Da- Licht geniert mich. 5ht völliger Dunkelheit höre ich ihm zu. Niemals würde ich geglaubt haben, daß man so vieles in der Nacht sehen kann. Och höre, und meine Phantasie tut das Uebrige. Dann bleiben wir schweigend fitzen. Lange, sehr lange." „ , .
Die Dekoration ist aufgebaut: lange Galerien münden in andere Galerien. „Ich werde sie mir heut abend ansehen, ganz allein," fährt Lubitsch fort. „Seit mehr als einer Woche habe ich meinen Künstlern alle Einzelheiten vom Tode des Zaren erzählt. Heute, zum zehnten Male vielleicht, fange ich von vorn an und bemerke, daß meine Ausführungen von einem Male zum andern Male einge^ndcr sind. Langsam gehen wir jetzt in die große Galerie, die zu dem Thronsaal führt. Lannings ist an der Spitze, in Kostüm und Maske ebenso wie die andern. Ihm allein habe ich aufgetragen, ganz plötzlich mit der Szene der Mucht zu beginnen, um die Wirkung auf die andern zu sehen, die von meinem Plan noch nichts wissen. Lannings beschleunigt seinen Schritt: die andern folgen ihm automatisch. Der Marsch wird immer schneller. Was wird geschehen? Plötzlich reißt Lannings aus. Die andern zögern und sehen mich an. „Feiglinge!" schreit Lannings. „Feiglinge! Niemals werde ich ab- danken." Alle sind wie elektrisiert. Sie verstehen plötzlich, warum ich sie hierhergebracht habe. Ln dem ungewissen Licht ist das Atelier verschwunden. Alle glauben, daß sie in einem Palast sind, in dem wirklichen Palast Pauls I. Alle erinnern sich an die Einzelheiten: sie sturmen vorwärts, wenn „der andere" vorwärts stürmt: sie suchen ihn zu packen. Umzingelt flüchtet er sich auf seinen Thron: der Kreis der Männer drängt sich um ihn zusammen. Ln meiner Phantasie steigt durch eine geheimnisvolle Pforte, die sich plötzlich öffnet, die Vergangenheit in mir empor. Lch fühle sie besser: ich leite die andern besser. Die Seelen der Schatten erwachen jetzt in ihnen, und mein Ziel ist erreicht. w.
Wirtschaft.
Geringe Entlastung der Reichsbank.
Starker Gold- und Tcvisenverlust.
Man konnte nach der Entwicklung der Devisenkurse während der ersten Aprilwoche annehmen. daß die Reichs bank zu neuen stärkeren Gold- und Devisenabga- den gezwungen war. Der Ausweis der Reichs- bank für die erste Aprilwoche weist 103 Mill. Mark Goldv erluste und dazu noch 2 2 Mill. Mark Deviseneinbuhen aus. Die Höhe dieses Verlustes mit insgesamt 125 Mill. Mark muß überraschen: er ist der größte Verlust, den die Reichsbank bisher seit der Sta- bilisierung in einer Woche an Gold erlitten hat. Der gesamte Devisenbestand der Deichsbank durfte sich gegenwärtig auf nur noch 130 bis 150 Mill. Mark belaufen, gegenüber einem Bestand in Höhe von 527 Mill. Mk. zu Beginn des lau- senden Lahres. Für die Anforderungen an den Valutenbestand der Reichsbank sind nicht nur die Käufe des Reparativnsagenten für seine Transferdisvositionen und die Zinsfällig- keiten für die Auslandanleihen sowie Bedürfnisse der Wirtschaft, die sich übrigens augenblicklich in ziemlich engem Rahmen halten, maßgebend, sondern vor allen Dingen macht sich jetzt verstärkt dos Zinsgefälle bzw. der ungewöhnlich hohe Geldsatz in Amerika geltend. Wenn dieses Zinsgefalle und demzu- solge die starken Abflüsse anhalten, so ergibt sich folgerichtig die Frage, ob die Reichsbank, selbst wenn sie dazu in der Lage ist. weiterhin in so starkem Umfange Gold und Devisen abgeben soll, oder aber ob cs nicht besser ist, das bei der herrschenden Valutensituation der Reichsbank gegebene Mittel einer Heraufsetzung des Diskontsatzes in Anwendung zu bringen.
Gewiß hat die Reichsbank durch ihre starken Goldabgaben eine beträchtliche Entspannung des deutschen Devisenmarktes herbeiführen können, ob aber mit dem starken Goldverlust der ersten Aprilwoche, der sich als eine notwendige Folge der Verteuerung in den Zinssätzen des Weltgeldmarktes darstellt, nunmehr der Kampf um die Beibehaltung des gegenwärtigen deutschen Zinsniveaus von der Reichsbank gewonnen wird, ist sehr zweifelhaft. Wenn in Reuyork selbst keine Entlastung am Geldmärkte von innen heraus eintreteü sollte, wofür seitens des Federal Reserve Board die größten Anstrengungen gemacht werden, so muß angesichts der finanziellen Verhältnisse Deutschlands gesagt werden, daß eine Diskonterhöhung letzten Endes weiteren starken Goldverlusten der Reichsbank vorzuziehen ist, so unange
nehm auch ihre Auswirkungen für die Konjunktur sein mögen. Die Entlastung der Reichsbank ist im übrigen verhältnismäßig gering, allerdings hat sich der Zahlungsmittelumlauf erheblich vermindert. Diese Verminderung ist jedoch im wesentlichen auf die Zunahme der Giroguthaben um 190 Millionen Mark auf der Passivseite zurückzuführen, die zum Teil Gelder des Generalagenten, zum andern Teil Gelder des Reiches aus dem Kontokorrentkredit der Großbanken sein dürften. Dieser Posten wird sich also sehr schnell wieder vermindern, schon deswegen, weil der Reparationsagent von neuem Geld zu Devisenanschaffungen braucht. Man kann also sagen, daß die Gelddispositionen der Wirtschaft in dem Reichsbankausweis für die erste Aprilwoche nur sehr wenig zum Ausdruck kommen, daß dagegen die Geldbewegung der öffentlichen Hand (starke Zunahme des Bestandes an Reichs» schatzwechseln. nur geringer Rückgang der Lombardkredite) und des Reparationsagenten sich stark ausprägen.
Oanaibank.
Die gestrige Generalversammlung der Darmstädter- und Nationalbank K.-G. a.A., Berlin, beschloß die Verteilung einer Dividende von 12. v.H.
In der fast zweistündigen Debatte ergriff zunächst ein Angestelltenoertreter das Wort zu längeren Ausführungen, in denen er besonders die sozialpolitischen Bemerkungen des Geschäftsberichtes einer Kritik unterzog. Er unterstrich, daß die Bank bei gleichgebliebener Ängestelltenzahl in den letzten beiden Jahren fast eine Verdoppelung des Umsatzes erzielt habe. Die Dotierung zum Beamtenpensions- ionds mit einer Million Reichsmark sei bei der starken Schaffung offener und stiller Reserven nicht ausreichend. Der Aktionär stellte schließlich den Antrag, den Vortrag auf neue Rechnung um eine Million Reichsmark zu vermindern und diesen Betrag für Extra-Gratifikationen zu verwenden. Dieser Antrag wurde mt 5605 Stimmen abgelehnt.
Jakob Goldschmidt widerlegte in einer längeren Rede die Argumente des Vorredners, dem er jedoch in verschiedenen Punkten beistimmte, so vor allem in der Ansicht, daß der innere Konsum zu gering sei, wenn auch die Wege, eine Steigerung herbeizuführen, verschieden seien. Unsere Wirtschaft brauche dringend eine gewisse Beharrungsperiode, in der alle Kräfte zusammengesaßt werden müßten, um die sicheren Grundlagen für eine dauernde Rentabilität zu schassen. Zum Schluß betonte Jakob Goldschmidt, daß erst die Zukunst zeigen würde, ob die von der Bank verfolgte Reservepolitik richtig sei.
Aus dem A u f s i ch t s r a t scheiden aus Carl Jllies (Hamburg), Anton Günther Rieniets (Bremen) und Johann Ludwig Schrage (Bremen). Neu gewählt wurden der bisherige Geschäftsinhaber Georg v. Simson, ferner Justizrat Meyer (Jlseder Hütte), Dr. Fritz Opel, Hermann Ritter (Martin Brinkmann), Bremen, und Dipl.-Jng. Paul Werners (Büssing), Braunschweig.
Fusionsverhandlungen Deutsche Effektenbank - Deutsche Vereinsbank.
Laut „Franks. Ztg." schweben zwischen der Deutschen Effekten- und Wechselbank in Frankfurt a. M. und der Deutschen Vereinsbank K. G. auf Aktien. Frankfurt a. M., Verhandlungen, die eine Fusion beider Institute bezwecken. Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht so weit gediehen, daß in den bevorstehenden Dilanzsihungen bereits konkrete Vorschläge vorgelegt werden könnten.
Von den Verwaltungen beider Institute wird dem WTB.-Handelsdienst die Richtigkeit dieser Nachricht bestätigt. Nähere Angaben könnten aber gegenwärtig unter Hinweis darauf, daß die Verhandlungen in der Schwebe seien, noch nicht gemacht werden. Kommt die Fusion zustande, woran wohl kaum gezweifelt werden kann, fo bedeutet dies eine merkliche Vergrößerung der Aktionsmöglichkeiten der beiden Mittelbanken. Die Effekten- und Wechselbank hat im Lahre 1927 ihr Aktienkapital um 2,5 auf 10 Mill. Mark erhöht: die offenen Reserven betragen 2 Mill. Mk. Ln der Bilanz per 31. Dezember 1928 betrugen die Kreditoren rund 37 Mill. Mk., die Debitoren 26,5 Mill, und Nostroguthaben bei Banken 7.5 Millionen Mark. Das Institut besitzt eine Niederlassung in Berlin und schüttete für das Lahr 1927 eine Dividende von 8 Proz. aus. Bei der Deutschen Dereinsbank war die Rentabilität merklich geringer. Auf das Aktienkapital von 9 Mill. Mk. (im Lahre 1926 um 3 Mill. Mk. auf 9 Mitt, erhöht) wurde im vergangenen Lahre eine Dividende von 5 Proz. verteilt. Die offenen Reserven sind mit 500 000 Mk. ausgewiefen. Die Verbindlichkeiten betrugen etwa 22,5 Mill., die Debitoren 19 Mill. Mark.
Schweinemarli in Gießen.
Der heutige Schweinemarkt in Gießen war sowohl von Händlern, als auch von Landwirten gut beschickt, so daß man von einem Wiederaufleben der Gießener Schweinemärkte reden könnte. Auch hatten sich viele Kauflustige aus der näheren und weiteren Umgegend eingefunden. Der Handel kann als flott bezeichnet werden. Es wurden bezahlt für 6—8 Wochen alte Ferkel 40—48 Ml., 8—13 Wochen alte bis zu 60 Mk. das Stück. Einleger kosteten 100—110 Mk. je Stück.
* Uebernahme von Fuchs Waggon durch eine westdeutsche Waggonfabrik? Aus Heidelberg wird berichtet: Nachdem andere Sanierungsversuche bisher noch nicht gelungen find, führt die H. Fuchs Waggonfabrik. A.-G., Heidelberg, angeblich aussichtsreiche Verhandlungen mit einem großen rheinischen Werk der Waggonbauindustrie wegen Uebernahme der Heidelberger Fabrik.
* Frankfurter Pfandbriefbank A. - G„ Frankfurt a. M. Die G.-D. genehmigte einstimmig den Abschluß mit 10 (i. V. 9) Prozent Dividende.
*DeutscheTelephonwerkeundKabel- i n d u st r i e A.-G. Der Aufsisichtsrat schlägt vor, den Reingewinn von 87 308 Mt. auf neue Rechnung vorzutragen (im Vorjahre 7 v. H. Dividende).
* Berlin-Karlsruher Industrie- werke A.-G. Der Absatz der von der Berlin-Karlsruher Jndustriewerke A.-G. hergestellten Gabler- schon schützenlosen Webmaschine hat, wie WTB.- Handelsdienst erfährt, in der letzten Zeit einen erfreulichen Aufschwung genommen. Einige Typen dieser Maschine setzen sich in "r Textilindustrie in- K ihrer großen Vorteile immer mehr durch. Der
ragseingang für diese Typen ist im letzten Vierteljahr erheblich gestiegen.
* Italienisches Kunstseide-Abkommen. Zwischen den italienischen Kunstseidefabriken Snia Viscosa, Turin, Chatillon in Turin, Varedo in Turin und Societa Generale Italiana della Viscosa in Rom ist zur Regelung und Förderung der italienischen Viscose-Kunstseide-Er- zeugung ein Standardisierungs- und Kontingentierungs-Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet worden.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 10. April. Tendenz: unsicher. — Die Panzertreuzerangelegen- h e i t, in deren Zusammenhang die Große Koalition in Frage gestellt ist, so daß mit einer evtl, innenpolitischen Schwierigkeit zu rechnen ist, hatte zu Beginn der heutigen Börse eine allgemeine Unsicherheit zur Folge. Auch der schwache Schluß der gestrigen Neuyorker Börse verstimmte und mahnte zur Zurückhaltung. Das Geschäft war daher anfänglich sehr klein, und es traten überwiegend kleinere Rückgänge ein. Die -Spekulation hielt sich im Hintergründe und schritt eher zu G l a t t st e l l u n g e n. Gleich nach Festsetzung der ersten Kurse machte sich jedoch eine gewisse Beruhigung und Geschäftsbelebung, hervorgerufen durch eintreffende Auslandorders, bemerkbar. Besonders für Elektrowerte und auch für Kaliaktien bestand von dieser Seite Interesse. Die Börse zeigte, heroorgerufen durch diese Tatsache, eine merkliche Wider st andsfähigkeit, die Stimmung war sogar eher etwas freundlicher, was sich aber in der Kursgeftaltung noch nicht auswirken konnte. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren verschiedentlich Rückgänge, auf der anderen Seite aber auch Gewinne zu verzeichnen. Stärker angeboten waren am Elektromarkt Chahe-Aktien mit minus 3 Mk., Siemens und AEG. waren gut behauptet, während Licht & Kraft etwas höher eröffneten. Chemiewerte bis 1,5 v.H. schwächer. Gefragt waren von Zellstoffwerten Waldhof mit plus 1,5 v.H. Auch heute waren Kaliwerte wieder besonders gefragt. Bei lebhafter Geschäftstätigkeit konnten Salzdetfurth 5 v.H., Westeregeln 2 v. H. anziehen. Aschersleben nur gut behauptet. Montanwerte hatten kein nennenswertes Geschäft. Gelsenkirchen und Mannesmann etwas fester Mansfelder dagegen infolge der außerordentlichen Kupferpreissenkung erneut weiter nachgebend und bis 1,5 v. H. niedriger. Rheinstahl minus 1 v. H. Am Bankenmarkt waren Deutsche und Dresdner Bank gut behauptet. Danat- banE und Barmer Bank eröffneten bis 1,25 v. H. niedriger. Schiffahrtsaktien vernachlässigt. Renten still. Von deutschen Anleihen 'Ablösung ohne Option leicht gedrückt. Schutzgebiete gefragter und höher. Im Verlause blieb die Stimmung freundlich. Auch der Geschäftsumfang war in den bevorzugten Werten recht groß. Schuckert plus 2 v. H., Kaliaktien standen weiter im Vordergründe. Letztere konnten erneut bis 3 v. H. anziehen, waren aber später auf Realisationen etwas gedrückt. Auch Zellstoff Waldhof aus besseren Dividendeaussichten gefragt, und
abermals 1,5 v. H. höher. Dem Farben-Markte wandte sich stärkeres Interesse mit 2,25 v. H. zu. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v.H. wieder angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2171, gegen Pfund 20,464, gegen Paris 124,19, London gegen Kabel 4,8530, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid 32,50, gegen Holland 12,0925.
Berliner Börse.
Berlin, 10. April. An der heutigen Börse stützten Spezialbewegungen die Sttm- mung, fo daß die ersten offiziellen Notierungen bei weitem nicht fo schwach waren, wie man vormittags befürchtet hatte. Stärker rückgängig und bis zu zwei Prozent 'schwächer waren nur A.-G. für Verkehrswesen, Schubert & Salzer, Deutsche Telephon und Kabel, Stöhr, Stolberger Zink, Svenska, Maximilianshütle, Siemens und Chade-Aktien. Dagegen bewirkten vorliegende Au s l a n d o r d e r s für S p e z i a l w e r t e, wie Schultheis und Ostwerke, Polyphon und Kaliaktien unter Bevorzugung von Salzdetfurth, schon zu Beginn meh.prozentige Ste'girungrn. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer wenig verändert. Ungarische Goldrente etwas fester. Pfandbriefmarkt still und noch uneinheitlich. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 6 bis 8 Proz.. Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Proz., Warenwechsel über 6,5 Proz. Daß heute keine weitere Erleichterung eingctreten ist, dürste wohl mit dem Steuertermin zufammenhängen. Nach den ersten Kursen zunächst schwankend, wurde bald die Stimmung zusehends freundlicher, wobei ein guter Arbeitsmarkt anregend wirkte. In Kaliwerken fetzten sich die Auslandkäufe fort, und Salzdetfurth erzielten einen neuen Gewinn von etwa 6 Proz. Ferner konnten Polyphon 5 Proz. gewinnen. Siemens etwa 2 Proz. hoher. Wald- Hos auf die Dividendehoffnungen von 14 Proz. um 1,5 Proz., Feldmühle um 1,75 Proz. und Daiinlor um 2,75 Proz. erhöht. Auch die Montanwerte hatten heute ziemlich großes Geschäft unu mjloficn sich der Tendenz der offiziellen Märkte an.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 10. April. Am heutigen Produktenmarkt waren ilmfätje kaum zu verzeichnen. Trotzdem Kaufangebot von Inlandware vorhanden war, blieb auch der Markt hiervon vollständig unbeeinflußt. Die Preise blieben unverändert. Cs wurden notiert: Weizen 23,75 bis 24: Roggen 23; Sommergerste für Brauzwecke 24: inl. Hafer 24,25; Mais (gelb) für Futtcrzwecke 23; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 bis 33,50; Roggenmehl 30 bis 31; Weizenkleie 13,70 bis 13,80; Roggenkleie 14,75 Mk. Tendenz: ruhig.
Süddeutsche Kinosorgen.
WSN. Frankfurt a. M., 9. April. In einet von mehr als 150 Lichtspieltheaterbesihern der engeren und weiteren Umgebung Frankfurts besuchten Versammlung machte Direktor Berger von der Hessischen Lichtspielgesellschaft in Darmstadt interessante und beachtliche Ausführungen über das Lichtspielgewerbe in Gegenwart und Zukunft. Die Wintersaison 1928/29 war für das Kinogewerbe geradezu katastrophal. Die Ursachen lägen in der furchtbaren Kälte und in der Grippeepidemie, a?:r der schlechte Geschäftsgang beginne überhaupt c'.n chronisches Uebel zu werden. Die Frequenz in den Theatern habe eine Einbuße bis zu 40 Prozent erlitten, und es müsse die Frage nach den Ursachen aufgeworfen und beantwortet werden. Es müsse damit gerechnet werden, daß ein großer Teil der Lichtspieltheater während der Sommermonate seine Pforten schließe. In Darmstadt fei beispielsweise bereits vorgesehen, daß die zwei dort bestehenden Großtheater wechselweise auf je sechs Wochen geschlossen werden. F e r n k i n o und Tonfilm seien zwei Dinge, an denen der Theaterbesiher nicht mit geschlossenen Augen vorübergehen dürfe. Vor allem handle es sich bei dem Tonfilm um keine vorübergehende Spielerei, sondern um eine Neuerung, der die Zukunft gehöre, die allerdings im Augenblick noch ein recht g. ährliches Experiment bedeute, da die deutschen Systeme vorerst noch recht unvollkommen seien. Aber der Tonfilm marschiere auch in Deutschland, und wenn er auch durch Neuanschaffung von (Apparaten eine recht fühlbare Belastung bedeute, fo mache er den Lichtspieltheaterbefitzer nicht nur unabhängig von seinen Musikern, sondern ermögliche am kleinsten, wie am größten Orte die gleiche ausgezeichnete musikalische Begleitung. — Die Versammlung beschäftigte sich dann ausführlich mit einer Reihe interner Fach- fragen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinssuh 7,5 Prozent.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß-
l-Ut)»
Schluß-
Anfang
Kurs
Kurs
Kurs
Kurs
Datum
9-14. |
10.4.
9.4. 1
10 4.
6% Dt. Reichsanleihe u. 1927 .
Dt. Anl.-DblLj^Schuld mit Aus-
87,25
—
87,5 ।
—
los^Rechten
53,8
53,75
53,9
53,9
Dekgl. ohne AuSlos.-Rechte .
1% Franks. Hhp.-Bk. Goldps. rnv
12,65
—
12,65
12,6
kündbar bis 1932
*yt% Rheinische Hyp^Bank 2iqu,-
Goldps. . ...
89
——
—
80,6
—
-
—
A.E.G. abg. BorkriegS-Obltgatton., rückzahlbar 1932
89
——
—
—
*% Schweiz. Bundesb^Anl..
100,25
—
—
4% Oesterreichische Goldrte.. . -
31,75
——
31,65
——
4,20% Oesterr. Silberrte. . .
3
—
3
_
<,% Oesterreich, einheitl. Rle.
1,95
—
—
4% Ungarische Goldrte.....
4% Ungarische Staatsr. V. 1910
24,9
21,15
25
24,9
21,2
25
41/% desgl. von 1913 .
22,25
—
22,2
——
4% Ungarische Kronenrte.. .
1,95
—
2
—
4% Türk. Zollanleihe v. 1911 .
4% Türkyche Bagdadbahn-Anl.,
10,65
—
10,6
—
Serie 1 ...
10,25
—
10,25
10,3
10
4% Rumänen amtiert. Rte. . - .
_
_
4%% Rumänen Goldanl. von 1913
17,65
—
17,9
—
Mg. Deutsche Eisenbahn *y2
—
—
—
_
Hamburg-Amerika Paket ... 8
123,5
122,4
123,25
122,5
Hamb.-Süüam. Tampssch. . . 8
—
—
197,25
197
Hansa Dampsscknts ... 10
——
—
—-
Norddeutscher Lloyd .... 8
117,5
117
117,75
117,25
Mg. Deutsche Ereditanst. . . 10
133,25
—
133,25
।33,25
Warmer Bankverein . . 10
145,5
144,25
145,65
145,6
Berliner HandelSgesellsch. . 12
229
229,5
228,75
Eommerz- und Privat-Bank 11
203,75
203
203,75
203
Darmst. u. Rotionalbank 12
291,25
290
291,25
290,5
Deutsche Bank - - 1°
171
171
171,13
170.5
Diskonto-Gesellschast Ank.. iu
161,5
161,65
161,25
Dresdner Bank - ■ 10
174,75
174,75
175
175,4
Mitteldeutsche Ereditbank ... 9
—
Metallbank.........8
136.75
| 136,5
137.5
136,5
..................12
321,5
322,65
321/5
1
Frankfurt a M.
Berlin
Schluß-, Kurs ।
l Uhr Kurs
Schlub > Kurs
Anfang Kurs
Datum |
9.4.
10-4.
9-4. '
10-4.
A.E.G. . ......
e|
181,5
180,75
181,9
180,5
Bergmann ...••••
. 9
231
—
231,75
231
Elektr. Lieferungen.....
10
—
174
174,5
173
Licht und Kraft .....
10
221
221,5
222,5
221
Felten & Guilleaume....
. 6
143,5
—
144
143,25
Gef. f. Elektr. Untern.....
10
238
—
237,5
236
Hamb. Elektr. Merke ....
10
—
—
149.5
148,5
Rhein. Elektr. .......
. 9|
—
——
173
173
Schief. Elektr........
10
—
—
215,5
215,75
Schuckert..... • • •
. 8
251
250,75
251
251
Siemens & Halske .....
12
401,5
401,5
402,75
400
. 8l
—-
—
159,5
158,6
Lahmeyer & Co.......
10
180
—
180
—
Buderus.........
. 5
79,5
—
79,5
——
Deutsche Erdöl ......
. 6
—
128,25
128,75
128,5
Essener Steinkohle.....
. 8
——
—
135,5
134,75
Gelsenkirchener ... f. ¥z 3- 4
135,5
135,5
135,5
136
Harpener ......
. 6
138,5
—
139
Hoesch Eifen. .......
. 8
—
——
129
—
Ilse Bergbau .......
. 8
217
——
217
216
Klocknerwerke .......
. 7
110,5
—
110,5
110
Köln-Neuessen. ......
. 9
—
—
127,25
128
Mannesmann.......
. 8
120
120,25
120,13
121,5
Mansfelder...... .
. 7
136,5
135
136,5
135
Oberfchlef. Eifenb. Bedarf. .
• o
—
—
90,65
90,4
Lberschles. Kotswerke ...
. 6
—
—
108,65
108,13
Phönix Bergbau ......
6%
96,5
—
96
96,5
Rheinische Braunkohlen. . .
Rhcinstobl s. % Jahr
10
296,5
—-
296,25
296
4'/,
128,75
127,75
128,25
127,75
Riebeck Montan......
7,2
—
—
—
Vereinigte Stal,Iw. ....
. 6
—
—
93,5
93,5
Otavi Minen . . • • .
2 Sh
68,25
—
68,9
68,13
Kali Aschersleben . . . . .
10
251
251,5
250,5
251,5
Kali Westeregeln......
IC
257
257
257
257
Kaliwerk Salzdetfurth . . .
15
383
388
383,5
,385,75
I. G- Farbe n-Industrie . . .
Dynamit Rodel . . . . . .
1 2
. 5
255,25
253,75
255
253,75
120
Scheideanstalt. ......
. 9
—-
169
—
Goldschmidt ......
. 5
31,75
91,75
91,9
Rütgerswerke .......
. 6
96,5
69,25
96.5
96
Metallgeiellfchast. . . . » .
11
Datum
Bhütpp Hvtjmaim......<
Heidelberger Eement .... U>
Gement Karlstadt ...... 8
Wayß & Freitag ...... 10
Schultheis Patzenhofer ... 15
Ostwerle....... • 12
Ver. Glanzstoss ...... 18
Beutberg..... 14
Zellstoss Waldhos.....12
Zellstoss Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser . .
Tessauer Ga-r..... 8
Daimler Motoren ...... O
Demag ..........0
Adlerwerte ............5
Ludtv. Loewe ....... 10
Rat. Automobil ....... 0
Orenstcin & Koppel • .... 5
Leonhard Tietz . ...... 6
Bamag'Mcgnin ....... 0
Franlf. Maschinen ...... 6
Griyner....... • • 1)
HenUgenliacdt ..••••• O
ZunghanS. . ........4
Lechwerke. . ..••••••k
Mainkrastwerke ....... 8
Mag.........1"
Nelarsulmer ....... .8
•Beters Union . ...... 8
Gebr. Rocver . ...... 10
Voigt L Laesfncr ...... 8
Südd. Zucker........8
Frankfurt a M.
Berlin
Cchlub-s 1 Ubr-
Schluß-lAnsang Kurs 1 Kurs
Kurs
Kurs
9.4. | 10.4.
9-4. |
10 4.
129,5
—
128,75
—
149
149,5
—
—
—
136,75
135,5
135,25
—
—
—
313,75
317,75
——
—
260
262
469
466
467
466
—
—
359
257,5
274,25
276,5
275
275,5
196
—
196,5
192,25
—
—
118,5
118,5
——
—
218,25
217,75
60,25
60,5
59,9
61,13
—
—
57,75
57,75
—
—
91,13
52,5
—
225
-
•—
—
33
—
——
—
98
97,5
—
—
300
300
—
—
—
—
—-
66.75
—
85
—
85,5
—
■■■
- -
- -
71,25
—
72,25
—
117
——
- ■
—
119,13
—
—
—
131
—
131
131,5
17
—
18
118,5
—
117
—
114
—
—
213
_
213
——
156
—
155
—
Banknoten.
Berlin, 9. April
Geld
Brief
.lutcrirQiindjc Roten.....
4,214
4,234
Belgische Noten .......
58,28
58,52
Dänische Noten........
112,03
112,47
Englische Noten .......
20,431
20,511
Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.- Telegraphifche Auszahlung.
Berlin 9. April
Geld
Brief
Französische Noten.....
16,455
16.515
Holländische Noten......
168,71
169,39
Italienische Noten......
22,05
22,13
Norwegische Noten......
112,03
112,47
Deutsch-Lefterr-, ä 100 Kronen
59,04
59,28
Rumänische Noten......
2,495
2,515
112,18
112,62
Schweizer Noten.......
81,12
81,44
Spanische Noten.......
63,11
63,39
Tschechoslowakische Noten . •
12,42
12,48
Ungarische Noten . ....
73,25
73,55
9. > prrt
10. April
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Bne'
Geld
Brte'
AMN.°Rolt.
169,05
169,39
169,08
169.42
Bucn.-Slires
1,771
1,775
1,773
1,777
58,615
Brsi.-Antw.
58,50
58,62
58,495
Lhristiania.
112,29
112,51
112,32
112,54
Kopenhagen
112,32
112,54
112,31
112,53
Stockholm .
112,46
112,68
112,45
112,67
HelsingforS.
10,591
10,611
10,594
10,614
Italien. . .
London. . .
Ncuyork ..
2-2.04
22,08
22,045
22.085
20,449
20,489
20,447
20.487
4,2125
4,2205
4,2130
4,2210
Paris....
16.46
16,50
16,455
16.495
Schwei; ..
81,095
81,255
81,10
81,26
Spa nett .
62,54
62,66
62,76
62.88
Japan .. . Rio de Jan
1.883
1,887
1,880
1.884
0,492
0.494
0,497
0,499
Wien in D-° Dest. abgcst
59,16
59,28
59,19
59,31
Prag . . . .
12.468
12,488
12,467
12,487
Beltrad - .
7.393
7.407
7,402
7.416
Budapest. .
73.375
73,515
73,39
73.53
Bul arten
3.047
3,053
3,042
3,048
Lissabon .
18,85
18.89
18,35
18,89
Danzig. . .
81.73
81,89
81.71
81,87
Konst ntüt.
2.072
2.076
2,073
2,077
Athen- .
5,46
5.47
5,455
5,465
(Sanaba
4.186
4.191
4.183
4,191
Uru uat)
4.136
4,194
4.198
4,206
Cairo . .
20,97
21,01
20,975
21,015


