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Mittwoch, 13. November 1929

179. Jahrgang

Itr. 267 Erstes Blatt

Wann tritt die zweite Haager Konferenz zusammen?

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Der Sih -er Reparaiionsbank

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fam eine 2lrt Erziehungszoll, vornehmen zu wollen. Allein Anschein nach ist das Reichsernährunas- minifieriunt aber nach wie vor nicht geneigt, die Ge­treidefrage durch einfache Zollerhöhungen bei Rog­gen, Weizen und Futtergerste zu lösen, sondern man wird versuchen, hier einen anderen Weg zu finden.

Keine Einigung über die Zoll- erhöhung für Kuttergerste.

Berlin, 13. Noo. (prio.-Iel) Beim Reichs- ernährungsrninisler Dietrich fanden am Dienstag inkerfrakticnelle Besprechungen der Regierungspar­teien über die Agrarzolle statt, die jedoch z u k e i n e r Verständigung geführt haben und daher in einigen Tagen wiederholt werden mühten. Sozial­demokraten und Demokraten haben sich ent,chieden gegen die geplante Erhöhung des Fultergerstezolles ausgesprochen. Ob es gelingen wird, die Regierungsparteien zu einigen

Oie Arbeit der Ausschüffe.

Berlin, 13. Non. (Priv.-Tel.) Seit Wochen s.chlrn unS nun die amtlichen Stellen^ dah die Beratungen der Unterausschüsse un- rittclbar vor dem Abschluß ständen, immer wie- rr aber wird eine neue Kun st pause ein*

erschien, Hai man mit Rücksicht auf die Rivalität zwischen Belgien und Holland abgesehen. 3n der Schweiz ist man schließlich auf Basel über- eingekommen, vermutlich deshalb, weil von den übrigen Großstädten Genf bereits durch den Sitz des Völkerbundes mit internationalen Kör­perschaften stark belastet ist und weil Zürich das innerschweizerische Wirtschaftszentrum ist.

Man darf die Wahl Basels aber bedingungs­los billigen und als die denkbar günstigste Lö­sung bezeichnen. Denn erstens ist Basel finanziell ein äußerst wichtiger Platz und hat von alters- her große Banktraditionen. Die Häuser der Burclhardt, der Dreyfus usw. haben von dort aus Weltruf und große internationale Bezie­hungen nach Frankfurt, Berlin und Paris ge­wonnen. Die außerordentlich bequeme Lage am Knotenpunkt der großen Berkehrslinien von Deutschland nach Italien, von Frankreich nach dem Osten, sogar von England nach dem Süden, erleichtert den persönlichen Kontakt der Führer dieser künftigen Bank mit den hauptsächlichen Finanzplähen. Die stets stabil gebliebene Schwei­zer Währung und die vertraglich gewährleistete Neutralität der Schweiz kommen hinzu. Und schließlich ist für uns die enge Wirtschaftsver- slechtung Basels mit seinem deutschen Hinter­land, der rege Grenzverkehr und die Tatsache, daß es in dieser Stadt des Nachbarlandes sogar noch einen deütschen Bahnhof gibt, von praktischer und symbolischer Bedeutung für das überragende Interesse, das die deutschen Wirtschaftssragen für die künftige B. I. Z. spielen werden. Wir dürfen also, ohne über die noch unbekannten Einzelheiten des Bankstatuts im voraus zu ur­teilen, in diesem Punkte mit der gefundenen Lösung einverstanden sein.

Sachverständigen beauftragt, alles zu tun, um die Sache zu einem baldigen Abschluß zu bringe;

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- "lrlameanzeigen von 70 mm

Breite 35 Reichspfennig, Platzvarschrist 20° , mehr.

Chefredakteur;

Dr. Friedr Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen.

zuhalten, daß Deutschland zunächst po­litische Nernunft und Nuhe bewah­ren muß, daß es das Geschwür entleeren muß, ehe es von einer internationalen Konferenz verlangen kann, in vollem Vertrauen und in voller Sicherheit die deutsche Zahlungsfähig­keit zu studieren.

Oer Räümungsiermin.

Wird der 30. Juni cinqehaltcn werden ?

Paris, 12. Roo. (IU.) Wie der Vertreter der Tclegraph-Union" erfährt, gitb man sich in Pa­riser unterrichteten deutschen Kreisen nach wie vor der bestimmten Hoffnung hin, dah die Räumung der dritten Rheinlandzone bis zum 3 0. Juni erfolgen werde. Gerade die Befürchtung, dah technische und politische Schwierigkeiten eine Hin­auszögerung der Rheinlandräumung mit sich bringen könnten, habe seinerzeit im Haag den Anlaß dazu gegeben, den Räumungstermin des 30. Juni ein­deutig seftzulegen. Wenn man mit einer glatten Abwicklung der vorbereitenden Arbeiten zur Jnkrastsehung des Zoungplanes gerechnet hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, einen b e - stimmten Endtermin auszuwählen. 3m übri­gen wird betont, dah man sowohl auf deutscher, wie auch auf französischer Seite der Auffassung sei, es werde gelingen, den Termin vom 30. Juni einzu­halten.

Gegenüber den Behauptungen der französischen presse wird auch von deutscher Seite festgestellt, dah das Volksbegehren eine innerdeutsche Angelegenheit sei, die dem Zusammentritt der 2. Haager Konferenz in keiner Weise im Wege stehe. Der Stand der Ausschuharbeiten mache es anderer­seits wahrscheinlich, daß alle Vorbereitungen für die 2. Haager Konferenz bis Weihna.chten be­endet sein dürften. Die Ausschüsse würden bereits in kürzester Zeit in der Lage sein, ihre Berichte dem

Juristen-Ausschuh vorzulegen, dem die Aufgabe zu­fällt, das endgültige vertragsinstru- m e n t für die 2. Haager Konferenz fertigzustellen. Sollten die Ausgaben des Ost - Reparations­ausschusses nicht gelöst t erben können, so ist man deutscherseits der Ansicht, dah dieser Fragen­komplex ausgeschieden werden soll. Dies sei möglich, da diese Frage nicht unbedingt zum Thema der 2. Haager Konseren; gehöre.

was den Beginn der Saarbesprechungen anbelangt, so erwarte man deutscherseits, daß diese gleich salls in kürze st cr Zeit beginnen würden, da bereits in den nächsten Tagen eine freundschaftliche Uebereinflimmung zwischen der französischen und der deutschen Regierung in Aus- sicht stehe. Obwohl man sich dessen bewußt fei, dah sich die Saarverhandlungen schwierig gestalten kön­nen, so habe man doch die Aeberzeugung, dah sie aus keine unüberwindbaren Hinder­nisse st o h e n würden.

Oer Räumungsplan für die Koblenzer Zone.

Koblenz, 12. Roo. (DB.) heute wurde von den französischen Besahungsbehörden die frühere Garnisonkirche, die Karmeliter-Kirche, der Reichs- oetrpcgensöerroaltung übergeben, ferner das frühere Proviantamt des 8. Armeekorps, einige Befesti­gungsanlagen und das frühere Bezirkskommando sowie die letzten RäumUchkeiten des preußischen Rcgierungsgebäudes. Am 20. Rovember rücken die Gendarmeriestationen ab aus Diez, Monta­baur, Oberlahnstein und Bad Ems; am 21. Rovember aus Reuwied, Ahrweiler und Andernach, am 22.Rovember aus Co­chem und Mayen, am 23.Rovember aus Boppard. Am 29. Rovember wird die Koblen­zer Zone geräumt fein.

Siudentenkrawatte in Berlin.

Demonstrationen gegen den Rektor.

Polizei im Universitätegebäude.

Berlin, 12. Nov. (WTB.) Der Polizeipräsi­dent teilt mit, daß gegen x, 211 ilfrt ein II n i - versitätsrat im Aus trage des Nek­tars der Universität das zuständige Po­lizeirevier von der für 11 Uhr auf dem! Hegelplah geplanten Studentendemo n- stra tivn benachrichtigt und unter Hinweis auf die Möglichkeit von Ausschreitungen um polizei­liche Vorkehrungen gebeten halte. Der Polizei­präsident ordnete daraufhin die Bereitstellung der notwendigen Polizc-ikräfte sowie eine Beob­achtung der Demonstration an. Rach Schluß der Versammlung am Hegelplatz begaben sich die demonstriereirden Eiudenten singend in das Uni­versitätsgebäude. Als der Polizeipräsident, der zusammen mit dem Kommandeur der Schutz­polizei persönlich erschienen war, den Hegelplatz verlassen wollte, eilten mehrere Personen herbei und berichteten, daß es im Vestibül der Universität zu schweren Zusammen­stößen gekommen sei. Der Polizeipräsident entsandte daraufhin in der Annahme, daß das Ersuchen des Universitätsrates um polizeiliches Eingreifen tatsächli ch im Namen des Rek tors ergangen fei, ein Aufgebot von Schuhpolizeibeamten in das Vestibül der Uni­versität. Hier war es unterdes zwischen den Stu­denten zu heftigen Schlägereien und zu schweren Ruhestörungen gekom­men. Die Polizei brachte die Streitenden aus­einander und sorgte für Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung.

Moldenhauers Programm.

Förderung der Ausfuhr. Llärkung des inneren Marktes.

Berlin. 12. Ndd. (Priv.-Tel.) Reichswirt­schaftsminister Dr. Moldenhauer erklärte Pressevertretern u. a.: Das Reichswirtschasts- minifterium hat die vornehme Aufgabe, die Wirt­schaft zu fördern, vor Störungen zu schützen und ihre Lasten zu erleichtern. So hat Dr. Curtius die Aufgabe auf gefaxt, und l'o will auch ich sie auffassen. Förderung der Wirtschaft heißt aber unter den gegebenen Verhältnissen auch Förderung derjenigen Ausfuhr, auf die Deutschland angewiesen ist. Förderung der Wirtschaft und des Absatzes heißt aber auch Erhaltung und Stärkung des inne« renMarktes, in erster Linie die Stärkung und Gesundung unserer notleiden­den Landwirtschaft. Alle Maßnahmen, die mit durchgreifender Wirksamkeit auf diesem Gebiete ergriffen werden können und nicht an­dere wirtschaftliche Interessen gefährden, werden von mir mit aller Energie unterstützt werden.

Oie Ziele der Christlich-Nationalen Bauern- und Landvolkpartei.

Berlin, 12. Nov. (WTB.) Für die Ehrist- n<b-Nationale Bauern- und Landvolkpartei hatte der Abgeordnete Dr. G e r e k e Vertreter der Presse eingeladen, um ihnen die Ziele der Be­wegung darzulegen, die in der Christlich-Natio­nalen Bauern- und Landvolkpartei ihren Nie­derschlag gefunden haben. Dr. Gerde leitete den Ursprung der Partei aus der Tatsache ab, dah weite Kreise des Landvolkes sich von einer unfruchtbaren Opposition nichts versprechen. Der Dauer, der sich noch heute als die Grundlage des Staates fühle, wolle zum Staat. Seine Mitarbeit be­schränke sich aber nicht auf die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen, sondern umsa se alle politischen und kulturellen Fragen, die den Staat berührten. Die Frage der Staats- f vr m sei gegenüber den großen praktischen Aus­gaben der Gegenwart eine mehr theore tische Angelegenheit.

ober den opponierenden Teil wenigstens dazu zu be­wegen, baß er aus der Genehmigung der sich er­gebenden Zollerhöhung mit einer anderen Mehrheit keine Konsequenzen zieht, müssen die weiteren Be­sprechungen ergeben.

Starte Zedenten des Zentrums gegen den polenvertrag.

Tic Älcinrcntncrfürforge.

Berlin, 12. Nov. (Priv.-Tel.) Die Zentrums-« sraktion hatte eine längere Aussprache über den jungst zwischen Deutschland und Polen paraphier­ten Vertrag. LautGermania" wurden allseits st a r f c Bedenken gegenüber dem Vertrag geäußert, dessen Inhalt und übereilter Abschluß vor allem ans volkspolitischen Gründen stark kritisiert rourbe. Zur Frage der Kleinrent­nerfürsorge erklärte Abgeordneter Esser, daß die Fraktion wiederholt beim Reichsarbeitsminister vorstellig geworden sei. Sie sei fortgesetzt bemüht, eine Vorlage des im Frühjahr 1929 vom Reichstag verlangten Kleinrentnergesetzes zu erreichen. Nach­dem die Absichten des Reichsarbeitsministeriums bekannt geworden seien, habe die Fraktion ihre

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'{Baris, 12. Nov. (WB.) Die Abendpresse friert nach den Unterredungen, die Außenminister fri anb mit dein deutschen Botschafter von Hoesch imt» dem englischen Botschafter gestern hatte, wann tie zweite Haager Konferenz zusam- ne n t r e t e n könnte. Wahrend ein Teil der Presse bi Standpunkt vertritt, daß vor der Volks- ob st i in in u n g in Deutschland die Konferenz ri d) t zusammentreten könne, kann festgestellt wer­b', , baß in maßgebenden politischen französischen fre-ifen dieser Standpunkt nicht geteilt wird. Im (kymteil scheint man hier bemüht zu sein, alles zu b e f d)l c u n i g e n, damit noch vor Weihnach. Ini die Haager Konferenz, die die endgültigen Dis-

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

schoben, die das Ende irgendwie hinauszögert. [in Samstag sollte eigentlich schon der Dank- i, S s ch u ß in Baden-Baden .endgültig" fertig ti.i, statt dessen hat er sich am Montag auf lairzösischen Wunsch wieder um einige Tage 8,-rlagt, er wird also bis Ende der Woche sich >vch weiter quälen, mit der angenehmen Aus- ftijl, daß wichtige Fragen wie der Sih der peuen foult nur eine provisorische Lösung gefunden hwcn; jedenfalls insoweit als die Belgier noch ei>mal verzweifelte Anstrengungen machen wer- K'it, auf der Schlußkonferenz ihre Lieblingsidee ^rLssel durchzusehen. Sie rechnen sich sehr gut «j5, welche Vorteile finanzieller und prestige- rcfiigct Art sie daraus ableiten können, wenn le Dank in Brüssel sitzt. Sie haben sich aber t iierlct Mühe gegeben, die psychologischen Bor­er Ziehungen zu schaffen, die für eine solche Wahl Ni scheidend waren. Jedenfalls können sie ver- f.j.crt sein, daß Deutschland nicht daran denkt, «uZgerechnet den Belgiern den Vorteil zuzu- stanzen, der aus der Bank erwachsen kann. Für in; kommen nur neutrale Länder in Betracht, Amerikaner darin mit uns einig

öilien, kann es nicht zweifelhaft fein, wie der t eit auslausen wird.

I Don den anderen Ausschüssen hört man erheblich weniger. Es wird nur davon geflüstert, Llj ihre Arbeiten günstig fortschreiten. Wenn fii nun glücklich alle fertig sind, dann müssen noch tf Juristen her Konferenz st aalen sich zusam- ncrtfinben, um die verschiedenen Texte auf einen einheitlichen Nenner zu bringen. Erst dann kann fr-rhaupt von der Schlußkonferenz die Rede str. Aber es darf nicht vergessen werden, daß tir immer noch auf den Beginn der Saar- de »Handlungen warten, die nach Briands versprechen am. September beginnen sollten uni» jetzt vielleicht Mitte November ihren Anfang iihüten werden. Ihr Ausgang wird aber be- | rtmenb für den Gang der parlamentarischen Irrigniflc in Deutschland sein. Wir wollen we- rcflend wissen, wie die Franzosen zu dem 6aar» brotlem überhaupt stehen, und Herr Tardieu hn sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die Richtlinien des Interministeriellen Ausschusses, fre noch unter dem Kabinett Briand ausgearbei- Itl waren, zur Kenntnis zu nehmen. Auch jetzt »6 ist also lediglich zu sagen, daß der Boung- fr.ir mit allem, was drum und dran ist, außen- Holitisch wie innenpolitisch i n d e r L u f t h ä n g t daß jede Berechnung über die weitere Ent- tiiflung nur mit unsicheren Faktoren arbeiten kr.n

Reparationskonferenz und Volksbegehren.

Pariser Berschleppunqsvorwände.

Berlin, 12. Nov. (Priv.-Tel.) Der Kampf um die Gestaltung der Agrarzölle, der durch die not­wendige Verlängerung der alten Zollnovelle ent­brannt ist, wird zur Zeit mit aller Schärfe geführt. Es geht vor allem um die Gesta11ung des R v g g e n z o l l s, der bei Vertragsländern 6 Mark, sonst 7 Mark beträgt, und um die Frage der Zoll- erhöhung bei derFuttergerste. Keine allzu großen Schwierigkeiten dürfte dagegen die An­gleichung der L e b e n d v i e h z ö 11 e an die Fleisch­zölle bereiten. Für Schweine würde dies eine Er­höhung von 16 Mark auf etwa 24, bei Rindern von 16 Mark auf rund 22,50 Mark bedeuten. An­dere Zollerhöhungen sind voraussichtlich bei solchen Einfuhrwaren zu erwarten, bei denen in Deutsch­land zur Zeit der Versuch einer besseren Organi­sation der Produktion gemacht wird, und wobei die Konkurrenz des Auslandes hemmend und störend wirkt. Für Gemüse und Obst ist ähnlich wie bei Butter, wo die Zollerhöhung ja schon be­schlossen ist, eine Heraufsetzung der Zölle zu erwarten. Allerdings scheint man auf diesen Ge­bieten nur eine befristete Zollerhöhung, gleich-

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Oie Wahl Basels.

Während man über die Einzelheiten des großen Bankprojekts, die in mehr als vierwöchigen Ver­handlungen in Baden-Baden formuliert wurden und ziemlich zum Abschluß gekommen zu sein scheinen, bisher wenig orientiert ist denn ihre Zerlegung in Einzel-Kommuniqpös hat die schwierige Materie nicht leichter verdaulich ge­macht, steht nunmehr die sehr entscheidende Beschlußfassung über den künf t igen Sih der Dank fest. Man hat Basel gewählt.

Diese Wahl ist nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen. London hatte von vemherein Ambitionen, als Sih der Weltbank gewählt zu werden. Denn das hätte eine Stärkung der in den Nachkriegsjahren an Amerika abgetre­tenen Rolle der City- als des Finanzzentrums der Welt bedeuten können. Paris hat, schon aus Rivalitätsgründen, den gleichen Ehrgeiz be­kundet; und die vorübergehende Unterbrechung der Verhandlungen, während deren die franzö­sischen Delegierten ihre Hauptstadt ausgesucht haben, hängt wohl mit der Frage zusammen, wie man am besten den Verlust dieses An­spruches auf anderem Gebiete, dem einer Ver­koppelung der finanziellen und der reparations­technischen Aufgaben der Bank wieder wettmachen kann. Brüssel hat seinerseits, und schließlich mit Unterstützung der Franzosen, den Danksiy reklamiert; aber hiergegen sprachen valutarische neben den politischen Bedenken, die Hauptstadt eines an den Reparationen als Gläubiger be­teiligten Landes zum Sitz der Dank zu machen. Es blieben also die beiden neutralen ßänber, Holland und die Schweiz. Von Amsterdam, das an sich geschäftlich und geographisch geeignet

erscheint täglich,außer ronntags und Feiertag».

Beilagen:

Die Illustrierte öießener Famllienblätler Heimat im Bild

Die Scholle

BUnati-Bejugsprets: 120 Reichsmark und 30 »ieichspsennig für Tröger, rhn, auch bei Richter- keinen einzelnerRummern folge höherer Gewalt.

Hernsprechanschllisse iderSammelnummer2251. Inschrift für Drahtnach- ichten: Anzeiger Siehe«.

Der Kampf um die AgrarMe

p?[iiionen für die Inkraftsetzung des Poungplanes u beenden hat, ihre Arbeiten beginnen kann. Die |rpumente, die geltend gemacht werden, um den jjeginn der Haager Konferenz auf den Monat Ia- «ar zu verschieben, trägt derTe m p s" in fei» nir heutigen Leitartikel zusammen. Er schreibt: i Oder hat das größte Interesse daran, dafür p sorgen, daß man möglichst bald zu einer ffbgültigen Einigung kommt; die Deutschen, weil n diesem Fall die Räumung der dritten <»ne normal innerhalb der vorgesehenen Fri- i.n erfolgen kann, und bie Gläubigermächte, teil die Kommerzialisierung ihres tg tätlichen Reparationsan'.eiles verwirklicht tcafcen könnte was die wirkliche Liquidierung Mellen würde. Bestehe nun die Möglichkeit, h endgültige Konferenz vor der Dolksabstim- uiLig in Deutschland zusammentreten zu lassen? ?icn dürfe sich nicht verhehlen, dah ernste, : wichtige Gründe dem entgegen» ihn öen. Der Reichstag werde Ende dieses ' ionats zusammentreten; selbst wenn er sich be- e, sich gegen den Entwurf HugenbergS aus- ^Hrechen. werde die Volksabstimmung nicht io r dem 22. Dezember stattsinden lön- K'n. Dieser Zeitpunkt sei übrigens auch in 2u_ssicht genommen. Auch derIntran- sigeant plädiert für Hinausschiebung des ,^Punktes des Zusammentritts der zweiten nger 'Konferenz:Wenn Herr von Hoesch," fo schreibt das Blatt, erklärt, daß das Ple­biszit Hugenbergs überhaupt keine lebe u t u n g hat. und daß Frankreich ohne Rücksicht daraus schleunigst die zweite Haager lorferenz cinbcrufen müsse, so ist dem entgegen»

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