden- tt. Herrenmäntel, Anzüge. Svort- u. Arbeiter-Hemden, Bettücher u. Kolter, Strümpfe, Schürzen usw, 3 Spiegel, 2 Chaiselongues, 1 Sofa, 6 Waschtische, 2
Kletderschränke, 3 Küchen, Betten, Tische, Stühle, 1 Vertiko, 1 Büfett usw.
H. Benner II.
Nordanlage 7.
Auch auf Teilzab- langen.09358
6/18 Stowen wagen l
fahrbereit, sehr blll. zu verk. Zu belieb- tigen bei Autowerk. Hätte Rupp in Sinn. Näh d. 6. Boldüerfl, (Stehen, Brandg. 3.
Wer braucht tägltch 200-300 Liter
Milch?
Auch geteilt abzugeb. Schrift!. Angeb. uni. 09361 a. d. Gteh. Anz.
Zwei Mäntel billig abzug. 09349 Ludwigstr. 6 1.
Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte ünltersalhellealbe „Gentarln" Wirkung überraschend. Pr. 1,60 u.2,75^ Depot in (Sieben: in allen Apotheken. Eauplnlederlaqe: Engelapotheke fließen. Submsssionsholzvettaus.
Aus hessischen Staats- und Gemeindewaldungen verschiedener Forstämter der Forstbeztrksgruppen Gießen und Nidda kommen zum Submissionsoerkauf: 4360
Stammholz (Langholz und Abschnitte): Fichte 15 866 hn, Kiefer 4452 tm.
Derbstangen: Fichte 120 tm und 10180 Stück.
Reisstangen: Fichte 18 900 Stück.
Rundscheitholz: tiefer 16 km.
Das Nähere geht aus dem Holzverzeich- nis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsvordrucke auf Anfordern kostenlos von unserem Sekre- tariat bezogen werden kann.
Gebote sind verschlossen, mit der Auf- schrift Submissions-Holzverkauf aus Staats- und Gemeindewald am 11. Februar 1929“, bis spätestens Montag, den 11. Februar 1929, vormittags 10 Uhr, bei dem Forstamt Gießen zu Gießen, Wil- Helmstraße 56, einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichttgt.
In den Geboten ist ausdrücklich anzu- geben, ob der gebotene Preis für geschaltes oder nicht geschältes Holz gilt. Falls nichts bemerkt wird, gelten die Gebote für nicht geschältes Holz. In diesem Falle ist bei bereits geschältem Holz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu ersetzen.
Jüt jedes Forstamt b;nr. jede Gemeinde, jede Holzart und jedes Los ist ein besonderer Angebotsvordruck zu be- nutzen.
Deffnen und Sortieren der Gebote: Montag, den 11. Jebruar 1929, vormittags 10% Uhr, zu Gießen, Hotel-Restaurant „Hindenburg" (Seltersweg). Daran anschließend Verlesen der hauptsächlichsten Gebote.
Darmstadt, den 9. Januar 1929.
Hessisches Ministerium der Finanzen.
Abteilung
für Forst- und Kamerolverwaltung.
4410
schweren
1.
4370
amrnen etwa
Die Gemeinde Saasen verkauft auf dem Submissionswege am Donnerstag, dem 17. Januar 1929, einen zirka 13 Zentner
400 rm Buckenscheit und -knüppel 2500 rm Buchenreiser.
Darunter geringe Mengen Eichenholz.
Die blau umränderten Holznummern kommen nicht zum Ausgebot.
selten Vogelsberger Bullen.
Angebote sind bis 17. Januar 1929, nachmittags 1% Uhr, bei der Bürgermeisterei einzureichen, auf pro Zentner Lebendgewicht. Die Verkaufsbedingungen sind bei der Bürgermeisterei zu erfahren.
Saasen, den 14. Januar 1929.
Hessische Bürgermeisterei Saasen. Schmitt.
MMeo oller All "WL
Msslottnllg Mein u.vrelsmeri Ole Brtlhildje
Unlo.-Dratfetei. K £aooe. Sieben. Stimmt. 7.
31605100,08015. jannat 1929
NMMW 2 W
versteigere ich im „Cötoen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung:
einen Bücherschrank, ein Fahrrad, 30 Mist- beeffenfter, zwei Ausziehtische, sechs Stühle, eine Flurgarderobe, einen Kleiderschrank, ein Schränkchen, ein Klavier, eine Lederwalze, zwei Büfetts, eine Kredenz, eine Standuhr, einen Teppich, eine Ladentheke, eine Friseur-Ladeneinrichtung, zwei Nähmaschinen, einen Kassenschrank, ein D-Jlao,
Oberförflerei Krofdorf.
Brennholzverstelgerung am 23. Januar 1929, 10 Uhr, in Oden- Hausen (Lahn) bei Klinkel, aus Försterei Waldhaus, Distrikt 58 (Lindenschied), För- terei Salzböden, Distrikt 64 (Schaben- trauch), 66 (Eulenkopf), 69 (Gehren), zu-
zwei Schweine, ein Pferd.
2. Voraussichtlich bestimmt: einen Schreibtisch, einen Likör-, Wein- und Zigarrenschrank, ein Bücherregal, einen Unter» sah für Spiegel und Spiegel (Trumeau), einen ovalen Tlsch. 4390
Gerichtsvollzieher in Gießen
VvVVVl Dammstr. 24 I, Telephon 239.
HAMBUM'AMERIKA &IMBE
HAMBURG MMMUMMM »»GKT MACH JuWdFSi
befirben sich wtgt» aller ElaieDldten za weeden an: HAMBURG-AMERIKA LINIE
HAMBURG 1 / ALSTERDAMM 25
Nächste Passagier- Abfahrten:
D. . Westphalia“ ...22. Januar
D. „Thurlngta" um 6. Februar
D. „Westphalia" u« 2. März
D. „Thuringia** mm 16. März
D. „Qeveland" .um 26. März
D. „Westphalia" ... 10. April
r gehen Sie Immer, wenn Sie Ihre
Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrisehen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Jwe* nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefc-Dampf-Bügel-Anstalt
„Wie-Neu“
Inh.: E. Kömpel, Schneider, Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt.
449A
Für die uns anläßlich unserer Vermählung zu teil gewordenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst
Brauereibesitzer Hans Zhring und Frau Käthe geb. Steinhäusser
Lich, im Januar 1929
445D
llllllllllllllimilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll
Giefeen im Licht
Der unterzeichnete Verein sagt hiermit allen denen, die aut irgend eine Weise zum Gelingen der Jubiläums-Verkehrs-Werbe-Woche beigetragen haben, seinen verbindlichsten Dank
Verkehrs-Verein Gießen e.V.
446D lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^
Wer sparen will, kauft letzt!
Reisemuster besonders preiswert!
WinterscUnbe erstaunlich billig!
Minderwertige Ware iilhre idt nicht!
Sie kanten am besten vormittags!
Kaufgesuche


