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Mittwoch, io. April 1929

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 85 Zweites Blatt

schen Situationen ergeben, die noch nie ihre

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Gießener Gtadttheater.

Wiener Burgtheater-Gastspiel: Die Fran in der Wolke."

gessen hat.

Man sah eine hübsche, geschmeidige Auffüh­rung, die der verpflichtenden Tradition bes Burg- theaters entsprach. Albert Heine hat die Re- gic; an der ist nichts auszusehen. Die Wiener spielen sehr versiert, schnell und manchmal ein wenig leise. Gepflegtes Theater. Präzise Kon­versation. Eingefuxtes Ensemble, ohne Spitzen­leistungen. Sauberes, solides Gleichmaß, das man in den reisenden Starensembles leider nicht immer so fugenlos abgestimmt findet. .

Der mit der Wolke war Emerrch Reimers. viel Temperament, sparsamer Witz, große Geste: ein draufgängerischer Liebhaber, jugendlich, hitzig, hartnäckig, nervös und auf eine reizende Art in tödlicher Verlegenheit besangen.

Der mit der Freundin seit siebzehn fahren und der unvermuteten Tochter war Otto

König Boris in Berlin.

Fünfzig Jahre unabhängiges Bulgarien. Von E. llngern-Sternberg.

Neues von der Kuh.

Ein Aufsatz über die Kuh, den eine neun­jährige Schülerin in einem oberschlesischen Dorf verfaßt hat wird in denSchlesischen Monats­heften" mitgeteilt. Das schriftstellerische Dokument lautet:Die Kuh ist ein Haustier. Sie ist überall mit Rindleder überzogen. Hinten hat sie den Schwanz mit einem Puschel daran. Gamit ja^ sie die Fliegen fort, weil sie sonst in die Milch fallen. Vorn ist der Kopf, wo das Horn an­gewachsen ist und das Maul drauf Platz hat. Die Hörner braucht die Kuh zum Stoßen und das Maul zum Brüllen. Unten an der Kuh hängt

wir auch, wie sich jeder nach Möglichkeit heraus- putzt. Vicht böse sein, bitte, über das kleine Flottenverträglein mit ihrer lateinischen Schwester, war ja nicht schlimm gemeint! Mussolini lächelt. Gut, verhandeln wir.

Es gibt nur zweierlei für (Italien: entweder mit England oder mit Deutschland. Es kann wieder der kordialen Entente beitreten, die gerade ihre silberne Hochzeit feiert, oder dein natürlichen Bundesgenossen über die nicht mehr vorhandene, bis gestern so trennende Brenner- wand die Hand reichen. Der erste Weg ist ge­fahrlos, bietet aber keine andere Zukunft als das dolce far niente im Hegemonieschatten der Mäch­tigen Der andere Weg wäre kühn, verlockend, mit einem Wort mussolinisch, er wäre sogar popu­lär - aber es liegt da ein Monokel, über das

Schm öle (trüher in Frankfurt, hier manchen vielleicht vom Durieux-Gastfpiel noch in Erinne­rung): im Typus echter als der jüngere Part­ner: ruhiger, glatter Sprcchton, angenehm re­servierter und fast lustspielhafter Humor (Außer­dem vermittelte er interessante Einblicke tn die jüngsten Schöpfungen der Wiener Herrenmode.)

Vosa Albach-Vetth: in einer Mordsrolle als die Freundin Marie mit der Tochter und dem doppelseitigen Diplomatentechtelmechtcl. Sie trieb ihre mit einem entschiedenen Bühnenin- stinkt hingelegte Partie über die Konvention und den Schwankumriß mehr als einmal in fast menschliche Bezirke hinein. Die Empörung, die Eitelkeit, das Vafsinement, die Resignation der nicht mehr ganz jugendlichen Liebhaberin war, so gespielt, nicht mehr bloß Theater. Cs mußte eine Freude sein, diese Darstellerin in einer gro­ßen Aufgabe in einem wirklichen Lustspiel sich entfalten zu lassen.

Marie Mayen war in der Rolle der zürn Abenteuer im Hotel vorgeschobenen jungen Toch­ter die, kaum dem Pensionat entsprungen, die wahre Freundin des stürmischen Romanschreibers zu spielen hat, ein drolliger Schwanktyp.

Albert Heine, ein mit liebenswürdigem Spott gezeichneter älterer Herr geistlichen Standes, und Fritz Müller, der in allen Sätteln gerechte und allen Situationen gewachsene Zimmerkell­ner Maurice gaben zwei vortreffliche Chargen.

Das Haus war sehr gut besucht, wenn nicht ausverkauft; der Beifall brauste gastspielmatzig.

Dr. Th.

Wirkung verfehlten. Zum Beispiel das Souper zu zweien, wobei des Obers wegen und 3um Schein von einem Tellerchen gegessen und aus einem Gläschen getrunken werden muß. Uno es ist gut, daß das Zimmer drei Türen und zwei Rebenzimmer hat: da ist immer für Abwechslung und allerlei Ueberraschungen gesorgt, und man kann so gut jemanden verschwinden lassen, der gerade heftig stören würde, und so gut jemanden ganz zur Unzeit auf der Bildfläche erscheinen lassen, dessen Erscheinen entschieden weder er­wünscht war noch vermutet wurde.

Es braucht wohl kaum betont zu werden, daß zum Schluß das Zimmer reichlich voll ist Der junge Diplomat ist da, und der alte Diplomat ist da, und die Frau in der Wolke ist da, uni)' das Töchterchen ist auch da und sagt im Ton der jugendlichen RaivenPapa", und Papa muß sich gleich mal das Monokel aufsetzen, dies Wunder zu bestaunen.

So ist in großen Zügen die ..Frau in der Wolke". Handfester Schwank, ohne Anspruch auf Originalität, tüchtig gezimmert, nut unfehl­baren Situationen und ohne nennenswerte ge­schmackliche Entgleisungen, die eigentlich sonst da­zu gehören. Außerdem ein paar Bonmots, die sich hören lassen (sicher von Holenia), und etliche gute Witze, die der Reserent leiderleider ver-

Hochschulnachrichien.

Zum Direktor des Staatsarchivs in Mar­burg ist als Rachsolger des Geheimrats Pro­fessor Küch der Etaatsarchivrat ebenda Dr. Carl Knetsch ernannt worden. Dr. Knetsch, der be­sonders auf dem Gebiete der hessischen Geschichte und Genealogie fachliterarisch tätige Gelehrte, ist 1874 zu Kassel geboren. Er studierte in Marburg, München und Berlin und promovierte 1898 nut einer ArbeitDie Erwerbung der Herrschaft Schmalkalden durch Hessen". Zunächst als Hilfs­arbeiter am Preußischen Historischen Institut zu Rom tätig, trat Dr. Knetsch 1901 in den preußi­schen Archivdienst in Königsberg ein, wirkte später in Danzig, Wiesbaden und seit 1905 in Marburg, wo er 1908 zum Archivar und später zum Archivrat ernannt wurde. Die Ernennung des ordentlichen Prosessors D. Dr. Paul Til - l ich von der Technischen Hochschule in D r e s- den zum ordentlichen Professor der Philosophie an der Universität Frankfurt a. M. als Rachsolger von Prof. H. Cornelius ist erfolgt. Dr. Tillich gehörte bisher zugleich dem Lehr­körper der Leipziger theologischen Fakultät^ als ordentlicher Honorarprofessor für ReligionSWhifaq sophie und Kulturphilosophie an.

Spätestens bei der Durchsicht des Programms bemerkt man, daß das dreiaktige LustspielDie Frau in der Wolke", mit welchem das Wiener Burgtheater-Cnsemble unter Leitung von Hofrat Professor Albert H e i n e zur Zeit in Deutschland umherreist, nicht nur von Lernet-Holenia, sondern auch von Rudolf Lothar stammt. Sowohl als auch. 2m Laufe des Abends merkt man noch mehr: daß das meiste vo/Lothar stammt. Wenigstens sei es zu Ehren Holenias angenommen. (Genau kann man es bei Kompagniegeschäften nie wissen.) Man merkt sogar - ohne sonderlich zu erstaunen, denn man ist nachgerade an Ä-b-rraschungen auf dem Theater gewohnt, daß das Lustspiel gar kein Lustspiel ist, sondern ein ganz gewöhn- sicher Schwank. Ton Kleistpreis uni war jedenfalls keine Rede. *

Aktive Diplomaten, welche Romaue sFreiben, kommen ersahrnngsgemaft nur m Schwanken Dor 5Sicr führt der Roman den aparten Titel ,,-ytc Krau in der Wolke" und der Autor em standes­gemäßes Pseudonym. Daß sich aus Roman- schreiben und Romanlesen ein qelinde gefaßt zärtlicher Briefwechsel entwickelt, ist für gewiegte Autoren eine Kleinigkeit ,

Lernet-Holenia und Lothar sind denn auch sckon aleick im ersten Akt im schönsten sahr° Wasser Die gnädige Frau, welche spaßeshalber die Freundin eines andern, alteren Diplomaten ist, besucht ahnungslos den ersten, lungeren den mit der Wolke, in seinem Hotel, ^ber nicht als gnädige Frau, sondern als derenHaushälterin. .

Schleift ihn zmn Rendezvoi^. bei slch. dreht ihm aus guten Gründen die ^gene Tochter an, welche neckischerweise auch die Tochter des andern Diplomaten ist. (Der heißt Rikiund ahnt es nicht seit siebzehn wahren!) §okn a und Lothar scheinen in der großen Welt Bescheid ^Der diplomatische Autor entführt prompt die Tochter in-in Hotel, wo sich alsbald die tppi-

Seit einigen Tagen befindet sich König Bo - ris von Bulgarien zum Besuch in der Reichs­hauptstadt. Da er inkognito reist, ist von allen offiziellen Empfangsfeierlichkeiten abgesehen wor­den, nur dem Reichspräsidenten von Hindenburg, der sein Bundesgenosse im Weltkriege war, wird der König feinen Besuch machen. Cs sind keine politischen Gründe, die den König nach Berlin geführt haben die deutsch- bulgarische Freundschast ist durch Blut besiegelt worden, sie hat durch die Prüfungen der letzten Jahre nicht gelitten, und es bedarf keiner be­sonderen politischen Demonstrationen, um ihr Bestehen zu bescheinigen. Deutschland und Bul­garien sind Schicksalsgenossen. Beide Län­der haben sich einen ungerechten Diktatfrieden aufzwingen lassen. Durch den Vertrag von Reuilly wurde Bulgarien verpflichtet, einige seiner reichsten Provinzen an seine früheren Feinde abzutreten. Widin und Strumitza fielen an Serbien, Tanthi an Griechenland und die Dobrudscha an Rumänien. Unerträgliche Tribyte wurden Bulgarien auferlegt, die kriegstüchtige Armee muhte durch ein Söldnerheer von 20 000 Mann ersetzt werden. Deutschland hat allen Grund, den König willkommen zu heißen, der zudem als Koburger rein deutsches Blut in seinen Adern fließen hat. Rur die Kommu­nisten benutzen die Gelegenheit des Konigs- besuches zu einer unwürdigen Hetze gegen Bul­garien und den Monarchen. Sie nennen ihn den bluttriefenden Arbeitermörder", reden von der Empörung der werktätigen Bevölkerung und ha­ben außerdem die Geschmacklosigkeit besessen, in Berlin unter der BezeichnungDas blutige Bul­garien" eine Bilderausstellung zu eröffnen und zwar unter dem Patronat der Liga für Men- fchenrechte, die nicht nur eine tendenziöse Ent­stellung der Tatsachen enthält, sondern die für Bulgarien beleidigend ist.

Als die Kommunisten mit der Regierung Stambulinskhs und unter der tatkräftigen Unterstützung Moskaus in Sofia zu Einfluß ge­langten und von der Errichtung eines Sowiet- staates im Balkan träumen durften, da glaubten sie bereits gewonnenes Spiel zu haben. Die Agrarrevolution, die ausgebrochen war wurde nach russischem Muster mitMordundTot- schlag durchgeführt, die unerhörtesten Greuel wurden verübt. Als es dann gelang, Stambu- linfkh zu stürzen und eine nationale Regierung zu bilden, konnten die revolutionären Banden nicht mit sanften Ermahnungen niedergekampft werden, es floh wieder viel Blut und mancher Racheakt wurde vollführt bis die Ordnung her­gestellt war und bis die normalen Gerichte wieder in Funktion treten konnten. Run wurden Verschwörungen angezettelt, und eine Reihe von grausamen Attentaten vollführt. Es braucht bloß andasBombenattentatinderKathe- Drale von Sofia erinnert zu werden, dem zahlreiche Unschuldige zum Opfer fielen und das die ganze zivilisierte Welt erschauern ließ. Aber diese Untaten werden entweder vergessen, oder absichtlich nicht erwähnt. Die deutschen Kommu­nisten finden sie vielleicht in der Ordnung und protestieren nur dagegen, daß die ordentlichen Gerichte die Attentäter zur Verantwortung ziehen und dah einige Todesurteile ausgesprochen wur­den DieRote Hilfe" in Deutschland und Oester­reich, die den bulgarischen Justizminister mit Protesttelegrammen zugunsten der politischen Ge­fangenen überschüttete, erhielt die Antwort des Ministers, dah Bulgarien ein demokratisch re­giertes Land sei, daß die Gerichte unbeein- fluht ihr Urteil fällten, dah von Mihhand» langen nicht die Rede sein könne und daß er sich eine Einmischung fremder roter Organisationen in die Angelegenheiten des bulgarischen Staates verbitten müsse. Leider ist es kaum anzu­nehmen, dah sich die Protestler dabei beruhigen werden. Es ist vielmehr zu befurchten, daß sich die Kommunisten, unter denen sich auch bul­garische Emigranten befinden, zu neuen Taktlosig­keiten werden verleiten lassen.

Der Besuch des Königs Boris ist nur auf einige Tage berechnet. Er will unter anderem deutsche Berühmtheiten wegen feines Ohrenlei-

denS konsultieren. Er muh in kurzer Zeit nach Sofia zurückgekehrt fein, da Bulgarien das 50- jährige Jubiläum seines staatlichen Bestehens feiert. Es begeht ferner die Tau­sendjahrfeier des ersten bulgarischen Zarentums. Gegen Ende des vorigen Jahrtausends drangen die finnisch-ugrischen Bulgaren von der Wolga südwärts, unterwarfen die Slawen der Unteren Donau und gründeten in Möfien das Bulgarische Reich, wie sie sich mit den Slawen verschmolzen und deren Sprache annahmen. Zur Ze,t der byzantinischen Kaiser war Bulgarien ein mäch­tiges Reich, das aber allmählich seine Selbstän­digkeit verlor und das dann lange Jahrhunderte unter der türkischen Herrschaft schmachten muhte. Erst nach dem russisch-tursi- schen Kriege, nach dem Frieden von San-Stefano und nach dem Berliner Kongreß gewann es seine Freiheit wieder und kann jetzt das fünfzig­jährige Jubiläum seines Bestehens feiern. Seit dem 5. Oktober 1908 ist Bulgarien Königreich. Fürst Ferdinand, der Vater des jetzigen Königs, benutzte die damalige Weltkrife, die durch die Annexion von Bosnien und Herzego­wina durch Oesterreich-Ungarn entstanden war, löste durch eine Proklamation das Vasallenver­hältnis von Ostrumelien zur Türkei und erklärte sich selbst zum König. Er hielt seinen feierlichen Einzug in Sofia und wurde von der Bevöl­kerung bejubelt. In Petersburg und in der Tür­kei blies man in die Kriegstrompete, aber es gelang, die Krise zu überwinden. König Ferdi-

Rom, April 1929.

Dank der auf dem Meeresgründe liegenden deutschen Flotte sind die Schlüssel zum Mittel­meergefängnis fester denn je in britischer Hand. Eine Tatsache, die einen Mussolini davor be­wahren würde, den Vertrag von Versailles, der die italienische Selbständigkeit vernichtete, so leich­ten Mutes zu unterschreiben, wie dies sein grim­miger Gegner Ritti getan hat. r..ri r-.

Zur splendid Isolation Englands verhält sich dasItalia farä da se" wie die Einsamkeit des Adlers zur Einsamkeit der Maus in der Falle. Eine Wahrheit, die deswegen nicht weniger bitter in Rom empfunden wird, weil sie niemand aus­spricht. So groß und so mächtig sich auch das vierte Italien" so gerne gibt, es weih recht wohl, dah ihm nur ein sehr beschränkter Be­wegungsraum zur Verfügung steht, daß es keinen Ausflug in die Weltpolitik unternehmen kann, ohne die Erlaubnis des Schlüs­selgewaltigen einzuholen. England liegt um Italien wie eine Ringmauer oder ein Stachel­drahtverhau, das Reich Mussolinis steht unter der Blockade wie vor fünfzehn Jahren die be­lagerte deutsche Reichsfestung. Schlimmer noch: Italien hat nicht einmal Rohmaterialien und wenn ihm Chamberlain Kohle und Eisen sperren, also die Waffenschmiede lahmlegen will, so braucht er noch nicht sein Monokel aus dem Auge zu nehmen. Es genügt, sich in dieses furcht­bare Verhältnis hineinzudenken, um zu ahnen, was der Duce dem gestrengen Herrn in der Villa heiteren Ramens im blühenden Florenz zu sagen hatte. Da die Geheimdiplomatie, dieses barbarische Vorrecht der Mittelmächte, bekanntlich just um diese Zeit vor 10 Jahren ganz energisch abge­schafft und in Genf eigens eine Registratur für hochpolitische Vertraulichkeiten eingerichtet wurde, werden über die Florentiner Abmachungen weder die Könige in London und Rom, noch die Lords oder der Rat der Vierhundert mehr erfahren, als den beiden Staatslenkern paßt. Roch weniger bekommen die Völker zu hören und am aller­wenigsten der Klub der Harmlosen tn Genf. Da­gegen bleibt es den Politikern unbenommen, wie seit Jahrhunderten ihre Kreise zu ziehen. .

Und jeder tut das bereits auf seine Weise, bas heißt, er legt in die Besprechungen hinein, was seinen Wünschen oder Befürchtungen entspricht. Die Deutschen glauben, es sei über die Knegs- ttibute und Desatzungstruppen geplaudert worden, die Franzosen äugen mißtrauisch nach der tunesischen Grenze, die Serben wittern ein zweites Albanien, denn, wie erinnerlich, war die

nand kam bei Gelegenheit des TodeS deS Groß- Weg gelassen als den zur Nordsee.^Einver- fürsten Wladimir nach Petersburg und der Zar nehmen mit Deutsch!and °er Sng RikolausN. (Taufpate des jetzigen Königs Boris), land es gab keine andere Wahl. MS sich^nun gab Befehl, König Ferdinand mit dem Titel das Italien von 1919 von ^^enneuen Bundes ^Majestät" anzureden. Dadurch war die An- genossen verraten suhlte, eine Empfindung, btc

man stolpern kann.

Was wäre zweckmäßiger, als mit dem Besitzer darüber zu sprechen?

Aus dem Amtsverkündigungsblaii.

* D a s A m t s v e r k ü n d i g u n g s b l a t t Nr. 23 vom 9. April enthält: Straßensperren. Schutz der Inheidener Wafserquellen. Aufstellung von Grundlisten. Polizeiverordnung zum Schutze der elektrischen Starkstromanlagen. Dienstnachrichten-.

die Milcht Die ist zum Ziehen eingerichtet. Wenn man dran zieht, kommt die Milch heraus. Die Milch wird niemals alle, die Kuh macht immer mehr. Wie sie das macht, haben wir noch nicht gehabt. Die Kuh hat einen feinen Geruch. Man riecht ihn schon von weitem, denn er macht die Landluft. Der Mann von der Kuh ist der Ochse. Er sieht genau so aus wie die Kuh, nur hängt bei ihm keine Milch dran. Darum ist der Ochse aud) kein Säugetier und man verbraucht ihn des­halb zum Arbeiten. Der Ochse ist ein Schimpf- wort Die Kuh lebt von Gras und Kartoffeln und Butterblumen. Wenn das Futter gut ist, macht sie gute Milch, und wenn es donnert, wird die Milch sauer. Die Kuh braucht wenig Rahrung. Was sie einmal gegessen hat, das ißt sie noch öfter, weil sie alles wiederkaut, bis sie ganz satt ist Wenn sie einmal runtergekaut hat, dann rülpst sie sich und hat das Maul wieder voll. Mehr weiß ich nicht."

England und Italien

Don unserem römischen ^-Korrespondenten.

Maieftäf anzureden Dadurch war die An- genossen verraten suhlte, eine Empsinoung, ott = r t c n n u n g Sr SönigTpro tamation de facto fid) mit dem Aufkommen M S<xW«mu« 'nut um hnlkoaen so stärker in die Seele brannte suchte es instinktiv

Alle diese Ereignisse, die damals die politische wie vernunftgemäß wieder den Anschluß an Welt bewegten gehören heute der Vergangenheit Deutschland, um so eindeutiger, als za nun die an König ^Boris, der heute 35 Jahre alt ist, österreichische Hemmung weggefallen war und von kennt sie nur als Jugenderinnerung. Cs ist be- der anderen Seite her auch die nationalen Kräfte achtenswert, daß Bulgarien der einzige von des niedergebrochenen Reiches nach Süden ten- den im Weltkriege unterlegenen Staaten ist, der vierten seine DYnastie aus der Katastrophe retten Ein Damm von der konnte. König Ferdinand hat zwar sein Reich meer, ein Damm gegen den Bolschewismus e^ner- verlafsen, aber er konnte den Thron seinem ät- seits und die vordrangende französische Hegemonie testen Sohne überlassen. Infolge der tragischen andersiits! Bestrickend sah und ßeht das au#. Lage des bulgarischen Volkes will man in Sofia Von Berlin wie von Rom aus betrachtet bei9 öen Jubiläumsfeiern von rauschenden Fest- Aber weise, weise hatte die^anzäsischeSchwester lichkeiten absehen. Man teilt sich vielmehr tarn- beizeiten eine ^and dazwischen geschoben die mein unö warten, bis Bulgarien wieder einen Brennerwand. Darüber kam tem deutscher Platz unter der Sonne findet. Das heutige Bul- Mann hinweg.

garten blutet aus vielen Wunden, die nur lang- Zuerst versuchte Mussolini, den Südtirolern sam vernarben. Cs gilt, an Bulgarien viel Un° vergessen zu machen, daß sie Deutfche seien. Ver- recht gutzumachen, aber das politische Geschehen geblich. Sie hatten einen mächtigen Dundesge- richtet sich nur selten nach dem menschlichen Ge- nossen an dem letzten, den scheinbar unangreif- rechtigkeitsempfinden. Wenn König Boris in feine Haren Gegner des Faszismus, an der Kirche. Heimat zurückkehrt, so kann er versichert sein, Mussolini überlegte auch das, als er sah. wie daß ihn die besten Wünsche des Deutschen Rei- schwer der gegenwärtige Papst die freiwillige i ches für feine Zukunft und für die Zukunft feines Gefangenschaft ertrug. Innen- und außenpolitische Landes begleiten. Gedanken spielten gleich stark in die Verhandlun-

---------- I gen hinein, die schließlich zu den Lateranver- _____ trägen führten, ilnö in dem Augenblicke, wo

------------- der Kardinalstaatssekretär dem Duce die goldene Feder in die Hand drückte, unter dem Geläute der Mittagsglocken des 11. Februar da fiel nicht nur der letzte Gegner, da fiel auch die trennende Drennerwand. In geschlofse- nen Formationen führten die Priester am

Sofge »c* »origen etdW, »aS auf dnem I A ÄTtanTo, Ä

Ä bÄir°Äg6terS S 3 I Är^e^cSen W 9«n, ter- bi®raml man lie Sach« so kurzfristig, fo ist aller- I Unabsehbar in ihrem ganzen AuSmaS aber dinas mit neunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit I schon deutlich fühlbar die Rückwirkung des "s.usfa anzunehmen daß sich die Geschäfte um Kolonial- linischen Meisterstücks auf die Sefamte europäische Weisel au "nicht lange Sicht, um Mandatsabfälle Politik. Mit der Kirche halten letzt plötzlich auch und Konzessionen, vor allem um Grenzberich- viele andere, öte bjsbcr nx^ '6 to$5.n Än S? sw Ä

an der Th?m e und es ist der Grundsatz des und Faszismus schürten sind entwaffnet, m Eng römischen wie des britischen Imperiums gewesen, land halt man Schar den nde

die eifersüchtigen Rachbarn gegeneinander auszu- für gekommen, die bisher übliche wohlwottenve spielen. London, dieses moderne Rom, hat ja vor Herablassung.bei der^^u^StakenS mtt zehn Jahren sein Karthago vernichtet: es kann vorzugllc^r HochEung zu vertauschen, satzt aoer

SÄMT as%8S.W gleich so aufgeregt tun, nicht geeignet scheint Mussolini mühte aber ein anderer fein, als der ich ihn kenne, wenn er in Florenz nur mit Scheide­münze gehandelt hätte. Dafür lautet denn doch feine amtliche Mitteilung zu bestimmt und zu fieg- haft, dafür unterstreicht sie zu sehr im Gegen- sah zu den üblichen Bankettspruchen, ut denen nur von Höflichkeitsbesuchen, bestenfalls von Den bekannten Bändern die Rede ist, die immer fester und fester geknüpft werden den p 0 litis ch e n Charakter des Gesprächs. Die große Frage für Rom ist doch die, ob es aus der Umklam­merung herauskommen kann und auf welche Weise. Im Grunde immer noch das ilrproblem Italiens, seit aus dem geographischen Begriff eine leidlich selbständige Macht, schließlich sogar eine Großmacht geworden ist.

Daß das dritte Italien, als es sich Deutsch­land anschloß, auf dem richtigen Wege war, das steht für den ernsthaften Historiker auch dann außer Zweifel, wenn er Faszist ist, denn geogra­phisch betrachtet, war und wäre heute noch das Bündnis mit dem nördlichen Rachbarn so natur- zwingend, wie das Bündnis mit dem unglück­licherweise daranhängenden nordöstlichen Rach­barn unnatürlich war vom Gefühlsstandpunkte aus. Um aus der Falle herauszukornmen, hat nun einmal die Landkarte Italien leinen an deren