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A schwere Decke«.

I. Steinpflaster:

Seit lieber gang der Landstraßen auf die Pro­vinzen (1. April 1927):

Rechnungsjahr 1927.28 rd. 28,2 Kilometer

= 1,8 Mill. Mk.

Rechnungsjahr 1928,29 rd. 28,7 Kilometer = 1,8 Mill. Mk.

Rechnungsjahr 1929 30 rd. 25,5 Kilometer = 1,3 Mill. Mk.

II. DalzAsphalt (lopc(a):

Rechnungsjahr 1927, 28 8 Kilometer

= 535 0C0 Mk.

Rechnungsjahr 1923/29 5 Kilometer

= 224 OOO Mk.

Rechnungsjahr 1929 30 11 Kilometer = 450 000 Mk.

3m Rechnungsjahre 1928/29 wurde die im Jahre vorher mit nur 5 Meter Breite ausge­führte Topeka-Slrecke FriedbergBad-Rauheim mit einem Kostenaufwand von 40 000 Mark auf 6 Meter verbreitert.

III. Teermakadam:

Rechnungsjahr 1928/29 = 1,8 km = 72 000 Mk.

Rechnung jahr 1929/30 = 1.7 km =70 000 Mk.

IV. Betonstraße (6 Meier Breite):

3m Rechnungsjahr 1929/30 auf der Strecke Friedberg Ober-Wöllstadt 1,2 km = 80 000 Mk.

152,6 km schwere Strastendecken.

Dorn 1. April 1927 bis jetzt hat also die Pro- vinz Überreifen durch ihre Straßenbauverwal- tung 112,6 km schwere Straßendecken neu bauen lassen. Dazu kommen noch die 40 km Klein- Pflaster, die beim Uebergang der Landstraßen auf die Provinzen in Oberhessen schon vorhanden waren. Hiernach besitzt unsere Provinz gegen­wärtig rund 152,6 km schwere Straßendecken = etwa ein Drittel des gesamten V-Straßen- netzes.

B. Halbfchwere Decken.

halblränkdecke:

Rechnungsjahr 1928/29 - 8,0 km - 145 000 Mk. Rechnungsjahr 1929/30 - 1,6km - 45 000 Mk.

C Leichte Decken.

Oberflächenbehandlung:

Rechnungsjahr 1927/28 - 63 km = 330 000 Mk. Rechnungsjahr 1928/29 - 52 km - 280 000 Mk. Rechnungsjahr 1929/30 - 10 km - 50 000 Mk.

Die halbschweren und leichten Decken erforderten nach der ersten Behandlung im darauffolgenden Jahre eine Nachbehandlung durch Oberflächenteerung mit einem Kostenaufwand von etwa 4000 bis 5000 Mark je Kilometer.

D. Walzungen.

Rechnungsjahr 1927/28 - 33 km - 220000 Mk. Rechnungsjahr 1928/29 - 36 km - 290000 Mk. Rechnungsjahr 1929/30 - 26km - 216000 Mk. Der größte Teil dieser wassergeschlämmten Walz­strecken ist mit Oberflächenteerung neuzeitlich gegen zu rasche Zerstörung geschützt.

Llrasten-Neu- und Umbauten.

Strasten-Neubauten sollen nach Möglichkeit einge­schränkt und auf bessere Zeiten zurückacstellt werden, damit die vorhandenen Mittel zunächst dem dring- lichen Ausbau des vorhandenen Straßennetzes zu­

geführt werden können. Es konnten daher 1927/28 nur folgende Arbeiten ausgeführt werden:

Umgehungsstraße bei Gedern mit einem Kostenaufwand von 77 000 Mark,

Straßenumbau in derTiefenbach bei Lollar zur Verbesserung der Steigungsoer- hältnisse: Kosten rund 50 000 Mark, Strahenregulierung bei Kloppen- heim: Kosten rund 11 000 Mark.

Brückenneubauten in 1928/29 bei Großen- Buseck (Kosten 20 000 Mark), Wetterbrücke bei Ossenheim (36 000 Mark): im Jahre 1929'30 die Brücke über die Horloff in Echzell (16 000 Mark).

Tie Finanzierung.

Abgesehen von den Walzungen, deren Kosten aus laufenden Mitteln bestritten wurden, sind sämtliche Strastenbauten durch die Erträgnisse der Kraftfahrzeug st euer und durch An­leihen finanziert worden.

3n den vorstehenden Darlegungen tritt eine außerordentlich große Leistung der Provinz Ober­hessen, der Provinzialverwaltung und insbeson­dere des Provinzial-Tiefbauamts als Ausfüh­rungsbehörde zutage. Dieses Wirken zum Besten unserer Provinz und ihrer Entwicklung verdient allgemein volle Anerkennung.

Trübe Aussichten für den Weiterbau.

Wie wir auf Anfrage an zuständiger Stelle der Provinz erfahren, sind die Aussichten für die Fortführung des Straßen- bauprogramms im nächsten 3ahre wenig erfreulich. Bei der außerordentlich schwie­rigen Lage des Kapitalmarktes ist die Auf­nahme weiterer Anleihen bis auf wei­teres nicht möglich. Eine Erhöhung der Provinzi al steuern kommt unter kei­nen älm ständen in Betracht. Bei dieser Sach­lage ist für das nächste 3ahr nur mit dem Aus­kommen aus der Kraftfahrzeug st euer zu rechnen, das für Oberhessen auf etwa 1,2 Mill. Mark geschäht wird. Bon dieser Summe sind die Beträge für die Verzinsung und Til­gung der bisher zu Stratzenbauzwecken ange­nommenen Anleihen abzusehen. Der Rest ist zur normalen äln te rha l tung der Stra­ßen etwa in der Höhe des 3ahres 1929 vorge­sehen.

Oberheffen.

Konzert der Gängervereinigung Lollar.

Q] Lollar. Die S ä n g e r oe re i n i a u n g Lollar veranstaltete am Sonntag einen öffent­lichen Konzertabend unter Hinzuziehung des Musikkorps des 1. (Hess.) Batl. Jns.-Rgt. 15 aus Gießen. Die Darbietungen der Militärkapelle standen auch diesmal auf der bisherigen rühmlichst bekannten Höhe. Schon zu Anfang des Konzertes wurden die Zuhörer durch die Exaktheit und forin- vollendete Wiedergabe der beiden MärscheDie Welt ist so schön" von Jünger undHeil Europa" von Blon zu stürmischem Beifall hingerissen. Es war, als ob die Zuhörer durch ihre große Aufnahme- freude bekunden wollten, wie sehr sich die Land­bevölkerung mit unserem Jnf.-Rgt. 15 verbunden suhlt. Wiederholungen und Einlagen wurden den hierfür dankbaren Zuhörern von der Kapelle bereit­willig geboten. Don den gesanglichen Dar­bietungen verdienen besonders die Volkslieder

bzw. volkstümlichen Lieder hervorgehoben zu werden. Lieder wieAbschied",Glückliche Lieb", Ich habe den Frühling gesehen" und der heitere ChorZum Wanderwr hinaus" stellten sogleich und ungezwungen die angestrebte Verbindung zwischen Sängern und Zuhörern her. Weiter sind besonders zu vermerken die Wiedergabe des l)errlichcn Beetho- venwerkesDie Ehre Gottes in der Natur" und die KompositionLiebesklage" von Naumann. Die Nordische Heerfahrt" von Kern, in der Dolkssage wurzelnd, gelang recht gut, ebenso das lustige, an die Sprechiertigkeit der Sänger hohe Anforderung stellendePappelmäulchen" von Wohlgemuth. Als Gesamteindruck ist zu vermerken, daß die Sänger­vereinigung ihre Aufgabe der Pflege des deulsä>en Liedes ernst nimmt und durch dieses Konzert, nicht zuletzt durch die vorzügliche Mitwirkung der Mili- tärkapelle mit ihnen ausgezeichneten Solisten einen sehr guten Eindruck bei den Besuchern hinterließ. Bei sämtlichen Gesangsvorträgen kamen sowohl die süß einschmeichelnden Laute in Piano, wie auch die mächtigen Forte und Fortissimo-Stellen in form­vollendet schöner Weise zu Gehör, wie überhaupt gute Tenöre und Bässe, sowie sichere Mittelstimmen für einen ausgeglichenen Klang sorgen. Die Sänger- Vereinigung verfügt zweifellos über eines der besten Sängermaterials. Der Besuch des Konzertes war äußerst stark, der geräumige SaalbauZur Linde" bis auf den letzten Platz besetzt.

Landkreis Gicf;en.

OO Klein-Linden, 6. Noo. Das Ergebnis einer Haussammlung innerhalb unseres Dorfes zum Besten des Verbandes für deutsche Jugendherbergen betrug 40 Mark, die nach Abzug der Unkosten der Zentralstelle für Volks­bildung und Jugendpflege in Darmstadt übersandt wurden. Els Personen bzw. Körperschaften unseres Dorfes sind der Ortsgruppe Gießen bei dem Gau Main-Lahn-Fulda des deutschen Jugendherbergsver­bandes angegliedert.

n. Ruttershausen, 8. Nov. In unserer kleinen Gemeinde wurden drei Wahl Vor­schläge zur Gemeinderatswahl ringe- reicht, und zwar vom Bauernbund, der Sozialdemo­kratischen Partei, und von überparteiischer Seite, der alle Berufskreise angehören. Letztere beiden Listen sind miteinander verbunden.

-f- Grünberg, 8. Rov. Während im all­gemeinen bei den Kommunal-, Kreis- und Pro­vinzialtagswahlen in den Dörfern und Land­städtchen meistens keine Wahlversammlungen stattfinden, kann man diesmal hier eine Aus­nahme verzeichnen. Am Sonntag veranstaltete die sozialdemokratische Partei imRappen" eine Wahlversammlung und hatte sich als Redner den Landtagspräsidenten Bürgermeister Delp (Darmstadt) verschrieben. Am Mittwoch sprach in einer von der Deutschen Volkspartei abgehal­tenen Versammlung imHirsch" der Landtags­abgeordnete Bürgermeister Dr. Riepoth von Schlitz. Don den fünf eingereichten WahIVor­schlägen zur Gemeinderatswahl stehen in Listenverbindung: Beamtenliste mit der sozial­demokratischen Dolksliste, ferner die Liste des Landbundes mit der Aste der Milt.'lstandSver- einigung. Die fünfte Liste mit dem Spitzenkandi­daten Fabrikant Karl Repp steht in keiner Listenverbindung.

T Aus der nördlichen Wetterau, 8. Rov. Für F e t t s ch w e i n e werden gegen­

wärtig von Händlern und Metzgern pro Pfund Lebendgewicht 86 bis 89 Pfennig bezahlt. Die hohen Preise find chedingt durch die im letzten Frühjahr außerordentlich hohen Ferkclprcise und nicht zuletzt durch den Umstand, daß infolge dieser hohen Ferkelpreise weniger Ferkel ein­gelegt wurden und mithin Fcttschweine zur Zeit rar sind.

Kreis Büdingen.

ch Ortenberg, 8. Nov. Auf einer in der Ge­markung von Ortenberg abgehaltcnen Treib­jagd wurden zwei Reh:, 8 Hasen und ein Fasan geschossen. Auf der im Anschluß daran abgchal- tenen Treibjagd in Wippenbach waren neun Hasen und ein Reh das Ergebnis. Der geringe Abschuß an Rehen erklärt sich daraus, daß wer­tere Stücke nicht erlegt werden sollten. Der Be­stand an Hasen ist im Vergleich zu sonstigen Revieren auch in benachbarten Gemarkungen außerordentlich gering. Der Bestand an Fa­sanen hat sich infolge der ihnen allenthalben gewährten Schonung erfreulicherweise günstig entwickelt.

ow. Ober-Widdersheim, 8. Noo. Zur Wahl des G e m e i n d e r a t s ist hier nur e i n Wahlvorschlag eingereicht worden. Da er erst einen Tag nach dem für die Einreichung festgesetzten Ter­min eingereicht wurde, ist er nach dem Wahlgesetz ungültig. Es verbleiben deshalb die b i o h e r i - gen Gemeinderäte in ihrem Amte, bis das Kreisamt Büdingen anderweitig verfügt.

Kreis Schotten.

§ Stumpertenrod, 7. Nov. Am Neforma- tionssest wurde unser neuer Geistlicher, Pfar­rer Geißler, durch Dekan Dr. Unverzagt von Alsfeld in feierlichem Gottesdienst in sein A m t eingeführt. Die ganze Gemeinde nahm hieran lebhaften Anteil, unser schönes, ehrwürdiges Got- tesyaus war bis auf den letzten Platz besetzt. In einer zu Herzen gehenden Ansprack)e wies der Dekan den neuen Geistlichen in fein herrliches, aber auch verantwortungsvolles Amt ein. In packender Weife, die die Herzen bewegte, hielt dieser hieraus seine Antrittspredigt über Römer 3,28. Lieder des Ge­mischten Chores, unter Leitung von Lehrer C u n z sehr ansprechend vorgctragcn, verschönten die Feier, die bei allen Gottesdienstbesuchern einen ungemein tiefen Eindruck hinterließ. In Köddingen mußte die Feier ohne Teilnahme des Dekans stattfinden. Hof­fentlich kann Pfarrer Geißler, ebenso wie seine drei letzten Vorgänger, eine längere Reihe von Jah­ren in den beiden Gemeinden unseres Kirchspiels tätig sein.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

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