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Turnen, Sport und Spies.

Produktionskosten, durch das fast gänzlich unge­regelte landwirtschaftliche Warenangebot, durch die Unkenntnis der Marktlage, durch die durch Steuern und Abgaben erforderlichen Notverkäuse, durch das Fehlen einer planmäßigen Regelung der Erzeugung, durch den Sortenwirrwarr, durch die Verschi denartigkeit der Fütterungsweife des Viehes, seiner Zuchtrichtung usw. Hierzu kommt die Unklarheit der Marltverhältnisse und -ent- wicklung, die Unkenntnis der Struktur der Der- sorgungsgestaltung und des Verbrauches an Le­bensmitteln unserer Bevölkerung. Kaufmännische und betriebswirtschaftliche Gestaltung des Be­triebes, Beachtung der Ergebnisse der Landwtrt- schaftswissenschaft und der Landarbeitsforschun^, Sparsamkeit in der Detriebsführung werden tne Produktionskosten senken.

Bei Züchtungsarbeiten ist nicht einseitig auf hohen Hektarertrag zu sehen, sondern vornehmlich auf Leistungsfähigkeit der Pflanzen und Absatz- sähigkeit ihrer Frucht. Das Sortieren. Reinigen, Verpacken und Verladen ist besonders sorgfältig vorzunehmen, um Verletzungen der Erzeugnisse zu vermeiden. Bei der Viehhaltung fördert Gesund­heit, gute Pflege, zweckmäßige Ernährung und Haltung den Absatz. Gesunde Kühe geben ein­wandfreie Milch, die so schnell wie möglich auf dem direkten Wege dem Verbraucher zugeführt werden muh. Bezahlung nach Fettgehalt wird zur Lieferung fettreicher Milch anregen und die Molkereien veranlassen, wieder zur Verarbeitung der Milch zu Butter und Käse überzugehen. Beim Schlachtvieh gilt der Sah:Was der Markt fordert, muh gezüchtet, und wie es der Markt verlangt, muh gefüttert werden.' Gute Fütterung und gesundes Huhn liefert ein gutes schmackhaftes Ei, das alsDeutsches Frischei" auf den Markt kommen kann, wenn eine sorgfältige Sortierung beachtet wird: sorgfältig vorgenommenes Schlach­ten und Herrichten erleichtert die Abnahme des Schlachtgeflügels. 3n systematischer Zusammen­arbeit zwischen den für einen bestimmten Bezirk zuständigen Wirtschaftsberatern, Versuchsring­leitern. Lierzüchtern. Vercinsvorsitzenden. sowie auch Vertretern der Genossenschaften sind die beim Absatz gemachten Erfahrungen auszuwerten und der praktischen Landwirtschaft zuzuleiten. Die Absahgenossenschaften müssen durch straffe Orga­nisation ein planmähiges Zusammenarbeiten sichern. Auch muh eine enge Zusammenarbeit zwischen Genossenschaften und Landwirtschafts­kammern gesichert sein, wobei die Kammern das Technische, die Ausbildung und die amtliche Kon­trolle der aufgestelltea Standards und Lieferbe­dingungen in der Hand haben, die Genossen­schaften dagegen das rein Kaufmännische für den Landwirt erledigen. Als ein weiterer Bestandteil der Gemeinschaftsarbeit sei noch auf die Werbung hingewiesen: hierzu sind die in den großen Ver- brauchergedieten stattfindenden Ausstellungen auch zu benutzen. 2llle diese Maßnahmen der Einzel- und Gemeinschaftsarbeit der deutschen Landwirtschaft werden aber nur dann erfolgreich zu einer sicheren wirtschaftlichen Stellung auf dem Markte führen, wenn die Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches in demselben Umfange wie den anderen Wirtschafts­zweigen den Lebensnotwendigkeiten der Landwirt­schaft 9^d>aung trägt.

Damit war die Reihe der Borträge innerhalb der landwirtschaftlichen Borträge zu Ende.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

ch Lollar, 13. 3cm. 3n der Rächt zum 24. Dezember v. 3. wurden im südlichen Teile de0 Bahnhofes Lollar Beschädigungen mehrerer Weichenlaternen und F e st - klemmungen von vier Weichen durch Auflegen schwerer Steine auf und in die Wei­chenanlagen vorgenommen. Das Erlöschen der Weichenlaternen wurde von dem diensttuenden Stellwerksbeamten sofort bemerkt, ebenso wurde von ihm aus dem Dahngelände ein fremder Mann gestellt, der den Ramen eines Ein­wohners von Wißmar nannte und daraufhin laufen gelassen wurde. 3m Verlause der Rächt stellte sich dann erst noch heraus, daß auch an den Weichenanlagen von unbefugter Hand ge­arbeitet worden war. Der Vorfall wurde im 3nteresse der Untersuchung bisher geheim ge­halten. Runmehr ist es den vereinten Denrühun- gen der Bahnpolizei und der Gendarmerie ge- lungen, als Täter den 26 3ahre alten Hütten­arbeiter Karl Riehm von LoUar zu ermit­teln, der auch bereits ein volles Geständ- n i s abgelegt hat. Riehm mußte zugeben, daß ihm die Tragweite seines Tuns bei Begehung der Tat bewußt gewesen sei. Von den ein­geklemmten vier Weichen liegen drei in den Rangiergleisen, wahrend die vierte von den Per- sonenzügen der Strecke LollarWetzlar befah­ren wird. Eine exemplarische Strafe dürste dem Täter, der in der fraglichen Rächt in lustiger Gesellschaft gewesen war, sicher sein.

Grün berg, 13. 3an. Bürgermeister 35 ckel von hier, gegen den von der Dienstauf­sichtsbehörde ein Disziplinarverfahren wegen Richterfüllung seiner Dienst­pflichten eingeleitet wurde, ist vom Ministe­rium des 3nnern einstweilen vom Amt suspendiert worden. Beigeordneter Kel­ler hat bis auf weiteres die Führung der Dür- germeistereigeschäfte übernommen.

5 Beltershain, 12. Ian. Unser Gemeinde­einnehmer Heinrich Röhrig ist nach mehr als 20jähriger Amtszeit einer tückischen Krankheit er­legen und wurde am Freitag unter dem Geleit eines großen Teiles unserer Gemeinde und zahlrei­cher auswärtiger Trauergäste beerdigt worden. Der Pfarrer sprach im Anschluß an das Wort vom treuen Hausholter und schilderte den Verstorbenen als einen Mann treuester Pflichterfüllung und selbst­losester Hilssbereitschaft. Trotz schwersten Schicksals, Verlust des einzigen Sohnes im Weltkrieg, ging er feinen Lebensweg in Anspannung aller Kräfte wei­ter, bis ihn die Krankheit vor einigen Wochen übermannte. Der Heimgegangene war Mitglied des Gesamtkirchen Vorstandes Wirberg, seit mehr als 22 Jahren Mitglied des Kirchenvorstandes Belters­hain und in den letzten acht Jahren auch Kirchen­rechner der hiesigen Kirche. Sein Verdienste in den kirchlichen Aemtern würdigte der Vorsitzende der Kirchenvorstände bei der Kranzniederlegung; in der schwierigen Zeit der Inflation und der Umstel­lung hat der Heimgegangene sich bestens bewährt. Bürgermeister Ho r n m a n n legte einen Kronz für die Gemeinde nieder und rühmte die vorbildliche Amtsführung und aufopfernde Hilfsbereitschaft des Verstorbenen; während seiner sechsjährigen Amts­zeit als Bürgermeister fei ihm Röhrig ein treuer Freund geworden. Auch der Kreisverband der Ge­meinderechner ließ durch feinen Vorsitzenden einen Kranz niederlegen mit Ausdruck des Dankes

Kußball-Bundespokal- Zwischenrunde.

Das Zwischenrundenspiel um den Bundespokal des D. F. B. führte am gestrigen Sonntag inHan - neuer die repräsentativen Mannschaften des Nordens und Südens vor 15 000 Zuschauern zusammen. Die Sicherheit der Spieler wurde stark beeinträchtigt, da der Boden sehr schlüpfrig war. Nord hatte auf diese Weise den krassen Ausfall von Rave zu beklagen, der nur als Statist wirkte. Außerdem mußte der Norden ohne Harder an­treten, der durch Horn (H. S. V.) ersetzt wurde, und an Stelle von Wahn spielte Lang (H. S. V.). Das Spiel bot, besonders in der zweiten Spiel­hälfte, gute Kampfmomente und endete mit 2:1 für den Norden. Das Resultat entspricht nicht ganz dem Spielverlauf, denn der Süden war min­destens ebenbürtig. Mit 2:1 für den Norden ging cs in die Pause. Die zweite Hälfte brachte ein sehr fesselndes und an spannenden Momenten reiches Spiel. Süden war jetzt überlegen und verlegte das Spiel meist in die Hälfte des Gegners. Der Aus­gleich lag lange Zeit in der Luft, aber die äußerst sichere Abwehrarbeit von Beier und dem hervor­ragenden Tormann Blunk verhinderte jeden Er­folg. Somit wurde der Norden glücklicher Sieger und sicherte sich dadurch die Teihnahme am End­spiel.

3n Elberfeld standen sich gestern vor etwa 35 000 Zuschauern die repräsentativen Mann- chasten von Brandenburg-Berlin und Westdeutschland gegenüber. Die Berliner ührten ein technisch vorbildliches Spiel vor und verstanden es vor allem, ihre Angriffe glänzend aufzubauen. Gleich nach Beginn des Spiels gab Schultz eine gute Vorlage an Kirsei, der aus 20 Meter Entfernung mit einem Bomben­schuß Berlin mit 1:0 in Führung brachte. Kurz vor der Pause gab der westdeutsche Rechtsaußen Albrecht eine hohe Flanke vor das Berliner Tor, die Kremer zum ausgleichenden Tor ver­wandeln konnte. Halbzeit 1:1. 3n der zweiten Halbzeit ging der Westen bedeutend mehr aus ich heraus und zwang Berlin stark in die Verteidigung. Endlich, in der 75. Minute, konnte Berlin den siegreichen Treffer anbringen. Ruch gab eine Flanke auf Westens Tor, Pesch faustete den Ball zurück, den der schnell hinzuspringende Sobek gerade noch erwischen und mit Schräg- chuß zum zweiten Tor einsenden konnte.

Das Endspiel um den Dundespokal wird nunmehr nach dem Ausgang der Zwischen­rundenspiele von Rorddeutschland und Berlin bestritten werden. Der Termin steht mit dem 24. März bereits fest, den Schauplatz des Kampfes wird der Deutsche Fußball-Bund erst später festlegen.

Süddeutsche Fußballmeisterschaft

Die Spiele um die Meisterschaft des Süddeut»- schen F.U.L. A. D. nahmen gestern ihren Fort- gang. 3n der

Runde der Meister pausierten die Frankfurter Eintracht und Wor- matia Worms, da beide Vereine für daS Bundes­pokalspiel in Hannover Spieler abzustellen hatten. Der 1. F. C. Nürnberg griff erstmalig aktiv in die Ereignisse ein und gewann sein Treffen gegrn den K. F. V. Karlsruhe mit 3:1 sehr sicher. Mit noch einem Tor mehr, nämlich mit 4:1, ge­wann der V. f. L. Neckarau gegen Borussia Rcun- kirchen erwartungsgemäß. Außerdem aber gab es eine riesige Ueberraschung, da der vorjährige Meister, Bayern München, sich von dem Anfänger Germania Brötzingen mit 2: 3 Toren schlagen ließ. Wenn auch bei Bayern zwei namhafte Spieler, wie Pöttinger und Schmidt II, fehlten, so bedeutet dies immerhin noch keine hinreichende Entschuldi­gung für die überraschende Niederlage.

Runden der Zweiten und Dritten.

3n der Gruppe Nordwest siegte Union Riederrad gegen F.SP.V. 05 Mainz mit 4 :2 Toren sicher und verdient. Sehr überraschend wirkt die Ri derlage von 2 :6 Toren, die sich der V.f.L. Reu-3fenburg auf eigenem Platze durch Waldhof Mannheim gefallen lassen mußte. Wenn man allerdings erfährt, in welch hohem TRafe die Isenburger Mannschaft versagte, dann erscheint auch zahlenmäßig das Ergebnis ver­ständlich. Weniger überraschend, aber fast ebenso torreich, siel die 1 :5-Niederlage aus, die Saar 05 Saarbrücken, ebenfalls auf heimischem Boden, seitens des V.f.R. Mannheim einstecken mußte.

3n der Gruppe Südvst fehlte es auch nicht an Überraschungen. Hatte der V.f.D. Stuttgart am vergangenen Sonntag die Stutt­garter Kickers 4 :0 schlagen können, so unterlag

für das, was der Heimgegangene feinen Kollegen gewesen sei. , _ t

-o- Ober-Dessingen, 12. 3an. Dreser Tage wurde von Bürgermeister Keil ein eigen­artiges, in die Augen fallendes Gestell auf seinem Acker, den er mit Dung befuhr, entdeckt. Bei näherer Besichtigung stellte sich heraus, daß es der Registrierapparat Nr. 8 war, aufgestiegen aus dem Preußischen Obser­vatorium Lindenberg. Kreis Beeskow. Die Ballonhülle fehlte, nur ein Stück Gummischnur der Befestigung war noch vorhanden. Wahr­scheinlich hat der starke Sturm sie abgerissen, da sich das Apparatgestell tief in die Erde eingespieht hatte, so ist anzunehmen, daß es in den Regen- und ©turmtagen des Dezembers niederging, zumal es fest eingefroren war. Der Apparat ist unbeschädigt. Bürgermeister Keil hat der beigefügten Anleitung gemäß daS Ob­servatorium sofort benachrichtigt. Bei unserer Beigeordnetenwahl hat sich die gleiche Einmütigkeit wie bei der Bürgermeister- Wahl gezeigt. Da nur ein Wahlvorschlag vor­lag, wurde der settherige Beigeordnete Ferdi­nand Kühn ohne Wahlgang wieder Beigeord­neter unserer Gemeinde; et ist bereits vom Hessischen Kreisamt bestätigt. Die Gemeinde will ihm eine Ehrung erweisen. Am Sonntag ver­anstaltete der hiesige Radfahrerverein in seinem Vereinslokal einen Theaterabend.

# Obbornhofen, 12. 3an. Die 3agdpächter Hermann Rück eisen von Wohnbach und Bür­germeister Alter von Berstadt hielten d-efer Tage hier in der Feldmark ein zweites Treiben ab, wobei 35 Hasen zur Strecke ge­bracht wurden. Bei dem ersten Feld treiben vor Weihnachten bildeten 85 Hasen die 3agdbeute. Die Neuverpachtung der Feld- und Waldjagd findet demnächst statt.

er jetzt dem AS. Nürnberg auf fremdem Bo­den mit 2:3 Toren. Hingegen rehabilitierten sich die Stuttgarter Kickers durch ein 3:0 gegen S.V. 1860 München. Das Tref.en Phönir Karls­ruhe gegen F.C. Freiburg fiel, wie gewohnt, knapp aus. Mit 2 :1 Toren kam der Sieg an Karlsruhe. Schwaben Augsburg verlor erwar­tungsgemäß gegen die Sp.V. Fürth und hat sich mit 1:3 Toren verhältnismäßig gut ge­halten.

Fußball in Hessen-Hannover.

Hier fand gestern ein Treffen statt, bei dem in Gruppe Nord Tura Kassel trotz Dvrtell des eigenen Platzes von 05 Göttingen 0:1 ge­schlagen wurde.

Handball.

Gruppe A.

Postsportv. Frankfurt Polizei Darmstadt 1:8. Spielvgg. Arheilgen Franks. Fußbclllspv. 1: 3. Kickers Offenbach Sportv. 98 Darmstadt 4:1. H. S. B. Frankfurt V.f.R. Schwanheim 1:1. Polizei Butzbach V. f. B. Friedberg 3:0.

Gruppe B.

3n dieser Gruppe, die ihren Meister in Mainz 05 bereits ermittelt hat, fand nur das Spiel Hakoah Wiesbaden Sportv. Wiesbaden mit 5: 3 statt. Fechten im MttelrheilikreisD.T.

In der Turnhalle des Frankfurter Turnvereins 1860 fand gestern das Dezirksjuaendmannschafts- sechten im Florett des ersten Bezirks des Mittel­rheinkreises der Deutschen Turnerschast statt. Es hatte folgendes Ergebnis: 1. Sieger: Willy Herrmann (Tv. Offenbach) 6 Siege; 2. Kurt Silberstein (Turnv. Offenbach) 5 Siege; 3. Seip (Turngemeinde 1846 Darmstadt) 4 Siege: 4. Her­mann Glück (Turngemeinde Eintracht Frankfurt) 3 Siege; 5. Herbert Drendle (Turngemeinde Frankfurt-Dockenh.) 3 Siege.

Wichmann schlägt Or.pelher.

An dem Hallensportsest der Turner, das am gestrigen Sonntag im Berliner Sportpalast ver­anstaltet wurde, beteiligte sich am 1000-Meter- Hauplaufen von feiten der Sportler Dr. Pelher und Schoenmann vom S. C. C. So­fort nach dem Start setzte sich W i ch m a n n vom Karlshorster Turnverein an die Spitze, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Er benötigte für die 1000 Meter 2:31,8 und schlug Dr. Pel- h e r mit 1/t Meter Vorsprung. Schoenmann belegte 45 Meter zurück den dritten Platz.

Die 3x1000-Meter-Stassel gewann der Karls­horster Turnverein von Preußen-Stettin.

3m 60-Meter-Hürdenlausen endete Troß- b a ch auf dem dritten Platz. Sieger wurde hier Schulze (Polizei) vor K ö st e r vom ATD. Berlin.

Recknagel springt 72 Meter!

Bei den gestrigen Iubiläums-Ski-Wett- kämpsen in Pontresina erreichte der deutsche Skiläufer Recknagel einen fabelhaften Sprung von 72 Meter Weite, stürzte aber, so daß der Sprung nicht gewertet wurde.

18. deutsche Eiskunstlauf-Meisterschaft.

Die Deutschen Meisterschaften im Eiskunst­läufen kamen am Sonntag in Oppeln zum Aus­trag. 3n Abwesenheit des Verteidigers Ritt­berger (Berlin) siegte bei den Herren Franke (Berlin) vor Bayer, und bei den Damen Frl. Fl ebbe (Berlin) vor Frau Veit (Berlin). Auch hier fehlte die vorjährige Meisterin, Frau B r o ck h ö f t. Die Titel im Paarlaufen sicherten sich Frl. Kißhauer-R. Gaste.

Güdwestdeutsche Meisterschaft im Eiskunstläufen.

Bei herrlichem Wetter und günstigen Eisver- hälttüssen, wurden gestern in Triberg die süd- westdeutichen Meisterschaften im Eiskunstläufen ausgetragen. Der Titel fiel an Eugen Groh in Triberg.

Skimeisterschasten der badischen Polizei.

Arn gestrigen Sonntag wurden die badischen Polizei-Meisterschaften int Slllauf im Wiedener Eck im Schwarzwald beendet. Gesamtsieger im Langlauf und im alpinen Abfahrtkruf wurde Oberleutnant Brenner (Mannheim) mit 189,4 Punkten vor dem Rottenmeister Zimmer­mann (Karlsruhe) mit 184,8 Punkten. Das Mannschaftslau en gewann diePolizeiFrei- b u r g vor Karlsruhe und Mannheim.

Kreis Friedberg.

WSN. Friedberg, 12. 3an. Die erste Stadtverordnetenversammlung im neuen 3ahre wurde mit einer programmatischen Erklärung des Bürgermeisters Dr. Seyd einge- leitet Er erwähnte insbesondere die bevor­stehende Neugestaltung des städttschen Stromtarifs und die beabsichtigte Durchführung eines groß­zügigen Wohnungsbauprogramms. Ferner wies er auf die Beseitigung aller Kon­fliktsstoffe mi. Bad-Nauheim hin, womit die Dahn gegenfei tiger Zusammenarbeit freigegeben sei. Stadtverordneter Beu11el (Kommunist) gab Kenntnis von der Niederlegung seines Mandats. Er befindet sich bereits auf dem Wege nach der Sowjetunion. Sein Nachfolger ist Metallarbeiter 3osef L o t h. 3n geheimer Sitzung gab der Vor­sitzende eine Erklärung zur Frage der Taub­stummenanstalt ab. Gin endgültiger Be­schluß seitens des Ministeriums über die Verle­gung der Anstalt ist erst in einigen Monaten zu erwarten.

Kreis Büdingen.

ow. Ober-Widdersheim, 12. 3an. Ge­stern konnte Frau Anna Sophie Eiser, geborene Tugend, dahier als die älteste Person unseres ganzen Kirchspiels in verhältnismäßig noch guter Gesundheit ihren 9 0. Geburts - t a a feiern. Sie ist die Witwe des erst vor acht 3ahren gleichfalls in hohem Alter verstorbenen Karl Eifer, langjährigen Hilfsarbeiters auf dem oon Harnierschen Hofgut Häuserhof. Von den vier Kindern der Jubilarin lebt nur noch eine Tochter, dagegen kann sie sich an vier Enkeln und drei Urenkeln freuen. Das Landeskirchen­amt ließ der Greisin zu ihrem Ehrentag ein Ge­denkblatt mit herzlichen Segenswünschen über­reichen; von vielen Bekannten und Freunden

wurden ihr Glückwünsche und Geschenke bar- lebracht; auch der Frauenverein ließ durch zwei einer Mitglieder Glückwünsche aussprechen und ein Geschenk überreichen.

Kreis Schotten.

wg. Gedern, 12. 3an. Die Zahl der im Jahre 1928 in der hiesigen Pfarrei gehaltenen Gottesdienste, einschl. Christenlehren und Kindergottesdiensten, betrug 103. Sie wurden von insgesamt 16 677 Erwachsenen (7585 Män­nern uno 9092 Frauen) und 6638 Kindern (2955 Knaben und 3683 Mädchen) besucht. Die Durch- chnittsbesucherzahl des einzelnen Gottesdienstes belief sich sonach auf 162 Erwachsene (74 Män­ner und 88 Frauen) und 64 Kinder (28 Knaben und 36 Mädchen).

Kreis Alsfeld.

te* Alsfeld, 12. 3an. Stadtvor- tandssitzung. 3n der ersten Sitzung Im neuen 3ahre beschäftigte man sich zunächst mit der Erhebung der Kanalbenuhungs- gebuhren für das Rechnungsjahr 1 928. Hierzu wurde beschlossen, daß vvm Rech­nungsjahr 1928 ab auch von denjenigen Anlie­gern Kanalbenutzungsgebühren erhoben werden ür solche Kanäle, die auf Grund der früheren Bestimmung des § 14 des Ortsbaustatuts ge­baut worden sind, weil diese Anlieger auf Grund der Tatsache, daß sie fett dem 3ahre 1916. d. h. seit dem 3nfrafttroten der Kanalbe- nuhungsgebührenordnung, keine Gebühren bezahlt haben, für den von ihnen seinerzett bezahlten einmaligen Kostenbeitrag von 5 Mk. für den laufenden Meter Kanal hinreichend entschädigt sind. Wie der Vorsitzende bei dieser (Belegen- hell mitteilte, betragen die jährlichen Ausgaben der Stadt an Zinsen für die bis jetzt aufgewen­deten Kosten der Kanalisation 21 000 Mk., wo­gegen die Einnahmen aus den Kanalbenutzungs­gebühren jährlich rund 13 000 Mk. betragen. Errichtung einer Nebenstelle deS Arbeitsamtes Gießen. Mit dem neuen Aufbau des Arbeitsamtes Gießen erhält auch die Stadt Alsfeld eine Nebenstelle. Die für diese Stelle notwendigen Diensträume werden dem Arbeitsamt in dem städtischen Weinhause zur Verfügung gestellt. Der darüber vorgelegte Mietvertrag wurde genehmigt, jedoch mit dem Zusätze, daß der Mieter anteilmäßig zu den Kosten der Zentralheizung für die gemieteten Räume beizutragen hat. Werbeveran- taltung der Alsfelder Einzelhan­delsvereinigung. Letztere beabsichtigt, während der 3nventurausverkäufe vom 21. 3a- nur bis 5. Februar eine Werbeveranstaltung zu machen. Hierzu sind auch besondere Fahr­ten der Posttraftwagenlinien an zwei Tagen in der Woche vorgesehen. Zur Deckung der hier- ür entstehenden Kosten soll ein Garantiefonds gebildet werden, an dem sich auch die Stadt be­teiligen soll. Gegen die Stimmen der Linken wurde beschlossen, für den Garanttefonds einen Betrag von 100 Mk. zu zeichnen. Die über den Neubau eines Finanzbeamten­hauses vorgelegte Wirtschaftsrechnung, welche mit rund 25 000 Mk. abschlieht, wurde geneh­migt. Zu der Erbauung des Hauses hatte der Rrichsfiskus einen Baukostenzuschuß gewährt. Die Gebühren für das Leichenfah­ren, die letztmalig im Februar 1924 festgesetzt worden waren, wurden entsprechend dem Vor­schlag der Finanzkommission von 4 Mk. auf sechs Matt für jede Beerdigung erhöht. Alle Gebüh­ren für die Beerdigungskosten sollen künftig durch die Stadtkasse angeforbert werden. Unter Mitteilungen brachte der Vorsitzende die kürzlich in derArbeiterzeitung" und der ^Ober- hessischen Volkszeitung" erschienenen Artikel zur Sprache, in welchen der Stadtverwaltung der Vorwurf gemacht wurde, daß sie durch man­gelnde Fürsorge einen 3nvaliden zum Freitod veranlaßt habe. Der Vorsitzende gab eine aus­führliche Darlegung des ganzen Sachverhaltes; er wies an Hand des vorliegenden Materials nach, daß die Vorwürfe von mangelnder Für­sorge für den Invaliden vollkommen unbegrün­det seien und sprach sein Bedauern darüber aus, daß man derartige aufhetzende Artikel auf Grund einseitiger Informationen in die Oeffent» lichkeit bringe. Ebenso stellte er fest, daß ein in derArbeiterzeitung" erschienener Artikel über eine angeblich schwere Mißhandlung eines Schullindes in der Volksschule in Alsfeld in ent­stellter Weise wiedergegeben fei und durchaus den Tatsachen nicht entspreche. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an. Außerhalb der Tagesordnung wurde noch ^schlossen, in dem Vorraum der Stadt- lasse einen Heizkörper und einen Wind­fang anzubringen. Der dafür erforderliche Kre­dit, welcher in den Unterhaltungsvoranschlägen der städtischen Gebäude nicht vorgesehen war, wurde bewilligt.

-er. Homberg a. d. Ohm, 12. 3an. Die an­haltenden Frosttage der letzten Wochen l eßen auf der Ohm eine stattliche Eisdecke ent­stehen, deren Dicke (15 Zentimeter) das Gisbrechen ermöglichte.

Kunst und Wissenschaft.

Dietrich Schäfer

Wie aus Berlin gemeldet wird, ist dort am Samstag der Historiker Professor Dr. Dietrich Schäfer im Aller von 83 3ahren gestorben.

Schäfer wurde am 16. Mai 1845 In Bremen ge­boren, besuchte die Volksschule, darauf das Semi­nar und war mehrere 3ahre Dolls- und Wittel- fchullehrer. Erst in reiferen 3ahren tarn er auf die Universität und studierte in 3ena, Heidel­berg und Götttngen Geschichte. 3n Heidelberg war er Schüler Treitschkes. Nach Abschluß seiner Studien wurde er zunächst Gymnasiallehrer in Bremen. 1877 berief ihn die Universität 3ena auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für mittel- all erliche Geschichte. 1878 siedelte er als ordent­licher Prosessor nach Breslau über, 1888 nach Tübingen, 1896 nach Heidelberg, und feit 1903. lehrte er an der Berliner Universität.

Schäfer hat sich zuerst als Geschichtsschreiber der Hansa bekannt gemacht. Seine großen Wette, in erster Reihe außer derGeschichte der Hansa" dieDeutsche Geschichte" (1910), dieWelt­geschichte der Neuzeit" (1907), dasLeben Bis­marcks" (1907) und dieGeschichte Dänemarks sind dank seinem volksmähigen Stll in vielen Auflagen berbreitet.

Während des Krieges wurde Schäfer nickt müde, in Wort und Schrift auf das deutsch« Volk im nationalen Sinne einzuwitten. Er ist bet Begründer desUnabhängigen Ausschusses" flt* wesen und schrieb zahlreiche politische Broschüren, deren eine den Titel führt:Wie wurden wir eilt Volk, tote können wir es bleiben?