rt.
ist
8
robe frei
09300
iMeitii
yrohen $örjaal den Abend frei!
rr Verlobung in Aufmeiksamkeiien ichsten Dank aus
MP stiel
F 1929 »TD
W. n
idlWW lönsten Masken en aller Art k x-; D«n>enk«ieMk-ia n.nv Bahnhoistf^
Nr 10 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, 12. Zamiar (929
Was wollt Ihr werden ?
Die Ergebnisse unserer Weihnachts-Preisaufgobe 1928.
2hm ist die Schlacht geschlagen, der große Drie,stapel von A bu 3 durchgelesen. die Pr-eis- verteilu-g unter gewissenhafter Verücklichtigang von Alter und G schlecht jedes Einsenders geregelt. Wir sind mit dem Ergebnis unseres jüngsten Preisausschreibens, das diesmal ganz von den althergebrachten PreisrLtsel-Weihr.achts- bräuchen abwich, recht zuft jeden; zwar hätte die Beteiligung noch stärier sein rönnen, zumal unter den Lasern und Leserinnen in dec Stadt, und besonders auch in den Lebeirsaltern, die sich der festgesetzten oberen Grenze von 18 Jahren irahern —. ater alles in allem ist die Beteiligung er- freulicherweise so ausgefallen, daß sowohl rein zahlenmäßig, wie auch sachlich für einen ersten Versuch sehr hübsche Resultate zu verzeichnen sind.
Bei einem Ueberblick ist zunächst folgendes festzustellen: die stärkste Beteiligung haben, wie schon angedeutet, die ländlichen Leserbezirke auf- zuweisen. Dabei sind die Knaben im ganzen etwas in der lieberzahl, doch liegt auch eine stattliche Anzahl bemerkenswerte Einsendungen von kleinen Mädchen und jungen Damen vor.
Fast alle haben unsere Frage so verstanden und beantwortet, wie wir es erwartet haben: ganz wenige Ausnahmen, wobei die Beantwortung als Heiratswunsch oder politischer Stoßseufzer einer wohl nicht mehr ganz teilncchmeberech- tigten höheren Instanz frisiert wurde, schufen Wwechslung und Erheiterung.
Was die eigentliche Berufswahl angeht, so ist das starke Heberwieqen des Lehrberufes sowohl bei männlichen wie weiblichen Einsendern besonders bemerkenswert. Die Begründung ist allerdings sehr unterschiedlich, oft recht lustig und gottlob fast immer ganz kindlich. Im übrigen ist jedoch bei aller Jugendlichkeit in den meisten Antworten ein ausgeprägter Sinn für den Ernst des Lebens und die sehr realen Forderungen einer näheren oder ferneren Zukunft nicht zu verkennen. Wir glauben, daß die im Folgenden abgedruckten Antworten auch davon ein Bild geben werden. Leider gestattet der verfügbare Raum nicht, eine noch größere Anzahl v. n Einsendung zu veröffentlichen: die unten folgenden Cinseirdungen sind sämtlich mit einem Preise ausgezeichnet worden. Jede von ihnen erschien uns im Sinne der Ausschreibung und im Hinblick auf Alter und Geschlecht des Einsenders beachtlich, lesenswert und anregend auch für einen größeren Kreis, als ihn das Pxeisrichterkollegium darstellte.
Wir danken zum Schluß allen Teilnehmern herzlich für die rege Beteiligung am Preisausschreiben und vertrösten alle, die diesmal leer ausgegangen sind, auf das nächstem«!.
Das wollen wir werden:
„Was wollt ihr werden?", Frug man uns jugendliche Zeitungserben. Ja, ja, Du liebe Redaktion, Mit sechzehn Jahren weih man das schon. Jedoch bevor ich Dir's werd' sagen, Sollst Du auch einmal ein bißchen raten. Hast's uns ja auch nicht so leicht gemacht: denn es heißt, tüchtig nachgedacht.
Doch nett war's von Dir und originell, Daß Du mal was anderes brachtest zur Stell' Als wie dieses ewige Rätselraten.
Doch nun will von mir ich Dir schnell was verraten — ... Alle Kinderlein hab' ich so lieb. So daß ich gern immer bei solchen blieb.
Wie plaudern und lachen sie so viel, Nie steht ihr Plappermäulchen still.
Und damit nun mein größter Wunsch wird wahr, Geh ich ins Fröbel-Seminar.
Da lernt man alles so gründlich und fein. Wie man hütet und pflegt die Kinderlein. Und des Morgens kommt ins Seminar Zum Spielen eine große Kmderschar.
Wie wohl fühlt man sich unter den Kleinen, die sich immer freuen, ober auch mal meinen. — Und habe ich dereinst mein Examen gemacht, Ich hab' schon gar viel drüber nachgedacht. Dann widme ich mich ganz den Kleinen, Sei es in Freud', sei es in Peinen, Sei's in Familie oder Kindergarten, Ganz gleich, wo ich die Kleinen kann warten. Ich will sie hegen und will sie pflegen, Abends ins reine Bettchen sie legen.
Koch ihnen die Süppchen, Kleid' sie wie die Püppchen, Und lehr' sie ganz fein, Wie artig ein jedes Kind muß fein. Doch, ich glaube, die Praxis ist gar nicht so leicht, Wie's in der Theorie erscheint.
Doch fest glaub' ich, wer tapfer geht voran. Der wohl fein Ziel nicht versäumen kann. Ein gar schöner Lohn dünkt's mir zu fein, Etwas zu werden den Kinderlein---
Sagt, ob Euch mein Beruf gefällt, Und wie man ihn mit Namen nennt, Mit „K" fänyt's an, mit „n" hört's auf, Das Ganze etn Fünfsilbenlauf.
Doch weiter will ich gar nichts sagen: Das soll die Redaktion erraten*.
Gertrud Mertgen, Gießen, 16 Jahre.
•
Indem ich das Preisausschreiben der Redaktion des „Gießener Anzeigers" gelesen, teile ich mit, daß ich mich entschlossen habe, eine Schneiderin zu werden. Diesen Beruf habe ich mir selbst gewählt. Es würde mir späterhin große Freude bereiten, schöne Kleider anzufertigen. Ich habe schon etlichemal in Frankfurt, auch in Gießen die modernen Damen- Keiber ausgestellt gesehen, wodurch ich großes Wohlgefallen an diesem Beruf bekam. Auch lese ich alle Abend den „Gießener Anzeiger", ob nicht eine passende Stellung auf Ostern ausgeschrieben ist. An Ostern 1929 werde ich mit dem 14. Lebensjahr aus der hiesigen Volksschule entlassen, wo ich dann gern bereit bin, in Gießen eine solche Stelle anzutreten und dann was Ordentliches lernen will, um späterhin ein selbständiges Geschäft zu führen.
Marie Haas, Steinbach bei Gießen, 13 Jahre.
* Die Redaktion hat's geraten: Kindergärtnerin!
Lieber Zeitungsonkel!
Ich habe Dein Wcihnachtchsrätfel in der Zeitung gelesen.
Du möchtest gern wissen, was ich werden will, wenn ich aus der Schule komme. Ich gebe ein Bauernmädchen, dann kann ich, roerr ich groß bin, meiner lieben Mutter in Haus und H. j und im Galten und Feld helfen. Wenn ich Ferien bekomme, kann ich jetzt schon helfen.
Ich gehe das erste Jahr in die Schule und werde im April 7 Jahre alt.
Viele, viele Grüße schickt Dir die kleine
Lilli Keßler aus Lang-Göns.
*
Lieber Zeitungsmann!
Ich will erst Lehrerin und dann Mama werden. Vater sagt zwar, man müßte erst viel lernen, dis man Lehrerin wird, der ist nämlich auch ein Lehrer, aber lernen tu ich gern, und da kann ich als später Schule halten und den frechen Kindern Ohrfeigen geben. Arrest gebe ich nicht, sonst muß ich ja selber auch in der Schule bleiben. Aber an den Ohren ziehen und auch Ohrfeigen geben, das tu ich, und die dürfen sich auch nicht wehren, ich bin doch die Lehrerin, das darf ich, u d die waren ja auch erst frech. Den Braven bin ich gut, wenn die Geburtstag haben, schenke ich ihnen was. Mein Lehrer hat mir mal ein Röschen angesteckt, das mach ich auch. Und aanz später werde ich mal eine Mama und krieg Kinder, richtige Kinder wie ich, wie ich noch klein war, nicht bloß immer so Puppenkinder, und einen Papa krieg ich auch was für einen, das weiß ich noch nicht, aber ein Auto muß er haben.
Elfe Michel, Wiefeck, 7 Jahre.
*
Zu Eurer Weihnattespreisaufgabe 1928 möchte auch ich mich beteiligen. Da ich die Tochter eines Bauunternehmers bin, habe ich den Wunsch, meinem Vater im Geschäft so weit als möglich zu helfen. Zu diesem Zweck möchte ich Bureaufräulein und Innenarchitektin werden. Als solche kann ich die Lohnrechnungen, Buchhaltung und den Briefwechsel erledigen, ohne daß ein Fremder dabei Ein- sicht hat. Als Innenarchitektin will ich den Bau- lustigen moderne Zimmereinrichtungen zeichnen, da die Männer im allnemeinen die Zimmer nicht so schön einridjten können als die Frauen. Die Zeichnung für das artfjere Gebäude kann mein Bruder als Bautechniker, und die Ausführungen mein Vater als Bauunternehmer besorgen. Wenn mein Großvater Polier wird, so können wir mit der ganzen Familie ein Baugeschäft betreiben.
Emmi Menz, Dillenburg, 11 Jahre.
*
Um die Preisangabe vom 24. Dezember zu beantworten, brauche ich mich nicht zu besinnen.
Am liebsten möchte ich Hausfrau und Mutter werden. Hausfrau möchte ich werden, weil ich an meiner Mutter sehe, daß man es dann sehr gut hat. Ich kann dann alles tun, was mir gerade gefällt. Ich kann auch immer das kochen, wonach ich Luft habe.
Mutter fein, denke ich mir noch viel schöner. Ich kann dann mit den kleinen Kindern noch viel schöner spielen als bisher mit meinen Puppen. Das denke ich mir sehr schön.
Das ist ja noch sehr lange, und bis dahin muß ich noch sehr viel lernen und sehr fleißig sein. Das will ich denn auch tun.
Rosemarie Eisbein, Fellingshausen, 11 Jahre. *
Ich möchte gern Bäcker werden. Ein tüchtiger Bäcker hat immer Arbeit, denn gegessen muß werden. Der Bäcker, welcher unser Brot bringt, hat immer viel Geld. Ich knete auch gern Teig. Und dann esse ich gern Zuckerwecke, Mürbes und Torten.
Mit vielen Grüßen
Walter Braun, Effolderbach, 8 Jahre.
*
Ich bin 13 Jahre alt und habe den Wunsch, L a n d w i r t zu werden. Mein Vater war Landwirt und wurde 1918 vermißt. Da ich nur noch eine Schwester habe, so will ich unsere Landwirtschaft weiterführen. Ich habe schon einige Jahre in der Landwirtschaft mitgeholfen und immer Freude und Spaß daran gehabt, besonders wenn ich vor der Ernte in das Feld gehe und sehe das Hin- und Herwogen des Getreides. Beim Fruchtabmachen habe ich schon viel mit dem Reff geholfen, wenn es dabei auch manchmal in die Erde ging. Eine besondere Freude macht es mir, wenn ich mitfahren darf, wenn wir mit Heu und Stroh nadi Gießen fahren. Da sitze ich dann gemütlich auf dem Wagen und betrachte mir, wie die Sonne allmählich im Osten höher und höher steigt. Es freut mich sehr, wenn ich mit den Pferden im Galopp ins Feld fahren darf und mit der Peitsche knallen kann. Oder wenn im Sommer unsere Pferde zur Tränke geritten werden, und ich auch ein Pferd ausreiten kann. Ich habe den Landwirt als meinen künftigen Beruf gewählt, weil ich ihn für den gesündesten halte. Im Sommer, wenn mir im Felde arbeiten, bringt uns meine Mutter das Essen hinaus. Da schmeckt es mir viel besser als daheim in der Stube. Hoffentlich bringen die nächsten Jahre für den Landwirt bessere Zeiten. Bald werden die schweren Arbeiten der Landwirtschaft meiner Mutter abgenommen werden.
Wilhelm Schmidt, Oueckbom.
»
Lieber Gießener Anzeiger!
„Den Wald und Forst zu hegen, Das Wildbret zu erlegen, Das ist, was mir gefällt!"
Ich werde O b e r f ö r ft e r. Die Aussichten scheinen für diesen Beruf eben vielleicht schlecht zu fein. Aber ich habe die beste Hoffnung, daß — bis ich mein Studium beendet habe — Deutschland seine Kolonien wieder hat. Dann braucht das Vaterland junge Kräfte, die wirken können, ihm das alte Ansehen in der Welt zurückzuerobern.
Als Dbcrfärftcr bin ich in steter Verbindung mit der Natur, die ich über alles liebe. Ich habe Gelegenheit, sie ständig zu beobachten und auch regulierend mit der Axt, Säge und Büchse eknzugreifen.
Außerdem werde ich — falls sich meine Hoffnungen erfüllen — die Welt nicht nur aus Büchern, sondern aus der Anschauung kennenlernen.
Karl-Heinz Jäkel, Rodheim a. d. B., 14 Jahre.
*
Lieber Rätselonkel!
Infolge meiner Krankheit konnte ich nicht früher schreiben Meinen Beruf habe ich mir erwählt. Ich rotU Schriftsetzer werden. Dieser Beruf gefällt mir. Zu Weihnachten bekam ich einen Drucklasten, damit ich mich schon damit übe. Ich gedenke, beim „Gießener Anzeiger" in die Lehre zu gehen. Da dort jeden Tag viel gedruckt wird, hoffe ich, meinen Beruf tüchtig zu erlernen. Hoffe auch, daß ich nach meiner Lehrzeit weiter bei dem „Gießener Anzeiger" mein Geld verdienen kann.
Heinrich W a 11 b o 11 III., Garbenteich, 13 Jahre. *
Lieber Rätselonkel, ich hätte nicht gedacht, daß Du auf Weihnachten es uns so leid'1 gemacht, denn schreiben, was er werden will, kann jeder, wer sich etwas fest fetzt auf das Leder.
Ein Flieger möchf ich werden, denn es gibt nichts Schöneres auf Erden, als hoch in den Lüften zu treiben und dem Rätselonkel zu bringen die Preisausschreiben, denn die Flugpost ist heut modern bei uns kleinen, wie bei den großen Herrn.
Bin zwar erst 12 Jahre und auch noch unerfahren, muß warten denn bis spater, da geht es besser mit der Feder.
Das Zeichnen geht noch nicht so recht, und habe in der Note schlecht.
Wenn bas nun besser geht, dann geh ich auf die Universität. Ist das Schriftliche abgetan, so fang ich bann mit Praktisch an. Ich hörte nämlich von den Kriegen, daher hab' ich die Lust zum Fliegen. Lieber Onkel, ich mach' jetzt Schlutz und sende dir einen Weihnachtchsgruß. Und fange das Neujahr gut an und sorge, daß ich einen Preis bekommen kann.
Helmut Bauer, Leihgestern.
Mein Wunsch ist, später als Baufachmann in eine Beamtenstellung eintreten zu können. Meine Gründe hierfür sind folgende: da ich als Sohn eines Bauunternehmers ausgewachsen bin, wurde durch die praktische Mithilfe und die Mitarbeit in den Bureauarbeiten mein Interesse hierfür geweckt. Ich denke, daß das Bauhanbwerk in nächster Zeit noch zur Blüte kommt, da infolge des Krieges sehr wenig gebaut wurde, und fetzt doch eine allgemein große Wohnungsnot herrscht. Ich glaube, daß der in allen Teilen des Baufad)es durchgebildete Fach- mann sich später einmal zu jeder Art dieses Berufes (wie Architekt, Techniker, Bauunternehmer und Baustoffhändler usw.) entschließen kann. Darum ich gerade in die Deamtenlaufbahn möchte, glaube ich. daß bei der jetzt allgemein kritischen Wirtschaftslage das Leben eines Beamten In finanzieller Hinsicht sicherer gestellt ist als das eines Privatmanns.
Ich hoffe, daß ich meinen Bedingungen entsprochen habe, wenn ich auch die Höchstzahl von 400 Silben nicht erreicht habe. Ader: „In der Kürze liegt die Würze!"
Ernst Men-z, Dillenburg, 17 Jahre. ♦
Ich will später Lehrer oder Schreiber werden. Ich habe als kleiner Bube von drei Jahren einen Fuß verloren, deshalb kann ich keine Landwirtschaft betreiben. Auch habe ich keinen Spaß daran. Ich gehe nicht gerne in den Kuhstall, denn dann sieht man den ganzen Tag schmutzig aus. Wenn man aber Lehrer ober Schreiber ist, dann kann man sich jeden Tag anständig anziehen. Ich tue sehr gerne: lesen, schreiben und malen.
Heinrich Müller, Nonnenroth, 8 Jahre.
*
Was ich werden will?
Ei A u t o m a n n und Jäger. Da fahre ich mit dem Auto bis an den Wald, aber em großes Auto muß es fein, fo wie das Wiesecker, daß die andern Kinder auch mitfcchren können, die frechen müssen Geld bezahlen, und welche mir gut sind, die dürfen umsonst fahren. Ich weiß fchon, wie's gemacht wird, beim Doktor Schmidt hab' ich's gesehen, der nimmt mich manchmal mit in feinem Auto bis ins Unterdorf, die andern Kinder auch, welche brav sind. Ja, uno wenn ich da am Wald bin, nehme ich mein Gewehr, nicht das, welches mir das Christkindchen gebracht hat, bas knallt ja bloß, aber schießt nicht richtig, nein, dem Opa fein Gewehr, der kommt doch zu uns aus dem Dbenroalb und wohnt bei uns, weil er alt ist, der hat ein richtiges Gewehr, bas knallt und schießt auch, id) erschrecke nicht, ich hab fchon babeigeftanben, wie er einen Bogel, so einen großen, im Wald geschossen hat. Und bem Dpa fein Hunb, der heißt Senta, den krieg ich auch, der holt den Has, wenn ich ihn tob geschossen hab. Dann trag ich ihn ins Auto und fahr wieder heim.
Ich heiße Ernst M i ck e I aus Wiefeck, Alicestr. 46, bin 6 Jahre alt und gey zur Fraulein Leyerzapf in die Schule, die hat die Kleinen und ist recht gut.
*
Ick will später Friseur werden, weil heute der Bubikopf sehr viel Geld einbringt.
Mit 18 Jahren lasse ich mich bei der Reichswehr anwerben, wenn die zwölf Jahre herum sind, bekomme ich Geld ausbezahlt, damit fange ich später ein eigenes Geschäft an, daß ich selbständig bin und nicht arbeitslos werde.
Heinrich Schwarz, Gießen, 13 Jahre.
•
Lieber Gießener Anzeiger!
Auf Deine Preisfrage „Was wollt Ihr werden?", antworte ich, daß ich gern Bäcker und Konditor werden möchte. Warum?, so fragst Du weiter. Bäcker und Konditor ist ein Geschäft, an dem ich Spaß habe, weil ich gern im leig knete. Aber das Geschäft geht mich immer, in schlechten und guten Zeiten, denn aegeffen muß immer werden. Und genascht wird heute viel mehr als früher, denn so
sagt meine Großmutter. Ich weiß das noch nicht, da id) er ft elf Jahre alt bin; freilich esse ich auch gerne Süßigkeiten. Später will ich mir die Welt ansehen. Zu diesem Zweck werde ich Schifss- konditor, um so ins Ausland zu kommen. Damit ich mein Ziel erreiche, muß ich auch Englisch und Französisch lernen. Wenn ich genug gesehen habe, werde ich in eine Bäckerei einzuheiraten oer- i suchen, um mich selbständig zu machen.
Willi T h i e r f e l b t, Gießen, 11 Jahre.
Die Preisträger.
1. Rosemarie Eisbein, Fellingshausen; „Das Findelkind".
2. Marie Haas, Steinbach bei Gießen, Hauptstraße 90; „Töchter-Album".
3. Lilli Keßler, Lang-Göns, Breitgasse 9; „Sa| perle ist wieder da".
4. Emmi M e n z, Dillenburg, Hindenburgstraße 5; Originalölgemälde (Landschaft).
5. Gertrud M e r t g e n , Gießen, Bleichstraße 40; Originalölgemälde (Landschaft).
6. Else Michel, Wieseck, Alicestraße 46; „Herzblättchens Zeitvertreib".
7. Helmut Bauer, Leihgestern bei Gießen, Wil- helmstraße 20; „Wir von der „Bremen".
8. Walter Braun, Effolderbach (Post Stockheim, Oberhessen); „Großmutter Elisabeths Enkelkinder".
9. Karl-Heinz Jäkel, Rodheim a. d. Bieber; „Mit 20 Dollar in den wilden Westen".
10. Ernst Menz, Dillenburg, Hindenburgstraße 5; „Welt, Erde und Menschheit".
11. Ernst Michel, Wieseck, Alicestraße 46; „Auerbachs deutscher Kinderkalender".
12. Heinrich Müller, Nonnenroth (Post Villingen, Kr. Gießen); „Ludwig Richter-Abreißkalender".
13. Wilhelm Schmidt, Quedborn bei Grünberg, Untergasse 6; Originalaquarell (Tierstück).
14. Heinrich Schwarz, Gießen, Frankfurter Str. 125 III, „Die Amerikafahrt des „Graf ZeppeUn".
15. Willi Thierfeldt, Gießen, Bruchstraße 4 p; „Martin Steffens wilde Seefahrt".
16. Heinrich Wa 11bo11 III., Garbenteich, Ledergasse 8; „Das Neue Universum".
*
Für die Gießener Gewinner liegen die Preise ab Montag, 14. Januar, in der Rsbaktionssprechstunde nachmittags zwischen 5 und 7 Uhr, zur Abholung bereit; auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugsstellt.
Buntes Allerlei.
Wohnungsbrand durch flüssige Kunstseide.
In Barmen brach auf eine nicht alltägliche Weise Feuer aus. Ein Bandwirker wollte seinen Ofen in Brand setzen und hals dem Feuer mit flüf- flgerSunftfelbe n a ch. In dem Augenblick, als er Dem Ofen mit der außerordentlich feuergefährlichen Flüssigkeit zu nahe kam, schlug eine große Stichflamme hervor, die den Raum in Brand setzte. Das Feuer wurde gelöscht, ohne daß größerer Schaden entstand. Auch der unvorsichtige Bandwirker kam ohne erhebliche Verletzungen davon.
Die Ursache der Gaskatastrophe in Duisburg.
Als Ursache der Gaskatastrophe, bei der fünf Mitglieder der Familie Weinand den Tod fanden, hat (•d) ergeben, daß vor der Schweißung des Gasrohrs teilweise das Einlegen der Packung vergessen worden ist. Die Schweißung selbst konnte das Rohr nicht vollständig abdichten. Der Grund für das Nichteinlegen der Packung dürfte darin liegen, daß die Schweißer in dem engen hohen Graben nicht genügend Platz zum Arbeiten hatten.
Neuartige Kraftwagen-Garage.
In Ehikago wird in einem 75 Stockwerke hohen Turm am Wacker Drive eine fünfundzwanzigstöckige Kraftwagen-Gavage eingebaut, die nach Plänen des Erfinders B. B. Bolhema, Detroit, Die Form von Paterno st erwerken erhalten soll. Diese Bauart ist insbesondere für das Abstellen von Kraftwagen in den engen Großstadtgebieten bestimmt, in denen keine Parkplätze geschaffen werden können, und sie ist so eigenartig, daß man auf das Ergebnis dieses ersten Versuches mit einer solchen Anlage gespannt sein darf. Die Anlage soll 20 Schächte von 25 Stockwerken Höhe erhalten. Diese Schächte werden durch Betonwände getrennt und mit stählernen Kästen gefüllt, die einfach übereinander geschichtet werden, zwischen Füyrungs- schienen laufen und so groß sind, daß sie den größten normalen Kraftwagen aufnehmen können. Je zwei Schächte nebeneinander sollen wie die beiden Stränge eines Paternosterwerks Zusammenarbeiten. Der Antrieb erfolgt hydraulisch. Der oben ober unten ankommende Kasten wird selbsttätig wage- recht nach dem benachbarten Schacht verschoben und läuft dann in der entgegengesetzten Richtung weiter. In der Ruhestellung gleichen sich die Ge- roidjte der beiden Stränge selbsttätig aus. Um den Auszug in Betrieb zu setzen, führt der Besitzer einer Garage einen Schlüssel in die dafür bestimmte Schaltvorrichtung ein. Der Aufzug setzt sich dann in Bewegung und bleibt erst stehen, wenn der zu dem Schlüssel gehörige Kasten unten angelangt ist. Darauf öffnet sich das Tor selbsttätig und der Wagen kann aus- oder einfahren. In der ganzen Anlage sollen 1080 Kraftwagen untergebracht werden. Da man für jeden Auszug eine besondere Zufahrt anbringt, so kann man so viele Kraftwagen gleichzeitig entnehmen ober verwahren, wie Aufzüge vvrhanben sinb. Der ganze, sonst notroenbige Platz für Auffahrtrampen, Zwischendecken ufio. wird gespart. Die Maschinenanlage wirb so bemessen, daß das Herausbringen eines Wagens aus dem obersten Stockwerckwerk 216 Sekunden dauert«
Auflösung des Vereins „Immer treu“.
Der Polizeipräsident von Berlin hat heute den „Lotterie- und Vergnutungs verein Nordm? unb den Sport- und Geselligkeitsverein „Immer treu“ auf Grund des ß 2 des Reichsvereii'.s«' gesetzes aufgelöst, weil dte Zwecke dieser Vereine den Strafgesetzen zuwtderlaufen.


