Wichtigkeit der Niddaer Bank allseitig anerkennt und entsprechend würdigt.
* Wallernhausen, 8. April. Im Saale der Gastwirtschaft Walther hielt der Jungdeutsche Orden eine Versammluna ab, die aus ollen Kreisen der Bewohner sehr gut besucht war. Weit über 100 Personen füllten den Saal. Die Aufklärungsarbeit des Jungdeutschen Ordens, die sich gegen das heutige parlamentarische System richtet und als Hauptfeinde eines wahren nationalen Volksstaates den Bolschewismus und die Plutokratie bezeichnet, hat auch hier ihre Schuldigkeit getan. Schon tief sind die Gedanken des Jungdeutschen Ordens in alle Volkskreise eingedrungen. Zugestanden wird bereits in den Reihen der eingefleischtesten Parlamentarier, daß eine Krisis im parteipolitischen Leben besteht. Zugestanden wird weiter, daß das gegenwärtige parteiistische System in Erfüllung jeglicher Aufgaben völlig versagt. Zugestanden wird endlich, daß aus dem Staatsbürger ein Jnteressenvertreter geworden ist, daß die Parlamente im Grunde keine Entscheid dunaen mehr zu fällen haben und daß die Wirtschaft die Politik beherrscht. Man habe aber noch nicht den Mut gefunden, so führte der Redner des Abends Landwirt I e h n e r, in eineinviertelftün- digen Darlegungen aus, nachdem er zuerst über Weien und Ziele des Ordens gesprochen hatte, sich nach etwas grundlegend Neuem umzusehen, d. h. eine wirkliche Demokratie zu schaffen, in der der Wille des Volkes etwas zu bedeuten habe. Hinter der sich trotzdem bildenden antiparlamentarischen ftront stehe der Orden mit seiner volksnationalen Aktion, die sich die Aufgabe stelle, unter strenger Beachtung gewisser, im Jungdeutschen Manifest ge- gegebenen Richtlinien einen wahren Volksstaat zu schaffen, der politische Freiheit und soziales Recht für alle verbürge. Der Großmeister der Bruderschaft Nidda konnte verschiedene Erfolge des Ordens bekanntgegeben, wie Mitarbeit bedeutender Parlamentarier und Gründung eines volksnationalen Verbandes deutscher Industrieller. Er schloß den Abend unter herzlichen Dankesworten an den Redner, denen sich auch Landwirt Bruder Nies für Wallernhausen anschloß, mit der Aufforderung an alle, den Ruf nach der großen nationalen Erneuerungsfront weiterzutragen und sich immer vor Augen zu halten, daß der Jungdeutsche Orden nur eine Tradition kenne, und die heiße Deutschland!
]:[ Gelnhaar, 9. April. Am Sonntag wurden hier zehn Kinder in Gegenwart einer sehr zahlreichen Gemeinde in feierlichem Gottesdienste konfirmiert. Es waren sieben Knaben und drei Mädchen, die nach der Einsegnung unter Leitung des Organisten und Lehrers Hünergo r t h in dem Konfirmationschor „®o nimm denn meine Hände" ihr Bekenntnis ablegten. Oberhofprediger E h r h a r d verstand es auch diesmal — wohl seine letzte hiesige Konfirmation — der Feier einen überaus kirchlich festlichen Charakter beizulegen.
Kreis Schotten.
w Schotten, 9. April. Aus dem Ge - meinderat: Die Holzversteigerung und die Holzsubmission, die im allgemeinen gute Holzpreise erbrachten, wurden genehmigt. Geboten wurden für Stammholz Fichte la 24 Mk., 1b 28 Wk., 2a 30 Mk.. Autzknüppel 15,75 Mk. — Der Holzabfuhrweg, sog. Taubenweg, ist stark verfahren: seine griindliche Reparatur wird beschlossen. — Der neue Zugangsweg zum städtischen Krankenhaus, der direkt von der Lohgasse zum Hause geführt wird, soll mit Kleinpflaster versehen werden. Der Zuschlag auf das Angebot 6,70 Mk. wird erteilt. Bor dem Krankenhaus wird eine schöne, geschmackvolle Anlage geschaffen werden. Die an das Krankenhausgrundstück angrenzende Wiese wird hinzugepachtet, um einen entsprechend großen Bleichplatz und Garten zu erhalten. Ein Teil des Krankenhausgeländes ist als Krankengarten, der andere Teil als Obstgarten angelegt. Damit schließt ein sehr großer Komplex das Krankenhaus ein. — An Fuhr- löhnen werden für die städtischen Fuhren festgesetzt: 1,80 Mk. für Zweispänner, 1,20 Mk. für Einspänner pro Stunde, 1 Mk. für Kanalabfuhr. 6 Mk. für Totenwagen. — Mit dem diesjährigen Prämiierungsmarkt soll eine Prämiierung von
Pferden verbunden werden, ein entsprechender Betrag für Prämiierungszwecke wird zur Verfügung gestellt. — Der Bierabgabepreis für die Wirte am Pfingstmarkt wird auf 6 Mk. pro Hektoliter festgesetzt.
r. Groß-Eichen. 9. April. Die hiesige Molkerei .Vogelsberg" hielt dieser Tagtz ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Aus den Berichten des Direktors und des Rechners ging hervor, daß sich das Unternehmen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr günstig entwickelte. 11. a. wurde die Angliederung einer großzügigen Käserei beschlossen. Deren Aufgabe soll es sein, die Der- arbeitung der Milch zu einem Vogelsberger Spezial-Vollrahmkäse zu bewerkstelligen.
§ Ulrichstein, 9. April. Am Ostermontag und am Weißen Sonntag fanden, wie alljährlich, die Konfirmationen in unserem Kirchspiel statt. 3n Ulrichstein wurden 15 Kinder eingesegnet (7 Knaben und 8 Mädchen), in Feldkriicken 10, nämlich 6 Knaben und 4 Mädchen. Das sind für beide Orte im Verhältnis recht starke Jahrgänge, in den nächsten Jahren wird die Zahl der Konfirmanden naturgemäß viel kleiner sein. Es dürfte lange nicht vorgekommen sein, daß man zu den beiden Konsirmations eiern in solchem Schnee zur Kirche zog, wie in diesem Jahr. — Der Vogelsberger Höhenklub hielt auch in diesem Jahre wie immer am ersten Samstag im April auf dem Hoherodskopf eine Dis - m a r ck f e i e r ab. Trotz des hohen Schnees hatte sich von vielen Zweigvereinen eine recht stattliche Zahl von Teilnehmern eingefunden. Studiosus Fischer, Mitglied der „Darmstadtia" Gießen, hielt die Festrede über das Thema »Die Aera Bismarck und wir". An den Festakt schloß sich beim Klang froher Lieder noch ein gemütliches Beisammensein der V. H. C.-Brüder und -Schwestern an.
■+• Ober-Schmitten, 9.April. Auch in diesem Jahre entwickelt sich in unserer industriell eingestellten Gemeinde eine rege Bautätigkeit, um die Wohnungsnot, die durch Zuzug von außen vergrößert wird, zu beseitigen. Es werden vier Wohnhäuser mit insgesamt sechs Familien« Wohnungen erbaut, die im Rohbau bis zum Herbst fertiggestellt sein sollen. Das Baugelände wurde von privater Seite erworben und mit drei Mark pro Quadratmeter bezahlt. Die obere Papierfabrik läßt in dieser Bausaison einen 120 Meter langen Erweiterungsbau aufführen, der in unmittelbarer Nähe der Nidda parallel zu dieser verläuft. Der Neubau macht eine Verlegung des Bachbettes an dieser Stelle nötig, um für die Folge ein weiteres Abschwemmen des zugekehrten Bachufers zu verhindern. .
V Gedern, 9. April. Der heutige Schweinemarkt war sehr gut beschickt. Es waren 697 Tiere aufgetrieben. Die Preise waren außerordentlich hoch. Für 6—8 Wochen alte Ferkel wurden pro Stück 40 bis 45 Mark gefordert und bezahlt, 10—12 Wochen alte kosteten 48 bis 52 Mark, während für ältere Läufer je nach Qualität 60 bis 80 Mark verlangt wurden. Der Handel war äußerst rege, der Verkauf jedoch anscheinend nur mittel bis gut, obwohl sehr viele Kaufliebhaber da waren.
Y Oberseemen, 9. April. Am Sonntag» morgen ertönte in unserem Dorfe Feueralarm. Im Geschäftslokal des Kaufmanns Hermann Sichel war ein Ladenbrand ausgebrochen, der vermutlich durch einen überhitzten Ofen entstanden war. Durch sofortiges Eingreifen der Hausbewohner und der Rachbarschaft brauchte die Feuerspritze nicht in Tätigkeit zu treten. Der Schaden soll beträchtlich sein. — Die Arbeiter an der neuen Straße nach Illnhausen hatten die Angewohnheit, ihre Werkzeuge bei Feierabeick» einzugraben, um sie nicht immer mit nach Hause nehmen zu müssen. Als sie nun gestern früh tote gewöhnlich ihre Hacken und Schippen aus dem Versteck herausholen wollten, muhten sie feststellen, daß a l - les gestohlen war. Dem Täter ist man schon auf der Spur. Die Staatsanwaltschaft in Gießen hat bereits die Sache zur weiteren Untersuchung \n Händen.
Kreitz Altzfeld.
xx Nieder-Gemündcn, 9. April. Dieser Tage wurde hier eine Anzahl Gemeinde- und Privatgrundstücke öffentlich versteigert. Durchschnittlich wurden für den Morgen 30 Mk. bezahlt: ein Beweis dafür, daß die Grundstücke in unserer Gemeinde immer noch begehrt sind.
* Romrod, 9. April. In einer von über 150 Personen besuchten Versammlung der Deutschen Dolkspartci sprach hier am Sonntag der Provinzialgeschäftsführer Dr. Weißer über das Thema „Der Kampf um Deutschland". Der Redner verbreitete sich eingehend über den Kampf der deutschen Außenpolitik den Feindbundmächten gegenüber und über die Versuche, unser innenpolitisches Leben in neue Bahnen zu lenken. Die gedankenreichen und Hefen Ausführungen machten auf die Versammlung ersichtlichen Eindruck. Für die Rational-Sozialiften ergriff in der Aussprache Lehrer Klo st ermann das Wort, dessen Ausführungen der Referent ent- gegestrat.
Hessischer Lichtbild- und Iilmlursus.
---- Lauterbach, 8. April. Hier eröffnete heute Schulrat Daffinger, Darmstadt, im Auftrage des Staatspräsidenten und des Ministeriums für Kultus und Bildung einen 14tägigen Kursus unter dem Motto: „Jugend und Volksbildung durch Lichtbild und Film". Aus sämtlichen 18 Kreisen der drei Provinzen hatten sich Kursusteilnehmer — in erster Linie Lehrer — eingefunden. Zu der Eröffnung war außerdem fast die gesamte Lehrerschaft des Kreises Lauterbach erschienen. Der Leiter des Lehrgangs, Schulrat Lorentz, Lauterbach, begrüßte die Teilnehmer und Gäste. Kreisdirektor Dr. Michel widmete der Bedeutung des Lichtbildes anerkennende Worte und wünschte der arbeitsreichen Tagung besten Erfolg. Bürgermeister Walz begrüßte in humorvoller Ansprache namens der Stadt und betonte, daß die Arbeit an der Volk schule eine der ersten Aufbauarbeiten für das deutsche Volk sein müsse. Schulrat H a s s i n g e r erfiärte in längerer Ansprache, daß Lichkhild und Film hervorragende Mittel zur Volksbildung seien. Die Erfahrungen, die Schulrat Lorentz in Lauterbach gesammelt habe, seien ein neuer Antrieb auf dem Gebiete des Lichtbildes, und der jetzige Kursus solle ein Ansporn fein, daß im ganzen Lande das Lichtbild in ersprießlicher und segensreicher Arbeit verwandt werden möge. Schulrat Lorentz habe es in dankenswerter Weise übernommen, die Kur- susteilnehmer in 14 Tagen zu Pionieren für Lichtbild- und Filmwesen für das ganze Land auszubilden. Der Kursus gelte der gemeinsamen Arbeit für Bildung und Erziehung unseres Volkes. Rach dieser Eröffnungsansprache folgten die Vorträge. Professor Lampe, Berlin, sprach über „Entstehung und Verwertung des Lichtbildes", Direktor W. Günther über „Organi- sationssragen und Arbeitsplan". Mit dem Lehrgang ist zugleich ein Ausbildung^ kursus zur Ablegung derPrüsung von Lichtspielvorführern verbunden. Diese Prüfung findet durch die hessische Prüfungskommission voraussichtlich am 19. und 20. April statt.
Tagung
der Weiterauer Geflügelzuchtvereine.
hr. Södel, 9. April. Am Sonntag fand hier im Saale der Gastwirtschaft von Ulrich die diesjährige Generalversammlung der vereinigten Geflügelzüchter-Vereine der Wetterau unter der Leitung des Vorsitzenden Johs. T r e u s ch, Echzell, und in Gegenwart des Landesverbandsvorsihenden, Beigeordneten Karl V e i t h , Reichelsheim, statt. Zunächst wurde nach längerer Beratung beschlossen, die nächste Bezirks - Geflügel- Ausstellung dem noch jungen Geflügelzucht- Verein Södel zu übertragen, damit dieser Vec- ein durch die große Ausstellung eine Förderung erfahre: als Zeitpunkt für die Ausstellung wurde der 2 6. Januar 1930 bestimmt. Es soll eine EinzelauSstellung hergerichtet werden, bei der
eine bessere Bewertung der Tiere möglich ist. Die Hälfte des eingehenden Standgeldes soll zur Auszahlung von Klassenpreisen benutzt werden. Als Richter bei dieser Schau wurden die Herren Jean Kolter, Bad-Rauheim. und Heinrich Andreas, Frankfurt a. M. bestimmt, als Ersatzmänner Franz Braun, Frankfurt a. M., und Konrad Rubsamen. Gießen. Ein von dem Vorsitzenden T r e u s ch gestellter Antrag, zur Hebung der Rassegeflügelzucht in der Wetterau einen Wanderpreis zu stiften, wurde ab* gelehnt. Hierauf hielt der Landesverbandsvor- fihende Beith, Reichelsheim, einen längeren Vortrag, bei dem er sich mit verschiedenen Fragen der Geflügelzucht beschäftigte. Anschließend sprach der Vorsitzende T r e u s ch noch über Fütterung und Pflege, sowie die Änterkunftsräume des Geflügels, wobei er betonte, daß in dieser Hinsicht auf dem Lande noch große Verbesserungen notwendig feien. Beide Redner fanden mit ihren Darlegungen lebhaften Beifall.
Das Babenhausener Automobilunglück.
WSR. Babenhausen, 9. April. Das Automobilunglück, dem fünf Menschenleben zum Opfer fielen, hat sich wie folgt zugetragen: Das von Babenhausen kommende Personenauto des Mitinhabers der Zementwa- rensabrik Hauck & Dietz in Schaafheim, Heinrich Hauck, fuhr in voller Wucht auf den in Richtung Eberbach fahrenden Eilzug. Durch den Zusammenprall wurde der Wagen zunächst von der Lokomotive eine Strecke weit geschleift und vollkommen auf den Kopf gestellt. Durch Explosion des Benzintanks war der Wagen alsbald in ein Flammenmeer gehüllt, so daß es den fünf Insassen unmöglich war, sich aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien. Einige beherzte Bahnbedienstete eilten zur Rettung herbei und zogen aus dem Trümmerhaufen das schwerverletzte Ehepaar Heinrich Hauck und einen vierjähr i gen Jungen heraus, während der Lenker des Wagens, Fritz Hauck, und seine 8jährige Schwester dem Flammentod preisgegeben waren und nur als verkohlte Leichen geborgen werden konnten. In dem nahe bei der Unglücksstätte gelegenen Bahnwärterhaus fanden die Schwerverletzten ihre erste Aufnahme. Inzwischen waren der Dohnarzt und der Führer der hiesigen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mit acht Sani- tätsmannschaften an der Unglücksstelle eingetroffen und hatten sofort die notwendigsten Maßnahmen getroffen. Mit furchtbaren Brandwun- den am ganzen Körper wurden die Verunglückten durch die Sanitäter mit dem Sanitätswagen der hiesigen Schutzpolizei in das Krankenhaus nach Dieburg übergeführt. Leider war die ärztliche Hilfe dort vergebens, denn im Laufe der Rächt erlagen auch diese drei Unglücklichen ihren gräßlichen Brandwunden und schweren inneren Verletzungen.
Das Frankfurter Neue Operettentheater als Kink
WSR. Frankfurt a. M., 9. April. Das Frankfurter Reue Operettentheater wird von der Ufa auf 15 Jahre gepachtet und als Lichtspieltheater mit Bühnenschau eingerichtet werden. Die Ufa will in dem neuen Lichtspieltheater in der Hauptsache Qualitätsfilme aufführen. Die Uebernahme erfolgt am 1. September 1929. Im Theater selbst sind nur kleine bauliche Veränderungen vorgesehen. Die Zahl der Sitzplätze soll auf 1500 erhöht werden.
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